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Weine viel zu schnell... was tun?!

DwebbAieFxaye


Soroman

Ich orientiere mich mal an unserem letzten Streit, da die Streits meistens eh dem selben Muster folgen und gehe deine Punkte durch.

Wenn selbst traurig, z.B. bei Verlust von Menschen, aber auch bei Einsamkeit, bei einem seelischen Schmerz => und dann weinen.

Sinn: körpersprachlicher Ausdruck der eigenen Trauer. Wunsch, getröstet zu werden, Trost/Hilfe/Unterstützung zu bekommen, ohne verbal darum bitten zu müssen, wo man ja dann auch noch sagen müsste, worum man eigentlich bittet.

Anstatt dass man sagen muss: "Helft mir bitte bei xyz!" ist es die Hoffnung, dass andere kommen und fragen: "Was ist denn los? Was kann ich tun, damit du nicht mehr weinst?" Grundannahme/Muster: Wer weint, dem wird geholfen. BTW: Diese Grundannahme muss nicht immer stimmen. Und dann kommen diese Menschen in Konflikt.

Ich glaube, die erste Träne geht vermutlich hierauf zurück – gekoppelt mit der Tatsache, dass ich mich in der Beziehung sehr gestresst fühle.

Er nimmt bei Streit häufig – wie jetzt eben auch – Tagelang reisaus und reagiert mit emotionaler Entfernung. Manchmal – so mein Eindruck – provoziert er Streit, eben um diese Entfernung herstellen zu können.

Ich reagiere also auf seine Gefühlsschwankungen sehr sensibel, weil ich das eben als Anzeichen des sich von mir abwenden empfinde und versuche zu klären – was ihn noch mehr nervt und in noch größerer Zurückweisung, bzw mich ignorieren, endet.

Die ersten Tränen sind dann meiner Meinung nach Ausdruck von, mh, Trauer? Zurückweisung?.. gekoppelt mit der Bitte, dass er realisiert wie sehr mich seine Zurückweisung mitnimmt und er das doch bitte unterlassen soll und irgendwie auf mich zu gehen – und seis nur zu kommunizieren, dass er gerade aus Grund xyz Zeit für sich braucht, ich aber nichts falsch gemacht habe.

Wenn ich mich hilflos fühle, hilflos gegen andere, einen übermachtigen Aggressor? => und dann weinen.

Sinn: körpersprachlicher Ausdruck der eigenen Hilflosigkeit, Akzeptanz der Übermacht des anderen, und einer Art Unterwerfung, Einnehmen der Opferposition. Körpersprachliche Bitte, dass der andere aufhört, seine Macht/Kraft/Dominanz einzusetzen. Konflikte werden von anderer Seite (in der Regel) nicht fortgesetzt, wenn einer weint. Es ist quasi ein non-verbales Weiße-Flagge hissen. An Umstehende ist es ein Signal: ich bin das Opfer in diesem Konflikt. Und damit ein Wunsch nach Unterstützung. Wenn die umstehenden den Grund des Konflikts nicht kennen, werden sie eher dem Weinenden helfen und den Aggressiven bändigen.

Helfen die nicht, kommt eine Art Angst. Und diese Angst führt zu Flucht gegen eine übermächtige Bedrohung. Gegenangriff wäre ja zwecklos.

Das wäre dann der zweite Schritt: Er reagiert auf meine ersten Tränen abwehrend und mit "Bestrafung": Wenn du jetzt nicht aufhörst, fahre ich für einige Tage weg/ gehe alleine weg und schlafe auswärts.

Ich finde das unfair, fühle mich unverstanden und die nächsten Tränen kullern...

Wenn wütend => wütend auf andere? => und dann weinen?

Weinen passt nicht. Um Wut auszudrücken, passt eine Körpersprache von Aggressivität, Durchsetzung, Kraft, Macht, Überlegenheit. Wut ist Einnehmen der Aggressor-Seite in einem Konflikt. Hier ist dein Verhalten (Weinen) also absolut konträr zu deinem Gefühl (Wut). Denn das Weinen bringt dich (körpersprachlich) in eine Opferposition. Und macht deine Wut gar nicht erkennbar.

Aber beides gibt's nicht. Man kann nicht Aggressor sein und sich gleichzeitig mit Weinen noch die Unterstützung der anderen holen wollen. Passive Aggressivität ist da so ein Stichwort.

Ich werde dann aber doch irgendwann tatsächlich wütend, weil ich sein Verhalten so unfair finde. Problem: Ich kann meine Wut nicht ausdrücken. Wie gesagt, meine Stimme erheben ist strikt "untersagt". Da hatten wir in der Vergangenheit ein Riesendrama wegen. Meine Meinung wird als "Ausreden abgetan" und Dinge werfen darf ich auch nicht ;-)

Es ist also vielleicht eine Mischung aus Wut und Hilflosigkeit, weil nicht ernst genommen und ja, irgendwie alternativlos. Ich muss akzeptieren, was ich nicht akzeptieren kann/will, weil meine einzige Alternative Trennung ist. Kompromisse schließt er nicht wirklich. Auf Trennungsdrohung geht er schon gar nicht ein: Wenn du gehen willst, wenn das deine Entscheidung ist, dann okay.

Und dann ist da auch diese Wut, weil ich mich nicht wertgeschätzt fühle. Weil ich so verdammt viel für diesen Typen tue, mich so verdammt angepasst habe und so häufig über meinen Schatten springe (Stichwort: sein Geflirte mit Mädels, Dreiersituationen und bla) und ich einfach verdammt noch mal mehr von ihm erwarte. Weil ich doch irgendwie immer hoffe, dass sich jetzt alles ändert und dann geht der Mist wegen einem neuen Thema von vorne los.

Und ja, ich bin über die ganze Palette an alten Streits auch noch nicht hinweg, weil wir ja nie drüber reden. Weil er meine Ansichten nicht ernst nimmt und es als Entschuldigung abtut, weil meine Gefühle immer falsch sind.

Oder ist es Selbstmitleid? Im Sinne von einem trauern um sich selbst?

"Ich tue mir so leid!"=> vielleicht ist das der Mechanismus, der wie oben den Trost der anderen bringen soll. Nur ohne konkreten Aggressor.

Also ja, etwas Selbstmitleid ist auch dabei... Ein wenig: Das habe ich nicht verdient. Wieso wird es, nach allem was ich getan hab, nicht anders. Was willst du noch? Und auch, weil ich mich ausgeliefert fühle, weil er macht, was er will und nach seinen Launen handelt. Und ich das nicht kann, ohne das er es also Drama abtut und dann verschwindet.

Hierbei handelt es sich dann vielleicht um eine Version von:

Wenn ich mich ungerecht behandelt fühle => Weinen.

Hier lohnt es sich zu unterscheiden:

a) ungerecht behandelt aber der Gegner ist übermächtig, es bestehen kaum Chancen, die gefühlte Gerechtigkeit herzustellen => geht zu dem Fall oben, der Ohnmacht und Hilflosigkeit ausdrückt. Bei einer Übermacht, gegen die man sich nicht wehren oder emanzipieren kann, hilft letztlich nur Flucht aus dem Einflussbereich des Übermächtigen

Übermächtig ist er ja in sofern als das ihm entweder weniger an der Beziehung liegt – oder er zumindest so tun kann, als wäre er mit einer möglichen Trennung im Zweifel einverstanden. Er hat Rote Linien (Stimme heben, zB) bei denen er de facto Schluss machen würde oder zumindest ein mindestens einmonatigen Kontaktabbruch umsetzen würde (schon passiert).

Meine roten Linien (alleine im Streit verreisen, zB) hat er direkt zu Anfang mit Füßen getreten – ich hab es als Ausnahme abgetan – und seitdem ist es Normalität. Kann ich ihm nicht vorwerfen, mein Fehler. Aber jetzt krieg ich den Absprung nicht mehr hin....

Aus meiner Sicht ergeben sich diese Stichworte an Anknüpfungspunkte:

* Lernen von Konfliktfähigkeit / Kritikfähigkeit

* Entwickeln einer Streitkultur, die die Extreme Weinen und Wut reduziert, sondern in schwächeren Gefühlsrahmen bleibt: Betroffenheit/Kummer statt Traurigkeit, Ärger statt Wut. Gefühle verbalisieren. "Ich ärgere mich über dein Verhalten." oder ein "Mich macht das betroffen." Das Gefühl wird so deutlich erkennbar, ohne dass es die körpersprachliche Unterstützung durch Wut oder Weinen braucht.

Unterscheidung, wann Kritik berechtigt ist und angenommen werden sollte und wo sie unberechtigt ist und man sich dagegen wehren sollte

Selbstbewusstes Verhalten lernen, aber kritikfähig bleiben.

Danke hierfür... ich befürchte nur, dass das im Alleingang – also wenn er an seiner Streitkultur nichts ändert – nicht fruchten wird.

Ich bemühe mich zB durchaus ihm meine Gefühle klar zu machen: "Es macht mich traurig, dass.... ich fühle, dass... Ich bin sauer, weil...". Aber er nimmt das halt weder ernst, noch als Anlass um mit mir zu sprechen. Entweder er sagt mir, dass ich keinen Grund habe/ mich reinsteiger oder er macht sich "lustig" im Sinne von "und als nächstes heulst du".

Wenn er mir zB mit direkter Kritik kommen würde a la "mir hat nicht gefallen, dass du..." könnte ich da glaube ich noch mit umgehen. Aber sein ignorieren macht mich wahnsinnig. Die Kritik kommt dann nach der totalen Eskalation des Streits, wenn er schon etwas Abstand hatte... und dann ist eigentlich immer alles sowieso meine Schuld ;-)

Sioromxan


Hallo DebbieFaye,

jetzt hast du es ja doch nur auf den Konflikt mit deinem Verlobten bezogen. Aber vielleicht ist das dein dringlichstes Problem, während das Weinen ggü. dem Vater und Kollegen eben viel seltener auftreten. Dieses auch außerhalb der Beziehung hatte mich eigentlich bewogen, das mal so generell in Mustern zu schreiben. Ich habe übrigens wirklich nur deine Beiträge hier im Faden als Grundlage genommen, während andere auch noch was von Kulturunterschied und so erwähnen. Oder einer Vorgeschichte.

Ich hatte ja ein Stichwort schon genannnt: Passive Aggressivität.

Schau mal hier rein:

[[https://de.wikipedia.org/wiki/Passiv-aggressive_Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung]]

Findest du da etwas von dir wieder? Nur so als Denkanregung? Es wäre eine Eigenschaft von Menschen, die sich immer wieder ungerecht behandelt fühlen, immer wieder als Opfer. In allen möglichen Situationen, aber keine Mittel dagegen finden. Sondern das still erdulden und sich weiter demütigen lassen. Innerlich kochen und aggressiv sind, aber vom Tun her passiv sind, also resignieren, anstatt aktiv ihre Situation zu verändern.

Eins will ich damit ganz klar nicht: deinen Verlobten quasi von Schuld freisprechen. Auch ich habe den Eindruck, deine Beziehung da tut dir nicht gut. Aber ich frage mich, warum du so resignierend bist und deine Bedürfnisse nicht stärker durchsetzt. Und wenn du das nicht erreichst, warum du weiter bei ihm bleibst und schreibst, du würdest den Absprung nicht mehr hinbekommen. Was fällt dir da so schwer? Eine Verlobung kann man aufheben oder rückgängig machen. Es will nur gut überlegt sein. Und keine temporäre Laune. Aber du scheinst deine Probleme ja schon länger zu haben. Und es sind ja ernste Differenzen, die ich nur schwer mit einer harmonischen Beziehung in Verbindung bringen kann.

[Streitkultur, Kritikfähigkeit]

Danke hierfür... ich befürchte nur, dass das im Alleingang – also wenn er an seiner Streitkultur nichts ändert – nicht fruchten wird.

Da gebe ich dir Recht. Ich hatte die Punkte Kritikfähigkeit und Streitkultur auf beide Seiten bezogen, also nicht nur dich. Konstruktiv wäre ja, sich mal drüber zu verständigen, wie man streitet (beide Seiten), wenn man schon streiten muss. Aber ihr habt das doch durch (leider ohne Verständnis seinerseits, wie ich da rauslese) und in jedem deiner Sätze finde ich indirekt, dass du dich emotional schon entfernt, wenn nicht getrennt hast.

Viele Grüße,

iTndividKuelleMexinung


Ich würde Dir gern mehr Mut machen was eure Beziehung angeht. Aber die schönste Zeit eurer Beziehung gab es in den Anfängen, als er Dich aktiv mit Flirt und Deine Aufmerksamkeit/Gefühle gewinnen beschäftigt war. Für ihn war der "Job" gemacht, als er Dich körperlich und emotional an fest an der Angel hatte.

Für Deinen Verlobten geht es heute nicht mehr darum, Dich weiterhin davon zu überzeugen, dass er für Dich der passende Partner ist. Dich weiter mit liebevollen Gesten umwirbt, weil er Deiner nicht sicher sein kann. Dem wäre so, wenn Du selbstbewusst und autark Deinen Weg gehst, ohne auf all seine Allüren und herbei gesuchten Streitargumente Rücksicht zu nehmen.

Aber in dem Moment steht Dir wiederholt, wie auch in anderen Beziehungen die übermächtige Verlustangst im Weg. Dort wo Du lebst wird das Weinen von Frauen vorallem im öffentlichen Raum nur gesellschaftlich erwünscht bei Trauer von Familienangehörigen und toleriert. Für ihn ist es ein Zeichen Deiner Schwäche und Hilflosigkeit, die dem Mann einfach nur auf die Nerven geht. Um Dich weiterhin in seinem Sinn zu "erziehen", dass Deine Toleranzgrenze gegenüber seinem Verhalten steigt haut er auf unbestimmte Zeit ab. Er hat in der Beziehung zu Dir und sicher auch vorher bei anderen Frauen gelernt, dass ein Mann sich unnahbar und nicht beeinflussbar zeigen muss, damit er bekommt was er für sich möchte.

Das ist eine Frau die sich ihm gegenüber stressfrei benimmt. Die macht was er sich wünscht, keine Gegenfragen oder Gegenwünsche hat. Sein Wort ist Gesetz und was nicht so läuft wie er will, wird sanktioniert in dem er sich von Dir räumlich entfernt. Mit der Verlobung hat er Dich emotional noch weiter an sich gebunden. Du, die heute noch glaubt, dass eure Beziehung etwas besonderes ist, weil er seine ehrliche Absicht mit Dir zu leben mit der Verlobung signalisiert hat. Mit der Weile sträubt sich vieles in Dir nur noch innerlich. Nach außen hin stellt sich vieles zwischen euch alternativlos dar.

Er hat in seiner Zeit mit Dir gelernt, dass sein Verhalten Dir gegenüber kaum Konsquenzen hat. Trennungsandrohungen von Deiner Seite sind nur bessere Talk Show Elemente, weil nicht passiert was Du androhst. Er weißt, dass Du emotional abhängig von seiner Zuwendung bist. Auf die Art ist es ihm ein Leichtes Dich in angepasste Verhaltensweisen zu zwingen, die er für sich bevorzugt. Er kommt und geht wann er will, bleibt so lange weg, wie es ihm vom Streitgrund her angemessen erscheint. Wohin verschwindet er in solchen Phasen eigentlich? Ohne ihm etwas persönlich unterstellen zu wollen, behalte im Hinterkopf, dass es noch andere Frauen in entsprechender Ferne geben kann, mit denen er genau dasselbe Spiel abzieht.

Vom Verstand her weißt Du längst, dass eure Beziehung niemals auf einer Basis Deiner Werte für eine Beziehung beruhen wird. Aber Dein Herz hofft weiter inständig, dass er wieder zu euren Anfängen zurückfindet, als alles noch leicht und schön zwischen euch war.

Das Zusammenleben von Mann und Frau in dem Kulturkreis wo Du lebst beruht auf völlig anderer Sozialisierung. Bereits kleine Jungen lernen bei ihren Müttern, dass sie als männliche Familienmitglieder etwas besonderes sind. Wie willst Du solche Hierarchiemuster durchbrechen und als Partnerin ebenbürtig auf Augenhöhe neben Deinem Verlobten leben?

Er zeigt Dir mehr als deutlich, dass nur ihm willig entgegen gebrachtes Verhalten mit Zuwendung belohnt wird. Deine Gefühle dabei sind nicht das Maß der Dinge. Im Grund hast Du die Spielregeln für euer Zusammenleben längst akzeptiert. Dann und wann bricht mal ein leiserer Protest aus Dir heraus. Du weißt, dass Dir in dieser Beziehung nur der Weg bleibt sich seinen Launen und Wünschen zu unterwerfen. Tust Du es nicht, führt sein Weg von Dir weg, wo er sich fern von Deiner Wertung über sein Verhalten holt was er will.

So hast Du es bereits in Deiner Vorbeziehung erlebt. Diese Erfahrung hätte Dich lehren müssen, dass Du mit emotionaler Abhängigkeit nichts bewegst innerhalb einer Partnerschaft. Was glaubst Du soll sich an eurer Beziehungsstruktur verändern, wenn diese noch länger andauert? Dein Partner weiß, er braucht draußen nur mit den Fingern schnippen und hat sofort Ersatz für Dich am Start.

Sein Wert als Mann wird in der Gesellschaft seines Kulturkreises allgemein auch daran festgemacht, wie gut seine Frau sich "benimmt". Immer dann, wenn Du für Dich versuchst Grenzen zu setzen, wird das von außen als Typ komplizierte Frau angesehen. Andere Freunde, Familienangehörige und Mitmenschen fragen sich in solchen Momenten verständnislos, was Dein Verlobter bei euch nicht in Griff hat, wenn Du aus den erwünschten Regeln versuchst auszubrechen. Die Strafe für Dich folgt meist auf den Fuß. Das wird sich bei euch auch nicht mehr verändern befürchte ich. Dir bleibt nur ihn zu halten, indem Du genau seinen Wünschen entsprichst. Tust Du das nicht, gibt es weitere Streits und irgendwann ist er ganz weg, wenn es ihn zu sehr stresst. Die Frage dabei ist, willst Du auf Dauer mit diesem Druck innerhalb eurer Beziehung leben?

D8ebb]ieFTaxye


Soroman

jetzt hast du es ja doch nur auf den Konflikt mit deinem Verlobten bezogen. Aber vielleicht ist das dein dringlichstes Problem, während das Weinen ggü. dem Vater und Kollegen eben viel seltener auftreten. Dieses auch außerhalb der Beziehung hatte mich eigentlich bewogen, das mal so generell in Mustern zu schreiben.

Tatsächlich ist Weinen außerhalb der Beziehung schon lange nicht mehr aufgetreten, deswegen habe ich mich auf meinen Verlobten bezogen. In der Vergangenheit war das allerdings schon mal Thema und ich erinnere mich etwa an eine Situation vor ein paar Wochen, als mich ein Busfahrer arg beleidigt hat. Ich hab ihn dann einfach stehen lassen, aber in dem Moment kamen mir auch Tränen der Wut – wobei ich an dem Tag sowieso schon sehr gestresst bzw angegriffen war.

de.wikipedia.org/wiki/Passiv-aggressitsst%C3%B6rung

Findest du da etwas von dir wieder? Nur so als Denkanregung? Es wäre eine Eigenschaft von Menschen, die sich immer wieder ungerecht behandelt fühlen, immer wieder als Opfer. In allen möglichen Situationen, aber keine Mittel dagegen finden. Sondern das still erdulden und sich weiter demütigen lassen. Innerlich kochen und aggressiv sind, aber vom Tun her passiv sind, also resignieren, anstatt aktiv ihre Situation zu verändern.

Ich hab den Artikel gelesen und noch etwas gegoogelt, aber finde mich nicht so recht wieder. Zum Teil stimmt es, dass ich ein generell eher negatives Grundbild habe... aber davon abgesehen finde ich es nicht so passend.

Eins will ich damit ganz klar nicht: deinen Verlobten quasi von Schuld freisprechen. Auch ich habe den Eindruck, deine Beziehung da tut dir nicht gut. Aber ich frage mich, warum du so resignierend bist und deine Bedürfnisse nicht stärker durchsetzt. Und wenn du das nicht erreichst, warum du weiter bei ihm bleibst und schreibst, du würdest den Absprung nicht mehr hinbekommen. Was fällt dir da so schwer? Eine Verlobung kann man aufheben oder rückgängig machen. Es will nur gut überlegt sein. Und keine temporäre Laune. Aber du scheinst deine Probleme ja schon länger zu haben. Und es sind ja ernste Differenzen, die ich nur schwer mit einer harmonischen Beziehung in Verbindung bringen kann.

Tatsächlich geht es irgendwie um die Schuldfrage: Ist der dauernde Streit meine Schuld, passt es einfach nicht, kann man daran arbeiten? Die Befürchtung, dass es meine Schuld ist und dass es noch besser werden kann, hält mich in der Beziehung.

Wieder zum letzten Streit: Ich finde es mittelmäßig ätzend von mir, so viel geheult zu haben. Sowohl vor den Freunden, als auch zu hause. Es ist nervig, unattraktiv und unpassend. Verstehe ich und verstehe, dass er dann sauer wird. Ich weiß einfach nur nicht, ob mein Weinen angemessen bzw verständlich war. Ja, er hat mich nicht besonders toll behandelt und ja, ich hab mich in den letzten Tagen schon verstärkt lieblos/ kalt behandelt gefühlt (mit einigen Ausnahmen) und war quasi sowieso schon unzufrieden mit dem Verlauf der Beziehung. Aber gibt ihm das die Schuld? Ist das eigentliche Fehlverhalten nicht tatsächlich mein heulen (das ihn ja irgendwie schon vor den Freunden etc bloßgestellt hat?

Ich mein, ich kann mich doch nicht wegen meinem Fehler trennen ???

Aber ihr habt das doch durch (leider ohne Verständnis seinerseits, wie ich da rauslese) und in jedem deiner Sätze finde ich indirekt, dass du dich emotional schon entfernt, wenn nicht getrennt hast

Vielleicht. Manchmal denke ich, dass das stimmt.

individuelle Meinung

Ich würde Dir gern mehr Mut machen was eure Beziehung angeht. Aber die schönste Zeit eurer Beziehung gab es in den Anfängen, als er Dich aktiv mit Flirt und Deine Aufmerksamkeit/Gefühle gewinnen beschäftigt war. Für ihn war der "Job" gemacht, als er Dich körperlich und emotional an fest an der Angel hatte.

