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Ohne wirkliches Ziel

KZlepio


Borlag

Solange die Gesellschaft, beziehungsweise gar der Fortbestand einer Spezies auf der Bewertung einzelner Individuen basiert kann nicht jeder normal sein. Denn erst Normabweichungen machen eine Bewertung möglich.

Ich habe schon erwähnt, ich bewege mich in einer anderen Gesellschaft und die existiert genauso. Kein Mensch bewertet mich in einer anderen Weise als sich selbst. Wir sind gleichwertig. Es gibt eine Leistungsbewertung und wie die bewertet wird, darüber gibt es eine Einigung.

Ich kann auch nächtelang Musik hören. TV-schauen allerdings verblödet in den meisten Fällen, heißt es. Da schaue ich mir die Birkenbiehl lieber zum 5mal an und lerne etwa s.

Merkst du was?

Was? Du bist nicht neugierig, das hast Du ja schon geschrieben. Dann nicht. Ich bin es halt. Ich liebe es zu lernen.

Das habe ich wo geschrieben?

Da du nichts lernst, macht es Dir auch keinen Spaß. Richtig so?

Gewisse Tätigkeiten machen dir Spaß, weil du etwas lernen kannst. Mir würden solche Tätigkeiten auch Spaß machen, wenn ich denn etwas lernen könnte.

Nein, mir macht eine Tätigkeit Spaß und dann zeigt sich, ob ich dazulerne oder nicht. Das hängt davon ab, wie wichtig mir die Sache ist, wie groß meine Neigung, meine Leidenschaft ist, wie sehr sie mich berührt. Zuerst aber zeichne ich und merke, das macht Spaß, berührt mich, etc. Dann sehe ich das Ergebnis und probiere etwas anderes, dann probiere ich noch etwas und merke, was mir besser gefällt, was mich mehr anspricht. Zumindest war es bei mir so. Die ersten Jahre habe ich/wir (die ganze Klasse) die Zeichen- und Malutensilien zur Verfügung gestellt bekommen und wir haben drauf losgemalt. Das ging Jahre so. Dann erst ist mein Interesse erwacht mal ein Zeichenbuch zu kaufen, in dem gewisse Techniken erklärt sind, Erklärungen, wie man ein Portrait zeichnet, etc. Das bin ich durchgegangen, habe nachgezeichnet, nachgemalt. Habe verglichen, wie mache ich es, wie ist es da vorgeschlagen, was nehme ich für mich mit, was ist zwar okay und ich speichere es als Wissen ab, aber nichts für mich.

Ich liebe z. B. auch Bonsais. Da lerne ich kaum etwas dazu. Trotzdem habe ich welche. Wenn ich sie kille, kaufe ich die nächste. Der Spaß geht deswegen nicht verloren, die Leidenschaft, dass sie mich ansprechen und ich würde sagen, dass ich in den Jahren, seit ich sie habe nicht viel gelernt habe. Ist mir nicht so wichtig.

Müsste man sich Liebe nicht verdienen, würde man also spontan, bedingungslos geliebt werden, dann würde vollkommene Willkür herrschen.

Mag sein. Meine Weltanschauung gilt ja nur für mich. Ich erhebe keinen Anspruch dass sie allgemeingültig ist und es jeder so sieht. Liebe ist für mich eine Gefühlsebene und die wird nicht verdient oder nicht-verdient. Sie ist da oder nicht da. Ich weiß, dass es Menschen gibt, die auch eine abstrakte Definition von Liebe haben, ihre Liebe von Leistungen abhängig machen, wodurch dann diese Liebe wächst oder verschwindet. Da ist Gefühls und Vernunftebene direkt miteinander verwoben. Bei mir ist das anders.

Es gäbe ja keine Unterscheidungsmechanismen: Entweder würden sich Menschen ganz zufällig lieben, oder aber jeder würde jeden lieben.

Ist bei mir genau umgekehrt. Gerade, dass ich jemanden oder etwas liebe ist ein ganz klarer Unterscheidungsmechanismus, denn weder liebe ich alle Menschen, noch alles, was es so auf der Welt gibt, noch sehe ich die Gefahr, dass ich jemals in diese Situation komme. Ich liebe eben Malerei, ich liebe bestimmte Menschen. Warum das so ist – naja, Neigungen, Leidenschaft, Sinnlichkeit, etc. würde ich sagen. Warum liebe ich Musik, Bonsais, Sprachen zu lernen, etc? Genau diese Neigungen sind es, die ganz klar eine Wertung in sich sind. Deswegen finde ich eine zusätzliche abstrakte Bewertung für so einen Humbug. Die ist doch schon da. Darüber noch eine abstrakte Werteskala drüberzustülpen finde ich eben völlig überflüssig. Sinnvoll ist sie für mich nur, wenn es um Dinge geht, die mich so nicht berühren, wo keine Gefühle vorhanden sind, oder sowieso auf abstrakter Ebene stattfinden. Dann setze ich Vernunft und Verstand ein und da kann auch abstrakte Wertung notwendig werden.

Vorallem aber würde jeder Mensch von ähnlich vielen Menschen geliebt werden.

Ich mag Menschen, ich liebe nicht alle Menschen. Ich habe absolut keinen Einfluss darauf, wen ich liebe oder nicht. Ich habe einen Einfluss darauf, mit wem ich eine Beziehung eingehe und das ist nicht immer jemand, den ich liebe. Gefühls- und Sachebene stehen sich da in der Regel aber nicht im Weg. Eine Beziehung z. B. ich kann jemanden noch so lieben, wenn er nicht beziehungsfähig ist oder ich. Dann gehe ich keine Beziehung ein.

