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Laut renomiertem Neurobiologen, Therapie praktisch nutzlos!

F.aSoLxa


Ich hab jetz auch nur den von dir verlinkten Artikel gelesen, erinnere mich aber an einen anderen Beitrag von Gerald Hüther, in dem es darum ging, dass die Erfahrungen des Menschen ab seiner Geburt quasi in Form von "Wegenetzen" (als Bild jetzt) im Gehirn angelegt werden. Bei jeder neuen Erfahrung versucht das Gehirn die altbekannten Wege abzugehen. Man kann trotz des Straßennetzes neue Wege anlegen, das sind dann erst ganz kleine Trampelpfade und da das Gehirn ja auch nur möglichst effizient arbeiten will, muss man diese Trampelpfade eine ganze Zeit oder sogar sein Leben lang bewusst beschreiten.

Was ich damit sagen will: in einer Therapie kann man sehr wohl Probleme nachhaltig bearbeiten und bekommt die Werkzeuge an die Hand, ddas künftig alleine zu tun. Von einer depressiven Freundin weiß ich, dass sie zwar in schwierigen Situationen imme noch depressiv zu werden droht, aber das jetzt erkennt und vorher gegensteuern kann.

Ich glaube, dass erfolglose Therapien an mangelnder Chemie zwischen Therapeut und Patient und vor allem an einem insgeheimen Unwillen des Patienten, sich wirklich darauf einzulassen, liegen.

Und was die Hirnforschung allgemein betrifft: finde ich spannend, aber sie kann auch nicht alles erklären bzw bleibt dann ja doch in ihrem Metier. Vor Jahren gab es einen ähnlichen Hypen um die Genforschung. Da lag dann alles an den Genen... @:)

TDest^raxle


Aber liegt es nicht tasächlich an Hirnorganischen Gegebenheiten (Hirnsoffwechels, oder bestimmte Hirnanatomie) das manche Menschen ser viel weniger resilient sind, als andere? [[https://de.wikipedia.org/wiki/Resilienz_(Psychologie)]]

Haben Depressionen nicht viel mehr organische Ursachen, als wir bisher annahmen.

Ich denke, das ein Depressiver Mensch, selbst nach einer erfolgreichen Therapie eine gewisse Melancholie einfach nicht loswerden kann. Und ich frage mich, warum manche Menschen gar keine Melancholie verspüren, und andere spüren sie so stark, das sich diese Melancholie in eine mittlere oder schwere Depression verstärkt....

cxhi


Also den Unterschied zwischen Melancholie und Depression sollte man schon kennen - und wenn nicht, sich vom Therapeuten erklären lassen.

TDes|trmarlxe


ich kenne den Unterschied. auch als Depressiver, wenn man grade nicht in einer akuten Depressiven Phase ist und den Alltag gut meistert, kann man ja trotzdem leichte Melancholie verspüren.

c hi


Eine Melancholie ist eine Traurigkeit - im Gegensatz zur Depression, sollte man Trauer zulassen.

FwaSToxLa


Ich verstehe nicht genau, worauf du hinaus willst. Bestimmte Dispositionen werden sich nicht ändern. Ein introvertierter Mensch wird nicht auf mal zu einem extravertierten etc. Da muss man m. E. mit dem umgehen lernen wie man ist, was man mit sich herumträgt und so. Menschen sind halt unterschiedlich. Man kann aber ja aus den eigenen Gegebenheiten das Beste machen.

Das heißt z. B. wenn man ein depressiv veranlagter Mensch ist, dass man dann lernt, Anzeichen zu erkennen, damit man nicht in eine depressive Episode abrutscht oder zumindest nicht so tief.

L#ace-rtQesx8


Das heißt z. B. wenn man ein depressiv veranlagter Mensch ist, dass man dann lernt, Anzeichen zu erkennen, damit man nicht in eine depressive Episode abrutscht oder zumindest nicht so tief

Als betroffener kann ich diese Aussage nur bestätigen. D.h. zu lernen seine Schwachstellen zu erkennen, sich zu schützen, oder aus dem Wege zu gehen. Dazu ist Therapie notwendig.