… und noch mehr, seit wir verlobt sind. Zumindest habe ich das in den letzten Wochen verstärkt gefühlt, wobei ich nicht weiß, ob es der Wahrheit entspricht.

Für Deinen Verlobten geht es heute nicht mehr darum, Dich weiterhin davon zu überzeugen, dass er für Dich der passende Partner ist. Dich weiter mit liebevollen Gesten umwirbt, weil er Deiner nicht sicher sein kann. Dem wäre so, wenn Du selbstbewusst und autark Deinen Weg gehst, ohne auf all seine Allüren und herbei gesuchten Streitargumente Rücksicht zu nehmen.

Er kann sich meiner sicher sein oder er kann sich meiner nicht sicher sein?

Wohin verschwindet er in solchen Phasen eigentlich? Ohne ihm etwas persönlich unterstellen zu wollen, behalte im Hinterkopf, dass es noch andere Frauen in entsprechender Ferne geben kann, mit denen er genau dasselbe Spiel abzieht.

Ist in meinem Hinter- und Vorderkopf...

Die Frage dabei ist, willst Du auf Dauer mit diesem Druck innerhalb eurer Beziehung leben?

Ich teile viel von dem, was du schreibst... deine Wahrnehmung des Kulturraums hier, deine Interpretation meiner Beziehung. Es ist schlüssig, logisch und passt zu dem, was ich täglich erlebe. Zumindest nachdem die erste große Verliebtheit abgeklungen ist, vielleicht aber auch schon vorher.

Ich kann es nur nicht ganz wahrhaben. Ein Teil von mir will immer noch glauben, dass er mich liebt. Dass er selbst zT aus Unsicherheit so handelt. Es nicht so meint. Es doch meine "Schuld" ist...

kQl/avi)axr


So ähnlich ergeht es mir selbst auch, ich kenne das. Hast du dich schon einmal belesen, warum wir Menschen genau weinen, was darin die Nerven für eine Rolle spielen und was genau mit uns geschieht.

Wie kannst du also wieder lernen, weniger Tränen zu vergiessen:

1. Informiere dich genau, was beim Weinen geschieht mit dir, deinem Körper, deinen Nerven und deiner Seele. Danach wird dir schon einiges klarer und die Lösung liegt schon auf der Hand.

2. Weinen ist gesund für dich! Deine Nerven sind überfordert in solchen Situationen, deshalb weinst du. Entziehe dich diesen Situationen, die dich verletzen. Geh nach Hause oder triff eine gute Freundin und weine dich aus, bis du nicht mehr kannst. Danach geht es dir besser, rein biologisch und auch psychisch. Dann reflektiere, was geschehen ist und wende dich von Menschen ab, die dir Kraft rauben.

3. Dein Freund verletzt dich offensichtlich öfters und dass du so oft weinen muss zeigt, wie viel Kraft man dir schon geraubt hat. Ich würde ein Beziehungsende in Erwägung ziehen.

Viel Glück!

E'lafRRemi+ch08x15


Es gibt/gab vor vielen Jahren mal dieses Buch, Nicht ohne meine Tochter, dass als es 1987 erschien sehr, sehr populär war. Ich habe weder das Buch gelesen noch den Film dazu gesehen, fragte mich aber schon damals wie ein Mensch es so weit kommen lassen konnte.

Jetzt weiß ich das es sogar Menschen gibt die es noch viel weiter kommen lassen und selbst dann den Absprung nicht nur nicht schaffen sondern gar nicht in Erwägung ziehen.

Ohne Stolz, Anerkennung, Selbstachtung, Verantwortung und Wertschätzung des eigenen Daseins, der eigenen Bedürfnisse und Wünsche, ohne Träume und Hoffnungen, ohne Akzeptierung der persönlichen Grenzen von Sitte, Anstand und Moral, ohne Respekt vor sich selbst, Rücksicht auf eigene Ängste und ohne an sein Leben und das Leben von Nachwuchs in Zukunft denkend, sehenden Auges in den Untergang gehen?

Solche Leute muss man eben ziehen lassen. Schlau werden sie entweder nie oder erst wenn sie am Boden liegend mit dem Gesicht im Dreck doch noch anfangen über ihre Existenz nachzudenken.

Wach bitte aus deiner Märchenwelt auf 1000 und einer Nacht auf Mädel! Es wird sonst in einer Katastrophe enden. Oder du wirst zu einem dieser namenund gesichtslosen Kollateralschäden über die man wenn überhaupt nur sagen würde: "Hätte sie mal...".

X"irSaixn


Du hast seelische Schmerzen, wenn er dich verletzt.

An einem bestimmten Punkt, musst du dir überlegen, ob dieser konstante seelische Schmerz es die nächste 40-50Jahre wert ist...

Oder ob du lieber jetzt einmal den Schmerz erträgst und dich trennst.

Ich war in einer ähnlichen Situation...Es war ein endloser Kreislauf zwischen, ich bin verletzt und weine, er bestraft mich dafür weil es ihn gestört hat.

1. Trennung...unglaublicher Schmerz.

2. und endgültige Trennung...NOCH größerer Schmerz

ABER...ein Monat später....es tat natürlich immernoch weh...aber der Schmerz nahm ab...und ich hab weniger geschmerzt als die ganzen Monate zuvor...

Vielleicht wäre für dich auch ein Weg eine Therapie zu machen...(man mag mir jetzt vorwerfen, dass ich Therapie für ein Allheilmittel halte, aber ja ich denke, dass so manche Leute ein paar Therapiestunden mal vertragen könnten um sich bewusst zu machen, dass sie ihr Leben selbst in der Hand haben und nicht von anderen abhängig sein müssen...)

Ich denke du weisst schon sehr genau, was die Leute dir raten werden hier, und trotzdem hoffst du, wir geben dir einen Lichtstrahl in all dem Dunkeln. So wie es Freunde tun würden.

Aber Psychotherapeuten sind da anders...sie sind nicht deine beste Freundin, die dir alles schön redet...sie sehen die Fakten und versuchen mit dir zusammen eine Lösung herauszuarbeiten.

Weisst du denn sofort warum du weinst, oder fällt dir erst Stunden später ein, dass du wütend sein müsstest?

Mein Therapeut hat das bei mir herausgefunden, ich war traurig...immer traurig, habe Missachtungen immer auf mich bezogen, aber er hat mir beigebracht, dass ich auf diese Menschen, die mir sowas antun auch sauer sein darf, das habe ich mir selbst nämlich nie erlaubt, denn dann wäre ich ja nicht mehr liebenswert gewesen, meiner Meinung nach.

Man kann aber immer nur seinen eigenen Teil ändern.

Du kannst ändern, wie du mit einem Streit umgehst, wenn er aber festgefahren ist in seiner Meinung und nunmal so reagiert und das auch richtig so findet, WIRST DU IHN NICHT ÄNDERN KÖNNEN.

Du kannst in dem Moment nur ändern, wie du damit umgehst, und welche Schlüsse und Konsequenzen du daraus ziehst.

Eine wäre es ihn zu verlassen. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Eine andere wäre zu VERLANGEN eine Paartherapie zu machen, damit ihr unter geführter Aufsicht euch mal klar macht, wie ihr miteiner umgeht.

Wenn er das ablehnt, würde ich ihn verlassen, denn dann bist du ihm einfach STINKEEGAL. Und das ist NICHT deine Schuld.

Es zeichnet ihn in dem Moment als einen fürchterlichen Idioten aus, dass er nicht um dich kämpft und es zeigt: Er liebt dich nicht so, wie du es verdienst.

Bitte sei stark, gehe einmal einen neuen Schritt in ein besseres Leben und quäle dich nicht weiter.

Wenn du den Absprung von ihm nicht schaffst, versuch bitte dir psychotherapeutische Hilfe zu suchen, denn du bist abhängig von ihm und seinen Launen...Manchmal findet man den Grund einer solchen Abhängigkeit auch in der Kindheit oder in alten beziehungen...oder in den Beziehungen zu den Eltern.

Wenn man diese Dinge aufarbeitet, ist man auf einmal viel erwachsener und selbstständiger und merkt:

Man ist seines eigenen Glückes Schmied.

Mach dein Glück nie von einem anderen Abhängig...

Nur so kann man ein selbstständiger Mensch sein, indem man mit sich selbst im Reinen ist und auch allein glücklich ist...klar mit der speziellen Person ist man dann noch so das tüpfelchen auf dem i.

Aber wenn er dich unglücklich macht, und von dem i nichts mehr übrig bleibt, merkst du es auch deutlich schneller...

Und dann...in so einer Therapie...wenn man mehr über sich lernt....regelt sich das mit dem Weinen schon ganz von allein...

Ich kam in Therapie, weinte...ständig...wenn mir mein Brot runterviel war der Stresspegel zu viel und ich weinte...

Es war zu viel, ich hatte mich selbst verloren und der Stresspegel war durch das ständige Vorspielen alles wäre super und ok (Schwester verstarb und ich hatte einen nicht unterstützenden Freund und auch keine Halt gebende Umgebung und dachte ich müsste meinen Schmerz verbergen) so hoch, dass ich am Überlaufen war...

Du hast einen Schmerz in dir, den du nicht mehr bewältigen kannst, so kommt es mir vor...

iXndivi$duel#leMe%inxung


DebbieFaye

Das kritische Problem zwischen euch ist, dass es auf keiner Seite von euch beiden die komplexe Schuld gibt. Ihr seid mit völlig anderen Werten aufgewachsen. Euch sind durch Eltern, Freunde und Familie Werte und Strukturen vorgelebt worden, die aus Dir Dich gemacht haben und aus Ihm eben den Mann, den Du kennen- und lieben gelernt hast. Natürlich war er in den Anfängen anders. Ist in den ersten Wochen mehr Kompromisse eingangen. Hat sich um Dich liebevoller gekümmert. Bedenke, er war neugierig auf Dich und wollte Dein Herz erobern. Wäre ihm das erfolgreich gelungen, wenn er mit Dir so umgegangen wäre wie er es heute oft genug tut?

Das ihn Dein "nah am Wasser gebaut haben" zunehmend nervt, vorallem auch im Beisein von Freunden oder der Familie, hat nichts damit zu tun, dass Du falsch bist. Sondern damit, dass er in seiner Sozialisierungsphase solche Gefühlsausbrüche von ihn prägenden Frauen wenig bis gar nicht erlebt hat.

Mädchen und Jungen wachsen überwiegend mit zunehmenden Alter getrennter auf. (außer die sehr jungen die meist von älteren Schwestern mit umsorgt werden). Aber sobald sie beschnitten sind (meist im Alter zwischen 7-10 Jahren), werden sie zunehmend in der reinen Männergesellschaft geprägt. Väter, Onkels und andere männliche Bezugspersonen nehmen zunehmend mehr Raum im Leben der Söhne ein. Sie erleben überwiegend nur weibliche Verwandte in ihrem näheren Umfeld und dort werden Zwistigkeiten von Eltern nicht ständig offen ausgelebt.

Sie erleben eher selten, dass Frauen an der Seite ihrer Partner die gleichen Rechte, Freiräume und Rollenbilder leben können. Das geht nicht spurlos an ihnen vorbei. Sie beobachten von klein auf, wie der Umgang zwischen den Erwachsen stattfindet.

