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Erregung bei dem Gedanken, betrogen zu werden

C2at2x016 hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Und zwar ist es so, dass wenn ich mich in jemanden verliebt habe, mich der Gedanke furchtbar erregt, mit diesem Mann zusammen zu sein und von ihm betrogen zu werden. Je stärker die Verliebtheitsgefühle sind, desto mehr erregt mich der Gedanke an ihn und eine andere Frau beim Sex. Es ist jedoch nicht so, dass ich dabei glücklich bin; es schmerzt dabei ziemlich und versetzt meinem Herz einen Stich. Die Orgasmen sind dann jedoch wirklich gewaltig; anschließend weine ich manchmal unmittelbar danach. Woran könnte das liegen?

Antworten
CiatL201x6


Vielleicht sollte ich auch noch erwähnen, dass Geschlechtsverkehr für mich intensiver ist, je schlechter ich dabei behandelt werde; sprich: Schläge ins Gesicht, abfällige Beleidigungen. Vergewaltigungsfantasien habe ich auch des öfteren. Auch während eines ''gewaltvollen'' Aktes bin ich dann nicht glücklich, im Gegenteil; jedoch empfinde ich so alles intensiver und werde unheimlich erregt dadurch.

EFhem aliger N2utzer (q#528611)


Mhm... Kopfkino ist das eine, Realität was anderes.

Ich kenne solche Fantasien (ohne weinen danach), aber in REAL? Oh, ich stürbe 1000 Tode, würde mein Freund mich betrügen.

E6hemaliger NutLzer (#l57W8069)


Wurdest du in deiner Kindheit/Jugend von einer männlichen Bezugsperson misshandelt oder (später) von einem Beziehungspartner betrogen?

M3uGckelxi


Woran es liegt, ist vermutlich nebensächlich.

Die Frage ist: Bist du glücklich damit, wie es ist? Oder hast du einen Leidensdruck, der dich negativ quält? Dann müsstest du der Sache auf den Grund gehen und für Abhilfe sorgen.

Grundsätzlich denke ich schon, dass die Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen unterschiedlich ticken. Ich könnte z.B. einer Frau nie weh tun und fände es furchtbar, wenn sie es bei mir täte.

Du schriebst, du seist nicht glücklich, hinterher aber schon. Vielleicht ist dies Teil deiner Erregung. Was ist denn, wenn das fehlt? Wenn du keine miesen Gedanken haben musst oder nicht schlecht behandelt wirst? Fehlt dir dann was?

Wie geschrieben: Du musst wissen, ob du unter deinem Verhalten leidest oder ob es dich im Gegenteil sogar antörnt. Entsprechend solltest du Hilfe suchen oder nicht.

CFa%t201x6


@ Benutzerin005

In der Realität würde ich auch dabei zugrunde gehen; es blieb bisher immer eine Fantasie. Würde jemand, in den ich verliebt bin bzw. jemand, den ich liebe, mich betrügen, wäre ich zerrissen.

@ Antfortas

Nein, ich wurde nicht misshandelt, und eine Beziehung hatte ich nie.

@ Muckeli

Glücklich bin ich damit nicht; allerdings ist es auch ''nur'' eine Fantasie bei der Selbstbefriedigung mit dem Betrogen-werden. Ich fände es auch furchbar, würde ich betrogen werden; mehr als das. Naja, wieso ich solche Fantasien habe, würde mich schon interessieren. Hinterher, wenn ich gekommen bin, hat sich natürlich die sexuelle Spannung entladen, glücklich bin ich dann aber nicht. Wie gesagt, manchmal weine ich auch danach. Es bleibt dann das Gefühl eines gebrochenen Herzens zurück. Wenn ich Sex mit jemandem habe, der mich dabei nicht beleidigt, hart durchnimmt oder mir nicht feste ins Gesicht schlägt, dann fühlt es sich nicht ekstasisch an. Es ist okay, aber nicht das, was sich wahrscheinlilch jeder beim Sex wünscht. Man will doch alles um einen herum vergessen, in diese Ekstase reinkommen und darin zergehen; das alles passiert beim normalen Sex dann nicht wirklich. Das lies sich bis dato nur mit Männern ausleben, die nichts mehr als ein Sexobjekt in mir sahen und mit denen ich nur in sexueller Hinsicht harmonierte. Das waren dann auch Männer, mit denen ein gemeinsames runterkommen durch Kuscheln und anderem undenkbar waren; also litt ich bisher immer. Dabei und danach. Ich fühlte mich dann alleine und ausgenutzt; alles war so kalt hinterher.

CNaraEmaNla 2


Ich habe einmal von ein Prostituierten gelesen, die in der Jugend mehrmals vergewaltigt worden ist. Das ist eine enorme Ohnmacht und Hilflosigkeit. Später hat sie über ihre Prostitution, die auch Porno-Filme mit eingeschlossen hat, die Männer, die am Dreh beteiligt waren, zu immer schlimmeren Taten angestachelt und sie hat sich lustig über sie gemacht, wenn sie das nicht mitmachen konnten. Das ist ein Ausdruck wie man auch in schlimmen Situationen sich seine Macht wieder zurücknehmen kann, wie man trotz schlechter Behandlung die Macht, über die eigenen guten Gefühle behalten kann. Man kann sein Gehirn so programmieren, dass man Erregung, Leben in sich fühlen kann, auch wenn andere sich daran bedienen wollen. Das ist eine Art Selbstschutz.

Wie auch immer. Es gibt sicher einen Grund für solche Gefühle. Den herauszufinden ist jedoch nicht einfach, weil sie oftmals über das jetzige Leben nicht erklärbar sind. Aber solche Gefühle können auch über Generationen vererbt werden. Kriegsgenerationen hat jeder in seiner Familie gehabt. Wodurch dann solche Gefühle getriggert werden ist unterschiedlich.

CHaram*alax 2


Es kann ein Lernprozess für das Gefühl und den Körper sein, vielleicht einmal auf andere Weise zu versuchen, solche Extasen leben zu können. Tantramassagen könnten hier vielleicht hilfreich sein oder vielleicht das Buch von Diana Richardson: Zeit für Liebe. Den spirituellen Überbau finde ich hier zu einseitig, aber man kann diesen ja überlesen.

CHatG201x6


@ Caramala 2

Man kann sein Gehirn so programmieren, dass man Erregung, Leben in sich fühlen kann, auch wenn andere sich daran bedienen wollen. Das ist eine Art Selbstschutz.

Kommt mir bekannt vor.. Es hat glaube ich sogar damit angefangen, als ich mein erstes Mal mit einem Mann hatte, zu dem ich nur 4 Tage Kontakt hatte. Ich habe direkt gemerkt, dass er nur Sex wollte; allerdings hatte ich das Gefühl, nicht ohne ihn leben zu können, seitdem ich ihn kannte, also dachte ich mir, ich muss wohl Sex mit ihm haben. Er war sehr schnell und grob und klatsche mir auch direkt ein paar ins Gesicht. Zwar nur leicht, aber immerhin. Ich habe mich dann immer wieder mit ihm getroffen und wurde immer abhängiger. Sex hatte ich auch mit ihm, obwohl ich manchmal nicht einmal erregt war; meistens war es schmerzhaft für mich. Ich habe mich danach gehasst, weil ich so etwas immer wieder mit mir machen lassen habe. Er hat sich sich mit ''Bock auf F*, du Schl****?'' gemeldet, und ich bin immer darauf eingegangen. Ich weiß, sehr dumm von mir; jedoch hatte ich wirklich das Gefühl, nur noch für ihn zu Leben und konnte nicht mehr ohne ihn. Später bekam ich heraus, dass er eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hatte. Irgendwann, nach vielen Monaten, haben wir uns sogar manchmal gut verstanden und ich genoss den Sex mit ihm. Dann fing ich an, durch sein grobes Anfassen und die Beleidigungen Erregung zu verspüren, und tat er es nicht (weil er mich dann wirklich mochte mit der Zeit), bettelte ich beim Sex darum. Er tat es dann nicht mehr gerne, das habe ich gemerkt. Ich hatte das Gefühl, Macht über ihn zubekommen und fing an, ihm ins Gesicht zu schlagen dabei. Letzendlich sah er mich doch einfach nur als Sexobjekt, und ich beschloss, mich nie wieder zu melden. Manchmal, wenn er sich für eine längere Zeit nicht meldete, war ich wie eine leere Hülle. Ohne ihn fühlte sich alles so leblos und dunkel an.

Kuleio


Cat2016

Woran könnte das liegen?

An vielen Gründen. Ist das wichtig bzw. ein Problem für Dich?

CFa#t2016


Es kann ein Lernprozess für das Gefühl und den Körper sein, vielleicht einmal auf andere Weise zu versuchen, solche Extasen leben zu können

Das werde ich auf jeden Fall aufprobieren mit der Tantramassage, wenn ich mal einen passenden Partner gefunden habe.

CMa#rarmala x2


Das erklärt vieles, Cat. Du kannst dir auch die Frage stellen, warum du dich zu einer narzistischen Person hast hingezogen fühlen. In dem Sex hat sich das dann im Grunde äußerlich gezeigt, denke ich. Was in dir drinnen wohl irgendwie gefühlsmäßig nicht gelebt werden kann, das hast du darüber vielleicht kompensieren können. Für mich hört sich das nach einem Machtgefälle an - über die Macht anderer, die eigene Macht wieder spüren können, so ungefähr. :-)

szchne8cke19x85


Ich denke, das liegt am Borderline.

Ich schätze das als eine etwas speziellere Form des Selbstverletzenden Verhaltens ein (die mir selber in jüngeren Jahren auch nicht ganz fremd war).

M4uhckexli


@ cat2016

Glücklich bin ich damit nicht; allerdings ist es auch ''nur'' eine Fantasie bei der Selbstbefriedigung mit dem Betrogen-werden. Ich fände es auch furchbar, würde ich betrogen werden; mehr als das.

Das könnte vergleichbar sein mit Personen oder Paaren, die an ungewöhnlichen, meist öffentlichen Orten Sexualität praktizieren. Da ist die Gefahr, entdeckt zu werden, der zusätzliche "Kitzel". Normalerweise - so vermute ich - wird Sexualität als etwas intimes behandelt, möglichst abgeschlossen von anderen. Bei mir hat das Pendel nämlich - warum ist mit nur andeutungsweise klar - in die andere Richtung ausgeschlagen: Ich habe solche Angst vor "Entdecktwerden" bei der Sexualität, dass ich mich nicht mal traue, eine Frau "einzuweihen". Es wäre mir peinlich, wenn eine Frau meine Lust mitbekäme.

Auf der anderen Seite gibt es Paare, die unkompliziert (?) in Swingerclubs gehen und dort wild durcheinanderbum***. Es gibt also aus den unterschiedlichsten Gründen eine große Bandbreite sexueller Verhaltensweisen.

Naja, wieso ich solche Fantasien habe, würde mich schon interessieren.

Dann muss du es herausfinden.

Hinterher, wenn ich gekommen bin, hat sich natürlich die sexuelle Spannung entladen, glücklich bin ich dann aber nicht. Wie gesagt, manchmal weine ich auch danach. Es bleibt dann das Gefühl eines gebrochenen Herzens zurück.

Dann musst du etwas an deinem Zustand/deiner Einstellung ändern. Denn das ist nicht schön. Ich habe mich z.B. mit meiner blöden Situation arrangiert, vermisse aber Sexualität mit einer anderen Person schon. So ist das nur Druckabbau.

Wenn ich Sex mit jemandem habe, der mich dabei nicht beleidigt, hart durchnimmt oder mir nicht feste ins Gesicht schlägt, dann fühlt es sich nicht ekstasisch an.

Du vermisst also etwas, unter dem du im Grunde leidest. Das ist nicht gut! Ich habe ja viel zu dem Thema gelesen: da gibt es Paare, die Rollenspiele praktizieren (z.B. er kommt als Einbrecher verkleidet und überfällt das arme Opfer im Bett etc.) oder man praktiziert "dabei" Dirty Talk (die beiden beschimpfen sich und/oder reden versautes Zeug). Aber es ist beiden zu jedem Zeitpunkt klar, dass dies nur der Steigerung der Erregung dient und nicht ernstgemeint ist. Auch SM-Spiele gibt es, bei denen es um Dominanz und Unterwerfung geht, was den gewissen Kick gibt. Aber auch dort gibt es vereinbarte Grenzen.

Aber bei all diesen Abarten menschlicher Sexualität steht immer die anschließende völlige Befriedigung im Mittelpunkt - im Gegenteil: deswegen handeln die Beteiligten so. Bei dir sind dein Verhalten/deine Fantasien aber kontraproduktiv. Du leidest und daran musst du arbeiten.

Es ist okay, aber nicht das, was sich wahrscheinlich jeder beim Sex wünscht. Man will doch alles um einen herum vergessen, in diese Ekstase reinkommen und darin zergehen; das alles passiert beim normalen Sex dann nicht wirklich.

Was verstehst du unter "normalem Sex"? Ich könnte mir gut vorstellen, dass es auch körperlich extremen Sex geben kann, ohne dass dies von dem Wunsch nach Verletzung (körperlich oder verbal) des Partners/der Partnerin einhergehen muss. Also das Gegenteil von Blümchensex. Ich könnte mir gut vorstellen, dass man mit seinem Partner auch in so einem "Rausch" verschwindet, alles vergisst - ganz ohne Erniedrigungen.

Das lies sich bis dato nur mit Männern ausleben, die nichts mehr als ein Sexobjekt in mir sahen und mit denen ich nur in sexueller Hinsicht harmonierte.

Dann solltest du dir andere Männer "aussuchen". Ich hoffe mal, dass es nicht viele Männer dieser extrem Macho-Mentalität gibt.

Das waren dann auch Männer, mit denen ein gemeinsames runterkommen durch Kuscheln und anderem undenkbar waren; also litt ich bisher immer. Dabei und danach. Ich fühlte mich dann alleine und ausgenutzt; alles war so kalt hinterher.

Ich kann das nicht nachvollziehen, dass man hinterher die Nachwehen nicht noch gemeinsam genießen möchte. Das ist mein Traum von Sexualität. Wenn es "hinterher" kalt wäre, wäre ich ja selbst auch unglücklich. Ehrlich: Was für Männer suchst du dir aus? Du suchst doch eigentlich Wärme und Geborgenheit, willst beschützt werden und trotzdem intensiv spüren, dass hier eine körperliche Einheit besteht, verschmelzen.

Macho-Mucki-Typen können dir das nicht geben, kein Angeber und kein PUA. Auch kein langweiliger Blümchensex-Vertreter. Du brauchst einen körperlichen Kuschelbär, der weiß, was Frauen wollen - bzw. was DU brauchst. Er soll ja nicht die halbe Frauenwelt beglücken, sondern nur dich. Und in diesem Moment würdest du vielleicht spüren, dass er das nur mit dir teilt - auch wenn andere Frauen vielleicht scharf darauf wären. Eventuell sorgt das für den nötigen Kick, so dass du dich richtig (zum ersten Mal?) fallen lassen kannst. Fallen im sicheren Gefühl, liebevoll aufgefangen zu werden...

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