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Weine viel zu schnell... was tun?!

D~ebwbieFvaye


Über deine Beziehung hast du ja geschrieben. Wie ist es sonst? Auf der Arbeit? Familie? Freunde?

Ähnlich, also wenn mich eine Situation belastet und mir die Person, die Sache, wichtig ist. Mit meinem Vater - wir haben kein gutes Verhältnis - war das ganz extrem. Oder im Job bei ungerechtfertigter Kritik und großem Stress... also auch, wenn ich mich hilflos oder ungerecht behandelt fühle. Im Moment gibt es aber sonst eigentlich nichts, was mich so an meine Grenzen bringt.

L?ich,tAmHyorizxont


@ DebbieFaye

Was "darfst" Du denn? Dir lächelnd alles gefallen lassen? Ihm immer zustimmen?

DtieDro2siscmachtdaUsGifxt


DebbieFaye

Ich gehe davon aus, dass Du noch mit dem Mann zusammen bist, dem Du schon mehrere Threads im Forum gewidmet hast. Dir müsste eigentlich klar sein, dass Du diesen Mann nicht ändern kannst.

Ihr lebt in einem Kulturraum in dem man familiäre Streitigkeiten und den Disput zwischen Mann und Frau nicht öffentlich austrägt. Das ist zum einen mit ein Grund, warum kaum jemand wirkliches Verständnis für Deine nach außen gezeigten Emotionen aufbringt.

Du kannst mit diesem Mann nur zusammen bleiben, wenn es Dir gelingt Dich ständig unter Kontrolle zu halten, egal was was zwischen euch beiden passiert in Streitsituationen. Du bist schon sehr dabei Dich seinem Verhalten anzupassen. Willst Du wirklich riskieren eine innerlich abgestumpfte Frau zu werden, die sich in jeder Situation ihrem Schicksal fügt, nur um dem Mann eine "perfekte" Geliebte zu werden? Du bist mehr und mehr dabei Dich selbst aufzugeben und merkst es nicht mal.

Du stellst diese destruktive Beziehung über Dein persönliches Wohlergehen. Schließt für Dich persönlich jedoch eine Trennung aus, den Mann mit seiner Einstellung zu Dir wird sich ebenso nicht ändern? Wo siehst Du die Lösung für euch?

Wenn es nicht mehr Dein Weinen ist, dann wird eines Tages etwas anderes sein was ihn stört an Dir. Wenn Du sogar schon gewillt bist seine Flirts in Deinem Beisein zu tolerieren, was kommt dann als nächtest? Ähnlich Vorfälle wie in eurer Anfangszeit?

Dieser Mann will unabhängig leben, und deshalb verschiebt er die Grenzen ständig zu Deinen Ungunsten. Will aber auch nicht auf den unkomplizierten Sex mit Dir verzichten. Gleichzeitig setzt er Dich voll bewusst unter Druck Dir zeigend, dass er Dich jeder Zeit austauschen kann, wenn Du ihm zu anstrengend wirst. Dieses Spiel funktioniert bereits so gut, dass Du bereit bist die nächste Stufe der Grenzverschiebung zu zulassen, Deine Gefühle zu unterdrücken und ihm noch mehr Freiräume zu geben Dich zu verletzen.

Was mich bei Beziehungen wie Deiner gedanklich umtreibt, was das für eine Liebe sein soll, in der mindestens 1 mal wöchentlich ein Streit auf der Tagesordnung steht. Warum willst Du Dich innrerlich immer weiter verbiegen, nur damit einem Mann gefallen kannst, der Dich und Deine Gefühle ohnehin nicht verstehen will. Dich als Mensch nicht respektiert. Diese Situation zwischen euch ist nicht neu, sondern fortlaufend ansteigend verletzender.

