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Essstörung oder auch nicht...? Allgemein Selbstzerstörung...

v?ampx28 hat die Diskussion gestartet


Das ist keine Frage, denn ich wüsste schon was ich als Antwort bekäme und das ist auch in Ordnung. In guten Phasen weiß ich selbst das meine Denkweiße sowie allgemein mein Verhalten alles andere als gesund und normal ist. Aber diese guten Phasen sind gerade viel zu selten. :-(

Ich bin schon lange in Behandlung. All die ganzen Jahre waren es nur Krisen und Akutbehandlungen in irgendwelchen Psychiatrien. Außer die DBT Therapie stationär und ambulant waren etwas hilfreich. Jetzt mache ich meine erste ambulante Traumatherapie und ja es geht vorwärts, aber eher im Schneckentempo. Muss sagen, das ist die erste Therapie die anschlägt und hilft. Und meine erste Therapeutin die so geduldig ist mit mir(denke ich zumindest) und die erste die eine Ahnung hatte was eigentlich mit mir wirklich los ist. Daher hilft sie mir sehr.

Nur das Problem bin ich selbst, ich stehe mir immer im Weg. Meine Zerstörerischen Anteile treiben mich in den Wahnsinn. Ich blockiere mich selbst quasi. Ich hungere, ich verletze mich selbst, ich achte nicht auf mich. Alles was ich tue, geht ins extreme. Ich finde keine Mitte. Entweder fühle ich nichts oder zu viel, ich kann es nicht kontrollieren und auch nicht drosseln. Tauchen Trigger auf, überschwemmen mich meine Gefühle, ansonsten ist alles taub. Ich entferne mich immer selbst von mir. Hab kein Zugang zu den Gefühlen.

Normal Essen ist auch nicht drin, die Angst zu zunehmen ist zu groß. Ich brauche Kontrolle über den Körper, über das Gewicht. Ich hab mit Sport angefangen...ein Tag ohne Sport? Never. Mein Freund meinte erst vor kurzem: Du würdest sogar noch mit einem kaputten Rückgrat Sport machen. Ich hatte Schmerzen an dem Tag in den Beinen, trotzdem hab ich wenigstens bisschen Fitness gemacht. Ich empfinde das was ich tue aber nicht als zu viel. Aber ja ich kann kein Tag ohne Sport/Bewegung. Ich hab ein schlechtes Gewissen, hab Angst das die Waage am nächsten Tag mehr anzeigt.

Ich habe selbst die Bedingung meiner Therapeutin gebrochen. Ich sollte mein Gewicht halten, war an der Grenze zum Untergewicht, jetzt bin ich es nicht mehr. Und ich möchte natürlich weiter abnehmen, ich würde lügen wenn ich das Gegenteil behaupten würde. Ich hab ein Wunschgewicht das wie ich finde noch ganz normal ist. Ich möchte keine 39 Kg wiegen, falls jetzt der Gedanke aufkommen könnte. Nein das finde ich viel zu dünn und nicht schön.

Ich "hungere" nicht um irgendwelchen Models nach zu eifern, nein dazu wäre ich auch viel zu hässlich, auch wenn ich die perfekte Figur hätte. Es ist viel komplexer, es geht mir nicht nur darum, dünn zu sein und mir zu gefallen. Ich denke auch, dass wenn ich dünn wäre mir nicht gefallen würde. Aber wenigstens wäre mein Spiegelbild vielleicht erträglicher. Nein es geht um Kontrolle, die ich früher nie hatte. Ich hab auch viele Zwänge. Ich muss etwas im Griff haben und dann kommt noch der extreme Selbsthass dazu. Außerdem lenkt es mich gut von mir, mein Innenleben und meinen Problemen ab. Was natürlich nicht gut ist.

Meine Therapeutin hat die Diagnose Essstörung nicht schriftlich notiert, zum Glück. Sie meint es gehört zu den anderen Trauma Folgestörungen dazu. Und da ich schon so viele Diagnosen habe, tut sie es nicht als Extra Diagnose auflisten. Worüber ich auch sehr froh bin. Aber was ich damit sagen wollte, die "Essstörung" kommt von den Traumata. Bei mir sind nicht die Medien Schuld oder sowas. Bei mir hat es andere Gründe.

Natürlich fragt ihr euch bestimmt, was die ganze Jammerei soll. Ich bin nicht der Typ der sich offenbart und so ehrlich über sich schreibt. Ich mache auch alles eher mit mir selbst aus. Der Grund wieso ich jetzt schreibe ist der, dass ich Hilfe brauche. Ich merke dass mein Essverhalten sich immer weiter verschlimmert, ich hab ab und zu Angst die Kontrolle über diese Kontrolle zu verlieren. Ich möchte natürlich gerne wieder normal essen und nicht diese Angst haben müssen zu zunehmen.

Aber dann kommt gleichzeitig der Gedanke: Wenn die Angst nicht mehr da ist, dann esse ich wieder normal und ich nehme zu anstatt ab und dann hab keine Kontrolle mehr über diesen Körper. Dann ist die Angst wieder eine Verbündete irgendwie. Ich weiß nicht wie ich da raus kommen soll, ich hab Angst das es genauso zur Sucht wird wie mit dem SVV. Daran arbeite ich schon seit Jahren und ich hab es zwar besser im Griff als früher, trotzdem gibt es noch Rückfälle. Ich möchte doch nicht Jahrelang mit mir selbst kämpfen. Ich möchte wenigstens halbwegs gesund werden. :-( Therapeutin weiß auch seit letzter Stunde Bescheid, dass sich mein Essverhalten verschlimmert hat.

Wie habt ihr es geschafft? Also da raus zu kommen, damit meine ich allgemein das Selbstschädigende Verhalten?

Ich würde so gerne das einfach alles sein lassen, mich akzeptieren und meine Vergangenheit. Gesund und glücklich werden. Aber es gibt Teile in mir die das nicht wollen und ich hab keine Kontrolle darüber. Das bringt mich jedes Mal zu Verzweiflung. Es ist auch immer so, wenn etwas gut im Alltag läuft, ich ein Problem anpacke und Dinge klären kann, dann wird ein anderes Problem von mir schlimmer. Das passiert ganz automatisch. Therapeutin meint, wir müssen dringend mit den Selbstschädigenden Anteilen arbeiten, Kontakt herstellen und herausfinden warum die so drauf sind. Aber ich hab einfach Angst. Und ja auch die Angst blockiert immer. :°(

Klinik für stationäre Traumatherapie geht übrigens ca. Mitte April los. Zweiter Anlauf sozusagen. Hab momentan auch nur alle zwei Wochen Therapie, da ich nur noch 20 von 100 Stunden habe. Sorry für den langen Text... :=o Danke schon mal an alle die den Mut hatten, das alles zu lesen. *:)

Lg Vamp28

Antworten
J}ule`y


Hey... Du sprichst mir irgendwie aus der Seele. Und Respekt dass du Traumatherapie machst. Davor drücke ich mich seit Jahren. Weil ich wahnsinnige Angst davor habe.

Das Essen ist bei mir auch ein riesen Thema. Im Moment geht es, da ich auf Kur bin und niemand was mitkriegen soll von meiner Essstörung. Ich versuche normal zu essen. Trotzdem sagen mir meine Tischnachbarn dass ich zu wenig esse. Aber es ist hart 3 mal am Tag zu essen. Selbstverletzung ist auch wieder aktuell, aber nicht mehr so extrem wie früher. Kann es mittlerweile echt gut kontrollieren damit es nicht mehr so oft und so heftig vorkommt.

Ach Mensch, ich weiß leider gar nicht, was ich dir raten soll... :-/

S3ilJbexr


Therapeutin meint, wir müssen dringend mit den Selbstschädigenden Anteilen arbeiten, Kontakt herstellen und herausfinden warum die so drauf sind.

Das denke ich auch. Meine Therapeutin sagt, Anteile sind quasi "stehengeblieben" in der Zeit, in der sie entstanden sind/nötig waren; sie haben also gute Gründe für ihr Verhalten/ihre Denkweisen, auch wenn diese vor allem aus erwachsener Sicht nicht immer nachvollziehbar sind.

Wie man die Anteile da nun rausholt? Keine Ahnung, an dem Punkt bin ich noch nicht.

Besteht denn irgendeine Kommunation bei euch? Z. B. ein Buch, in das alle Anteile schreiben dürfen?

v6ampI2x8


@Juley

Kann verstehen dass es hart für dich ist. :-( Darf ich fragen was das für eine Kur ist? Weiß niemand von deiner Essstörung Bescheid? Auch nicht dein ambulanter Therapeut, falls du einen hast? Ich kann verstehen dass du es für dich behalten möchtest, auch wenn das nicht der richtige Weg ist. Ich glaub ich bin da gerade sehr schlecht in motivieren. ;-D

Aber was die Traumatherapie angeht, ich hatte auch große Angst davor. Aber ich bereue es nicht, es ist die erste Therapie die hilft, auch wenn es extrem hart ist. Dabei arbeiten wir nur an der Stabilisierung, auch mehr das Innenleben. Die Traumata haben wir noch gar nicht angeschaut. Bin jetzt gut zwei Jahre dabei. Aber schon das schlaucht extrem und da sich mein Zustand verschlimmert hat, muss die Traumatherapie erst einmal in der Klinik fortgesetzt werden.

Meine größte Angst momentan ist das Essen, wie es dort sein wird. Ich kann mich ja nicht mal mehr täglich wiegen. Ich weiß nicht wie das Essen zubereitet wurde, wieviel Fett und Kalorien das Ganze hat. Das wird hart werden. :( Und dann kommen noch andere Ängste dazu, aber ich muss es diesmal in die Klinik schaffen, das erste Mal hat es schon nicht geklappt. :-/

Ich hoffe du kannst bald deine Angst überwinden und auch eine Traumatherapie anfangen. Wie gesagt am Anfang geht es nur um Stabilisierung. Es geht noch nicht tiefer, also du musst noch nicht über traumatische Erlebnisse reden. Du bestimmt selbst das Tempo. :)

vea"mp2i8


@Silber

Ja meine Therapeutin hatte mir das auch so erklärt. Dass die nötig waren auch zum Überleben usw. Mittlerweile weiß ich mehr als früher. Was auch hilfreich ist um zu verstehen. Sie erklärte mir auch wieso es diese Täterintrojekte gibt, was auch hilfreich war. Die Angst ist nicht mehr so schlimm. Innenkommunikation besteht, aber eher weniger zu den dunklen Anteilen/Täterintrojekte. Die nehmen Kontakt zu mir/oder den anderen auf, aber ich kann keinen Kontakt zu ihnen herstellen. Ab und zu wird was geschrieben.

Gerade gibt es gar keine Kommunikation. Also ich weiß zwar nicht wie es innen aussieht, aber ich selbst habe dicht gemacht. Halte das momentan einfach nicht aus, daher weiß ich nicht was innen los ist. Ich weiß selbst nur dass ich wieder gerade in einer Selbstzerstörerischen Phase bin und da einfach nicht raus finde. ":/ Die Phase hält zu lange gerade an. Solch einen langen Zustand kenne ich nur von früher, als ich auch dauernd in der Klinik war. Ich hab echt Angst, dass es wieder so schlimm wird. :°(

osnotdisekp


Hallo und gute, baldige und nachhaltige Besserung! Ich denke, dass Deine Therapeutin sehr gut ist und den richtigen Weg für Dich finden wird. Vertraue ihr! Für mich selbst ist auch die Kontrolle wichtig. Ein unkontrolliertes Leben wäre ja wohl auch nicht das Richtige. Du bist nicht häßlich und bist nicht schuld an Deinem Selbsthass. Du willst Dich ungern offenbaren - das steht Dir zu. Aber sei ehrlich zu Dir selbst und versuche das zu verdrängen oder zu vermeiden, was Dich zu Deinem Selbsthass getrieben hat. Viel Glück!

