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Gesunder Egoismus als schutz vor Depressionen?!

m7eOn#exas hat die Diskussion gestartet


Hallo, vor ein paar Monaten habe ich einem Freund von meinen Depressionen erzählt. Er konnte das gar nicht verstehen und nachvollziehen!

Als ich ihm erklärte, das ich starken Grübelzwang habe und mich selbt ununterbrochen in Frage stelle, konnte er auch das nicht verstehen!

Er hat mir erklärt, das er nie über etwas nachgrübelt und auch kaum etwas in Frage stellt. Er "macht sich die Welt, so wie sie im gefällt". Er sagte mir, das er eine bestimmtes Weltbild hat und alles, was diesem Weltbild nicht entspricht, ignoriert er einfach!

Er macht einfach das, was er für richitg hält und Leute, die ihn kritisieren, nimmt er einfach nicht ernst! Dadurch hat er nie zweifel an sich selbst und an der Welt, weil er eben durch seine passendes Umfeld immer bestätigt wird! Er schaut einfach nicht über den Tellerrand seiner kleinen Welt, darum fühlt er sich immer gut.

Ist ein wenig mehr "Egoismus" tatsächlich hilfreich für Menschen, die ständig an sich slebt und der Welt verzeifeln?

Antworten
mJond4+sterxne


Ist ein wenig mehr "Egoismus" tatsächlich hilfreich für Menschen, die ständig an sich slebt und der Welt verzeifeln?

Ja, wenn es Dir gelänge, Dein Leben zu leben, ohne über Deinen Tellerrand hinauszusehen, wäre es für Dich vermutlich ein großer Fortschritt und eine erhebliche Verbesserung Deiner Lebensqualität.

Also, wenn Du gesunden Egoismus in diesem Sinne meinst, ist es nicht nur hilfreich, sondern auch gut und richtig.

@:)

Bnaumyannx73


Die "egoistische" Einstellung deines Freundes schützt ihn sicher nicht vor möglichen Depressionen.

Er hat mir erklärt, das er nie über etwas nachgrübelt und auch kaum etwas in Frage stellt. Er sagte mir, das er eine bestimmtes Weltbild hat und alles, was diesem Weltbild nicht entspricht, ignoriert er einfach!

Dann kann es ihn umso heftiger aus der Bahn werfen, wenn das Leben aus irgendwelchen Gründen, die passieren, nicht mehr in den gewohnten Bahnen weiter läuft. Und irgendetwas passiert immer, und sei es das Älterwerden. Deinem Kumpel fehlt es evtl. an Selbstwahrnehmung und Selbstreflektion. Wenn es dann mal schwierig wird, fehlen ihm wohlmöglich die gedanklichen "Werkzeuge", um damit umzugehen.

Ich hab auch einen Kumpel, der früher immer sein Ding durchgezogen hat, keinen Spaß ausgelassen hat und über den Dingen zu stehen schien. Aber als ich meine ersten depressiven Phasen längst hinter mir hatte, da hat es ihn auch erwischt. Vielleicht wars die Lebensumstellung nach Heirat und Kindern oder einfach das Alter. Jedenfalls hat er sich sehr gewundert, dass er plötzlich mit Schlafstörungen und Grübeleien zu kämpfen hatte, er sich Sinnfragen stellte, die Arbeitsmotivation im Keller war usw. Von sich aus fing er mit mir Glaubensgespräche an, was ich gar nicht von ihm gewohnt war.

Zum Psychodoc war er wohl nicht, hatte aber vom Hausarzt Antidepressiva bekommen. Als es nach ein paar Wochen besser wurde, kam er mir mit der Story, die Nebenwirkungen eines Dauermedikaments (für die Lunge, ich weiß es nicht mehr genau) sei für seinen Zustand verantwortlich gewesen. Das hätte er abgesetzt und sein Zustand sei wieder völlig normal. Depressionen hätte er demzufolge nie gehabt.

Nur merkwürdig, dass er nach dieser Episode wie ausgewechselt ist. Vorbei die Zeit der Spontanitäten. Heute ist es eher ruhig um ihn. Wenn mal Party ist, kann es sein, dass er gar nicht kommt oder als erster geht. Flexibel ist er auch nicht mehr.

Ich gehe davon aus, dass insbesondere bei Männern zwischen 25 und 40 Depressionen oder zumindest depressive Episoden fast der Normalfall sind und jeder 2. oder 3. Symptome hat. Es gehen halt nicht alle damit zum Arzt. Aber bei so manchem Kerl Ende 20, der die Wochenenden saufend in der Disco oder Kneipe zubringt, spielen Depressionen eine Rolle.

Ich glaube nicht, dass eine egoistische Einstellung vor Depressionen schützt. Es ist vielmehr eine Frage der Intelligenz und Bildung. So sagte es mal ein Psychologe zu mir. Intelligente und gebildete Menschen neigen seiner Meinung nach stärker zu Grübeleien und Depressionen.

m{enexas


@ Baumanm

Das habe ich auch überlegt. Also er ist jetzt 42, alleinstehend, guter Job. Er sieht für sein alter sehr gut aus, hat eine sehr muskulöse Figur, macht viel Sport.

Also bisher bekommt er von seinem Umfeld immer das Feedback, das er erwartet.

Weil er überdurchschnittlich gut aussieht, hat er natürlich keine Problme in Sachen Sex.

NHotMic[haelxCaine


Ist ein wenig mehr "Egoismus" tatsächlich hilfreich für Menschen, die ständig an sich slebt und der Welt verzeifeln?

Ich würde es anders formulieren: Wer an der Welt verzweifelt hat gerade keinen individuellen Weg gefunden um sich selbst nach eigenen Maßstäben sinnvoll einzubringen und deshalb noch kein Gefühl dafür wo er tatsächlich etwas bewegen kann und wo er selbst keine unmittelbare Möglichkeit hat etwas zu ändern. So jemand kann das folgende momentan nicht leben:

Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Viele Menschen kommen mal an diesen Punkt, aber es gibt auch welche, die sich sehr früh stabil einrichten: Fester Job, festes Umfeld, feste Freizeitgestaltung und damit sehr glücklich sind. Die schaffen sich einen festen Rahmen indem sie trotzdem noch Platz für ihre eigenen Interessen haben.

Ich kenne auch jemanden aus Kindertagen, der so drauf ist. Er lebt in seinem Universum aus Arbeit, Feuerwehr, samstäglichem Feiern mit Freunden, Familiensonntagsausflügen, jährlichem Familienurlaub in der Türkei und kümmert sich dort hingebungsvoll um seine Leute. Er hat keine "Karriere" sondern einen normalen Job am Bau, der nicht superviel abwirft. Seine Frau arbeitet auch, die gemeinsame Tochter wird nach dem Kindergarten von der Oma versorgt. Aber soweit ist seine Familie gesund und er ist zufrieden. Was in der Welt vorgeht interessiert ihn eigentlich nicht so sehr. Aber wenn im Kindergarten bei seiner Kleinen mal was kaputt geht und es wieder ewig zu dauern scheint bis sich was tut, packt er sein Werkzeug und seinen besten Kumpel und das Ding ist wieder ok. Genauso selbstverständlich geht er zu den Treffen der Gemeinde zum Thema Flüchtlinge, weil in seinem Ort eben ein Auffanglager ist und engagiert sich da mit seinen Feuerwehrkumpels. Bislang funktioniert seine Welt.

Egoistisch ist er ganz und gar nicht?! Aber sehr realistisch. Er versteigt sich nicht in Grübeleien von denen er annimmt, dass er am Ende doch nichts ändern kann. Das ist sein Mass. Nachdenken und tun müssen sich für ihn die Waage halten. Und dazu steht er. Das macht ihn authentisch und sehr beliebt. Er war schon als Kind sehr zuverlässig und stur. Das ist er heute noch. Aber auf sehr soziale weise. Das macht ihn liebenswert.

Diese Art von "Egoismus" ist sehr konstruktiv. Aber sie ist normalerweise eher still und weniger mit Drama behaftet. Von dieser Art lesen wir eher selten in der Presse weil sie zu unspektakulär ist - zu wenig extrem. Schade eigentlich?!

mJoLnd+Jstezrne


Ich befürchte, ich habe Dich zunächst nicht richtig verstanden. Deshalb jetzt meine Fragen zum Verständnis.

Der Freund meint, etwas gesunder Egoismus sei ein guter Schutz gegen Depressionen. Du meinst, ganz so einfach ist es nicht. Ist es so gemeint?

Würdest Du den Freund gerne überzeugen?

Hdasenrjeixch


So, wie Du Deinen Kumpel hier beschreibst:

vor ein paar Monaten habe ich einem Freund von meinen Depressionen erzählt. Er konnte das gar nicht verstehen und nachvollziehen!

Als ich ihm erklärte, das ich starken Grübelzwang habe und mich selbt ununterbrochen in Frage stelle, konnte er auch das nicht verstehen!

Er hat mir erklärt, das er nie über etwas nachgrübelt und auch kaum etwas in Frage stellt. Er "macht sich die Welt, so wie sie im gefällt". Er sagte mir, das er eine bestimmtes Weltbild hat und alles, was diesem Weltbild nicht entspricht, ignoriert er einfach!

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Er macht einfach das, was er für richitg hält und Leute, die ihn kritisieren, nimmt er einfach nicht ernst! Dadurch hat er nie zweifel an sich selbst und an der Welt, weil er eben durch seine passendes Umfeld immer bestätigt wird! Er schaut einfach nicht über den Tellerrand seiner kleinen Welt, darum fühlt er sich immer gut.

DAS klingt für mich nicht nach gesundem sondern eher nach destruktivem narzistischem Egoismus - Ellenbogenmanier.......

Nee, "gesunder" Egoismus - oder anders ausgedrückt Psychohygiene sieht für mich anders aus!

Wenn man wirklich in der Welt oder an dem Platz wo man ist, was bewegen will MUSS man über den eigenen Tellerrand hinausschauen - ja das hinausschauen über den eigenen Tellerrand ist die Voraussetzung für Empathie, von der dieser Kumpel wohl etwas zu wenig abbekommen zu haben scheint.......

Wer nicht bereit ist über den eigenen Tellerrand zu schauen, der will gar nichts bewegen sondern sucht sich, sein eigenes Fun, seinen eigenen Spaß, sein eigenes Ego.....

Seelenhygiene oder ein sogenannter "gesunder" Egoismus drückt sich darin aus, dass ich lernen muss (muss ich mir selbst auch immer wieder sagen) abzuschalten, dass ich lernen muss nicht für die GANZE Welt verantwortlich zu sein, auch MAL nein zu sagen, wo es nötig ist, auch MAL sich abschotten und die Erholung suchen - aber eben NICHT durchgehend, wie Dein Kumpel es anscheinend macht!

Vor allem auch ist es wichtig,

DANKBAR zu sein,

für das tägliche Essen, für das Dach über dem Kopf, für die Arbeit, für die Familie, den Partner, auch dankbar für meine Begabungen, die ich für andere einbringen kann! - Aber ich kann eben nicht ALLES tun, meine Gaben und Mittel sind begrenzt, und ich bin nicht für ALLES verantwortlich.

Dieses Abzuschätzen und zu unterscheiden, was ist wichtig, was MUSS ich einbringen, und was bzw. WANN ist es zu VIEL - das ist der große Spagat den wir machen müssen, und an dem wir manches Mal verzweifeln - und dieses MANCHE MAL ist menschlich und sehr verständlich - doch aus diesem MANCHMAL darf kein ununterbrochener Dauerzustand werden, wenn dieses Verzweifeln an dem Spagat ein ununterbrochener Dauerzustand wird, dann wird es ungesund und kann zu Depressionen führen!

Deshalb ist es auch so wichtig, immer mal innezuhalten und zu überlegen, was ist wichtig, was muss ich tun, was kann ich auch getrost mal sein'lassen, und wann muss ich mich eben auch mal um mich selbst kümmern - das klingt auch an in dem Bibelzitat: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst - darunter fällt zB. auch die SELBST-ANNAHME, dh. dass ich mich annehme so wie ich bin mit meinen Begabungen und Grenzen, mit meinen Stärken und Schwächen und mir vor allem auch selbst verzeihe. Dies spielt alles mit rein in eine gesunde Seelenhygiene bzw. einen sog. "gesunden" Egoismus. - Das heißt aber eben NICHT, dass ich es vermeiden soll, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen......

M%adPampe /ChaUrentoxn


Dein Freund hat eine sehr ungesunde Einstellung. Denn das ist kein gesunder Egoismus sondern Ignoranz und Arroganz.

Und wie schon erwähnt wird sich dieser Typ Mensch sehr schwer tun wenn etwas wirklich nicht so läuft wie er es gewohnt ist.

Das ist auch keine echte Selbstsicherheit sondern eher narzisstische Züge.

m\ond+Psternxe


Ich sehe keinen Sinn darin, den Freund niederzumachen.

mseneaxs


Darum habe ich "gesunder Egoismus" in Anführungszeichen gesetzt. Der Kumpel will ja eben nichts bewegen, er will einfach ein zufriedenes Leben haben. Aber obwohl er diese Ignoranz und auch einen gewissen Hedonismus Lebt, geht es im nicht nur subjektiv, sonder auch objektiv viel besser, als mir! er hat eben durch diese Art zu leben und durch seine Weltanschauung KEINE Depressionen, er vergleicht sich überhaupt nicht mit anderen, er hat keine Selbstzweifel, er denkst nicht über die Ungerechtigkeiten der Welt nach!

Das ist das, was ich beneide und es ärgert mich auch!

mpo"nd+]ster\n/e


Was ärgert Dich daran?

L`ou$isixana


Dein Freund macht es sich offensichtlich sehr einfach. Kann sein, dass er damit gut durchs Leben kommt, kann sein, dass er damit aufs Maul fliegt. Wird sich zeigen.

Allerdings hilft Dir das nicht weiter, denn es geht bei Dir um Depressionen, und die haben wohl eher nichts mit Deinem Freund zu tun. Dass man auf eine gewisse Art neidisch auf solche Leute sein kann, kenn ich auch. Vor allem, wenn sie damit prima durchs Leben kommen. Dennoch solltest Du Dich auf Dich und Deine eigenen Probleme konzentrieren anstelle ihn heranzuziehen als Beispiel, wie man mit einer seichten Lebenseinstellung zufrieden und glücklich sein kann. Das ist nicht Deins und wird nie Deins werden.

Mtadame zCharxenton


das Problem ist, diese Art zu leben mag für deinen Freund passen - aber DU bist NICHT so! und das ist gut so, Selbstzweifel entstehen auch dadurch dass man sich nicht so annimmt wie man nunmal ist, deshalb würde der Schuss nach hinten losgehen, würdest du versuchen dir die Art deines Freundes anzueignen.

m5en3eas


@ Madame

Aber ich wäre gerne so. Mein Leben dreht sich immer nur im Kreis und ich Grübel immer das selbe! Warum kann ich nicht einfach damit aufhören und weniger grübeln!!

M!ad(ame @Chyarenton


bist du in Therapie? wenn nicht wäre das eine gute Möglichkeit deine Depressionen loszuwerden - auf gesunde Art und Weise. das dauert bestimmt länger als zu verdrängen und das Denken deines Freundes anzunehmen, ist aber auf Dauer erfolgreicher und du wirst dich damit besser fühlen.

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