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Psychisches Problem mit Arbeit, Faulheit oder...?

aFniva87 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

Ich bin fast 30 Jahre alt und habe ein Problem mit dem Arbeiten. Bisher habe ich nur eine Ausbildung begonnen, abgebrochen, eine Neue begonnen und fertig gemacht und ein Studium daran gehängt. Ich habe leider noch nie fix und regulär gearbeitet. Ich hatte viele Praktika und für eine Zeit lang einen Gelegenheitsjob, bei dem ich mir die Arbeitsdauer jedoch frei aussuchen hab können und ich die meiste Zeit zwischen 5-7 Stunden gearbeitet habe.

Ich denke die Praktika schaffte ich, weil ich zu diesem Zeitpunkt noch mehr Ausdauer und Kräfte hatte oder weil ein Ende in Sicht war. Oder weil ich weniger Verantwortung hatte, da ich ja "noch" in Ausbildung war. Ich muss auch dazu sagen, dass ich immer ein bisschen froh darüber war, wenn ein Praktikum wieder vorbei war und ich wieder "nur" theoretische Arbeit hatte.

Ich denke ich war es auch gewohnt nebenbei auch noch freie Zeit zu haben, vielleicht sogar zuviel davon?! Es gab zwar immer wieder lernintensive und stressige Zeiten wo wenig Freizeit blieb, aber das war für absehbare, kurze Zeit.

Ich finde nicht, dass ich in meiner "freien" Zeit faul war. Ich bin interessiert an dieser Welt, eigentlich an sehr vielem, obwohl ich kaum Freunde habe. Ich kann mich für vieles interessieren und begeistern, ich informiere mich gerne, wenn ich mich etwas interessiert. Ich möchte gerne eine Fremdsprache, die ich in der Schule begonnen habe zu lernen aber nicht wirklich kann, lernen, aber ich habe es bisher noch nie nebenbei geschafft und denke, dass ich das auch nie werde. Ich habe ein Hobby das ich fast tagtäglich ausführen könnte hätte ich die Zeit (und ein bisschen spielt auch Geld hierbei eine Rolle). Ich bin auch gerne in der Natur, mache gerne weite Spaziergänge oder kleine Wanderungen. Ich finde nicht, dass ich ein "Couchpotatoe" bin oder je war, im Gegenteil, wenn ich einen Tag faul rumliege habe ich eher ein schlechtes Gewissen....Aber ich habe eben immer nur wenig an einem Tag geschafft, eigentlich war ich selbstgewählt immer nur 1/2 Tag wirklich aktiv. In intensiveren Zeiten habe ich nebenher wirklich gar nichts gemacht, ich kümmerte mich um keinen Haushalt, um keine Wäsche, um keine Erledigungen...

Ich habe jedoch vor kurzem eine Arbeit in meinem Ausbildungsberuf begonnen. Als ich zusagte habe ich komplett ausgeblendet, dass ich das eventuell gar nicht schaffe. Jetzt zwinge ich mich jeden Morgen rechtzeitig aufzustehen damit ich noch genügend Zeit für ein Frühstück habe damit es mir an mir zumindest an Energie nicht gleich mangelt. Ich kann es aber nicht genießen, ich esse eben weil ich weiß, dass mir sonst alles noch schwerer fällt und ich quasi muss.

Den Vormittag überstehe ich noch ganz gut, aber nachmittags habe ich das Gefühl ich wiege eine Tonne so träge fühle ich mich. Andere sind Jahrzehnte älter und arbeiten fit weiter und ich bin total schläfrig und kann teilweise gerade noch aufrecht sitzen :-/ . In diesen Momenten finde ich es sogar anstregend Gespräche zu führen. Ich habe Angst durch diese Müdigkeit Fehler zu machen, Arbeiten zu übersehen, mal aus Unachtsamkeit zu stolpern etc., auch wenn ich noch in der Einarbeitung bin muss ich doch schon Aufgaben eigenverantwortlich erledigen. Ich denke ich werde Dinge übersehen/vergessen nicht weil ich sie nicht weiß, sondern weil sie mir einfach nicht mehr einfallen....Gegen Ende der Arbeitszeit hatte ich schon manchmal so Momente wo meine Chefin mir noch irgendetwas Privates erzählte oder was völlig belangloses mit mir machen wollte und nebenher so Art Smalltalk führte, das empfand ich so unendlich anstrengend. Das letzte Mal dachte ich dabei ich kann mich nicht mehr auf den Beinen halten...ich wäre lieber die 10min eher nach Hause gegangen :-(.

Was ich mir noch vornehme für die Zeit nach der Arbeit wie zB ein Telefonat zu erledigen verschiebe ich immer weiter. Ich telefoniere aber auch nur sehr ungerne und vermeide das grundsätzlich, weil es mich meist sehr nervös macht. Nach der Arbeit bringe ich aber nicht mal den Gedanken daran zustande, ich verdränge es einfach weiter auch wenn es wichtig gewesen wäre.

Meist erledige ich noch notwendige Einkäufe, weil ich mich ja ernähren "muss", aber auch wenn ich das tw. gerne mache, habe ich dabei manchmal ein schlechtes Gewissen, weil ich Zeit, in der ich mich auch erholen könnte, vergeude.

Ich denke jeden Tag daran, dass ich aufhören will "funktionieren zu müssen". Jeden Tag dieser Gedanke, dass alles so viel Kraft kostet und ich gleichzeitig nicht weiß woher ich diese nehmen soll, raubt mir auch Energie, glaube ich. Nach der Arbeit bin ich nur müde, aber es geht mir ein paar Stunden ein wenig besser, da ich weiß dass der Tag geschafft ist. Sobald es Zeit wird mich fürs Bett fertig zu machen kommt aber dieses schwere Gefühl schon wieder. Ich helfe mir damit es zu verdrängen und mich zu 100% abzulenken durch Lesen/ Internet/ Radiosendungen oder indem ich eine Serie gucke. Auch das Einschlafen fällt mir schwer obwohl ich müde bin, manchmal glaube ich schon ich hindere mich unterbewusst selbst daran, weil das nächste das folgt ja das Klingeln des Weckers sein wird...

Ich bin einfach so planlos und weiß nicht, wie ich jemals fähig sein kann/ werde einfach wie alle anderen zu arbeiten, zu leben, zu funktionieren....und dabei auch noch Freude zu haben. Ich weiß theoretisch, dass Anfänge schwierig sind, dass Arbeit nicht immer Spaß machen kann, aber darum geht's mir gar nicht. Ich komme einfach nicht damit zurecht, dass mich das so fertig macht obwohl ich immer davon geträumt habe normal zu arbeiten.

Ich weiß momentan wirklich nicht mehr weiter. Ich versuche mich von Tag zu Tag und hoffe die nächste Woche zu schaffen....

Falls ihr bis hierhin gelesen habt, vielen Dank dafür @:) . Ich würde mich sehr über ein paar Antworten, Tipps, Hilfe und Anregungen freuen.

Lg,

Antworten
E}rdb}eerex7


Hey Du @:)

Einiges von dem, was du beschreibst, kenne ich von mir auch. Gerade im Herbst und Winter wenn's draußen so ungemütlich und dunkel ist, fällt es mir besonders schwer wach und motiviert bei einer Sache zu bleiben. Sobald dann die ersten Sonnenstrahlen rauskommen merke ich, wie mir alles wieder leichter fällt. Aber bei dir scheint sich das ja durchs ganze Jahr durchzuziehen. Was du schreibst kenne ich allerdings aus depressiven Phasen, da bin ich dann nur noch müde gewesen, wollte nur noch heim, keinen Verpflichtungen mehr nachgehen wollen und konnte nicht genug Schlaf bekommen. Hast du schonmal darüber nachgedacht ob du eventuell depressiv bist? Nur so 'ne Idee, kann auch total falsch sein.

Macht dir deine Arbeit denn an sich Spaß/gehst du in deinem Beruf auf?

Den Vormittag überstehe ich noch ganz gut, aber nachmittags habe ich das Gefühl ich wiege eine Tonne so träge fühle ich mich. Andere sind Jahrzehnte älter und arbeiten fit weiter und ich bin total schläfrig und kann teilweise gerade noch aufrecht sitzen :-/ . In diesen Momenten finde ich es sogar anstregend Gespräche zu führen. Ich habe Angst durch diese Müdigkeit Fehler zu machen, Arbeiten zu übersehen, mal aus Unachtsamkeit zu stolpern etc., auch wenn ich noch in der Einarbeitung bin muss ich doch schon Aufgaben eigenverantwortlich erledigen. Ich denke ich werde Dinge übersehen/vergessen nicht weil ich sie nicht weiß, sondern weil sie mir einfach nicht mehr einfallen....

Hast du das eventuell schonmal einem Arzt erzählt? Der würde vermutlich erst einmal körperliche Ursachen ausschließen, z.B. Mangelerscheinungen.

Ich bin einfach so planlos und weiß nicht, wie ich jemals fähig sein kann/ werde einfach wie alle anderen zu arbeiten, zu leben, zu funktionieren....und dabei auch noch Freude zu haben.

Meinst du also, dass du kaum Freunde hast, weil es dir zu anstrengend ist diese aufrecht zu erhalten? Hast du einen Partner?

Polüschb\iexst


Klingt alles sehr nach Depressionen und oder Vitamin D Mangel.

a~nGia8x7


@ Erdbeere7:

Danke für deine Antwort. Anfangs während der Ausbildung dachte ich Ja, diesen Beruf kann ich mir vorstellen auszuüben. Gegen Ende der Ausbildung sträubte sich dann irgendetwas in mir, wahrscheinlich weil ich auch in den Praktika nicht so aufging wie teilweise meine Kolleginnen. Ich kam da halt so "gut zurecht", ich bekam keine schlechten Beurteilungen, aber ich hatte nirgends das Gefühl "hier gehöre ich hin, das wäre was für mich". Das war auch der Grund warum ich mich entschloss das Studium anzuhängen, ich dachte ein vielleicht spannenderes Aufgabengebiet passt mir besser und wollte so meine "Möglichkeiten" erweitern. Im Nachhinein denke ich es war nur eine Flucht weiter im "Theoretischen" bleiben zu dürfen, denn ich hatte auch an der Uni immer großen Stress vor den praktischen Übungen. Gegen Ende mit der Abschlussarbeit in einer netten Gruppe legte sich das aber wieder so sehr, dass ich wirklich überzeugt dachte: "Jetzt bin ich bereit!".

Meine Traumblase ist jetzt komplett geplatzt, vor einem halben Jahr ging ihr nur langsam die Luft aus....ich habe nicht erwähnt, dass ich vor dieser Arbeitsstelle jetzt bereits 2 Stellen begonnen habe und nach ein paar Tagen wieder aufgehört habe. In der ersten wurde ich gleich am 2. Tag doof angemacht, ob ich schon ewig nicht mehr gearbeitet hätte und ob ich wohl gar keine Übung hätte und man hat sich dann widerwillig mit mir "wie in der Schule" hinsetzten müssen, weil ich nicht selbstständig arbeiten konnte. Ich bin in solchen Stress/Drucksituationen dann komplett unfähig zu denken, mache erst recht Fehler und ich fühle mich dabei nur noch am Ende...erwartet wurde aber - wie mir während des Bewerbungsgesprächs ausdrücklich mitgeteilt wurde - dass man möglichst keine Vorerfahrung mitbringt :/ In der zweiten Stelle kam ich mit den Kolleginnen nicht klar, man hat mir sofort gesagt an welchen Tagen ich gleich komplett alleine zu arbeiten hätte...ich habe ja ihre Telefonnummern und das würde reichen, ich durfte/sollte mich erneut gleich am 2. Tag alleine zurechtfinden....das verstehe ich nicht unter Einarbeitungsphase, wenn sie jemanden mit Erfahrung, Routine und solch schneller Auffassungsgabe suchen sollte man das doch vorher kommunizieren. ":/

Jetzt hatte/habe ich endlich das "Glück" eingearbeitet zu werden in einem Tempo dem ich halbwegs folgen kann, ich weiß, dass ich fragen kann und man ist hilfsbereit. Eigentlich sollte es mir doch gut gehen denke ich ???

Spaß macht mir meine Arbeit nicht wirklich, ich mache sie eher, weil sie gemacht gehört. Ich hatte gehofft, dass sie mir zumindest ein bisschen Freude macht sobald ich merke, dass ich ganz gut zurecht komme. Vom "Aufgehen" in einem Beruf bin ich Lichtjahre entfernt, das habe ich mir für mein Leben gar nicht mehr erträumt. Ich wollte/will einfach nur mit einem Arbeitsleben zurecht kommen, andererseits hinterfrage ich gerne alles, weshalb ich doch so meine Probleme damit habe, Dinge "einfach so" zu machen....Ich kann das schon, aber es stört mich immer irgendetwas dabei. Ich glaube, dass das eines der größten Hindernisse ist in diesem Beruf aufzugehen.

Ich habe leider keinen Hausarzt dem ich vertraue, zu dem ich gehen könnte. Ich weiß, dass mein Blutbild in Ordnung ist, auch meine Schilddrüse, an andere Mangelerscheinungen habe ich noch nie gedacht.

Die Frage ob ich depressiv bin stelle ich mir schon seit längerer Zeit. Phasenweise schaffte ich es den Gedanken auch mal komplett zu verdrängen, aber das Gefühl, das etwas nicht stimmt war/ist immer da. Jetzt noch mehr als zuvor. Mittlerweile würde ich es glauben....sogar glauben wollen, nur um einen Grund für meine Unfähigkeit zu haben. Ich habe nämlich große Angst, dass man mich als arbeitsfaul abstempelt.

Ich habe keinen Partner. Nein, ich glaube ich habe kaum Freunde, weil ich nie die richtigen gefunden habe und bei manchen (wenigen) lag es sicher auch teilweise am fehlenden Aufrechterhalten der Freundschaft, zum Beispiel habe ich mich jeweils nach der Schule / nach dem Studium zurückgezogen, weil eben nichts so geklappt hat wie ich mir das ausgemalt habe, ich war traurig und habe mich geschämt...

@ Plüschbiest:

Danke auch für deine Antwort. Ich ernähre mich eigentlich so gut es geht gesund und ausgewogen, ich bin auch immer mal wieder draußen. Letztes Jahr war ich vergleichsweise viel in der Natur, da müsste mein Speicher doch voll sein.

Das ist jetzt vielleicht eine komische Frage, aber angenommen ich bin depressiv, was soll ich dagegen tun? Ich komme aus dieser Arbeitssituation nicht raus. Man verlässt sich auf mich, da ich "jung und fit" bin, dass ich diese Vollzeitstelle übernehme und "in den ersten 6 Monaten nimmt man ja sowieso keinen Urlaub" und Krankenstand bekommt man ja auch nicht einfach so.....ach mann, ich weiß einfach nicht was ich mit mir tun soll :-( .

fXalcNo peylegri|nxoides


Wenn dir die Arbeit nicht gefällt, wird es auch nicht so einfach 8 Stunden durchzuhalten. Dann ist Stress praktisch schon vorprogrammiert.

Ich würde es auch schlecht lange auf einer Arbeit aushalten, die mir nicht gefällt oder liegt.

E;rdbjeerex7


So, jetzt komm ich endlich dazu nochmal zu schreiben. :-)

Vielleicht interpretiere ich das auch alles falsch, aber kann es sein, dass du dir sehr hohe Ansprüche an dich selbst stellst? Und dann enttäuscht bist, wenn du nicht so "funktionierst" wie du es wolltest? Wir sind alle keine Maschinen, nur Menschen. Wir können nicht immer funktionieren und müssen das auch gar nicht.

An deiner Stelle würde ich das Ganze jetzt mal angehen. Schließlich leidest du ja extrem unter deiner Müdigkeit und Energielosigkeit.

Ich habe leider keinen Hausarzt dem ich vertraue, zu dem ich gehen könnte.

Dann frag doch mal rum bei Familie/Bekannten und lies Bewertungen im Internet und dann mach 'nen Termin. Würde ich an deiner Stelle wirklich machen, erzähl ihm von deinen Beschwerden und wie sehr du im Alltag eingeschränkt bist.

Die Frage ob ich depressiv bin stelle ich mir schon seit längerer Zeit. Phasenweise schaffte ich es den Gedanken auch mal komplett zu verdrängen, aber das Gefühl, das etwas nicht stimmt war/ist immer da.

Was hälst du von der Idee mal einen Therapeuten aufzusuchen? Du solltest dein Gefühl durchaus Ernst nehmen.

Meine Traumblase ist jetzt komplett geplatzt, vor einem halben Jahr ging ihr nur langsam die Luft aus....ich habe nicht erwähnt, dass ich vor dieser Arbeitsstelle jetzt bereits 2 Stellen begonnen habe und nach ein paar Tagen wieder aufgehört habe. In der ersten wurde ich gleich am 2. Tag doof angemacht, ob ich schon ewig nicht mehr gearbeitet hätte und ob ich wohl gar keine Übung hätte und man hat sich dann widerwillig mit mir "wie in der Schule" hinsetzten müssen, weil ich nicht selbstständig arbeiten konnte. Ich bin in solchen Stress/Drucksituationen dann komplett unfähig zu denken, mache erst recht Fehler und ich fühle mich dabei nur noch am Ende...erwartet wurde aber - wie mir während des Bewerbungsgesprächs ausdrücklich mitgeteilt wurde - dass man möglichst keine Vorerfahrung mitbringt :/ In der zweiten Stelle kam ich mit den Kolleginnen nicht klar, man hat mir sofort gesagt an welchen Tagen ich gleich komplett alleine zu arbeiten hätte...ich habe ja ihre Telefonnummern und das würde reichen, ich durfte/sollte mich erneut gleich am 2. Tag alleine zurechtfinden....das verstehe ich nicht unter Einarbeitungsphase, wenn sie jemanden mit Erfahrung, Routine und solch schneller Auffassungsgabe suchen sollte man das doch vorher kommunizieren. ":/

Lass deswegen mal nicht den Kopf hängen. :)_ Ja, das ist tatsächlich richtig doof gelaufen und nicht fair gewesen so wie du das beschreibst. Vielleicht hast du tatsächlich 3 mal hintereinander verdammtes Pech gehabt? Klar, jetzt mal abgesehen von deiner Energielosigkeit etc., nicht aufgeben!! Manche Dinge funktionieren nicht gleich nach dem ersten Versuch, manche auch noch nicht nach dem dritten. Manchmal muss man auch etwas für sein Glück kämpfen :)z

Such dir professionelle Hilfe, du wirkst ja sehr reflektiert und bereit dafür etwas zu ändern. Das sind doch beste Voraussetzungen, ich denke, dass man dir gut helfen kann und du wieder mehr Lebensqualität gewinnen kannst.

Schönen Abend noch :-)

N$or_di8R4


Den Tipp mit dem Therapeuten kann ich so eigentlich nur unterschreiben. Nicht mal zwangsläufig weil du Depressionen haben könntest sondern vorallem auch um an deiner Frustrationstoleranz zu arbeiten. Direkt zwei Jobs aufzugeben weil in den ersten Tagen nicht alles nach Wunsch läuft und die Leute vielleicht blöd sind ist schon heftig. Statt direkt das Handtuch zu werfen hätte man mit den Vorgesetzten reden und um bessere Einarbeitung bitten sollen, manchmal bekommen die das garnicht mit weil die ihrerseits wieder Stress ohne Ende haben.

Außerdem sollte man überleben ob man überhaupt im Job "aufgehen muss". Sicher soll es keine Qual sein aber auch nen Job der jetzt nicht mega spannend und erfüllend ist kann ok sein wenn er eben ein sicheres Gehalt bietet und man sich nicht daran aufreibt.

Deswegen: Mit jemandem vom Fach drüber reden, der kann dann sicher ganz gut beurteilen ob es sich hier um wirkliche psychische Probleme handelt oder ob die Perspektive einfach "nur" gerade gerückt werden muss. Und ruhig mal abklären lassen ob ein körperlicher Mangel vorliegt der die Müdigkeit auslöst, ggf. auch mal die eigenen Verhaltensweisen und Gewohnheiten hinterfragen (Extrembeispiel: 5 Stunden Schlaf pro Nacht, keinerlei sportliche Betätigung und schlechte Ernährung. Da wäre es kein Wunder das man einfach keine Energie hat.).

s3lowxgan


Ich habe in den letzten Jahren aus persönlichen Gründen viel über AD(H)S bei Erwachsenen gelesen und kenne einige Betroffene und ihre Geschichte. Vieles in Deinen Beschreibugen erinnert an ADS mit Hypoaktivität. Könnte sein, dass es bei Dir der Fall ist.

[[https://www.dr-gumpert.de/html/selbsttest_ads.html Hier]] wäre mal ein Test, wenn Du magst, um zu sehen, ob Dir da einiges bekannt vorkommt. Wenn Du was damit anfangen kannst, kann ich Dir gern noch Tipps geben. Ansonsten ist eine Suche nach einem Therapeuten sicher ein guter (wenn auch leider nicht immer einfacher) Weg. :)*

PJrada(Teufxel


Zunächst würde ich mich auch noch einmal von Grund auf durchchecken lassen auf irgendwelche Mängel oder vielleicht auch sowas wie Zöliakie. Eine Bekannte war ständig sooo müde und wusste nicht wo es herkommt. Die Zöliakie war der Grund und seit sie sich dementsprechend ernährt, hat sie auch wieder Power für den Tag ;-)

Für mich klingt das aber auch so, als könnten Depressionen dahinterstecken. Oder zumindest wie Nordi schrieb eben eine sehr niedrige Frustrationstoleranz, was natürlich stresst und Energie verbraucht.

Ich war auch mal in so einer Phase und habe gefühlt 1000 mögliche Gründe dafür gesucht und gefunden. Ich habe nunmal nicht meinen Traumjob und dachte, dass sich meine Probleme alle lösen würden, hätte ich einen tollen Job, in dem ich aufgehe.

Klar, das hätte sicher etwas verändert, aber am Grundproblem, nämlich meinen Depressionen hätte das gar nichts geändert ;-) Das ich Depressionen hatte, darauf bin ich aber ewig nicht gekommen, obwohl ich schon in Therapie war.

Heute mache ich noch genau den gleichen Job. Ok, mitlerweile mit anderem Aufgabengebiet, aber ich bin nach wie vor im Büro tätig. Mein Traumjob ist es nicht! Aber ich verdiene hier für eine Frau ganz gutes Geld und kann mir dadurch mein teures, aber mir sehr am Herzen liegendes Hobby (ein eigenes Pferd) finanzieren. Das Pferd ist mein Ausgleich und quasi meine Therapie ;-) Ich bin zufrieden so wie es ist. Ich habe einen halbwegs sicheren Arbeitsplatz, komme finanziell ganz gut klar inzwischen (ok.. Pferde sind TEUER ;-) :-D ) und wenn's im Job mal wieder nervt, stresst oder ich merke ich brauche eine Auszeit, dann nehme ich mir diesse auch und nehme mal ein paar Tage frei o. ä.

Ok, das kannst du aktuell nicht, aber langfristig wird sich das ja auch entspannen.

Was ich damit sagen möchte.. Man braucht nicht den Traumjob (den gibt es glaube ich eh nur sehr selten), oder zumindest einen Job der einem größten Teils Spass macht - um glücklich und zufrieden zu sein. Natürlich ist ein Job, der einen völlig ankotzt und zu dem man sich echt zwingen muss auch nichts. Gar keine Frage. Aber so klingt es für mich bei dir auch nicht.

Man benötigt aber einen Ausgleich zur Arbeit, etwas wo man wieder Kraft und Energie tanken kann, was einem viel Freude macht. Bewegung und ausgewogene Ernährung sollte selbstverständlich sein, aber das ist bei dir ja gegeben wie ich lese. Dann kommt man auch mit einem Job gut klar, der einfach nur "OK" ist und der einen manchmal auch nervt, langweilt, oder stresst.

Im günstigsten Fall wird gute Arbeit gelobt, was wieder Auftrieb gibt. Aber auch das ist nicht zwingend notwendig. Ein gutes Arbeitsklima aber schon, finde ich... Aber gut, nun schweife ich ab.

Ich würde mich also wenn ich du wäre durchchecken lassen. Frag im Familien- und Freundeskreis mal herum nach einem guten Arzt und zur Not gehst du eben zu zwei, oder drei Ärzten, bis für dich der Passende dabei ist. Erzähl ihm alles, lass dich durchchecken und denkt eben auch in die Richtung Depressionen. Daran wird der Arzt aber auch von selbst denken, wenn er deine Geschichte hört, schätze ich.

Toitoitoi und alles Gute! Du schaffst das! :)* :)* :)*

aYn"ia857


Ich habe leider nicht so viel Zeit aber ich möchte trotzdem hier mal wieder antworten....

@ Erdbeere7:

Ich bin wegen dieser Arbeitsstelle in eine andere Stadt gegangen die nicht mal in meinem Heimatland liegt...also verkompliziert das die Arztsuche nochmals :-( . Hier habe ich direkt leider keine Familie/Freunde oder Bekannte die ich fragen könnte.

Ich möchte mir Hilfe suchen, aber ich bin abends nur noch froh wenn ich nach Hause komme, ich bin froh wenn ich nicht noch einkaufen muss, denn dann wird es noch später. Anschließend koche ich mir noch etwas Einfaches und danach bin ich eigentlich zu nichts mehr zu gebrauchen, mehr als ne Kleinigkeit zu Essen für den darauffolgenden Tag einzupacken, vielleicht ein bisschen aufräumen ist nicht mehr drinnen. Ansonsten sitze ich vorm Computer und rühre mich nicht mehr bis ich ins Bett gehe %-| Mir fehlt zu dieser Zeit auch wirklich jede Motivation...

@ Nordi84:

Das ich eine geringe Frustrationstoleranz habe möchte ich nicht bestreiten. Ich habe eben das Gefühl, dass ich mich jahrelang so viel bemüht habe um weiterzukommen, die Ausbildung und das Studium zu Ende zu bringen, dass ich jetzt nicht mehr so kann wie früher vielleicht mal. Ich weiß nicht woran das liegt, ich fühle mich ausgepowert obwohl ich es nicht sein dürfte.

Bezüglich Job aufgeben möchte ich noch hinzufügen, dass mir mein geringes Selbstbewusstsein leider im Weg steht. Ich bin "wie gelähmt" wenn ich in einer neuen Umgebung unter neuen Leuten sofort selbstständig, alleine funktionieren und arbeiten soll, gerade zu Beginn, wo es ja auch noch ein bisschen an der "Orientierung" fehlt.

Ich versuche mind. 7h pro Nacht zu schlafen, wenn ich nicht zwischendurch wach werde oder nicht gleich einschlafen kann schaffe ich das auch, ich fühle mich danach aber trotzdem wie erschlagen. Für sportliche Aktivität fehlt mir neben der Arbeit jetzt die Energie, ich bin aber am Wochenende zumindest 1en Tag viel zu Fuß unterwegs und habe eigentlich auch keine ausschließlich sitzende Tätigkeit in der Arbeit. Auch auf meine Ernährung achte ich.

@ slowgan:

Ich habe mit diesem Test begonnen, aber konnte mich dann in den Fragen nicht wieder finden. Ich kann durchaus bei einer Sache bleiben, wenn sie mich interessiert, ich kann auch konzentriert lesen, wenn mich etwas interessiert, ich kann gut zuhören, aber ich verliere sehr schnell das Interesse und sämtliche Konzentrationsfähigkeit, wenn es sich um für mich "Belangloses" handelt. Meine Organisationsfähigkeit könnte auch besser sein, momentan fühle ich mich sehr vergesslich, aber ich bringe das mit meiner Müdigkeit in Zusammenhang. Zum Beispiel habe ich oft so Momente, wo ich meinen Blick auf etwas am Bildschirm fokussieren möchte, aber das Bild verschwimmt gleich wieder. Wenn es gerade sehr wichtig ist, konzentriere ich mich natürlich, dass mir das nicht passiert, aber wenn ich alleine vor mich hinarbeite verlangsamt mich das schon...

@ PradaTeufel:

Danke für deinen langen Kommentar! Zöliakie kann ich nicht haben, ich vertrage Getreide problemlos!

Ich dachte auch mal eine Zeit lang ich möchte einen Job, der mich mehr interessiert (damals interessierte), der mich ein bisschen fordert und mit dem ich sagen kann "Ja, das tu ich gerne, das finde ich gut und wichtig." Mittlerweile möchte ich diese Herausforderung nicht mehr, weil ich daran scheitere. Mir kommt es so vor als verlor ich das Selbstbewusstsein, dass ich mir zuvor mühsam erarbeitet habe. Es hat sich leider auch grundsätzlich vieles in der Sichtweise auf meinen Job/Arbeitsfeld geändert, womit ich wahrscheinlich am meisten zu kämpfen habe.

Du schreibst du wärst nicht darauf gekommen, dass du unter Depressionen leidest, hat sich das bei dir darin geäußert, dass du nicht zufrieden sein konntest?

Ich bin es schon so gewohnt jahrelang so zu tun, als ob alles okay wäre und ich zufrieden bin im Leben und gut klar komme, von meiner momentanen Situationen weiß auch kaum jemand bis niemand. Ich denke vor einem Arzt würden mir plötzlich die richtigen Worte fehlen ":/ Ich möchte das aber angehen und zumindest versuchen, nur weiß ich momentan noch nicht wie, wann, wohin und womit ich anfangen soll.

s)lowfgaxn


Hallo ania87,

danke für Deine Antwort. Hierzu:

Ich habe mit diesem Test begonnen, aber konnte mich dann in den Fragen nicht wieder finden. Ich kann durchaus bei einer Sache bleiben, wenn sie mich interessiert, ich kann auch konzentriert lesen, wenn mich etwas interessiert, ich kann gut zuhören, aber ich verliere sehr schnell das Interesse und sämtliche Konzentrationsfähigkeit, wenn es sich um für mich "Belangloses" handelt.

Das geht übrigens fast allen AD(H)Slern so. Es ist nicht so, dass man sich dann nicht konzentrieren kann. Wenn es einen richtig interessiert, ist man sogar manchmal so sehr bei der Sache, dass man schnell mal anderes vergisst. Man kann sich auch durchaus lange zusammenreissen und manche sogar ein Studium gut absolvieren, aber es kostet sehr viel Kraft und die wird es im LAufe des Lebens immer schwerer aufzubringen.

Aber ich will Dir hier nichts aufquatschen. ;-)

Es gibt ein sehr gutes Buch über ADHS, was das ganze sehr gut erklärt, nämlich, dass die Betroffenen dazu neigen, zu schnell in eine Art Unsicherheitsempfinden geraten, sich zum Beispiel schnell mal angegriffen fühlen (daher auch oft mal wenig Freunde haben) oder sich von Situationen bedroht oder überfordert fühlen, die andere als akzeptabel empfinden. Die Reaktion eines jeden Menschen auf eine (so empfundene) verunsichernde Situation ist entweder freeze (erstarren), fight (einen Konflikt nach aussen tragen) oder flight (flüchten). Die letzten beiden Reaktionen führen zu Hyperaktivität, die erste zu verminderter Aktivität (zu gut deutsch: sich am Liebsten zu Hause die Decke über den Kopf ziehen).

Dies kann aber durchaus auch ein Symptom einer Depression sein. Wenn man aber schon immer solche Probleme hatte, die Gedanken schnell abschweifen oder langweilige Aufgaben schlecht erledigt werden können, weil einem ständig was anderes einfällt, was jetzt interessanter wäre, obwohl man eiegntlich die Aufgabe erledigen möchte, dann kann man eben an ADS denken. Muss man aber nicht. ;-)

sol:ow4gaxn


Ich möchte das aber angehen und zumindest versuchen, nur weiß ich momentan noch nicht wie, wann, wohin und womit ich anfangen soll.

Ich denke, zum einen kannst Du zu einem Hausarzt gehen und nochmal alle Werte abchecken lassen, die vielleicht noch fehlen. Du kanst doch einfach sagen, dass Du ständig müde und kraftlos bist, musst ihm ja nicht alle Probleme schildern.

Ansonsten könnest Du mal versuchen, einen Therapeuten zu finden (kann leider manchmal eien Weile dauern, aber man kann auch Glück haben). Man muss dann eh erst fünf probartorische Sitzugen machen, dass heisst sich kennenlernen, Das kannst Du bei mehreren Therapeuten machen und Du kanst auch schon nach eienr Stunde sagen, dass es doch nichts für DIch ist. Im Zuge solcher Sitzungen kann dann auch generell mal beleuchtet werden, ob Du überhaupt Therapiebedarf hast und wenn, welche Art von Therapie für Dich in Frage käme. Mittelerweile helfen einem auch einige KAssen bei der Suche und zum Beispiel [[http://psychotherapiesuche.de/]] solche Organisationen. Du kannst einfach sagen, dass Du eine Depression vermutest oder ausschliessen willst und sie können Dir hoffentlich helfen, zeitnah jemanden zu finden, der noch freie Plätze hat. Ich denke, wenn es sich bei Dir um eine Depression handelt, ist das eh der Weg. Alles Gute :)*

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