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Bin ich krank oder ist alles "nur" psychosomatisch?

KPrisc\hix781


Ich soll demnächst ein Protokoll führen. Sie will damit herausfinden, was die eigentliche Ursache für meine Beschwerden ist. Quasi eine Art Tagebuch.

BsigBl!ueW;olxf


Gute Idee. Damit lassen sich leichter Zusammenhänge erkennen, in welchen Situationen und unter welchen Umständen die Beschwerden auftreten. Ich halte es deswegen auch für immens lehrreich, deine Gefühle in diesen Augenblicken niederzuschreiben. Das hilft ungemein.

SXaKlxdo


Ist das eine Gesprächstherapie oder macht ihr auch mehr?

SZaldpo


Pardon, hier hab ich etwas gepatzt... Also ist es eine Gesprächstherapie und die Therapeutin versucht sich langsam an die Ursachen heranzutasten.

Ich denke, Du kannst sie unterstützen, indem Du ihr jeweils sagst, welche Bilder aus deiner Vergangenheit am häufigsten auftauchen. Immer im Bezug zu den Problemen, über die ihr gerade redet.

Beispiel: Zu deinen größten Probleme scheinen mir die Panikattacken zu gehören. Welche Gefühle da in dir aufsteigen, welche Erinnerungen da geweckt werden (vielleicht erst hinterher?), welche Bilder sich da einstellen kann wie eine Spurensuche am Tatort helfen, Hinweise zu finden. Ich bin da BigBlueWolfs Meinung, dass - wenn es für dich überhaupt möglich ist - ein Aufschreiben der Begleitumstände helfen wird, die Ursachen zu finden. Und ich denke noch immer, dass die in deiner Kindheit liegen.

K*risc;hi781


Was die Therapeutin letztendlich machen möchte, darüber hat sie sich noch nicht konkret geäußert.

In den ersten Terminen, wie gesagt, ging es ersteinmal darum, mich und meine Probleme kennenzulernen.

Ich denke, es kann durchaus mit Geschehnissen in meiner Kindheit zu tun haben, wobei ich eigentlich eine gute Kindheit hatte. soweit ich mich erinnern kann. Aber es gibt auch genug andere Ursachen aus meiner späteren Jugend, die für die ganze Situation zuständig sein könnten. Ich hoffe, sie findet es heraus und kann mir eine Hilfestellung liefern.

S4unfjlowe{rx_73


Die ersten 5 Sitzungen sind die sog. Probatorik. Da geht es tatsächlich noch nicht um die Behandlung, sondern um das Kennenlernen bzw. seitens der Therapeutin um das Sammeln der wichtigsten Informationen, um den Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse stellen zu können (ggf. inkl. mehrseitigem, anonymisierten Gutachten).

D.h. erwarte in den ersten Wochen bitte nicht zu vel - sondern schaue, ob die "Chemie" stimmt.

KQri7scqhi7x81


Ich denke, die Chemie stimmt soweit.

Nich einmal zurück zu meinen Symptomen. Ich hatte ja berichtet, dass ich das Gefühl habe, nicht ausreichend Luft zu bekommen. Nun war ich vergangene Woche 2x eine Viertelstunde joggen. wenn ich mit Herz oder Lunge etwas hätte, spätestens dann hätte sich doch mein Körper gemeldet, oder?

Komisch ist auch, das ich zu den Atembeschwerden do ein komisches Kribbeln in der Brustgegend habe, so ähnlich wie Gänsehaut. Wie bitte soll ich dies einordnen?

W[i8ldkatxer


Hallo Krischi781 *:) @:) :)* :)^

Das ist kompliziert, Ablenkung ist immer gut. Bei mich verstärkt es sich auch wenn ich zur Ruhe komme. Mit einer Ausnahme, schlafen kann ich gut, nur nach dem Aufstehen so nach einer halben Stunde geht der Ärger los.

Was eigentlich auf Arthrose schließen lasst. Die Wirbelsäule kann einen das Leben schon schwer machen.

Richte Hilfe bei den Ärzten zu finden ist extrem schwer, denke auch man kommt eine bestimmte Schublade.

MfG

S{aHldo


Das Kribbeln in der Brust ist tatsächlich mal ein gutes Zeichen. Es ist ein Zeichen für gute Durchblutung, so ähnlich wie, wenn einem im Schlaf der Arm eingeschlafen war und man sich dann umdreht. Nur nicht so unangenehm. Das Kribbeln ist also ein Zeichen der Befreiung, das sich etwas löst. Atme mal dahin.

K}risch2i78x1


Naja, das Gefühl im Oberkörper ist schon ein wenig anders. Es beunruhigt mich irgendwie, bzw. lässt mich immer wieder darüber nachdenken, doch noch mal zum Lungenfacharzt zu gehen.

kblau^s_xz


Dann tu's endlich, statt wochenlang nur davon zu schreiben, dass du noch einmal einen Lungenfacharzt aufsuchen willst. Es wird zwar nichts bringen, aber du kannst dir dann wenigstens nicht vorwerfen, es unterlassen zu haben.

Ich hatte jetzt wieder ein paar erstaunliche Erlebnisse von stundenlanger Beschwerdefreiheit, oder vielleicht besser von stundenlangem Nicht-Bemerken der Beschwerden. Das Problem kommt mir langsam schon vor wie Schrödingers Katze. Sind die Beschwerden auch da, wenn man sie nicht bemerkt, oder entstehen die Beschwerden überhaupt erst durch das Darauf-Achten? Wären in den Momenten, wo ich keine Beschwerden bemerke, die Beschwerden auch da, wenn ich in diesen Momenten auf meinen Körper so genau achten würde wie in den anderen Momenten?

Ich habe bei mir festgestellt, dass das Gefühl des zugeschnürten Halses unter anderem auch nach längeren Fußwegen kommt, allerdings nicht ausschließlich. Es kommt auch manchmal einfach so aus 'heiterem Himmel', bzw. aus nicht so heiteren, nämlich in schwierigen emotionalen Situationen. Letzteres deutet natürlich tatsächlich auf eine psychische Ursache hin, ersteres (zugeschnürter Hals nach längerer körperlicher Betätigung) aber auf eine körperliche Ursache! Das verwirrt mich momentan am meisten. Ähnlich wie Krischi erwäge ich, noch einmal zum HNO zu gehen, diesmal aber zu jemand anderem, denn die Ärztin, bei der ich schon 2mal war, hat natürlich die vorgefasste Meinung, dass es keine körperliche Ursache gibt. Für mich wäre die Lage nur so erklärlich, dass es sehr wohl eine psychische Ursache für die meisten Beschwerden gibt, zumindest für ihre Verstärkung, aber nicht ausschließlich. Irgendetwas Körperliches ist da schon vorhanden, auch wenn keiner es findet. Durch Ängste habe ich natürlich alles stark verschlimmert. In letzter Zeit ist es mir aber (wohl auch durch Therapie) recht gut gelungen, die Ängste deutlich zu begrenzen. Daher geht es mir 'den Umständen entsprechend gut', aber eben nur relativ gesehen. Alle Therapeuten haben mir kürzlich (ohne eine Frage meinerseits) bescheinigt, dass ich einen ganz deutlich besseren Eindruck mache als noch vor ein paar Monaten. Übrigens bestätigen das auch alle Leute in meinem Bekanntenkreis. Das mag alles stimmen, trotzdem geht es mir, wenn ich von meinem Wohlfühl-Ideal ausgehe, immer noch bescheuert. Vor allem bin ich eben total verunsichert, weil hinter dem Auftreten und Verschwinden und auch dem ständigen Wechsel der Beschwerden keinerlei Logik zu stecken scheint. Mit Logik meine ich: 'Wenn ich das und das mache, oder in der und der Situation kommen diese und jene Beschwerden. Ich kann sie durch dieses und jenes auslösen.' Das ist eben nicht der Fall. Es kommt alles, wann es will. Es verschwindet auch, wann es will. Dafür kommt was anderes. Oder auch gar nichts. Wenigstens zeitweise. Manchmal scheint ein Zusammenhang zwischen Situation bzw. Aktivität und Beschwerden erkennbar. Doch wenn ich das nächste Mal in dieselbe Situation komme oder dieselbe Aktivität ausführe, kommen nicht dieselben Beschwerden, sondern andere oder gar keine. Vielleicht sollte mir das alles komplett wurscht sein ... denn wenn mir das von Zeit zu Zeit mal gelingt (ein Zustand, den ich aber nicht bewusst herbeiführen kann! andernfalls täte ich es natürlich!), dann sind meistens die Beschwerden auch weg ... aber siehe oben: sind sie dann wirklich weg oder bemerke ich sie nur nicht, weil ich so gut abgelenkt bin? Tja, mein Denken dreht sich im Kreis ...

K~ris"chi7M81


@ klaus_s

Genau diese Frage hatte ich mir auch schon gestellt. Sind die Symptome wirklich weg, wenn wir abgelenkt sind oder merken wir es nur einfach nicht, weil wir abgelenkt sind?

Ich denke, sie treten für den Moment in den Hintergrund. Und wenn wir wieder genug Zeit haben um uns selbst zu beobachten, sind sie wieder da. Ist schon verrückt. Die Frage ist nur, WARUM?

kLlaqu=s_xz


Wahrscheinlich weil sie (die Symptome) uns etwas sagen wollen ... zumindest habe ich es so gelesen ... aber WAS bitte wollen sie uns sagen? In Büchern wird behauptet, dass sie (die Symptome) uns darauf hinweisen wollen, dass etwas an unserer Lebensgestaltung nicht in Ordnung ist ... und dass wir es ändern sollen ... nur WAS bitteschön? Ein zuschnürendes Gefühl im oberen Kehlkopfbereich (das ich jetzt seit Tagen wieder habe, nachdem es wochenlang kaum vorhanden war) spricht ja nicht besonders deutlich ":/

In einem Buch von einem Psychotherapeuten habe ich gelesen, man soll seinen Körper als seinen Freund betrachten, wobei der Autor selber schreibt, dass die meisten Patienten überrascht bis entsetzt reagieren, wenn man ihnen das sagt ... dieser Körper, der ihnen so viele Qualen bereitet, der sei ihr Freund?? Ich muss auch sagen, ich wäre manchmal am liebsten von diesem ganzen einengenden Körper völlig befreit ... am liebsten würde ich, wie im Traum (und teils auch in Hypnose), nur geistig zu den Orten 'schweben', die mir gefallen und wo ich mich wohlfühle ... nein, sterben will ich deswegen nicht, nur häufiger außerkörperliche Erfahrungen haben, so wie ich sie früher ganz spontan hatte ... diese Fähigkeit ist, wie so manche

andere, im Laufe meines Lebens offenbar verloren gegangen.

Des Weiteren frage ich mich natürlich einmal mehr, wie du, Krischi, wahrscheinlich auch: Das einschnürende Gefühl in meiner Kehle ist doch real!! Wie kann es sein, dass die HNO-Ärztin da bei der Laryngoskopie nichts gesehen hat, absolut nichts?? Im Gegenteil, sie sagte, da sei alles frei. Das KANN ich nicht glauben, ich SPÜRE doch, dass alles verengt ist! Bei solchen Gedanken kommen natürlich auch gleich wieder die Ängste, dass da vielleicht doch etwas ist (ein Tumor, den die HNO nicht gesehen hat?), das immer weiter alles verengen wird, bis am Ende gar keine Luft mehr durchgeht ... übrigens das Gleiche mit meiner Nase, die auch zumindest auf einem Nasenloch immer bomben-zu ist, während durch das andere Nasenloch immer noch minimal etwas durchgeht ... auch da sah sie nur eine verkrümmte Nasenscheidewand, die ich seit der Kindheit habe, aber nie wirklich Schwierigkeiten damit gehabt, erst jetzt, wo ich mit quasi allen Organen Schwierigkeiten habe ... und dann gibt es ja auch immer wieder Momente (die durchaus auch Stunden andauern können, wo ich auch meine 'zue' Nase nicht spüre ... äußerst mysterös das alles.

K"riscAhi78x1


Japp, ich hätte es nicht treffender formulieren können. Bei deinen Beschreibungen denke ich häufig, sitzt da mein Zwilling am anderen Ende?

Auch ich verspüre heute wieder ein Engegefühl im Hals. Ich merke auch, dass mein Speichel irgendwie zäher ist und ich dadurch Probleme beim Schlucken habe. Es rutscht nicht so gut. Die vergangenen Tage war diesbezüglich nichts. Ich habe keine Ahnung warum das jetzt wieder kommt.

Ich lass mich morgen mal manuelle therapieren. Vielleicht bringt es ja etwas.

Cvhlo_e- Rixke


Hallo klaus_z, Hallo Krisch781,

ich habe mir eure Beiträge durchgelesen und kann nur sagen, auch ich habe diese Angst und Panikzustände. Eine Therapie habe ich schon hinter mir und habe jetzt eine 2te angefangen. Meine erste Terapie hat mir super gut geholfen. Ich habe fast 2 Jahre meine Wohnung nicht mehr verlassen und kann jetzt wieder alleine Einkaufen gehen, Autofahren und auch wieder in eine Bücherei gehen ohne Angst zu haben. Bei mir hat sich herausgestellt das meine Angstzustände von meiner Kindheit her rühren. Diese Erlebnisse habe ich mit der Therapeutin aufgearbeitet und komme soweit ganz gut klar.

Dass einzigste was ich bis jetzt nicht wegbekommen habe und bei mir auch immer wieder Angst und Panik auslöst ist, das Schlafen für mich super anstrengend ist. Ich komme nachts nicht wirklich in den Schlaf da ich immer wieder aufwache und dann keine Luft mehr bekommen. Dass ich keine Luft bekomme ist mir vorher nie aufgefallen. Nur immer das ich das Gefühl hatte dass mein Hals immer enger wurde. Durch zufall ist jetzt bei einem Krankenhausaufenthalt bemerkt worden, dass ich beim schlafen Atemaussetzter habe. Daher so sagte der Arzt im Krankenhaus, ist schlafen für mich auch so anstengend. 3 Tage war ich im Schlaflabor und bekomme jetzt eine Schlafmaske = Schlafapnoetherapiegerät. Mit dieser Maske habe ich dass erste Mal durchgeschalfen als ich im Schlaflabor war. Ich hatte das Gefühl als wenn mir eine 1.000000Tonnen Last von der Brust und den Schultern gefallen wäre.

Das wird zwar meine Angst und Panikattacken nicht beseitigen aber ich habe auch nicht mehr die Angst zu ersticken oder an eine Krankheit zu leiden die man " Übersehen" hat.

Meine Therapeutin hat mir schon in meiner ersten Therapie gesagt dass ich unter PTBS ( Posttraumatischen Belastungsstörung) leide und zusammen mit ihr schaffe ich es ein halbwegs "Normales" leben zu führen. Nur meine immer wieder , aus heiterem Himmel auftauchenden Schwindelanfälle habe ich bis jetzt nicht in den Griff bekommen. Alle in Frage kommenden Untersuchungen wurden schon gemacht . Es konnte aber nichts körperliches =organisches festgestellt werden.

Ich wünsche euch noch einen entspannten Sonntag und eine erfolgreiche Woche. *:)

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