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Depressionsschleifen - Der Fehler im Programm

d7anaxe87


Genau, leider ist ja das Perpetuum-Mobile nicht möglich, deswegen muss man da immer mal wieder was reinpulvern um es am Laufen zu halten, aber der Anfangsberg ist ja immer der höchste. ;-D ;-D

gPeste6rnwxars


Ich nehme Fluoxetin 40. Die hat mir vor vielen Jahren ein Psychiater verschrieben. Ich habe 4 Mal versucht, sie auszuschleichen, es waren die reinsten Katastrophen. Vor 3 Jahren kamen Blutdrucktabletten dazu. Von den beiden Medis bekam ich schlimme Panikattacken und 4 Mal Blutdruckspitzen, bis herauskam, dass das mit den Wechselwirkungen der Tabletten zusammenhing. Daraufhin kam noch ein Neuroleptikum dazu.

Seitdem habe ich null Antrieb und sitze nur herum.

Ich weiß nicht, ob ich ein Absetzen vom AD nochmal durchstehen könnte, obwohl ich gern möchte.

Nein, ich habe noch keinen Therapeuten angerufen. Ich kann mich ja nicht bewegen.

djan6ae87


gesternwars

Das klingt aber auch maximal ungünstig bei dir. Ich würde an deiner Stelle eine komplett neue Medikamenteneinstellung in einer Klinik in Angriff nehmen. Ist ja völlig bescheuert wegen der Wechselwirkungen noch ein Neuroleptikum drauf zupacken statt an den anderen beiden Medikamenten rumzuprobieren ob eine andere Kombination besser wirkt. ":/ ":/

RvistCridin_vom-_Süden


9. Tag, Morgenroutine geschafft. Heute Nacht war ich ungefähr bis 4 Uhr wach. Konnte nicht schlafen und habe dann sogar nochmal angefangen zu essen. %:| Immerhin war ich nicht in einer Grübelschleife, sondern habe über irgendwas Interessantes nachgedacht. ;-D

Aufstehen ging angesichts dessen erstaunlich gut, wenn auch 3x Snooze und alles etwas länger gedauert hat. Ich fürchte nur, die Müdigkeit schlägt bald durch.

g@alaxxys


Ich habe selber Depressionen, kenne diese Schleifen teilweise auch, allerdings war es eher so, dass ich nach den Vorlesungen heimgekommen bin und die restliche Zeit heulend im Bett gelegen bin, jeden Tag. Andere Dinge habe ich nicht gemacht. Da ich zu der Zeit aber noch bei den Eltern gewohnt habe (es hat mit 17 begonnen), hatte ich zumindest saubere Wäsche und jemanden der darauf geschaut hat, dass ich sauber außer Haus gehe.

Aber um die Analogie aufzugreifen...mein Vater ist Informatiker und erklärt mir immer, dass man an einem gewissen Punkt hauptsächlich mit Fehlersuche beschäftigt ist, dann wird wieder getestet, erneut Fehler gesucht usw. Und genau das muss man halt machen. Meine Schleifen wurden dadurch unterbrochen, dass ich zunächst Medikamente genommen habe und einen Psychiater habe, der sehr viel Zeit für seine Patienten hat und sich eine Stunde lang alles anhört, auch ein wenig interveniert und dann je nach Schilderung der Probleme die Medikamente verschreibt. Und das jedes Mal, wenn man dort ist, man könnte das ja noch optimieren. Und wenn diese Schleife mal unterbrochen ist und das Programm kurzfristig gestoppt ist, dann begibt man sich auf Fehlersuche. Das habe ich mithilfe von Psychotherapie gemacht, die anfangs gar nichts gebracht hat. Jetzt mache ich seit einem Jahr ein Coaching um meinen momentan stabilen Status aufrecht zu erhalten und sämtliche Fehler auszumerzen, die wieder zu irgendwelchen Schleifen führen könnten und um mir Dinge zurecht zu legen, mit denen ich notfalls diese Schleifen wieder unterbrechen kann. Ich dachte immer, dass Psychotherapie bei Depressionen nichts bringt, es ist ja eine physiologisch messbare Erkrankung, die Neurotransmitter sind durcheinander usw. Aber es hilft ungemein aus leichteren Depressionen raus zu kommen und um die Entstehung zu verhindern, die ersten Anzeichen schneller zu erkennen usw. Ich denke, das ist eins der wichtigsten Dinge, sich damit zu beschäftigen und selber zu lernen was am source code zu ändern ;-) und nicht darauf zu warten und zu hoffen, dass es andere tun oder irgendwelche Medikamente. Egal wie schlimm es ist depressiv zu sein, auch wenn ich es niemandem wünsche und auch wenn ich manchmal echt wütend bin, wenn ich daran denke, dass ich mein Leben lang eine tickende Zeitbombe mit mir herumtragen muss, die wegen irgendeinem Scheiß ausgelöst werden könnte, auch wenn ich oft wütend bin, dass mir gerade die Studentenzeit und die Zeit zwischen 17 und 21 dadurch komplett genommen wurde...ich bin extrem an dieser Sache gewachsen, hab mich selber noch besser kennen gelernt und kann viel besser mit vielen Dingen umgehen. Deshalb glaube ich, dass man seinen source code kennen lernen muss und lernen sollte sich selber um die Schleifen zu kümmern (nicht falsch verstehen, in einer schweren depressiven Phase kann ich das auch nicht immer und ich sage nicht, dass man sich da selber aus dem tiefsten Loch rausziehen kann, aber diese Verhaltensmuster beginnen zumindest bei mir schon lange bevor ich wieder ins Loch falle)

Rqistribdin_v'om_*Südexn


gesternwars,

ich würde auch nicht vorschlagen, dass Du alleine, ohne ärztliche Unterstützung, versuchst, dass AD auszuschleichen. Sagt der Richtige - ich hab meins neulich ja nichtmal ausgeschlichen sondern einfach abgesetzt... Klinik wäre ja noch aus einem zweiten Grund eine gute Idee: man wird automatisch wieder aktiver, weil man ja praktisch gezwungen wird. Darauf kann man dann aufbauen. Auch eine Tagesklinik könnte da helfen. (Meins wars nicht, aber vielleicht passt es zu Dir besser.)

Wohnst Du in einer größeren Stadt? Wie weit wäre denn die nächste Klinik von Dir entfernt?

Rtistridiyn_vom_%Südexn


galaxys,

ja, Therapie ist wichtig. Aber natürlich bringt einen auch nicht jede Therapie weiter. Dann muss man dranbleiben und es mit einer anderen versuchen.

Wo hast Du übrigens diesen tollen Psychiater aufgetrieben? So einen will ich auch! ;-D

gMa$laxzys


Wien, erster Bezirk ;-) privat zu zahlen, nicht ganz billig, aber jeden Cent wert. Ich hatte davor nur ein anderes Medikament bevor ich dann das "endgültige" hatte, das hatte mir der Hausarzt verschrieben. Da ich so müde war, habe ich den ganzen Tag im Bett gelegen...was ich sowieso schon getan habe. Also nicht optimal. Mit dem anderen habe ich es geschafft mein Studium zu beenden, welches recht arbeitsintensiv war, eine Beziehung zu beenden und eine neue anzufangen, ohne hätte ich vermutlich nichts weitergebracht. Und meine tolle Therapeutin, die mich "coacht" ebenfalls in Wien, ebenfalls privat...aber sie sit einfach toll. Ich hatte wirklich glück. Und ich hatte auch Glück, dass ich relativ schnell ein Medikament bekommen habe, das mir gut hilft mit halbwegs vertretbaren Nebenwirkungen (Übelkeit bei Einnahme auf leeren Magen, null Libido), dessen Wirkung relativ schnell einsetzt und ich nicht noch ein Monat dahinvegetieren muss, bevor es wieder besser geht. Das ist ja auch nicht so häufig, wie mir mein Psychiater erklärt hat. Ich hatte sicherlich Glück, dass meine Eltern mir das alles bezahlt haben, weil sie meinten, besser gleich gscheit, als ewig herum zu probieren. Und ich hatte zwar 3 Psychologinnen durch, weil ich mich echt mies gefühlt habe bei den ersten 2, die mich auch nicht ernst genommen haben. Aber dann bei der dritten hatte ich ein tolles Gefühl und von der kam der Tipp bezüglich Psychiater. Die Psychotherapeutin die sie mir empfohlen hatte, war nicht so toll, weil wir menschlich einfach nicht zusammen gepasst haben. Sie war mir etwas zu reserviert. Vor einem Jahr hatte ich eine echt miese Phase über Wochen hinweg, wo ich Angst hatte wieder voll reinzukippen, war beim Psychiater und der hat mir dann eine Therapeutin empfohlen. Und ich liebe sie. Also....der Start war vielleicht schwierig, hat auch ewig gedauert bis ich mir Hilfe geholt habe, aber wenn man einen kompetenten Ansprechpartner hat, dann kann man oft schon auf die Empfehlungen vertrauen. Aber trotz aller Hilfe, die man sich holen kann und definitiv auch braucht, weiche ich nicht von meiner Meinung ab, dass man selber auch sehr viel dazu beitragen kann und sollte. Ich sehe das nicht nur bei mir, sondern auch bei anderen. Da gibts welche die immer nur sudern, die, wenn es ihnen mal gut geht, sich in irgendwas so lange reinsteigern, bis es ihnen wirklich schlecht geht. Und andere versuchen ihr Leben so normal wie möglich zu gestalten, alles ein bisschen positiver zu sehen, vieles mit Humor zu nehmen...und die sind viel glücklicher im Schnitt. Das gilt denke ich gleichermaßen für Personen mit und ohne Depression, aber insbesondere für die, die eh schon "vorbelastet" sind

d<ana6e87


Du hälst dich tapfer, Ristridin. ;-D ;-D Wenn das Wetter bei euch so kacke ist wie hier, sit müde sein jedenfalls keine üble zeitverschwendung und wenn du nicht pennst kann du jedenfalls heute Nacht schlafen. ;-)

Rbistridtin_voIm_Südxen


10.Tag, Morgenroutine geschafft. Habe gestern Nachmittag wirklich ein paar Stunden geschlafen, was wohl ganz gut war. :-)

Passend zum Sonntag gibt es heute einen kleinen Musiktipp: [[https://www.youtube.com/watch?v=VX51dbMD7SU Mark Gillespie - Supersonic Sunday]]. Habe den vor ein paar Jahren auf einem Konzert für mich entdeckt: tolle Songs, eine Stimme wie Chris Rea, und obendrein ist der Mann auch noch lustig! :-D

Also viel Spaß! Ihr hört Radio Ristridin, am Mikrofon der Ritter der Dämmerung, und ich wünsche Euch allen einen schönen Tag! *:)

dYa-nae~87


Ah der Bardentreff ist toll. ;-D ;-D

Sehr schön und ein guter Start in den Tag. Zehn Tage, nicht übel. :)^

RTistrid0izn_v;om_Süxden


Habe vorhin angefangen, den medizinischen Fragebogen fürs Arbeitsamt auszufüllen. Das macht mich schon wieder fertig. Soll ich meinen Psychiater da angeben, bei dem ich seit Oktober nicht war, weil ich Termine verpasst habe und aus Angst manchmal lange keinen neuen geholt habe? Ähnliches gilt für meine Therapeutin, wobei da die Therapie ja im Grunde zu Ende war. Dann die ganzen Klinikaufenthalte, dann weiß ich grad nicht, seit welchem Datum ich krankgeschrieben bin... %:|

Hab schon wieder Angst. :-|

d^a1naTe8x7


Klar sollst du dir angeben. Das wobei du bei der Therapeutin daneben schreiben kannst das da nichts mehr läuft weil austherapiert.

Wenn du das nicht weißt ruf Morgen den Arzt an der dich krankgeschrieben hat, der hat das im System und deine Krankenkasse weiß es sonst auch. Keine Panik, ist kein hexenwerk und du musst ja nicht alles in einem Rutsch machen. :)_ :)_

R`istOridin_vom*_Südexn


11. Tag, Morgenroutine geschafft. Heute habe ich wieder ziemlich lange auf dem Bett gesessen, bis ich mich entschließen konnte ins Bad zu tapern. Kennt Ihr das, wenn man sich vorstellt, erschlagen zu werden, weil einem das gerade angenehmer erscheint als sich weiter abmühen zu müssen?

Jetzt ist es besser. Habe heute mal wieder ein Cool-Breeze-Duschgel angefangen, das macht noch ein bisschen wacher als andere. ;-D

Heute muss ich mit diesem Formular weiterkommen. Danke schon mal für die Tipps. @:)

d{anajex87


Ein Duschgeltip: Es gibt ein Lemonduschgel von Kneipp das hat einen Stimmungsaufhlelenden Effekt. Liegt am Geruch und klappt wirklich. Ist zwar kein legal high, aber so um sich nicht ganz soa usgewürgt zu fühlen klappt es ganz gut. ;-D ;-D

Kenn das Gefühl gut. Einfach ein Herzstillstand und Ruhe ist. Herrlich. Aber dann springen meine Kinder ins Bett und ich merke: Eigentlich lebe ich doch ganz gerne, nur halt ohne Knie im Magen. ;-D ;-D

Mir Formularen kenn ich mich aus. 8-)

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