Und wenn Liebe so funktioniert. . . Warum nicht auch Hass? Oder alles andere? Ist alles ganz willkürlich?

Ich kann so ein Gefühl bei mir nicht identifizieren. Was könnten das für Gründe sein? Ich bin Meisterin der Wut gegen mich selbst, die kann ich endlos produzieren, wenn ich das will, aber Hass? Ich habe nie Sinn darin gesehen. Wut ist auch sehr destruktiv, nebenbei schadet sie mir auch. Insofern gewöhne ich mir gerade ab, mich künstlich aufzuregen, denn nichts anders ist es, eine künstlich erzeugte Wut. Da gibt es viel aufregendere Dinge. Siehe Birkenbiehl.

Nun vergleiche diese theoretische Situation mit der Realität.

Wozu? Es ist jede Einstellung gleich legitim. Für mich ist meine Einstellung die richtige und die ist auf meine Bedürfnisse gemünzt. Das ist meine Realität. Ich nehme zur Kenntnis, dass es andere Denkweisen gibt, Denkzusammenhänge, Denkkriterien, aber es sind nicht meine.

Man kritisiert, beurteilt und bewertet sich selbst nur, weil man von außen kritisiert, beurteilt und bewertet wird. Ich kann mich selbst annehmen, dadurch ändere ich meine Umwelt jedoch nicht. Und dadurch bleibt man weiterhin einsam und somit unglücklich.

Klar, so wird in diesen Breitengraden größtenteils erzogen. Niemand zwingt mich, diese Denkweise zu behalten. Ich kann sie ändern und mich umkonditionieren. Insofern sieht es bei mir andes aus. Ich kann mich annehmen und auch wenn mich andere von außen kritisieren, so können sie ihre Kritik auch gerne behalten. Ich bin in Ordnung, wie ich bin. Ich habe meine Rückfälle. Trotzdem ist mir bewusst, dass es an mir liegt, wenn ich wieder anfange negativ zu werten und dadurch Wut in mir auszulösen.

In dem Zitat ist keine negative Wertung zu sehen. Und auch meine Logik oder Weltsicht nicht. Also warum lässt sich diese Frage nicht beantworten? Oder gibt es in deiner Weltsicht keinen Hass? Weil ansonsten ist das meiner Meinung nach eine ganz naheliegende Frage.

Nein, in meiner Welt gibt es keinen Hass, kein Neid, keine Eifersucht, kein Konkurrenzdenken. Nur die Wut hatte ich mir wieder eingeladen, aber ich bin dabei auch diese zu verabschieden. Das heißt, ich war schon lange ohne Wut.

"Düstere Welt" klang für mich nach Kritik.

Düster – von mir wertfrei gemeint, genauso wenn ich sagen würde: Du hast Dir eine sehr fröhliche Welt geschaffen. Für mich ist sie weder gut noch schlecht. Beide Aussagen stehen auf gleichwertigerer Ebene für mich.

B{orlMag


Kleio, ich schaue wieviel ich jetzt in einem Sitz beantworten kann. Bitte nimm es mir nicht übel, wenn ich dir erst später antworte.

Das tut er nicht, das empfindest Du so.

Das muss er tun, wenn er seine drei (so viele waren es glaube ich) Grundsäulen erwähnt, aber nicht erklärt. Für diesen Vortrag war es nicht vorgesehen sie zu hinterfragen. Denn der gesamte Vortrag baut auf ihnen auf. Fällt eine Säule, so fällt der Vortrag. Er setzt also ersteinmal voraus, dass man sie akzeptiert.

Ich empfinde das z.B. ganz anders.

Das ist ein Phänomen, das ich auch von mir kenne. Wenn ich meine Meinung sehr vehement vertrete, weil ich fest davon überzeugt bin, dann können Leute denken, ich würde ihnen eine Wahrheit verkaufen wollen. Und ganz schnell gehen sie in Opposition, weil es ja nicht sein kann, dass jemand eine Position einnehmen kann, die ihn unangreifbar macht. Wahrheiten darf es nur in Mathe geben. Und dann wird sehr schnell über die Person und seine Art diskutiert und nicht mehr über die Inhalte, die er vertritt. Was auch ein interessantes und wirkungsvolles Ablenkungsmanöver ist, um sich nicht mit den Aussagen bzw Inhalten auseinandersetzen zu müssen.

Das Problem ist, dass ihn seine Position sehr angreifbar macht. Es entsteht nur (logischerweise) kein Dialog und somit erfolgt kein Angriff. Ich kritisiere beides, sowohl die Art des Vortrags, als auch den Inhalt. Nur habe ich letztere Kritik hier nicht erläutert. Er würde mir ja sowieso nicht antworten. Wenn ich sofort glaube zu erkennen, dass eine der (oder alle) Grundsäulen brüchig sind, was fange ich dann mit den Schlussfolgerungen an?

Nun, Kleio hat es ja schon klar angesprochen. Wenn Du aus deiner Motorradkugel aussteigen möchtest, muss Du den Seitenausgang nehmen. Hier weiterzuschreiben, kann helfen, ist aber ein mühsamer Weg. Man kann auch ein paar Monate ins Kloster gehen, um zu sich selbst zu finden oder intensiv Kampfsport betreiben oder sowas.

Was genau sollte mir das bringen? Mich selbst zu finden? Warum habe ich mich noch nicht selbst gefunden? Und wie hilft mir Kampfsport dabei?

Ich würde Dir einen anderen Weg vorschlagen. Nimm Dir die [[http://robert-betz.com/coaches/list/transformations-therapeuten-nach-robert-betz/ Liste]] mit Therapeuten, suche Dir einen/eine in deiner Nähe und leg los.

;-D Klar! Es gibt in der gesamten Stadt seit Monaten keinen einzigen Therapeuten, der noch Patienten aufnimmt, aber wenn ich einen einzigen Therapeuten anrufe, der auch noch eine spezielle bekannte/beliebte(?) Therapieform anbietet bekomme ich sicherlich in diesem Jahrzehnt noch einen Platz :=o

Mein Aussehen und meine langweilige (weil sehr wortkarge) Art. Die mich näher kannten (kennen mussten, in der Ausbildungsstelle zum Beispiel) fanden mich auch dumm, und das war ich wohl auch. Als Kind stand ich oft alleine herum - oder wenn nicht dann scharten sich die um mich die ein leichtes Opfer zum Ärgern suchten… Bestenfalls wurde ich einfach nur ignoriert. Das war mir immer am liebsten.

Du warst also damals zu dumm, hattest schlechte Noten und hast kaum etwas verstehen können und bist heute doch intelligent geworden, weil du deine Einstellung geändert hast?

Oder hast du dich mit der Zeit einfach damit abgefunden und es stört dich nun nicht mehr?

Oder etwas ganz anderes?

Ich möchte nichts suggerieren, das sind ernst gemeinte Fragen!

[[https://www.youtube.com/watch?v=c_1-nbfRzO0 Hirnzusammenhänge erklärt]]

Leider ist das gesamte Konzept (oder zumindest das, was dort erläutert wird) zu vereinfachend und einseitig um hilfreich zu sein. :-|

Lvicht4AmJHorUizoxnt


@ Borlag

Du warst also damals zu dumm, hattest schlechte Noten und hast kaum etwas verstehen können und bist heute doch intelligent geworden, weil du deine Einstellung geändert hast?

Oder hast du dich mit der Zeit einfach damit abgefunden und es stört dich nun nicht mehr?

Oder etwas ganz anderes?

Ich bin nicht intelligenter geworden. Ich habe nur im Laufe des Lebens dazu gelernt. Ich habe mich allen Widrigkeiten zum Trotz durchgebissen, hier und da einen überraschenden Erfolg erzielt (Lob vom Chef oder so), bin in vielen Bereichen wohl auch einfach abgestumpft ("mir doch egal was andere über mich denken"), habe viele Menschen kennengelernt (durch die Arbeit), an ihnen zwangsläufig "Studien" betrieben ("wie tickt der Mensch") - da kann man viel durch Beobachten heraus finden. Allmählich hat sich im Vergleich mit anderen mein eigenes Bild relativiert, sich der Wahrheit angenähert. Es sind nicht alle so toll und so viel besser als sie scheinen, ich bin nicht so blöd wie ich dachte usw.

Kurz gesagt (ich wiederhole mich): Mich hat das Leben zurecht geschliffen. Meine Einstellung hat sich dadurch von allein geändert. Aktiv entschieden habe ich das nicht.

LSidc;htAXmHorixzont


Ich hätte damals nie entscheiden können, es so zu sehen wie heute. Nie. Mich haben Erfahrungen geprägt. Damals die schlechten. Später die besseren.

Lrich-tAmH/orizonxt


Und ich sehe bei Dir Potenzial für ebensolche (überraschenden) guten Erfahrungen.

B^orlOafg


Ich weiß nicht, ob ich jemals Strichmännchen gemalt habe, aber nein, ich male oder zeichne, was ich sehe oder fühle. Im Moment weniger, aber wenn, mache ich Zeichenstudien eines Tangotanzpaares. Ich nehme meine Vorzeichnung, schau was mir gefällt und versuche die nächste Zeichnung besser zu machen. Dann vergleiche ich wieder zwischen den Vorbilder und zeichne das nächste. So nähere ich mich dem Bild, das ich in meinem Kopf habe.

Also reizt dich die Verbesserung, beziehungsweise das Streben nach dem von dir definierten Ziel?

Und genau deswegen macht mir Malerei (und vieles andere) keinen Spaß. Ausbleibende Verbesserung, kein zu verfolgendes Ziel. Ich male stets Strichmännchen. Immer und immer und immer wieder, für Jahrzehnte. Daher Langeweile. Oder hat das Konzept der Langeweile in deiner Einstellung auch keinen Platz?

Ich habe alle Antworten die für mich wichtig sind.

Ich aber nicht. Du möchtest mir eine Logik näherbringen, die für dich verständlich ist für mich aber noch nicht. Daher suche ich Antworten, wenn ich die Logik (oder einen Teil von ihr) annehmen möchte.

Für mich völlig irrelevant. Ich habe schon immer gerne Geschichten gehört und immer aus ihnen gelernt und warum nun jemand da sitzt, warum jemand kommt und fragt - ich habe die Geshichte nicht geschrieben. Wenn mir die Geschichte nicht gefällt, kann ich ja eine andere schreiben. Ansonsten lasse ich mich einfach auf die Geschichte ein und schaue, was ich für mich mitnehmen kann. Ansonsten steht die Erklärung im vollständigen Artikel.

Aber du hast doch speziell diese Geschichte mit Bezug auf dieses Thema hier platziert, oder nicht? Also wolltest du doch sicherlich, dass ich etwas mit Bezug auf die Diskussion mitnehme.

Das ist für mich schon erklärt, denn die Fremden haben ja schon beschrieben, wie sie ihre letzte Stadt wahrgenommen haben, gesehen und empfunden haben. Das ist ja auch der Grund, warum die Antwort des Alten jene war, die sie war.

Jede Stadt ist also gleich? Oder haben die herrschenden Verhältnisse in einer Stadt gar keine Auswirkung auf deren Beurteilung?

Nein, meiner Ansicht nach ist nicht alles egal. Gleichwertigkeit oder noch besser Gleichmütigkeit, heißt nicht egal. Glück und Unglück ist wieder etwas anderes als glücklich zu sein oder unglücklich zu sein.

Richtig. Glück und Unglück führen oft (nicht immer) dazu, dass man glücklich beziehungsweise unglücklich ist.

Bisher klingt es aber so, als möchtest du sagen, dass das Individuum die Wahl hat, ob es durch Unglück auch unglücklich sein will. Somit wäre Unglück egal. Denn es würde nichts bewirken, wenn man es denn so will.

Wenn jemand mich niedermacht, abwertet und ich darüber wütend bin, weil ich das verurteile, dann werde ich wiederum wütend, weil ich diese Bewertung übernehme und es ist nicht der andere, der mich wütend macht, sondern ich selbst. Ich könnte es auch so stehen lassen bzw. akzetieren, was andere sagen, urteilen, bewerten. Es kann doch jeder denken, was er mag. Hat nichts mit mir zu tun. Das ist die Grundeinstellung, die ich ändern kann.

Man ist doch nicht wegen einer Aussage wütend, sondern wegen deren Konsequenzen.

Wer ist denn schon sauer, oder gekränkt nur weil ein anderer ihn einen Idioten nennt?

Man ist sauer oder gekränkt, weil man die Konsequenzen fürchtet, wenn sich herausstellt, dass diese Aussage eine Tatsache ist.

Ein Idiot ist sauer, weil er so einiges nicht tun kann. Einschränkung frustriert. Ein Kommentar diesbezüglich erinnert ihn daran.

Jemand, der kein Idiot wird sich davor fürchten einer zu sein. Ein Kommentar diesbezüglich verunsichert ihn.

Jemand, der weiß, dass er kein Idiot ist hat nichts zu fürchten. Ein Kommentar diesbezüglich lässt ihn kalt.

Wer seinen Job hasst und kaum etwas verdient ändert einfach seine Grundeinstellung

Das ist wirklich schwierig, weil ich dieses Gefühl von Hass so nicht kenne. Ich meine, ich liebe Malerei, ich hasse einen Job - das funktioniert nicht. Ich hasse keinen Job, ich hasse keinen Menschen. Es gibt Menschen, die mir äußerlich unsympatisch sind. Dafür können sie nichts, kann ich nichts. Sagt auch nicht mehr aus und ist nicht negativ behaftet. Insofern ist es bei mir auch fraglich, ob Liebe das Gegenteil von Hass ist bzw. wird ja behauptet, dass wenn das eine nicht vorhanden ist, man nicht wissen kann, was das andere ist. Also zumindest bei mir ist das unhaltbar.

Das war zu erwarten. Du konstruierst dir eine emotionslose einseitige Welt. So wirkt es zumindest auf mich.

Alles von dem du weißt, dass es "schlecht" ist existiert für dich nicht. Sogar die Schlechtigkeit selbst, wodurch es doch ein großer Zufall ist, dass so gezielt diejenigen Dinge, die von der Allgemeinheit als schlecht empfunden werden, für dich gar nicht existieren. ":/

Okay, ich kann schon eine Situation hassen, wenn sie für mich unangenehm ist und lang anhält. Das wäre dann also Hass, aber so lange verharre ich in der Regel in keiner Situation, dass es zu diesem Hass kommt. Dafür ärgere ich mich vorher schon zu sehr. ]:D

Wenn ich mit einem Job zu wenig verdiene, mache ich einen zweiten, dritten. Habe ich z. B., als ich um die 20 war. Deswegen muss ich nicht jemanden oder etwas hassen. Es ändert ja nichts an meiner Situation. Ich schade mir nur selbst. An meinem Befinden kann ich etwas ändern.

Und damit gehst du davon aus, dass man eine Situation immer mit einer anderen austauschen kann, die einen glücklich macht.

Wer nun seine Zeit mit Arbeit ausfüllt und dennoch nicht viel verdient und diese Situation 'hasst' oder 'sehr unschön',' belastend'

findet tut was genau? Jemand für den es sonst keinen zufriedenstellenden Job gibt?

Dummheit – für mich eine wertfreie Bezeichnung. Das erwähne ich nur zur Sicherheit, denn viele meinen das ja schon abwertend. Auch klingt das pauschal. Dummheit in Bezug worauf und aus wessen Sicht? Ich kenne keinen "dummen" Menschen. Das passt nicht zu meiner Differenzierung und zu meinen Kategorien.

Siehe oben.

Ist das schlecht? Muss ich denn gemocht werden? Insofern stellt sich dieser Anspruch für mich nicht. Ich habe allerdings Einfluss darauf, ob ich mich mag, mich annehme, wie ich bin und ob ich andere Menschen mag, sie annehme und respektiere.

Möchte ich denn gemocht werden? Du nicht. Okay.

Und derjenige, der es will?

Aber egal, denn ich habe keinen Einfluss darauf, ob andere mich mögen.

Da hat man einen großen Einfluss drauf. Ich kann mich so verhalten, dass eine Gruppe von Menschen, die mich eigentlich mögen würde, plötzlich nicht mag. Du nicht?

Ist für mich völlig irrelevant. Jeder einzelne Mensch ist etwas Besonderes.

Anscheinend ja nicht, weil es in deiner Welt keine Kriterien gibt, die Besonderheit ausmachen könnten.

Niemand hat irgendeine Eigenschaft: Niemand ist klug, dumm, schön, hässlich, charismatisch. Alle sind gleich. Wo alles gleich ist, ist nichts besonders.

Nicht mehr und nicht weniger. Menschen sind für mich unterschiedlich, anders, aber nicht mehr oder weniger wert als ..... Sie sind Gleichwertig.

Wie können sich unterschiedlich sein, wenn niemand eine Eigenschaft besitzt? Es wirkt als würdest du krampfhaft versuchen eine Wertung zu vermeiden. Dabei ist die Wertung ein wesentlicher Bestandteil einer Eigenschaft.

Ist niemand dumm, kann niemand klug sein. Ist niemand nett, kann niemand unsympathisch sein. Es geht nicht: Sonst ist man nur. Denn existiert keine Relation.

Auch wenn jemand "charismatisch" wäre, wäre er nicht "höher" oder niedriger" als jemand anders, der sowieso besonders ist. Das wäre nur eine zusätzliche gleichwertige oder wertfreie Eigenschaftsbestimmung.

Beschäftigst du dich freiwillig mit ebenso vielen dir sympathischen wie unsympathischen Menschen? Lässt du (dort wo du die Wahl hast) ebenso viele unsympathische Menschen wie sympathische Menschen in dein Leben? Oder existiert auch das wieder nicht? Sympathie? Das ist ein Schweregrad von Langeweile, der ich sogar meine jetzige Langeweile vorziehe. Keinerlei Kontrast. Ein großer weißer Raum, in dem alles ist und doch nichts.

Aus meiner Sicht völig verzichtbar und unwichtig. Ich kann mit den wenigsten Fäden etwas anfangen. Für mich sind auch alle Menschen "schön". Jeder ist auf seine Art schön. Nicht jeder schöne Mensch gefällt mir. Also auch recht sinnlos und ich benutze dieses Wort "schön" in Bezug auf Äußerlichkeiten sehr selten, weil es eben nur aussagt, dass mir jemand äußerlich gefällt, für mich schön ist. Nachdem Eigenschaftswörter mittlerweile gerade in bezug auf Schönheit extrem wertend sind, so versuche ich meine Sprache irgendwie anzugleichen. Gefällt mir = schön, gefällt mir nicht ist nicht hässlich. ]:D Trotzdem sind beide Aussagen auf der selben Wertungsstufe positiv = negativ, also gleichwertig. Dasselbe mit gut=schlecht = auf einer Ebene. Es dient zur Unterscheidung, aber nicht zur Auf- oder Abwertung. Allerdings im Falle des Falles, werte ich positiv und eliminiere negative Wertungen, sofern ich die Dinge nicht wertneutral betrachten kann. Das hat jetzt sicher jeder verstanden. ]:D Aber besser kann ich es nicht. Was mich an diesem Wertesystem stört sind diese Gegensätze, gut, schlecht, schön, hässlich. Es wird erhoben oder abgewertet, aber es gibt keinen Boden, auf dem ich stehe und wo ich auch alle anderen stehen sehe. Wenn ich wertfrei und sachlich unterwegs sein will, dann muss ich lauter Hauptwörter und Zeitwörter benutzen. BTW: Ich liebe auch Sprachen.

Siehe oben.

BCorxlag


@ Kleio

Ich denke wir müssen an dieser Stelle einfach akzeptieren, dass wir in anderen 'Realitäten' leben.

In deiner Realität könnte ich nicht leben. Das würde mich wahnsinnig machen. In der Hinsicht tue ich das, was mir hier mehrfach vorgeschlagen wurde: Ich ziehe das kleinere Übel (meine Realität) vor und suche zeitgleich einen Weg diese (meinen Platz in ihr) zu verbessern, oder aber zu verlassen. Aber nicht um deine zu betreten.

Gut, dass du glücklich bist.

B(orlxag


@ LichtAmHorizont

Ich antworte dir morgen, es ist schon spät. Danke für deine Antwort :)z

S`a-ldo


Das muss er tun, wenn er seine drei (so viele waren es glaube ich) Grundsäulen erwähnt, aber nicht erklärt. Für diesen Vortrag war es nicht vorgesehen sie zu hinterfragen. Denn der gesamte Vortrag baut auf ihnen auf. Fällt eine Säule, so fällt der Vortrag. Er setzt also ersteinmal voraus, dass man sie akzeptiert.

Gute Güte, das siehst Du aber technisch. Ich habe noch nie verstanden, warum man so strategisch und hammerhart vorgehen muss. Wer sagt, dass der "Vortrag" fällt, wenn eine Säule fällt? Wer sagt, dass das überhaupt eine Säule ist? Woher weißt Du, dass er voraussetzt, dass man sie akzeptiert? Verstehst Du, was ich sagen will? Dadurch, dass Du es so technisch siehst und Dich von ihm so provoziert fühlst, dass Du meinst, seinen Beitrag so sezieren zu müssen, geht der Inhalt komplett verloren.

Warum ist das ein Problem, dass ihn seine Position sehr angreifbar macht? Du kannst doch trotzdem beim Thema, also auf der Sachebene bleiben? Geh doch einfach davon aus, dass er Dich nicht ärgern will. So an jeden Beitrag heranzugehen ist nie verkehrt. Nimm einfach das, was Dich anspricht und was Dich in Deinem Verständnis weiterbringt. Lass Dir von ihm helfen. Niemand hier kann Dich herunterziehen, es sei denn, Du willst es.

Wenn ich sofort glaube zu erkennen, dass eine der (oder alle) Grundsäulen brüchig sind, was fange ich dann mit den Schlussfolgerungen an?

Nimm die Aussage, den Gehalt, den Inhalt, der Dir etwas sagt. Von dem Du denkst, dass Du ihn verstehst und der Dir hilft, dieses Thema weiter zu besprechen. Und all die Gefühle von zwischen den Zeilen, die es in Dir erzeugt, die sind ok, aber hier jetzt nicht wichtig, denn sie lenken ab. Und Du sagst ja selber, dass Du glaubst zu erkennen. Frage nach, ob es tatsächlich so ist, wenn Du etwas nicht verstehst. Aber frage nur, wenn Du es für Dich als Inhalt auch wirklich wissen willst und stelle seine Art und Weise nicht in Frage. Denn Du kannst keinen der Menschen, die hier für Dich schreiben, ändern.

Warum habe ich mich noch nicht selbst gefunden?

Mein Gefühl ist, dass Du Dich noch nicht selbst gefunden hast. Du argumentierst auch nicht wie ein zufriedener Mensch, der seine Ansicht hat, zu der er stehen kann. Du kannst gewissermaßen noch "reifen". So verstehe ich auch die Absicht dieses Fadens, den Du eröffnet hast.

Und wie hilft mir Kampfsport dabei?

Das war nur ein Beispiel. Es soll Dir helfen, zu reflektieren. Eine neue Perspektive einzunehmen. Dich neuen Herausforderungen zu stellen. Dich Deinen eigenen Ängsten, Wünschen und Hoffnungen zu stellen, sie sich überhaupt erst mal bewusst zu machen. Du bist ja auf der Suche nach Zielen. Ein Beispiel: ich habe mal als Student American Football gespielt. Dabei habe ich gelernt, wie ein Team funktioniert. Aber auch, dass man bei einer Sache 100% geben sollte oder man lässt es. Eine Erkenntnis, die ich bis dahin einfach nicht in der Klarheit gesehen habe. Aber diese Erkenntnis war hilfreich. Und ich hätte sie (habe sie) einfach nicht woanders bekommen. Aber Du willst eine Erkenntnis für Dich haben und wenn man sich da mit sich selber beschäftigt - und das macht man sehr gut bei Kampfsport, auch weil es einen an eigene Grenzen bringt - dann ist das eine gute Gelegenheit.

aber wenn ich einen einzigen Therapeuten anrufe, der auch noch eine spezielle bekannte/beliebte(?) Therapieform anbietet bekomme ich sicherlich in diesem Jahrzehnt noch einen Platz

Jammer nicht rum, rufe an, dann weisst Du es. Erst dann.

Und noch etwas: ich habe Dir den Haken noch gar nicht gesagt. Deine Krankenkasse bezahlt diese Form der Therapie wahrscheinlich nicht. Deswegen hast Du möglicherweise gute Chancen.

Aber ein kleiner Tipp aus eigener Erfahrung: Mache es nur dann, wenn Du es wirklich, offen und ehrlich probieren willst. Sonst ist es herausgeschmissene Zeit und Geld.

BHo'rlxag


Ich hatte eigentlich versprochen schon vor Tagen zu antworten, bitte entschuldigt die Verspätung.

Ich bin nicht intelligenter geworden. Ich habe nur im Laufe des Lebens dazu gelernt. Ich habe mich allen Widrigkeiten zum Trotz durchgebissen, hier und da einen überraschenden Erfolg erzielt (Lob vom Chef oder so), bin in vielen Bereichen wohl auch einfach abgestumpft ("mir doch egal was andere über mich denken"), habe viele Menschen kennengelernt (durch die Arbeit), an ihnen zwangsläufig "Studien" betrieben ("wie tickt der Mensch") - da kann man viel durch Beobachten heraus finden. Allmählich hat sich im Vergleich mit anderen mein eigenes Bild relativiert, sich der Wahrheit angenähert. Es sind nicht alle so toll und so viel besser als sie scheinen, ich bin nicht so blöd wie ich dachte usw.

Kurz gesagt (ich wiederhole mich): Mich hat das Leben zurecht geschliffen. Meine Einstellung hat sich dadurch von allein geändert. Aktiv entschieden habe ich das nicht.

Also doch einfach ein Prozess, der mit der Zeit zu einer aushaltbaren Situation führt. Und wie lange hat das bei dir gedauert? In dem Fall muss ich ja eigentlich (fast) nur abwarten.

Das hier ist bei mir allerdings gesichert.

Und ich sehe bei Dir Potenzial für ebensolche (überraschenden) guten Erfahrungen.

Sehr gut, dass du mich sofort durchschaut hast ;-D Der Satz mit den überraschenden Erfolgen ist mir nämlich sofort ins Auge gefallen und muss(te) kommentiert werden. Überraschenden Erfolg hatte ich noch nie. Meine Skepsis diesbezüglich kannst du sicherlich erahnen.

Gute Güte, das siehst Du aber technisch. Ich habe noch nie verstanden, warum man so strategisch und hammerhart vorgehen muss. Wer sagt, dass der "Vortrag" fällt, wenn eine Säule fällt? Wer sagt, dass das überhaupt eine Säule ist? Woher weißt Du, dass er voraussetzt, dass man sie akzeptiert? Verstehst Du, was ich sagen will? Dadurch, dass Du es so technisch siehst und Dich von ihm so provoziert fühlst, dass Du meinst, seinen Beitrag so sezieren zu müssen, geht der Inhalt komplett verloren.

Ja, so bin ich schon immer gewesen. Analysieren, beurteilen, bei Entdeckung eines Fehlers auseinandernehmen, Alternativen überlegen. Ich hingegen habe noch nie verstanden, wie man 'einfach mal probieren' kann.

Die Säulen erwähnt er übrigens selbst (ich glaube er benutzt auch diesen Begriff, oder aber einen unmissverständlich ähnlichen). Eine Säule trägt logischerweise das Konzept. Ich habe mich nicht provoziert gefühlt, sondern diese 'Probleme' (nach meiner Definition) sind mir einfach aufgefallen.

Warum ist das ein Problem, dass ihn seine Position sehr angreifbar macht? Du kannst doch trotzdem beim Thema, also auf der Sachebene bleiben? Geh doch einfach davon aus, dass er Dich nicht ärgern will. So an jeden Beitrag heranzugehen ist nie verkehrt. Nimm einfach das, was Dich anspricht und was Dich in Deinem Verständnis weiterbringt. Lass Dir von ihm helfen. Niemand hier kann Dich herunterziehen, es sei denn, Du willst es.

Wenn etwas angreifbar ist, hält es einem Angriff nicht stand. Dieser Angriff ist in diesem Fall die Realität. Ich konnte in dem Vortrag nichts Neues erkennen, das nicht entweder trivial ist, oder aber auf die Realität anwendbar wäre.

Mein Gefühl ist, dass Du Dich noch nicht selbst gefunden hast. Du argumentierst auch nicht wie ein zufriedener Mensch, der seine Ansicht hat, zu der er stehen kann. Du kannst gewissermaßen noch "reifen". So verstehe ich auch die Absicht dieses Fadens, den Du eröffnet hast.

Ich denke das Problem ist, dass ich mich selbst sehr wohl gefunden habe. Die meisten Menschen finden sich selbst und sind dann mit dem, was sie sehen halbwegs oder (gerne auch nach einer gewissen Zeit) vollends zufrieden. Das, was ich sehe ist jedoch kaum zu akzeptieren.

Das war nur ein Beispiel. Es soll Dir helfen, zu reflektieren. Eine neue Perspektive einzunehmen. Dich neuen Herausforderungen zu stellen. Dich Deinen eigenen Ängsten, Wünschen und Hoffnungen zu stellen, sie sich überhaupt erst mal bewusst zu machen. Du bist ja auf der Suche nach Zielen. Ein Beispiel: ich habe mal als Student American Football gespielt. Dabei habe ich gelernt, wie ein Team funktioniert. Aber auch, dass man bei einer Sache 100% geben sollte oder man lässt es. Eine Erkenntnis, die ich bis dahin einfach nicht in der Klarheit gesehen habe. Aber diese Erkenntnis war hilfreich. Und ich hätte sie (habe sie) einfach nicht woanders bekommen. Aber Du willst eine Erkenntnis für Dich haben und wenn man sich da mit sich selber beschäftigt - und das macht man sehr gut bei Kampfsport, auch weil es einen an eigene Grenzen bringt - dann ist das eine gute Gelegenheit.

Ich hatte ja an anderer Stelle schon mal geschrieben, dass ich Kampfsport gerne als Hobby aufnehmen würde. Nur weiß ich nicht wieviel Spaß mir das als körperliches Wrack machen wird. Wir werden sehen. Ich erwarte jedoch erneut den Erfahrungswert "Das kannst du also auch nicht".

Jammer nicht rum, rufe an, dann weisst Du es. Erst dann.

Und noch etwas: ich habe Dir den Haken noch gar nicht gesagt. Deine Krankenkasse bezahlt diese Form der Therapie wahrscheinlich nicht. Deswegen hast Du möglicherweise gute Chancen.

Aber ein kleiner Tipp aus eigener Erfahrung: Mache es nur dann, wenn Du es wirklich, offen und ehrlich probieren willst. Sonst ist es herausgeschmissene Zeit und Geld.

Na das wird ja immer besser ]:D Ich denke, dass ich es zunächst mit einer normalen Therapie versuchen werde. Die sollen ja angeblich auch irgendwie helfen.

Lricht*AmHo=rizxont


@ Borlag

Also doch einfach ein Prozess, der mit der Zeit zu einer aushaltbaren Situation führt. Und wie lange hat das bei dir gedauert? In dem Fall muss ich ja eigentlich (fast) nur abwarten.

Ich schätze jetzt nur (denn es ist schwer zu sagen da es ja ein schleichender Prozess ist):

Ungefähr 5 Jahre ab Ende der Ausbildung hat es gedauert bis ich das Furchtbarste hinter mir hatte. Die Ausbildung selbst war schrecklich. Da gab es keine Erfolgserlebnisse! Alle anderen Azubis waren schlauer als ich. (Bis auf eine andere hatten auch alle außer mir Abitur.) Ich habe die Ausbildung irgendwie, auf dem Zahnfleisch kriechend, beendet und noch nicht mal so schlecht - aber eigentlich nur weil ich trotz jeden Tag alle Ecken vollkotzen weil ich es soooo gehasst habe immer weiter gemacht und gelernt und gepaukt habe. Praktisch, um es hinter mich zu bringen. Nicht aus Spaß an der Materie.

Insofern - nur abwarten klappt dann wohl nicht so ganz. Eher: Die Dinge auch mit Abkotzen und Scheißefinden durchziehen.

Sehr gut, dass du mich sofort durchschaut hast ;-D Der Satz mit den überraschenden Erfolgen ist mir nämlich sofort ins Auge gefallen und muss(te) kommentiert werden. Überraschenden Erfolg hatte ich noch nie. Meine Skepsis diesbezüglich kannst du sicherlich erahnen.

Ja, kann ich. Hatte ich damals ja auch. Für mich schien das Heutige so unvorstellbar wie jetzt für Dich. Und so wie ich Dich hier erlebe (nämlich gar nicht dumm) sehe ich das Potenzial und davon lasse ich mich auch nicht abbringen. ;-)

B@or9lag


Ich schätze jetzt nur (denn es ist schwer zu sagen da es ja ein schleichender Prozess ist):

Ungefähr 5 Jahre ab Ende der Ausbildung hat es gedauert bis ich das Furchtbarste hinter mir hatte. Die Ausbildung selbst war schrecklich. Da gab es keine Erfolgserlebnisse! Alle anderen Azubis waren schlauer als ich. (Bis auf eine andere hatten auch alle außer mir Abitur.) Ich habe die Ausbildung irgendwie, auf dem Zahnfleisch kriechend, beendet und noch nicht mal so schlecht - aber eigentlich nur weil ich trotz jeden Tag alle Ecken vollkotzen weil ich es soooo gehasst habe immer weiter gemacht und gelernt und gepaukt habe. Praktisch, um es hinter mich zu bringen. Nicht aus Spaß an der Materie.

Insofern - nur abwarten klappt dann wohl nicht so ganz. Eher: Die Dinge auch mit Abkotzen und Scheißefinden durchziehen.

Es ist nur eben besch...en zu wissen, dass die 'beste' Zeit (die man damals auch nur mies fand) jetzt schon vorüber ist und man an einer Zukunft arbeitet (also aktiv werden muss), die man gar nicht will. Ein Leben, das einem so gar nichts gibt.

Und zeitgleich wird man unentwegt von den tollen Erlebnissen, Berufen, Erzählungen der Bekannten, aber auch Fremden bombardiert.

Ja, ja, ich weiß: Jammer nicht, mach halt. Ist klar, tue ich auch.

LBaRuvcola


Man kann aber keine Erfolgserlebnisse haben wenn man das Positive, was es dann doch gibt, überhaupt nicht an sich ran lässt sondern kaputtargumentiert.

Eine Bekannte von mir mit sehr sehr geringem Selbstwertgefühl hat dafür die Argumentationsstrategie, mit der sie alles positive was man ihr andichtet, zunichte macht "da ICH das kann bzw ICH diese Eigenschaft habe, kann es ja gar nix besonders wertvolles sein".

Ja, da ist dann auch jeder Psychologe machtlos.

L{ichtAXmHorixzont


@ Borlag

Ja, ich weiß wie beschbeschissen sich das anfühlt. Für mich kommt das einigermaßen-wohlfühlen auch viel zu spät. Wenn ich heute 25jährige sehe die in ihrer Entwicklung schon weiter sind als ich und klüger als ich je sein werde (und lediglich zeitbedingt unerfahrener), dann entwickele ich durchaus Neidgefühle. Aber was soll ich machen? Die Zeit zurück drehen kann ich nicht und muss es nehmen wie es ist.

Bdorlxag


Man kann aber keine Erfolgserlebnisse haben wenn man das Positive, was es dann doch gibt, überhaupt nicht an sich ran lässt sondern kaputtargumentiert.

Eine Bekannte von mir mit sehr sehr geringem Selbstwertgefühl hat dafür die Argumentationsstrategie, mit der sie alles positive was man ihr andichtet, zunichte macht "da ICH das kann bzw ICH diese Eigenschaft habe, kann es ja gar nix besonders wertvolles sein".

Ja, da ist dann auch jeder Psychologe machtlos.

Da würde ich liebendgerne mit deiner Bekannten tauschen. Sich minderwertig zu fühlen ist wohl immer noch besser als minderwertig zu sein. Aber vom Verhalten her bin ich eigentlich genau das Gegenteil: Erfahrungsgemäß beurteile ich mich selbst besser als ich tatsächlich bin.

Ja, ich weiß wie beschbeschbeschissen sich das anfühlt. Für mich kommt das einigermaßen-wohlfühlen auch viel zu spät. Wenn ich heute 25jährige sehe die in ihrer Entwicklung schon weiter sind als ich und klüger als ich je sein werde (und lediglich zeitbedingt unerfahrener), dann entwickele ich durchaus Neidgefühle. Aber was soll ich machen? Die Zeit zurück drehen kann ich nicht und muss es nehmen wie es ist.

Ja, Neid ist natürlich auch ein Problem. Wobei ich es den Menschen gönne, dass es ihnen gut geht. Womit ich allerdings meine Probleme habe ist, wenn Menschen ihr Glück gar nicht erkennen wollen. Da wird sich auf Kleinigkeiten konzentriert, ohne aber das Großartige zu sehen. Auch hier im Forum sieht man das häufig: "Ich habe zwar meinen Traumberuf und verdiene viel Geld, aber".

Zeitgleich sind das aber auch diejenigen, die Menschen wie mich verurteilen oder mit dümmlichen Phrasen um sich werfen.

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