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Ohne wirkliches Ziel

Z<acha<rias xM


Ich glaube ich habe Wochen gebraucht, wenn nicht Monate, bis ich verstanden hatte, was damit gemeint war und welche Konsequenzen diese Denkweise hatte.

Kleio

Weihe mich ein, in dieses Geheimnis, ich bin neugierig. Was war denn laut deiner Erkenntnis damit gemeint? :-)

KFleBio


Zacharias M

Weihe mich ein, in dieses Geheimnis, ich bin neugierig. Was war denn laut deiner Erkenntnis damit gemeint? :-)

Es ist kein Geheimnis. Als stur würde ich den Frosch nicht sehen, was schlichtweg schon zeigt, dass jeder die Geschichte anders auffassen wird. Der Frosch war taub. Das heißt, er war auf seiner eigenen Insel, in seiner Erlebniswelt und hat all die negativen Aussagen seiner Umgebung nicht gehört. Aber die Essenz der Geschichte ist für mich, vorurteilsfrei auf ein Ziel loszugehen und Selbstvertrauen zu haben, denn wenn ich schon ein Vorurteil habe, dass das nicht zu schaffen ist, vor allem, wenn es einem auch von der Umgebung eingeredet wird, dann ist es schon schwieriger auf ein Ziel loszugehen, denn damit ist schon die vorgefasste Meinung festgelegt, dass es "schwierig" ist oder nicht möglich. Lauter negative Gedanken. Der Vergleich mit den Mitstreitern macht es einem noch schwieriger das Ziel zu sehen, weil man die Mitstreiter sieht und dass einer nach dem anderen aufgibt. Ziemlich schwierig ein Ziel unter diesen Umständen zu erreichen. Es gab also keinen negativen Einfluss für den tauben Frosch, weder von außen noch hat der Frosch selbst solche negativen Gedanken und den Turm letztlich auch erklommen. Gemeint ist für mich, sich nicht von anderen beeinflussen zu lassen, sondern selbst herauszufinden, was man erreicht. Wenn ich schon selbst nicht daran glaube, wie die Mitstreiter, wenn ich mich von außen so beeinflussen lasse, dass ich das auch denke, dann gebe ich auch schneller auf. Wenn ich unbedarft oder gar mit einer positiven Einstellung an die Sache herangehe, dann ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass ich den den höchsten Punkt des Turmes erreichen werde. Das heißt auch, dass ich die Möglichkeit habe mich zu motivieren, in dem ich mir sage, "Du schaffst es und nicht, Du bist eine Niete, schau, die anderen glauben es auch nicht, sie schaffen es nicht, also brauche ich es gar nicht zu versuchen. Bessere als ich scheitern daran, also lasse ich es gleich sein." Mein Verhalten ist also das Ergebnis meiner Denkweise. Also legt meine Denkweise schon den Grundstein dafür, wie weit ich komme, wie ich auf Dinge zugehe. Umgekehrt wirkt die sich genauso auf andere aus, auf das Miteinander. Wer animiert mich denn z. B. im Team? Einer, der ständig sagt, dass das so nicht läuft, dass wir das nicht schaffen, mit missmutiger und schlecht gelaunter Mine oder einer, der sagt, setzen wir uns zusammen und versuchen auf den höchsten Punkt des Turmes zu kommen. Wann werde ich gute Leistungen bringen? Wenn ich mir sage, dass ich nichts kann oder wenn ich auf mich vertraue? Usw. usw. Wie schon gesagt – die Analyse wie sich diese Denkweise auswirkt, ist eine lange Analyse, wenn man selbst hinterfragt und sucht. Das wirkt sich extrem und breit auf die Denkweise aus, wo ich meine Aufmerksamkeit hin steuere, auf andere oder auf mich und wie ich mich mir gegenüber verhalte. Auch da gehen die Gedanken voraus. Also wenn schon Vorurteil, dann ein positives. Das kann man dann ja je nach Situation steuern. Ich würde auch die Geschichte so verstehen, dass man taub sein soll, wenn jemand einem etwas einreden will, etwas differenzierter gedacht bzw. ausgedrückt, der einen nicht kennt und auch undifferenziert einem mitteilt, dass man etwas nicht kann. Da ist kein Spaß, kein Humor, keine Neugier mehr vorhanden und der Focus liegt auf dem inneren Kampf gegen die eigenen negativen Gedanken oder gegen die negativen Gedanken anderer.

sPensiabelmxan


Für mich hat die Geschichte mit dem Frosch soetwas von selbsterfüllender Prognose: Wenn man verinnerlicht, dass etwas nicht zu schaffen ist, sinkt die Motivation und der Antrieb etwas zu erreichen und damit rücken Ziele in weite Ferne. Das ist nochmal ein anderer Snack als: "dazu habe ich keine Lust".

Innovationen begannen oft mit der Widerspenstigkeit gegen festgefahrene Mehrheitsmeinungen und -auffassungen.

Dummerweise verfestigen Negativerfahrungen auch die Auffassung und gelten als Beleg, dass etwas nicht funktioniert.

10 Fehlschläge oder mehr hinsichtlich der Erreichbarkeit eines Zieles sind aber kein Beweis dafür, dass etwas grundsätzlich nicht funktionieren kann, es zeigt lediglich, dass es so nicht funktioniert.

Wenn man ein Ziel nicht erreicht, dann hat es in der Regel nur das Problem, dass der Weg zur Erreichung des Zieles falsch war.

siensEibyelmaxn


Für mein eigenes Denken war [[http://www.zum.de/Faecher/Materialien/dittrich/Lyrik/Ballade.htm dieses Gedicht]] während meiner Schulzeit mit prägend.

Wer hätte dem Bischof geglaubt, wer dem Schneider geglaubt?

Ich denke, auch heute sind die Mehrheit der Menschen "bischofsgläubig".

Wenn es keine eindeutigen Belege gibt, die gegen eine Sache sprechen, bin ich davon überzeugt, dass es eine Lösung gibt. Misserfolge sind für mich nie ein Beleg dafür, dass etwas grundsätzlich nicht funktioniert.

Insofern halte ich Misserfolge auch für lehrreich: sie bedeuten: So funktioniert das jedenfalls nicht also muss ich es anders angehen.

B{orla9g


Soweit richtig. Hier hat man nun 2 Möglichkeiten.

1) Nichts ändern, dann wird sich diese Spirale immer weiter drehen auf die selbe Weise --> Es wird dir nie besser gehen.

2) Hier kann ein Therapeut ansetzen. Er motiviert dazu mal eine andere Entscheidung zu treffen. Dadurch kann es zu besseren Erfahrungen führen, diese wiederum zu mutigeren Entscheidungen, noch bessere Erfahrungen --> Spirale kann sich umkehren und man wird glücklicher. Das geht natürlich nicht von heut auf morgen. Das ist ein teils jahrelanger Prozess. Aber den ersten Schritt zu gehen kann sich durchaus lohnen.

Möglichkeit 2) verfolge ich momentan und bin optimistisch, dass es mir teilweise helfen kann :-)

Nicht genug: Sagt wer? Das ist in der Regel deine Erwartungshaltung an dich selbst. Und die gilt es zu hinterfragen und ggf. anzupassen. Kein anderer Mensch dieser Welt kann dir vorschreiben, wie dein Körper auszusehen hat oder welchen Beruf du ergreifst.

Niemand kann mir etwas vorschreiben, aber jeder kann mich dafür abweisen und abwerten. Man kann mir schlecht eine Entscheidung aufzwingen, mir aber so viele nehmen bis nur noch welche übrig sind, die mir nicht zusagen.

Ein Therapeut wird dir keine Wunder-Tips geben, die bisher keiner der Schreiberlinge hier nicht auch gegeben hat. Du bist doch selbst schon alle Möglichkeiten durchgegangen.

Der Therapeut wird mit dir dein UMDENKEN trainieren! Nichts anderes. Das ist Therapie! Er wird mit dir so lange sprechen und deine Ängste und Gründe für deine Verhaltensweise analysieren bis zu dazu in der Lage bist, deinen Körper, deine sozialen Fähigkeiten und deine intellektuellen Fähigkeiten anzunehmen und dir neue erreichbare Ziele zu setzen. Das kann ein laaaanger Prozess sein. Aber ein Schnipser vom Therapeuten und Wunder-Erkenntnisse wird und kann es nicht geben.

Na super %-| Und wegen so einem Blödsinn rennt jeder Depp ständig zum Therapeuten? Probieren werde ich es, aber die therapeutischen Möglichkeiten sind ja dann doch noch weitaus eingeschränkter als ich dachte. Das ist ja so als würde man einem Hungernden erzählen er solle seinen Hunger akzeptieren.

Ich hab früher in etwa auch so wie du gedacht.

Teilweise tu ich es immer noch - und doch muss ich das Umdenken immer noch ständig trainieren und meine Gedankengänge und Befürchtungen hinterfragen um festzustellen dass viele Befürchtungen unrealistisch sind.

Mein größter Fluch ist wohl, dass ich ständig Recht habe. Jede Befürchtung, die ich habe bewahrheitet sich. Ganz ohne selbsterfüllende Prophezeiung oder selektive Wahrnehmung. Ich bin realistisch genug um beschissene Situationen zu erkennen.

Ich glaube ich habe Wochen gebraucht, wenn nicht Monate, bis ich verstanden hatte, was damit gemeint war und welche Konsequenzen diese Denkweise hatte.

Also ist meine Interpretation falsch? Warum?

Eines vorweg:

Ich habe jetzt nicht alles hier gelesen, kann also sein, dass es schon so oder ähnlich gesagt wurde oder längst überflüssig ist. Ein Psychologe würde das wohl eine allgemeine Lebens-Sinn-Krise nennen. Ein Philosoph würde es wohl das Leben selbst nennen - die Suche nach einem Sinn. Ein Workaholic würde es wohl mit "der hat zuviel Zeit" be-nennen. Ein Depressiver würde es wohl mit Grund allen Übels nennen. Ein Fanatiker der Logik würde sich die ganze Zeit fragen, wer zuerst da war, das Ei oder das Huhn - bezogen auf die Aussage des Depressiven. Und so weiter und so fort.

Letztlich ist es aber egal, wie man es nennt. Fakt ist, es tut dir nicht gut. Und was dir nicht gut tut, sollte sich ändern.

Nur, wie ändert man etwas, von dem man nichts weiß? Wo man nicht weiß, in welche Richtung sich da was ändern sollte, denn genau darum geht's ja bei dem Problem.

Ich habe keine Weisheit mit Löffeln gefressen, erwarte also bitte keine entsprechende Aussage. Das Einzige, was ich in diesem Zusammenhang weiss und sagen kann, ist, dass die Überlegungen, die sich aus dem Problem ergeben, das Problem selbst zumindest anheizen - vielleicht sogar erzeugen. Siehe Aussage des Logik-Fanatikers. Sie abzustellen geht zum Einen nicht - oder nicht sonderlich gut. Und zu Anderen ist deswegen noch lange nicht automatisch Inhalt gegeben. Das Problem bleibt also bestehen, oder?

Nein.

Die Gedanken müssten neue Inhalte bekommen, damit sich neue Gedanken bilden können. Nehmen wir mal ein Beispiel:

Nehmen wir mal an, du würdest dich entscheiden ab Morgen etwas Bestimmtes, Sinnhaftes zu machen. Zum Beispiel sich bei einer wohltätigen Organisation zu engagieren. Du stündest zwar nicht voll dahinter, hättest deine Zweifel, aber a) bräuchte das ja nicht jeder zu wissen und b) du würdest abwarten, was passiert. Nehmen wir desweiteren mal an, du könntest das tun und würdest es tun. Dann KANN sich alles ändern - muss aber nicht. Wenn es das nicht tut, dann könntest du etwas Neues probieren. Wenn es das tut, dann hast du deinen Inhalt gefunden. Und mit diesem automatisch neue Ziele. Beziehungsweise überhaupt welche. Änderst du jedoch nichts, bleibt alles beim Alten -> dann bleibt eben auch alles beim Alten. Erwarte nicht, dass Wolken über dir aufreissen und wie von magischer Hand plötzlich ein Sinn oder ein Ziel in dein Leben fällt. Das passiert schon mit weitaus handfesteren Dingen nicht, wie zum Beispiel Reichtum oder dem richtigen Partner - wie soll das dann erst mit weitaus "glatteren", weil flüchtigeren Dingen geschehen können? Gar nicht, ganz einfach.

Das Problem beim Ganzen:

Menschen, die eine Sinnkrise erleben, sind nicht selten intelligente Menschen. Denn es gehört ein gewisses Maß an Intelligenz dazu, um zu erkennen, dass es da ein Problem gibt, das nicht leicht in Worte zu fassen ist. Mit "Intelligenz" meine ich übrigens nicht Fokus auf Logik, keine Inselbegabung als Mathematiker oder so etwas - sondern einer übergreifenden, Gefühle einschliessenden Intelligenz. Man könnte es auch Lebenserfahrung nennen, oder Empathie oder Sensibilität - Vieles passt oder eben auch nicht. Aber das alles sind nur Labels. Doch wie auch immer: Dieses Maß an Intelligenz & Co ist jedenfalls nötig. Und diese wird einem absurder Weise weiterhin im Weg stehen. Ja, sie zeigt Möglichkeiten auf. Aber sie findet auch Gründe, die dagegen sprechen.

Die einzige Lösung, die ich hierbei anbieten kann, ergibt absurder Weise scheinbar keinen Sinn:

Tue Dinge, ohne darüber nach zu denken!

Tue es einfach!

Suche nicht nach einem Grund, denn entweder findest du keinen oder jede Menge, die dagegen sprechen. Nutz nicht dein Gehirn, es ist dafür nicht ausgelegt. Nicht nur deins nicht, niemandes Hirn. Schöngeistige Überlegungen sind eine tolle Sache - aber nicht, wenn davon das eigene Schicksal abhängt. Schau dir Schopenhauer an. Oder Hemingway. Oder Curt Cobain. Oder viele andere. Sie fanden nichts. Und das war ihr Ende. Doch das heisst nicht, dass es da nichts gibt. Es heisst nur, dass Menschen versuchten mittels der Möglichkeiten ihres Gehirns, vorgeblich Logik, einen Sinn zu finden. Schon Spock wusste, dass Logik nur der Anfang der Weisheit ist, aber nicht deren Ende. Man wird durch reine Überlegungen keinen Sinn finden, weil Sinn eine Meta-Sache ist, kaum greifbar, fast unmöglich in Worte zu fassen. Zumindest im Vorfeld. Wenn man ihn denn hat, wenn es also soweit ist, wird er dafür völlig klar sein - und man wird sich fragen, wieso man nicht früher darauf kam. Es ist eine Frage der Erfahrung, nicht des Überlegens. Doch wie gesagt, Erfahrungen leben davon gemacht zu werden. Über sie nachdenken führt nicht zum selben Ergebnis, verschlimmert nur die Lage.

Will man also Sinn finden, muss man aufhören ihn zu suchen, paradox but true.

Will man Inhalte, muss man sie schaffen. Auch, wenn Gedanken und Gefühle sagen, dass das nix bringt. Sie irren sich.

Will man einen Weg für sich finden, einen richtigen, muss man zuerst mal losgehen. Vielleicht auch erst mal viele falsche gehen. Vielleicht wird man keinen "richtigen" finden, aber vielleicht gute Ersatz-Wege.

Wenn man aber gar nicht losgeht, wird man überhaupt nichts finden.

Und das ist am Schlimmsten.

Es tut mir leid, dass das alles hier nur mehr oder weniger Binsenwahrheiten sind oder sich zumindest so anhören. Doch das heisst nicht, dass diese falsch wären. Das Problem bei der Lebenskrise ist letztlich so einfach, dass wir es nicht erkennen können:

Wir sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Denk über diesen Satz nach! Viele Male und sehr tief. Du wirst sehen, wie saugut er passt. Und dann hör auf. Hör auf zu denken. Auch wenn es nicht geht. Versuche es. Dann wird sich etwas ändern. Was genau, was es bringt, wohin es führt - ehrlich, kann dir doch egal sein, oder? Wenn man keinen Weg hat ist jeder der Richtige - auch so eine Binsenwahrheit, nicht wahr? ;-) Ja, ich weiß, dass es unbefriedigend ist. Aber nicht zwingend auch falsch.

Ich hoffe, ich konnte wenigstens etwas helfen.

Einen tollen Beitrag hast du da verfasst! :)^ Ich kann da tatsächlich gar nicht viel zu schreiben, nur, dass ich dir zustimme und du einen großen Teil meines Grundproblems gut erkannt und erläutert hast.

Wenn man mit einer Aussage nicht einverstanden ist, lässt sich immer viel schreiben: Viel Kritik -> Viele Wörter. In diesem Fall eine entsprechend kurze Antwort. :-)

Wenn man ein Ziel nicht erreicht, dann hat es in der Regel nur das Problem, dass der Weg zur Erreichung des Zieles falsch war.

Leider gibt es noch viele Fälle außerhalb dieser Regel :-|

L7ichtAm"Hordizoxnt


Tue Dinge, ohne darüber nach zu denken!

Tue es einfach!

Daran scheitere auch ich leider noch allzu oft. Manchmal wünsche ich mir eine Hirn-aus-Tablette, die ich einfach einwerfen kann und los geht's…

K!leixo


Borlag

Also ist meine Interpretation falsch? Warum?

Das meinte ich nicht damit, sondern, dass die Reaktion für mich bestätigt hat, dass Du Dich schlichtweg gar nicht auf eine andere Denkweise einlässt. Du hast ja Recht. Und wie schon erwähnt, natürlich hast Du innerhalb Deiner Logik immer Recht. Das ist bei jeder Logik so. Du bleibst in Deiner Vorstellungswelt und beurteilst eine mögliche Denkweise von außen. Das ist eben kein Nachvollziehen, denn dafür müsstest Du Deine eigene Denkweise mal verlassen.

L/aRzuco#lxa


Aber dann ist jegliche Diskussion auch komplett zwecklos; ausserdem fragt man sich, warum jemand an einer Logik, die ihm bisher nur Unglück gebracht hat, dann so beharrlich festhält.

Na super %-| Und wegen so einem Blödsinn rennt jeder Depp ständig zum Therapeuten? Probieren werde ich es, aber die therapeutischen Möglichkeiten sind ja dann doch noch weitaus eingeschränkter als ich dachte. Das ist ja so als würde man einem Hungernden erzählen er solle seinen Hunger akzeptieren.

Ganz so isses nun auch nicht; die Dinge, die man verbessern kann, sollte man auch verbessern. Aber letzten Endes ist es schon so. Die Probleme, die man nicht lösen kann, kann man nicht lösen, also bleibt einem nur übrig, einen Umgang damit zu finden, der möglichst wenig Leiden verursacht.

In einer Fernsehtalkshow wo es um den Kampusch-Fall ging wurde ein Psychologe gefragt, wie sie es geschafft hat, diese Sache halbwegs gut zu überstehen, und der meinte "radikale Akzeptanz". Selbst eine derart desolate Lage erstmal hinnehmen und akzeptieren. Das Akzeptanz-Konzept ist schon wichtig und auch Bestandteil einiger eher neuer Therapie-Methoden. Es bleibt einem im Leben bei sehr vielen Dingen gar nix anderes übrig, als sie zu akzeptieren (oder sich immer wieder drüber aufzuregen und mit dem Kopf gegen die Wand zu rennen).

sgensibUelmaxn


Wenn man ein Ziel nicht erreicht, dann hat es in der Regel nur das Problem, dass der Weg zur Erreichung des Zieles falsch war.

Leider gibt es noch viele Fälle außerhalb dieser Regel

Nein, ein Ziel ist nur dann nicht erreichbar, wenn es keine einzige Möglichkeit zur Erreichung des Zieles gibt. Ansonsten ist der Weg zur Erreichung des Zieles definitiv falsch. Man kann übrigens auch aus den Fehlern anderer Menschen lernen, genauso wie man aus lösbaren Wegen anderer Menschen lernen kann.

Um auf den Schneider von Ulm zurückzukommen:

Auch wenn der Schneider abgestürzt war und das Fliegen nicht klappte, so bedeutete dies noch lange nicht, dass Mensch nicht fliegen könne, wie der Bischof behauptete. Lilienthal ging da noch geschickter an die Sache ran- er beobachtete und studierte das Fliegen der Vögel (offenbar ist das Fliegen also möglich) sehr genau und baute danach seine Gleiter. Ja, er hatte etwas Pech als er abstürzte- aber aus seinen Entwicklungen und seiner Arbeit konnten zahlreiche andere Techniker lernen und weiterentwickeln. Also auch aus Misserfolgen kann man sehr viel mitnehmen- genauso wie man aus Erfolgen lernen kann (immerhin konnte Lilienthal recht weit gleiten, hatte durchaus Erfolg ...)

Schritt für Schritt und nicht alles auf einmal ...

Wer scheitert und immer die gleichen oder sehr ähnliche Methoden anwendet, braucht sich nicht zu wundern, dass er wieder scheitern wird: Ich nenne diese Handlungsweise lernresistent. Schaue wie es Menschen machen, die ihre Ziele erreichen und schaue auch vergleichsweise auf Menschen, die ihre Ziele nicht erreichen und versuche wesentliche Unterschiede im Handeln herauszufinden. Passe aber auf, dass du nicht auf Menschen achtest, die über deutlich andere Fähigkeiten als du verfügen.

Ich kenne zuviele Menschen, die haben zwar ganz viele Ziele und können stundenlang über ihre Ziele reden- nur am Ende passiert nichts, weil sie die Ziele nicht angehen- sie lassen ihren großen Worten keine eigenen Taten folgen. Ich halte es deswegen für besser, seine Ziele zeitnah zu stecken und nicht zuviele und nicht zu große Ziele zu setzen (das ist individuell sehr unterschiedlich) und vor allem Ziele zu stecken, die auf Grund der eigenen kognitiven, handwerklichen, künstlerischen oder sportlichen Fähigkeiten erreichbar erscheinen. wenn man diese kleineren Ziele erreicht hat, kann man weiter sehen und neue Ziele setzen.

Niederlagen und Misserfolge kann und sollte man wegstecken- wer an Misserfolgen verzweifelt, hat verloren

L@aRucoRla


@ Albedo

was den fehlenden Sinn angeht, hab ich des öfteren (bei mir und bei anderen) die Erfahrung gemacht, dass das eigentliche Problem "fehlender Spaß" lautet. Wem das Leben so, wie es ist, Spaß macht, der sucht keinen Sinn. Die Sinnfrage stellt sich erst, wenns nicht mehr so vergnüglich ist.

Man kann damit allerdings auch Verantwortung abwälzen - anstatt mich darum zu kümmern, den Spaß wiederherzustellen, kann ich meine Probleme auf den objektiv fehlenden Sinn schieben, was jedes eigene Strebe eh sinnlos macht, weswegen ich mich dahinter dann gut verstecken kann. Feige Menschen können sowas gut gebrauchen.

Insofern bleibt in der Tat nur der Rat, tue die Dinge, die Dir Spaß machen.. und da ist es oft so, dass die eigenen Probleme und psychischen Strukturen einem im Wege sind. Die gilt es dann, therapeutisch in Angriff zu nehmen.

Avlbed@o


@ Albedo

was den fehlenden Sinn angeht, hab ich des öfteren (bei mir und bei anderen) die Erfahrung gemacht, dass das eigentliche Problem "fehlender Spaß" lautet. Wem das Leben so, wie es ist, Spaß macht, der sucht keinen Sinn. Die Sinnfrage stellt sich erst, wenns nicht mehr so vergnüglich ist.

Man kann damit allerdings auch Verantwortung abwälzen - anstatt mich darum zu kümmern, den Spaß wiederherzustellen, kann ich meine Probleme auf den objektiv fehlenden Sinn schieben, was jedes eigene Strebe eh sinnlos macht, weswegen ich mich dahinter dann gut verstecken kann. Feige Menschen können sowas gut gebrauchen.

Insofern bleibt in der Tat nur der Rat, tue die Dinge, die Dir Spaß machen.. und da ist es oft so, dass die eigenen Probleme und psychischen Strukturen einem im Wege sind. Die gilt es dann, therapeutisch in Angriff zu nehmen.

Das stimmt.

Und auch nicht.

Ein Widerspruch? Nur scheinbar: Ja, es ist richtig, dass Dinge, die einem Spaß machen automatisch leichter fallen, automatisch vertieft werden, sich aus dieser Vertiefung noch mehr Vertiefung ergibt - und schließlich so etwas wie ein Sinn. Aber es gibt auch Menschen, die selbst in solch einem Fall düstere Gedanken des Zweifels hegen. Die selbst dann unzufrieden sind, sich leer fühlen, obwohl sie etwas tun, dass ihnen gefällt. Die selbst bei überaus positiven Umständen die geradezu erdrückende Last von etwas spüren, dem sie keinen Namen geben können - und das dennoch als real empfunden wird. Mit Feigheit lässt sich das nicht mehr erklären. Natürlich gibt es Menschen, die einfach feige sind, die nach Gründen suchen etwas nicht tun zu müssen, weil sie etwas nicht tun wollen. Oder sich vor Folgen fürchten. Und natürlich gibt es Menschen, bei denen ist das alles ein kunterbunter Mischmasch. Etwas Antriebslosigkeit plus etwas Feigheit plus schlechte Erfahrungen plus plus plus.

Doch es gibt auch Menschen, die dazu eine Veranlagung besitzen. Und dann wird es sehr, sehr schwierig.

Was ist Intelligenz, hm?

Räumliches Vorstellungsvermögen? Die Fähigkeit Zusammenhänge zu erkennen? Logische Reihen, Zahlenverständnis, Schemata-Erkennung, von allem etwas? Was ist Intelligenz? Kann man sie wirklich in einen Zahlenwert packen? Kann man die Komplexität, die sich ergibt aus den sich selbst rekursiv wieder aufrufenden und dann aber auch neu angelegten Impulsen von Neurotransmittern im Spalt zwischen den Neuronen - kann man dieses Geflecht stetig und abänderlichen Feuerns, das beide Hemisphären betrifft - und sich somit nicht so einfach nach "RATIO" (links) und "EMOTIO" (rechts) einteilen lässt, wie so mancher, der in Schubladen denkt es gerne hätte - kann man das quantifizieren? Kann man das in Tüten packen?

Die Antwort lautet "Nein". Wir wissen nicht, was Intelligenz ist. Wir haben nur eine vage Vorstellung davon.

Aber eines wissen wir:

Je komplexer dieses Geflecht ist, umso mehr Möglichkeiten stehen dem zur Verfügung. Und gleichzeitig auch umso mehr Gefahren! Das Verhältnis dürfte proportional zueiander sein. Was dann auch erklärt, warum hochbegabte Menschen unglücklich sein können. Warum Künstler, die fantastische Werke schaffen, sich am Tag darauf das Leben nehmen. Warum der unbekannte, aber intelligente Mr. oder M(r)s. X Gedanken hat, die ihn zerquetschen - und denen er nicht mal einen Namen geben kann. Und das, obwohl der Rest ok sein kann. Warum nehmen so viele Reiche Drogen? Sind sie unzufrieden mit dem, was sie tun, haben sie zu wenig Spaß? Eine rhetorische Frage. Warum gibt es Menschen, die sehr unspaßige Dinge tun, kaum etwas besitzen - und deren Leben doch mit Sinn und Inhalt gefüllt ist, die keine Sinnkrise erleben? Muss man also arm sein, um einen Lebenssinn zu finden? Darf man kein Künstler sein? Auf gar keinen Fall hochbegabt - oder intelligent?

Nein, denn es gibt auch Gegenbeispiele. Woran liegt es also, dass die einen mit ihrer eigenen Komplexität sich wohl fühlen und die anderen nicht?

Ich behaupte, weil die einen es geschafft haben einen Türstopper in ihren Kopf einzubauen. Oder er war schon immer da. Während die anderen keinen haben. Deren "Türen" gehen immer wieder auf und knallen vor die "Wand". Also übersetzt: Ihre Gedanken und Gefühle finden Gründe, bald mehr dagegen, als dafür. Das geistige Netz nimmt alles auseinander. Jeder Lebensinhalt wird bis zu seinen "Atomen" zerlegt - und noch weiter zu den Nukleonen und noch weiter bis zum Quantenschaum. Bis am Ende nur noch VOID da ist - die eine grosse Leere. Ist sie nur ein kleiner Teil des eigenen Selbst, äussert sie sich als ebendieses vage Gefühl der Sinnlosigkeit. Breitet sich diese Leere indes aus, wird es wortwörtlich lebensgefährlich.

Das Bild der Zerstückelung passt, denn so ist die Realität auch: Geht man hinreichend genug in die Tiefe, findet man das Vakuum. Aber es ist keine Leere im eigentlichen Sinne - sondern ein Ort der Potentiale. Das gesamte Universum ist aus solch einem Potential geboren worden im Urknall. Eine Erschaffung aus dem (Pseudo-)Nichts heraus. Wir interpretieren es aber als Leere, als ECHTES Nichts. Als Sinnlosigkeit. Als mieses Gefühl. Als Bremse. Als Killer ohne Namen in unserem Leben. Als Hilfeschrei nach der einen grossen Variable, die nur bei Gläubigen Menschen einen Inhalt hat: Gott. Was auch immer wir mit diesem Begriff verbinden. Meistens alles. Und wenn dies leer ist, wir keinen gedanklichen "Trick" haben des Glaubens, des Variablenfüllens, dann kann's das schon gewesen sein. Damit geben wir dieser Leere, die eigentlich keine ist, Macht, rufen neue Gedanken auf der gleichen Qualität und Richtung und verstärken das Phänomen. Eine Endlossschleife tut sich auf, aus der wir nicht mehr rauskommen. Oder doch?

Doch - genau wie beim Gordischen Knoten: Mit einem

CUT

Aufhören. Nicht denken. Handeln. Lächeln. Weinen. Sinn kommt von selbst. Leben leben.

Was ist Intelligenz?

Intelligenz ist der Weg runter zu unserem Vakuum.

Was ist Lebenssinn?

Lebenssinn ist die Fähigkeit in diesem Vakuum ein Potential zu erkennen.

Was ist Glück?

Glück ist die Fähigkeit zu zulassen, dass dieses Potential sich entfaltet.

Was ist Dummheit?

Dummheit ist dieses Potential wieder zu Vakuum werden zu lassen.

Was braucht man dafür?

Intelligenz.

Was ist also Intelligenz wirklich?

Dummheit.

LjaRuEcola


Ist das, was Du da beschreibst, nicht eigentlich nichts anderes als das typische depressive Grübeln?

L/iLchtAmHorixzont


Was ist also Intelligenz wirklich?

Dummheit.

(Albedo)

Mir gefällt das.

s3ensibxelman


Wir wissen nicht, was Intelligenz ist.

Das kann man definieren. Dann weiß man, was Intelligenz ist. Genauso, wie man definieren kann, was ein Stuhl oder was Regen ist.

Begriffe sind Definitionssache und dann eindeutig zuordbar. Das Problem menschlicher Sprache ist die häufige Mehrdeutigkeit menschlicher Sprache- gut geeignet, um um des Kaisers Bart zu streiten und ewige sinnlose Debatten zu führen. Es wäre viel geholfen, wenn Sprachwissenschaftler und Menschen sich mathematischen Regeln und Methoden zuwenden könnten.

Was ist also Intelligenz wirklich?

Dummheit.

Also ist es intelligent, mit einem Strohhalm einen Nagel in die Wand zu schlagen? %:| %-| ":/

T)est]raxle


Grundätzlich ist ja jedes Ziel, das sich ein mensch setzten kann, nur willkürlich. Da es ja kein übergeordnetes Ziel gibt, das wir alle unbedingt erreichen müssen.

Die Ziele der meisten menschen beschränken sich eigentlich immer auf das selbe, Erfolgreicher sein, als andere! Mehr geld verdienen als, andere. Glücklicher sein, als andere. Mehr gibt's da eigentlich nicht!!!

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