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Was mache ich falsch? Energiemangel

H<erlaindxe hat die Diskussion gestartet


Ich bekomme aus irgendeinem Grund nichts auf die Reihe, habe keine Energie. Im Moment habe ich einen befristeten Teilzeit-Übergangs-Job, einen Vollzeitjob auszuüben kann ich mir nicht vorstellen, schlicht zu anstrengend, ich merke, wie ich spätestens nach ein paar Tagen mit entsprechendem Arbeitspensum psychisch geradezu zusammenklappe. Soziale Kontakte habe ich kaum, die Menschen, mit denen ich im Alltag zu tun habe, sind mir im sozialen Bereich, was das Verfolgen von Interessen angeht und bei den (beruflichen) Fähigkeiten meilenweit überlegen, und der Abstand wird immer größer, einfach dadurch, dass die anderen sich weiterentwickeln und ich auf der Stelle trete.

Die ganzen Standardtipps kenne ich. Ich habe auch Interessen, kann mich für Dinge begeistern, halte die Welt grundsätzlich für interessant und die meisten Menschen in meinem Umfeld für nett. Ich bewege mich regelmäßig, auch an der frischen Luft, und ernähre mich meistens zumindest durchschnittlich gesund. Eben alles ganz normal.

Trotzdem laufe ich gefühlt immer wieder gegen Wände. Ich schaffe es nicht, meinen Interessen länger als ein paar Tage nachzugehen, dann geht es irgendwie nicht weiter, keine Motivation, fühle mich leer, Frust, keine Kraft. Ich schaffe es nicht, nähere Kontakte zu den netten Leuten in meinem Umfeld aufzubauen, nach einem netten Gespräch oder zwei geht es nicht weiter, alles anstrengend, ich ziehe mich zurück, Frust. Ich komme auch fachlich/beruflich nicht weiter, nach ein paar Tagen verlässt mich der Elan, keine Energie, alles sinnlos, kann ich eh nicht. Immer das gleiche Schema.

Mich "einfach" zu überwinden, trotzdem weiterzumachen, Disziplin, ist keine Lösung, letztlich ist das dann meinem Eindruck nach energetischer Raubbau, ich kann die Wand vielleicht ein bisschen nach hinten verschieben, aber sie kommt dafür um so deutlicher.

Ich habe in mehreren Therapien versucht, an mir zu arbeiten. Ergebnis: Ich bin stabiler als früher, konnte einige Kindheitsgeschichten zumindestens soweit aufarbeiten, dass bei den entsprechenden Themen nicht mehr sofort sämtliche Rollläden zugehen, sondern ich mich damit auseinander setzen kann. Das war durchaus wichtig für mich. Auch ansonsten habe ich Fortschritte gemacht. Aber eben nur ganz, ganz langsam und in mikroskopischen Schritten. In diesem Tempo könnte ich vermutlich mehrere Leben lang weiter herumkrebsen bis ich dann vielleicht irgendwann auf dem Stand wäre, ein normales, zufriedenes Leben zu führen. Ich habe aber nur ein Leben und ich werde älter.

Unterm Strich bleibt das Gefühl, dass das Leben für mich vor allem aus Frust, Anstrengung und Wänden besteht. Und die Frage, was zum Teufel ich falsch mache. Andere haben doch auch Probleme, aber sie lösen sie in angemessener Zeit und führen dann ein zufriedenes Leben, selbst wenn sie sich mit manchen Themen immer wieder auseinandersetzen. Bei anderen scheinen Aktivitäten auch eine Eigendynamik zu entwickeln, Menschen gehen ihren Hobbys nach und haben hinterher mehr Energie und nicht weniger. Menschen entwickeln sich langfristig weiter, verfolgen ihre Ziele, arbeiten über längere Zeit auf Dinge hin.

Nur bei mir scheint das alles nicht zu funktionieren. Ich trete nur auf der Stelle oder laufe gegen Wände, habe einfach zu wenig Energie für alles. Das ist einfach unglaublich frustrierend.

Deshalb wollte ich hier einmal nachfragen, ob vielleicht jemand Ideen hat, wo ich noch ansetzen könnte.

Antworten
NootMiRchaeplCaixne


Erlaubst Du Dir selbst Dich über Dinge die Du nur für Dich selbst tust zu freuen? Oder ist diese Art der Freude mit dem Gefühl von Schuld verbunden?

S|u(nflo=wer_73


Unter welcher Diagnose liefen Deine Therapien? Dieses "alles kostet Kraft" ist nicht untypisch für eine Depression...

Und (in Ergänzung zu den Fagen von NotMichaelCaine): Wie hoch sind Deine Ansprüche in den jeweiligen Situationen, die Dich viel Kraft kosten? Vielleicht arg hoch/perfektionistisch?

PGlüs<chbiesxt


So ähnlich gehts mir auch. Elan gleich Null.

Wenn ich etwas erledige fühle ich mich als hätte ich 100 Kilo zusätzlich am Körper.

H{erlixnde


Vielen Dank für eure Antworten.

Sunflower_73 und NotMichaelCaine:

Erlaubst Du Dir selbst Dich über Dinge die Du nur für Dich selbst tust zu freuen? Oder ist diese Art der Freude mit dem Gefühl von Schuld verbunden?

Und (in Ergänzung zu den Fagen von NotMichaelCaine): Wie hoch sind Deine Ansprüche in den jeweiligen Situationen, die Dich viel Kraft kosten? Vielleicht arg hoch/perfektionistisch?

Ich halte mich eigentlich nicht für übermäßig perfektionistisch. Eher entsteht dann eben Frust durch das oben geschilderte Problem: Ich fange mit etwas an, für ein paar Tage läuft es gut, dann kommt die Wand und ich mache wochen- oder monatelang nichts mehr. Wenn ich die Sache dann irgendwann wieder anfange, starte ich praktisch wieder bei Null, aber spätestens bei der 3. oder 4. Wiederholung beschäftigt mich dann doch die Frage, wie viel ich schon hätte machen können, wenn ich in der Zwischenzeit einfach nur dabei geblieben wäre und regelmäßig etwas gemacht hätte. Teilweise sieht man dann ja auch andere, die irgendwann gleichzeitig angefangen hatten. Das finde ich extrem frustrierend. Es entwertet auch das, was ich tue ein Stück weit, so nach dem Motto "ich bemühe mich jetzt schon seit x Jahren darum und soll mich jetzt darüber freuen, dass ich etwas verstanden/gemacht habe, was ich schon vor Jahren hätte machen können/müssen/wollen", ich renne mir dann sozusagen selber hinterher. Es geht also weniger um Perfektion als darum, dass ich gerne einfach mal Bewegung statt Stillstand sehen würde, auf welchem Niveau diese Bewegung abläuft wäre dann schon fast egal.

Unter welcher Diagnose liefen Deine Therapien? Dieses "alles kostet Kraft" ist nicht untypisch für eine Depression...

Das war tatsächlich Depression (plus soziale Ängste), allerdings ist das eigentlich deutlich besser geworden. Zeitweise hatte ich gar kein richtiges Interesse mehr an der Außenwelt, aber seit dieses Interesse wieder da ist, stören mich die Wände um so mehr.

Plüschbiest:

Hast du eine Ahnung, woran das bei dir liegen könnte?

N9otMic1hael&Caine


Eher entsteht dann eben Frust durch das oben geschilderte Problem: Ich fange mit etwas an, für ein paar Tage läuft es gut, dann kommt die Wand und ich mache wochen- oder monatelang nichts mehr. Wenn ich die Sache dann irgendwann wieder anfange, starte ich praktisch wieder bei Null, aber spätestens bei der 3. oder 4. Wiederholung beschäftigt mich dann doch die Frage, wie viel ich schon hätte machen können, wenn ich in der Zwischenzeit einfach nur dabei geblieben wäre und regelmäßig etwas gemacht hätte.

Verstehe. Bist Du ein Gruppenmensch? Fällt Dir üben in einer Gruppe leichter?

Hast Du Dich mal mit Erfolgsteams nach Sher beschäftigt? Gäbe es wohl mittlerweile auch online:

englisch [[http://shersuccessteams.com/ Successteam]]

deutsch [[http://www.erfolgsteams-online.de/ Erfolgsteam]]

Wie bewusst triffst Du Entscheidungen wenn Du etwas anfängst? Dokumentierst Du das für Dich?

PulüscJhbaiest


Leider habe ich so viele Baustellen, dass es an sehr vielen Dingen liegen könnte.

Meine Medikamente bringen auch nicht die Wirkung, die ich mir wünsche.

Ob ich sie nehme, oder nicht nehme, mein Zustand ist immer der Gleiche. :-(

Hzer!linHdxe


NotMichaelCaine:

Bist Du ein Gruppenmensch? Fällt Dir üben in einer Gruppe leichter?

Ich tue mir mit Gruppen eher schwer. Meistens stehe ich in Gruppen nur stumm dabei.

Hast Du Dich mal mit Erfolgsteams nach Sher beschäftigt?

Nein, vorher noch nie gehört. Ich habe jetzt mal die Links durchgelesen. Gerade die deutsche Seite klingt eben sehr nach Menschen, die durchaus im Leben stehen, aber ein großes Ziel umsetzen wollen (und außerdem genug Geld für Workshops etc. übrig haben). Mir geht es gar nicht so sehr um den großen Erfolg, mehr um Selbstwirksamkeit oder so, es zieht sich ja in vielen Bereichen durch. Insofern weiß ich nicht ob das der richtige Ansatz für mich ist.

Wie bewusst triffst Du Entscheidungen wenn Du etwas anfängst? Dokumentierst Du das für Dich?

Eigentlich versuche ich eher, das Anfangen vor mir selbst zu verstecken. Eben um da keine großen Erwartungen zu wecken, die dann noch größer enttäuscht werden können, letztendlich müssen die Dinge ja auch im Alltag funktionieren. Zumal das Anfangen an sich auch nicht so sehr mein Problem ist, Anfangselan habe ich durchaus, nur trägt der eben nicht auf Dauer.

Auf jeden Fall Danke für deine Gedanken!

Plüschbiest:

Das klingt auch sehr frustrierend. Versuchst du trotzdem noch neue Lösungsmöglichkeiten zu suchen, oder wie gehst du damit um?

WUi\ldPkatxer


Hallo Herlinde,

Habe zumindest auch solche Tendenzen, was hilft da ? Eigentlich hilft nur Druck, machen gut gut ist.

Wäre ich allein hätte ich wohl ernste Probleme !!!

MfG *:) :)* :)^ :)^

nwajanaxgut


Weil du oben schreibst, dass deine Medikamente nichts bringen: Selbst das passende Antidepressivum braucht ein paar Wochen regelmäßige Einnahme, bis es wirkt. Hast du das schon durchgehalten?

NMotM~ichaedlxCaine


Gerade die deutsche Seite klingt eben sehr nach Menschen, die durchaus im Leben stehen, aber ein großes Ziel umsetzen wollen (und außerdem genug Geld für Workshops etc. übrig haben).

Das waren jetzt nur Beispiele zur generellen Information. Das Prinzip selbst muss ja nicht mit einem "Profi" umgesetzt werden. War nur das schnellste was ich in deutsch ergoogeln konnte ;-). Aber wenn Gruppen Dich eher belasten, ist das sicher kein guter Ansatz für Dich. Hast Du Erfahrungen mit onlinegruppen? Wo Du nicht zeitnah reagieren musst?

Eigentlich versuche ich eher, das Anfangen vor mir selbst zu verstecken. Eben um da keine großen Erwartungen zu wecken, die dann noch größer enttäuscht werden können, letztendlich müssen die Dinge ja auch im Alltag funktionieren. Zumal das Anfangen an sich auch nicht so sehr mein Problem ist, Anfangselan habe ich durchaus, nur trägt der eben nicht auf Dauer.

Das vor sich selbst verstecken kommt mir bekannt vor. Könnte das nicht einer Deiner kleineren Energieräuber sein? Sind Erwartungen nicht eigentlich immer unbewusst da und weil sei so unbewusst sind oft auch extrem riesig?

Das ist es was ich für mich festgestellt habe. Wenn ich mir nicht darüber bewusst bin wie Erwartungen konkret aussehen enttäusche ich die nach kurzer euphorischer Anfangszeit grundsätzlich, das führt zu Frust und in vielen Fällen eben auch zum aufgeben. Ziele müssen realistisch sein, sonst rauben unbewusste Erwartungen nach kurzer Zeit Energien.

Ein Beispiel: Demnächst fahren wir übers Wochenende ins Ausland. Dafür wollte ich die Sprache lernen - "nur so das wichtigste" um mal nach einer Strasse zu fragen und so weiter. Ich tu mich mit Sprachen lernen schwer - mein jetztiger Partner ist ein Sprachtalent. Er hat gleichzeitig mit mir angefangen und spricht jetzt schon - holperig zwar und sicher auch mit vielen Fehlern, die ich gar nicht höre ;-) - aber viel freier, während ich noch mit quasi auswendig gelernten Touristensätzen rumkrebse und alles grauenhaft deutsch klingt. Folge : Frust wegen des Vergleichs und Frust generell, weil mein altes Denkmuster - "natürlich schaffst Du das nicht" - getriggert wird und Energie zieht.

Das hat mir wieder vor Augen geführt, dass ich mich nicht klar damit auseinandergesetzt hatte, was ich eigentlich von mir erwarte, warum ich das haben will und mir für mich keine realistischen Ziele gesetzt hatte. Ich hatte einfach kurz beschlossen - auch im Überschwang mit meinem Partner der das eben sofort anging: Ich lern mal kurz das wichtigste. Ich war unkonkret.

Was bei mir in solchen Situationen dann meistens passiert ist, dass die unbewusste Erwartungsphantasie ist, dass ich innerhalb von kürzester Zeit leichfüssig "irgendetwas" kann. Wenn ich jetzt nüchtern und ehrlich bin kann ich eigentlich schon "irgendetwas" - ich kann ja ein paar Tourisätze bereits auswendig und weiss auch in welchen Situationen die mir weiter helfen ;-). Aber mein Gefühl sagt eben was anderes weil die unbewusste völlig unrealitische Erwartungsphantasie sich vorstellt ich würde mich ungehindert im dortigen Alltag bewegen. Sprich sobald mein Partner mir einen Satz an den Kopf wirft den ich weder übersetzen kann noch einen passenden Tourispruch dagegen halten kann habe ich das Gefühl ich kann "gar nichts". Das demotiviert und zieht Energie.

Diese unbewussten Erwartungsphantasien sind zuerst motivierend und nach kurzer Zeit dann demotivierend, weil ich nicht sehe wann ich wo ankommen werde. Geht auch gar nicht, wenn ich "wo" nicht auf realistische Weise definiere.

Was ich jetzt gemacht habe ist mir wirklich nur einen begrenzten Touristenwortschatz zum Ziel zu setzten und mein Lerntempo diese Woche zu beobachten. Ich schau also bewusst wieviel Sätze bleiben hängen von dem was ich mir täglich so anschaue und nachspreche. Danach bestimmte ich dann mein tatsächliches Ziel, was meine Erwartungen bewusst eingrenzt und freue mich, dass ich einen Partner habe, der den Rest ausgleicht.

Klappt natürlich nur, wenn ich für mich akzeptiert habe, dass ich ein eher durchschnittliches, wenn nicht sogar unterdurchschnitlliches Lerntempo bei Sprachen habe.

Worauf will ich raus? Bewusste ** individuell realistische** Ziele zu setzen, eben auch hinzuschreiben warum man sie erreichen will, kann die unbewussten Erwartungen, die einem dann hinterher wieder sagen: siehst - du schaffst eh nichts. entkräften. Die Pauschalität ist so tödlich. Meine Erfahrung ist: je differenzierter der Umgang mit den Zielen und je kleiner die Teilziele, desto weniger gedrückt fühle ich mich.

Anderes Beispiel: Eine Freundin von mir ist begeistert von einem bestimmten täglichen 10 Minuten Ritual und hat mir vor ein paar Monaten davon vorgeschwärmt. Davon habe ich mich anstecken lassen. Ich habe es also ausprobiert über 2 Wochen, aber festgestellt - ich merk da gar nichts und empfinde da nicht ansatzweise dasselbe wie sie. Vielleicht könnte das noch kommen?! Aber wenn ich ehrlich bin hattee ich das Ritual nicht ausgewählt, weil ich von dem Konzept überzeugt war, sondern weil ich es für meine Freundin mal ausprobieren wollte - eine weitere Gemeinsamkeit, die wir teilen könnten ;-). Ich habe es nicht weiter gemacht. Unserer Freundschaft tut das keinen Abbruch. Sie fands gut das ich es mal versucht habe und ich weiss jetzt das ich nichts damit anfangen kann.

Hier war meine Motivation nicht die Sache selbst, sondern mit meiner Freundin " mitreden " zu können über etwas was ihr sehr wichtig ist. Auch eine gute Motivation! Aber keine, die bei mir selbst eine Gewohnheit aufbaut von der ich selbst nicht überzeugt bin?!

Hoffe das war jetzt nicht zu wirr ;-). Schau mal ob Du etwas damit anfangen kannst.

wMintlersoxnne 01


Hast du mal deine Blutwerte überprüfen lassen? Eisen wichtig? Bist du Vegetarier?

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