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Gefühlskälte? Eigennutzen?

RAedA95 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen. Ich hoffe Ihr könnt mir weiterhelfen und Entschuldigung für den etwas längeren Text ^^

Seit ich denken kann war ich schon immer ein sehr egoistischer Mensch. Ich bin mit einem großen Bruder aufgewachsen und mit 9 Jahren bekam ich dann auch noch eine kleine Schwester. Meine Geschwister haben schon immer gerne geteilt. Egal ob das Eis was man grade aß, ein Buch welches man auch mal lesen wollte oder ne Tüte Chips. Sie haben immer schon gerne geteilt doch ich nicht. Mich hat es innerlich immer aufgeregt, wenn einer von den Beiden etwas von mir wollte. Geteilt habe ich trotzdem doch nur mit dem Hintergedanken, dass wenn ich teile, sie mir etwas schuldig sind. Ich dann auch von Ihnen etwas bekomme. Dieses Denken, dieses "Tu ich dir etwas Gutes, tust du mir etwas Gutes" habe ich schon mein ganzes Leben.

Ich gelte in meinen Bekanntenkreis allgemein als nett und freundlich doch oft bin ich in wahrheit nur genervt mies gelaunt. Trotzdem mime ich schon seit Jahren den freundlichen und netten Kumpel und das nur, weil ich mit der oben genannten Mentalität durchs leben gehe.

Ich bin der Meinung, dass wenn ich den Menschen in meiner Nähe blöd komme oder ihnen meine Meinung über sie sage, ich weniger Vorteile aus ihnen ziehen kann.

Ich meine, gebt Ihr lieber dem netten Arbeitskollegen einen Kaffee aus oder dem Kerl der euch blöd anmacht, weil Ihr ihn aus versehen angerempelt habt? Ich glaube die Antwort ist klar.

Doch dies ist nicht alles. Ich habe bei mir schon vor Jahren eine gewisse Gefühlskälte festgestellt. Jedoch bin ich nicht sicher ob Gefühlskälte das richtige Wort dafür ist. Ich beschreibe es mal.

Meine Famile war immer nett und liebevoll. Meine Mutter hat sich stets um meine Geschwister und mich gekümmert. Hat uns umsorgt und war immer für uns da...ist Sie auch noch heute. Mein Vater war da nicht anders. okay er hat öfters mal nein gesagt wenn wir Kinder etwas wollten aber das macht ihn ja keinesfalls zu einem schlechten menschen. Er war lustig, hat mit uns gespielt und Beide, Mutter und Vater, haben sich für uns eingesetzt, wenn in der Schule oder sonst wo, etwas nicht gut lief. (Mobbing usw.)

Doch trotzdem empfinde ich für Sie keine Liebe. Ich genieße ihre Gesellschaft und unterhalte mich auch gerne mal mit Ihnen aber mir wird nicht warm ums Herz wenn ich bei Ihnen bin. Auch kann ich Körperkontakt zu den Beiden nicht wirklich ausstehen. Es nervt mich, wenn meine mutter mal meine Hand halten möchte oder sonstiges. Ich bin auch der Meinung, dass ich nicht traurig wäre, wenn sie sterben würden. Ich glaube eher, dass es mich nur stören würde nicht mehr die Vorteile von ihnen zu haben. Ich hätte nicht mehr meine alltägliche Routine, kein so einfaches Leben mehr usw. Bei genauerem überlegen, wurde mir auch klar, dass ich sie nicht als Menschen vermissen würde sondern wirklich nur die Vorteile die ich aus ihnen ziehe.

Der einzige Mensch bei dem ich die Meinung habe, dass ich ihn womöglich "liebe" ist meine kleine Schwester. Wenn ich drüber nachdenke, ist sie die einzige Person, bei der ich Nähe suche. Zu der ich gehe um einfach mal mit ihr zu reden, sie zu umarmen oder durchs Haar zu streicheln oder einen Kuss auf die Wange zu geben. Bei ihr mag ich es auch, wenn sie mchc mal umarmt oder mit mir kuscheln möchte. bei meinen Eltern oder meinem Bruder nicht.

Im Großen und Ganzen würde mich mein Lebensstil auch nicht stören. Dass ich keine wirklichen liebevollen Gefühlen meiner Familie gegenüber habe oder dass ich Dinge nur tue mit dem Hintergedanken, dass mir andere Menschen dann etwas schuldig sind oder zumindest eher bereit mir etwas gutes zu tun doch vor ein paar Tagen hatte jenes Thema meine Mutter angefangen (Ihr sind meine Gefühle Ihr gegenüber bekannt) zu bereden und da ich bemerkte wie es Sie traurig machte, dachte ich mir, evtl. habe ich ja eine Psychische Krankheit oder etwas in der Art. Daher wollte ich mir nun Hilfe suchen denn, und hier kommen wieder meine Hintergedanken ins Spiel, will ich meiner Mutter meine Lage näher erläutern, da wenn sie traurig wegen der ganzen Sache ist, ich mit Kälte ihrerseits und wenigen Vorteilen für mich rechnen kann. Das ist mir nämlich bewusst und das würde ich gerne ändern. Zusätzlich interessiert es mich persönlich jetzt auch schon sehr, ob ich Psychisch labil bin und wie man das Kind wohl am besten beim Namen nennt.

