» »

Verlustängste- Erfahrungen, Tipps, Meinungen?

Ebrdbe exre7 hat die Diskussion gestartet


Hallo :-)

Schon seit meiner Kindheit leide ich unter Verlustängsten, mal mehr, mal weniger. Früher war's eher so dass ich Angst hatte, Menschen durch Krankheit und Tod zu verlieren. Heute ist die Angst eher auf der emotionalen Ebene da, das heißt ich habe Angst dass z.b. Freundschaften kaputt gehen. Deshalb möchte ich auch immer alles wissen und sofort erzählt bekommen (z.B. wenn ne Freundin jemand kennengelernt hat etc.)...wenn ich das Gefühl habe, mir wird was nicht erzählt, habe ich gleich Angst dass die Freundschaft nichtmehr so innig ist wie vorher oder sogar zerbricht. Ich muss dazu sagen, dass ich einige sehr sehr gute Freunde habe, es bedeutet also Stress, immer bei jedem auf dem neusten Stand zu sein.

In meiner letzten und bisher einzigen richtigen Beziehung sind diese Verlustängste so extrem geworden, dass ich in eine Depression gerutscht bin und die Beziehung auch noch kaputt gegangen ist. Ich hatte überhaupt keine Angst, dass er fremdgeht- in dem Punkt habe ich zu 100% vertraut. Ich hatte allerdings Angst verlassen zu werden, Angst dass er mich weniger liebt als ich ihn (so war es letzendlich wohl auch). In dieser Zeit begann ich dann auch das Antidepressivum Fluoxetin zu nehmen, 20mg täglich. Anfangs hat das alles nur noch verschlimmert, die ersten Wochen waren echt hart, aber inzwischen komme ich super zurecht. Seit die Beziehung beendet ist, also seit über einem Jahr bin ich nichtmehr depressiv und ich habe wieder neuen Lebensmut.

Was allerdings geblieben ist, sind die Verlustängste. Seit Sommer bin ich in Therapie. Alle paar Wochen habe ich eine Art "Panikattacke", z.B. wenn es zu Missverständnissen und dadurch zu Auseinandersetzungen kommt oder wenn ich aus anderen Gründen Angst hab, Menschen zu verlieren. Dann fange ich an zu weinen, ich dissozieere leicht, zitter, atme zu schnell und ich steiger mich total rein, mein Verstand setzt aus, nur bestimmte Menschen können mich dann noch beruhigen und runterbringen. Manchmal würde ich mir dann am liebsten weh tun, nur um mich abzulenken und von diesen Gedanken, die um den Verlust kreisen, wegzubringen. Meistens gehts mir 30 Minuten danach schon wieder viel besser und ich kann absolut nichtmehr nachvollziehen, was mit mir passiert ist.

Ich weiß, dass ich SO keine Beziehung führen könnte in der nächsten Zeit, obwohl ich jetzt seit 9 Monaten jede Woche zur Therapie gehe. Langsam zweifle ich daran ob das ausreichend ist oder ob das Grundproblem überhaupt erkannt wurde ":/ Steckt doch etwas traumatisches dahinter? (mir würde nur eine Sache einfallen und die liegt lange zurück) Oder braucht sowas einfach viele Jahre? Ich habe jetzt nochmal 20 Stunden bekommen. Was mache ich, wenn die nicht ausreichen? Kann man wegen so etwas eine stationäre Therapie beginnen? Hat jemand Erfahrungen damit oder mit Verlustängsten selbst und möchte sie mit mir teilen?

Bin dankbar für jede Antwort @:)

Antworten
FLaQSo,La


Verlustängste kenne ich nur zu gut. Und auch wie sehr sie einen selbst und das Umfeld belasten können %:|

Bei mir liegt die Ursache in zu vielen Verlusterfahrungen in der Kindheit und Jugend. Geäußert hat es sich vorwiegend in Paarbeziehungen oder früher bei Jungs/Männern, die ich toll fand, bei Freunden weniger.

Geholfen hat mir letztlich eine tiefenpsychologisch fundierte Gesprächstherapie, die ich einmal wöchentlich für ca. 3,5 Jahre gemacht habe (einmal vierzig und einmal hundert Stunden glaube ich). Letztlich ging es bei mir beim Thema Verlustängsten und Beziehungsängsten darum, dass ich verstehen musste, dass es alte Verletzungen sind, die ich mit mir herumtrage und heute aber auf ähnliche Situationen anders reagieren kann. Der erwachsene Teil in mir also die Führung übernimmt und sich um den kindlichen Teil kümmert. Daran gearbeitet haben wir anhand konkreten aktuellen oder alten Situationen.

Wie läuft deine Therapie denn ab? Löst ihr so etwas auch gemeinsam und du bekommst Erklärungen für dein Verhaltensmuster und ihr überlegt Alternativen?

E rdbeoer&e7


Hallo FaSoLa, danke für deine Antwort @:)

dass ich verstehen musste, dass es alte Verletzungen sind, die ich mit mir herumtrage und heute aber auf ähnliche Situationen anders reagieren kann. Der erwachsene Teil in mir also die Führung übernimmt und sich um den kindlichen Teil kümmert

Ich glaube das ist bei mir auch ein Punkt. Ich fühle mich in solchen Momenten dann auch wie ein kleines Kind, das seine Mama braucht. Ich kann überhaupt nichtmehr meinem Alter angemessen handeln. In dem Moment sitzt die Angst und die Traurigkeit, die ich empfinde, so unglaublich tief, dass es mir schwer fällt einen halbwegs klaren Gedanken zu fassen.

Ich mache zur Zeit eine Verhaltenstherapie, meistens bringt er mich dazu, selbst Lösungen für schädliches Verhalten zu finden. Bei dem Thema komm ich allerdings nicht weiter, sobald ich in der Therapie sitze verharmlose ich alles und rede dieses Problem wieder viel kleiner als es ist >:( Ich hasse es zu jammern, vor allem vorm Psychologen....

L.ichtAmH%oriTzont


Ich habe solche "Anfälle" auch… Da fühle ich mich wie ein Säugling der von Mama allein gelassen wurde.

Aber wenn nicht beim Psychologen "jammern", wo dann?

F7aSoxLa


Hallo Erdbeere7,

besteht zwischen dem

Ich weiß, dass ich SO keine Beziehung führen könnte in der nächsten Zeit, obwohl ich jetzt seit 9 Monaten jede Woche zur Therapie gehe. Langsam zweifle ich daran ob das ausreichend ist oder ob das Grundproblem überhaupt erkannt wurde

und dem

Bei dem Thema komm ich allerdings nicht weiter, sobald ich in der Therapie sitze verharmlose ich alles und rede dieses Problem wieder viel kleiner als es ist >:( Ich hasse es zu jammern, vor allem vorm Psychologen....

womöglich ein Zusammenhang?! ;-)

Der Therapeut kann dir ja nur richtig helfen, wenn er das Ausmaß kennt. Wenn du relativierst, torpedierst du dich ja selbst. Ich stimme LichtAmHorizont zu: wenn nicht beim Psychologen jammern, wo dann?!

Vielleicht hilft es, wenn du nach einem Anfall alle Gefühle und Verhaltensweisen notierst, die dir dann noch einfallen (ich kenne dieses Gefühl, dass man sich direkt danach sehr über sich wundert und einem das Verhalten sehr fremd erscheint). Das kannst du dann vorlesen oder ihm geben. Das versachlicht das ein wenig, vielleicht hilft dir das.

FgaSoxLa


Ich glaube das ist bei mir auch ein Punkt. Ich fühle mich in solchen Momenten dann auch wie ein kleines Kind, das seine Mama braucht. Ich kann überhaupt nichtmehr meinem Alter angemessen handeln. In dem Moment sitzt die Angst und die Traurigkeit, die ich empfinde, so unglaublich tief, dass es mir schwer fällt einen halbwegs klaren Gedanken zu fassen.

Ich sollte häufiger Übungen fürs innere Kind machen, mir einen sicheren inneren Ort vorstellen z. B. Oder es gedanklich auf den Arm nehmen oder so. Es gibt auf YouTube auch Affirmationen fü das innere Kind, die habe ich öfter vor dem Einschlafen gehört. Vielleicht ist das auch was für dich.

E'rdbeeCrxe7


Danke für eure Antworten @:)

Ja, mir ist bewusst, dass der Psychologe natürlich das ganze Ausmaß kennen sollte um mir richtig zu helfen. Aber wisst ihr, was das Problem ist? Ich sitze beim Psychologen und empfinde alles auch nicht mehr so schlimm. Ich rede mir selbst auf einmal ein, dass ich nur übertreibe. Habe auch schon daheim mal aufgeschrieben was ich wirklich fühle und wie es mir in "schlechten Momenten" geht. Aber ich komme einfach nicht dazu das vorzulesen, ich schäme mich sofort wieder dafür und hab wieder das Gefühl ich übertreibe.

L+ich;tAmH\o8rizxont


Sag dem Psychologen: "Ich finde ja, dass ich übertreibe, aber ich lese Ihnen das jetzt trotzdem vor." Und tu's einfach. Wenn er auch findet, Du übertreibst (glaub ich nicht) wird er es schon sagen. :-)

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH