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Ohne wirkliches Ziel

_qPdarvPatxi_


Nimm als Beispiel zwei Menschen, die als Kind geschlagen wurden. Der eine schlägt später seine eigenen Kinder auch. Der andere verhält sich gegenteilig und ist besonders gut zu seinen Kindern. Willst Du jetzt letzterem seine Erfahrung absprechen?

Dann hatte Ersterer zusätzlich zur Gewalt in der Kindheit noch andere bedeutende Probleme in seinem Leben, die die zweite Person nicht hatte.

Wie kommst du darauf, dass ersterer zusätzlich noch Probleme gehabt haben muss?

Die Vorraussetzungen, also die Probleme beider Personen, können durchaus gleich sein, aber es reicht schon, wenn einer den Erziehungsstil in seiner Kindheit hinterfragt und denselben nicht bei den eignen Kindern anwendet.

Nur wenn meine Probleme lösbar wären. Sind sie aber nicht. Und genau diese Probleme führen zu der problematischen Einstellung.

Es gibt durchaus Probleme die nicht lösbar sind, dann sollte man eben versuchen, das Beste daraus zu machen. Jemand, der eine Querschnittslähmung erlitt, wird auch nicht mehr laufen können. Derjenige hat auch die Wahl zwischen a) ich falle in ein tiefes Loch und jammere rum, dass ich nicht mehr laufen kann oder b) ich versuche aus dem Unvermeidbaren das bestmögliche daraus zu machen und trotz der Einschränkung glücklich zu werden.

Biorlaeg


Wie kommst du darauf, dass ersterer zusätzlich noch Probleme gehabt haben muss?

Die Vorraussetzungen, also die Probleme beider Personen, können durchaus gleich sein, aber es reicht schon, wenn einer den Erziehungsstil in seiner Kindheit hinterfragt und denselben nicht bei den eignen Kindern anwendet.

Es ist ja irgendwo eine in sich geschlossene Logik. Man könnte sagen, dass die Nicht-Hinterfragung des Erziehungsstils ein Problem ist. Dadurch hätte die erste Person tatsächlich ein Problem mehr gehabt.

Aber: "Zusätzliche Probleme" ist wohl tatsächlich nicht die beste Beschreibung. Da stimme ich dir also zu. Die erste Person war einfach in einer andere Situation als die Zweite. Obwohl sich beide Situationen beim Gewalt-Problem überschneiden müssen andere Faktoren unterschiedlich gewesen sein. Und nur daraus resultieren dann unterschiedliche Einstellungen. Eine freie Entscheidung steckt dann nicht dahinter.

Es gibt durchaus Probleme die nicht lösbar sind, dann sollte man eben versuchen, das Beste daraus zu machen. Jemand, der eine Querschnittslähmung erlitt, wird auch nicht mehr laufen können. Derjenige hat auch die Wahl zwischen a) ich falle in ein tiefes Loch und jammere rum, dass ich nicht mehr laufen kann oder b) ich versuche aus dem Unvermeidbaren das bestmögliche daraus zu machen und trotz der Einschränkung glücklich zu werden.

Darauf läuft es wohl hinaus. Es ist nur so schwer sich vorzustellen nichts von dem, was man sich wünscht zu bekommen und dennoch irgendwie glücklich sein zu können. Derzeit hängt meine Vorstellung von Glück noch an diesen Wünschen. Wie ich das abschüttle weiß ich noch nicht.

_EPFarvaIti_


Die erste Person war einfach in einer andere Situation als die Zweite. Obwohl sich beide Situationen beim Gewalt-Problem überschneiden müssen andere Faktoren unterschiedlich gewesen sein. Und nur daraus resultieren dann unterschiedliche Einstellungen.

Sicher, da hast du auch nicht unrecht. Es ist auch schlicht unmöglich, dass zwei Personen, selbst, wenn sie Zwillinge wären, zu 100% die gleichen Vorraussetzungen und Erfahrungen mitbringen. Es kann sich alles nur sehr stark ähneln, mehr aber auch nicht. Unterschiede wird es nämlich immer geben und wenn sie noch so klein sein mögen.

Eine freie Entscheidung steckt dann nicht dahinter.

