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übertriebene Selbstreflexion

GarasN_<H%alm hat die Diskussion gestartet


Hallo, liebes Forum, mich plagt etwas, was ich "übertriebene Selbstreflexion" nenne. Ich weiß nicht, wann es angefangen hat, vielleicht während den ewigen Scheidungsfolgesachen... Ob das ursächlich ist weiß ich auch nicht. Ich weiß ja nicht einmal, ob es wirklich ein Problem ist, dass von anderen wahrgenommen wird. Fakt ist aber, dass ich es wahrnehme und es mich belastet.

Ich möchte gern darüber reden, mit wem, weiß ich nicht, weil es Teil des "Problems" ist. Deshalb schreib ich hier in diesem Forum und hoffe, dass der eine oder die andere ein paar Worte für mich hat. Bitte nicht: mach eine Therapie!

Also kurz zu mir: ich bin Anfang 40, voll berufstätig. Ich arbeite öffentlichkeitswirksam, was das Problem noch brisanter macht. Ein Kind im Grundschulalter.

Nun ist es so, dass ich in den letzten Monaten, naja, vielleicht seit etwas mehr als einem Jahr immer öfter in die Situation gerate, dass ich über Situationen, die stattgefunden habe intensiv nachdenke. Ich denke darüber nach, wie ich mich in dieser Situation verhalten habe, insbesondere darüber was ich wie gesagt habe. Und dann ist es mir peinlich, dann denke ich, dass ich den größten Müll geredet habe und frage mich, warum ich das gesagt habe. Ich denke, der andere könnte es so oder so aufgefasst haben. Und irgendwie denke ich dann, mein Gesprächspartner hat es auf jeden Fall negativ aufgefasst. Ich werde dann sehr, wie soll ich sagen, ärgerlich auf mich, warum ich überhaupt etwas gesagt habe. Inzwischen nehme ich mir schon vor, gar nichts mehr zu sagen, damit ich hinterher nicht diesen Film schiebe. Es ist so eine Art "Gehirnfick", den ich da mit mir selbst veranstalte. Und so sehr ich mich auch bemühe, mir zu sagen, dass es bestimmt nicht so aufgefasst wurde, wie ich denke, dass es aufgefasst worden sein könnte, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass ich Müll geredet habe.

Heute war wieder so eine Situation auf einer (öffentlichen) Konferenz, auf der ich zu einem Thema meine Meinung sagen wollte. Und schon,als ich fertig war mit Reden, habe ich es bereut. Die Situation wiederholte sich zwei bis drei Mal und nun sitze ich wieder hier und grüble und bereue und zerfleische mich sozusagen. Und ich finde irgendwie keinen Weg aus dem Gedankenlabyrinth.

Was ist nur los mit mir? Werde ich verrückt?

LG

Gras_Halm ":/

Antworten
p.arazCellnVusxs


Grübel, grübel. Wer kennt solche Phasen im Leben nicht? Oder die Frage an sich, ob man verrückt wird. Zu mir hat einmal ein Psychologe gesagt, wenn man sich selbst die Frage stellt verrückt zu werden, dann ist es nicht weiter schlimm... manchmal frage ich mich auch, was ich da wieder für einen Schmarrn abgesondert habe, wenn ich mit dem reden fertig bin...(oder auch nicht)

Ich denke, dass, wenn man des öfteren für sich schmunzelnd ein Auge zudrückt, viele Dinge wieder gerade gerückt werden. Und außerdem kann/darf man durchaus andere Menschen nach einem Feedback fragen. Einfach zwischendurch mal fragen, wie man denn jetzt angekommen sei. Oder man macht eine persönliche Standortbestimmung. Das ersetzt viele Reflexions-Fischphasenverschiebungs-Schwurbeleien.

Und: Kein Mensch ist perfekt. Das macht ja auch 'Menschsein' aus.

k#i/aora


Hallo Gras_Halm,

warum denkst du denn, der andere Gesprächspartner würde es negativ auffassen?

Kann es sein, dass du vielleicht deine eigene kritische Haltung dir gegenüber auf den anderen projezierst?

Hast du sehr oder zu hohe Erwartungen an dich?

Selbst wenn man mal Mist redet, naja, wie parazellnuss sagt, wir sind doch alle nicht perfekt.

S&or]omaxn


Und ich finde irgendwie keinen Weg aus dem Gedankenlabyrinth.

Hallo Grashalm,

nur mal so gefragt: warum denkst, dass dieser Faden hier ein Ausweg für dich sein könnte?

Ich glaube, Grübelei unterbindet man, indem man Entscheidungen trifft und zu diesen Entscheidungen steht. Was gibt's denn bei dir derzeit zu entscheiden?

Grüße,

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