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Vier Menschen bis zum Tod

s;i{l*i43 hat die Diskussion gestartet


Hallo Zusammen,

Ich bin 18 Jahre alt und studiere zur Zeit in Irland. Seit 2013 habe ich die Diagnose Borderline bekommen und kämpfe schon seit Jahren vorher mit Depressionen. 2013 sprach ich es laut meinen Eltern gegenüber aus, dass ich Probleme hätte.

Die Depressionen finden ihren Ursprung schon sehr früh, seit der fünften Klasse wurde ich gemobbt von den Mitschülern und in der 7. Klasse machten auch meine Klassenleiter mit. Ich fing an eine Welt in meinem Kopf zu kreieren, die ich bis heute habe, wo ich meine Gefühle und Ängste auslebe.

2013 wechselte ich dann endlich mit meiner Schwester zurück zu meiner alten Schule und ich dachte "Ja, jetzt hören meine Probleme endlich auf und ich muss keine Angst mehr vor der Schule haben". Meine Mutter war schon immer sehr ehrgeizig und sauer, wenn ich 3en schrieb. Oft musste ich das komplette Wochenende lernen und nach dem Schulwechsel zu meiner alten Schule wurde es noch schlimmer, da der komplette Unterricht auf Englisch war und sie scheinbar dachte, dass ich nicht fähig sei meine Noten zu halten.

Ich stand jeden Tag um 6 Uhr auf und kam um 18 Uhr wieder zuhause an und danach musste ich mich immer ins Arbeitszimmer setzen, wo sich meine Mutter meine Hefte anschaute, Hausaufgaben kontrollierte. An den Wochenenden war es eigentlich so, dass wir so um 10 Frühstückten und direkt nach dem Frühstück ging es zum Arbeitszimmer und es wurde bis 20 Uhr gelernt (natürlich gab es Mittag- und Abendessen).

Meine Depressionen wurden zunehmend schlimmer, ich began zu ritzen und dachte immer mehr über Suizid nach, ich kam bei einer Psychiaterin unter, die jede Woche ihre Meinung änderte, ob ich eingewiesen werden sollte oder nicht.

Um mich den Stress zu entziehen fing ich an mich immer mehr einem Spiel zu widmen (Goodgame Empire), aber das Spiel machte es nicht wirklich besser, nur merkte ich es nicht. Für mich war das Spiel perfekt um alles zu vergessen, aber was passierte, dass ich immer mehr anfing zu spielen und Geld reinzustecken und ich fing auch an Geld zu klauen (von meinen Eltern), irgendwann fanden sie es raus und dann hieß es natürlich "Schluss mit dem Spiel".

Im Januar 2014 kam ich dann endlich in eine psychosomatische Klinik unter, bis dahin hatte ich mich schon sehr oft geritzt und dreimal versucht mich umzubringen. Für mich war es immer so, als würde die Klinik eher versuchen meinen Eltern bzw. das Leben was von meinen Eltern vorgegeben wird anzupassen und mir nicht wirklich helfen. Im Mai wurde ich dann endlich entlassen. Meinen Eltern war es wichtig, dass ich so schnell wie möglich von den Antidepressiva wegkam und auch so schnell wie möglich ohne Psychologe zu recht käme. Nach August war ich weg von den Antidepressive und von dem Psychologen.

Ich bestand die elfte Klasse trotz des Ausfalls und wurde in die 12. Klasse versetzt, auch wenn ich die 11. Klasse wiederholen wollte, da ich der Meinung war, dass ich zuviel verpasst hatte, und es sich auch in meinem Schnitt bemerkbar machen würde im Abitur, aber meine Eltern waren dagegen, also kam ich in die 12. Klasse. Dort ging eigentlich alles glatt nur, dass wie ich befürchtet hatte, mein Abischnitt nicht wirklich bemerkenswert war (2.4).

Jetzt studiere ich in Irland, kämpfe schlimmer den je gegen meine Depressionen, begleitet von Ängsten und scheinbar einem gestörten Essverhalten (viele sagen ich esse zu wenig, ich finde es nicht). Ich habe wieder angefangen zu spielen, da dort immer noch alte Freunde von mir spielen, Geld habe ich nicht geklaut für das Spiel und ich habe auch keine Geldsorgen, auch wenn ich das Spiel spiele.

Seit November bin ich wieder bei einem Psychologen (gestellt von der Universität) und werde dort betreut. Wir unterhalten uns vorallem darüber, was mir soviele Probleme macht, was die Kontrolle meiner Eltern ist. Sie haben eine Ortungsapp, womit sie mich wann immer sie wollen orten können. Sie reden in mein Essverhalten rein, was ich anziehe, wer meine Freunde sein dürfen, was ich machen darf und was nicht, was für Sport ich machen soll. Meine Zwillingsschwester findet das völlig normal und kommt damit zu recht, während ich wirklich heftige Probleme damit habe.

Immer öfters habe ich Ritzgedanken wieder, es wurde Zeitweise besser, seit ich einen Freund habe (Internet kennengelernt, besucht in Januar und seit Januar zusammen). Wir sind immer noch zusammen, aber meine positive Einstellung zu meinem Leben nimmt wieder ab.

Am Samstag hatte ich einen großen Streit mit einem Freund aus dem Spiel in Teamspeak (ein Programm wo man miteinander reden kann), ich bin dort völlig explodiert. Während der Freund mir verzeihen konnte, ist eine Freundin, die auch beim Streit dabei gewesen war, aber nicht betroffen, extrem sauer und will nichts mehr mit mir zutun haben.

Aufjedenfall ist mir am Samstag aufgefallen, dass ich nicht mehr kann, ich kann nicht mehr gegen diesen Druck von meinen Eltern kämpfen und mir fiel auf, dass das Spiel wieder mehr in meinen Leben eingenommen hatte als ich dachte. Ich habe mir jetzt eine 3wöchige Spielpause genommen, aber bei meinen Eltern und das Problem hab ich keine Lösung gefunden.

Ich sehe selber nur noch vier Lösungen. Die 1. Lösung ist "Ich passe mich meinen Eltern an und mache all das was sie sagen", die 2. Lösung "Ich breche mit meinen Eltern und versuche auf eigenen Beinen zu stehen", die 3. Lösung "Ich rede mit meinen Eltern darüber, wie ich mich fühle" und die 4. Lösung "Ich bring mich um".

Ich wusste, dass in die engere Auswahl wenn die 1. Oder die 4. Lösung in Frage kommen würde. Für das 2. Bin ich zu schwach und die 3. Lösung hatte ich schonmal ausprobiert und es hat nicht geklappt.

Ich habe die 1. Lösung genommen, aber ich weiß nicht ob ich das schaffe. Ich fühl mich so als würde ich jeden Moment zerbrechen, der Grund wieso ich mich nicht für die 4. Lösung entschieden habe war wegen meinen Freund, meiner Schwester und meinen Hund und vielleicht auch meinen Vater (definitiv nicht meine Mutter).

Ich habe Angst vor mir selber, ich habe Angst, dass ich verrückt bin bzw. durchgeknallt, ich hasse mich dafür, dass ich soviele Probleme mache. Ich hasse es, dass ich es einfach nicht schaffe, dass zu machen, was man von mir verlangt. Ich weiß nicht wielange ich es noch aushalte und ob ich überhaupt noch aushalten will.

Was schon mehrere gesagt haben (aber nur die die mich aus dem Internet kennen) finden, dass ich einen Lolitta-Effekt habe, vorallem auf Männer, dass sie sozusagen das Bedürfnis haben, mich zu beschützen, ich bemerke es selber nicht, aber es haben mir schon zwei Leute gesagt, eine Person die ich seit fast drei, vier Jahren kenne und der Freund mit dem ich den großen Streit hatte.

Entschuldigt diesen langen Text, aber ich musste das wirklich alles mal los werden...

Lg sili43

Antworten
LeewiWan


sili43

Auf Anhieb fallen mir erstmal nur Fragen dazu ein.

Sind deine Eltern auch in Irland?

Koenntest du das Ortungsapp nicht irgendwie deaktivieren oder ausmanoevrieren? (Ich habe keine Ahnung, wie das funktioniert, aber ich stelle mir vor, du musst z.B. dein Smartphone dafuer an haben!?)

Warum heisst dein Faden "Vier Menschen bis zum Tod"?

s$ilZih4x3


leider kann ich die app nicht deinstallieren, auch ist der rechtliche besitzer des handys mein vater.

beide leben in deutschland, lediglich meine schwester lebt hier in irland

Der Faden heißt so, weil ich eigentlich nicht mehr für mich lebe, sondern für vier leute, weil ich ihnen nicht wehtun will bzw drei leute und mein haustier

L@ewCiaxn


Musst du das Handy denn benutzen?

Lass es doch abgeschaltet zuhause liegen und kauf dir fuer 20 Euro irgendein Billigdings zum Telefonieren.

Im Moment haettest du im Prinzip viel Freiraum in deinem Leben, wenn du deinen Eltern dazu den Zugang nicht geben wuerdest.

HYatrKis


leider kann ich die app nicht deinstallieren, auch ist der rechtliche besitzer des handys mein vater.

Er ist Eigentümer, du bist Besitzerin. Bring in Erfahrung, wie du es deinstalliert bekommst.

Ich sehe selber nur noch vier Lösungen. Die 1. Lösung ist "Ich passe mich meinen Eltern an und mache all das was sie sagen", die 2. Lösung "Ich breche mit meinen Eltern und versuche auf eigenen Beinen zu stehen", die 3. Lösung "Ich rede mit meinen Eltern darüber, wie ich mich fühle" und die 4. Lösung "Ich bring mich um".

Sie reden in mein Essverhalten rein, was ich anziehe, wer meine Freunde sein dürfen, was ich machen darf und was nicht, was für Sport ich machen soll.

Was sind die Sanktionen, wenn du dich nicht anpasst? Wieso lässt du es zu, dass deine Eltern dir in deine Klamotten- und Freundeswahl aus der Ferne eingreifen?

Wenn du es unter diesen Voraussetzungen nicht schaffst, dich abzunabeln (Räumliche Trennung!), wie und wann denn sonst?

LiichtdAmHxorizont


Mein Favorit:

2. Lösung "Ich breche mit meinen Eltern und versuche auf eigenen Beinen zu stehen"

Dein Psychologe kann Dir vielleicht dabei helfen.

Und das Handy: Ab ins Klo damit und ein neues kaufen, auf Deinen Namen, auf das Deine Eltern keinen Zugriff haben. Neue Telefonnummer natürlich auch - die Deine Eltern nicht kennen.

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