Dies fand bei Dir ebenso statt, als Du noch in Deutschland gelebt hast. Dementsprechend sind Deine Sichtweise auf Liebe und Partnerschaft völlig andere. Zudem kommt die Schwierigkeit dazu, dass Du leicht zu verunsichern bist. Dir selbst nicht über den Weg traust mit Deinen Gedanken und Gefühlen. Somit die Orientierung eher bei Deinem Verlobten suchst.

Dass er selbst zT aus Unsicherheit so handelt. Es nicht so meint. Es doch meine "Schuld" ist...

Diesen Gedanken kannst Du getrost aus Deiner Gedankenwelt streichen. Dein Partner ist ganz sicher vieles, aber nicht unsicher in seiner Persönlichkeit. Dafür kommen seine Anweisungen an Dich zu stringent und von sich selbst überzeugt.

Die Befürchtung, dass es meine Schuld ist und dass es noch besser werden kann, hält mich in der Beziehung.

Auch das kannst Du aus Deinem Wunschkatalog streichen. Warum sollte Dein Verlobter von seinen jetzigen Forderungen an Dich freiwilig zurücktreten wollen? Ihm geht es doch sehr gut mit seinem Verhalten Dir gegenüber. Er kann gehen, wenn er sich durch Dich provoziert fühlt, genervt oder gelangweilt. Du kannst ihn weder aufhalten noch mit Sanktionen belegen es nicht zu tun.

Er kann sich sicher sein, dass Du ihm keinerlei Vorwürfe machen wirst, wenn er endlich wieder heim kommt. Du empfängst ihn dann voller Freude und Zuversicht, dass die Pause ihn wieder runter gebracht hat von seinem Ärger. Du wirst alles versuchen, dass sich das Ganze nicht so schnell wiederholt. Du kennst die Konsequenzen, wenn es wieder zum Streit zwischen euch kommt. Dann geht das Spiel von Distanz und Nähe wieder los.

Ja, er hat mich nicht besonders toll behandelt und ja, ich hab mich in den letzten Tagen schon verstärkt lieblos/ kalt behandelt gefühlt (mit einigen Ausnahmen) und war quasi sowieso schon unzufrieden mit dem Verlauf der Beziehung. Aber gibt ihm das die Schuld? Ist das eigentliche Fehlverhalten nicht tatsächlich mein heulen (das ihn ja irgendwie schon vor den Freunden etc bloßgestellt hat?

Gerade von letzterem Gedanken trenne Dich ganz schnell und konsequent. Warum sollst Du Dich für verletzte Gefühle schuldig fühlen. Tut er doch auch nicht, wenn er vor Freunden mit anderen Frauen flirtet und Dich als Verlobte bloß stellt damit. Wie sollst Du denn auf solche Dinge reagieren, wenn Du Verlustängste in Dir spürst?

Mit lautem Lachen, ihn dabei anfeuernd im Umgang mit anderen Frauen? Wird Dir sicher fern liegen. Er wird ganz genau wissen, wie sehr es Dich verletzt. Und nein es ist nicht Deine Schuld, dass Du auf sein Verhalten emotional reagierst. Die Gefühle sind ein Zeichen Deiner Liebe zu ihm. Wenn die Tränen irgendwann versiegt sind, wirst Du spüren, dass Dir an diesem Mann rein gar nichts mehr liegt. :)_ :)_

Lass Dir nicht einreden, dass Du falsch bist wie Du reagierst. Dem ist nicht so. Dennoch wird Dein Verlobter aus seiner seit Kindertagen geprägten Sozialisierung nicht raus kommen. Er ist kein unbeschriebenes Blatt mehr, an dem Du noch sägen und feilen kannst damit ihr besser kompatibel werdet.

Du hast Deine Partner-Wahl getroffen. Wenn Du bei dieser bleibst, wirst Du das leben müssen was Du bereits kennst. Natürlich nur, sofern eine Trennung von ihm weiterhin keine Option für Dich ist.

DzebbiHexFaye


individuelleMeinung

das kritische Problem zwischen euch ist, dass es auf keiner Seite von euch beiden die komplexe Schuld gibt. Ihr seid mit völlig anderen Werten aufgewachsen. Euch sind durch Eltern, Freunde und Familie Werte und Strukturen vorgelebt worden, die aus Dir Dich gemacht haben und aus Ihm eben den Mann, den Du kennen- und lieben gelernt hast.

Das ihn Dein "nah am Wasser gebaut haben" zunehmend nervt, vorallem auch im Beisein von Freunden oder der Familie, hat nichts damit zu tun, dass Du falsch bist. Sondern damit, dass er in seiner Sozialisierungsphase solche Gefühlsausbrüche von ihn prägenden Frauen wenig bis gar nicht erlebt hat.

Das stimmt natürlich, aber dennoch finde ich mein Weinen mittlerweile so lästig, dass ich mich frage, auf wie viel Akzeptanz ich bei einem Partner mit selben Wertemuster stoßen würde, wenn ich (wiederholt) vor seinen Freunden in Tränen ausbreche, weil ich mich ungerecht behandelt fühle, und dann drei Tage durchheulen würde, weil er mit "verschwinden" droht. Ich mein... das IST ätzend.

Gut, du könntest nun sagen, dass ein ähnlich sozialisierter Mensch mich gar nicht erst ignoriert hätte. Vielleicht. Weiß ich nicht...

Und genau hier weiß ich gar nicht, ob sein Verhalten wirklich so ätzend war – oder ob mein heulen nicht doch auf verstärktes Selbstmitleid oder einfach nur Stress oder Unzufriedenheit zurück zu führen ist. Was, wenn es so ist?

Dass er selbst zT aus Unsicherheit so handelt. Es nicht so meint. Es doch meine "Schuld" ist...

Diesen Gedanken kannst Du getrost aus Deiner Gedankenwelt streichen. Dein Partner ist ganz sicher vieles, aber nicht unsicher in seiner Persönlichkeit. Dafür kommen seine Anweisungen an Dich zu stringent und von sich selbst überzeugt.

Er hat durchaus unsichere Phasen, wo er viel Bestätigung sucht: "du liebst mich weniger", "liebst du mich noch?"

Kann man nicht auch sein ganzes geflirte mit Mädchen als Ausdruck von Unsicherheit, als Suche nach Selbstbestätigung sehen?

Jemand, der sich selbst mag und mit sich selbst im Reinen ist, muss er jeden Abend trinken? Ist ein solcher Mensch unfähig ohne laute Musik zu schlafen?

Gerade von letzterem Gedanken trenne Dich ganz schnell und konsequent. Warum sollst Du Dich für verletzte Gefühle schuldig fühlen. Tut er doch auch nicht, wenn er vor Freunden mit anderen Frauen flirtet und Dich als Verlobte bloß stellt damit. Wie sollst Du denn auf solche Dinge reagieren, wenn Du Verlustängste in Dir spürst?

Auch hier wieder die Frage: Vielleicht war meine Reaktion übertrieben, meine Verlustängste unbegründet.

Du hast recht, ich habe viele Zweifel an meinen Empfindungen und meinen Einschätzungen... stelle vieles in Frage und bin sehr geneigt, seinen Schilderungen zu vertrauen. Ich weiß nicht, wie ich hier mehr Selbstsicherheit gewinnen kann.

n'imuex88


Wenn du keinen Partner hättest, der sich wie ein Arschloch aufführt, dann würde sich das Problem mit dem Weinen in der Öffentlichkeit gar nicht mehr stellen.

Er hat durchaus unsichere Phasen, wo er viel Bestätigung sucht: "du liebst mich weniger", "liebst du mich noch?"

Och, da hat er mal Angst, dass ihm sein SPielzeug davonlaufen könnte?

Kann man nicht auch sein ganzes geflirte mit Mädchen als Ausdruck von Unsicherheit, als Suche nach Selbstbestätigung sehen?

Der arme Mann. Du solltest ihn mal richtig auf die Pirsch schicken, damit er seine Unsicherheit verliert und mal so richtig Selbstbewusstsein bekommt!

Das geht alles auf deine Kosten. Du bist so blind für die Situation, in der du steckst, dass es beim Lesen weh tut.

N+or2dix84


Kann man nicht auch sein ganzes geflirte mit Mädchen als Ausdruck von Unsicherheit, als Suche nach Selbstbestätigung sehen?

Man möchte dich packen und schütteln bis der Unsinn aus dir raus fällt. Du bist emotional abhängig und er interessiert sich nen Scheiss für dich und deine Gefühle, du bist nur seine Trophäe. Wenn du ihn nervst (=du weinst oder stellst Ansprüche) "braucht" er Abstand und fährt zu ner Nebenfrau / Freundin / Affäre / Fickbekanntschaft und verbringt Zeit mit der.

Ich sage das jetzt ganz bewusst so direkt, deutlich und möglicherweise auch übertrieben denn anders scheinst du es ja nicht wahr haben zu wollen. Was ihr da habt ist keine Beziehung sondern brutale Abhängigkeit. Was ist schief gelaufen das du es nötig hast dein Leben mit so einem Typen zu verschwenden ?

n7imuPe88


Kann man nicht auch sein ganzes geflirte mit Mädchen als Ausdruck von Unsicherheit, als Suche nach Selbstbestätigung sehen?

Man kann es auch so sehen, dass du ihm scheißegal bist. Bzgl. Nordis Aussage mit dem Schütteln stimme ich zu. Und auch die letzte Frage trifft's auf den Punkt.

A=u[fDerAArb*eit


Ich kann Nordi84 auch nur beipflichten :)^

TJheB8lackWixdow


Schütteln bringt eigentlich nichts. Manche Frauen sind dann ach noch so beknackt und heiraten, bekommen Kinder und werden nur noch unglücklicher. Während er fröhlich macht, was er will. Er weiß ja, Frauchen zuhause muckt eh nicht auf und wenn er mal wieder Bock auf sie hat, schnippt er mit den Fingern und sie hüpft.

Wieviel Demütigungen erträgt eine Frau? Was läßt sie sich noch Alles gefallen? Muß sie erst ganz unten am Boden sein, um wieder zu sich selber zu finden?

Xwir%aain


Deswegen rate ich mal zu einem unverbindlichen Gespräch mit einem Therapeuten :)

Wenn man so drauf ist, ist meist irgendwas im Denken verquer gegangen (Tut mir Leid Threaderstellerin, aber meiner Meinung nach lässt du dich einfach ausnutzen...)...und das sage ich aus Erfahrung...Ich war monatelang mit einem Typen zusammen, der mich weder unterstützt hat, noch ich ihm anscheinend was bedeutet habe...

Er war manipulativ und ich habe es mit mir machen lassen. Aus Liebe.

Ursachen wurden gefunden in der Therapie, Denken wurde mal ein bisschen gerade gerückt, mir geht es viel besser jetzt und ich habe eine stabile Beziehung zu einem Mann der ALL MEINE FRÜHEREN Muster durchbricht. Und vor allem habe ich nun ein größeres Selbstbewusstsein als je zuvor und lasse garantiert nicht mehr alles mit mir machen.

Liebe ist eine schöne Sache, wirklich...solang 2 gleichwertige Parteien daran beteiligt sind, die sich gegenseitig respektieren und lieben und nicht gegenseitig kaputt spielen.

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