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Was ist Weiblichkeit???

pbarazeullnruss


Für mich bedeutet Weiblichkeit die Verbindung mit Mutter Erde. Das Gebierende, das Weiche, das 'Leben' schlechthin. Weiblichkeit ist das Leben beschützende, das Bewahrende. Der Nestbau, die Fürsorge, das Verständnisvolle. Natürlich auch die Schönheit. Die unendliche Kraft der Liebe.

Wenn ich eine Frau wäre, dann wäre ich unendlich stolz darauf, Frau zu sein.

dta"naev8x7


Mich schüttelt gerade das Klischeé.

Seadr3ahx87


@ parazellnuss

Darf ich mal so provokant Fragen wie du dann Frauen nimmst, die wütend sind? Oder mal hart? Oder welche die in Führungspositionen sind und dominant sind?

Wären die dann weniger weiblich?

Für mich bedeutet Weiblichkeit die Verbindung mit Mutter Erde.

x:) x:) x:)

Das finde ich total toll ausgedrückt.

d]aqnae8x7


Jetzt ist halt das Thema dran und ich bin mir sicher, dass der Weg stimmt, aber noch ist er gar nicht greifbar....

Ah, das doch normal. Ich hab auch Jahre Therapie gebraucht um das alles abzufrühtstücken. Wieso probierst du nicht einfach eine Runde aus wo du dich wohl fühlst? Wo du dir deiner Körperlichkeit und dir ganz bewusst bist? Donner dich auf und teste das Gefühl in Kleid und mit Make up oder wähle das Gegenteil und zieh Krawatte an oder was auch immer neu wäre. Ich hab irgendwann das Gefühl entwickelt das es zwar schwer ist sich erst später zu suchen und zu probieren, dass es aber auch cool ist weil man sehr frei ist, weil man vieles sehr bewusst machen kann und nicht im homrontaummel eines Teenagers.

NYoxx*y


Für mich ist Weiblichkeit fast ausschließlich körperlich.

Das Tragen von Kleidung, die die weibliche Form unterstreicht; die Betonung von einzelnen Körperstellen, die als besonders anziehend empfunden werden (Lippen, etc.). All das tue ich auch nur, wenn ich explizit einen körperlich-sexuellen Kontext herstellen möchte, wenn ich also von meinem Gegenüber primär als Frau wahrgenommen werden will.

Andernfalls halte ich mein Erscheinungsbild eher neutral. Das bedeutet nicht, dass ich mich in Sack und Asche kleide. Auch im Alltag schminke ich mich, trage figurbetonte Kleidung. Allerdings in einem Maß, das (meiner Meinung nach) dazu führt, dass meine Weiblichkeit eher eine von vielen Eigenschaften ist, die mein Gegenüber in der Interaktion mit mir eben wahrnimmt. Zweitrangig.

Deshalb empfinde ich Sex bzw. dessen Anbahnung auch nicht als passiv. Mag sein, dass Frauen dabei auf den ersten Blick nicht viel tun; sie sind diejenigen, die angesprochen werden, diejenigen, die sich "penetrieren lassen". Aber genau das ist ja der Punkt: Durch mein Auftreten stelle ich überhaupt erst Interesse her - ich entscheide also bewusst, ob ich überhaupt einen sexuellen Kontext möchte oder nicht. Ich entscheide, wie weit und in welche Richtung die Begegnung mit dem anderen Part geht. Letztlich liegt der Ablauf mindestens so sehr in meiner Hand wie in der des Gegenübers.

(Bei dieser Betrachtung schließe ich Übergriffe natürlich aus. Gerade auch, weil diese oft unabhängig vom eigenen Verhalten geschehen.)

ap.fyisAh


Die Frage finde ich ganz schwierig zu beantworten. Ich habe lange Probleme damit gehabt, eine Frau zu sein - also nicht mit der Biologie, Brüste und den Rest zu haben hat mir nichts ausgemacht, aber was es nach gesellschaftlichen Maßstäben bedeuten sollte oder könnte, das hat mir etwas ausgemacht.

