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Verzweifelt und Probleme mit der Therapeutin

b9lub+ bluxbb hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

Mein Problem ist folgendes. Ich bin 32 und hänge immernoch in meinem Studium fest, wo ich einfach nicht weiß ob ich es fertig machen will um dann später in diesem Beruf zu arbeiten.

Ich mache jetzt seit Ende letzten Jahres eine Therapie, verstand mich bisher auch sehr gut mit ihr nur jetzt fang ich wieder an zu zweifeln ob diese Frau wirklich das Richtige für mich ist.

Sie hat eine reaktive Depression mit Zwangsgedanken bei mir diagnostiziert. Resultierend aus einer sozialen Phobie.

Nach jeder Stunde ging ich mit einem sehr gutem und gestärkten Gefühl nach Hause nur gestern nicht. Ich hab mich sehr unter Druck gesetzt gefühlt.

Sei meinte wir sollten mit leichtem Druck darauf hin arbeiten dass ich das Studium demnächst fertig mache. Darauf hin meinte ich dass ich ja überhaupt nicht weiß ob ich es noch fertg machen will und überhaupt irgenwann mal richtiges Interesse daran hatte.

Sie sagte dann dass es darum jetzt auch nicht geht, sondern eher darum dass ich es fertig mache damit ich irgendetwas in der Hand habe wo ich Geld verdienen kann um meine Existenz zu sichern.

Ich lebe zur Zeit noch bei meinen Eltern und habe einen 400 Euro Nebenjob. Meine Eltern unterstützen mich auch finanziell wenn es Probleme geben würde.

Mein Studium jetzt einfach so fertig zu machen ohne jegliches Interesse daran würde mir sehr schwer fallen. Ich bin grad total durch den Wind, deswegen musste ich das hier auch schreiben.

Als sie mich damit in der Therapiestunde damit konfrontierte bekam ich riesige Angst, ich stand total unter Druck und wollte unterbewusst auch gar nicht mehr mit ihr reden, da ich eingeschüchtert war. Mir kams vor als würde ich in einem Sarg liegen.

So und jetzt sitzt ich hier und stelle Alles in frage was die Therapie angeht, habe total schlecht geschlafen und auch wieder geweint, was ich schon länger nicht mehr gemacht habe. Ich fühle mich wieder so hoffnungslos und ohne Unterstützung.

Antworten
P-edsdxi


Was möchtest Du denn??

wseihnacrhtss/terncxhen3


Vielleicht ist genau das das Problem - dass er nicht weiß, was er machen soll.

Keine Ahnung, ob Therapeuten das ganz gerne als Mittel nutzen, aber es gibt ja zwei Möglichkeiten, wie man auf solche Art Druck reagieren kann: Nachgeben oder Gegendruck aufbauen. Also praktisch, als würde er eine Münze werfen. Ist man mit dem Ergebnis zufrieden oder hat man dagegen eine Abneigung? Verrät doch viel darüber, was man wirklich möchte. Vielleicht ist ihr Ziel einfach nur, dass er sich endlich entscheidet.

S!a"raxh87


Hallo blub blubb,

es ist durchaus im Rahmen des Normalen, dass es einem nach Therapiestunden nicht immer nur gut geht.

Du hast bestimmte Ängste die sich auf das Ende deines Studiums beziehen. Du vermeidest die Ängste indem du das Studium nicht beendest und die Beendigung des Studiums in Frage stellst. Nun hat sie dich mit dieser konkreten Thematik innerhalb einer Therapiestunde konfrontiert. Du möchtest nun wieder vermeiden - indem du die Therapie in Frage stellst und gleichzeitig wahrscheinlich überlegst pb du damit weitermachst.

Ich sehe da konkret erstmal nichts, was die Therapie von außen betrachtet in Frage stellt. Teile ihr doch beim nächsten Termin erstmal mit wie schlecht es dir nun nach der letzten Stunde ging.

bmlub _blubb


Ich hab halt keine Ahnung. Ich hab alle möglichen Gedanken im Kopf und alles wirkt total kompliziert. Auf der einen Seite will ich das alles einfach vorbei ist, aber ich will mich auch nicht in irgendetwas hinein drängen lassen. Ach ich weiß nicht weiter.

Sfarah"87


Was wäre denn wenn du das Studium wirklich beendest?

M+eThno


Ich glaube, Deine Therapeutin hat Dein Problem erkannt. Und sie versucht, mit Dir daran zu arbeiten. Du kannst es zulassen und Dir helfen lassen oder flüchten.

Ach ich weiß nicht weiter.

Ich glaube, dass ist eines Deiner großen Probleme. Du hast keine Ahnung, was Du willst. Du weißt nur, was Du nicht willst. Aber ohne Ziel kommst Du nicht weiter. Es ist an der Zeit, Entscheidungen zu treffen und mit den Konsequenzen zu leben lernen. Ich kenne Deine genauen Lebensumstände nicht, aber aus dem, was Du geschildert glaube ich folgende Möglichkeiten für Dich zu erkennen:

Variante 1: Du setzt Dir das Ziel, Dein Studium erfolgreich zu beenden. Anschließend bist Du frei, wie es in Deinem Leben weiter geht und Du kannst Dich neu orientieren.

Variante 2: Du brichst Dein Studium ab. Was dann? Hast Du einen Plan, was Du anstelle Deines Studiums machen willst?

Variante 3: Du wurschtelst Dich durchs Leben. Willst Du das?

b}lutb bluxbb


Ich versteh deine Frage leider nicht so ganz, deshalb will ich mal ein bisschen ausholen. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht so recht warum ich das ganze in erster Linie studiert habe (Maschinenbau). Ich wusste auch im Gymnasium eigentlich schon nicht was ich eigentlich später will. Ein Freund von mir hat mir dann erzählt das er Maschinenbau studieren will. Eltern und andere Bekannte fanden die Idee gut, weil man gute Jobchancen hat und ja auch gut verdient. Dadurch bin ich wohl so reingerutscht sag ich mal. Ohne mir überhaupt mal richtig Gedanken darüber zu machen. Ich war wohl einfach froh dass es irgendwie weiter geht. Naja nach 3 Semestern sah das Ganze dann nicht wirklich gut aus. Mein Freund hat das Studium dann geschmissen, weil er merkte dass es nichts für ihn ist. Ich hatte auch ziemliche Probleme und bin dann so blind wie ich war von der Uni auf eine FH gewechselt. Wieder ohne mir überhaupt Gedanken zu machen ob ich das überhaupt will. Ich war einfach nur heilfroh dort aufgenommen zu werden und mir diverse Fächer anrechnen lassen konnte. Der Stress dort war aber riesig groß. Vorlesungen, dazu noch Labore und Hausarbeiten. Klausuren wurden in den Ferien geschrieben. Freizeit gab es so gut wie nie. Keine Zeit sich Gedanken darüber zu machen ob man vielleicht das Falsche macht. Nachdem die Klausuren alle durch waren ist man immer in ein riesen Loch gefallen und wusste gar nicht was man machen sollte bis wieder die Vorlesungen anfingen, weil das ganze Leben auf lernen ausgerichtet war. Irgendwann allerdings gab es keine Vorlesungen mehr. Dann hieß es man muss sich eine Praktikumsstelle suchen und danach die Bachelorarbeit schreiben. Das hab ich dann bis jetzt vor mir hingeschoben, was schon 6 jahre lang andauert. Ich schäme mich wahnsinnig dafür dass alles so gelaufen ist und bereue man ganzes Leben. Wenn meine Kommilitonen von früher, die auch meine besten Freunde sind von ihrer Arbeit erzählen, hört man nur von Überstunden, Stress und wenig Freizeit. Leben für den Job. Das verstärkt meine Angst noch viel mehr. Ich weiß einfach nicht was richtig und falsch ist. Ob ich mir solche Gedanken überhaupt erlauben darf, sondern zufrieden sein sollte das es mir gesundheitlich ja eigentlich gut geht und mich nicht so anstellen soll.

Smarkah8x7


Ich formulier die Frage nochmal um.

Stell dir mal vor, dass du jetzt noch eine Praktikumsstelle suchst und machst und die Bachelorarbeit fertig schreibst und die benotet wird und du am Ende ein Abschlusszeugnis bekommst.

Was glaubst du wäre dann? Wie würde dein Leben dann aussehen? Wie würdest du dich fühlen?

n|ajadnagut


Mal praktisch betrachtet ist dein Studium in puncto "nur für den Job leben" günstig gewählt. Viele Arbeitsplätze gehören zu Tarifbranchen, da sind die Chancen auf geregelte Arbeitszeiten und anständige Gehälter relativ hoch.

Wenn du diese Angst mal nicht betrachtest, was hält dich sonst noch davon ab, dein Studium abzuschließen?

M;ehnFo


Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Du hast ein (in meinen Augen) universelles Studium angefangen. Damit kannst du hinterher viel machen. Ein erster Schritt ist es, das Studium zu Ende zu bringen. Hier in D ist es wichtig, dass man ein Abschlusszeugnis hat. ":/

Was Deine Freunde erzählen ist ein Ausblick in die Welt der arbeitenden Bevölkerung. Und sie unterscheidet sich deutlich von der Welt an der FH/Uni. Es gibt viele andere Jobs (die Du mit Deinem Abschluß ausüben kannst), die nicht so auf Karriere ausgerichtet sind wie die Deiner Freunde. Man kann auch Teilzeit arbeiten bzw. es gibt genug Alternativen.

Wichtig ist, dass Du Dir Gedanken machst, wie Du später Geld für Deinen Lebensunterhalt verdienen willst. Noch lebst Du günstig. Aber wenn Du eine Familie gründen willst bzw. Deine Eltern Dich nicht mehr unterstützen können brauchst Du eine Möglichkeit, Dir Deinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen.

Du hast Schuldgefühle - ist in Ordnung, jetzt sorge aber dafür, dass Du sie los wirst. Das geht am besten, wenn Du Entscheidungen triffst und handelst.

Mein Rat ist: Augen zu und durch. Ziehe das Studium durch. Anschließend kannst Du Dir überlegen, was kommen soll.

Iys4abexll


Also ohne die näheren Umstände zu kennen, geschweige denn Fachfrau zu sein....nach Deinen bisherigen Beiträgen hier beschleicht mich ein wenig das Gefühl, dass Deine Therapeutin Dich schlicht und einfach ein bißchen aus der Reserve locken möchte... ;-) - etwas platter ausgedrückt: Dir in den Hintern tritt. Aber nicht in der Hinsicht Dich in eine bestimmte Richtung drücken zu wollen, sondern dass Du irgendwie selbst aus Deinem Stillstand (denn ich habe das Gefühl auf dem bist Du) raustrittst und irgendwas tust (änderst?).

So wie es sich anhört bist Du existentiell doch (noch) gesichert?

Lebst bei Deinen Eltern? Wie sind diese so eingestellt? Offenbar doch recht (zu?) verständnisvoll, nichts für ungut, aber mit 32 noch zu Hause? ":/

Was würden sie sagen wenn Du vor sie trittst und sagst, dass dieses Studium nichts für Dich ist? Ich meine, ok, ich als Elternteil wäre nicht gerade begeistert wenn mein "Kind" (?) eine doch recht schon langwierige Ausbildung schmeißt. ABER: Es ist Dein Leben. Wichtig wäre mir nur, dass Du Dir als erstes Ziel setzt alleine klar zu kommen.

Heißt:

Schmeiße Dein Studium wenn Du das Gefühl hast (bzw. immer mehr bekommst), dass Du in diesem Job nicht glücklich bist. ABER schaffe Dir trotzdem eine Existenzgrundlage. Zeige, dass Du für Dich sorgen kannst. Sprich: Nimm' erst mal ungelernte Jobs an. Kellner, Kassierer, Lagerarbeiter usw... geht Alles.

Eine gewisse Konsequenz ist aber unabdingbar - gerade in Deinem Alter, Deiner Situation. Es gibt da irgendwann kein Zurück mehr in den Schoß der Eltern. Das muß Dir absolut klar sein. Leider scheinen Deine Eltern aber genau das immer wieder zu tun: Dir diesen "Schoß" anbieten, bzw. erhalten. :-/

Und für einen Therapeuten kann ich es mir sehr schwer vorstellen, dass er genau hier ein Hindernis sieht in seiner Arbeit.

Wenn man einen Menschen zur Selbstständigkeit bringen will und dann aber ein anderer Mensch (andere Menschen) im Wege stehen - das ist fast unmöglich.

Deinen momentanen Zweifel an der Therapeutin erkenne ich als genau das: Mit dem Druck, dass sich endlich bei Dir etwas bewegen muß (egal in welche Richtung) zeigt sie Dir ihre eigenen (in therapeutischer Hinsicht) Grenzen auf. Solange Deine Eltern Dich in Deinem Stillstand unterstützen, Du also nicht gezwungen oder nicht willens bist etwas zu ändern, hat kein Therapeut überhaupt eine Chance.

Und noch hierzu etwas:

Ich schäme mich wahnsinnig dafür dass alles so gelaufen ist und bereue man ganzes Leben.

Sorry, aber das kannst Du ändern, wenn Du willst sofort. Zu schämen brauchst Du Dich nicht, doch Du solltest (endlich?) erkennen, dass es nur an Dir liegt, an Niemandem sonst.

Wenn meine Kommilitonen von früher, die auch meine besten Freunde sind von ihrer Arbeit erzählen, hört man nur von Überstunden, Stress und wenig Freizeit. Leben für den Job.

Ach komm! Da verdrehst Du Deine Wahrnehmung aber selbst ein wenig, oder? Hm? ;-)

Das verstärkt meine Angst noch viel mehr. Ich weiß einfach nicht was richtig und falsch ist.

Es gibt kein "richtig" oder "falsch", schon gar nicht allgemein gesehen.

Wenn ich richtig rechne, bewegst Du Dich nun schon seit ca. 8 Jahren in diesem Berufsfeld/Ausbildung?

Und erst jetzt, wo es offensichtlich bald nicht mehr möglich sein wird das Ganze noch weiter hinauszuzögern kommen Dir Zweifel?

Du vermittelst den Eindruck, dass es so lange ok war, so lange Du eben noch in dem Stadium eines jungen Menschen bist, der eine Ausbildung macht und ansonsten keine große Verantwortung übernehmen muß. Mich beschleicht auch ebenso das Gefühl, dass es letztendlich egal ist was Du nun studierst - Du würdest in jedem Fall so reagieren. Denn nicht Dein Studium bezüglich der Fachrichtung scheint das Problem zu sein, sondern der nächste Schritt: In die beruflich gesehene Erwachsenenwelt rüberzuwechseln. Welche auch zur Folge hat eigenverantwortlich und unabhängig zu leben, leben zu können.

Ist nicht das das eigentliche Problem?

Ob ich mir solche Gedanken überhaupt erlauben darf, sondern zufrieden sein sollte das es mir gesundheitlich ja eigentlich gut geht und mich nicht so anstellen soll.

Du darfst Dir jeden Gedanken erlauben.

Aber lenke Dich nicht ab mit "ich muß ja zufrieden sein und stelle mich an" - das ist nur eine Ausrede.

Werde selbständig. Egal wie. Ob mit abgeschlossenem Studium oder nicht.

bslubO bl{uxbb


Stell dir mal vor, dass du jetzt noch eine Praktikumsstelle suchst und machst und die Bachelorarbeit fertig schreibst und die benotet wird und du am Ende ein Abschlusszeugnis bekommst.

Was glaubst du wäre dann? Wie würde dein Leben dann aussehen? Wie würdest du dich fühlen?

Kann ich nicht sagen. Ich wüsste dann ja immernoch nicht ob ich gerne eine Job in dem Bereich ausüben will.

Mal praktisch betrachtet ist dein Studium in puncto "nur für den Job leben" günstig gewählt. Viele Arbeitsplätze gehören zu Tarifbranchen, da sind die Chancen auf geregelte Arbeitszeiten und anständige Gehälter relativ hoch.

Wenn du diese Angst mal nicht betrachtest, was hält dich sonst noch davon ab, dein Studium abzuschließen?

Ich weiß es doch nicht... Ich kann auch nicht mehr sagen als ich in dem Text vorhin geschrieben hab.

Ich hab grad das Gefühl ich wiederhole mich ständig. Wenn ich mich nicht klar genug ausgedrückt habe solltet ihr mir das sagen.

ens0ta1


Denn nicht Dein Studium bezüglich der Fachrichtung scheint das Problem zu sein, sondern der nächste Schritt: In die beruflich gesehene Erwachsenenwelt rüberzuwechseln. Welche auch zur Folge hat eigenverantwortlich und unabhängig zu leben, leben zu können.

:)^ mit 32 Jahren kann man schon langsam mal erwachsen werden. Du kannst natürlich auch bei Mutti bleiben bis zur Rente, es ist dein Leben.

S,aruahx87


So, d.h. du weißt nicht ob du einen Job in diesem Bereich ausüben willst. Warum ist das relevant hinsichtlich der Beendigung deines Studiums?

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