Du willst die Trennung nicht. Eure Probleme bleiben undiskutiert und drehen sich vermutlich fast ausschließlich darum, dass Dein Freund nicht gewillt ist Deine Wünsche und Grenzen zu respektieren. Das war bereits zurückliegend bei euch der Fall. Daran wird sich auch nichts ändern, wenn Du innerlich so abgestumpft bist, dass Dich seine Verletzungen nicht mehr abheben oder Dich innerlich so brechen, dass Du gar nicht mehr wirklich empfinden kannst, was eine erfüllte Liebe ist. Das was Du lebst, und das weißt Du tief in Dir auch, ist eine emotionale Abhängigkeit. Aus dieser kommst Du nur raus, wenn Du in der Lage bist selbstbewusster nach außen abzugrenzen.

DYebpbieFxaye


Die Dosis

Es ist der gleiche Mann, ja. Wir sind mittlerweile verlobt... aber es stimmt, dass meine Grenzen sich sehr zu seinen Bedürfnissen verschoben haben. Die Verlobung ist Resultat des Ganzen.

Wir haben, wie gesagt, auch sehr gute Zeiten. Aber ich weiß wenn wir streiten wirklich nicht, wie ich mit ihm umgehen soll.

Er ist nun wieder da, sitzt mir gegenüber und ignoriert mich wieder gänzlich. Irgendwann nachher oder morgen verreist er.

Ich weiß, ich sollte ausgehen oder ihn ebenfalls ignorieren. Aber ich koche vor Wut und weiß auch gar nicht, wo ich hin soll.

Und immer wieder die Frage: behandelt man so jemanden, den man angeblich liebt? ich könnte ihn nie so behandeln.

EmhemaligAer BNutzVer 0(#5q027x11)


Jetzt weiß ich wieder woher mir dein Nick bekannt vor kam. Ich hatte deine anderen Threads auch gelesen, mich da glaube ich aber nie gemeldet. Nun wenn du unbedingt an diesem Kerl festhalten willst und sogar verlobt bist, dann bleib weiter in deinem Unglück. Du scheinst dir selbst ja nicht viel wert zu sein.

n1imuev88


Und immer wieder die Frage: behandelt man so jemanden, den man angeblich liebt? ich könnte ihn nie so behandeln.

Entschuldige die harten Worte, aber in dem Satz steckt schon die Antwort. Er liebt dich nicht, du scheinst emotional abhängig von ihm zu sein.

Die Entscheidung, ob du in dieser "Beziehung" (aka Ausnutzerpartie) bleiben willst oder dich selbst emanzipierst musst du treffen. Ändern wirst du ihn nicht.

S^oroYman


Über deine Beziehung hast du ja geschrieben. Wie ist es sonst? Auf der Arbeit? Familie? Freunde?

Ähnlich, also wenn mich eine Situation belastet und mir die Person, die Sache, wichtig ist. Mit meinem Vater - wir haben kein gutes Verhältnis - war das ganz extrem. Oder im Job bei ungerechtfertigter Kritik und großem Stress... also auch, wenn ich mich hilflos oder ungerecht behandelt fühle. Im Moment gibt es aber sonst eigentlich nichts, was mich so an meine Grenzen bringt.

Da würde ich gern mal anknüpfen. Und mal so in Grundmustern denken, von denen ich den Eindruck habe, dass du da ganz viel vermischst:

Wenn selbst traurig, z.B. bei Verlust von Menschen, aber auch bei Einsamkeit, bei einem seelischen Schmerz => und dann weinen.

Sinn: körpersprachlicher Ausdruck der eigenen Trauer. Wunsch, getröstet zu werden, Trost/Hilfe/Unterstützung zu bekommen, ohne verbal darum bitten zu müssen, wo man ja dann auch noch sagen müsste, worum man eigentlich bittet.

Anstatt dass man sagen muss: "Helft mir bitte bei xyz!" ist es die Hoffnung, dass andere kommen und fragen: "Was ist denn los? Was kann ich tun, damit du nicht mehr weinst?" Grundannahme/Muster: Wer weint, dem wird geholfen. BTW: Diese Grundannahme muss nicht immer stimmen. Und dann kommen diese Menschen in Konflikt.

Bei eigener körperlicher Verletzung/Schmerz => weinen.

Sinn: Körpereigene Stoffe, die die Schmerzwahrnehmung verringern. Körpersprachlicher Ausdruck der eigenen Verletzung, Hilfe bekommen. Unterstützung bekommen. Typisches Muster, wenn Kinder hinfallen, sich das Knie aufschlagen, oder sich den Kopf irgendwo stoßen. Das Kind weint, dann kommen Mama oder Papa viel schneller und pusten, trösten und machen ein Pflaster drauf. Und gleichzeitig ist es vielleicht ein Ausdruck von Ärger über die eigene Unachtsamkeit.

Wenn ich mich hilflos fühle, hilflos gegen andere, einen übermachtigen Aggressor? => und dann weinen.

Sinn: körpersprachlicher Ausdruck der eigenen Hilflosigkeit, Akzeptanz der Übermacht des anderen, und einer Art Unterwerfung, Einnehmen der Opferposition. Körpersprachliche Bitte, dass der andere aufhört, seine Macht/Kraft/Dominanz einzusetzen. Konflikte werden von anderer Seite (in der Regel) nicht fortgesetzt, wenn einer weint. Es ist quasi ein non-verbales Weiße-Flagge hissen. An Umstehende ist es ein Signal: ich bin das Opfer in diesem Konflikt. Und damit ein Wunsch nach Unterstützung. Wenn die umstehenden den Grund des Konflikts nicht kennen, werden sie eher dem Weinenden helfen und den Aggressiven bändigen.

Helfen die nicht, kommt eine Art Angst. Und diese Angst führt zu Flucht gegen eine übermächtige Bedrohung. Gegenangriff wäre ja zwecklos.

Wenn wütend => wütend auf andere? => und dann weinen?

Weinen passt nicht. Um Wut auszudrücken, passt eine Körpersprache von Aggressivität, Durchsetzung, Kraft, Macht, Überlegenheit. Wut ist Einnehmen der Aggressor-Seite in einem Konflikt. Hier ist dein Verhalten (Weinen) also absolut konträr zu deinem Gefühl (Wut). Denn das Weinen bringt dich (körpersprachlich) in eine Opferposition. Und macht deine Wut gar nicht erkennbar.

Aber beides gibt's nicht. Man kann nicht Aggressor sein und sich gleichzeitig mit Weinen noch die Unterstützung der anderen holen wollen. Passive Aggressivität ist da so ein Stichwort.

Wenn wütend => wütend auf dich selbst? Dann weinen?

Wütend auf sich selbst sein ist eine Art Selbstabwertung. Selbstabwertung kann eigentlich nur dann sinnvoll sein, wer vorher ein überschäumendes Selbstbewusstsein hatte. Dermaßen selbstüberzeugt und selbstherrlich, dass es zu Konflikten geführt hat, z.B. bei Narzissten zur Selbstwertregulation. Bei deiner Beschreibung sehe ich aber dafür keinen Anlass. Und auch keinen Zweck in einer möglichen Wut auf dich selbst.

Oder ist es Selbstmitleid? Im Sinne von einem trauern um sich selbst?

"Ich tue mir so leid!"=> vielleicht ist das der Mechanismus, der wie oben den Trost der anderen bringen soll. Nur ohne konkreten Aggressor.

Wenn ich mich ungerecht behandelt fühle => Weinen.

Hier lohnt es sich zu unterscheiden:

a) ungerecht behandelt aber der Gegner ist übermächtig, es bestehen kaum Chancen, die gefühlte Gerechtigkeit herzustellen => geht zu dem Fall oben, der Ohnmacht und Hilflosigkeit ausdrückt. Bei einer Übermacht, gegen die man sich nicht wehren oder emanzipieren kann, hilft letztlich nur Flucht aus dem Einflussbereich des Übermächtigen.

b) ungerecht behandelt aber der Gegner ist nicht übermächtig => sollte eigentlich zu einem Abwehrverhalten führen. Zu einem Verhalten, das versucht, die Gerechtigkeit wieder herzustellen, zu Durchsetzung, eigener Stärke und Selbstbewusstsein.

Kannst du das in der Situation unterscheiden?


Aus meiner Sicht ergeben sich diese Stichworte an Anknüpfungspunkte:

* Lernen von Konfliktfähigkeit / Kritikfähigkeit

* Entwickeln einer Streitkultur, die die Extreme Weinen und Wut reduziert, sondern in schwächeren Gefühlsrahmen bleibt: Betroffenheit/Kummer statt Traurigkeit, Ärger statt Wut. Gefühle verbalisieren. "Ich ärgere mich über dein Verhalten." oder ein "Mich macht das betroffen." Das Gefühl wird so deutlich erkennbar, ohne dass es die körpersprachliche Unterstützung durch Wut oder Weinen braucht.

* Unterscheidung, wann Kritik berechtigt ist und angenommen werden sollte und wo sie unberechtigt ist und man sich dagegen wehren sollte

* Selbstbewusstes Verhalten lernen, aber kritikfähig bleiben.

T}heMBlacklWikdxow


Ich gehöre auch zu den Menschen, die nah am Wasser gebaut haben. Auch ich habe große Probleme, wenn andere Menschen es mitbekommen. Allerdings habe ich verständnisvolle Freunde, Verwandte und Bekannte, die dann sofort Rücksicht nehmen und das Thema wechseln oder mich sonst irgendwie auf andere Gedanken bringen.

Aber einen Partner, welcher sich so mies verhält, den würde ich irgendwann loswerden müssen, damit ich wieder zu mir selbst finde. Was nützt einem ein Partner, wo ständiger Streit vorprogrammiert ist und der fremdflirtet? Warum soll man sich sowas antun als Frau? Solche Charakterzüge würden mich einfach abschrecken bzw. seine Unfähigkeit, mit dir umzugehen, kann keine Liebe sein.

THorftue7


Vielleicht habt ihr Ideen, wie ich es schaffe, weniger schnell zu weinen?

Klar. Das ist ganz einfach. Trenn Dich endlich von diesem Idioten, der andere Frauen begrabscht, eine "Kuschelfreundin" hat, Dich systematisch fertig macht und Dich ganz bestimmt nicht liebt!

Du hast genau zwei Möglichkeiten:

a) Du passt Dich seinen Vorstellungen an, legst sämtliches Selbstbewusstsein und Deine Identität ab, mutierst zum gehorsamen, willenlosen Frauchen, das keinerlei Ansprüche stellt, den Kerl fremdflirten-, -grabschen, -vögeln lässt, seine 14 Kinder austrägt und sich von diesen dann ebenso behandeln lässt, sich jederzeit grundlos zur Sau machen lässt, sich von dem Kerl jederzeit in die Abstellkammer schieben lässt, keine eigenen Wünsche, Bedürfnisse und Gefühle hat - ausser natürlich Bewunderung für den Typen - und das jederzeit dankbar die Beine breit macht, wenn der Herr es wünscht. In diesem Fall: Bleib wo Du bist, heirate den Kerl. Dann ist Dir sowieso nicht mehr zu helfen.

b) Du kündigst Deinen Job und Deine Wohnung, trennst Dich von dem kranken Typen und verlegst Dein Lebensumfeld in einen Kulturkreis, wo Du einen Mann finden kannst, der Dich respektvoll und vernünftig behandelt, Dich wirklich liebt, Deine Gedanken, Wünsche und Bedürfnisse verstehen will, Deine Freiheit schätzt und schützt und weiss, wer Du eigentlich bist; der mit Dir eine gleichberechtigte Beziehung auf Augenhöhe führt - und eine Zukunft hat. Ja, solche Männer gibt es, und einen solchen verdienst Du auch!

Dein Problem mit dem Nah-am-Wasser-gebaut-sein erledigt sich damit von selbst. Wenn das dann ab und zu noch passiert, reagiert Deine Umgebung vernünftig darauf, Du kannst erklären, dass Deine Augen sich gerade selbständig machen und Du Dich gleich wieder einkriegst, und damit ist das Problem kein Problem mehr.

n imue}88


Tortue :)=

Ergänzung:

a) Du passt Dich seinen Vorstellungen an, legst sämtliches Selbstbewusstsein und Deine Identität ab, mutierst zum gehorsamen, willenlosen Frauchen, das keinerlei Ansprüche stellt, den Kerl fremdflirten-, -grabschen, -vögeln lässt, seine 14 Kinder austrägt und sich von diesen dann ebenso behandeln lässt, sich jederzeit grundlos zur Sau machen lässt, sich von dem Kerl jederzeit in die Abstellkammer schieben lässt, keine eigenen Wünsche, Bedürfnisse und Gefühle hat - ausser natürlich Bewunderung für den Typen - und das jederzeit dankbar die Beine breit macht, wenn der Herr es wünscht. In diesem Fall: Bleib wo Du bist, heirate den Kerl. Dann ist Dir sowieso nicht mehr zu helfen.

Und am Ende - das garantiere ich dir - wird er dich zig mal betrügen und wahrscheinlich auch verlassen. Warum? Weil du dich selbst so weit unter Wert verschacherst. Und welchen Wert soll eine Frau, die so billig zu haben ist für einen Mann haben? Gar keinen. Ist nicht so, dass du ihm alles vor die FÜße wirfst und als Dank bekommst du ewige Liebe und ein schönes zu Hause. Als Dank kriegst du einen Arschtritt nach dem anderen. Verlass dich drauf! Achso, kriegst du ja eh schon...

TsheBlaackWixdow


Genau so ist es. Mir hat mal Jemand gesagt: jede Träne spült das Hirn frei. ;-) Also bei vielen Menschen ist es so.

CTo!mZran


Das Ding ist halt, dass ich deswegen kein Fass aufmachen will und eigentlich ja nur will, dass der streit vorbei ist.

Daran solltest du arbeiten. Du musst ein Fass aufmachen, damit du lernst, dich durchzusetzen. Da werden sicherlich am Anfang wieder Tränen fließen, aber es dürfen ruhig Tränen vor Zorn sein. Da er vor deiner Traurigkeit wegläuft, bemerkt er gar nicht, wie es dir geht. Er verdrängt das. Dass sich eure Lebensplanung immer mehr nach seinen Belangen richtet ist auch nicht gesund (ich habe mir die anderen Fäden von dir jetzt noch nicht durchgelesen).

Dass man vor einer Frau die Achtung verliert, die wegen jeder Kleinigkeit anfängt zu weinen, das kann ich schon verstehen. Und in diese Rubrik steckt er dich rein, denn es ist bequem für ihn. So sieht er sich immer im Recht und du bist die Empfindliche.

Du solltest es wirklich mehr eskalieren lassen und dazu auch einen hohen Einsatz ins Spiel bringen. Z.B. mal offen darüber nachdenken, ob du noch gewillt bist, mit einem Mann dein Leben zu verbringen, mit dem du dich wöchentlich streitest.

TMheBvlackWidxow


Ich denke mal, sie ist garnicht mehr in der Lage, sich von diesem Mann zu lösen. Daher erträgt sie sein Verhalten und sucht die Fehler eher bei sich.

Aber andere Frauen werden dadurch evtl. zum Nachdenken gebracht, was eigene Beziehungen oder Beziehungsanbahnungen betrifft und hierdurch vor den gleichen Fehlern bewahrt.

n6imu.ec88


Ich hoffe auch, dass sie irgendwann den Absprung schafft.

Hab das auch alles durch. Der Mann hat mich auch blöd behandelt - was mach ich? Such den Fehler bei mir, wenn ich mich anders verhalte, dann wird er wohl auch netter zu mir sein. Pustekuchen... Da kannst du dich verdrehen und verbiegen wie du willst, da kannst du heulen, kratzen, beißen und schreien - er wird dich nur weiter ignorieren und schlecht behandeln. Ihr wart doch schon getrennt, und du bist wieder zurück - genau in die gleiche Dauerschleife aus Angst, Demütigung, Tränen....

Aber irgendwann wirst du es hoffentlich satt haben, du wirst hoffentlich deinen Stolz wiederfinden. Und wenn er dann noch mal neben dir mit einer anderen flirtet wirst du sagen - weißt du was, leck mich am A***.

Ich hab auch lange gebraucht, bis ich den Schritt geschafft hab. Es gab X Trennungen, hin und her, wieder zurück oder doch nicht... 1000 Versprechungen von ihm, ich habs geglaubt. Doch beim letzten Mal wusste ich - wenn ich wieder zurück zu ihm gehe, dann werde ich innerlich sterben. Jeder Tag mit so einem Mann ist, als würde man sein eigenes Grab ausheben. Und wenn man so einen auch noch heiratet, dann ist der Sargdeckel zu. Willst du weiterschaufeln, oder willst du einen Mann der dir beim schaufeln hilft? Der dir hilft, so lange zu schaufeln, bis ihr das Fundament für ein schönes Schloss, mit Zukunft, Liebe und Respekt innen drinnen bauen könnt?

An dieser Stelle trifft deinen Verlobten eigentlich keine Schuld mehr. Er hat sein wahres Gesicht längst gezeigt, du weißt, worauf du dich bei ihm einlässt. Es ist nicht mehr er, der dir weh tut - wenn du so einen Mann an deiner Seite akzeptierst, dann tust du dir selbst weh. Fool me once, shame on you. Fool me twice, shame on me.

Vielleicht brauchst du Unterstützung einer Therapeutin, um dein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen.

D)ebbie?Faxye


Soroman

Ich orientiere mich mal an unserem letzten Streit, da die Streits meistens eh dem selben Muster folgen und gehe deine Punkte durch.

Wenn selbst traurig, z.B. bei Verlust von Menschen, aber auch bei Einsamkeit, bei einem seelischen Schmerz => und dann weinen.

Sinn: körpersprachlicher Ausdruck der eigenen Trauer. Wunsch, getröstet zu werden, Trost/Hilfe/Unterstützung zu bekommen, ohne verbal darum bitten zu müssen, wo man ja dann auch noch sagen müsste, worum man eigentlich bittet.

Anstatt dass man sagen muss: "Helft mir bitte bei xyz!" ist es die Hoffnung, dass andere kommen und fragen: "Was ist denn los? Was kann ich tun, damit du nicht mehr weinst?" Grundannahme/Muster: Wer weint, dem wird geholfen. BTW: Diese Grundannahme muss nicht immer stimmen. Und dann kommen diese Menschen in Konflikt.

Ich glaube, die erste Träne geht vermutlich hierauf zurück – gekoppelt mit der Tatsache, dass ich mich in der Beziehung sehr gestresst fühle.

Er nimmt bei Streit häufig – wie jetzt eben auch – Tagelang reisaus und reagiert mit emotionaler Entfernung. Manchmal – so mein Eindruck – provoziert er Streit, eben um diese Entfernung herstellen zu können.

Ich reagiere also auf seine Gefühlsschwankungen sehr sensibel, weil ich das eben als Anzeichen des sich von mir abwenden empfinde und versuche zu klären – was ihn noch mehr nervt und in noch größerer Zurückweisung, bzw mich ignorieren, endet.

