» »

Was ist Weiblichkeit???

m1i9noxo hat die Diskussion gestartet


Hallo!

ich hab mit dem Thema echt ein Problem. Ich überlege seit Wochen, was Weiblichkeit für mich bedeutet. Ich will jetzt nicht ausholen, warum micht das so beschäftigt - nur soviel, dass es in meiner Kindheit/Pubertät offenbar wichtiger war, ein Kind zu bleiben, als erwachsen und zur Frau zu werden (als Schutz).

Und nun habe ich keine Ahnung, was Weiblichkeit ausmacht. Es geht nicht um Sex, sondern wirklich darum, was ihr als weiblich anseht, warum ihr euch weiblich fühlt.

Vl stimmt das eine oder andere auch für mich :)

danke!

minoo

Antworten
F>aSo,La


:)D Interessante Frage! Ich kann mit den meisten Eigenschaften oder Rollenbildern nichts anfangen, was typisch weiblich sein soll, so dass ich eher sagen kann, was für mich unerheblich ist in Sachen Weiblichkeit.

Insgesamt halte ich wenig von typisch weiblichen oder typisch männlichen Fähigkeiten. Wenn ich so darüber nachdenke, war es mir immer wichtiger, mich so zu entwickeln, dass es für mich stimmig ist als irgendwelchen tradierten Rollenvorstellungen zu entsprechen. Und als Mensch insgesamt zu reifen.

- nur soviel, dass es in meiner Kindheit/Pubertät offenbar wichtiger war, ein Kind zu bleiben, als erwachsen und zur Frau zu werden (als Schutz).

Magst du das erläutern? War es für dich damals wichtig klein zu bleiben oder wurdest du in deiner Entwicklung unterdrückt? Und Schutz wovor? Was hätte gedroht, wenn du Frau geworden wärst?

Sharaxh87


Mhh ich finde die Sache auch eher schwierig. Ich bin auch nicht der Typ Frau der sich gern schminkt oder Gesichtsmasken auflegt oder Nagellack nutzt, Frauenzeitschriften liest, gerne putzt etc...

Für mich ist es sehr weiblich sich pflegerisch (=/= kosmetisch) um seinen Körper zu kümmern. Also so ein gewisses Maß an Reinlichkeit (=/= Sterilität).

Damit meine ich jetzt wie gesagt nicht das "Aufstylen" oder 10 mal am Tag seine Poren zu reinigen, damit man die ja nicht sieht oder sowas verkrampftes in die Richtung und ich meine damit auch nicht dieses "oh gott bloß jedes Haar entfernen was halsabwärts wächst" (im Gegenteil finde ich bei Frauen z.B. Flaumhaar auf der Oberlippe als sehr erotisch) sondern einfach so dieses ganz basale, sich in seinem Körper wohlfühlende, seinen Körper umsorgende, sich pflegende Selbstfürgsorge.

Also dieser Art Gefiederputz.

Das haben logischerweise auch nicht alle Frauen, die die das nicht haben nehme ich dann aber auch nicht als typisch weiblich wahr.

mNinoo


hi!

danke für deine 1. antwort!

grundsätzlich stimme ich dir zu, aber das ist so wenig greifbar für mich...

zwei dinge gibt es zu meiner vergangenheit zu sagen:

* es war besser, ein mann zu sein. Frau = unterdrückt, unmündig, arm, abhängig. daher kommt mein teilweise androgynes auftreten (kleidung, beruf, art, männliche prinzipien usw.)

* meine eltern haben all dies oben erwähnte so gelebt. zudem kommt der stark objekthafte aspekt einer frau - eine frau ist da zum f... und sollte immer zeit und lust haben, wenn mann das will. und das porno-hafte einer frau = objekt war auch allgegenwärtig. daher war es für mich besser, wenn ich androgyn und kind (im sexueller hinsicht) geblieben bin.

was mir passiert wäre: vermutlich nichts oder alles. meine riesige angst war jedenfalls vom vater missbraucht zu werden.

heute weigert sich mein körper mit jeder faser sex zu haben (bekomme jedes mal einen furchtbaren ausschlag) oder es genießen zu können - überraschung...

meine therapeutin hat mich nun damit beauftragt, mir zu überlegen, was eben weiblichkeit für mich bedeutet und ich steh da echt an...

mit weiblich = brüste, gebärmutter tu ich mir halt echt schwer....

