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" Lieblingskinder "

cEosmoIligxht hat die Diskussion gestartet


Sie fehlt mir so unendlich ...

Meine Ma lebt nicht mehr.

Ich vermisse sie unendlich und obwohl sie schon einige Zeit nicht mehr bei uns ist denke ich sehr oft an sie und weine manchmal auch viele viele heiße Tränen weil ich sie nicht mehr bei mir habe.

Meine Ma hatte ein schweres und von menschlichen Verlusten und Krankheiten geprägtes Leben.

Meine Mutter war mit 24 Jahren bereits Witwe, mein leiblicher Vater verstarb als ich 1 1/2 Jahre alt war.

Aus der zweiten Ehe meiner Mutter hatte sie drei Kinder, meinen " großen " Bruder, meine Schwester und meinen " kleinen " Bruder ". Mein kleiner Bruder verstarb mit 17 Jahren.

Trotz dieser großen menschlichen Verluste hat sie nie mit ihrem Schicksal gehadert, war kein mürrischer oder Anderen ihr menschliches Glück missbilligender Mensch und hat meine Geschwister und mich mit unendlich viel Liebe und großer Herzenswäre umsorgt und keines von uns Kindern wurde jemals von unserer Ma bevorzugt.

Unsere Ma war ein eher ruhiger und introvertierter Mensch, beobachtend, manchmal vielleicht auch ein wenig wortkarg.

Ich erzähle dies alles vorab, damit ein menschlicher Eindruck von meiner eigentlich stillen und zurück haltenden Ma entsteht, denn manchmal, wenn meine Ma und ich zu zweit beieinander waren, öffnete sich meine stille und sonst zurück haltende Ma und erzählte " nur mir " mit einem Lächeln, dass sie von ihren vier Kindern zwei " Lieblingskinder " hätte ... und meine Ma erzählte weiter, dass ihre Lieblingskinder ich und mein " großer " Bruder wären - die erstgeborenen Kinder aus ihren beiden Ehen.

Über meine Schwester oder über meinen kleinen Bruder habe ich meine Ma so nie reden hören, und manchmal wenn ich mit meiner Schwester an unsere Mutter zurück denke und mit ihr über unsere Ma erzähle, habe ich ein schlechtes Gewissen meiner Schwester gegenüber weil ich weiß, dass sie nicht eines ihrer Lieblingskinder war, ich aber weiß, dass meine Schwester unsere Mutter genauso tief und fest geliebt hat, wie auch ich oder meine beiden Brüder.

Und dann frage ich mich manchmal im Stillen, darf eine Mutter " Lieblingskinder " haben ?

Und dann frage ich mich manchmal im Stillen weiter, darf eine Mutter einem ihrer " Lieblingskinder " erzählen, dass es ihr Lieblingskind ist ?

Das frage ich mich manchmal, wenn ich an meine Ma zurück und an meine Schwester denke, und es macht mich irgendwie traurig ...

Antworten
Lsich[tARmHor(izont


Und dann frage ich mich manchmal im Stillen, darf eine Mutter " Lieblingskinder " haben ?

Ich würde sagen ja. Bzw. es ist eben einfach so, das sucht sie sich ja nicht aus.

Und dann frage ich mich manchmal im Stillen weiter, darf eine Mutter einem ihrer " Lieblingskinder " erzählen, dass es ihr Lieblingskind ist ?

Wenn sie das Lieblingskind für reif genug hält, damit umzugehen, warum nicht?

Kulexio


cosmolight

Über meine Schwester oder über meinen kleinen Bruder habe ich meine Ma so nie reden hören, und manchmal wenn ich mit meiner Schwester an unsere Mutter zurück denke und mit ihr über unsere Ma erzähle, habe ich ein schlechtes Gewissen meiner Schwester gegenüber weil ich weiß, dass sie nicht eines ihrer Lieblingskinder war, ich aber weiß, dass meine Schwester unsere Mutter genauso tief und fest geliebt hat, wie auch ich oder meine beiden Brüder.

Weiß das die Schwester, bzw. die anderen beiden, dass Du und Dein großer Bruder die Lieblingskinder waren? Hast Du es ihr erzählt?

Hat Deine Schwester denn denn Eindruck, dass sie von Eurer mutter nicht geliebt wurde?

Und dann frage ich mich manchmal im Stillen, darf eine Mutter " Lieblingskinder " haben ?

Warum nicht?

Sicher, und ich wüsste auch nicht, wie das zu vermeiden wäre. Gefühle sind da und in welcher Ausprägung, ist zuerst einmal nicht zu beeinflussen. Im weitern Sinne schon, wenn es jemand tun will. Es gibt ja Eltern, die ihre Kinder lieben, weil ...... Die können das natürlich auch beeinflussen.

Und dann frage ich mich manchmal im Stillen weiter, darf eine Mutter einem ihrer " Lieblingskinder " erzählen, dass es ihr Lieblingskind ist ?

Das ist doch schön, oder? Du hast ja ein schlechtes Gewissen, wie Du schreibst. Warum?

