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Dauernd unzufrieden (meine 4 Gründe)

Swam24x6 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

Bei mir (25j. Männlich) zieht nun schon seit einigen Jahren eine gewisse Unzufriedenheit ein. Ich denke viel darüber nach und denke mittlerweile auch Die Gründe dafür zu kennen:

1. Die Krankheit und der Tod meines Vaters: er hatte einen jahrelangen Leidensweg und starb schließlich vor 2 Jahren im Pflegeheim (zuletzt künstlich Beatmet und ernährt, vollständig gelähmt aber bei vollem Bewusstsein). Ich war sein ein und alles und das wichtigste für ihn. Ich mache mir heute noch Vorwürfe in nur 1 x die Woche besucht zu haben. Er hätte an meiner Stelle bestimmt anders reagiert. Ich war vorher ein sehr aufgeweckter und fröhlicher Mensch, aber seit dem eher ruhig und zurückgezogen. Die Tatsache dass es meine Mutter auch sehr traurig macht erschwert die Situation leider noch weiter.

2. Liebesleben: ich bin seit 2007 in 3 Beziehungen gewesen. Sozusagen von der einen in die nächste gestolpert. Immer war ich mit irgendetwas unzufrieden und auf der Suche nach etwas besserem. Im Moment bin ich auch wieder sehr unzufrieden da der sexuelle Part stark untergeht. Reden hilft leider nicht weiter da sie auch nicht bereit ist etwas zu ändern ("ich kann mich nun mal nicht dazu zwingen"). Mir fehlt es aber sehr. Wenn ich tief in mich blicke würde ich auch eigentlich am liebsten nur etwas durch die Gegend "rumhurren" (verzeiht bitte den Ausdruck). Mich so richtig verliebt habe ich schon lange nicht mehr. Mir graust es vor dem Gedanken dass ich nun in ein alter komme in dem man über Kinder und heirat nachdenken sollte (ich Genoss eine eher konservative Erziehung)

3. Freundeskreis: ich habe große Probleme mit dem älter werden. Ich merke, dass die Zeiten in denen man sich direkt nach der schule mit 30 Leuten getroffen hat und bis morgens gefeiert hat nicht mehr wiederkehren werden. Aus den 30 sind vielleicht 5 geworden und auch die sieht man immer seltener. Und wenn dann ist es doch irgendwie so verklemmt und alle müssen achten wie ihr Partner das findet oder haben Angst vor dem Kater am nächsten Morgen. Wenn wir doch mal zu einer Feier gehen muss ich mit entsetzen feststellen dass das durchschnittliche Alter 10 Jahre unter mir liegt und werde mir noch mehr bewusst dass meine Zeiten vorbei sind.

4. Familie: wir haben (oder eher hatten) einen sehr großen Familienkreis der sich häufig zu diversen Familientreffen getroffen hat und viel Spaß hatte und ich als kleiner Junge mittendrin. Inzwischen sind leider einige gestorben, einige zerstritten und der Rest trifft sich auch immer seltener und nur im kleinen Kreis. Auch dass alle immer älter und lustloser werden stimmt mich traurig, da ich weiß die rosigen Zeiten liegen hinter uns.

Jetzt mögt ihr bestimmt denken was sitzt denn da für ein komischer Typ vor dem Bildschirm. Aber wenn ihr mich treffen würdet, würdet ihr nie denken dass ich das geschrieben hab.

Rein objektiv betrachtet bin ich gerade auf einem steilen beruflichen Karriereweg in einem großen Konzern, verdiene gutes Geld und fahre ein schönes Auto. Ich bin sehr sportlich & durchtrainiert, achte auf meine Ernährung, keine absolute GesichtsGrätsche, gepflegt mit 3-Tage Bart, hatte die letzten Jahre fast immer ein Mädchen an meiner Seite und dennoch liege ich fast jeden Abend im bett und denke über die o.g. Punkte nach und kann mir selber keinen Trost zusprechen :(

Ich weiß nicht ob ihr das ggf. Könnt aber es hilft mir schon mal das alles loszuwerden.

Viele Grüße

Sam

Antworten
m/n@exf


1 Da kann man eigentlich nicht mehr zu sagen, außer dass solche Selbstvorwürfe ziemlich normal sein dürften. Hätte dein Vater mehr von dir verlangt? Musstest du parallel auch arbeiten? - meistens ist es schlichtweg unmöglich, Kranke täglich zu besuchen und viele erwarten es deshalb auch absolut nicht.

2 Wenn du sowieso schon lange nicht mehr richtig verliebt warst (also es auch offenbar in deine aktuelle Freundin nicht wirklich bist), wieso bist du dann überhaupt in einer Beziehung, statt einfach bis auf weiteres nur rumzuvögeln?

Ich sehe da überhaupt gar nichts, was für eine Beziehung spricht (außer "Freundin gehört dazu!" - was aber Quatsch ist ;-D)

3 Tendentiell ist das sicher so, aber wenn du einfach deinen Freundeskreis mal etwas erneuerst, wirst du sehen, dass ab 30 mitnichten alle Menschen verspießert unter Schatzis Pantoffel stehen ;-)

m(nef


PS: Auf was für Feiern gehst du, wenn das Durchschnittsalter 10 Jahre unter dir liegt? :-/ Als 25-jähriger unter 15-jährigen ist schon sehr seltsam. Mit 25 hatte ich zu Teenagern in dem Alter so gut wie keine Berührpunkte.

MVilky_Je77


Du solltest die Lokale wechseln ;-) In gewisse Lokale gehen eben überwiegend die jungen Teenys. Es gibt aber in jeder Stadt eigentlich auch andere Lokale, wo hauptsächlich Leute Ü30 und Ü40 anzutreffen sind. Wenn man ein paarmal hingeht kann man sich einen Kreis an lockeren Bekanntschaften aufbauen.

Ich bin Ende 30 und liebe es immer noch Party zu machen :-D :-D :-D

Bin allerdings sehr flexibel und feiere genauso gerne mit Leuten Anfang 20 als auch mit Leuten Ü30 undÜ40. Ich kenne viele, die mit Ü30 noch suuuper drauf sind.

CHom-raxn


Mir graust es vor dem Gedanken dass ich nun in ein alter komme in dem man über Kinder und heirat nachdenken sollte

Wenn wir doch mal zu einer Feier gehen muss ich mit entsetzen feststellen dass das durchschnittliche Alter 10 Jahre unter mir liegt und werde mir noch mehr bewusst dass meine Zeiten vorbei sind.

Auch dass alle immer älter und lustloser werden stimmt mich traurig, da ich weiß die rosigen Zeiten liegen hinter uns.

Sam, das klingt so, als wolltest du mit Gewalt deine Jugend einfrieren und kämst mit Veränderungen nicht klar. Rational weißt du ja, dass das nicht geht. Aber emotional sträubst du dich dagegen. Was ist daran schlimm, Angst vor dem Kater am nächsten Morgen zu haben? Ist das nicht ein Lerneffekt, dass Saufen über ein bestimmtes Maß am Abend nichts mehr bringt und den nächsten Tag versaut? Was ist dir an diesem "Grenzen-ausloten", wie es junge Menschen nun mal im Rahmen ihrer Entwicklung gerne tun, immer noch so wichtig? Du scheinst diese Momente zu kennen, aber warum willst du daran festhalten wie früher? Jetzt sag bitte nicht, dass du den Kater toll findest ;-) .

Wenn es nicht mehr dem Lerneffekt dient, geht es nur noch um Exzesse. Genauso wie mit dem Rumhuren. Du willst nicht so sein, wie man in deinem Alter "halt so ist". Hast aber tatsächlich einen "spießigen" Lebensweg (ohne Wertung, mein Berufsleben ist nicht viel anders und ich stehe dazu, obwohl ich privat anders lebe) gewählt. Irgendwie wirkst du zerrissen. Auf der einen Seite der konservative Karrieremensch, auf der anderen Seite ist in dir eine Ader, die du gerne immer noch ausleben möchtest wie ein Berufsjugendlicher.

Ich glaube, was dir fehlt, ist eine Bewältigung der Vergangenheit und eine Akzeptanz, in der Zukunft Chancen zu sehen. Man muss in der Lage sein, Veränderung für sich selbst zu nutzen. Das reine Festhalten an früher löst genau diese Verlustgefühle aus, die du spürst. Dabei sind diese ja völliger Unfug. Was soll "vorbei" sein? Vor allem, wenn du auf dich achtest, sportlich, fit und gutaussehend bist? Nichts ist vorbei. Eher hast du ein Zugehörigkeitsproblem. Die Welt hat sich weitergedreht und du merkst nun, dass du langsam die Beine in die Hand nehmen musst, um mit ihr Schritt zu halten. Da, wo du stehst, findest du dich immer weniger zurecht.

Es geht, glaub mir. Ich bin Ende 40, habe absolut Null Angst vor der 50. Ich kann alles noch tun. Ich habe auch meine Karriere gemacht, verdiene gutes Geld und habe eine mehr als solide Existenz und einen gepflegten Rasen vor dem Eigenheim. Auf der anderen Seite erlaube ich mir (trotz konservativer Erziehung) eben meine Freiheiten, die niemandem weh tun. Warum soll ich sie da nicht ausleben? Meine Haare sind lang, ich habe kein Problem, mal 3 Tage auf einem Metal-Festival mit Jüngeren zu zelten und zu feiern, mit meiner Frau besuche ich Swingerclubs. Für mich ist das eine Balance und kein Widerspruch. Aber auch meine Familie schwindet. Auch ich habe ein Elternteil verloren, und mein Vater geht auf die 80 zu und wird auch nicht ewig leben. Wir haben keine Kinder, mein Bruder hat keine Kinder. Wir werden weniger, aber das auch aufgrund eigener Entscheidungen.

Finde heraus, was du wirklich möchtest. Das ist sicher nicht, ein Berufsjugendlicher zu bleiben. Aber vielleicht einige Aspekte davon. Und die kannst du dir ja wahren, und im Rest einfach entspannt älter werden. Vor allem musst du ehrlich zu dir sein. Wenn dir eine Beziehung nichts gibt, dann musst du das dir auch eingestehen - und wenn du dazu stehst, dann wird dich niemand verurteilen, wenn du dich eben lieber durch die Betten vögelst. Aber du musst wissen, ob es dich wirklich glücklich macht - oder ob dahinter vielleicht nur der Wunsch nach vergangenen ungezwungenen Zeiten steckt.

Shummmer^su&nsThinex6


Sam du bist gerade einmal 25 Jahre jung. Du hast noch so viel schönes vor dir. Jeder Mensch hat seine Päckchen zu tragen.

Was würde dir Freude machen?

Was müsstest du tun, um die Unzufriedenheit loszuwerden?

Versuche, Dinge zu ändern, die man ändern kann. Was nicht zu ändern ist, musst du akzeptieren, auch wenn es schwer fällt.

Du schaffst das!

Sxcho\kola9densücxhtige


Ich kann auch nicht ganz nachvollziehen, wo mit 25 das Problem ist. Ich finde auch, daß Comran sehr passend geantwortet hat.

Vergangenes kannst Du nicht ändern (Dein Vater). Ich habe z.B. noch meine Eltern und sogar noch zwei Großelternteile (ich bin 40), ABER bis heute habe ich kein besonders gutes Verhältnis zu meiner Mutter. Ich sage mir auch immer, daß wir da was dran tun müßten und daß ich es vielleicht irgendwann bereue. Andererseits - nein, ich will das gar nicht (mehr). Vielleicht komme ich irgendwann in Deine Situation, daß ich mir sage "Hättest Du doch..:", aber ich weiß auch, warum ich nicht habe und das muß ich mir dann wieder ins Gedächtnis rufen. Ich schätze, Du hattest Deine Gründe, daß Du nur einmal die Woche da warst (was ich, wenn man arbeitet, auch ganz o.k. finde, grad wenn man sich dann auch mal Zeit nimmt).

Was Beziehungen angeht bist Du sicher auch mit Deiner Situation nicht allein. Nicht jeder will mit 25 oder überhaupt irgendwann mal eine Frau, Kinder und immer treu sein. Dann sollte man eben auch dazu stehen. Es gibt glaube ich genug Männer (und sicher auch Frauen), die so durchs Leben gehen. Jeder soll nach seinen Vorstellungen glücklich werden, solange kein anderer dadurch geschädigt wird. Vielleicht bist Du nicht der Typ furs Verlieben (auch wenn ich das ziemlich traurig fände, aber wenn's halt so ist...)

Und was Feiern angeht. Ich habe hier im Büro jede Menge Kollegen Ü30 und Ü40, die auch noch regelmäßig unterwegs sind, feiern/saufen und bis in die Nacht zusammenhocken. Es gibt so Leute, und die gibt es ganz sicher auch in Deinem Alter. Vielleicht mußt Du Dir einen anderen Kreis aufbauen, aber das kann ja nicht so schwer sein, wenn man gern unterwegs ist und feiert. Und wer weiß, vielleicht kommt irgendwann der Tag, wo Dir das auch nichts mehr bringt. Vielleicht auch nicht. Ist auch egal.

Aber statt mit Deinem Leben und den Perspektiven zu hadern solltest Du einfach machen, was Dir Spaß macht. Mensch, Du bist unabhängig, Dir stehen doch alle Türen offen? Es gibt für alle Hobbys, Vorlieben etc. Gleichgesinnte. Und heute kann man die leichter finden denn je, dank Internet und Smartphone und diversen Apps.

Es gibt also keinen Grund Trübsinn zu blasen oder sich solche negativen Gedanken zu machen. Du selbst hast es in der Hand. Das Älterwerden kannst Du nicht aufhalten, aber es liegt bei Dir, was Du daraus machst.

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