Wenn ich ein Bild von Weiblichkeit hatte, dann war es kein positives. Und ich denke, Du hast ja auch ein Bild von Weiblichkeit, ein ganz prägendes sogar, denn Dein Handeln und Fühlen wird durch dieses Bild beeinflusst - insofern, als dass Du es ablehnst. Und das ist in meinen Augen Dein gutes Recht, wenn Weiblichkeit ein soziales Konstrukt ist (und das ist es mMn), dann steht es Dir absolut frei, Deine eigene Definition davon zu finden.

Ich habe mich irgendwann gezielt auf die Suche nach positiven weiblichen Vorbildern gemacht, weil mir diese Unsicherheit, was und wer und wie ich nun in Bezug auf mein Geschlecht und Sexulaität bin, auf die Nerven gegangen ist. Es gibt sicher viele Menschen, für die sich diese Frage nie so drängend stellt, aber ich habe da nun mal Anleitung und Vorbilder und ein bisschen Inspiration gebraucht, auch wenn ich die Kategorien männlich/weiblich, Männlichkeit/Weiblichkeit usw. intelektuell sehr problematisch und meist eher hinderlich und nervig als hilfreich finde und im Alltag sehr gut ohne sie auskomme.

Das für mich schönste Bild von Weiblichkeit habe ich irgendwann einmal in einem Buch über die Mythologie des Brockens gefunden. Die Hexen auf ihrem jährlichen Treffen auf dem Hexentanzplatz. Ach, das hat mir gefallen. :-D Wüste Frauen mit ungezähmten Haaren und noch ungezähmteren Körperkurven, die den Mond anheulen und sich von den Urkräften der Natur reiten lassen, die dem gediegenen Volk das Fürchten lehren. ;-D Tief mit der Erde, dem Körperlichen, verbunden und dabei alles andere als passiv oder schwach. Oder hübsch oder nachgiebig oder sexy. Das ist für mich in meinen Kopf auch so das Bild einer erwachsenen Sexualität - in dem Zusammenhang brauche ich es nämlich noch am ehesten. Wenn ich mich also mal "als Frau" ganz "weiblich" fühlen möchte, dann stelle ich mir vor, nackig auf meinem Besen um den Blocksberg zu sausen und reihenweise bei den Kühen die Milch sauer werden zu lassen. ;-D

Also: ich fände es schön, könnten wir auf diese Schubladen einfach verzichten, aber solange man es nicht kann, halte ich es für möglich und lohnend, sich ganz bewusst gegenteilige Darstellungen der eigenen Schubladen zuzuführen und diese auf sich wirken zu lassen. Dazu muss man seine eigenen Vorstellungen erst einmal identifizieren, aber da bist Du ja schon dran und Du kannst ja schon einiges benennen.

dFanaex87


Schönes Bild, a.fish. ;-D ;-D Ich hab mich selbst im Bild der Raubkatze gut wiedergefunden. ;-D

pparaz0ellnuxss


@ parazellnuss

Darf ich mal so provokant Fragen wie du dann Frauen nimmst, die wütend sind? Oder mal hart? Oder welche die in Führungspositionen sind und dominant sind?

Wären die dann weniger weiblich?

Ha! ich bin inzwischen 18 Jahre mir einer Kampfleopardin zusammen und sehe auch dementsprechend aus wie Indiana Jones nach dem Fall in eine Schlucht. Aber ich würde diese tolle Frau gegen nix eintauschen.

Ns3ustoxrys


Huhu,

Ich möchte dir gerne eine Antwort geben. Ich bin selber nicht die typischste Frau. Ich studiere Informatik, und habe als Kind schon lieber Jungs Sachen gemacht. Gewisse Dinge verstehe ich als Frau, bei anderen Frauen nicht unbedingt (Warum sich dauernd schminken? Oder soviel Geld für Klamotten, Taschen oder Schuhe ausgeben?).

Dennoch sehe ich mich selbst als eine Frau. Wenn ich in den Spiegel sehe, dann sehe ich meinen Körper der durch seine Kurven sehr weiblich ist. Kleidung die ich mir bewusst anziehe, wie ein Korsett, oder ein Rockabillykleid. Wenn ich mein Handeln beobachte, naja ich denke Kompliziert, und mache gewisse Dinge gleichzeitig. Oder wenn ich an die Stimmungsschwankungen denke durch die Hormone. Hmm. Was noch.

Ich navigiere typisch weiblich. Ich halte mich immer an meine Wege, und orientiere mich anhand markante Orte. Männer haben ja da ne Karte im Kopf.

Ich denke das wichtigste ist aber doch. Ich bin ich. Und ich bin gut so wie ich bin. Ob ich jetzt eher mehr tendiere mich für Themen zu interessieren die eigentlich dem Rollenideal von Männer entspricht, oder nicht.

Ich hoffe das war jetzt irgendwie hilfreich und nicht verwirrend.

@:) @:) @:) @:)

N3

LCittl!e-mit}-Lotxte


Ich finde dass sich die Weiblichkeit durch das ganze Leben ziehen kann - aber nicht muss - und vor allem denke ich dass die Weiblichkeit etwas sehr individuelles ist. Ich habe bspw eine Freundin die äußerlich eher burschikos ist, aber trotzdem ist sie wahnsinnig sinnlich und "frau-lich", vor allem da sie Hebamme ist und daher den wohl weiblichsten Beruf der Erde macht.

Für mich ist Weiblichkeit erst fassbar geworden als ich geboren habe - diese Urkraft unter der Geburt, das völlige Herauskommen aus sich selbst und gleichzeitig das total Fokussieren auf mich. Das Leben erfassen, ja, das war für mich glaube ich eine urweibliche Erfahrung. Elementar, nahezu. Verändernd.

Aber Weiblichkeit ist für mich auch Sexualität, ich bin gerne aktiv und passiv beim Sex, ich genieße Sex mit meinem Partner auf alle Arten sehr. Es fühlt sich so genau richtig an.

Und meine Weiblichkeit ist auch meine verbissener Ehrgeiz, eine Eigenschaft, die sicher nicht gerade urweiblich und auch nicht immer gut ist, aber in unserer Familie ausschließlich die Frauen betrifft - meine Tochter wird auch so :=o merkt man schon mit ihren 8 Jahren.

Auch Intelligenz ist weiblich, Improvisationstalent - all das kann indidivuell sehr weiblich sein.

Daher: für mich ist Weiblichkeit nicht fassbar, es ist etwas dass aus dir selbst heraus kommt.

Und auch etwas das Wachsen muss.

SUarahx87


Das für mich schönste Bild von Weiblichkeit habe ich irgendwann einmal in einem Buch über die Mythologie des Brockens gefunden. Die Hexen auf ihrem jährlichen Treffen auf dem Hexentanzplatz. Ach, das hat mir gefallen. :-D Wüste Frauen mit ungezähmten Haaren und noch ungezähmteren Körperkurven, die den Mond anheulen und sich von den Urkräften der Natur reiten lassen, die dem gediegenen Volk das Fürchten lehren. ;-D Tief mit der Erde, dem Körperlichen, verbunden und dabei alles andere als passiv oder schwach. Oder hübsch oder nachgiebig oder sexy.

:-o

Sehr großartiges Bild! x:) x:)

bnlacikhejart=eTdqueexn


habe als Kind schon lieber Jungs Sachen gemacht

Ich navigiere typisch weiblich. Ich halte mich immer an meine Wege, und orientiere mich anhand markante Orte. Männer haben ja da ne Karte im Kopf.

Was sind diese Jungssachen? Und was ist typisch weiblich?

Und dass alle Männer mit Karte im Kopf navigieren, das halte ich für ein Gerücht. Mein Partner hat ungelogen den Orientierungssinn einer Scheibe Toast ;-D

Anhand von Chromosomen, Sexualorganen oder Verhaltensweisen die Geschlechtlichkeit festzumachen finde ich sehr schwierig. Wobei ich es, ohne Zahlen zu kennen, so empfinde, dass es doch einige Eigenschaften und Verhaltensweisen gibt, die zu dieser Zeit an diesem Ort mehr Frauen als Männer aufweisen oder eben umgekehrt.

Ich selbst habe mich irgendwie schon immer als weiblich, wenn auch nicht als typisches Mädchen oder typische Frau empfunden. Ich finde aber, dass das eine das andere nicht notwendigerweise ausschließt. Um weiblich zu sein und weiblich zu empfinden, muss ich ja glücklicherweise keine Stereotype erfüllen. Wenn ich das möchte, kann ich mich, so wie ich bin, weiblich fühlen.

a?.fixsh


@ danae

Danke. ;-D Raubkatzen sind auch super, wenn man allerdings viele Jahre mit Katzen zusammenlebt, verlieren die so ein bisschen was von ihrer Mystik. Das sind auch nur Menschen. ;-D

@ minoo

Ein Gedanke noch, den ich vergessen habe, auszuführen:

meine therapeutin hat mich nun damit beauftragt, mir zu überlegen, was eben weiblichkeit für mich bedeutet und ich steh da echt an...

Wie gesagt denke ich, dass Du eine Vorstellung von Weiblichkeit hast. Nur leider keine gute. Aber ich denke, genau das, was Dir im Moment dazu anscheinend einfällt (unterdrückt, unmündig, arm, abhängig, Sexobjekt, lasch, passiv), kannst Du Deiner Therapeutin so mitteilen. Das scheint ja der Knackpunkt zu sein und deshalb sollte das in meinen Augen ausgesprochen auf den Tisch kommen. Es sei denn, ich habe das falsch verstanden und Deine Therapeutin meinte, Du sollst Dir gezielt positive Dinge ausdenken. @:)

d7ummsVchmarxrer74


Beim Sex oder in ganz besonderen Kleidern. Manchmal aber bin ich mir auch gerade dann meiner Weiblichkeit voll bewusst wenn andere schockiert reagieren weil ich mich so "unweiblich" benehme. Wenn ich sehr wütend werde zum Beispiel.

also wenn ich minoss Therapeutin wäre ;-) , würde mir die antwort bei weitem nicht ausreichen... also beim sex oder in besonderen Kleidern ist ja wohl eine triviale antwort :-p

interessanter fände ich da schon das unweibliche benehmen. wie sieht also ein weibliches benehmen aus? nie wütend? ;-D da könnte ich jetzt die schon genannten hormonbedingten stimmungsschwankungen entgegensetzen ]:D

ich könnte typisch männliche Verhaltensweisen im alltag benennen (positiv + negativ). ohne sowas wie mutter-erde-gaia-Mystik und besenreitende brockenhexen ;-D

Ngoxxxy


Ich muss auch zugeben, dass ich lange mit meiner Weiblichkeit gehadert habe, teilweise immer noch hadere. Nicht, weil ich mich in meinem Körper unwohl fühle, sondern weil damit eine Menge an sozialen Vorstellungen und Erwartungen einhergehen, die ich nicht erfüllen kann oder möchte.

"Du bist doch ein Mädchen.", "Mädchen tun das nicht!", "Mädchen müssen nicht gut in Mathe sein.", "Du kannst jetzt noch so viel von deinem späteren Beruf träumen, am Ende hast du ja doch einen Mann und stehst mit einem paar Kindern hinter dem Herd."

Ich habe mein eigenes Verhalten ständig beobachtet und hinterfragt. Ob ich ins Klischee passe. Ob ich das Klischee erfülle, weil das ich bin, oder weil mir erfolgreich eingetrichtert wurde, dass ich so zu sein habe. Wie stark muss ich meine Emotionen kontrollieren, um nicht als typisch emotional-weiblich wahrgenommen zu werden? Darf ich überhaupt mal meinen Unmut kundtun? Wütend sein? Traurig? Halten mich meine Kollegen/Kommilitonen/Professoren für kompetent? Würden sie mich anders bewerten, wenn ich ein Mann wäre?

Man merkt vielleicht, ganz durch ist das Thema für mich auch nicht. Wird es wahrscheinlich auch nie sein.

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