Es ist ziemlich schwer, über etwas zu diskutieren, worüber sich noch nicht mal die Wissenschaft im Klaren ist, nämlich, ob wir überhaupt einen freien Willen haben bzw. freie Entscheidungen treffen können.

L,ich=tA}mQHoriozxont


Es ist ziemlich schwer, über etwas zu diskutieren, worüber sich noch nicht mal die Wissenschaft im Klaren ist, nämlich, ob wir überhaupt einen freien Willen haben bzw. freie Entscheidungen treffen können.

Einen gewissen Spielraum wird es wohl geben, sonst könnten alle Psychotherapeuten ihre Pforten schließen.

_'ParVvatiz_


Einen gewissen Spielraum wird es wohl geben, sonst könnten alle Psychotherapeuten ihre Pforten schließen.

Nein, müssten sie nicht. Wie auch der Körper ist auch das Gehirn bis zu einem gewissen Grad trainierbar und umprogrammierbar.

Laic1htAmH8or(izxont


Ok. Stimmt.

KMlMeixo


Es ist ziemlich schwer, über etwas zu diskutieren, worüber sich noch nicht mal die Wissenschaft im Klaren ist, nämlich, ob wir überhaupt einen freien Willen haben bzw. freie Entscheidungen treffen können.

Aus meiner Sicht wird das aber völlig falsch verstanden. Es spielt letztlich überhaupt keine Rolle, ob das Vorhandensein dieses freie Willens bzw. freien Entscheidungen und diese selbst treffen zu können nun von der Wissenschaft bestätigt ist oder nicht. Es hat nichts mit einem freien Willen zu tun, sich etwas unrealistisches als Ziel zu setzen, wenn die Fähigkeiten oder Umstände oder andere Attribute nicht vorhanden sind. Hier ist von sehr vielem die Rede gewesen, wo es einen Wissensstand gibt und der hier negiert wird. Es gibt Zwillingsuntersuchungen, die genau das Gegenteil erweisen, was hier geschrieben wurde, es gibt Untersuchungen bezüglich der kindlichen Entwicklung, die genau das Gegenteil von dem bestätigen, was hier "geglaubt" wird, weil die eigene Erfahrungswelt anders ist. Letztlich geht es also um eine Glaubenswelt des TE, der sich dafür entschieden hat die Dinge zu glauben, die er will und alles andere zu negieren. Nur aufgrund dieser Basis ist es auch logisch, dass er damit auch unzufrieden und unglücklich bleiben wird. Auch ist die Definition von Zufriedenheit und Glücklichsein wichtig, denn jemand damit keinen Zustand definiert, sondern irgend ein Gefühl, dann ist es logisch, dass er sich nicht vorstellen kann, wie jemand in einem Gefängnis glücklich sein kann oder wenn dieser jemand eine tödliche Krankheit hat. Glücklichsein und Zufriedenheit besagt aus meiner Sicht nicht, dass man keine Schmerzen hat, traurig ist, wütend ist oder dergleichen. Es ist ein Zustand. Es ist etwas ganz anderes als glücklich darüber zu sein, dass ich heute z. B. nicht arbeite. ]:D

Nein, müssten sie nicht. Wie auch der Körper ist auch das Gehirn bis zu einem gewissen Grad trainierbar und umprogrammierbar.

Natürlich und genau dazu muss jemand bereit sein, sonst bleibt er in seinem Gefängnis/Weltanschauung - ist doch ganz egal, was man dazu sagt - in seiner Wahrnehmung, auf seiner Insel. Sehr wohl ist das trainierbar und umprogrammierbar. Wie weit - spielt aus meiner Sicht überhaupt keine Rolle, denn wenn jemand gar nicht bereit ist, etwas zu ändern, bleibt das Sprichwort: Wenn ich immer und immer wieder dasselbe tue, bekomme ich immer und immer das selbe Ergebnis. Da wird dann auch keine Lösung gesucht, sondern Gründe, warum man das nicht tut.

BGorlaxg


Sicher, da hast du auch nicht unrecht. Es ist auch schlicht unmöglich, dass zwei Personen, selbst, wenn sie Zwillinge wären, zu 100% die gleichen Vorraussetzungen und Erfahrungen mitbringen. Es kann sich alles nur sehr stark ähneln, mehr aber auch nicht. Unterschiede wird es nämlich immer geben und wenn sie noch so klein sein mögen.

Es ist ziemlich schwer, über etwas zu diskutieren, worüber sich noch nicht mal die Wissenschaft im Klaren ist, nämlich, ob wir überhaupt einen freien Willen haben bzw. freie Entscheidungen treffen können.

Das stimmt natürlich. Das sollte hier nun auch keine Grundsatzdiskussion werden. Für mich ist diese (beziehungsweise jegliche) Form von Determinismus einfach am logischsten. Daher meine Aussagen.

Es ist ziemlich schwer, über etwas zu diskutieren, worüber sich noch nicht mal die Wissenschaft im Klaren ist, nämlich, ob wir überhaupt einen freien Willen haben bzw. freie Entscheidungen treffen können.

Aus meiner Sicht wird das aber völlig falsch verstanden. Es spielt letztlich überhaupt keine Rolle, ob das Vorhandensein dieses freie Willens bzw. freien Entscheidungen und diese selbst treffen zu können nun von der Wissenschaft bestätigt ist oder nicht. Es hat nichts mit einem freien Willen zu tun, sich etwas unrealistisches als Ziel zu setzen, wenn die Fähigkeiten oder Umstände oder andere Attribute nicht vorhanden sind. Hier ist von sehr vielem die Rede gewesen, wo es einen Wissensstand gibt und der hier negiert wird. Es gibt Zwillingsuntersuchungen, die genau das Gegenteil erweisen, was hier geschrieben wurde, es gibt Untersuchungen bezüglich der kindlichen Entwicklung, die genau das Gegenteil von dem bestätigen, was hier "geglaubt" wird, weil die eigene Erfahrungswelt anders ist.

Was denn genau? Zwillinge führen doch kein exakt identisches Leben.

Letztlich geht es also um eine Glaubenswelt des TE, der sich dafür entschieden hat die Dinge zu glauben, die er will und alles andere zu negieren. Nur aufgrund dieser Basis ist es auch logisch, dass er damit auch unzufrieden und unglücklich bleiben wird. Auch ist die Definition von Zufriedenheit und Glücklichsein wichtig, denn jemand damit keinen Zustand definiert, sondern irgend ein Gefühl, dann ist es logisch, dass er sich nicht vorstellen kann, wie jemand in einem Gefängnis glücklich sein kann oder wenn dieser jemand eine tödliche Krankheit hat. Glücklichsein und Zufriedenheit besagt aus meiner Sicht nicht, dass man keine Schmerzen hat, traurig ist, wütend ist oder dergleichen. Es ist ein Zustand. Es ist etwas ganz anderes als glücklich darüber zu sein, dass ich heute z. B. nicht arbeite. ]:D

Und was ist dieser Zustand dann? Ist Ist es kein Zustand in dem eine gewisse Grundstimmung herrscht?

K}lEeixo


Was denn genau? Zwillinge führen doch kein exakt identisches Leben.

Es hängt davon ab, was Du unter identisches Leben verstehst. Dass sie nicht das gleiche zur gleichen Zeit sagen - nö, sicher nicht. Es gibt Zwillingsforschung von getrennten Zwillingen, die unabhängig voneinander aufgewachsen sind, teilweise auf anderen Kontinenten. Sie haben dieselben Eigenschaften, sie haben dieselben Präferenzen, den gleichen Typ Partner, etc. etc.

Gerade in der Kriminalforschung wurde die Kindheit von Serienmördern untersucht. Nicht jeder, der denselben Umständen ausgesetzt ist, wird aber ein Serienmörder und ja, sogar unter "schlimmeren" Verhältnissen aufgewachsene Menschen. Also ist es natürlich Veranlagung, Umgebung, etc. wie sich ein Mensch entwickelt und was er daraus macht. Da gibt es keine Einheitsschiene, schon gar nicht eine Negativschiene. Das entspricht auch meiner Erfahrungswelt. Deiner offensichtlich nicht, denn Du hast wohl lauter Negativbeispiele parat, die Du dann als Ausgangspunkt für Deine Denkweise hernimmst. Nur gibt es so etwas wie negative Prophezeiung. Wenn ich der Meinung bin, dass es keine Lösung für mein Problem gibt, so habe ich das Urteil schon gefällt und natürlich werde ich dann auch keine Lösung finden, weil ich in meiner Denkweise bleibe. Auch hier gibt es einige schöne Dinge von Watzlawick.

Und was ist dieser Zustand dann? Ist Ist es kein Zustand in dem eine gewisse Grundstimmung herrscht?

Es ist ja egal, deswegen meine ich, dass schon, vor allem auch Du, definieren solltest, was Du darunter verstehst, denn damit wäre schon einmal ein unterschiedlicher Ausgangspunkt gemeint, der dann automatisch vom gegenüber falsch verstanden wird, weil er eine andere Definition hat. Wenn Du einen Zustand meinst, der ein Leben beschreibt, das ständiges Vergnügen meint, lauter Dinge, zu denen Du für Dich zu eine positiven Wertung kommst, "positive" Gefühle, dann sind es schon mal unterschiedliche Dinge, von denen wir reden. Ich habe aber schon einmal geschrieben, was ich damit meine.

Der Zustand, den ich meine, ergibt sich aus den unterschiedlichen Dingen, wie eben einem halbwegs gesunden Selbstbewusstsein (bedeutet nicht, dass ich nur aus Deiner Warte gesehen, Dinge erlebe, auf die ein positives Gefühl hervorbringe oder aufgrund derer ich ein positives Gefühl in mir auslöse, sonder auch die so genannten negativen Gefühle), etc. etc. Die Grundstimmung ist da, aber nicht fixiert auf das, was ich als gut werte.

B(orlxag


Es hängt davon ab, was Du unter identisches Leben verstehst. Dass sie nicht das gleiche zur gleichen Zeit sagen - nö, sicher nicht. Es gibt Zwillingsforschung von getrennten Zwillingen, die unabhängig voneinander aufgewachsen sind, teilweise auf anderen Kontinenten. Sie haben dieselben Eigenschaften, sie haben dieselben Präferenzen, den gleichen Typ Partner, etc. etc.

Aber sicherlich dennoch stark unterschiedliche Leben, Sichtweisen etc., denn:

Gerade in der Kriminalforschung wurde die Kindheit von Serienmördern untersucht. Nicht jeder, der denselben Umständen ausgesetzt ist, wird aber ein Serienmörder und ja, sogar unter "schlimmeren" Verhältnissen aufgewachsene Menschen. Also ist es natürlich Veranlagung, Umgebung, etc. wie sich ein Mensch entwickelt und was er daraus macht.

Das wird wohl richtig sein. Wir sind Produkt von den Gegebenheiten in die wir hineingeboren werden und den Situationen mit denen wir konfrontiert werden. "Was wir daraus machen" ist ein automatischer Prozess. Ein Entscheidungsprozess, der durch unsere Vergangenheit bestimmt wird.

Nur gibt es so etwas wie negative Prophezeiung. Wenn ich der Meinung bin, dass es keine Lösung für mein Problem gibt, so habe ich das Urteil schon gefällt und natürlich werde ich dann auch keine Lösung finden, weil ich in meiner Denkweise bleibe. Auch hier gibt es einige schöne Dinge von Watzlawick.

Meinen Körper kann ich nicht gegen einen anderen tauschen. Ich kann ihn höchstens in einigen Punkten verändern, aber nicht genug. Ebenso kann ich meinen versauten Lebenslauf nicht rückgängig machen.

Optimismus ist nicht die Lösung aller Probleme. Und somit bleiben einige einfach unlösbar.

Und was ist dieser Zustand dann? Ist Ist es kein Zustand in dem eine gewisse Grundstimmung herrscht?

Es ist ja egal, deswegen meine ich, dass schon, vor allem auch Du, definieren solltest, was Du darunter verstehst, denn damit wäre schon einmal ein unterschiedlicher Ausgangspunkt gemeint, der dann automatisch vom gegenüber falsch verstanden wird, weil er eine andere Definition hat. Wenn Du einen Zustand meinst, der ein Leben beschreibt, das ständiges Vergnügen meint, lauter Dinge, zu denen Du für Dich zu eine positiven Wertung kommst, "positive" Gefühle, dann sind es schon mal unterschiedliche Dinge, von denen wir reden. Ich habe aber schon einmal geschrieben, was ich damit meine.

Es muss kein Zustand sein in dem es nur Höhen, aber keine Tiefen gibt. Trauer und Leid sind ebenso Teil eines glücklichen Lebens. Nur eben vereinzelt und nicht dauerhaft. Ein glückliches Leben ist eines in dem man eine ausreichende Zahl der selbsternannten Grundbedürfnisse decken kann. Ein Leben das nicht geplagt ist von dem Gedanken "Warum habe ich dies und das nicht?" (ich spreche von einer Plage und nicht dem normalen Wunsch etwas zu bekommen, was man nicht besitzt).

KYleixo


Wettlauf der Frösche

Es war einmal ein Wettlauf der Frösche.

Das Ziel war es, auf den höchsten Punkt eines grossen Turms zu gelangen.

Es versammelten sich viele andere Frösche, um zuzusehen und ihre Artgenossen anzufeuern. Der Wettlauf begann. In Wirklichkeit glaubte keiner von den Zuschauern daran, dass auch nur ein Frosch auf die Spitze des Turmes gelangen könnte, und alles was man hörte, waren Sätze wie : "Die Armen! Sie werden es nie schaffen!"

Die Frösche begannen einer nach dem anderen - aufzugeben, ausser einem, der weiterhin versuchte, auf die Spitze des Turmes zu klettern.

Die Zuschauer fuhren fort zu sagen:

"... Die Armen! Sie werden es nie schaffen! ...."

Und die Frösche gaben sich geschlagen, ausser dem einen Dickschädel, der nicht aufgab.

Schlussendlich hatten alle Frösche ihr Vorhaben abgebrochen - nur jener Frosch hatte alleine und unter grosser Anstrengung die Spitze des Turmes erreicht.

Die anderen wollten von ihm wissen, wie er das geschafft hatte.

Einer der anderen Frösche näherte sich ihm, um zu fragen, wie er es geschafft hätte, den Wettlauf zu gewinnen.

Da merkten sie, dass er taub war!

BSorlxag


Ähnlich stur nach vorne bin ich bisher immer gegangen. Die Turmspitze habe ich dadurch nicht erreicht. Ganz im Gegenteil.

Ja man kann trotz äußerer Einflüsse so einiges schaffen, aber so manches haftet einem an. Egal was man tut oder denkt.

AOUSwainderHin8x3


Bisher habe ich nur still mitgelesen (deinen letzten Faden auch) - nun hab ich aber doch das Bedürfnis was dazu zu schreiben ;-D

Das wird wohl richtig sein. Wir sind Produkt von den Gegebenheiten in die wir hineingeboren werden und den Situationen mit denen wir konfrontiert werden. "Was wir daraus machen" ist ein automatischer Prozess. Ein Entscheidungsprozess, der durch unsere Vergangenheit bestimmt wird.

Soweit richtig. Hier hat man nun 2 Möglichkeiten.

1) Nichts ändern, dann wird sich diese Spirale immer weiter drehen auf die selbe Weise --> Es wird dir nie besser gehen.

2) Hier kann ein Therapeut ansetzen. Er motiviert dazu mal eine andere Entscheidung zu treffen. Dadurch kann es zu besseren Erfahrungen führen, diese wiederum zu mutigeren Entscheidungen, noch bessere Erfahrungen --> Spirale kann sich umkehren und man wird glücklicher. Das geht natürlich nicht von heut auf morgen. Das ist ein teils jahrelanger Prozess. Aber den ersten Schritt zu gehen kann sich durchaus lohnen.

Meinen Körper kann ich nicht gegen einen anderen tauschen. Ich kann ihn höchstens in einigen Punkten verändern, aber nicht genug. Ebenso kann ich meinen versauten Lebenslauf nicht rückgängig machen.

Nicht genug: Sagt wer? Das ist in der Regel deine Erwartungshaltung an dich selbst. Und die gilt es zu hinterfragen und ggf. anzupassen. Kein anderer Mensch dieser Welt kann dir vorschreiben, wie dein Körper auszusehen hat oder welchen Beruf du ergreifst.

Ein Therapeut wird dir keine Wunder-Tips geben, die bisher keiner der Schreiberlinge hier nicht auch gegeben hat. Du bist doch selbst schon alle Möglichkeiten durchgegangen.