Das frage ich mich manchmal, wenn ich an meine Ma zurück und an meine Schwester denke, und es macht mich irgendwie traurig ...

Warum bist Du traurig, anstatt dankbar? Du schreibst:

Trotz dieser großen menschlichen Verluste hat sie nie mit ihrem Schicksal gehadert, war kein mürrischer oder Anderen ihr menschliches Glück missbilligender Mensch und hat meine Geschwister und mich mit unendlich viel Liebe und großer Herzenswäre umsorgt und keines von uns Kindern wurde jemals von unserer Ma bevorzugt.

KBleixo


LichtAmHorizont

Wenn sie das Lieblingskind für reif genug hält, damit umzugehen, warum nicht?

Sehe ich auch so. :)z

cOo<smoelighxt


Wenn sie das Lieblingskind für reif genug hält, damit umzugehen, warum nicht?

Nun ja, ich war damals erst 15 Jahre, als meine Ma mir überhaupt das erste Mal erzählte, dass sie zwei Lieblingskinder hat.

Ich denke, für eine 15-Jährige war das eigentlich ziemlich überfordernd, zumal ich mich eigentlich immer gleichberechtigt und nie gefühlsmässig nie bevorzugter von meiner Ma behandelt gefühlt habe.

Weiß das die Schwester, bzw. die anderen beiden, dass du und dein großer Bruder die Lieblingskinder waren? Hast du es ihr erzählt?

Nein, das habe ich nicht und möchte es auch nicht nach dem Tod unserer Mutter jetzt noch erzählen.

Ich denke, dass würde meine Schwester zutiefst kränken, und das möchte ich auf gar keinen Fall !

Du hast ein schlechtes Gewissen, wie du schreibst. Warum?

Weil ich mich meinen beiden anderen Geschwistern gegenüber bevorzugt fühle und weil ich weiß, dass meine beiden anderen Geschwister, meine Schwester und mein inzwischen verstorbener Bruder, die Zuneigung von unserer Mutter vielleicht mehr gebraucht hätten, als ich und mein " großer " Bruder. Meine Schwester war meiner Mutter gegenüber immer sehr anhänglich, sie ist immer um sie herum gewuselt und hat manchmal an ihr gehangen wie an einer Klette. Mein kleiner Bruder war schwer krank. Ich denke, ihm hätte deshalb da eigentlich die Zuneigung unserer Mutter mehr gehört als mir und meinem großem Bruder.

Warum bist du traurig, anstatt dankbar?

Weil meine Schwester es genauso verdient hätte von unserer Mutter so tief geliebt zu werden wie ich und mein großer Bruder. Und auch weil meine Mutter nicht mehr da ist um meiner Schwester zu sagen, dass sie von ihr von Herzen geliebt wurde. Meine kleine Schwester tut mir deshalb leid.

Lmic=htApmHxoriz)onZt


Haben Deine Nicht-Lieblingskinder-Geschwister denn das Gefühl gehabt, weniger geliebt worden zu sein?

cwoXsmo$liJght


LichtamHorizont

Mein kleiner Bruder lebt nicht mehr.

Er hat sich darüber nie geäußert und ich denke auch, dass es ihm weiter auch nicht aufgefallen sein sollte.

Aber bei meiner Schwester habe ich schon das Gefühl, dass sie irgendwie mehr Zuneiung von unserer Mutter erwartet und auch gebraucht hätte. Das kommt zumindest in Gesprächen zwischen ihr und mir immer wieder so von meiner Schwester unterschwellig durch.

Ich selbst habe keine Kinder, kann mir deshalb eigentlich auch nicht vorstellen, dass man seine eigenen Kinder unterschiedlich liebt.

Aber ich habe natürlich auch über das Leben meiner Mutter nachgedacht und denke, dass vielleicht die beiden erstgeborenen Kinder aus ihren beiden Ehen eventuell mehr die " Wunschkinder " waren als die beiden während der zweiten Ehe meiner Mutter geborenen Kinder.

Mein früh verstorbener Vater wurde von meiner Mutter sehr geliebt, vielleicht war ich ja auch ein in absoluter Liebe entstandenes Kind, deshalb eines ihrer beiden " Lieblingskinder ". ;-)

Und mein " großer " Bruder war eigentlich auch ein " Liebeskind ", es war keine " Mußehe " zwischen meiner Mutter und meinem Stiefvater aufgrund einer ungewollten Schwangerschaft. ;-)

Deshalb waren wir beide erstgeborenen Kinder aus den beiden Ehen meiner Mutter vielleicht auch ihre " Lieblingskinder " ?

Ich hab ein sehr gutes und entspanntes Verhältnis zu meiner Schwester und es bedrückt mich einfach nur ein wenig, dass ich weiß, dass meine Schwester zuneigungsmässig von unserer Mutter nicht das bekommen hat, war ihr eigentlich gefehlt hat und ich das aufgrund der persönlichen Erzählungen zwischen meiner Mutter und mir eigentlich auch ganz genau weiß.

L!ichtAmH[oriz?oxnt


Mein kleiner Bruder lebt nicht mehr.

Entschuldigung, das hattest Du im Eingangsposting ja auch geschrieben…

Ich hab ein sehr gutes und entspanntes Verhältnis zu meiner Schwester und es bedrückt mich einfach nur ein wenig, dass ich weiß, dass meine Schwester zuneigungsmässig von unserer Mutter nicht das bekommen hat, war ihr eigentlich gefehlt hat und ich das aufgrund der persönlichen Erzählungen zwischen meiner Mutter und mir eigentlich auch ganz genau weiß.

Aber Du kannst ja nichts dafür… Du stehst da in keiner "Schuld" Deiner Schwester gegenüber.

c~osemolixght


LichtAmHorizont

Da magst du bestimmt recht haben.

Vielleicht sollte ich mir einfach nur eine " dickere Haut " zulegen und mir nicht so einiges so schnell zu Herzen nehmen - geht aber vermutlich leider nicht mehr anders bei mir - ich bin so geboren worden. ;-)

Danke LichtAmHorizont und Kleio für eure freundlichen Antworten ! @:)

maondG+sete rnxe


@:)

cYosmol?ighxt


mond+sterne

@:)

dlanaex87


Cosmolight

Vielleicht aber ist auch genau diese Bedürftigkeit der Grund gewesen warum deine Schwester kein "Lieblingskind" war. Es kann sehr anstrengend sein wenn jemand mehr und mehr und noch mehr fordert und ich glaube manchmal nimmt man als Elternteil dann eher diese Anstrenung im Fordergrund war und weniger die Liebe, wie das bei Kindern die weniger fordern der Fall ist. Auch dein kleiner Bruder mit seiner schweren Krankheit war ja sicher sehr anspruchsvoll und auch da könnte das so gewesen sein.

Ich könnte mir vorstellen das deine Ma alle ihre Kinder unfassbar doll geliebt hat, aber das zwei ihrer Kinder eben anstrengender waren als die anderen und das in der Wahrnehmung die Liebe dann einfach überlagert hat. Liebe scheint deine Mutter jedenfalls jede Menge gegeben zu haben und das ist soviel wert.

crosmovli|ght


danae87

Ja, das mag gut möglich sein und ist menschlich vielleicht auch irgendwie zu verstehen.

Zurück blickend kann ich sagen, dass ich und mein " großer " Bruder eigentlich pflegeleichte Kinder waren, meine Schwester sehr anhänglich und mein kleiner kranker Bruder natürlich irgendwo bedingt durch seine schwere Krakheit der ungewollte Mittelpunkt der Familie. Meine Ma hat sich aufgezehrt in der Krankheit meines kleinen Bruders, ist während der vierjährigen Krankheit meines kleinen Bruders optisch um Jahre gealtert.

Was mir nur so unendlich leid und manchmal auch weh tut sind die Gespräche mit meiner Schwester, bei denen immer wieder durch kommt, dass sie sich irgendwie nicht genug von unserer Ma beachtet gefühlt hat und ich weiß, dass da ja und auch warum da ja irgendwo ein Körnchen Wahrheit dran ist.

dCanaex87


Was mir nur so unendlich leid und manchmal auch weh tut sind die Gespräche mit meiner Schwester, bei denen immer wieder durch kommt, dass sie sich irgendwie nicht genug von unserer Ma beachtet gefühlt hat und ich weiß, dass da ja und auch warum da ja irgendwo ein Körnchen Wahrheit dran ist.

Ich würde nicht damit rechnen das es anders gewesen wäre wenn du auch anstrengend gewesen wärest oder so. Manchmal gibt es so Eltern-Kind-Kostellationen wo ein Kind etwas bräuchte was das Elternteil nicht geben kann oder wo das Elternweil schlicht nicht drauf kommt. Der Mangel der dann empfunden wird, wird von dem Kind schlicht als Mangel von Liebe interpretiert obwohl es auch um Lob oder sowas gehen kann. Da ist einfach die Kommunikationsebene eine andere und dann kommt die Botschaft nicht an, egal wie die Eltern sich bemühen. Bei meiner Ma und mir war das so. Vielleicht war es bei deiner Schwester und deiner Mutter auch so und egal wen sie sonst noch geliebt hat oder hätte, da wäre immer diese leichte Dissonanz gewesen.

cYosm@oligxht


danae87

Tut mir aufrichtig leid für dich, dass das Verhältnis zwischen deiner Mutter und dir nicht so optimal läuft.

Eine Mutter ist unendlich wichtig für ein Kind, auch noch im Erwachsenenalter.

Aber vielleicht hast du ja Menschen um dich herum, die dich auffangen und dir die Zuwendung geben, die du bei deiner Mutter vermisst.

Ich wünsch es dir ehrlich und von ganzem Herzen :)_

Ich zumindest ich bin ich froh und glücklich, dass ich eine Mutter hatte, von der ich weiß, dass ich eines der beiden ihrer " Lieblingskinder " war.

Etwas schöneres gibt es doch für eine Tochter nicht.

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