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2 Personen | 1 Körper

sZehmraaufaPmixly hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich stelle mich hier erstmal kurz vor:

Ich bin der Miles "ausgesprochen wie Meiles", 20 Jahre jung und studiere derzeit Mathematik und Physik an der Universität

Jetzt aber zu meinem eigentlichen Problem : Ich fühle mich komisch und das seit 2 Jahren schon. Es hat alles angefangen seid dem ich mit dem Abitur fertig geworden bin.

Daswar die Zeit wo ich mich mit mir selbst beschäftigt habe, das war die Zeit wo ich mal wirklich über mich selbst nach denken musste.

Davor habe ich nie über mich selbst nach gedacht, ich hatte die Schule und ich wusste ich musste sie fertig machen, das war alles worüber ich nach gedacht

habe.Ich fühle mich sehr zwiegespalten, in jederlei Hinsicht. Egal ob das durch irgendwelche Situationen ausgelöst wird, oder durch Gedanken, manchmal passiert es sogar einfachso.

Ich verliere sozusagen die Kontrolle über mich selbst und bin irgendwie ganz anders. Ich werde herzlos, kaltherzig, arrogant, ignorant, selbstgerecht, analytisch, rational, berechnend, taktisch, rücksichtslos und etwas wahnsinnig.

Eigentlich das genaue Gegenteil von mir und meinen Idealen.

Ich kann es nicht ganz in Worte fassen,aber ich werde irgendwie "anders" wenn das passiert. Erst fängt es mit Gedanken an, ich distanziere mich irgendwie komplett von mir selbst, finde sehr komische und absurdeGedanken und empfinde manchmal sogar Freude daran. Es ist das komplette Gegenteil von mir. Ich will nicht das es passiert, aber es kommt einfach so über mich.

Ich versuche bei solchen Situationen immer noch Krampfhaft an meiner "guten Seite" festzuhalten, es klappt aber irgendwie nicht.

Es fühlt sich an als wären 2 Personen in mir. Ich weiß nie genau was ich möchte, was meine Ziele sind, was ich als nächstes mache, weil es sich immer wieder ändert.

Ich kann zu Leuten kaum noch eine Freundschaft aufbauen, mal denke ich "Hey das klappt ja ganz gut mit uns, wir verstehen uns gut" und morgen ist es wieder "Was für ein Unsinn,wozu brauche ich ihn ? Er kann mir vielleicht die Schuhe putzen". Das passiert immer wenn es "über mich kommt", immer wenn das passiert, denke ich solche Sachen wie "Er kann mir vielleicht die Schuhe putzen."

Ich verstehe es nicht, ich verstehe es wirklich nicht, ich war nie so, ich hatte eigentlich auch nie Probleme zu Hause, mit dem Umfeld, ja ich war ein Einzelgänger, aber ich hatte schon paar Klassenkameraden mit denen ich mich besser verstand als mit anderen. Ich wurde nie gemobbt, hatte immer gute Noten, hatte auch nie einen Trauma in der Vergangenheit.

Mir ging es soweit eigentlich immer gut.

Es artet aber alles immer weiter aus. Soweit sogar, das ich kaum noch unterscheiden kann, wer ich jetzt bin. Die 2. Person in mir entwickelt sich immer weiter. Ich erfinde in meinem Kopf Geschichten, eine Vergangenheit, Merkmale, Hobbies über diese 2. Person.

Wenn ich jetzt alles nochmal zusammen fasse, befinde ich mich gerade seit 2 Jahren in einer Situation in der ich nicht wirklich unterscheiden kann, ob ich gerade Person 1 bin (mein echtes Ich) oder ob ich mich in einer sogenannten 2. Person befinde.

Diese 2. Person wechselt ab und zu, aber die Eigenschaften bleiben ; kaltherzig, arrogant, selbstgerecht, dunkel, verrückt, elegant, böse, etc.

