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Wenn Suizid zur Auswahl steht

s:unsest_2x015 hat die Diskussion gestartet


Ich wusste nicht, wie ich den Faden besser hätte nennen können. Es geht um folgendes Problem:

Ich habe Depressionen und bereits vor elf Jahren ging es mir mal so schlecht, dass ich Suizidabsichten hatte. Damals war ich in einer Klinik und danach froh, "es" nicht getan zu haben bzw. davon abgehalten worden zu sein.

Nun war es aber so, dass Suizid immer meine Hintertür blieb, ich mir also immer sagte "Du kannst immernoch auch alles beenden". Also bei jedem Tief gab es Variante A "weitermachen, kämpfen!" und Variante B "Ich mach' Schluss".

Nun bin ich wieder mal am Boden, weiß nicht mehr, wie es weitergeht und es ist wieder so, dass Suizid eine Wahlmöglichkeit ist. Und jetzt das eigentliche Problem dabei: ich denke, weiß es nicht sicher, aber ich glaube, dass mich diese Wahlmöglichkeit daran hindert, zu kämpfen. Ich bin so fertig grad und sage mir "Du kannst auch gehen"... ich frage mich, wäre diese Möglichkeit nicht in meinem Kopf... würde ich dann mehr kämpfen für mein Leben ??? Ich weiß es einfach nicht.

Ich hoffe, es kommt halbwegs rüber, was ich sagen möchte... kann es grad nicht besser erklären... :-(

Antworten
P~l>üschYbixest


Ich verstehe dich, wahrscheinlich bist du gerade des Kämpfens müde.

Ich denke, wenn man zu müde ist, dann ist es egal ob man die Wahl hat oder nicht.

Wer zu müde zum kämpfen ist macht einfach nichts.

Bist du zur Zeit in Psychiatrischer Behandlung?

Zkwackx44


Wenn Du glaubst, dass Dir die "Wahlmöglichkeit" immer näher rückt, wäre es höchste Zeit, Dir professionelle Hilfe zu holen. Auf Antidepressiva kann man dann in der Regel nicht mehr verzichten. Sie könnten Dir helfen, durch einen Psychotherapeuten therapierbar zu werden. Da Du ja schon einmal positive Erfahrungen mit einer Klinik gemacht hast, sollte Dir das nicht allzu schwer fallen. :)* :)* :)*

Wbildka]ter


Hallo sunset_2015

Solche Phasen hat man schon mal. Meist hilft eine Nacht darüber zu schlafen, oder sich auszumahlen wen man fehlt.

MfG *:) @:) :)* :)^ :)^

khaktousx08


Meist hilft eine Nacht darüber zu schlafen, oder sich auszumahlen wen man fehlt.

Bei Depression hilft das eben leider nicht…

sunset…

wenn du schon weisst, dass deine Gedanken dir ein Bein stellen….dann ist es schon dringend und nötig zu handeln---> Klinik…

Viel Erfolg und Alles Gute!!!

m$ondp+sxternxe


ich frage mich, wäre diese Möglichkeit nicht in meinem Kopf... würde ich dann mehr kämpfen für mein Leben ??? Ich weiß es einfach nicht.

Ja, ich sehe es so (und ich habe dasselbe Problem wie Du).

Wenn du wüsstest, du musst da durch (durch das Leben), dann würdest du mehr kämpfen. Aber der Suizid bleibt immer - zumindest als theoretische Wahlmöglichkeit. Egal wie sehr du dich auch dagegen entschieden haben magst.

So geht es mir (das habe ich durch das kleingeschriebene Du zum Ausdruck gebracht, im Gegensatz zu dem großgeschriebenen Du der Anrede), und so geht es vermutlich auch Dir.

Das macht uns das Leben schwer.

:)_

Tue#strxale


ich habe auch Depressionen und finde das Leben an sich oft unerträglich anstrengend und öde. Aber die Vorstellung vom Tod, diese Ewige, leere kalte Dunkelheit, macht mir noch viel mehr angst.

LxicthKtAmHqorizxont


Ich finde den Gedanken, dass ich es jederzeit beenden könnte, eher beruhigend. Wenn ich wüsste, egal was passiert, egal wie schlimm, ich könnte dann nicht weg, würde mich das wahnsinnig machen. Daher finde ich den Gedanken an eine Erkrankung, unter der ich sehr leide und die mir die Möglichkeit nimmt, es selbst zu beenden Lähmung ab Halswirbel zum Beispiel… ich wäre für den Freitod auf fremde Hilfe angewiesen,, ganz grauenhaft.

R\y%e


Suizidgedanken als "Beruhigungsmittel" wenden heimlich wohl viele an. Ich früher auch. Heute bin ich mir gar nicht mehr so sicher, dass damit "alles aus" wäre, abgesehen von der Furcht, wieder aufzuwachen und nichts wäre besser, sondern vielleicht noch schlimmer. Die Beruhigung funktioniert nicht mehr, und das ist gut! Ich werde dadurch herausgefordert, mein Leben anders anzugehen.

Ich wünsche dir auch, darüber hinaus zu kommen. Es gibt einen Weg, ohne das Ende vor Augen.

mJondo+st+exrne


@ Rye

Ich wünsche dir auch, darüber hinaus zu kommen. Es gibt einen Weg, ohne das Ende vor Augen.

Wie ist der Weg?

R yxe


Mond + Sterne

Ich habe keinen Weg für alle. Jeder hat gewiss andere Vorausetzungen. Ich empfehle daher, sich auf die Suche nach einem Weg wirklich einzulassen.

osnoodi=sxep


Hallo! Mir hat man dringend davon abgeraten, einen letzten Ausweg offen zu halten, vielleicht sogar vorzubereiten, weil dann geht man diesen Weg bei einer Krise auch schneller, als einem selbst lieb ist. Weil die Überwindung, sich selbst zu töten, nur kurz gehalten werden kann, reicht es wirklich oft, darüber zu schlafen. Die Krise ist dann nicht weg, aber vielleicht hat man dann eine Idee, die man der Selbsttötung vorzieht. Wie Rye schreibt hat es einige Wahrscheinlichkeit, dass der Versuch der Selbsttötung schief geht, und dann ist alles erst richtig schlimm. Fachleute wie Psychologen oder auch die Telefonseelsorge können Dir Vorschläge machen, welcher Weg für Dich geeignet ist, und vielleicht ist ein Weg auch die Klinik, die Du besser aufsuchen solltest, bevor Du den letzten Schritt gehst. Wenn Du selbst weißt, was Dir Probleme macht, brauchst Du das keinem zu sagen, aber Du solltest alles versuchen, dieses Problem zu meiden oder zu ändern, denn es macht Dich wirklich krank.

Ich wünsche Dir sehr, dass Du aus diesem Tief heraus kommst!

Ajlobexdo


Selbstmord ist ein Riesen-Fehler.

Und der letzte, den man machen kann.

Im Wortsinne. Wäre man ein Computer, entspräche dies einem Fatal Error, einem Totalabsturz aufgrund eines logischen Widerspruchs. Es geht also nicht nur darum, dass es nicht "schön" ist, sondern auch buchstabengetreu völlig verkehrt ist.

Warum das so ist?

Ganz einfach, weil man von einer Prämisse ausgeht, die falsch ist:

Man geht davon aus, hält es für völlig sebstverständlich, dass man die eigenen Gefühle IST. Dass die eigenen Gefühle also identisch sind mit der eigenen Person. Das stimmt aber nicht. Sie sind nur ein Teilbestandteil der eigenen Person - und zudem ein temporärer. Sie können sich ändern. Selbst dann, wenn man bisher nicht diese Erfahrung gemacht hat. Selbst dann, wenn es wirklich schwierig ist. Wenn Depressionen einen richtig tief runter ziehen und bisherige Behandlungen, seien sie therapeutischer oder medikamentöser Natur, nicht zum gewünschten Ergebnis führten. Ja, es ist durchaus verständlich, dass einem dann der Faden reisst. Dass man keinen Bock mehr hat, dass es genug ist - oder dass man dies als "Last Exit Option" für sich im Hinterkopf behält. So nach dem Motto "So schlimm kann's ja gar nicht kommen - zur Not bringe ich mich einfach um."

Es ist und bleibt ein Fehler.

Es gibt noch mehr Gründe, die es zu einem Fehler machen. Da wäre die Ungewissheit der Zukunft, da wäre der Blick auf die Zurückbleibenden - und was man ihnen damit antut, möglicherweise einige davon selbst in den Tod drängt. Und dann wird aus dieser vermeintlichen freien Aktion, wo man doch niemandem schadet, nur sich selbst - tatsächlich Mord, nur um die Ecke, indirekt. Da wären etwaige religiöse Gründe, etwaige Kinder, denen man zeitlebens Schlimmstes antun würde - und ihnen das Gefühl vermittelte, sie seien daran Schuld.

Vor allen Dingen ist es aber der Fehler, dass man sich mit seinen eigenen Gefühlen identifiziert. Sie sind NUR ein Teil des eigenen Selbst, nicht mehr. Sie können sich ändern. Und sie waren mit Sicherheit auch irgendwann mal anders.

Diese letzte Option ist also keine Freiheit, kein gutes Gefühl, das man wie ein As im Ärmel jederzeit hevor holen könnte. Das scheint nur so. In Wirklichkeit ist es eine zerrissene Spielkarte, die alles kaputt macht. Die keine Probleme löst, aber jede Menge Neue erzeugt. Und die Einen auch im Vorfeld negativ auf das Leben einstimmt. Weil sie suggeriert, dass das Leben von Grund auf Scheiße wäre. Immer, ausnahmslos, unabänderlich.

Und das ist Blödsinn.

Wenn man diesen Fehler - mit all seinen Folgen - also machen möchte, wenn man wirklich dies in der Hinterhand halten möchte - dann sollte man wenigstens über die Folgen nachdenken. Über all die Folgen. Über den Fehler im Hintergrund. Über all die anderen Anteile der eigenen Person, die anderen Gefühle, die aber unterdrückt wurden, die auch gerne weiterleben würden. Es aber nicht mehr dürfen.

Ich habe chronische Depressionen, denke aber nicht daran aufzugeben, das wäre das Letzte. Wortwörtlich.

Rkyxe


Ganz einfach, weil man von einer Prämisse ausgeht, die falsch ist:

Man geht davon aus, hält es für völlig sebstverständlich, dass man die eigenen Gefühle IST. Dass die eigenen Gefühle also identisch sind mit der eigenen Person. Das stimmt aber nicht. Sie sind nur ein Teilbestandteil der eigenen Person - und zudem ein temporärer. Sie können sich ändern. Selbst dann, wenn man bisher nicht diese Erfahrung gemacht hat. Selbst dann, wenn es wirklich schwierig ist. Wenn Depressionen einen richtig tief runter ziehen und bisherige Behandlungen, seien sie therapeutischer oder medikamentöser Natur, nicht zum gewünschten Ergebnis führten. Ja, es ist durchaus verständlich, dass einem dann der Faden reisst. Dass man keinen Bock mehr hat, dass es genug ist - oder dass man dies als "Last Exit Option" für sich im Hinterkopf behält. So nach dem Motto "So schlimm kann's ja gar nicht kommen - zur Not bringe ich mich einfach um."

Es ist und bleibt ein Fehler.

Sehr gut!

Dies trifft den Nagel auf den Kopf und es geht noch weiter: Davon ausgehend, dass sich Gefühle niemals ändern, halten wir sie sogar sie WACH mit diesen Grübeleien, bis hin zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Gedanken sind eben nicht "nur" Gedanken. Sie besitzen große Kräfte. Und die können sich durchaus auch selbstständig machen. Diese "Hinterhand" ist also nicht nur ein Fehler, sondern ein gefährliches Spiel.

Rxye


Der oberste Satz gehört noch zum Zitat, Entschuldigung. |-o

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