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Verlust von Kontrolle

EhhemaligFer NutzSe:r (#5:84395x) hat die Diskussion gestartet


Guten Abend,

habe mich gerade erst hier angemeldet, ich hoffe also ich mache alles richtig. Habe auch noch nie einen Forumtext verfasst... Ich bin fast 18, weiblich, Schülerin

Weshalb ich schreibe, ist der gestrige Abend. Zusammen mit einer sehr guten Freundin war ich auf einer Houseparty von einem Freund von ihr. Er ist sehr nett, allerdings hat er komische Freunde. Diese nehmen Frauen nicht sehr ernst, haben ein merkwürdiges Verhalten ihnen gegenüber. Zuvor bin ich den Leuten nur total betrunken begenet, als ich selbst kein hohes Niveau hatte. Jedoch wollte ich an diesem Abend nicht wieder total besoffen sein, wie ich es in letzter Zeit oft war, um abzuschalten, Spaß zu haben und eine Auszeit von der stressigen Abizeit zu haben. Ich kam mit den Leuten denoch gut klar, anfangs. Einer fasste mir aus Spaß zwei Mal an den Po, sagte Dinge wie "solche wi dich bekomme ich beim ersten Date rum". Ein anderer, dem ich einst einen Korb gegeben hatte, fragte sehr penetrant, in Beiseins anderer Leute, nach, wieso ich ihn abgewiesen hatte. Ein bisschen rummachen wäre doch nicht schlimm. Was mich daran stören würde.

-ich bin quasi Dauersingle. Nach meinem ersten Freund, der mich abgewiesen hatte nach kurzer Zeit und in den ich sehr verliebt gewesen war, hatte ich eine "wilde Phase", habe mit vielen Leuten rumgemacht, mich billig verhalten und mich für Dinge hergegeben, für die ich zu gut war. Ich hatte aufgrund des Liebeskummers (Dauer mind. 2 Jahre) kein Selbstwertgefühl mehr. Doch das ist vorbei. Ich sehne mich unglaublich nach einem Partner, nach Verständnis und Zärtlichkeit. Ich habe versucht Beziehungen einzugehen, doch die Gefühle waren nie genug und ich kann, nicht mehr wie früher, keine (langen) Bindungen zu Menschen eingehen, mit denen es nicht passt. Es ist wirkllich nicht mehr möglich. In dieser Hinsicht habe ich mich stark geändert. Eine weitere erwähnenswerte Sache wäre vielleicht, dass ich auch von meinem Vater aufgrund einer körperlichen Erkrankung nie richtige Nähe und Zärtlichkeit auch emotional erfahren habe. Mein Bruder verhält sich ähnlich, spielt sich mehr als moralischer Vater auf anstatt mich emotional zu stärken. Meine Freundin erzählte an dem Abend von ihrem On Off Freund, es waren viele Pärchen anwesend und ich erfuhr bloß diese Art der "Zuneigung" dieser Männer. Abgesehen davon ist es auch noch wichtig, dass ich dort generell nicht hinpasse. Ich bin ein eher gebildeter Mensch und nachdenklich, die Leute waren keine, die meine Persönlichkeit achten oder verstehen würden. Es war ein plumper Abend, voll besoffener und dummer Menschen. (ich bin nicht so arrogant wie es gerade klingt ;-) )

Ich begann nur noch Wasser zutrinken, wollte nicht mal nur ein bisschen angetrunken sein. Meine Freundin ließ mich alleine, sodass ich eine Weile recht alleine war. Je später es wurde, desto "schlechter" wurde der Abend. Ich schlief bei dem Gastgeber mit meiner Freundin, konnte also nicht nach Hause gehen. Musste dort bleiben, es war sehr weit weg von da, wo ich wohne. Ich riss mich zusammen, riss meine Sprüche-locker und witzig, tanzte mit meiner Freundin...doch innerlich sträubte sich alles immer mehr gegen das Umfeld. Doch das Gefühl kannte ich bereits. Ich fühle mich selten zugehörig, angenommen oder verstanden.

Wir setzten uns aufs Sofa und ich legte mich hin. Meine Freundin ging nocheinmal tanzen. Dann fing es an. (Ich weine quasi nie, nur alleine wenn dann.) Tränen stiegen mir in die Augen. Ich überlegte, meinen Bruder anzurufen, ihm von dem Abend zu erzählen von diesen ekelhaften Männern (wir reden nie sehr viel, vertrauen und nichts an, sind eher distanziert doch lieben uns sehr. er ist mein Beschützer. Doch wohnte wegen des Studiums auch weit weg). Die Party ging weiter und ich fühlte mich gefangen in dieser SItuation, wusste nicht, wie ich da raus kommen sollte. Ich wollte nur weg. Ich musste mehr weinen. Ganz still. Es liefen einfach nur immer mehr Tränen über mein Gesicht. Niemand bemerkte es. Meine Freundin kam. Bemerkte es. Was los sei.

-Ich muss hier weg. Ich will heim. Sie muss mir ein Taxi rufen. Mein Herz schlug plötzlich wahnsinnig schnell ich bekam Atemnot. Konnte keinen klaren Gedanken fassen. Wir gingen hoch und redeten. Ich erzählte ihr, dass ich in letzter Zeit Probleme mit mir selbst habe. Ein zweimal im Monat steigt extremer Selbsthass in mir auf. Ich schlage mich manchmal, sehr selten, ich will oft doch lasse es, denn ich weiß es ist nicht gut. In letzter Zeit erbreche ich öfter Essen. Ich habe super Laune, lache und gehe nach dem gemeinsamen Abendsessen mit meiner Mutter ins Bad und kotze. Als sei nix dabei. (richtig oft mache ich das auch nicht, ich weiß ja dass es dumm ist). Ich bin ein optimistischer, fröhlicher, aufopferungsvoller Mensch. Nur wenn ich alleine bin, passiert manchmal dieser Selbsthass. In letzter Zeit öfter. Ich habe viel Schulstress. Habe in letzter Zeit zwei Freundschaften beenden müssen, da ich sehr ENttäuscht wurde. Das negative verdränge ich eher, bzw, lasse es nicht so an mich ran. Aber seit gestern...das war so untypisch für mich. Auch die körperliche Reaktion. Soetwas hatte ich noch nie. Ich bin jetzt nur noch gereizt und niedergeschlagen, kraftlos. Was ist mit mir los? Ich denke die ganze Zeit darüber nach... Irgendwie bricht alles aus mir heraus habe ich das Gefühl... Ich erhoffe mir Antworten und vielleicht auch Gleichgesinnte. Vielleicht bin ich damit ja nicht alleine. Danke fürs Lesen, ging nicht kürzer. Liebe Grüße :-)

Antworten
CYomrxan


Immerhin hast du ein untrügliches Gefühl, was dir nicht gut tut. Bei den Menschen, unter denen du nicht sein möchtest, ist es eigentlich sehr einfach: meide sie. Die heftige Reaktion ist aber schon irgendwie ein Warnsignal, denn du hättest die ganze Situation auch mit Selbstsicherheit, Sarkasmus oder Rückzug meistern können. Hast du aber nicht, sondern bist geblieben und hast gelitten. Die Option eines Taxis bestand ja schon früher. Insofern war dieser Abend sicherlich symptomatisch für mehr, was dich im Leben umtreibt.

Was genau hat dich an diesem Abend mehr angekotzt: dass dieses Umfeld so mistig war, oder dass dir die Tränen kamen?

Dein Selbsthass wird vermutlich schwieriger in den Griff zu kriegen sein. Aber dazu musst du erst einmal herausfinden, was dich genau im Leben stört. Und das abstellen. Dich vielleicht neu erfinden, anstatt in irgendeinem Teufelskreis festzustecken.

E6hemalviger Nutzcer (#584=395)


Wie meinst du das?

"Insofern war dieser Abend sicherlich symptomatisch für mehr, was dich im Leben umtreibt."

Nun ja mich hat dieses Umfeld angekotzt. Es schien immer schlimmer zu werden. Die Leute immer dümmer, die Musik schlechter... Mich hat auch angekotzt, dass ich genau weiß, dass ich zu nüchtern war. Dass ich, um Spaß zu haben, total voll hätte sein müssen. Aber so soll es doch nicht sein, deswegen habe ich es gelassen. Ich wollte mich nicht aufgeben, mich nicht so verstellen. Dass mir die Tränen kamen fand ich nicht schlimm. Es ging nicht anders. Was mich nur genervt hat, nervt, ist, dass ich mich meiner Freundin recht weit offenbart habe und sie diese schon eher "kranke" Seite von mir kennengelernt hat, da ich ihr ja vom Slebsthass erzählt habe.

An meinem Leben stört mich, dass ich noch keine Freiheit habe. Muss noch die Schule beenden, erst dann kann ich machen was ich will. Ich wohne noch zu Hause, was mich einschränkt...Ich hasse das.

Cnomrxan


Wie meinst du das?

"Insofern war dieser Abend sicherlich symptomatisch für mehr, was dich im Leben umtreibt."

Naja, wenn man auf einer schlechten Party mit blöden Leuten ist, dann geht man nach Hause und liegt nicht weinend auf dem Sofa. Du warst sicher vorher schon stimmungsmäßig angekratzt. An der Party allein lag es sicherlich nicht.

Vielleicht ist deine Erwartungshaltung an solche Events einfach so hoch? Weil du dein Leben nicht sonderlich zu mögen scheinst und du ja offenbar auch ansonsten ziemlich betrunken feiern gehst scheint mir das wie eine Flucht vor dem Leben und der Verantwortung zu sein. Und dieser Abend hat dir nicht gegeben, was du dir erwünscht hättest. Du warst nüchtern und hattest keinen Spaß mit den Leuten.

An meinem Leben stört mich, dass ich noch keine Freiheit habe. Muss noch die Schule beenden, erst dann kann ich machen was ich will. Ich wohne noch zu Hause, was mich einschränkt...Ich hasse das.

Wieso schränkt dich das ein und was hasst du daran am meisten? Welche Verbote werden da denn ausgesprochen? Oder stört es dich einfach nur, dass du dort nicht allein lebst?

Du bist 18 Jahre alt. Ungeduld und Hass sind ganz schlechte Ratgeber im Leben. Konzentriere dich auf einen guten Abschluss und auf deine weitere Ausbildung. Sonst wirst du dich ein Leben lang eingeschränkt fühlen, wenn du nämlich von einem 08/15-Job leben musst und jeden Euro nach Miete und Lebenskosten rumdrehst. Investiere in die Zukunft, dann hast du auch später mal Gründe, auf dich stolz zu sein. Die meisten wohnen mit 18 noch zuhause und das ist keine Schande. Ich bin z.B. erst mit 23 ausgezogen :)z

f:alco pEelegr inoidexs


Sie ist ja noch nicht ganz 18.

Ich habe auch immer gedacht, hoffentlich bald volljährig. Dann die Ausbildung, auch da gehofft, daß es schnell vorbei geht.

Bist du im letzten Schuljahr? Was sind deine Pläne, Ausbildung oder Studium?

Dich zu schlagen oder erbrechen solltest du lassen. Machst du Sport? Das kann Spannungen auch abbauen. Hast du schon einmal über therapeutische Hilfe nachgedacht? Das könnte in deinem Fall hilfreich sein.

@:)

E;mma16n0214


In gewissermaßen kenne ich das was du da schreibst! Ich möchte hier ungern alles offenbaren was mich bewegt und dir helfen könnte, den es ist ein Lernprozess. Ich kann wirklich nur professionelle Hilfe empfehlen! Rede mit deinem Hausarzt und lass dir eine Überweisung zum Psychiater geben, der kann am besten einschätzen was und welche therapeutische Maßnahme in Frage kommt. (Ein Psychiater ist der Facharzt für Psychische Erkrankungen ganz gleich ob Depressionen, Suchtkrank, Selbstfindungsprobleme oder Angststörungen oder vieles anderes.....)

Wenn du möchtest können wir per PN schreiben. Vielleicht kann ich dir den ein oder anderen Tipp geben oder dir Erklären wie manche Gefühle entstehen..

LG

Emma

H7ypeirion


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