Die ersten Tränen sind dann meiner Meinung nach Ausdruck von, mh, Trauer? Zurückweisung?.. gekoppelt mit der Bitte, dass er realisiert wie sehr mich seine Zurückweisung mitnimmt und er das doch bitte unterlassen soll und irgendwie auf mich zu gehen – und seis nur zu kommunizieren, dass er gerade aus Grund xyz Zeit für sich braucht, ich aber nichts falsch gemacht habe.

Wenn ich mich hilflos fühle, hilflos gegen andere, einen übermachtigen Aggressor? => und dann weinen.

Sinn: körpersprachlicher Ausdruck der eigenen Hilflosigkeit, Akzeptanz der Übermacht des anderen, und einer Art Unterwerfung, Einnehmen der Opferposition. Körpersprachliche Bitte, dass der andere aufhört, seine Macht/Kraft/Dominanz einzusetzen. Konflikte werden von anderer Seite (in der Regel) nicht fortgesetzt, wenn einer weint. Es ist quasi ein non-verbales Weiße-Flagge hissen. An Umstehende ist es ein Signal: ich bin das Opfer in diesem Konflikt. Und damit ein Wunsch nach Unterstützung. Wenn die umstehenden den Grund des Konflikts nicht kennen, werden sie eher dem Weinenden helfen und den Aggressiven bändigen.

Helfen die nicht, kommt eine Art Angst. Und diese Angst führt zu Flucht gegen eine übermächtige Bedrohung. Gegenangriff wäre ja zwecklos.

Das wäre dann der zweite Schritt: Er reagiert auf meine ersten Tränen abwehrend und mit "Bestrafung": Wenn du jetzt nicht aufhörst, fahre ich für einige Tage weg/ gehe alleine weg und schlafe auswärts.

Ich finde das unfair, fühle mich unverstanden und die nächsten Tränen kullern...

Wenn wütend => wütend auf andere? => und dann weinen?

Weinen passt nicht. Um Wut auszudrücken, passt eine Körpersprache von Aggressivität, Durchsetzung, Kraft, Macht, Überlegenheit. Wut ist Einnehmen der Aggressor-Seite in einem Konflikt. Hier ist dein Verhalten (Weinen) also absolut konträr zu deinem Gefühl (Wut). Denn das Weinen bringt dich (körpersprachlich) in eine Opferposition. Und macht deine Wut gar nicht erkennbar.

Aber beides gibt's nicht. Man kann nicht Aggressor sein und sich gleichzeitig mit Weinen noch die Unterstützung der anderen holen wollen. Passive Aggressivität ist da so ein Stichwort.

Ich werde dann aber doch irgendwann tatsächlich wütend, weil ich sein Verhalten so unfair finde. Problem: Ich kann meine Wut nicht ausdrücken. Wie gesagt, meine Stimme erheben ist strikt "untersagt". Da hatten wir in der Vergangenheit ein Riesendrama wegen. Meine Meinung wird als "Ausreden abgetan" und Dinge werfen darf ich auch nicht ;-)

Es ist also vielleicht eine Mischung aus Wut und Hilflosigkeit, weil nicht ernst genommen und ja, irgendwie alternativlos. Ich muss akzeptieren, was ich nicht akzeptieren kann/will, weil meine einzige Alternative Trennung ist. Kompromisse schließt er nicht wirklich. Auf Trennungsdrohung geht er schon gar nicht ein: Wenn du gehen willst, wenn das deine Entscheidung ist, dann okay.

Und dann ist da auch diese Wut, weil ich mich nicht wertgeschätzt fühle. Weil ich so verdammt viel für diesen Typen tue, mich so verdammt angepasst habe und so häufig über meinen Schatten springe (Stichwort: sein Geflirte mit Mädels, Dreiersituationen und bla) und ich einfach verdammt noch mal mehr von ihm erwarte. Weil ich doch irgendwie immer hoffe, dass sich jetzt alles ändert und dann geht der Mist wegen einem neuen Thema von vorne los.

Und ja, ich bin über die ganze Palette an alten Streits auch noch nicht hinweg, weil wir ja nie drüber reden. Weil er meine Ansichten nicht ernst nimmt und es als Entschuldigung abtut, weil meine Gefühle immer falsch sind.

Oder ist es Selbstmitleid? Im Sinne von einem trauern um sich selbst?

"Ich tue mir so leid!"=> vielleicht ist das der Mechanismus, der wie oben den Trost der anderen bringen soll. Nur ohne konkreten Aggressor.

Also ja, etwas Selbstmitleid ist auch dabei... Ein wenig: Das habe ich nicht verdient. Wieso wird es, nach allem was ich getan hab, nicht anders. Was willst du noch? Und auch, weil ich mich ausgeliefert fühle, weil er macht, was er will und nach seinen Launen handelt. Und ich das nicht kann, ohne das er es also Drama abtut und dann verschwindet.

Hierbei handelt es sich dann vielleicht um eine Version von:

Wenn ich mich ungerecht behandelt fühle => Weinen.

Hier lohnt es sich zu unterscheiden:

a) ungerecht behandelt aber der Gegner ist übermächtig, es bestehen kaum Chancen, die gefühlte Gerechtigkeit herzustellen => geht zu dem Fall oben, der Ohnmacht und Hilflosigkeit ausdrückt. Bei einer Übermacht, gegen die man sich nicht wehren oder emanzipieren kann, hilft letztlich nur Flucht aus dem Einflussbereich des Übermächtigen

Übermächtig ist er ja in sofern als das ihm entweder weniger an der Beziehung liegt – oder er zumindest so tun kann, als wäre er mit einer möglichen Trennung im Zweifel einverstanden. Er hat Rote Linien (Stimme heben, zB) bei denen er de facto Schluss machen würde oder zumindest ein mindestens einmonatigen Kontaktabbruch umsetzen würde (schon passiert).

Meine roten Linien (alleine im Streit verreisen, zB) hat er direkt zu Anfang mit Füßen getreten – ich hab es als Ausnahme abgetan – und seitdem ist es Normalität. Kann ich ihm nicht vorwerfen, mein Fehler. Aber jetzt krieg ich den Absprung nicht mehr hin....

Aus meiner Sicht ergeben sich diese Stichworte an Anknüpfungspunkte:

* Lernen von Konfliktfähigkeit / Kritikfähigkeit

* Entwickeln einer Streitkultur, die die Extreme Weinen und Wut reduziert, sondern in schwächeren Gefühlsrahmen bleibt: Betroffenheit/Kummer statt Traurigkeit, Ärger statt Wut. Gefühle verbalisieren. "Ich ärgere mich über dein Verhalten." oder ein "Mich macht das betroffen." Das Gefühl wird so deutlich erkennbar, ohne dass es die körpersprachliche Unterstützung durch Wut oder Weinen braucht.

Unterscheidung, wann Kritik berechtigt ist und angenommen werden sollte und wo sie unberechtigt ist und man sich dagegen wehren sollte

Selbstbewusstes Verhalten lernen, aber kritikfähig bleiben.

Danke hierfür... ich befürchte nur, dass das im Alleingang – also wenn er an seiner Streitkultur nichts ändert – nicht fruchten wird.

Ich bemühe mich zB durchaus ihm meine Gefühle klar zu machen: "Es macht mich traurig, dass.... ich fühle, dass... Ich bin sauer, weil...". Aber er nimmt das halt weder ernst, noch als Anlass um mit mir zu sprechen. Entweder er sagt mir, dass ich keinen Grund habe/ mich reinsteiger oder er macht sich "lustig" im Sinne von "und als nächstes heulst du".

Wenn er mir zB mit direkter Kritik kommen würde a la "mir hat nicht gefallen, dass du..." könnte ich da glaube ich noch mit umgehen. Aber sein ignorieren macht mich wahnsinnig. Die Kritik kommt dann nach der totalen Eskalation des Streits, wenn er schon etwas Abstand hatte... und dann ist eigentlich immer alles sowieso meine Schuld ;-)

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