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Sind Tiere mehr wert als Kinder?

p0rinsexssalxle


@ Kleio

Eine direkte Verbindung zB dass man während des Klamottenkaufs daran denkt, was man unterstützt, wenn man konventionelle Klamotten kauft. Theoretisch weiß man zwar, dass diese sehr oft von Kindern gefertigt werden und dass man durch den Kauf Kinderarbeit unterstützt, aber es dauert sehr lange (oder passiert gar nicht), dass die wirkliche Verbindung gemacht wird. So ist das bei ganz vielen Themen wie Schmuck, Fleisch/tierische Produkte, Elektronik, und und und. Die meisten wissen, was dort abgeht und welche schrecklichen Sachen man dann unterstützt, aber man macht diese Verbindung nicht. Das ist, wie gesagt, Selbstschutz vor den Schrecklichkeiten der Welt und die Norm. Niemand möchte sagen: "Ich unterstütze Kinderarbeit, Ausbeutung und korrupte Politiker!", ich auch nicht, obwohl einige Produkte bei mir zu Hause wahrscheinlich auch dort ihren Ursprung haben.

HKasenYrexich


Sind Tiere mehr wert als Kinder?

Nein.

Tiere stehen nicht höher - aber auch nicht niedriger als der Mensch bzw. das Kind - Tiere wie Menschen sind leidensfähige Geschöpfe - sie sind gleichermaßen liebens- und schützenswert.

BEIDE sind folglich GLEICHwertig.

cxriecDharlxie


Ich persönlich schreibe ehrlich gesagt leichter über meine Tiere als über meine Kinder, denn das eine ist persönlich, das andere zu persönlich.

dwoomh?idxe


Interessant. D.h. du findest es nicht böse (=ethisch zumindest zweifelhaft) wenn allein für Profit andere Lebewesen, sogar solche der selben Rasse,versklavt, erniedrigt und unterdrückt werden? Für mich ist der Mensch von Natur aus zumindest nicht gut. Egoistisch. Und das nicht zu knapp. Das ist für mich nichts erhaltenswertes.

Wenn ich darüber so nachdenke dann habe ich schon enorme Schwierigkeiten das Wort "gut" zu definieren. Wenn ich dir deinen Apfel klaue weil ich selbst Hunger habe, wohlwissen dass du danach Hunger hast, dann ist das wohl für die Allgemeinheit "böse" aber andererseits mache ich genau das was die Natur vorgesehen hat (survival of the fittest - und so) und erfülle zudem meinen Selbsterhaltungstrieb - Das kann man schlecht negativ auslegen denn so sind wir programmiert (auch wenn wir die Fähigkeit besitzen darüber nachzudenken ob unserer Programmierung fehlerhaft sein könnte). Wenn ich dir meinen Apfel gebe, wohlwissend dass ich danach verhungere dann würden dass die meisten wohl als heroisch bzw. "gut" bezeichnen. Wenn man es aber mal wertneutral betrachtet dann ist die letzte Wahl eigentlich einfach nur dumm und selbstzerstörerisch und damit hat noch kein Wesen je lange überlebt. Vielleicht ist es eher so, dass Menschen zwanghaft versuchen alles in irgendwelche Kategorien einzusortieren: Blond, blöd, schlau, gut, böse, kalt, warm! Dinge oder Ereignisse lassen sich aber nicht so einfach einsortieren oder passen oft in mehrere Kategorien gleichzeitig. Wir wünschen es uns geradezu das alles so einfach wäre: Mörder sind immer schlecht... jemand der was mit Kindern macht sowieso - der gehört direkt gemördert. Das macht alles so schön einfach und man muss nicht über die Hintergründe nachdenken. Ich fürchte, da versucht sich unser Gehirn einfach eine Eselsbrücke zu basteln wo keine sein kann / sollte.

Ich bleibe also weiter dabei: Kein Mensch / Tier ist von grundauf böse und auch wenn es noch so merkwürdig ist aber eigentlich gibt es für alles eine Erklärung die sich uns nur nicht immer so einfach erschliesst. Man kann natürlich jetzt anfangen darüber nachzudenken ob z.b. Selbsterhaltungstrieb (z.b. wie in meinem Beispiel) eine negative oder positive Eigenschaft ist aber das hätte für mich keinen Zweck.

Die Annahme, sich selbst für die Krone der Schöpfung zu halten, findet sich sehr oft. Zu beobachten darin, dass Menschen nicht ihren Ursprung im Affen predigen sondern eine göttliche Schöpfung hierfür bemühen, dass sie sich über andere Tiere stellen, sich also für etwas besseres halten, die generelle Wertschätzung, die Tiere allernorts erfahren... Ich finde, es springt einem förmlich ins Gesicht, wenn man hierfür sensibilisiert ist.

Naja die Krone sind wir sicher nicht aber ich bin schon etwas stolz auf die Menschen. Wir haben Dinge geschafft die bisher kein Tier auf diesem Planeten bewerkstelligt hat. Z.b. können wir uns in künstlichen Biotopen, wenn auch nur kurz, außerhalb der Erde aufhalten was hier einmalig ist. Andererseits sehe ich auch welchen Schaden wir durch unsere Dummheit / Achtlosigkeit angerichtet haben und somit fällt es auch mir schwer hier keine Vergleiche z.b. mit Viren anzustellen. Andererseits kannst du der Alge im Teich auch nicht vorwerfen, dass sie durch ihre massenhafte Vermehrung den Teich zum umkippen gebracht hat.

Whatever... genug geschwafelt. ;-D

d.oomh}ide


Der letzte Beitrag war übrigens als Antwort für Goldmädchen gedacht.

s*teBppo2x5


Der Mensch ist durch sein evolviertes Gehirn, welches VOR-Stellungen erzeugt, das heisst, Bilder im Hirn über "wie soll etwas sein bzw WERDEN?" zugleich gesegnet und verflucht.

Er kann eine Zweck-Bestimmung für seine physikalische Existenz in besagtem Hirn erschaffen, und er kann sie in der physikalischen Welt real-ISIEREN, im Einklang mit den anderen Menschen ODER er kann behaupten, dass seine individuell entworfene Zweck-Bestimmung für alle gilt, und versuchen die Menschheit seiner individuellen Zweck-Bestimmung zu unterwerfen. Das ist für alle Religionen der Fall. Z.B. für den Monotheismus der verschiedenen Abrahamitischen Gott-Spezies, mit der unsäglichen Folge des Greuels der Gutheißung und der Realisierung der Beschneidung kleiner Jungen. Was genau jetzt, seit dem Schwarzen Tag des Kinderrechtes, am 12.12.2012 völlig legal (!) mitten unter uns passiert. Verharmlost mit der post-hoc Rationalisierung, tatsächlich aber einer erbärmlichen Lüge, es wäre sauberer.

dpoomxhide


@ Steppo

Was genau jetzt, seit dem Schwarzen Tag des Kinderrechtes, am 12.12.2012 völlig legal (!) mitten unter uns passiert. Verharmlost mit der post-hoc Rationalisierung, tatsächlich aber einer erbärmlichen Lüge, es wäre sauberer.

Das gehört eigentlich nicht hierher aber du hast vollkommen recht -> Das ist ein Skandal und ein Anzeichen dafür dass wir hier in einer Bananenrepublik leben die total bescheuerte Gesetze hat die dringend überholt werden müssten. GANZ DRINGEND!

ddoomxhide


Noch ein Nachtrag: In wenigen Beiträgen kommt sicherlich jemand der meint, mein Vergleich mit der Alge wäre ja vollkommen absurd weil wir "ein Bewusstsein" haben und deshalb in der Lage sein sollten unser tun zu überdenken - wir quasi verpflichtet wären unsere Programmierung zu überdenken und ggf. anzugleichen. Der Vergleich ist aber passend weil die Alge nicht anders kann und auch wir, selbst mit dem Bewusstsein, nicht anders können:

Wir vögeln ohne Verhütung obwohl wir wissen wie gefährlich es ist, wir essen zuviel obwohl wir nicht hungrig sind, wir fahren zu schnell weil es Spass macht obwohl jeder weiß das wir damit CO2 in die Luft blasen bis zum abwinken

Sprich: Der Trieb und unsere Gene sind ultramächtig und ich glaube wir haben noch nichtmal ansatzweise erkannt was für ein Witz unser Bewusstsein ist - eine Laune der Natur die uns mitgegeben wurde damit wir uns über uns selbst grämen können, darüber nachdenken wie doof es doch wäre auf den Abgrund zuzulaufen, während wir wie die Lemminge genau eben jenes tun.

suteppro2x5


Die Fähigkeit unseres evolvierten Primaten-Hirns, Bewusstsein, Idee, Plan, in die Zukunft gerichtete Zweck-Bestimmung zu erzeugen und uns effektiv über unser Schicksal entscheiden zu lassen, macht uns zum gefährlichsten Raubtier, was Erde je tragen bzw er-tragen "musste". Obwohl wir, verglichen mit Gorillas und Raubkatzen, körperlich regelrecht schwach sind.

P2lanePtenwind


doomhide

Deine Beiträge hier finde ich gerade richtig gut. :)^ Ich könnte das allermeiste so unterschreiben und denke genauso. :)z

d{ooqmhxide


Oh |-o Vielen Dank.

Tnimbattuku


doomhide

Der Vergleich ist aber passend weil die Alge nicht anders kann und auch wir, selbst mit dem Bewusstsein, nicht anders können:

Das ist nicht richtig. Anders als die Alge könnten wir schon anders, nur wollen wir das oft nicht, weil uns die Konsequenzen egal sind, bzw. weil wir diese nicht ernst nehmen. Es handelt sich also eher um Gleichgültigkeit als um eine nicht zu beeinflussende Kraft. Das trifft ausnahmslos auf all die Beispiele zu, die du deinem oben zitierten Satz folgen lässt. Natürlich spielt dabei eine Rolle, dass die Konsequenzen von vielen negiert oder mindestens verniedlicht werden. Warnt einer vor Erderwärmung, wiegelt der Nächste ab, dass es schon immer ein Auf und Ab beim Klima gab. Warnt jemand, dass das Erdöl in 25 Jahren zur Neige geht, postuliert der Nächste, dass noch genug Reserven in der Erde schlummern. Wir kennen die Debatten hinlänglich. Hingegen kann uns kein Trieb und kein Gen zu Handlungen bewegen, bei denen wir genau wissen, dass Konsequenzen unausweichlich sind. Sonst würden vielleicht jeden Tag 100 Leute vom Hochhaus springen um den kurzen Flug zu genießen. Unser Bewusstsein ist also nicht ganz so dysfunktional, wie du es hier darstellst.

TRimbJat!uku


Kleio

Hierzulande bestimmt die Mehrheit, was gut und böse ist.

Besser gesagt: Das wäre der Wunschzustand. ;-) Leider erfüllen sich Wünsche nicht in jeder Situation.

TVimbatu3ku


Goldmädchen

Diese Qual hat durchaus System (Massentierhaltung) die sowohl von dem Gesetzgeber als auch von der Mehrheit der BürgerInnen getragen wird. Es ist zumindest eine stillschweigende Billigung.

Nicht ohne Grund. Wie sonst sollte man den Bedarf an Fleisch erzeugen (7,2 Mio. t jährlich) wenn nicht durch Massentierhaltung?

Die Annahme, sich selbst für die Krone der Schöpfung zu halten, findet sich sehr oft. Zu beobachten darin, dass Menschen nicht ihren Ursprung im Affen predigen sondern eine göttliche Schöpfung hierfür bemühen, dass sie sich über andere Tiere stellen, sich also für etwas besseres halten, die generelle Wertschätzung, die Tiere allernorts erfahren... Ich finde, es springt einem förmlich ins Gesicht, wenn man hierfür sensibilisiert ist.

Ich kann mir gut vorstellen, dass andersherum auch Tiere sich für etwas Besseres halten würden, wenn sie bloß die Befähigung dazu hätten.

P|lanYetenwwind


Timbatuku

Das ist nicht richtig. Anders als die Alge könnten wir schon anders, nur wollen wir das oft nicht, weil uns die Konsequenzen egal sind, bzw. weil wir diese nicht ernst nehmen. Es handelt sich also eher um Gleichgültigkeit als um eine nicht zu beeinflussende Kraft.

Ich denke das Problem ist, dass die Menschheit als Kollektiv gesehen da was tun müsste. Aber genau das ist schwierig. Das liegt nicht immer dran, dass alle nicht wollen, sondern dass manche wollen und andere nicht. Und die die wollen nicht immer können. Hier wird im Forum ja auch öfter über andere Dinge diskutiert die ethisch nicht korrekt sind, wie z.b. Billigproduktion von Kleidung, damit wir die billig kaufen können. Nur was genau soll man da machen? Es gibt nun einmal auch in Deutschland genug Menschen, die billig einkaufen müssen und sich FairTrade Produkte nicht leisten könnten. Da hilft noch so viel wollen nicht. Und genau da kommen dann halt die Überlebensinstinkte raus beim Individuum. Es nützt ihm nichts, wenn er darauf verzichtet. Dabei geht es nicht nicht nur im Kleidung sondern um sehr viel mehr. Die Natur hat uns dafür ausgelegt, dass wir versuchen zu überleben um jeden Preis. Und da verhalten wir uns halt nicht so viel anders als die Algen: wir vermehren uns und nehmen das Ökosystem ein - mit allen Konsequenzen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass andersherum auch Tiere sich für etwas Besseres halten würden, wenn sie bloß die Befähigung dazu hätten.

Ich denke da immer spontan an Katzen. ;-D Bei denen hält sich eh jede für den König auf Erden. ;-D

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