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Kommunikationsproblem (?) in der Therapie

fjroetsc:hche\n97 hat die Diskussion gestartet


Wie man sieht, gibt's mich immer noch. Mittlerweile ist das Semester zu Ende (welches ich mit Burnout-Syndromen, Depressionen, sozialer Isolation, Fressanfällen mit Erbrechen und AFM, SVV und Suizidgedanken beendet habe), ich hätte zu einer wirklich guten Universität, an der ich statt meines Parkfachs mein zweites Wunschfach hätte haben können, wechseln können - und habe das nicht gemacht, weil mir die Umschreibung zu unsicher und stressig gewesen wäre, weil ich Bauchschmerzen beim Gedanken an ein weiteres Semester bekam. Ich war n paar Mal bei meiner alten Therapeutin (die mir o. g. Einschätzungen sagte) und diese riet mir, in eine Klinik zu gehen -ein weiterer Grund für das eingelegte Semester Pause (ambulanter Vorstellungstermin steht).

Mittlerweile sind die wöchentlichen Therapiestunden mein einziger Lichtblick, aber ich schaff es nie, über das zu reden, über das ich reden wollte. Beispiel: Sie fragt am Anfang immer, was in der vorherigen Woche war, gibt mir die Chance zu erzählen, aber ich kriegs nie hin. Letztes Mal hätte ich ehrlicherweise auf die Frage sagen müssen, dass ich eines Abends nach einem "Kontrollverlust" beim Essen nichtmal erbrechen konnte, raus ging rauchen und mich einfach vor das nächste verdammte Auto werfen wollte, meine Beine nicht davon abhalten konnte, zur Schnellstraße zu gehen und einfach alles beenden wollte. Schlussendlich begnügte ich mich damit, mir zuhause den Bauch und die Hüften aufzuschneiden, natürlich nicht so tief wie ich es verdient hätte. In der Stunde hab ich das einfach gar nicht erwähnt. Vom AFM weiß sie auch nichts. Und vom Missbrauch auch nicht.

Wie krieg ich es hin, über so Sachen zu reden? Ich schäme mich einfach so. Viel hab ich rausbekommen - v.a. mit ihrer Hilfe, sie hilft mir eigentlich echt gut so Sachen rauszukriegen-, aber einige (möglicherweise wichtige Sachen) lass ich einfach unter den Tisch fallen. Ich bin zu Hause häufig fertig, brech zusammen, aber in der Sitzung da sitz ich da und wirke wohl ziemlich emotionslos.

Ich hoffe, es liest sich irgendjemand Kluges das hier durch, versteht mich und schreibt sogar noch ne Antwort!

Antworten
JSulexy


Ich kenne das...

Wenn du diese (echt wichtigen!) Sachen nicht sagen kannst...vielleicht hilft es dir, wenn du ihr mal einen Brief schreibst? Vielleicht fällt dir das leichter?

fRroesMchlchen9x7


Mh... ich weiß nicht... Ich glaub, ich käme mir blöd vor, wenn ich ihr den am Anfang geben würde und dann daneben sitzen würde, während sie liest... Und anschließend ist doch auch blöd, dann muss sie sich ja noch länger mit mir beschäftigen (und wir brauchen schon immer echt lange. In der allerersten Sitzung nach langem, vor fast nem Monat, haben wir früher angefangen und ne Viertelstunde später als normal aufgehört. Und sie sagte ihrer Sekretärin, sie solle mir in der folgenden Woche auf jeden Fall nen Termin geben, notfalls in der Mittagspause %:| ). Außerdem kann ich ja allgemein eigentlich mit ihr reden (siehe Bulimieanfälle etc), aber manche Sachen wollen mir einfach so gar nicht über die Lippen. Okay, sie weiß von den Suizidgedanken, weil wir da kurz in der ersten Sitzung drüber gesprochen haben und ich musste ihr versprechen, mich nicht umzubringen blablabla, aber was so jeweils in der WOche vor Termin abging, kann ich ihr einfach nicht sagen

J'uIlexy


Dann gib ihn ihr am Schluss... ":/

fhroesychcxhen97


Ich weiß nicht... vielleicht sollte ich einfach nochmal und nochmal versuchen, am Anfang über aktuelle Sachen zu sprechen %:|

Die Stunde ist immer so schnell um :-|

Ich hab irgendwie voll Angst, was sie dann von mir denkt und was los ist, wenn rauskommt, dass ich das mit dem Versprechen eventuell nicht sooo ernst nehme

FQi*no9x3


Ehrlichkeit ist wichtig für eine erfolgreiche Therapie.

Vielleicht solltest du dir ein Herz fassen und ehrlich von deinen Problemen berichten.

Du kannst dir ja auch Stichpunkte aufschreiben und ihr erklären, was es damit auf sich hat.

f|roesch4chenx97


An sich bin ich ja auch ehrlich. Würde sie mich fragen, würde ich zumindest nicht lügen. :-|

Mich stört einfach, dass ich da irgendwie so gehemmt bin. Ich habe das Gefühl, alles komplett emotionslos zu schildern. Und ich habe echt Angst davor, dass sie mich zwangseinweist. Klingt wahnsinnig blöd, aber ich muss die nächsten sechs Wochen (mindestens) noch hier sein.

Das mit den Stichpunkten hab ich schonmal versucht - auch einige geschafft. Aber sobald ich da bin, denk ich immer, Stell dich nicht so an, es gibt schlimmeres, so übel ist es auch nicht etc.

F inCo93


Ob du's glaubst oder nicht, so geht es mir auch manchmal. Ich schildere die Dinge, die mich beschäftigen, auch sehr gehemmt (aber immerhin ;-D ). Ich wurde bis jetzt nicht zwangseingewiesen. Kommt halt auch darauf an, ob sie sich darauf verlassen kann, dass du dir nichts tust bis zum nächsten Termin. Nur Mut. Versuch einfach mal alles rauszulassen. :)*

S!oromxan


Mittlerweile sind die wöchentlichen Therapiestunden mein einziger Lichtblick, aber ich schaff es nie, über das zu reden, über das ich reden wollte.

Ist denn deine Einschätzung dessen, über was du reden wolltest, konsistent? Also ist sie stabil?

Oder ändert sich das auch jeden Tag danach? Und den einen Tag denkst du: darüber hätte ich reden sollen und den anderen ändert sich deine Meinung schon wieder?

Wie krieg ich es hin, über so Sachen zu reden? Ich schäme mich einfach so.

Schreib jeden Tag deinen Hauptgedanken des Tages auf einen Zettel und entscheide vor der Therapiestunde aus den 7 Zetteln was für dich wichtig ist. Dafür kannst du z.B. 2 Zettel auswählen. Oder du kannst anfangs alle 7 Zettel vorlesen (das geht flott). Und auch sie fragen, was ihr davon besonders relevant erscheint.

Also könnte das Motto/Thema sein, dass du heute aufschreibst: "Samstag: mir ist bewusst geworden, dass ich mich nach der letzten Therapiestunde so gefühlt habe, als hätte ich ich das wichtigste nicht gesagt, weil ich mich so schäme: AFM und Suizidgedanken, SVV an Bauch und Hüften"

Es liegt am Konzept von Psychotherapie, dass man dem Patienten freie Themenwahl lässt, aber die Zeit beschränkt, damit der Psychotherapeut einen geregelten Ablauf hinbekommt. Die lezte Woche ist wichtig, weil je eine Entwicklung interessant ist, das neue, das sich verändernde unter der Psychotherapie. Aber in beide Richtungen: zum guten wie zum schlechten.

Die Motivation, deine Scham zu überwinden, könnte sein, dass du dann auch besser passende Hilfe bekommst. Wichtig ist nicht, was sie über dich denkt. Wichtig ist, dass sie einen realistischen Eindruck über deine Verfassung bekommt.

f3roeBsgchchexn97


Na ja, sie hat mir ja das Versprechen abgerungen, mich nicht umzubringen und auch einigermaßen drauf vertraut, sonst hätte sie mich ja nicht in die "Freiheit" entlassen Und ich dumme Kuh dachte, das Versprechen gelte nur bis zur nächsten Stunde... so blöd das jetzt auch klingt, ich leg mich ungern fest und hätte ihr das Versprechen vermutlich nicht gegeben, wenn ich gewusst hätte, dass es für mehr als sieben Tage verpflichtend sein soll

@ soroman,

eigentlich sind die Themen immer die gleichen, d. h. auch über längere Zeit "wichtig", aber wenn ich da sitze, bin ich einfach gehemmt. Ich kann sie meist noch nichtmal angucken (und das ist ihr auch aufgefallen), wir haben dann kurz darüber geredet, dass ich mich schäme etc.

f<roes-chch'exn97


Nochmal ne Frage: Kommt man sich als Therapeut verarscht vor, wenn der Patient nach ein paar Sitzungen sagt, doch etwas zu tun was er vorher abgestritten hat? Sie hat z. B. ne Frage gestellt, die ich verneinte, bevor ich richtig drüber nachdachte und eigentlich hätte bejahen müssen Oder wenn er mit Themen um die Ecke kommt, die vorher noch nicht angesprochen wurden, einfach weil es nicht passte?

??Und ganz blöde Frage: Wenn der Patient andeuten würde, illegale Substanzen zu sich zu nehmen, müsste der Therapeut das dann anzeigen ???

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