PTlüsch\biesxt


Fühlst du dich eher als Mann?

d4ana]e8x7


Mh, schwierige Frage. Ich finde das kann man Pauschal kaum beantworten und es ist auch eine Sache die viel mit sozialer Prägung zu tun hat, was man wo einsortiert. So wichtig finde ich das aber auch gar nicht um Sex zu genießen, da ist für mich sehr viel wichtiger mit mir als Mensch im Reinen zu sein.

Du klingst so als würde die passive Rolle beim Sex einen Menschen irgendwie entwerten, in deiner Wahrnehmung. Gilt das auch für alle Handlungen jenseits der Penetration?

mainxoo


nein, das gar nicht.

ich fühle mich definitiv als frau, aber eher als kindfrau - also jemand, der eben einfach nicht erwachsen geworden ist...

m:iJnoo


"Du klingst so als würde die passive Rolle beim Sex einen Menschen irgendwie entwerten, in deiner Wahrnehmung. Gilt das auch für alle Handlungen jenseits der Penetration?"

ja, das könnte man so bezeichnen. passiv zu sein ist lasch zu sein, keine verantwortung zu übernehmen - so in etwa

d an7ae8x7


Und wenn du aktiv bist? Also solange du die Initiative und Kontrolle hast, geht es da?

S|ar4ahg8x7


mit weiblich = brüste, gebärmutter tu ich mir halt echt schwer....

Das wäre mir auch zu simpel. Was wäre dann mit Frauen nach Brustamputation wegen Brustkrebs, Frauen die ganz kleine Brüste haben, Frauen nach Hysterektomie, sicherlich gibt es auch Frauen die ohne Gebärmutter geboren werden aber mit Eierstöcken (sicherlich sehr selten).

Ich muss dabei immer an transgender denken. Da gibt es z.B. eine in den USA die nun schon ziemlich früh Hormone bekommen hat und als Mädchen aufwächst, obwohl sie eigentlich als Junge geboren wurde. Ihr Name ist Jazz Jennings, man findet Videos auf YT Ist sie weniger weiblich, weil ihr die entsprechenden Organe fehlen? Wenn man sie anschaut, würde man auch nicht erahnen, dass sie kein Mädchen ist.

Dann gibt es auch genügend asexuelle Frauen.

Mhhh, sehr schwierig.

Ich denke dein Problem ist eher, dass du Sexualität mit etwas grundlegend negativem verinnerlicht hast, was ich auch nachvollziehen kann mit deinem angedeuteten Hintergrund.

Du klingst so als würde die passive Rolle beim Sex einen Menschen irgendwie entwerten, in deiner Wahrnehmung. Gilt das auch für alle Handlungen jenseits der Penetration?

Aber beim Sex muss man doch - nur weil man die Frau ist - nicht passiv sein (selbst in der Missionarsstellung nicht) ? ":/ ":/ ":/

F%aeSoLxa


Ich finde die Frage auch echt schwierig, wenn man nicht sofort in Rollenbildern landen will.

es war besser, ein mann zu sein. Frau = unterdrückt, unmündig, arm, abhängig. daher kommt mein teilweise androgynes auftreten (kleidung, beruf, art, männliche prinzipien usw.)

Dazu fällt mir ein, dass mir von der Person, bei der ich aufgewachsen bin, immer eingetrichtert wurde, dass ich diese oder jene Hausarbeit ja auch machen müsste, wenn ich erstmal einen Mann und Kinder habe. Wahrscheinlich kommt daher mein Streben nach Unabhängigkeit. Und wir leben ja glücklicherweise in einem Land, wo Frauen (und Männer) so leben können wie sie wollen.

