» »

Mutter ist Alkoholikerin

EHmil2x004 hat die Diskussion gestartet


Meine Mutter ist 72 und Alkoholikerin. Ich bin 52.

Eigentlich trinkt sie schon immer. Es wird jedoch immer schlimmer. Mittlerweile trinkt sie so 2 - 4 Flaschen Wein täglich und 2 Flaschen Schnaps die Woche. Zusätzlich raucht sie 2 Schachteln Zigaretten am Tag.

Wir wohnen in einem Zweifamilienhaus, jeder hat seine Wohnung. Mein Mann starb vor fünf Jahren nach langer Krankheit.

Ich koche, putze und wasche für meine Mutter, gehe für sie einkaufen, mit ihr zum Arzt, fahre sie zum Friseur und kümmere mich um ihren Papierkram. Sie ist auch Harn inkontinent und macht nachts in Bett. Täglich kontrolliere ich das Bett und wechsle nach Bedarf Betteinlagen und Wäsche. Wenn ich das nicht mache, legt sie sich an das Bett so wie es ist und uriniert weiter rein. Sie putzt auch gar nichts. Wir haben einen kleinen Hund und sie ist auch immer mit ihm spazieren gegangen, wenn ich arbeiten (halbtags) bin. Das macht sie seit Monaten nicht mehr. Mittlerweile schläft sie bis um 11:00 Uhr oder noch länger.

Sie kümmert sich um gar nichts, geht auch nirgends hin. Einzig nur, um Alkohol zu kaufen.

Meine ganze Zeit geht drauf, weil ich nicht nur meinen Haushalt, Hund und Garten habe, sondern mich auch um all ihre Sachen kümmere. Abends bin ich müde und fertig. Zeit für meine Hobbys finde ich kaum noch, meist fehlt mir dann auch die Energie.

Ich bat sie schon mehrmals den Alkoholkonsum zu reduzieren oder Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sie lehnt das strikt ab und möchte weitertrinken.

Heute hatten wir richtig Streit. Es sei ja ihr Geld, obwohl ich dazu nie irgend was gesagt habe. Es geht um ihre Gesundheit.

Ich habe ihr nun mitgeteilt, dass ich meine Wohnungstür abschließe und sie zusehen soll, wie sie klarkommt. Von mir bekommt sie keine Unterstützung mehr. Ich kann einfach nicht mehr.

Mir war nur danach, einfach mal meine Sorgen loswerden zu können. Vielleicht gibt es andere, die ähnliche Probleme haben.

Antworten
EchemalDige.r N*utIzer (#5>4542x1)


Hallo Emil .... Du könntest den Sozialen Notdienst um Hilfe bitten, oder Dich mal mit Deinem Hausarzt aussprechen, vielleicht hat er noch einen Rat.

Ansonsten hast Du Deine Reißleine ja schon gezogen, damit hast Du auch richtig gehandelt. Du gehst sonst kaputt an dieser Situation. Das wird eine harte Zeit werden, Deine Mutter wird Dich emotional zu erpressen versuchen und sie wird dabei alle Register ziehen.. von mitleiderregend bis hin zu Wut und Haß gegen Dich, sie wird schimpfen, flehen, betteln .. damit sie ihre Wohlfühlzone zurückbekommt.. nämlich Deine Fürsorge. Du solltest weiter Deine Hilfe anbieten in der Art, ihr anzubieten, mit ihr eine Suchtberatung aufzusuchen oder den Hausarzt, um eine entsprechende Entgiftung mit evtl anschliessender Therapie einzuleiten. Wenn sie nicht darauf eingehen will... dann musst Du es wohl hinnehmen. So hart das auch ist, Deine Mutter ist für ihr Leben selbst verantwortlich, wenn sie keine Einsicht hat, kannst Du ihr nicht helfen.

Ich drücke Euch die Daumen.

SZi*monye86x3


Es gibt ganz gute Selbsthilfegruppen zu dem Thema, schau mal hier: [[http://al-anon.de/]] oder [[http://www.coda-deutschland.de/]]

P8lüschbUiest


Das klingt alles sehr nach einer Altersdepression.

PZlüs\chCbi+esxt


Wäre es nicht sinnvoll wenn deine Mutter Nachts Windeln tragen würde?

Ich denke die alte Dame hat eine Altersdepression und kann deshalb kaum was.

Bei vielen Alkoholikern fängt die Sucht mit einer Depression an.

Besonders häufig bei Leuten die nach dem Renteneintritt angefangen haben zu trinken.

L0a`Rucoxla


@ Plüschbiest

Eigentlich trinkt sie schon immer.

Naja, gesunder Schritt, endlich aufzuhören alles von ihr brav zu ertragen.. zumindest solange sie keine Einsicht zeigt.

P4ljüsUchZbiexst


Wie dem auch sei, ich tippe nach wie vor auf eine dann eben schon seit Jahren bestehende Depression.

Habe es in meinem Umfeld des öfteren erlebt, dass das Umfeld die Depression nicht erkannt hat.

L.aRucoxla


Hinter so nem Gesaufe steckt doch quasi immer eine seelische Problematik. Allerdings dürften in dem Alter, nach so einer Karriere, die unmittelbaren Folgeschäden des Trinkens das größere Problem sein.

PMlüscVhbiexst


Stimmt, dachte aber wenn Mutti Antidepressiva nimmt

würde sich eventuell der Weinverbrauch reduzieren.

L9aRuTcoxla


Erstmal so viel Krankheitseinsicht erreichen ;-). Das alleine würde wohl schon helfen.

m[usic`us_6a5


Stimmt, dachte aber wenn Mutti Antidepressiva nimmt, würde sich eventuell der Weinverbrauch reduzieren.

Aber nur sehr "eventuell"...! Grundsätzlich sollten "Psychopillen" jeder Art nicht mit Alkohol kombiniert werden. Das war im Forum auch schon Thema, z.B. [[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/125604/ hier.]]

Ich habe ihr nun mitgeteilt, dass ich meine Wohnungstür abschließe und sie zusehen soll, wie sie klarkommt. Von mir bekommt sie keine Unterstützung mehr.

Kann Dir nur wünschen, daß Du das möglichst lange durchhältst. Leicht wird es wohl nicht werden. Vielleicht kann Dir (z.B.) eine Suchtberatungsstelle helfen.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH