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Sind Borderliner wirklich so schlechte Menschen?

e#stat1


bzw. wird man dann von vorn herein immer wieder in die selbe schublade geschoben. selbst ein ganz normaler Satz wird dann schon mal als aggressiv bezeichnet, man hat keine chance. nur gut das diese leute fehlerlos sind ]:D

NZordgi8x4


Naja, man kann natürlich jetzt ewig über die nicht-Borderliner meckern wie unsensibel und grausam die sind, Fakt ist jedoch das in so einer Situation (oder besser gesagt nach so einer Situation, wenn die Sache wieder runtergekühlt ist) der Borderliner dem nicht-Borderliner das Verhalten erklären sollte. Wenn man von einer Krankheit nicht betroffen ist hat ma nicht zwangsläufig Ahnung davon wie die sich äußert und wie man auf sowas reagiert, es wirkt dann einfach oft "irre". Setzt natürlich voraus das der Borderliner überhaupt weiß was er hat, klar.

p'ho=ebxe


Auf der Arbeit meinte einmal eine Kollegin über eine andere, daß sie psychophatisch, eben wie ein Borderliner wäre. Das hat mir weh getan und ich habe ihr gesagt, daß ich diese Störung hätte. Sie war total überrascht.

Schon alleine der Name, Persönlichkeitsstörung, finde ich so abwertend.

Jeder Borderliner ist anders. Ich persönlich kann mit aufrichtigen menschen richtig gut klarkommen. Sobald einer unehrlich ist...nimmt das Unheil seinen Lauf...denn a. Kann ich nie sagen, dass ich mein gegenüber als unehrlich empfinde...und b. Geht dann im kopf schon die revanche los..wie und wann ich was heimzahle...oder den kontakt total beende. So lange ich aber mit dieser person im zweifel bin...ist bei mir drinnen die hölle los...meine gedanken beschäftigen sich pausenlos mit diesem thema und das ist äusserst übel...zuerst suche ich immer die schuld bei mir...

Ich habe langjährige freundschaften...ausserdem bin ich seit 15 jahren in einer beziehung und Ehe. Wir führen eine sehr sehr gute Beziehung aber nur, weil mein mann absolut aufrichtig ist...und sollte ich mal den eindruck haben das es nicht so ist...dann frage ich nach und er wird nicht müde mir meine bedenken zu nehmen.

dyan+ae8x7


Fakt ist jedoch das in so einer Situation (oder besser gesagt nach so einer Situation, wenn die Sache wieder runtergekühlt ist) der Borderliner dem nicht-Borderliner das Verhalten erklären sollte.

Aber dafür muss man selbst es erstmal begreifen und erklären können. Das dauert aber und manchmal rafft man selbst nicht was einen da gerade gerissen hat. Und einfach sagen das man die Diagnose Borderline hat ist auch nicht so clever, weil man dann einen Stempel hat. Und entweder man hat jemanden vor sich der dann das volle Programm erwartet und schreit:"Echt?! Mit Ritzen und so? Kann ich ja gar nicht haben dies kranke Aufmerksamkeitsding. Finde ja man sollte die einfach krepieren lassen/mal in der Wüste aussetzen/mal den Arsch versohlen damit sie wissen was los ist. Geht jetzt aber nicht gegen dich und so." und einem unterstellt man wolle sich wichtig machen wenn man das nicht erfüllt. Oder man hat das Irre-Ticket und wird nicht mehr ernst genommen. Man sagt dann:"Hey, stört mich total das dein Zeug immer auf meinem Tisch liegt und du dich an meinem Kram einfach bedienst. Kannst du bitte fragen oder das lassen?" und man kann auch mit der Tapete reden weil man ist ja Borderliner und hat sich sicher nur reingesteigert. Bis man austickt und dann ist man eben der unsoziale Irre.

Jemanden der wirklich einfach interessiert nachfragt und auch mal ein:"Versteh ich selbst nicht ganz." akzeptiert ist sehr sehr selten.

e1stax1


Ja, danae87 :)^ . Das hast Du gut beschrieben, genau so ist es.

Naja, man kann natürlich jetzt ewig über die nicht-Borderliner meckern wie unsensibel und grausam die sind, Fakt ist jedoch das in so einer Situation (oder besser gesagt nach so einer Situation, wenn die Sache wieder runtergekühlt ist) der Borderliner dem nicht-Borderliner das Verhalten erklären sollte.

Aber auch umgekehrt, du hättest ja deiner Borderline-Bekannten auch erklären können warum Du sie jetzt nicht in Schutz genommen hast, weil du es nicht so wichtig fandest.

Das versteht man als B. in der Regel schon, bloß man denkt halt oft und schnell, alle sind gegen einen. Es stimmt schon wenn die leute aufrichtig sind kommen sie besser mit Borderlinern klar (Ausnahmen bestätigen....)

p~hoexbe


Aber dafür muss man selbst es erstmal begreifen und erklären können. Das dauert aber und manchmal rafft man selbst nicht was einen da gerade gerissen hat. Und einfach sagen das man die Diagnose Borderline hat ist auch nicht so clever, weil man dann einen Stempel hat. Und entweder man hat jemanden vor sich der dann das volle Programm erwartet und schreit:"Echt?! Mit Ritzen und so? Kann ich ja gar nicht haben dies kranke Aufmerksamkeitsding. Finde ja man sollte die einfach krepieren lassen/mal in der Wüste aussetzen/mal den Arsch versohlen damit sie wissen was los ist. Geht jetzt aber nicht gegen dich und so." und einem unterstellt man wolle sich wichtig machen wenn man das nicht erfüllt. Oder man hat das Irre-Ticket und wird nicht mehr ernst genommen. Man sagt dann:"Hey, stört mich total das dein Zeug immer auf meinem Tisch liegt und du dich an meinem Kram einfach bedienst. Kannst du bitte fragen oder das lassen?" und man kann auch mit der Tapete reden weil man ist ja Borderliner und hat sich sicher nur reingesteigert. Bis man austickt und dann ist man eben der unsoziale Irre.

Jemanden der wirklich einfach interessiert nachfragt und auch mal ein:"Versteh ich selbst nicht ganz." akzeptiert ist sehr sehr selten.

super ! :)^

Genau das ist es ja was ich meine....ich sage einmal, hey...mich stört das und das...wenn darauf nicht reagiert wird...dann sage ich es noch einmal...wenn dann wieder nicht reagiert wird...platze ich...

Oder die andere variante....ich lasse laaaaange mit mir machen...fühle mich ungerecht behandelt und grübel und grübel...bis ich dann nicht mehr passend reagiere...denn dann ist reden zu spät...(für mich) ich platze dann echt entsetzlich hart raus...oder beende das kapitel. Beides nicht gut aber für mich DIE möglichkeit die ich habe.

EYhemalkiger zNut'zer (#5628611x)


Oder man hat das Irre-Ticket und wird nicht mehr ernst genommen. Man sagt dann:"Hey, stört mich total das dein Zeug immer auf meinem Tisch liegt und du dich an meinem Kram einfach bedienst. Kannst du bitte fragen oder das lassen?" und man kann auch mit der Tapete reden weil man ist ja Borderliner und hat sich sicher nur reingesteigert. Bis man austickt und dann ist man eben der unsoziale Irre.

Fakt!

f/alco Hpeleg[rinoihdes


Hallo,

ich möchte noch einmal allen danken, die hier geschrieben haben, gerade auch die auf meine Frage geantwortet haben. Ich habe es längst gelesen, nur fällt es mir schwer, in Threads, die ich selbst eröffnet habe dann auch zu schreiben, besonders wenn viele Beiträge kommen. Irgendwie habe ich dann Hemmungen, obwohl ich mich darüber sehr freue, denn ich kann erfahren, wie andere, Betroffene und Nichtbetroffene darüber denken.

Meine Arbeitskollegin, die dieses Kommentar über die andere Kollegin geäußert hat, Kennt wahrscheinlich wirklich nicht die wahre Bedeutung, was psychophatisch bedeutet. Die Kollegin, über die sie das sagte ist nett. Sie hat nur wie jeder Mensch auch ihre Macken. Die Beiden verstehen sich meiner Meinung nach auch.

Es tut mir eben wirklich auch weh, was über Borderliner auch oft in anderen Fäden steht. Wenn jemand so schlechte Erfahrungen mit einem Borderliner gemacht hat, muß er ja wirklich denken, daß es schlechte Menschen sind. Ich möchte so nicht sein und glaube immer, daß ich auch nicht so bin. Aber es heißt ja auch verzerrte Wahrnehmung. :-( Also weiß ich auch gar nicht mehr wie ich wirklich bin.

In Beziehungen habe ich aber nie betrogen. Ich versuche immer die Menschen so zu behandeln, wie ich es selbst von ihnen erwarte. Aber bin ich wirklich reflektiert? Manchmal fällt es mir auch schwer bei einfachen Dingen nicht auszurasten. Ich beherrsche mich aber es geht mir so wie Phoebe, es brodelt in mir. Und manchmal wirklich lange. Plötzlich schlägt es schlagartig um und ich denke, es wäre die beste Person überhaupt. Wie kann so etwas sein. Innerhalb ganz kurzer Zeit? Daß ich komplette Abneigung habe und dann das Gegenteil. Aber es spielt sich eher in meinem Inneren ab. Früher habe ich das nicht immer so unter Kontrolle gehabt.

Danke allen @:)

GLo5ldmäKdchxen


27.02.16 16:11

Goldmädchen

Sehr schön, wenn jemand vom Fach so über seine Patienten denkt. Bei dir wäre ich gern in Therapie. Nicht.

Also ich kann an der Formulierung "arme Würmchen" nichts schlimmes erkennen. Das stimmt doch auch.

esta1

Ansichtssache. Eine NPS ist kein Zuckerschlecken, aber wenn du Betroffene als arme Würmchen bezeichnest, dann fallen mir noch eine ganze Menge anderer Gruppen ein, die diesen Begriff genauso verdienten. Was ist mit stark Übergewichtigen? Behinderten? Wenig Intelligenten? Sind das auch alles arme Würmchen? Wenn ja, ok, stringente Argumentation. ;-) wenn nein - warum ist es ok, psychisch Kranke so zu bezeichnen, aber zB körperlich Kranke oder Eingeschränkte etc. nicht? Wo ist der sachlich rechtfertigende Unterschied?

ecstax1


Wenn ja, ok, stringente Argumentation. ;-) wenn nein - warum ist es ok, psychisch Kranke so zu bezeichnen, aber zB körperlich Kranke oder Eingeschränkte etc. nicht? Wo ist der sachlich rechtfertigende Unterschied?

Ich verstehe was Du meinst. Ich muss auch gestehen das mir keine sachlich rechtfertigenden Erklärungen einfallen. Ich selbst habe die Borderline-Störung und früher als ich das noch mehr nach außen ausgelebt habe, unbewusst natürlich, dann hätte mich der Begriff "armes Würmchen" eher tröstlich gestimmt. Den er zeigt auch auf wie viel Leid hinter manchen Verhalten steht. Stattdessen war ich wohl eher die "Verrückte", "Durchgeknallte". Ich sehe es aber auch ein, wenn jemand nicht das "arme Würmchen" sein will. @:)

dxa*n3ae8x7


falco pelegrinoides

Also weiß ich auch gar nicht mehr wie ich wirklich bin.

Na ja, du bist so wie du gerade bist und eben auch ganz anders, je nachdem wo und mit wem du gerade bist. Es wäre ja nicht so das Borderline ein Dämon wäre der einen besetzt hält, es ist nichts Fremdes.

Ich stell mir Persönlichkeit mehr so als Orchester vor und im Falle einer Persönlichkeitsstörung ist der Dirigent nicht in der Lage es zu einer harmonischen Melodie zu formen, aber natürlich hat jedes Instrument für sich seine Berechtigung. Alles was da ist, wäre gut, wenn es denn in der richtigen Lautstärke und zu zum richtigen Zeitpunkt spielen würde.

Wenn man selbst ein fähigerer Dirigent wird dann klingt das auch vernünftig. Gefällt sicher nicht jedem, aber es hat ja auch jeder einen anderen Musikgeschmack. ;-)

pahoebxe


Ich stell mir Persönlichkeit mehr so als Orchester vor und im Falle einer Persönlichkeitsstörung ist der Dirigent nicht in der Lage es zu einer harmonischen Melodie zu formen, aber natürlich hat jedes Instrument für sich seine Berechtigung. Alles was da ist, wäre gut, wenn es denn in der richtigen Lautstärke und zu zum richtigen Zeitpunkt spielen würde.

das ist ja soooooo süss! Ganz tolle Erklärung.

Ja, mir geht das auch so, gerade Menschen, mit denen ich mich bestens verstehe...können jederzeit ins Gegenteil umschlagen...aber nur deshalb...weil schon ganz viel auf dem Zettel steht...(was vorher schon gelaufen ist)

Das trifft natürlich auch auf das andere zu...wenn ich sehr böse mit einer Person bin...die dann aber die richtigen Worte findet...den richtigen Zugang zu mir...dann ist von jetzt auf gleich alles gut (wenn zuvor gute Dinge auf dem Zettel standen.

Mir sagte mal jemand, das sich Borderline im Alter relativiert...ich habe es nicht glauben wollen...aber es ist tatsächlich so. Es ist nicht weg....aber ich verstehe vieles...und nehme vieles als gegeben hin...wenn früher noch eine welt dafür unter ging.

Jyulexy


Ja das mit dem "Alter" kann ich bestätigen. Hab die Diagnose jetzt 9 Jahre und muss sagen, es ist jetzt schon besser als mit Anfang 20.

f(alcjo pelPegrxinoides


Also ich weiß nicht, ich habe oft noch ein starkes Gefühlschaos in mir. Aber ich vermeide einfach Dinge, bei denen ich weiß, daß ich abrutschen würde, Dinge, die mir schaden würden. Früher bin ich oft von einem Moment zum nächsten, auf und davon. Habe dadurch auch schon Arbeiten verloren. Das kommt jetzt aber zum Glück nicht mehr vor. In sofern merke ich schon etwas wegen dem Alter. Ich glaube, man hat ja dann auch mehr Lebenserfahrung und es könnte auch noch zusätzlich daran liegen?

Ich bin Mitte 40 , also die 30 habe ich längst überschritten.

Es heißt ja immer, daß Borderline ganz "weggehen” kann aber das glaube ich wirklich nicht. Schön wär's!

fXalco ~pelegurinoiddes


Danae , ich finde deinen Post auch ganz toll. :)^ Kontrolle über die Gefühle verlieren und da durch mag man unberechenbar werden. Impulsiv.

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