Deshalb kan ich dir leider auch nicht eindeutig weibliche Eigenschaften nennen. Ich finde es großartig in einem Land zu leben, in dem man unabhängig vom Geschlecht Wahlfreiheit hat (natürlich gibt es noch Baustellen und je nach Milieu ist es damit noch nicht ganz so weit her): Du kannst Hausfrau und Mutter werden, kinderlos bleiben, wechselnde Beziehungen führen, einen Hausmann ehelichen etc.

Ich mag am Frau-sein, dass ich mit Make-up und anderen "Aufhübschern" spielen kann. Frauen haben viel mehr Möglichkeiten sich über Kleidung auszudrücken als Männer (wobei das auch wieder kompliziert wird, wenn man sich bestimmte Berufe oder Hierarchieebenen anschaut). Tendenziell finde ich weibliche Körper schöner, weil sie weicher sind. Ich mag meine Figur (meistens, immer mehr ;-) ), weil sie so kurvig ist.

Und ich finde es gut, dass man hierzulande die Interessen und Fähigkeiten ausleben kann, die man ausleben möchte. Heißt für mich, dass z. B. gerne kochen und backen nicht im Widerspruch dazu steht, selber handwerkliche Tätigkeiten auszuüben und ne Bohrmaschine in die Hand zu nehmen.

eine frau ist da zum f... und sollte immer zeit und lust haben, wenn mann das will.

Ich finde: eine Frau darf genauso Lust auf Sex haben und ihn genießen wie ein Mann. Egal, ob in fester Partnerschaft oder bei einem ONS (in Fäden zu diesem Thema kochen die Emotionen allerdings immer hoch, das sehen längst nicht alle so). Aber: ein Nein ist ein Nein. Wenn einer nicht will, muss man das respektieren.

d8anaex87


Aber der penetrierte Partner wird oft als passiver Teil wahrgenommen. Wie hat das ein Kumpel mal ausgedrückt der da auch solche Probleme hatte. Irgendwie ist der Mann was schmutziges, brutales, aber auch mächtiges und der trägt quasi all das in die Frau rein die nur aufnehmen kann, ohne Chance auf Gegenwehr und ohne das sie etwas zurückgibt im SInne von, ohne etwas von sich im anderen zu hinterlassen. Für ihn war das also etwas Beschmutzendes und so konnte er grundsätzlich nicht mit Frauen schlafen die er liebte.

mLinoxo


also, es macht keinen Unterschied ob ich aktiv oder passiv beim Sex bin. jemand, der nur daliegt, bin ich ohnehin nicht.

mit meinem jetzigen Partner habe ich auch das erste mal in meinem Leben gerne Sex. davor war es ein Pflichtakt, den ich dennoch jede Woche brav erfüllt hab (sofern ich grad keinen Ausschlag hatte). Und dennoch kam dieser Ausschlag jetzt wieder zurück (er war über 1 Jahr ganz weg).

Weil die Bindung enger wurde und ich Angst habe, wieder als Objekt zu enden?

Der Ansatz, dass ich ein Problem mit Weiblichkeit habe und auf ein Objekt reduziert zu werden macht für mich sehr viel Sinn.

drum: wann fühlt ihr euch weiblich - in welchen Situationen? was findet ihr an euch weiblich?

d/anaex87


wann fühlt ihr euch weiblich - in welchen Situationen?

Beim Sex oder in ganz besonderen Kleidern. Manchmal aber bin ich mir auch gerade dann meiner Weiblichkeit voll bewusst wenn andere schockiert reagieren weil ich mich so "unweblich" benehme. Wenn ich sehr wütend werde zum Beispiel.

Fühlst du dich denn ansonsten gut als du?

mpinoxo


ja, immer besser.

allerdings bin ich seit über 4 Jahren in Therapie und hab wirklich schon extrem viel aufgearbeitet. Ich bin in vielerlei Hinsicht schon ICH und nicht mehr ein Abklatsch einer Person, die sein sollte oder gerne wäre (früher gewesen wären).

Jetzt ist halt das Thema dran und ich bin mir sicher, dass der Weg stimmt, aber noch ist er gar nicht greifbar....

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH