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Depressionsschleifen - Der Fehler im Programm

L~aRuc\ola


Ich hab das auch über ausgeprägte Phasen; es gibt aber auch manchmal normale Phase mit einigermaßen normalen Schlafenszeiten. In der Tat stelle ich auch immer wieder fest, je stärker der Rhythmus verschoben, umso depressiver bin ich. Man lebt irgendwie in einer merkwürdigen Parallelwelt. Ich hab da allerdings auch ziemlich resigniert, ich komm da irgendwie nicht gegen an. Insofern versuche ich das beste draus zu machen und die Zeit produktiv zu nutzen (was dank home office Job auch kein Problem ist).

Wenn mans umstellen will, ist die beste Strategie wohl, immer zu festen Zeiten aufzustehen. Also wenn Dein Wunsch-Aufstehzeitpunkt 9 Uhr morgens ist, dann steh dann halt auf, egal wie unfit. Auf Dauer pendelt sich das ein. Kein Druck und keine Regeln, was die Schlafengehzeit angeht, sondern nur in Bezug auf den Aufstehzeitpunkt.

R6istr|idi;n_Wvom_S]üdxen


Ja, genau das versuche ich ja momentan (mit freundlicher Unterstützung on danaeTM ;-) ) Klappt ja bisher auch relativ gut. Auf jeden Fall deutlich besser als in den vergangenen acht, neun Jahren.

Habe gerade ein interessantes [[https://www.youtube.com/watch?v=bL8P6ZnGNQ0 Video]] gesehen. Ist ja eigentlich bekannt (spätestens seit Hirschhausen und den "Juristen der Steinzeit" ;-D ), dass "Glückszustände" schon aus evolutionsgeschichtlichen Gründen nie von langer Dauer sein können. Man könnte doch daraus nun eigentlich die Lehre ziehen, das zu genießen, was man hat und sich damit zufrieden zu geben. Schwierig... denn: interessanterweise kann ich (wie wahrscheinlich die meisten Leute) mich ganz gut mit Dingen arrangieren, von denen ich weiß, dass ich sie wirklich nicht ändern kann. Aaaber... bei allen Dingen, bei denen ich denke, dass ich sie theoretisch ändern könnte, wenn ich mich nur genug anstrengte, funktioniert das höchstens zeitweise, gewissermaßen durch Verdrängung.

Ist doch das normalste der Welt, dass im Leben viele Wünsche unerfüllt bleiben. Wir könnten viel glücklicher sein, wenn uns die Stimmen im Kopf nicht immer wieder sagen würden: "Das ist nicht fair! Warum kriegen andere das und wir nicht? Wir geben erst Ruhe, wenn wir das auch haben! Und wenn Du (unser Wirt ]:D ) das nicht schaffst, dann bist Du ein Ver-sa-ger!" :=o

RKistri;dicn_vom_Sü{dexn


Dieser Youtube-Kanal ist echt gut. Hier ein [[https://www.youtube.com/watch?v=AaXLpZYbs3M&feature=iv&src_vid=mlMcnYCX_kY&annotation_id=annotation_2967288801 Video]] über Willenskraft. Darin wird gesagt (welche Überraschung ;-D ):

1. Willenskraft ist wie eine Tankfüllung - man kann anscheinend nicht beliebig viel davon auf einmal aufbringen.

2. Geduld mit sich selbst ist besser als Schuldgefühle.

3. Willenskraft steckt an.

4. Es ist kontraproduktiv, sich auszumalen, wie man das Ziel erreicht.

R0istrGidin_v2om_Süaden


[[https://www.youtube.com/watch?v=gnSBnQo9-UM&src_vid=AaXLpZYbs3M&annotation_id=annotation_606838117&feature=iv Der Vollständigkeit halber:]] das mit der Tankfüllung stimmt möglicherweise nicht oder ist ein weniger starkes Phänmen als bisher angenommen.

LIaRuc-ola


Naja, Glück ist ja quasi die Mohrrübe vor der Nase vom Esel. Der Anreiz, zu Streben. Meiner Meinung nach ist der evolutionär-biologisch sinnvollste "Normalzustand", wenn man zwar nicht glücklich ist, aber auch nicht so unglücklich dass man komplett verzweifelt, sondern bemüht ist, zu streben und was zu verbessern.

Von daher ist Glück nur punktuell als Belohnung, aber das Wissen um diesen Zustand hält einen bei der Stange, sofern es einem nicht zu mies geht.

Ich empfinde das Gegrübel auch als permanent bohrenden Stachel, ob man nicht doch noch irgendwie bestimmte Dinge, die sich als hartnäckige Probleme heraustellen, ändern kann, und sie deswegen auch nicht "einfach so" akzeptieren kann (obwohl das vermutlich besser wäre).

Aber das ist ziemlich deprimierend alles. Unter Strich zeigt sich da immer wieder eigentlich nur, dass wir Menschen runrum darauf programmiert sind, unser biologisches Ziel zu erfüllen. Ernüchternd.

daana#e87


Sehr gut. :)^ Dann schaffst du es sicher bis zur angepeilten Schlafenszeit, wann ist die eigentlich so?

Mh, ich glaube das diese das-ist-nicht-genug Stimme auch ein wenig anerzogen ist oder ein wenig mehr, je nachdem. Wenn es bei den Eltern nie genug war um geliebt zu werden dann ist es bei einem selbst auch nie genug um sich zu lieben, jedenfalls so lange man im alten Muster bleibt. Und wenn man eh scheiße ist und nichts kann, wieso dann aufstehen und sich pflegen? Und dann sieht man es ja, man stinkt und tut nichts, man ist also echt voll scheiße.

Man muss einfach an irgendeinem Ende aufhören und da bietet sich die Dusche an weil die ein klar fassbarer Ansatzpunkt ist.

ROistrUidin(_vom_JSüdexn


Ja, das stimmt. Insofern bin ich ja gerade auf dem richtigen Weg. Danke nochmals, dass Du mich in die Richtung gestupst hast und weiter stupst. @:)

Ich war gerade eine knappe Stunde wandern, eine viel größere Runde als die letzten Male. Und es ging heute auch ganz gut, ich bin nicht fast zusammengebrochen. ;-D

Tja und dann hab ich eben noch einen hübschen Schreck bekommen: Vor lauter Elan habe ich beim Losgehen meinen Hausschlüssel vergessen! Als ich zurückkam und er nicht in meiner Tasche war, hatte ich echt Angst, dass ich ihn irgendwo im Wald verloren hätte. :-o Bei Nachbarn geklingelt, damit ich wenigstens ins Haus komme, festgestellt, dass der Nachbar, der den Generalschlüssel hat, nicht da ist, dann wollte ich ihn gerade anrufen, gucke vorher an meiner Tür, und man glaubt es nicht: ich hab den Schlüssel außen steckenlassen. Was für ein Glück! Oder wollte mir mein Unterbewusstsein da einfach mal einen fiesen Streich spielen?

Naja, hauptsache ich bin drin. Puh!

dnanae88x7


Was ein Glück, Schlüßeldienst ist so teuer! Und gratulation zum Marsch. :-D :-D

LMich$tAmHporizoxnt


Was das Schlafen und den verschobenen Rhythmus betrifft…

Man will nicht schlafen gehen, weil man weiß, dass man am nächsten Tag aufstehen (und unangenehme Dinge erledigen) muss, oder im Aufstehen einfach keinen Sinn sieht. Und Schlafen legen beinhaltet zwingend aufstehen am nächsten Tag. Also besser gar nicht erst hinlegen.

Die Müdigkeit ist aber irgendwann stärker. Man zögert das Schlafengehen aber unendlich weit hinaus.

Dann will man aus eben jenem genannten Grund - auch wenn man aufwacht - nicht aufstehen, zögert auch das ewig hinaus (noch dreimal umdrehen und weiter dösen), bis Rückenschmerzen, volle Blase etc. einen doch hoch treiben. Und dann steht man auf schon mit dem Gefühl "versaut, zu spät für alles, Tag eigentlich gelaufen".

So meine Erfahrung.

Rqistridi>n_vUomx_Süden


So hab ich das noch nie gesehen, aber es trifft die Sache genau! Mir fällt dabei ein, dass ich zu Anfang meines Studiums sonntagabends immer ewig nicht ins Bett wollte. Denn dann wäre das Wochenende ja definitiv vorbei. Ich muss doch jetzt noch irgendwas Tolles machen, damit sich das Wochenende auch gelohnt hat! *panik*

Damals hatte ich kein Internet, sonst wär das vielleicht ein echtes Problem geworden.

dPanAaex87


Ich denke das trifft es ganz gut. Depression ist ja irgendwie ein innerer Stillstand und wenn man selbst so still steht macht einem die ganze Bewegung der Welt um einen rum halt schlicht Angst und nochmehr klar das man steht und das Leben vorbeizieht.

LhichqtAumHoUrizon%t


Ich habe das, obwohl mich in einem geregelten Leben befindend, nahezu jedes Wochenende... :°(

LwaRucoxla


hm.. ich hab irgendwo mal als Kriterium für Burn Out in einer entsprechenden Liste "Wunsch nach Dauerschlaf" gelesen, hab da auch diese Erfahrungen gemacht. Also dieses "shit, schon wieder ein doofer Tag" baim aufwachen hatte ich in solchen Phasen, allerdings nur in solchen. In normalen Phasen freue ich mich eher auf den Tag, auch so banale Dinge wie "mal sehen was die Kunden schreiben, ob es neue Aufträge gibt, wie die Börsenkurse sind, ob jemand nettes im Chat online ist".

Macht euch euer Alltag Spaß, findet ihr da nette (und seien es noch so banale) Dinge, die ihr irgendwie "lebenswert" findet?

dJanaex87


Ich habe das, obwohl mich in einem geregelten Leben befindend, nahezu jedes Wochenende... :°(

Geregelt bedeutet ja nicht gleich gut.

Ich freu mich oft und dann unvermittelt finde ich alles scheiße. Meine Hormonausschüttung tut da nicht ganz wie sie soll, also kann das schonmal an einem Tag mehrfach wechseln oder sich grundlegend über Wochen halten. Meist freu ich mich auf irgendwas, ich muss nur darauf achten mich nicht zu sehr zu freuen, weil ich, wenn ich das erlaube, danach richtig abstürze. Es ist also ein steter und täglicher Balanceakt und manchmal hab ich den scheiß-satt.

LXichetA mHo6riz;ont


Macht euch euer Alltag Spaß, findet ihr da nette (und seien es noch so banale) Dinge, die ihr irgendwie "lebenswert" findet?

Montag bis Freitag machen mir (trotz Arbeit und frühem Aufstehen) Spaß (mir macht auch die Arbeit größtenteils Spaß). Nach der Arbeit bin ich auch noch zu Erledigungen und Unternehmungen in der Lage, weil ich da sowieso in Schwung bin und nicht erst "hoch fahren" muss. Aber am Wochenende, wenn kein vorgefertigter Plan da ist, wird's schwierig. Es ist ja nicht so, dass am Wochenende nichts zu erledigen wäre - aber das sind halt oft Dinge, die man sooo schön vor sich her schieben kann… Und das tue ich dann oft auch… :=o

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