Der Therapeut wird mit dir dein UMDENKEN trainieren! Nichts anderes. Das ist Therapie! Er wird mit dir so lange sprechen und deine Ängste und Gründe für deine Verhaltensweise analysieren bis zu dazu in der Lage bist, deinen Körper, deine sozialen Fähigkeiten und deine intellektuellen Fähigkeiten anzunehmen und dir neue erreichbare Ziele zu setzen. Das kann ein laaaanger Prozess sein. Aber ein Schnipser vom Therapeuten und Wunder-Erkenntnisse wird und kann es nicht geben.

Ich hab früher in etwa auch so wie du gedacht.

Teilweise tu ich es immer noch - und doch muss ich das Umdenken immer noch ständig trainieren und meine Gedankengänge und Befürchtungen hinterfragen um festzustellen dass viele Befürchtungen unrealistisch sind.

@ Kleio:

Schöne Geschichte! :)^ Lädt sehr zum Nachdenken ein...

K.l{eio


Ähnlich stur nach vorne bin ich bisher immer gegangen. Die Turmspitze habe ich dadurch nicht erreicht. Ganz im Gegenteil.

Ja man kann trotz äußerer Einflüsse so einiges schaffen, aber so manches haftet einem an. Egal was man tut oder denkt.

Ich glaube ich habe Wochen gebraucht, wenn nicht Monate, bis ich verstanden hatte, was damit gemeint war und welche Konsequenzen diese Denkweise hatte.

Afl:be*dxo


Eines vorweg:

Ich habe jetzt nicht alles hier gelesen, kann also sein, dass es schon so oder ähnlich gesagt wurde oder längst überflüssig ist. Ein Psychologe würde das wohl eine allgemeine Lebens-Sinn-Krise nennen. Ein Philosoph würde es wohl das Leben selbst nennen - die Suche nach einem Sinn. Ein Workaholic würde es wohl mit "der hat zuviel Zeit" be-nennen. Ein Depressiver würde es wohl mit Grund allen Übels nennen. Ein Fanatiker der Logik würde sich die ganze Zeit fragen, wer zuerst da war, das Ei oder das Huhn - bezogen auf die Aussage des Depressiven. Und so weiter und so fort.

Letztlich ist es aber egal, wie man es nennt. Fakt ist, es tut dir nicht gut. Und was dir nicht gut tut, sollte sich ändern.

Nur, wie ändert man etwas, von dem man nichts weiß? Wo man nicht weiß, in welche Richtung sich da was ändern sollte, denn genau darum geht's ja bei dem Problem.

Ich habe keine Weisheit mit Löffeln gefressen, erwarte also bitte keine entsprechende Aussage. Das Einzige, was ich in diesem Zusammenhang weiss und sagen kann, ist, dass die Überlegungen, die sich aus dem Problem ergeben, das Problem selbst zumindest anheizen - vielleicht sogar erzeugen. Siehe Aussage des Logik-Fanatikers. Sie abzustellen geht zum Einen nicht - oder nicht sonderlich gut. Und zu Anderen ist deswegen noch lange nicht automatisch Inhalt gegeben. Das Problem bleibt also bestehen, oder?

Nein.

Die Gedanken müssten neue Inhalte bekommen, damit sich neue Gedanken bilden können. Nehmen wir mal ein Beispiel:

Nehmen wir mal an, du würdest dich entscheiden ab Morgen etwas Bestimmtes, Sinnhaftes zu machen. Zum Beispiel sich bei einer wohltätigen Organisation zu engagieren. Du stündest zwar nicht voll dahinter, hättest deine Zweifel, aber a) bräuchte das ja nicht jeder zu wissen und b) du würdest abwarten, was passiert. Nehmen wir desweiteren mal an, du könntest das tun und würdest es tun. Dann KANN sich alles ändern - muss aber nicht. Wenn es das nicht tut, dann könntest du etwas Neues probieren. Wenn es das tut, dann hast du deinen Inhalt gefunden. Und mit diesem automatisch neue Ziele. Beziehungsweise überhaupt welche. Änderst du jedoch nichts, bleibt alles beim Alten -> dann bleibt eben auch alles beim Alten. Erwarte nicht, dass Wolken über dir aufreissen und wie von magischer Hand plötzlich ein Sinn oder ein Ziel in dein Leben fällt. Das passiert schon mit weitaus handfesteren Dingen nicht, wie zum Beispiel Reichtum oder dem richtigen Partner - wie soll das dann erst mit weitaus "glatteren", weil flüchtigeren Dingen geschehen können? Gar nicht, ganz einfach.

Das Problem beim Ganzen:

Menschen, die eine Sinnkrise erleben, sind nicht selten intelligente Menschen. Denn es gehört ein gewisses Maß an Intelligenz dazu, um zu erkennen, dass es da ein Problem gibt, das nicht leicht in Worte zu fassen ist. Mit "Intelligenz" meine ich übrigens nicht Fokus auf Logik, keine Inselbegabung als Mathematiker oder so etwas - sondern einer übergreifenden, Gefühle einschliessenden Intelligenz. Man könnte es auch Lebenserfahrung nennen, oder Empathie oder Sensibilität - Vieles passt oder eben auch nicht. Aber das alles sind nur Labels. Doch wie auch immer: Dieses Maß an Intelligenz & Co ist jedenfalls nötig. Und diese wird einem absurder Weise weiterhin im Weg stehen. Ja, sie zeigt Möglichkeiten auf. Aber sie findet auch Gründe, die dagegen sprechen.

Die einzige Lösung, die ich hierbei anbieten kann, ergibt absurder Weise scheinbar keinen Sinn:

Tue Dinge, ohne darüber nach zu denken!

Tue es einfach!

Suche nicht nach einem Grund, denn entweder findest du keinen oder jede Menge, die dagegen sprechen. Nutz nicht dein Gehirn, es ist dafür nicht ausgelegt. Nicht nur deins nicht, niemandes Hirn. Schöngeistige Überlegungen sind eine tolle Sache - aber nicht, wenn davon das eigene Schicksal abhängt. Schau dir Schopenhauer an. Oder Hemingway. Oder Curt Cobain. Oder viele andere. Sie fanden nichts. Und das war ihr Ende. Doch das heisst nicht, dass es da nichts gibt. Es heisst nur, dass Menschen versuchten mittels der Möglichkeiten ihres Gehirns, vorgeblich Logik, einen Sinn zu finden. Schon Spock wusste, dass Logik nur der Anfang der Weisheit ist, aber nicht deren Ende. Man wird durch reine Überlegungen keinen Sinn finden, weil Sinn eine Meta-Sache ist, kaum greifbar, fast unmöglich in Worte zu fassen. Zumindest im Vorfeld. Wenn man ihn denn hat, wenn es also soweit ist, wird er dafür völlig klar sein - und man wird sich fragen, wieso man nicht früher darauf kam. Es ist eine Frage der Erfahrung, nicht des Überlegens. Doch wie gesagt, Erfahrungen leben davon gemacht zu werden. Über sie nachdenken führt nicht zum selben Ergebnis, verschlimmert nur die Lage.

Will man also Sinn finden, muss man aufhören ihn zu suchen, paradox but true.

Will man Inhalte, muss man sie schaffen. Auch, wenn Gedanken und Gefühle sagen, dass das nix bringt. Sie irren sich.

Will man einen Weg für sich finden, einen richtigen, muss man zuerst mal losgehen. Vielleicht auch erst mal viele falsche gehen. Vielleicht wird man keinen "richtigen" finden, aber vielleicht gute Ersatz-Wege.

Wenn man aber gar nicht losgeht, wird man überhaupt nichts finden.

Und das ist am Schlimmsten.

Es tut mir leid, dass das alles hier nur mehr oder weniger Binsenwahrheiten sind oder sich zumindest so anhören. Doch das heisst nicht, dass diese falsch wären. Das Problem bei der Lebenskrise ist letztlich so einfach, dass wir es nicht erkennen können:

Wir sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Denk über diesen Satz nach! Viele Male und sehr tief. Du wirst sehen, wie saugut er passt. Und dann hör auf. Hör auf zu denken. Auch wenn es nicht geht. Versuche es. Dann wird sich etwas ändern. Was genau, was es bringt, wohin es führt - ehrlich, kann dir doch egal sein, oder? Wenn man keinen Weg hat ist jeder der Richtige - auch so eine Binsenwahrheit, nicht wahr? ;-) Ja, ich weiß, dass es unbefriedigend ist. Aber nicht zwingend auch falsch.

Ich hoffe, ich konnte wenigstens etwas helfen.

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