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Bin ich krank oder ist alles "nur" psychosomatisch?

Kzris3chi=781 hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr,

mir geht es nun schon seit etwa sechs Jahren nicht so wirklich gut.

Ich möchte meine Geschichte kurz erzählen, wobei kurz wahrscheinlich etwas länger ausfallen wird.

Angefangen hat alles im Juni 2010. Damals studierte ich noch und schrieb gerade meine Bachelorarbeit. Ich lag an einem Abend auf der Couch und schaute fern. Plötzlich merkte ich, wie ein komischer Schwindel und leichte Übelkeit über mich kam. So etwas kannte ich zuvor nicht. Mir diesen Symptomen ging ich dann ins Bett und wachte nächsten Morgen mit den gleichen Symptomen wieder auf. Nun machte ich mir schon Sorgen und ging zum Arzt. Dieser konnte nix feststellen und schickte mich wegen dem Schwindel zum HNO. Auch wieder schwindeltechnisch alles i.O

Da ich die Symptome weiterhin hatte, informierte ich mich im Internet, leider sehr intensiv. Ich malte mir die übelsten Krankheiten aus. Die Ärzteodysee ging weiter.

Im September gab ich dann meine Arbeit ab und bestand diese auch recht gut. Die Semesterferien verbachte ich in Heimat. Während der Ferien kamen neue Symptome hinzu. Der Schwindel und die Übelkeit waren weg. Ich merkte, dass mein rechter Ringfinger und der rechte kleine Finger sich komisch anfühlten, als würde ein Handschuh oder so drüber sein. Das ging längere Zeit. Was machte ich, natürlich, ich fragte Dr. Google. Und Dr. Google spuckte ALS aus.

Infolge merkte ich, dass mein Verdacht sich erhärtete. Die Kraft lies in den beiden genannten Fingern und im Handgelenk nach. Und stellte ich fest, dass mein rechter Unterarm irgendwie dünner aussah als linke, obwohl ich Rechtshänder bin. Des Weiteren stellte ich weitere Symptome an mir fest, die auf die Krankheit hindeuten könnten.

Daraufhin bin ich zum Neurologen, wo ich ihm alles erzählte. Dieser schloss meinen Verdacht kategorisch aus, wies mich aber in Krankenhaus ein, da ich ihm nicht glaubte. Im Krankenhaus wurden mehrere Tests gemacht, alle unauffällig.

Irgendwie glaubte ich dem nicht so recht und fühlte mich nicht richtig untersucht. Mit dem Verdacht und der Symptome lebte ich bis zum November 2012 weiter. Meine Masterarbeit stand an. Diese schrieb ich weit entfernt von meiner Heimat und meiner Freundin. Wieder lag ich eines Abends vor dem Fernsehr und nichts ahnend, überkam mich ein komisches Gefühl aus dem Mittelpunkt meines Körpers und ein leichtes Brennen. Ich stand auf und ging an die frische Luft. Dabei merkte ich, dass meine Beine so komisch wackelig waren. Solch Symptome kannte ich zuvor nicht.

Ich versuchte mich zu beruhigen und ging zu Bett. Die Tage darauf begeleitete mich ein Brennen hinter dem Brustbein und leichte Atembeschwerden. Daraufhin suchte ich einen Pulmologen auf. Dieser stellte auch anfangs fest, dass ich scheinbar Probleme beim Ausatmen habe. Wobei ich eigentlich das Gefühl habe, nicht ausreichend Luft zu bekommen, bzw. habe ich das Gefühl, außer Atem zu sein. Ich sollte fortan Salbutamol und ein Asthmaspray nehmen. Dies half auch anfangs, ca. 2 Wochen und dann holten mich die Symptome wieder ein. Der Pulmologen war mit seinem Latein am Ende und schickte mich zum Lungen-CT dort auch auch nix Auffälliges festgestellt.

Nach Abgabe meiner Masterarbeit kehrte ich in die Heimat zurück. Auch meine Symptome: Brennen hinter dem Brustbein und Atembeschwerden kamen mit. Wegen dem Brennen unterzog ich mich einer Magenspiegelung. Diagnose: unauffällig. Auch ging ich nochmals zum Pulmologen. Dieser konnte nix feststellen, ich fühlte mich aber erneut nicht richtig behandelt.

Da die Zeit so allmählich verging, verabschiedete ich mich von dem Gedanken, dass ich ALS haben könnte und es ging mir dann besser. Aber nicht lange. Die Atembeschwerden wurden häufiger und intensiver, das Brennen verschwandt.

Meine Hausärztin überwies mich, aufgrund der Untersuchungsergebnisse, zu einem Psychologen. Kurz bevor ich die Therapie aufnahm (Ganztages-Therapie), erhielt ich ein Jobangebot, welches ich nicht ausschlagen konnte.

Kurz nach Jobantritt ging es mir eine gute Zeit besser. Ich war quasi symptomfrei. jedoch hilelt diese symptomfreie Zeit nicht so lang an. So dass vor allem die Atembeschwerden mich immer wieder enorm schaffen. Ich habe das Gefühl nicht ausreichend Luft zu bekommen. Diese Atembeschwerden werden häufig mit Gähnen und Aufstoßen begeleitet. Auch habe ich häufig Rückenschmerzen (zwischen den Schulterbälttern) und Bauchmuskelschmerzen. Auch habe ich hin und wieder einen atembedingten Schmerz unterhalb des rechten Rippenbogens. So ähnlich wie Seitenstechen.

Mittlerweile haben wir April 2016 und die Symptome haben mich im Griff. Die Symptome sind jetzt auch fast täglich, was vorher auch nicht der Fall war. Da hatte ich immer eine Zeit, wo ich keine Symptome hatte. Auch merke ich von meinen Symptomen nix, wenn ich beschäftigt bin, jedoch umso mehr, wenn ich zur Ruhe komme.

Ich weiß nicht so recht weiter. Habe ich eine Krankheit? sollte ich nochmals zum Arzt gehen? Ist alles "nur" psychosomatisch? Einen Termin bei einer Psychologin habe ich, aber erst im Mai.

Antworten
Korischix781


Noch zu mir, ich bin 34 Jahre alt und männlich. Des Weiteren wollte ich noch erwähnen, dass ich 2013 meine Masterarbeit hinschmeißen wollte, da ich Angst hatte, diese nicht zu bestehen.

B<enitVaCBx.


Psychosomatisch wird lange abgelehnt, obwohl das eben genau zutrifft.

Bevor Patient das mal endlich einsieht, vergehen oftmals 10Jahre mit verplemperter Zeit, in der er wertvolle Hilfe nicht nur ablehnt sondern seine vergebliche Odyssee kein Ende nimmt. Die Kassen werden strapaziert mit den x.ten wiederholten Untersuchungen, weil sie auch keinem Arzt Glauben schenken. Nein, sie bestehen darauf, das Ärzte eigentlich zu blöd sind, umgenau bei ihnen die dramatischsten Krankheiten zu übersehen...

Sie glauben an die Unfähigkeit der Ärzte, statt sich mal darauf einzulassen, dass es wirklich psychosomatisch sein könnte.

Sie haben null Ahnung, weil sie sich bei Tante Googel auf den abstrusesten Krankheitsseiten informieren, aber sich nie, nie nie auch mal mit Seiten zu beschäftigen, die lang und breit psychosomatische Symptome erklären.

Sie halten automatisch psychosomatisch Erkrankte für mehr oder weniger irre, obwohl gerade in solchen Kliniken eher solche Menschen wie du und ich rumlaufen. Von irre keine Spur, da trifft man auch auf Ärzte, Bürgermeister, Lehrer, Hausfrauen, Ingenieure und was die Bandbreite sonst noch hergibt.

Aber sich damit zu beschäftigen - das will man ja partout nicht. :-X

K+ri\schi7x81


Das so nicht ganz richtig. Mittlerweile ist es so, dass, wenn ich im Internet lese, dann nur auf Seiten, die in die psychosomatische Richtung gehen.

Ich bin momentan noch hin- und hergerissen, ob ich nochmals zum Pulmologen gehen soll. Schon seit ein paar Tagen begleitet mich unterschwellig ein Gefühl der Atemnot, bzw. das Gefühl nicht genug Luft zu bekommen. Dieses Gefühl ist fast permanent vorhanden.

Können sich psychosomatische Symptome auch permanent vorhanden sein oder kommen diese nur schubweise?

K|risch-i78x1


Die Symptome äußern sich so, dass ich fast permanent so einen leichten Druck auf der rechten Brust verspüre und dann hin und wieder über den Tag verteilt ein so komisches Gefühl durch den Körper nach oben steigt. Das ist schwer zu beschreiben.

BOeniOtaxB.


Können sich psychosomatische Symptome auch permanent vorhanden sein oder kommen diese nur schubweise?

Würdest Du Dich da ins Thema ernsthaft reinknien, und den Ärzten glauben, wüßtest Du die Antwort.

Allein schon die Tatsache, dass Du den Fokus nur noch auf diese Symptome lenkst, die dazu gehörenden Kopfkinodramen noch ausbaust, ist ein Zeichen, dass Du kein normales Leben mehr führst. Der psychisch Gesund würde denken, och , das gibt sich wieder und lebt munter weiter....

p'araUzelmlnuss


Ich hab das gelesen und kenne das von mir persönlich.

Die Symptome äußern sich so, dass ich fast permanent so einen leichten Druck auf der rechten Brust verspüre und dann hin und wieder über den Tag verteilt ein so komisches Gefühl durch den Körper nach oben steigt. Das ist schwer zu beschreiben.

Fürderhin bin ich lange Jahre mit diesem Krankheitsbild durchs Leben gewandelt, ohne auch nur daran zu denken, dass mir etwas fehlt. Ich ahnte zwar schon, dass diese Attacken nicht normal sind, doch zwischendurch war es manchmal besser. Aber insgesamt verschlechterte sich mein Zustand und die Panikattacken wurden zum täglichen Begleiter. Auch diese Rippenschmerzen und die ständige Angst, keine Luft mehr zu bekommen. Schweißausbrüche, Herzrasen, Schwindelgefühl. Das Gefühl, sterben zu müssen.

Es war alles in allem keine lustige Zeit. Verschiedene Diagnosen folgten auf verschiedene Diagnosen. Aber ich hatte schlicht und einfach ein falsches Leben gelebt. Ganz egal wie die Diagnose eigentlich lautet; wichtig ist es das richtige 'Werkzeug' in die Hand zu bekommen, mit dem man an sich weiterarbeiten kann.

Jetzt half wirklich nur noch eine Therapie. Und die Erkenntnis, dass es so nicht weitergehen kann.

Kxris.chir7x81


Die Erkenntnis, dass es nicht so weitergehen kann, die habe ich ja. Nur, muss ich noch bis Mai warten. Ich bräuchte quasi etwas, mit dem ich mich über die Zeit "retten" kann. Eine Art Strategie. Denn so hartnäckig, wie es jetzt ist, war es noch nie.

Ich versuche mich ja schon abzulenken. Für die Zeit der Ablenkung läuft es soweit ganz gut, nur kommt dann irgendwann die Ruhephase und dann sind die Symptome wieder präsent.

KvriscShoi781


Jetzt gerade ist beispielsweise so ein Moment. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass mein rechter Lungenflügel gleich kolabiert. Warum auch immer. Es kommt und geht wie es will.

p7ara8zellnuxss


Na gut. Also, eine meiner Schritte nach Vorne war, die Anzeichen der Panik zu akzeptieren. Dann die Frage: 'Was ist mir bei all den Attacken bisher passiert?'; nämlich nix, nada. Hab alles ohne einen schlimmen Schaden überlebt und bin immer noch da; nix gestorben. Und: Wenn es ganz schlimm kam, dann hab ich mir irgend wen geschnappt, dem gesagt, dass ich grad eine Panikattacke hab und dass er auf mich aufpassen soll. Kein einziger (waren alles Fremde, z.B S-Bahn) hatte etwas dagegen gesagt. Alle hatten geholfen. Dann kannst du noch am Handy einen Panik-Botton anlegen, aber Notruf hat man ja eh. Und das mit dem Handy hat mir auch immer geholfen, dass ich das immer dabei hatte.

Frage: Wieviel wiegst du, wie groß bist du? Treibst du Sport? Isst du viel Mist? Oder ernährst du dich gesund?

Bmenit%aB.


Würde der Lungenflügel tatsächlich kolabieren oder kurz davor sein, würdest Du nicht Nachrichen in einem Forum schreiben, da hättest Du wirklich andere Probleme.

Du treibst eine gesteigerte Selbstbeobachtung. Und interpretierst dort Dinge rein, die weitab jeglicher medizinischen Wirklichkeit sind.

KYris^chi7x81


@ parazellnuss

Ich bin 1,80m groß und habe vielleicht 3-4kg zu viel. Sport treibe ich zurzeit wenig bis gar keinen. Habe ich die Jahre zuvor aber regelmäßig gemacht. Mein Sport ist zurzeit unser Hausumbau und ein bisschen Landwirtschaft. Also Beschäftigung habe ich eigentlich genug. Ich möchte jetzt, wo das Wetter wieder besser wird, auch mit dem Joggen beginnen. Ich weiß ja selbst, dass mir der Sport fehlt.

KDrisc;hi78x1


@ BenitaB.

Ich weiß. Problem ist nur, sobald die Symptome auftreten, beobachte ich mich automatisch. Das ist dann so präsent. Ich versuche ja das irgendwie zu ignorieren, aber ich schaffe es irgendwie nicht.

AynkDa101


Hallo Krischi,

es könnte sich bei Dir um eine larvierte Depression handeln. Da stehen diffuse körperliche Bescherden

im Vordergrund und oft erkennen die Ärzte nicht, dass eine Depression dahinter steckt.

Ich hatte vor vielen Jahren solch eine larvierte Depression und bekam von einem Psychiater

ein Antidepressivum kombiniert mit einer kleinen Gesprächstherapie. Nach ca. 8 Wochen ging es

mir besser und ich vergass meine Beschwerden.

Was mich bei Dir allerdings etwas wundert ist, dass Du zwar viele Untersuchungen hinter Dir hast,

aber noch nie bei einem Kardiologen warst. Denn Brennen hinter dem Brustbein und Atemnot

könnten auch mal vom Herz herrühren. Ich will Dir jetzt nicht neue Ängste einreden, aber

einen Check beim Kardiologen wäre ganz sinnvoll. Und wenn da alles ok ist,

würde ich an Deiner Stelle Ausdauersport treiben. Er ist gut für Psyche und Körper. Und er

hilft auch dabei, nicht ständig zwanghaft in sich hineinzulauschen.

Gruss

Anka

KPris5chix781


@ Anka101

Das hatte ich doch glatt vergessen. Ich war beim Kardiologen vor etwa drei Jahren. BelastungsEKG und das Herz wurde geschallt. Das Brennen ist schon eine ganze Weile weg, lediglich die Atembeschwerden sind geblieben.

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