Ich möchte nicht so sein, ich mag das überhaupt nicht, und das spiegelt meine Ideale und meine Ziele auch nicht wieder. Ich habe ständig Konflikte damit zu entscheiden, ob ich gut oder böse bin. Bin derzeit depressiv, unkonzentriert, hyperaktiv, pessimistisch, unglücklich, unsicher, sehr sehr aber sehr unentschlossen.

Ich isoliere mich immer wieder, halte plötzlichen Abstand zu meinem Umfeld (Freunde, Bekannte, sogar Familie), weil ich von diesem "(Menschen-)Hass" erfüllt bin und andauern denke ,dass ich sie nicht brauche und über diesen Menschen stehe.

Ich reagiere plötzlich und immer verschieden auf Situationen. Ich bin sehr impulsiv in letzter Zeit und habe das Bedürfnis Menschen für ihre Fehler zu "Bestrafen" .

Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll, am besten möchte ich die "2.Person" regelrecht ausradieren, aber es geht irgendwie nicht, ich habe mich zu sehr in die 2.Person verliebt, ich bin ganz vernarrt und habe eine absurde Besessenheit von ihr, sie hat etwas besonderes an sich, etwas einzigartiges, etwas was man

nicht ein 2. mal finden kann.

Immer wenn ich etwas dagegen tun will, fällt mir wieder dieser unbegründete "Hass und diese Falschheit" ein und immer wenn dieser "Hass" da ist, dann bleibt diese 2.Person und wird noch stärker.

Ich möchte einfach wieder Reinheit in mein Leben bringen, ich möchte wieder wissen wer ich bin, ich will mich endlich wieder auf meine Uni konzentrieren und andere Sachen tun, anstatt immer wieder mit diesem Problem zu kämpfen und wie ein Lichtschalter meine Personen zu wechseln.

Wäre wirklich sehr froh über Antworten.

Antworten
Sbtal!fy3r


Verschiedene Ausprägungen von Persönlichkeiten oder Gefühlslagen kennen sicher viele Menschen (heute kann man über etwas lachen, morgen kann es einem zum Ausrasten bringen - erstmal nicht so ungewöhnlich). Nun geht das bei dir natürlich sehr weit, so weit dass du vielleicht sogar Menschen verletzt (sei es nun emotional oder potentiell schlimmeres, ich weiß ja nicht wie du dir das "Bestrafen" vorstellst). Wie reagiert denn deine Umwelt darauf? Hat es schon konkrete Situationen gegeben, in denen du als Person 2 anderen Menschen irgendwie spürbar zugesetzt hast?

Wenn ich das richtig verstanden habe bist du dir in jeder Situation im Klaren über diese 2 Personen. Es ist also keine dissoziative Störung, in der du als Person 1 nicht mehr weißt, was du als Person 2 machst. Du erkennst die beiden jederzeit in dir und weißt immer, dass die andere auch noch da ist, richtig? Und es passiert aus heiterem Himmel, ohne jeden erkennbaren Anlass, oder? Ein Gang zum Therapeuten wäre vielleicht ganz ratsam, zumal es dich ja selbst belastet.

Wie sieht es sonst so in deinem Leben aus? Was hast du außer Schule oder jetzt Studium, was dich fasziniert, was du erreichen möchtest, was du gerne tust, Hobbys, Geselliges (als Person 1, versteht sich)? Klingt ein wenig so, als wärst du nach dem Wegfall bzw. Erreichen des einen großen Ziels (Schulabschluss) irgendwie in ein "identitäres Loch" gefallen, kann das sein? ":/ Bzw. auch während des Schulbesuches war dieser etwas, was du machen musstest. Dich selbst hast du nicht reflektiert, wie du schreibst. Daher scheint mir, dass du dich selbst und was dich erfüllt über die Jahre ziemlich vernachlässigt hast. Ob das als Grund n Betracht kommt weiß ich als Laie nicht, vielleicht gibt es ja noch ein paar Psychologieprofis, die da mehr zu sagen können. :)*

Lvu+ci3x2


Hallo,

am besten gehst du zu einer Neurologe-Psychiater und/oder einer Psychotherapeut.

Es gibt verschiedene Ursachen, sowohl psychisch wie organisch.

Es gehört auf jeden Fall abgeklärt.

Ist deine "nettes" Ich jemand der nicht nein sagen kann und sich unter Druck setzen lässt? Wie sah vorher deinem Selbstbild aus?

sdehmbraufHamilxy


Zu aller erst möchte ich mich für die Antworten bedanken und dafür das es so schnell ging.

Es kann sein, dass ich früher vielleicht auch "2 Personen" in mir hatte, nur waren diese nicht so ausgeprägt wie jetzt, ich weiß es ehrlich gesagt nicht...

Aber ja Stalfyr ich bin mir "unterbewusst" klar welche Person gerade dran ist, ich kann mich aber sozusagen nicht "einmischen" es kommt kurz und ist dann wieder weg.

Dann gibt es aber auch Momente wo ich bewusst eine Situation hervorrufe, weil ich "Sehnsucht" nach der 2.Person habe. Ich verfalle in Art Trance, in meinem Kopf höre ich eine Violine, ich sehe eine Rose und einen roten Vorhang und dann ist die 2.Person da und ich denke über die Welt nach, wie sehr ich sie verabscheue, wie sehr ich mich und diese Menschen hasse.

Ich möchte ungerne beantworten was ich mir in bestimmten Situationen vorstelle, weil es abscheulich ist, aber ich tue es weil es vielleicht wichtig sein könnte.

Während ich in dieser 2.Person bin und gerade irgendwo spaziere, oder gerade im Bus sitze, was auch immer, dann sehe ich diese Menschen. Ich rede jetzt mal aus der Perspektive der 2.Person ; ,,Wozu sind die überhaupt am Leben ? Die Frau die vor mir sitzt sieht nicht gerade aus als ginge es ihr gut...wäre es nicht besser sie einfach zu töten ? Dann hat sie wenigstens kein Leid mehr. Der Mann der gerade einsteigt...-er sieht aus als würde er gerade das junge Mädchen auf den Hinterteil starren- was für ein Abschaum, vielleicht reicht auch nur meine Hand um ihn fertig zu machen, so sportlich ist er nicht."

Eine andere Situation : Ich bin gerade mit Freunden in der Mensa wir essen alle gemeinsam und plötzlich passiert es wieder, diese 2. Person kommt und stellt sich das vor ; "Sie sind ja ganz nett und lieb, ich frage mich was die Eltern tun würden, wenn sie wüssten das ich ihre Kinder verbrannt habe... , wenn ich den Tisch ruckartig weg schiebe , meinen Teller mit Essen auf ihn werfe, hätte ich genug Zeit um den Jungen neben mir auf den Boden zu werfen und den Stuhl nach einem der 3 zu schmeißen, leider habe ich dann aber keine Fluchtmöglichkeit, es gibt hier nur eine Eingangstür, wenn ich versuche weg zu rennen, würde mich bestimmt jemand vom Nachbartisch aufhalten, außerdem hätte ich damit nur 1 Person erwischt und nicht alle 3...es lohnt sich also nicht. Schade - "

Sowas fällt mir mitten beim Essen mit meinen Freunden ein, einfach so, bis die "1.Person" kommt und versucht meinen Verstand wieder zurück zuholen.

Ich nehme dadurch Abstand zu Freunden, weil ich wirklich nicht weiß was passieren kann, wenn diese 2.Person über mich kommt. Ich sage nur noch "Hallo, wie gehts ?" und versuche dann einfach meine Klappe zu halten und so weit es geht Kontakt zu vermeiden. Je näher sie mir kommen, desto wahnsinniger wird diese 2.Person.

Meine einzigen Freunde aus der Schule habe ich auch durch meine 2.Person vergrault. Ich habe ihnen eine Mitteilung geschrieben wo ich ihnen gesagt habe wie unwichtig sie doch sind und das ich mit ihnen nur gespielt habe um mich zu belustigen...

Ich hasse mich dafür, es passiert wirklich abrupt, ich weiß nicht wieso, es sind wirklich sehr sehr nette Leute, keiner hat mir was angetan...

In der Tat war nach der Schule so ein "schwarzes Loch", weil ich nicht genau wusste wer ich bin und was ich genau will, aber auch damals war ich in mehrere Personen aufgeteilt, das heißt damals waren es nicht nur 2, sondern ich glaube um die 8. Für jedes Umfeld und jede Situation 1 Person. Und ich wusste nach der Schule nicht, welche der Personen jetzt mein "echtes Ich" ist, die "2.Person" hat nach und nach alle anderen ausradiert, er hat es bewusst gemacht...

Ich wusste schon mit 16 das ich die Ziele "Karriere, Liebe, Selbstverwirklichung, Familie, Kinder" nie erfüllen möchte, deshalb wusste ich auch nicht was man sonst in der Welt machen sollte, ich ging nach dem Motto "Vielleicht finde ich ja etwas was ...ach keine Ahnung." Auch schon damals hatte ich mir nur Gedanken darüber gemacht wie ich sterben könnte, aber nie wie ich leben kann...

Ich kann nicht zum Psychologen, sobald der Therapeut irgendeine Frage stellt die auch nur ansatzweise die "2.Person" reizt, kann ich wirklich für nichts mehr Garantieren, weil ich nämlich bewusst dort hingehe um über mein Problem zu sprechen und das weiß meine 2.Person, die wird nur darauf warten das so eine Frage kommt und dann ist Chaos.

Deshalb möchte ich nichts riskieren...

Es ist alles so absurd...aber wirklich absurd...

I{ndivfidunalixst


Eigentlich das genaue Gegenteil von mir und meinen Idealen.

...befinde ich mich gerade seit 2 Jahren in einer Situation in der ich nicht wirklich unterscheiden kann, ob ich gerade Person 1 bin (mein echtes Ich) oder ob ich mich in einer sogenannten 2. Person befinde.

am besten möchte ich die "2.Person" regelrecht ausradieren,

Ich möchte einfach wieder Reinheit in mein Leben bringen,

Nach welchem Kriterium legst du fest, was "dein echtes Ich" ist? Und was sind dann die anderen Impulse wie z.B. Arroganz, Überheblichkeit usw.? Zweifellos gehören die doch auch zu dir und kommen aus dir selbst, wo sollen sie denn sonst herkommen? So beunruhigend finde ich das übrigens auch gar nicht - jeder hat "dunkle Ecken" in seiner Seele und weniger vorzeigbare Seiten, denn niemand kann 24/7 nur Gutmensch sein.

Wir alle müssen uns auch mit unseren dunklen Seiten anfreunden und zumindest versuchen, sie anzunehmen und im Gesamtkontext unserer Persönlichkeit zu verstehen. Das ist aber nicht gleichbedeutend damit, sie auch unkontrolliert auszuleben! Selbstverständlich müssen wir einen sozial annehmbaren Umgang mit ihnen finden. Aber das ist ja etwas ganz anderes als der irrwitzige Anspruch, sie gar nicht haben zu dürfen.

Schon der Philosoph Plato sagte, der Unterschied zwischen einem guten und einem bösen Menschen bestehe darin, dass der gute nur von schlechten Taten träumt, während der böse sie auch ausführt.

Ich versuche bei solchen Situationen immer noch Krampfhaft an meiner "guten Seite" festzuhalten, es klappt aber irgendwie nicht.

Das kann auch nicht klappen. Genau das Krampfhaft-Verbissene ist ja das Problem. Je mehr man etwas Unakzeptables von sich auszusperren versucht, umso mehr ist man gefangen davon und vergeudet seine Energie damit, die Tür zuzuhalten, damit es nicht wieder reinkommt. Aus die Weise wird man es nicht los, im Gegenteil: es bekommt mehr Macht über uns und ist erst recht ständig gegegenwärtig. Deine Beiträge lassen genau das erkennen.

Die obigen Zitatschnipsel verraten, dass du dich weigerst, auch für den sozial weniger vorzeigbaren Teil von dir die Verantwortung zu übernehmen. Du willst ihn nur "weg haben", aber dich nicht damit auseinandersetzen. genau da liegt der Fehler, denn das ist gerade der beste Weg, aus einer wenig spektakulären Seite des Menschseins ein handfestes Problem zu machen und zu verewigen. Du versuchst alles Negative, "Unreine" als Fremdkörper abzuspalten, als gehöre er nicht zu dir, stellst dich sogar als dessen "Opfer" dar. Das ist scheinheilig, aber daran sieht man, welche Macht du diesem abgespaltenen Teil einräumst.

Hör auf damit. Hör auf mit der Verbissenheit. Das macht es nur noch schlimmer.

Und nochmal möchte ich dir ein Zitat eines weisen Menschen ans Herz legen, diesmal von Karen Horney, einer bedeutenden Vertreterin der sog. Neopsychoanalyse (Hervorhebung von mir):

Der neurotische Prozess ist eine spezielle Form menschlicher Entwicklung, und zwar eine besonders unglückliche, weil sie die Vergeudung konstruktiver Kräfte bedeutet. [...] Unter günstigen Umständen werden die Kräfte des Menschen zur Verwirklichung der ihm gegebenen Möglichkeiten eingesetzt. [...] Unter innerem Druck kann jedoch ein Mensch seinem wahren Selbst entfremdet werden. Dann setzt er den größten Teil seiner Kräfte dafür ein, sich mit Hilfe eines starren Systems innerer Gebote zu einem Wesen von absoluter Vollkommenheit zu formen.

Ich schlage vor, du versuchst mal, von dem fettgeschriebenen Teil loszukommen und deine Energien lieber "zur Verwirklichung deiner Möglichkeiten" einzusetzen. Denn wie sollte man wohl ein besserer Mensch sein als genau dadurch, dass man sich auf Basis der eigenen Möglichkeiten einbringt?


Und noch was. Wer man selbst ist, erfährt man nicht durch Grübeln, sondern nur in der Begegnung mit anderen. Nur dadurch bildet und stärkt und "integriert" man sein Ich. Du beschreibst dich als relativen Einzelgänger (das bin ich übrigens auch, deshalb verstehe ich das alles recht gut), was sicher nicht von ungefähr kommt, sondern auch etwas mit sozialen Ängsten oder Defiziten zu tun hat. Nun ist es ja so, dass man sich seine Ideologien so zurechtbastelt, dass sie das eigene Weltbild stützen. Ich habe deshalb die Vermutung, dass es kein Zufall ist, wenn deine Psyche diese abfälligen, trennenden Gedanken über deine Mitmenschen produziert. Unbewusst dienen sie genau dem Zweck, dich von den Menschen fernzuhalten und dein Einzelgängertum ideologisch zu stützen, um die besagten eigenen Ängste oder Defizite weniger zu spüren. So wie bei der Fabel vom Fuchs und den Trauben.

s/ehmr-aufaxmily


Nach welchem Kriterium legst du fest, was "dein echtes Ich" ist? Und was sind dann die anderen Impulse wie z.B. Arroganz, Überheblichkeit usw.? Zweifellos gehören die doch auch zu dir und kommen aus dir selbst, wo sollen sie denn sonst herkommen? So beunruhigend finde ich das übrigens auch gar nicht - jeder hat "dunkle Ecken" in seiner Seele und weniger vorzeigbare Seiten, denn niemand kann 24/7 nur Gutmensch sein.

Ich mache meine 1.Person daran fest, das sie nicht solch wahnsinnige Gedanken hat und das sie nicht versucht irgendwelchen Menschen zu schaden.

Wenn ich aber ehrlich zu dir bin, ist mein "echtes Ich" gar nicht mein echtes Ich. Es ist nur eine Antwort auf die 2.Person (Gut gegen Böse) könnte man hier sagen. Mein "echtes Ich" ist wahrscheinlich schon abgestorben als dieser Konflikt zwischen den beiden angefangen hat.

Wir alle müssen uns auch mit unseren dunklen Seiten anfreunden und zumindest versuchen, sie anzunehmen und im Gesamtkontext unserer Persönlichkeit zu verstehen. Das ist aber nicht gleichbedeutend damit, sie auch unkontrolliert auszuleben! Selbstverständlich müssen wir einen sozial annehmbaren Umgang mit ihnen finden. Aber das ist ja etwas ganz anderes als der irrwitzige Anspruch, sie gar nicht haben zu dürfen.

Das kann ich absolut verstehen, ich kann es nachvollziehen, wenn z.B eine normale Person gerade irgendwelche komischen Gedanken hat wie "Sollte ich das Geld das ich gerade auf der Straße gefunden habe, behalten ?" , "Am besten ist es wenn ich einfach Lüge, das macht die Situation einfacher!", "Ach was ist schon dabei wenn ich das 1 mal tue, einmal ist kein mal oder ?" , "Eigentlich mag ich meinen Boss überhaupt nicht, ich würde den am besten eine rein hauen, aber dann habe ich keinen Job mehr, dann muss ich wohl gute Miene zum bösen Spiel machen"

Ich sehe aber auch nicht 1% Verständnis dafür wenn jemand darüber nachdenkt, ob er die Nachbarin lieber im Schlaf ersticken sollte, oder erst ihren Hund umbringt damit es dramatischer wirkt.

Das ist für mich keines Falls nur "Eine böse Seite eines Menschen" es ist viel mehr als das.

"Ach Gottchen wir haben doch alle böse Seiten", "Kein Mensch ist perfekt", "Wir alle haben mal solche Gedanken", "Wir sollten mit all unseren Fehlern und Problemen leben und umgehen können", "Es ist ein Teil von dir" ; solche Sprüche helfen mir da leider wenig.

Individualist du hättest da wirklich recht, wenn es nicht so ein großes Problem gewesen wäre wie dieses hier, du hättest recht wenn du mit jemandem redest der gerade in so einer "depri-Phase" ist oder jemand der gerade bisschen hängt und nur etwas Mut brauch um zum Leben zurück zu finden.

Aber das hier ist anders! Hier reicht es nicht einfach irgendwelche weisen Ratschläge zu geben. Gott ich weiß ja noch nicht mal genau wie das alles passiert ist und was für eine "Krankheit" ich überhaupt habe. Woher diese 2.Person überhaupt kommt, das gleiche gilt auch für "meine 1.Person". Ich kann ja noch nicht mal mein eigenes Problem richtig in Worte fassen.

Ich verstehe mich selbst nicht, hier schreibe ich wie sehr ich diese 2.Person los werden möchte, aber sobald irgendwas passiert will ich das sie rauskommt, weil ich mich nach ihr sehne ... Es ist alles für mich unverständlich-

Ich weiß Therapeut, Psychologe, Psychiater, ich sollte alle dringend aufsuchen, aber es klappt wirklich nicht, nicht weil ich "Angst" davor habe, sondern weil die 2.Person es nicht zu lassen wird und selbst wenn ich es schaffen sollte zu jemandem hinzugehen, möchte ich mir einfach nicht ausmalen was dort alles passieren kann.

Ich hatte schon mal versucht telefonisch mal einen Termin mit einem Psychologen auszumachen, aber meine 2.Person hat mitten im Gespräch das Telefon auf den Boden geschmissen, sodass es kaputt gegangen ist...

Er wird mich immer weiter innerlich auffressen, er wird immer weiter irgendwelche Geschichten erfinden damit er mich verwirren kann, seine Lust nach dem ganzen was er tun möchte wird sich nie legen...

Ich habe wirklich bedenken, dass das Stückchen Verstand das ich noch habe gegen diese 2.Person in mir ankommen kann.

sGehmraJuYfamixly


Du beschreibst dich als relativen Einzelgänger (das bin ich übrigens auch, deshalb verstehe ich das alles recht gut), was sicher nicht von ungefähr kommt, sondern auch etwas mit sozialen Ängsten oder Defiziten zu tun hat. Nun ist es ja so, dass man sich seine Ideologien so zurechtbastelt, dass sie das eigene Weltbild stützen. Ich habe deshalb die Vermutung, dass es kein Zufall ist, wenn deine Psyche diese abfälligen, trennenden Gedanken über deine Mitmenschen produziert. Unbewusst dienen sie genau dem Zweck, dich von den Menschen fernzuhalten und dein Einzelgängertum ideologisch zu stützen, um die besagten eigenen Ängste oder Defizite weniger zu spüren. So wie bei der Fabel vom Fuchs und den Trauben.

Da könnte tatsächlich was dran sein, das die 2.Person mich von Mitmenschen trennt damit ich dieser "Autonomen-Einzelgänger-Ideologie" gerecht werde, das ist wirklich ein sehr guter Punkt den du ansprichst Individualist.

Aber der Grund dafür ist nicht wegen Ängsten oder Defiziten, wie gesagt meine "1.Person" kommt sehr gut mit Mitmenschen klar, ich kann mich auch sehr gut anpassen und eine "Menschlichkeits-Maske" tragen wenn es darauf ankommt. Ich weiß aber nicht was genau du mit Angst und Defizite meinst ?

IQnd$ivid/ualixst


Ich weiß aber nicht was genau du mit Angst und Defizite meinst ?

Das ist zunächst mal nicht mehr als eine allgemeine Annahme und nicht speziell auf dich gemünzt: wenn sich jemand allzu einzelgängerisch von Mitmenschen fernhält oder sich innerlich gegen sie richtet, dann liegt es nahe anzunehmen, dass er die Begegnung scheut. Sei es, weil er sie sich nicht zutraut, oder sei es, dass ihm zuviel menschliche Nähe Angst macht (was letztlich nur zwei Seiten der gleichen Medaille sind).

Aber ich glaube durchaus, dass es auch auf dich zutrifft und einen Teil deines Problems ausmacht. Das wird auch nicht wirklich durch deine nachfolgende Aussage...

Aber der Grund dafür ist nicht wegen Ängsten oder Defiziten, wie gesagt meine "1.Person" kommt sehr gut mit Mitmenschen klar, ich kann mich auch sehr gut anpassen und eine "Menschlichkeits-Maske" tragen wenn es darauf ankommt.

...entkräftet, denn sich "anpassen und eine Menschlichkeits-Maske tragen" hat ja nun mit einer echten menschlichen Begegnung nichts zu tun. Das ist ja eher das Gegenteil: man verhindert sie, indem man sie nur spielt, man täuscht Interesse vor, und es klingt auch irgendwie nach Berechnung. Was aber dabei fehlt, ist: Spontaneität, Echtheit, Offenheit, sich innerlich wirklich auf den anderen einlassen und sich - sinnbildlich - von ihm "berühren" zu lassen. Die Begegnung ist nur eine Hülle, nicht ausgefüllt und nicht erfüllend. Davon wird die Seele nicht satt.

a=sylxy


Und wenn du versuchst einen Termin schriftlich zu vereinbaren?

Hier könntest du (1.ich) auch schreiben, ohne dass die 2. Person dazwischen gefunkt hat.

Versuch es doch.

Und auch für das Gespräch beim Therapeuten: schreib deine Problematik vorher auf und bringe sie mit. Oder auch das, was du hier geschrieben hast.

s[ehmrauCfamixly


Das ist eine wirklich sehr gute Idee asyly, das werde ich auch machen, ich hoffe die haben kein Problem damit... ?

PFlüsGchbiexst


Nein, die haben ganz sicher kein Problem damit.

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