Die Trauer oder Melanchologie ist ein wichtiges menschliches Gefühl. Es lässt mich lebendig werden. Ich bin froh darüber auch diese Schmerzen zu kennen, sie auszuhalten und den Pfad zum Licht und Leben zu kennen.

STaraih87


Hier hat er noch was anderes behauptet:

[[http://www.spektrum.de/magazin/das-hirn-heilt-mit/1165513]]

(kostenfreier Download des Artikels)

Ich nehm mal an, dass die Roth GmbH nun mal auch daran interessiert ist ein Buch zu verkaufen.. Was kommt da besser als ein kontroverser Standpunkt.

Die Wirksamkeit von Therapien hängt übrigens von vielerlei Faktoren ab. Der Therapieschule, dem Therapeuten, ob und inwiefern der Patient sich verändern will, der Dauer der Therapie, usw., usf...

oNnodgisexp


Zumindest ist die Psychologie eine sehr langwierige Behandlung. Sigmund Freud als Begründer von allem hat seine Patienten über Nacht mit Kokain geheilt. Sowas gibt es heute nun mal nicht mehr. Deshalb sollten hirnorganische Veränderungen vor einer Therapie unbedingt ausgeschlossen werden, weil die Psychotherapie oft als unangenehm intim empfunden wird.

T~estraxle


Naja, also ich denke, nach einer Therapie lern man, sich selbst zu akzeptieren und mit seinen negativen gefühlen und Emotionen umzugehen.

Aber ich bezweifle, das man nach einer Therapie so unbeschwert ist, wie Menschen ohne Depression, Depressionen an sich sind meiner Meinung kaum heilbar, lediglich der Umgang damit, kann erlernt werden, so das einem die Gefühle und Gedanken nicht völlig übermannen! Ich hoffe aber, das ich mich irre!!!

cIhi


Vielleicht trifft es ja auch zu, sofern es dich betrifft. Ich bin nicht mehr depressiv, auch nicht manchmal. Ich bin nicht anders, als vor der Depression und ich weiß zu unterscheiden, wann ich mich wie fühle und wie ich damit umgehen sollte. Also alles easy. Im Gegensatz zu früher weiß ich heute sogar einige Dinge mehr zu schätzen, die ich früher ignoriert habe. Es geht mir im Endeffekt also eigentlich sogar deutlich besser, als vor (oder natürlich auch während) der Depression.

FXaSonLxa


Aber ich bezweifle, das man nach einer Therapie so unbeschwert ist, wie Menschen ohne Depression, Depressionen an sich sind meiner Meinung kaum heilbar, lediglich der Umgang damit, kann erlernt werden, so das einem die Gefühle und Gedanken nicht völlig übermannen!

Ich bin total "unbeleckt" was Depressionen betrifft, aber ich habe ausreichend Erfahrung mit anderen Dingen, die das Leben verdüstern können und sehe ständig an mir selbst wie lernfähig wir Menschen sind und wie stark sich Gedankengänge und Verhaltensmuster verändern können. Deshalb bin ich guten Mutes, dass eine professionelle Behandlung und der eigene Wille an sich zu arbeiten auch bei Depressionen erfolgreich sind.

Ansonsten erinnert mich deine Aussage stark an manche Gedanken von mir. Wenn es mir nicht gut geht, bedaure ich mich sehr für all die Schicksalsschläge und leidvollen Erfahrungen, die ich gemacht habe. Und beneide die Unbelasteten, Fröhlichen, denen nie etwas Schlimmes passiert. Aber weißt du was, eigentlich bin ich froh, dass es so ist wie es ist. Manche Erfahrungen, gerade die dunklen, lassen eine auch reifen. Du erkennst wie stark du bist, auch wenn es sich manchmal nicht danach anfühlt, und du weißt im Idealfall auch die kleinen Dinge mehr zu schätzen, weil du weißt, dass es nicht selbstverständlich ist. Und wenn man es nicht ändern kann, dann sollte man lernen mit dem, was einem gegeben ist, bestmöglich umzugehen. @:)

Kul`exio


ich kenne den Unterschied. auch als Depressiver, wenn man grade nicht in einer akuten Depressiven Phase ist und den Alltag gut meistert, kann man ja trotzdem leichte Melancholie verspüren.

Ich bin melancholisch - zeitweise und ich liebe es. Es ist so ein herrlicher Zustand, aber ich liebe es auch, traurig zu sein oder zu weinen. Das gehört für mich zum "Normalzustand", alles, was so an Gefühlen vorhanden ist auch zu haben. Es wäre für mich genauso ein Ungleichgewicht nur die so genannten positiven Gefühle zu haben, wie eben nur die negativen.

Aber ich bezweifle, das man nach einer Therapie so unbeschwert ist, wie Menschen ohne Depression, Depressionen an sich sind meiner Meinung kaum heilbar, lediglich der Umgang damit, kann erlernt werden, so das einem die Gefühle und Gedanken nicht völlig übermannen! Ich hoffe aber, das ich mich irre!!!

Ich weiß nicht, worauf Du hinaus willst und was Du als Vergleich heranziehst. Meinst Du denn, dass Menschen ohne Depressionen immer unbeschwert sind? Es gibt auch Menschen, die nie unbeschwert sind und nie Depressionen hatten. Was ziehst Du also als "Norm" heran, um zu vergleichen?

TLeUstraxle


ich mein diese negativen Grübelzwang, denn man als depressiver nun mal hat. Ich habe den auf alle fälle und das hindert mich sehr oft dartan, mich auf bestimmte aufgaben zu konzentrien, es raubt mir auch meinen Antrieb. Anstatt einfach aufzustehn und eine Sache anzupacken und einfach zu tun, Grübel ich Stundenlang über das Für und wieder, um letztendlich hab ich dann nichts erledigt. dann kommt das schlechte gewisen und die "Bestätigung" das ich ja soviso zu nichts fähig bin Eni Teufelskreis und sich selbst erfüllende Prophezeiungen

SLouro8man


Hallo, ich habe diesen Artikel gelesen, dort sagt der Neurobiologe Gerhard Roth, das Depressionen und Angstkrankheiten praktisch unheilbar sind. In einem Interview in WDR5 hat er gesagt, das die Betroffenen lediglich oberflächlich lernen, halbwegs mit Depressionen umgehen zu können.

Was ja schon mal eine enorme Veränderung wäre! Vorher wollten sie verbreitet noch ihr Leben beenden, plötzlich bekommen sie einen anderen Blick und lernen damit umzugehen.

Die traurigen Emotionen und Gedanken würden lebenslang bleiben. Das würden wohl auch alle Psychotherapeuten wissen, aber um den Depressiven nicht die Hoffnung zu nehmen, würde immer behauptet, das Psychotherapie hoch effektiv sei, was aber nicht stimmt. http://m.welt.de/kultur/literarischewelt/article135734841/Fuer-eine-Psychotherapie-ist-das-Hirn-nicht-gemacht.html

-- Testrale

Ich sehe das so: Wäre er von Psychotherapie überzeugt gewesen, wäre er kein Neurobiologie geworden. :-)

Diesen Konflikt zwischen dem sozialwissenschaftlichen Bereich (u.a. Psychologie) und dem naturwissenschaftlichen Bereich (u.a. Neurobiologie) und dem medizinischen Bereich (Psychiatrie) wird es immer geben. Und jeder der drei wird sich seine Beispiele zusammensammeln, wo seine Berufung geholfen hat und die anderen zwei maximal ergänzend tätig waren. Lassen wir einfach den Vertretern aller drei Disziplinen diese Art von Chauvinismus, dann gleicht sich das aus. ;-)

Falls dich mal eine andere Darstellung eines anderen Neurobiologen interessiert:

Gerald Hüther - "Was wir sind und was wir sein könnten - ein neurobiologischer Mutmacher" - 2011

Hier als Leseprobe:

[[http://www.gerald-huether.de/leseprobe_waswirseinkoennten.pdf]]

Was dort als Mutmacher konzipiert ist, kann für einen depressiven Menschen aber auch schon mal überfordernd sein, denn er fordert intensiv Kreativität und Begeisterung.

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