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Burnout durch Referendariat!?

GoarteOnkr/a9ut88 hat die Diskussion gestartet


Guten Tag zusammen.

Ich bin aktuell in einer ziemlich schwierigen Lage. Mein Referendariat, in dem ich seit November bin, macht mich mehr (psychisch) kaputt, als ich es jemals gedacht hätte.

Ich habe immer unglaublich zielstrebig, schnell und zuverlässig gearbeitet. Am Ende meines Studiums gehörte ich zu den letzten 3 derjenigen, die von den 90 Personen zu Beginn übrig waren und ihr Studium (fast) in Regelstudienzeit abgeschlossen haben. Die Arbeit in der Schule hat mir während der Praktika viel Spaß gemacht und einige Lehrer wollten mich schon fast da behalten.

Schon im FSJ vorher habe ich gemerkt, dass ich gern mit Jugendlichen arbeiten würde. Das hat viel Spaß gemacht.

Zu Beginn des Referendariates war ich richtig guter Dinge. Die Schule ist ganz gut gewesen zu Beginn. Es hat Spaß gemacht zur Schule zu gehen. Dann kamen einige Anmerkungen, die mich aus der Bahn geworfen haben. Jetzt, 5 Monate später, bin ich einfach nur wie erschlagen, kann mich zu nichts mehr aufraffen, bin einfach nur psychisch platt. Ich ziehe mich zurück, habe große Probleme mit der Kommunikation und das merken natürlich auch Kollegen ebenso wie die Schüler. Im Unterricht wirke ich total verunsichert und es schleichen sich auch leichte Fehler ein. Die Unterrichtsvorbereitung gelingt mir nur mit großer Mühe und eher schlecht als recht. Hinzu kommt das fehlende Durchsetzungsvermögen, das es mir leider nicht möglich ist, so richtig durchzugreifen...das wirkt auf die Schüler mittlerweile albern. Sie nehmen mich einfach nicht als Lehrer wahr... Großen Rückhalt habe ich in der Schule leider nicht, was auch an mir und dem gerade geschilderten Verhalten liegt natürlich... und vor allem sieht man es mir an, dass ich mich in der Schule einfach nicht wohlfühle. Erste Beschwerden hinsichtlich fehlender Absprachen sind auch schon gekommen...Es ist für mich generell schwer aufzustehen und morgens in die Schule zu fahren, zudem habe ich heftige Schlafstörungen...ich erkenne mich ehrlich gesagt einfach nicht mehr wieder...von einem zielstrebigen, agilen und akzeptierten Menschen bin ich zu jemandem geworden, der (platt gesagt) einfach nicht mehr aus dem Quark kommt...und das kann echt nicht wahr sein. :(

Hinzu kommt: Ich bin ein ziemlich sensibler Mensch, habe mir also kein großartig dickes Fell erarbeitet. Leider habe ich vor dem Studium keine Ausbildung gemacht, sodass ich nach einem Abbruch mit Nichts dastehen würde...deshalb gehe ich noch in dieser Woche zur Hochschulabteilung der Arbeitsagentur...

Es ist einfach schade, wenn man so sieht, dass man alles gegeben hat in der ganzen Zeit und man dann am Ende sich von der eigenen Psyche überrennen lässt und sich selbst nicht wiedererkennt... :(

Momentan sehe ich keinen anderen Ausweg als das Ref zu lassen, um erstmal wieder zu mir zu finden...oder ?

Antworten
e2stax1


Na, die Frage ist ob es nötig ist jetzt gleich den Lehrer-Beruf sausen zu lassen. Du schreibst ja es hätte Dir mal Spaß gemacht. Wenn es Dir psychisch besser gehen würde, könntest Du dich auch mehr durchsetzen und mit den Kollegen würde es dann auch wieder besser gehen. Ich würde mir psychologische Hilfe suchen, dort kannst Du klären wieso es so kommen musste und was Du ändern kannst. Gleich alles hinschmeißen, ist doch auch schade, oder? Kannst Du dich erst mal krankschreiben lassen?

EUlafR8emichk081x5


Die Frage ist doch warum es so gekommen ist.

- War es ein schleichender Prozess?

- Ging es von heute auf morgen bergab?

- Gingen Probleme von der Schule, den Lehrern, den Schülern, dem Umfeld, deiner Familie, deinen Freunden usw. aus?

- Gingen die Probleme von dir aus?

Wie fühlst du dich? Überfordert? Oder merkst du vielleicht gerade das dein Weg doch nicht so der "vorbestimmte" ist? Was müsste sich ändern damit es dir wieder besser geht?

Vor 5 Monaten gut gestartet, es hat dir Spaß gemacht und du hast gerne mit Schülern und Kollegen gearbeitet. Du wurdest als Teil des "Systems" akzeptiert? Und nun nicht mehr? Was hat sich geändert du oder die anderen?

Ich will damit keine Schuld suchen, nur helfen das du deine Situation besser einschätzen kannst.

Mein Rat ist ganz allgemein gehalten. Wenn du dir selber eingestehen musst das der Beruf des Lehrers nichts ist was du bis zu Rente durchziehen willst und kannst, habe den Mut die Bremse zu treten und neue Pfade zu beschreiten. Wenn es aber nach wie vor das ist was du willt und nur momentan klappt es nicht so, dann geh mal in dich und finde die Motivation wieder die du am Anfang gehabt hast und denke immer daran das nur du derjenige bist den du ändern kannst.

G"artHetnkrau&t8x8


@ ElafRemich0815

Es war ein langsam schleichender Prozess, bis es dann Tage gab, an denen ich gar nicht mehr hinterher gekommen bin...ich glaube, dass es vor allem an meinem fehlenden "dicken Fell" liegt, dass ich mich jetzt überfordert fühle und merke, dass der Lehrerberuf dann doch nicht unbedingt etwas für mich ist... also man merkt schon, wenn ich andere frage, dass ich mich ziemlich ins Negative verändert habe :(

Ich merke, dass mir das Lehren im Rahmen der Institution Schule unfassbar zu schaffen macht.

LOilaK/rokuxs


Hallo Gartenkraut,

ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen: such dir psychologische Hilfe und lass dir dort dabei helfen, den für dich richtigen Weg zu finden.

Ich war letztes Jahr um die Zeit auch an so einem Punkt (kurz vor dem Studienabschluss) und ich bin so froh, dass ich mir Hilfe gesucht habe. Hätte nicht gedacht, dass mich das so weiterbringt. Es hat mir unglaublich geholfen.

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