Habe sogar mal überlegt ob ich evtl. Soziopatisch bin, da diese ja auch oft nur aus Eigennutz handeln und es gibt durchaus noch weitere Ähnlichkeiten doch auch markante Unterschiede, so dass ich mir ziemlich sicher bin, dass ich das nicht sein kann.

Hoffe ihr könnt mir trotzdem helfen.

LG

Antworten
mL2x22


Ich hab keine Ahnung, wie man dir helfen kann oder was dir fehlt, aber schlimm klingt es für mich gerade nicht.

Ich fasse von meinen Verwandten keinen an und keiner von denen mich, und als gefühlsduselig gelte ich bei denen auch nicht. Also kann ich nur feststellen, dass du aus meiner Sicht normal bist.

Ach und wenn jemand sterben wird, wird mich das hart treffen, aber ich hab andererseits keine Lust, mich damit auseinander zu setzen, weil es nix bringen wird. So viel zu mir, und das wäre jetzt z.B. auch eigennützig, dass ich einfach mal über mich geschrieben habe in deinem Thread.

Ich glaube, du hast deine Gefühle siziert bis sie als Analyse vorliegen und damit keine lästigen körperlichen Funktionen wie vielleicht Herzrasen auslösen.

Aber kann mich auch total irren. Schönen Tag wünsche ich jedenfalls. :-)

s63cew$isxm


Hallo,

ich finde es wirklich toll, dass du dich reflektierst und den Schritt wagst, dein Problem im Forum zu besprechen!

Deine Schilderungen klingen, wie du selbst auch schon angedeutet hast, sehr stark nach einer antisozialen Persönlichkeitsstörung. Allerdings frage ich mich, ob du über deine gespielte Freundlichkeit hinaus Menschen versuchst zu manipulieren, das wäre ein weiterer wichtiger Punkt für diese Krankheit und erst das lässt Beziehungen mit Menschen dieser Krankheit so richtig schädlich werden. Wenn du das nicht tust, finde ich deine Situation schon viel weniger besorgniserregend.

Ich habe in meinem Leben mit einer Person mit dieser Krankheit über Jahre intensiven Kontakt gehabt, mich in meinem Studium intensiv mit der Krankheit beschäftigt und mich diesbezüglich auch mit Menschen mit psychotherapeutischen Ausbildungen unterhalten.

Eine Therapie geht bei Menschen mit diesem Krankheitsbild oft fehl. Dennoch scheint bei dir wirklich Hoffnung zu bestehen. Du erkennst das Problem und in irgendeiner Weise bereitet es dir auch Kummer, sodass du etwas an der Situation ändern möchtest. Und das ist der beste Schritt! Dein Eintrag ließt sich wie ein Geständnis eines Menschen mit diesem Krankheitsbild, so ein Geständnis würde man aber eigentlich nur selten von einer derart manipulativ orientierten, kranken Person bekommen, gerade das sollte dir Hoffnung machen.

Ich empfehle dir eine Therapie. Da das mit den Therapieplätzen ja sehr schwierig ist, wäre erst einmal auch eine anonyme Beratung bspw. über die Diakonie möglich. Es wird gar nicht einfach sein, einen Therapeuten zu finden, der sich mit der Krankheit auskennt, da die Forschung diesbezüglich immer noch in den Anfängen steht. Schilder ihm dein Problem und lenke ihn ruhig auch bewusst zu deinem Verdacht auf eine antisoziale Persönlichkeitsstörung.

Ich wünsche dir viel Erfolg und glaube wirklich, dass du, so reflektiert wie du bist, etwas an deiner für dich unangenehmen Situation tun kannst. Halte dir ruhig auch vor Augen, dass du nicht irgendwie "schuld" oder "böse" bist, weil du die von dir geschilderten Gedanken hast. Sofern es sich bei dir um die Krankheit handelt, haben genetische und soziale Faktoren in deiner Kindheit zu deiner Situation beigetragen.

Entschuldigung für den wenig strukturierten Beitrag meinerseits. Ich hoffe, der Inhalt ist trotzdem klar geworden. Ich bin gerade zeitlich etwas im Stress und wollte nur kurz etwas dazu schreiben und dir einen Tipp geben. Gleichzeitig bin ich auch kein Psychiater und kann mit meiner Einschätzung natürlich verkehrt liegen. Lg

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