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Angst und "die Pille"...

P%raduaTe?ufexl hat die Diskussion gestartet


Hallo Zusammen,

ich möchte jetzt mal meine Erfahrungen niederschreiben, die für andere Angstgeplagte vielleicht auch nützlich sein können. Ich kann nicht belegen, dass meine Theorie stimmt, aber vielleicht ist es für die ein- oder andere hier (Männer entschuldigt, aber hormonelle Verhütung ist ja nunmal ein Frauenthema ;-)) eine gute Anregung...

Ich habe viele Jahre unter einer Angst- und Panikstörung gelitten. Ok, ich bin familiär vorbelastet, meine Mutter hatte in der Schwangerschaft schon Angstattacken mit mir im Bauch. Das prägt, keine Frage. Die Kindheit war auch nicht immer einfach mit ihr und als ich dann sehr früh flügge wurde (zu Hause auszog, weil ich's nicht mehr ausgehalten habe) und es in meinem Leben diverse Katastrophen und viel Stress gab, ging es los mit den Panikattacken.

Da war ich gerade 20, das ist jetzt fast 17 Jahre her.

All die Jahre habe ich es mal mehr, mal weniger gut geschafft, mich mit dieser Erkrankung durch's Leben zu schlagen. Ich habe Therapien gemacht, Entspannungstechniken erlernt, pflanzliche Medikamente und Globuli geschluckt (Chemie hat bei mir immer noch mehr Angst ausgelöst, daher konnte ich keine Antidepressiva etc.. nehmen) etc...

Die schulmedizinischen Therapien haben immer nur mässig geholfen. Letztendlich hat mir eine privat bezahlte Therapie bei einer Heilpraktikerin, die mit NLP und Hypnose arbeitet, noch am meisten Vorteile verschafft. Losgeworden bin ich die Ängste aber nicht ganz.

Im März letzten Jahres habe ich die Pille abgesetzt. Nicht wegen den Ängsten, sondern weil ich diese Hormone einfach nicht mehr nehmen wollte aus verschiedenen Gründen.

Und mir geht es so viel besser! Mit der Angst hatte ich die Pille nie in Verbindung gebracht, auch wenn sowas teilweise im Beipackzettel steht. Ich hatte ja eine Vorgeschichte und es war ja auch so, dass die Angst immer dann besonders schlimm wurde, wenn ich viel Stress hatte.

Ich war plötzlich nicht mehr immer soooo müde, abgeschlagen, lustlos und.. ich tue heute wieder Dinge, die in all den Jahren einfach nicht möglich waren. Ich fahre wieder Autobahn und habe auch sonst in den einfachsten Alltagssituationen keine Probleme mehr. Manchmal frage ich mich, wo die Angst geblieben ist, bzw. warum ich diese überhaupt hatte ???

Vor kurzem habe ich situationsbedingt für kurze Zeit doch nochmal die Pille genommen. Was soll ich sagen.. Mir ging es gleich wieder schlechter. Ich war wieder müde, antriebslos, übellaunig... und die Angst schlich sich langsam wieder in mein Leben. Das mag jetzt vielleicht auch durch das Unterbewusstsein gesteuert worden sein, weil ich den Verdacht habe, das die Pille hier mit ein Grund für die Erkrankung war. Keine Ahnung.. Ich hab sie sofort wieder abgesetzt und fühle mich wieder deutlich besser, frischer, ruhiger.

Wenn ich zurück denke, waren die Phasen, in denen ich die Pille mal für eine Weile (immer so max. 6 Monate) nicht genommen habe, die unbeschwertesten Zeiten. Aber ich hab es nie damit in Verbindung gebracht früher.

Ich will auch nicht behaupten, dass allein die Pille für die Erkrankung bei mir verantwortlich war, dafür gab es genug andere Gründe. Aber ich möchte heute behaupten, dass die Pille es schlimmer gemacht hat und eins steht fest, mir kommen keine Hormone mehr in den Körper, wenn es nicht unbedingt notwendig ist.

Mir geht es nicht nur bezüglich der Angst besser ohne Hormone, generell fühle ich mich besser, habe weniger Heißhunger etc...

Die Therapie nach NLP hat mir ebenfalls sehr viel gebracht, auch die möchte ich nicht missen und war sicher ein ganz wichtiger Meilenstein. Keine Frage.

Aber wer weiß, vielleicht geht es irgendwem hier ähnlich und der Faden ist eine kleine Anregung, es mal zu versuchen. Ich hatte Angst vor dem Absetzen, aber im Nachhinein war es die allerbeste Entscheidung, die ich viel früher hätte treffen sollen. Aber.. besser spät als nie :-D

Ich wünsche euch allen, dass auch ihr einen Weg aus der Angst findet. Ich weiß, wie belastend und einschränkend das ist. Ich bin heute kein anderer Mensch und werde wohl immer vorsichtig und etwas ängstlicher bleiben, aber ich kann meinen normalen Alltag wieder bewältigen, ohne von der Angst ständig gehemmt und gelähmt zu sein!

LG Prada

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