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Laut renomiertem Neurobiologen, Therapie praktisch nutzlos!

T#estr#ale hat die Diskussion gestartet


Hallo, ich habe diesen Artikel gelesen, dort sagt der Neurobiologe Gerhard Roth, das Depressionen und Angstkrankheiten praktisch unheilbar sind. In einem Interview in WDR5 hat er gesagt, das die Betroffenen lediglich oberflächlich lernen, halbwegs mit Depressionen umgehen zu können. Die traurigen Emotionen und Gedanken würden lebenslang bleiben. Das würden wohl auch alle Psychotherapeuten wissen, aber um den Depressiven nicht die Hoffnung zu nehmen, würde immer behauptet, das Psychotherapie hoch effektiv sei, was aber nicht stimmt. http://m.welt.de/kultur/literarischewelt/article135734841/Fuer-eine-Psychotherapie-ist-das-Hirn-nicht-gemacht.html

Antworten
nnimu"e8x8


Und es gibt zig Studien, die das Gegenteil beweisen :-) unnu?

TDestrUalxe


Aber es,stimmt doch, das sehr viel keinen nutzen aus einer Therapie ziehen, auch hier im Forum berichten immer wieder welche. Auch Medikamente helfen nur selten, das sagen selbst die Ärzte...

nKimuex88


Aber es,stimmt doch, das sehr viel keinen nutzen aus einer Therapie ziehen, auch hier im Forum berichten immer wieder welche.

Ist eine arg verzerrte Stichprobe, die das Forum hier bietet. Das ist für überhaupt nix repräsentativ ;-D

Natürlich helfen Medikamente. Solange man sie nimmt.

T*estrxale


Selbst nach jahrelanger Therapie reicht oft nur ein kleiner Anlass, und alle negativen Emotionen und Gedanken sind mit voller Wucht zurück. Also der Mensch scheint mir schon glaubwürdig.

S]ilb~erm@ond1augxe


Und ? Was ist die Schlussfolgerung daraus ?

S=ilDberm-onda|uge


Also deine bzw die des Neurobiogen. Ich seh das etwas anders.

nTimfue8x8


Was ist denn daran glaubwürdig, die Fachausdrücke?

Er meint, Erfahrungen beeinflussen die Entwicklung der Amygdala. Okay, aber warum soll man über Erfahrungen (z.B. Psychotherapie) nicht wieder auf die Amygdala einwirken können? Warum soll das nur einmal, als Kind, funktionieren - nicht aber später?

Außerdem - "unbewusstes kann nicht bewusst gemacht werden" ist absoluter Quatsch. Sag das mal Menschen mit PTBS - irgendwann kommen die Erfahrungen wieder. Die Psyche gibt auch wieder frei, was man verdrängt hat. Ob man es sehen will, oder nicht.

Ich habe eine Freundin, die leider als Kleinkind sexuell missbraucht wurde. Mit 45 Jahren erinnerte sie sich plötzlich an eine Situation, in der sie sich damals befand. Sie hatte das so erfolgreich ins Unbewusste verdrängt, dass sie absolut keinen Zugriff hatte.

Und nun? Alleine diese Freundin straft diese Personen im Artikel Lügner. Und tausende, Millionen Menschen mit PTBS ebenfalls.

THest3rxale


Ich will ja glauben, das Psychotherapie hilft, aber ich zweifel... Ich erlebe im Familienkreis und bei Bekannten, das selbst Jahrelange Therapie nur minimale Fortschritte bringt.

Die negativen Erfahrungen hinterlassen in der Amygdala so starke "Narben" das diese nicht mehr verheilen können. Er hat Depresdive menschen vor und nach der Therapie im MRT durchleutet und das so festgestellt. heute um 20 uhr war das interwiew im WDR5. das könnt ihr euch als podcast mal nachhören. Da erklärt er es besser.

KTleixo


Hallo, ich habe diesen Artikel gelesen, dort sagt der Neurobiologe Gerhard Roth, das Depressionen und Angstkrankheiten praktisch unheilbar sind. In einem Interview in WDR5 hat er gesagt, das die Betroffenen lediglich oberflächlich lernen, halbwegs mit Depressionen umgehen zu können. Die traurigen Emotionen und Gedanken würden lebenslang bleiben. Das würden wohl auch alle Psychotherapeuten wissen, aber um den Depressiven nicht die Hoffnung zu nehmen, würde immer behauptet, das Psychotherapie hoch effektiv sei, was aber nicht stimmt. http://m.welt.de/kultur/literarischewelt/article135734841/Fuer-eine-Psychotherapie-ist-das-Hirn-nicht-gemacht.html

Sollte ich lesen, ist sicher lesenswert. Ob ich es verstehe, mal sehen.

Bezüglich der Schlussfolgerung bin ich skeptisch, ob das nicht nur die neurobiologische ist und unbedingt mit den psychologischen Definitionen konform geht. Allerdings denke ich, dass das Buch gelesen und verstanden werden sollte. Dann müssten noch die ganzen psychologischen Definitionen verstanden werden. Ich denke, dass es im Buch entweder Erklärungen zu den Definitionen geben muss oder aber es ist eine neurobiologische Definition, die aus psychologischer Sicht dann nicht unbedingt das aussagt, dass niemand therapiert werden kann.

Es gibt sicher eine Anzahl von Patienten, die nicht darüber hinaus kommt, dass sie lernt mit den Symptomen ihrer Störung umzugehen. Ich stimme Dir zu, dass es hier einige User im Forum gibt (nona, ist ja ein Psychologieforum), die ihrem Frust über ihre Untherapierbarkeit oder noch besser ihre Vorwürfe über Therapeuten kund tun. Die meisten scheinen mir allerdings eher unwillig zu sein, überhaupt etwas ändern zu wollen. Bei manchen haben ich den Eindruck, dass da tatsächlich die Fähigkeit fehlt, allerdings sind es oft Fälle, wo ich mir denke, dass das eben nur ein Fachmann beurteilen kann, was nun konkret der Grund ist, dass sie nicht weiter kommen oder für sich die Meinung vertreten nicht weiter zu kommen oder zu langsam weiter zu kommen. Ich als Laie komme nicht weiter als "unbelehrbar", "unwillig", "will nicht verstehen" oder "hat offensichtlich nicht genug Empathie". Allerdings verstehe ich nicht, was traurige Emotionen und Gedanken mit der Unheilbarkeit von Depressionen und Angstkrankheiten zu tun haben. Die erfolgreiche Therapie bedeutet ja nicht, dass man nachher keine traurigen Emotionen oder Gedanken hat. ???

Ich will ja glauben, das Psychotherapie hilft, aber ich zweifel... Ich erlebe im Familienkreis und bei Bekannten, das selbst Jahrelange Therapie nur minimale Fortschritte bringt.

Wenn man sich schon in einer solchen Umgebung befindet, dann hat das nicht nur mit einer Veranlagung zu tun, sondern mit einem Vorbildverhalten, dass alle ständig daran erinnert werden, in einem Verhalten zu verharren, das sie kennen und immer und immer wieder vorgeführt bekommen. Das sehe ich vergleichbar mit der Frage, ob Alkoholkrankheit vererbbar ist. Nein, ist es nicht, aber wenn man so aufwächst und möglicherweise Alkoholkrankheit in der Familie verbreitet ist, dann ist es schon wahrscheinlich, dass das eine oder andere Kind irgendwann seine Probleme genauso mit Alkohol lösen wird.

Ich habe eine Freundin, die leider als Kleinkind sexuell missbraucht wurde. Mit 45 Jahren erinnerte sie sich plötzlich an eine Situation, in der sie sich damals befand. Sie hatte das so erfolgreich ins Unbewusste verdrängt, dass sie absolut keinen Zugriff hatte.

Und nun? Alleine diese Freundin straft diese Personen im Artikel Lügner. Und tausende, Millionen Menschen mit PTBS ebenfalls.

Das meine ich. Wird im Buch von Roth Unterbewusst so definiert oder anders. Er ist ja kein Idiot und weiß ja, dass es solche Fälle oft gibt. Ich habe viele solcher Erinnerungen, die erst nach Jahren wieder hoch kamen.

Niot?Mi_chaelCxaine


Herr Roth stützt sich in dem Buch auf das sich der Artikel bezieht auf seine Forschung vor dem Jahr 2001. Bereits zu diesem Zeitpunkt (2001) hat er einräumen müssen, dass Teile der bis dahin statt gefundenen Hirnforschung einige von Freuds Theorien bestätigen. Seitdem sind 15 Jahre ins Land gegangen in denen die Hirnforschung einen wesentlichen Schritt nach vorn getan hat.

Wenn Du tatsächlich mal eine [[http://news.harvard.edu/gazette/story/2011/01/eight-weeks-to-a-better-brain/ aktuellere Studie]] zu Rate ziehst siehst Du wie flexibel unser Gehirn tatsächlich íst!

NHotMicDhaselC8aine


Achja und ganz aktuell noch [[http://www.davidwolfe.com/meditation-rebuilds-brains-gray-matter-in-8-weeks/ Hier]]

N=otMicIhaelC,aine


Oder eben [[https://www.washingtonpost.com/news/inspired-life/wp/2015/05/26/harvard-neuroscientist-meditation-not-only-reduces-stress-it-literally-changes-your-brain/ hier]]

EfhemXaliger, Nut6zer (=#467x193)


Selbst nach jahrelanger Therapie reicht oft nur ein kleiner Anlass, und alle negativen Emotionen und Gedanken sind mit voller Wucht zurück.

Das ist doch auch bei gesunden Menschen, die keine psychische Erkrankungen haben und nicht in Therapie sind, genau so? ":/

Sonst, abgesehen von den Strukturveränderungen im Gehirn, kann ich nur jedem, den das Thema interessiert das Buch von Kay Redfield Jamison ans Herz legen. [[https://de.wikipedia.org/wiki/Kay_Redfield_Jamison Wiki-Link]]

Heißt auf deutsch: "Meine ruhelose Seele" bzw. "An unquiet mind" auf englisch.

Fand das eigentlich sehr gut Lektüre, weil die Autorin da wirklich auch in der Lage ist aus unterschiedlichsten Perspektiven zu beleuchten. Zum einen aus Patientensicht und zum anderen aus der Sicht der Fachperson.

Bei ihr handelt es sich zwar um eine bipolare Störung, aber die Thematik per se ist ja zumindest in den Grundsätzen vergleichbar.

Sie schildert dann auch immer wieder ihre Phasen in denen sie ihre Medikamente abgesetzt hat, in der Hoffnung, dass sie es auch ohne schafft, um dann nach der Manie, die für ihre Arbeit zT förderlich war, wieder in eine fürchterliche Depression zu rutschen.

Kann man bei allen Leuten mit psychologischen Ekrankungen von Heilung sprechen? Nein, aber man kann zumindest soweit kommen, dass man als Patient so gut eingestellt ist und betreut wird, das man Lebensqualität hat und in der Lage ist geregelten Tätigkeiten und dem Alltag nachzukommen.

JZori


Es ist richtig, dass man, wenn man einmal in einer Depression war, immer wieder damit zu tun haben wird. Das hat mir mein Arzt damals von nun gut 20 Jahren schon gesagt.

Leider hatte ich damals auch bittere Erfahrungen mit Depressionen machen müssen. Mit Hilfe der Therapie und Medikamenten bin ich da raus gekommen. Aber eine gewisse Disposition ist geblieben. Danach hatte ich noch zwei Episoden, in denen ich wieder "abgestürzt" bin.

Der Unterschied heute ist, dass ich um diese Disposition weiß und gelernt habe, damit umzugehen. Ich erkenne mittlerweile recht früh, wenn sich etwas anbahnt und handle dann sofort. Dann bin ich kurzfristig beim Arzt und nehme rechtzeitig meine mittlerweile bewährten Medikamente, so dass die Depression i.d.R. nicht voll zum Ausbruch kommt. Und ich bin dann immer noch so weit in der Lage, zu reflektieren, warum diese Episode kommt und kann gezielt daran arbeiten.

Fazit: ich gehe heute bewusster mit meiner Psyche um, kann Warnsignale selbst gut erkennen und weiß mir zu helfen. Das heißt, man muss nicht sein Leben lang in einer nicht endenden Depression versinken. Das setzt aber voraus, dass bereit ist, an sich zu arbeiten und das kann man erst, wenn man eine aktue Phase überwunden hat. Aber man muss mit der Diagnose Depression nicht verzweifeln.

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