J6ulexy


Ich habe keinen ambulanten Therapeuten. Aber ambulant betreutes wohnen und u.a. eine Essberatungsstelle. Die wissen alle bescheid.

Bin auf einer gynäkologischen Anschlussheilbehandlung momentan. Selbst hier wissen es z. B. die Ernährungsberaterinnen, weil ich den Kochkurs hier nicht mitmachen kann. War letztes Jahr schonmal hier und hab schon vor dem kochen Panikattacken bekommen.

Leider ist nicht jede Traumatherapie so wie du sie beschreibst. Ich war mal in einer großen bekannten Klinik, da fangen sie nicht mit Stabilisierung an, sondern direkt mit Konfrontation. Hab dort keine Traumatherapie gemacht sondern DBT, aber die Traumapatienten waren auf der gleichen Station. Seitdem hab ich Panik vor einer Traumatherapie auch wenn ich weiß dass es noch andere Formen gibt. Denn ich habe erlebt wie die Patienten dort abgegangen sind während der 3 Monate Therapie.

vBampx28


@onodisep

Naja das mache ich ja ständig, verdrängen und weg schieben. Was ich aber eigentlich nicht tun sollte, laut Therapeutin. Das mit dem Verdrängen kann ich ja nicht kontrollieren, aber das weg schieben und das von mir selbst distanzieren ja schon bisschen. Aber wenn ich hinschaue usw. dann überrollen mich die Gefühle und ich schaffe nichts mehr am Tag, weil es mir so extrem schlecht geht. Ich möchte immer funktionieren, vorhin war es auch so extrem, das ich wie ferngesteuert wieder war. Keine Gefühle, alles weit weg. Ich lief herum wie ein Zombie, aber die Aufgaben wurden erledigt.

v/amxp28


@Juley

Ich lebe auch in einem betreuten Wohnen. Warum bist du nicht in Therapie? Wegen der Kur?

Ich kenne auch solch eine Klinik die nur Konfrontation macht, aber da wird man auch nur aufgenommen wenn man schon die Stabilisierungsphase ambulant hinter sich hat. Und sowas macht man auch nur stationär. So einfach ohne Stabilisierung macht kein Therapeut eine Konfrontation. Gibt natürlich immer Therapeuten die nicht professionell genug sind leider. Aber das sind Ausnahmen. Natürlich ist solch eine Konfrontation hart. Möchte das auch nicht verharmlosen. Ich hab auch schon Panik davor, aber ich werde vermutlich noch weitere Jahre Stabilisierung machen. Bis es zu einer Trauma Konfrontation kommt, können wirklich Monate bis Jahre ins Land gehen.

Aber wie gesagt, sowas wird meistens in Kliniken gemacht und Grundvoraussetzung für eine Konfrontation ist eine lange Stabilisierungsphase. Und da lernt man Techniken/Übungen, wie man besser mit Flashbacks und Dissoziationen umgehen kann. Selbstfürsorge usw. Ich kann mir vorstellen dass dich das abgeschreckt hat, aber du wirst nicht ins kalte Wasser geschmissen. Und du selbst entscheidest ob du in so eine Klinik möchtest. Es gibt viele Arten von Traumatherapie, aber die haben immer dieselben Voraussetzungen: Stabilität.

J7ulxey


Ich lebe nicht im betreuten wohnen. Hab 2 Betreuer die ich ab und an mal treffe wenn ich sie brauche.

Ich habe keinen Therapeuten weil ich keinen finde. Einen auf Trauma und Essstörung spezialisierten da gibt es nicht viele hier. Aber auch sonst, ich hab vor ein paar Jahren bestimmt 100 Therapeuten angerufen, immer wieder, 2 Jahre lang. Ohne Erfolg, kam nicht mal auf ne Warteliste.

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