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Bin ich psychisch krank?

q8u7iCsuxisje hat die Diskussion gestartet


Ich hasse und liebe zugleich. Ich kämpfe um eine sinnlose Beziehung, nur um nicht allein zu sein. Oft kommt mir mein Leben nutzlos vor. Ich komme mir vor, in einer Welt zu sein, ohne festen Boden, ohne Sicherheit und Geborgenheit. Innerlich bin ich ein kleines Kind.. Ich fühle mich klein und schwach.

Meine Eltern haben mich für alles bestraft. Ich war schon immer der ängstliche Typ und sie haben es nicht gesehen, oder wollten es nicht sehen. Von mir wurde erwartet alles perfekt zu machen. Habe ich eine 2+ in der Schule geschrieben, wurde ich gefragt warum es keine 1- gewesen ist. Ich hatte das Gefühl, dass alles was ich getan habe, nie ausreichend war. Ich hatte Angst vor der Schule und war überfordert. Nicht mit den Aufgaben, sondern mit den Menschen richtig umzugehen und mich durchzusetzen. Ich habe mich fertig und klein machen lassen.

Heute bin ich erwachsen und Mitte zwanzig, aber das Gefühl klein und verwundbar zu sein, ist geblieben und ich habe das Gefühl es wird immer schlimmer. Ich kriege sehr viel Bestätigung im echten Leben für meine Intelligenz und mein Aussehen, jedoch ist das alles nur Fassade. Ich kann mich gut verkaufen und das ganze Make-Up macht mich schön, jedoch möchte ich mich eigentlich nicht im Spiegel angucken, da ich mich anders als alle anderen sehen. Ich habe das Gefühl mich selbst bis heute nicht zu kennen. Ich sehe jeden Fehler an mir und kann nichts gutes finden. Ich kann mich fast nie freuen.

Kommen wir zu meinem "Hauptproblem" - meiner Beziehung:

Ich bin tierisch eifersüchtig und habe immer Angst, dass mein Freund eine bessere, stärke Freundin findet, in welche er sich verliebt. Ich habe Angst, dass er mit anderen Frauen schreibt und mache ihm deshalb sein Leben zur Hölle. Ich kann es einfach nicht unterlassen.. Er ist die einzige Person, für die ich alles machen würde und alles stehen und liegen lasse. Er hat mich in der Hand und das weiss er. Er nutzt meine Schwäche aus und ich bereue es sehr, ihm mich jemals hingegeben zu haben. Ich liebe ihn (leider) mehr als mich selbst. Ich weiss einfach nicht weiter, da ich so nicht weiterleben kann, mit so wenig Selbstbewusstsein.

Beispiel: Wir haben totalen Streit, ich fange an zu weinen und kann nicht mehr aufhören und kann sogar nicht arbeiten gehen, weil sich alles auf einmal sinnlos anfühlt.

Ich beginne in einigen Wochen eine Therapie und frage mich, ob ich Borderline habe, oder depressiv bin und ob es irgendwelche Tabletten gibt, die mein Leben etwas erleichtern?

Antworten
fQalcro peleMgrino>ides


Liebe Quisuisje,

du Arme, fühl dich gedrückt. :°_ Ich glaube, daß es sinnvoll ist diese Therapie zu machen. Gute Entscheidung. :)^ Was du genau hast, kann nur ein Fachmann sagen und deshalb ist die Therapie genau das richtige, was du für dich tust.

Gut geht es dir nicht, das hört man aus deinem Bericht. Deine Kindheit war alles andere als positiv. Es ist logisch, daß du ein schlechtes Selbstbewusstsein hast, wenn du nie gut genug für deine Eltern warst.

Um zB Borderline zu diagnostizieren, brauchen Fachleute viel Zeit. Kann schon möglich sein, daß du betroffen bist oder du hast etwas anderes. Auf jeden Fall, kann ein Therapeut dir helfen.

Machst du eine Verhaltenstherapie? Vielleicht musst du auch Medikamente nehmen. Bei einer Depression wäre das sinnvoll aber oft auch bei anderen psychischen Erkrankungen.

Lg :)*

W]ild!katxer


Hallo quisuisje

Sei lieb umarmt, zu dem Thema habe ich jetzt die richtige Musik. "hast du schon geliebt, wie ein Kind dich gefreut........

Die Psyche ist so weites Feld, ich setze mal ein Lesezeichen. So richtig kann ich mir nicht vorstellen das ein paar Pillen da viel ändern können.

Die innere Ausgeglichenheit ist aber wichtig !!!

MfG *:) @:) :)* :)^ :)^

m]ond+<sterxne


Bin ich psychisch krank?

Das was Du über Dich schreibst, klingt für mich nach menschlichem Leid. Du schreibst über Deine Gedanken, Deine Gefühle, Deine Selbstzweifel. Eine psychische Krankheit kann ich da nicht rauslesen.

Selbst wenn es Medikamente gegen Dein Leid gibt, (was ich eher bezweifel,) würde ich es wenig sinnvoll finden, wenn Du sie nimmst, anstatt Dich mit Deiner Eifersucht, Deinen Ängsten und Deinen Selbstzweifeln auseinanderzusetzen.

@:)

f`alco pYelegdrinoixdes


@ Wildkater,

Sie sagt doch nicht, daß sie Medikamente möchte, sondern eine Therapie und ich glaube, daß ist eine gute Entscheidung. Medikamente sagte ich. Falls sie eine Depression hat, helfen Medikamente. Das kann aber nur eine Fachkraft beurteilen.

@ mond +Sterne,

Menschliches Leid kann sehr wohl psychische Erkrankungen verursachen.

qcuisucisxje


Dankeschön für die vielen Antworten, damit hätte ich nicht gerechnet. Ich versuche jetzt auf die einzelnen Fragen zu antworten.

@ falco pelegrinoides:

Ich weiß es nicht. Ich habe Mitte April einen Termin zu einem Erstgespräch. Habe mir eine Psychologin über Jameda gesucht und einen Termin vereinbart und glücklicherweise, trotz Großstadt einen zeitnahen bekommen.. Wie darf ich mir eine Verhaltenstherapie vorstellen?

@ Wildkater:

Dankeschön für die Umarmung :)_ ! Ich hoffe, dass es mir bald besser geht und ich mich hier austauschen und evtl. etwas Kraft sammeln kann.

@ mond+sterne:

Wie soll ich an mir arbeiten? Beispiel: Ich versuche die Eifersucht so lange es geht zu unterdrücken und spreche meinen Freund nicht drauf an, aber irgendwann "platzt" es aus mir heraus, wobei ich weiss, dass es zu nichts führt und ich fange an meinen Freund zu beschuldigen. Ich kontrolliere ihn nicht o.Ä., aber ich bin misstrauisch und hinterfrage alles. Mir ist mein Freund wichtiger als meine Arbeit. Das ist doch nicht normal.

Ich bin eine selbstständige, junge Frau mit gutem Verdienst und total unabhängig, trotzdem mache ich mich emotional abhängig.. Grundlos. Ohne meinen Freund fühle ich mich leer und hilflos.

qeuisxuisje


Ich habe das Gefühl, dass ich Gefühle stärker empfinde als andere..

Skoromxan


Ich habe das Gefühl, dass ich Gefühle stärker empfinde als andere..

Wenn das stark ausgeprägt ist, nennt sich das Hochsensibilität.

[[https://de.wikipedia.org/wiki/Hochsensibilit%C3%A4t]]

Deine anderen Sätze lassen aus meiner Sicht depressive Einflüsse erkennen. Wenn du davon zeitweise so stark beeinflusst wirst, dass du nicht arbeiten gehen kannst, ist das auch schon mehr als nur Unwohlsein, denn es beeinträchtigt ja dein Leben.

Ich kann mir vorstellen, dass die kommende begleitende Therapie für dich sehr hilfreich sein kann.

Wie darf ich mir eine Verhaltenstherapie vorstellen?

Ein paar leicht verständliche Worte gibt's hier:

[[https://www.palverlag.de/Kognit.-Verhaltenstherapie.html]]

Insbesondere eine Abgrenzung zur Tiefenpsychologie.

Sonst kann ich dir noch dieses Buch empfehlen:

"Selbstbewusstsein trainieren für Dummies" - Taschenbuch – 11. April 2012" - von Rhena Branch

Sowas gibt's auch in der Bibliothek.

Genau wie "Psychotherapie für Dummies" oder "Kognitive Verhaltenstherapie für Dummies". Da sind so Basics erklärt, damit die Psychotherapeutin das nicht alles selbst nochmal erzählen muss.

Ich mag die "für Dummies"-Bücher sehr. Denn die ersten Sitzungen werden sich erstmal auch darum drehen, welchen Therapieansatz man denn zusammen wählt.

Zum Selbstmachen: "Übungsbuch Kognitive Verhaltenstherapie für Dummies", auch von Rhena Branch, Rob Willson.

E1hemaldiger NutzUer (#57x8069)


Der springende Punkt ist mMn Selbstwert/Selbstbewusstsein.

Du bist nicht zwangsläufig psychisch krank. Aber du brauchst definitiv professionelle Unterstützung um Schritt für Schritt zu dir selbst zu finden und deine Kindheit aufzuarbeiten.

Ezhemalige^r Nu;tzerH (#578069x)


Ich bin eine selbstständige, junge Frau mit gutem Verdienst und total unabhängig, trotzdem mache ich mich emotional abhängig.. Grundlos. Ohne meinen Freund fühle ich mich leer und hilflos.

Angenommen die Beziehung wäre vorbei - warum würdest du dich 'hilflos' fühlen? Was ist deine Befürchtung?

LcaRucxola


Würde man Beschwerden, die sich als die Folgen einer von aussen zugefügten Verletzung einstellen, als Krankheit bezeichnen?

Zumindest liegt dieser Fall hier ja vor. Offenbar Opfer eines (seelisch) missbräuchlichen Elternhauses, woraus ein breites Spektrum an "Störungen" resultieren kann.

Therapie ist auf jeden Fall richtig.

Emhemavliger HNutzekr (#578I069)


Für Diagnosen sind Fachpersonen zuständig, keine selbsternannten Experten aus einem Laien-Forum. Wir können nur Vermutungen anstellen. Insofern: Eine psychische Krankheit kann sein, muss aber nicht.

hjope0x0


das ganze hätte ich schreiben können, mir geht's genauso

msond+:sterxne


Wie soll ich an mir arbeiten? Beispiel: Ich versuche die Eifersucht so lange es geht zu unterdrücken und spreche meinen Freund nicht drauf an, aber irgendwann "platzt" es aus mir heraus, wobei ich weiss, dass es zu nichts führt und ich fange an meinen Freund zu beschuldigen. Ich kontrolliere ihn nicht o.Ä., aber ich bin misstrauisch und hinterfrage alles. Mir ist mein Freund wichtiger als meine Arbeit. Das ist doch nicht normal.

Die Eifersucht zu unterdrücken, wenn Du weißt, sie ist unberechtigt, ist eine Möglichkeit. Du kannst auch versuchen, dazu zu stehen, dass Du zu Eifersucht neigst.

Am sinnvollsten finde ich es, mit Anderen darüber zu reden. Du kannst zum einen mit Deinem Freund darüber reden, damit ihr einen gemeinsamen Weg findet, wie ihr damit umgehen könnt.

Du kannst auch mit einer dritten Person darüber reden, damit Du einen anderen Umgang mit Deiner Eifersucht lernen kannst. Eine dritte Person könnte schlicht und einfach auch als Blitzableiter dienen.

Und ganz zuletzt könnte man auch noch an eine Paarberatung oder gar eine Paartherapie denken.

@ LaRucola

Therapie ist auf jeden Fall richtig.

Ich frage mich, wo du das hernimmst. Welche Symptome liest Du aus den Beiträgen von quisuisje heraus, die eine psychiatrische Diagnose rechtfertigen?

(Ich behaupte nicht, quisuisje hat keine psychische Erkrankung. Ich lese nur keine Symptome aus ihren Beiträgen heraus, die eine Diagnose rechtfertigen würden.)

Ljouisixana


Eine psychische Krankheit kann Dir hier niemand diagnostizieren. Aber selbst eine fachkundige Diagnose hilft Dir erst mal nicht weiter, weil es nichts bringt, sich hinter einer Diagnose zu verstecken.

Du hast aber offensichtlich schwere Defizite, und ich finde es gut, dass Du daran arbeiten möchstest, denn sonst wirst Du weiterhin Probleme in Beziehungen haben, und Du bist ja noch so jung, wo man viele Dinge noch besser beeinflussen kann, als wenn sie gänzlich festgefahren sind.

Du schreibst, dass Du Gefühle stärker empfindest als andere. Ich denke, da muss man unterscheiden, welche Gefühle? Angst, Sehnsucht, Minderwertigkeitsgefühle, Eifersucht? Diese Gefühle nützen niemandem etwas, im Gegenteil, sie belasten eine Beziehung.

Wie schaut es mit anderen Gefühlen aus, die für eine Beziehung nützlich sind? Zum Beispiel Respekt? Vor Dir, vor anderen?

Das Problem ist, dass Angst und alles, was daraus resultiert, andere, auch sehr wichtige Gefühle, schnell überdecken. Ich wage zu behaupten, wer beispielsweise aus einem Minderwertigkeitsgefühl heraus Verlustangst und Eifersucht verstärkt spürt, wird kaum mehr Respekt für den anderen empfinden, man denkt eigentlich nur an sich. Die eigene Angst erstickt alle anderen Gefühle, die dann auf der Strecke bleiben. Daher verwechseln manche sogar Brauchen mit Lieben (ich sag nicht, dass das bei Dir so ist). Und all das belastet eine Beziehung, weil der andere sich nicht mehr wirklich wahrgenommen fühlt.

Aber das besprich am besten in der Therapie. @:)

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