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Depression, Borderline und Ssv

DDeanaAAmbrxose hat die Diskussion gestartet


Hallo Zusammen,

Ich bin 25 Jahre alt. Habe 2 Kinder (3 Jahre und 6 Monate alt) und bin seit 5 Jahren verheiratet. Mein Mann arbeitet auf 3 Schichten. 6 Tage die Woche. Auch am Wochenende und an Feiertagen. Das ist der Grund, warum ich nicht mehr in eine Klinik kann.

Ich leide unter sehr schweren Depressionen, einer Borderline-Störung und ich verletze mich selbst. Ich habe 7 Therapien gemacht und War 2 mal in der Psychiatrie. Momentan nehme ich 80 mg Citalopram am Tag und zusätzlich Diazepam und Trimipramin. Mein größter Wunsch: Glücklich sein. Nicht einfach mal Glücklich sondern vollends glücklich.

Ich trage tiefe abgeheilte Narben an meinem rechten Arm. Mittlerweile gehe ich offen damit um und schäme mich nicht dafür. Ich verstecke sie nicht. Die frischen Narben jedoch verstecke ich vor allen. Besonders meinen Kindern. Nur mein Mann sieht sie oder versorgt mich bzw meine Wunden.

Ich schaffe es nicht aus dem Haus. Meinen Sohn zum Kindergarten zu bringen und abzuholen ist für mich eine Aufgabe, auf die ich mich das ganze Wochenende vorbereiten muss. Innerlich. Alles andere macht mein Mann. Einkaufen, den Haushalt, mit den Kindern spielen und mit ihnen rausgehen. Ich mache nichts, weil ich es nicht kann. Ich bin wie gelähmt. Freundschaften pflege ich lediglich über Handy. Außer zu einer Freundin. Sie ist Krankenschwester und versorgt mich mit nicht käuflichem Verbandsmaterial aus dem Krankenhaus. Manchmal klebt sie mir meine Wunden, weil ich mal wieder die Kontrolle verlor und so tief schnitt, dass ich eigentlich hätte zum Arzt gemusst. Ich kann noch nicht mal aufräumen. Allein dass Chaos zu sehen, macht mich so fertig, dass ich mir die Kopfhörer in die Ohren stecke und Musik höre und daran denke, wie schön der tot doch ist.

Der tot. Er ist nichts. Es ist bestimmt, als würde man schlafen ohne zu träumen. Nix mitbekommen. Nix fühlen. Nix sehen. Einfach schwarz. Wunderschön. Doch es hindert mich etwas an dieser Reise in die Endlose Leere. Meine Kinder, die ihre Mutter brauchen. Wären sie nicht, wäre ich nicht. Ich würde so gerne gehen.

Manchmal stelle ich mir vor, meine Kinder ins Bett zu bringen, die Patentante anzurufen, um auf die Kinder aufzupassen und mich dann ins Auto setzen. Mit wenig Geld. Ziellos durch die Welt. Weg von dem Elend, was ich hier erfuhr. Ich wurde mit 13 vergewaltigt. Mit 16 sexuell missbraucht. Danach hatte ich einen Freund. Er war lieb und half mir mein tief zu überwinden. Ich hörte auf zu schneiden. Wir zogen zusammen und dann War er es, der mir schmerzen zufügte. Er brauch mir mehrfach mehrere Rippen. Wie oft meine Lippe aufgeplatzt war, weiß ich nicht mehr. Er schmiss mich vom Bett und prügelte dann auf mich ein. Er trat mir in den Magen, als ich schon auf dem Boden lag. Er trat mir ins Gesicht. Wenn ich nicht tat, was er wollte, bekam ich das Telefon oder eine Fernbedienung an den Kopf. Er würgte mich bis zur Bewusstlosigkeit. Er schlug meinen Kopf gegen die Wand. Er riss mich vom Sessel und ich knallte mit dem Rücken und Hinterkopf auf. Dann hockte er sich über mich und schlug auf mich ein. Er hat versucht uns umzubringen, als ich mich trennen wollte. Er verbot mir weiter zu meiner Therapeutin zu gehen. Er ließ mich hungern. Am Ende wog ich 43 Kilo. Mein Mann war unser Nachbar und wurde auf meine schreie aufmerksam. Er schleuste sich als Freund meines Freundes bei uns ein. Ich wollte nicht mit meinem Freund schlafen. Also zwang er mich Drogen zu nehmen, die mich gefügig machten. Letztendlich rettete mich mein Mann. Nahm mich bei sich auf. Das ist bei weitem nicht alles, was mir passiert ist.

Ich schaffe nichts mehr. Ich liege den ganzen Tag auf der Couch wenn mein Mann da ist und denke darüber nach, wie schön der tot doch wäre.

Ich habe bereits amitrytrilin, opipramol, mirtazapin, Citalopram, Lormetazepam, Bromazepam, Diazepam, Trimipramin und einiges anderes ausprobiert. Ich habe sogar eine Hypnose Therapie gemacht und es mit Homöopathie versucht. Doch nichts hilft mir. Der tot und die selbstverletzung beschäftigen mich jeden Tag. Ich tue nur das, was ich tun muss.

Am 09.05 habe ich erneut einen Termin bei einem Neurologen/Psychiater. Ein neuer verkrampfter Versuch nach Hilfe zu suchen. Ich habe vergessen, wie es ist, glücklich zu sein. Ich habe vergessen, wie es ist, zu leben. Ich glaube, ich werde nie wieder glücklich. Und wenn meine Kinder alt genug sind, um für sich selbst zu sorgen, weiß ich, dass ich einst durch meine eigene Hand sterben werde.

Ich will dieses Leben nicht führen. Ich war nie unglücklicher als jetzt. Eine Therapeutin hat mich abgelehnt mit der Begründung: "Nicht therapierbar"

Gibt es hier irgendjemanden, der so tief in einer Depression steckte und es daraus geschafft hat? Ich will nicht die sein, die ich mal War. Ich weiß, dass das nicht mehr geht. Aber ich wünsche mir Lebensmut. Lebenswillen und Lebensfreude. Aber ich werde wohl immer so leben müssen wie jetzt. Mich um die Kinder kümmern, sie bedingungslos lieben und ihnen das Leben geben, welches mir verwährt blieb. Doch was ich mir wirklich wünsche, bleibt auf der Strecke

Ich habe große Flügel und ich habe versucht zu fliegen. Doch ich hatte ketten an den Beinen. Ich habe immer wieder meine Flügel ausgebreitet, doch die Ketten zwangen mich zu Boden. Ich habe es aufgegeben und meine Flügel angelehnt. Und mich damit abgefunden, nie wieder fliegen zu können.

Antworten
Sbchwe6den2x009


Hallo Deana,

ich selber kann leider nichts zu einer Besserung beitragen :°_ aber du hast mir noch einmal mehr gezeigt, wie es auch einer lieben Freundin von mir geht :°( ebenfalls Borderliner (mit ähnlicher Vergangenheit), mit akuten Selbstmordabsichten bzw. Versuchen. Ihre Abstände werden immer kürzer und wir alle hilfloser. Ich kann dir nur raten dich weiterhin therapieren zu lassen und dich medikamentös einstellen zu lassen, um zumindest für deine Kinder über "die Runden" zu kommen :°(

Ich hoffe sehr, dass es für dich doch noch einmal erträglicher wird und deine Absichten schwinden! Fühl dich lieb gedrückt!

Schweden

PFlüscqhbiesxt


Wäre ein Neuanfang in einer anderen Gegend etwas, was dir wieder neue Energie zum Leben geben würde?

Zusätzlich zu einer Therapie?

D!eana'AmbrFose


Danke Schweden

_______________________

Ich kann mir nicht vorstellen, ohne meine Kinder und meinen Mann zu leben. Mein Mann hat hier feste Arbeit mit wirklich gutem Gehalt. Über Geld müssen wir uns nie sorgen machen. Aber eine Arbeit die SO gut bezahlt wird, findet er nie wieder. Und dann ist da noch meine Mutter. Die ganz alleine lebt und nur uns hat. Und jetzt leider auch mein Schwiegervater. Leider verloren wir meine Schwiegermutter letzten Monat. Mein Mann ist sein einziger Sohn. Wir seine einzige Familie. Wir können nicht weg.

ezsZtax1


Momentan nehme ich 80 mg Citalopram am Tag

Wer verschreibt Dir den sowas? Die Höchstdosis pro Tag liegt bei 40mg!

[[http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/nachricht-detail/neue-maximaldosis-fuer-citalopram/?L=0%3Ft%3Ft%3Ft%3D1%3Ft%3D1%3Ft%3D1%3Ft%3D1?t=1]]

A2pmfelw|ein}82


Nicht einfach mal Glücklich sondern vollends glücklich.

Ich habe den Eindruck, dass du dir Ziele steckst, die unrealistisch sind. Unter einer Persönlichkeitsstörung und schweren Depressionen leiden, nach 7 Therapien das selbstverletzende Verhalten noch nicht einstellen können und dann nicht nur glücklich sondern vollends glücklich sein zu wollen zeigt auch die Extremen in denen du lebst, 0 oder 1, an oder aus, schwarz oder weiß und erkennst dazwischen die Grautöne nicht. Bei allem was du erlebt hast, ist es dennoch kontraproduktiv immerzu von Selbstmord zu sprechen, ohnehin zu wissen, dass du irgendwann durch deine eigene Hand sterben wirst. Wenn du davon so überzeugt bist warum machst du dann die Therapien? Also irgendwas scheint ja zu sein was dich zurück hält. Du solltest dir kleine Ziele stecken und die auch schrittweise erreichen und dir damit im Leben eine Basis schaffen.

Adpfe.lweixn82


Wer verschreibt Dir den sowas? Die Höchstdosis pro Tag liegt bei 40mg!

[[http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/nachricht-detail/neue-maximaldosis-fuer-citalopram/?L=0%3Ft%3Ft%3Ft%3D1%3Ft%3D1%3Ft%3D1%3Ft%3D1?t=1]]

Das verschreibt ein Facharzt der aufgrund der vorliegenden Befunde entscheidet welche Dosen möglich sind, was notwenig ist. Citalopram gibt es auch als 100mg Tabletten.

DVeanaAmYbrosxe


Ich mache das alles wegen meiner Kinder. Ich will das sie das Leben führen können, welches mir verwehrt blieb. In ihrem Alter die Mutter zu verlieren, ist daher kontraproduktiv. Obwohl ich es mir so sehr wünsche.

Auch wegen meiner Kinder begebe ich mich erneut in eine Therapie. Ich hatte mir geschworen, nach all den Fehlversuchen, nie wieder eine Therapie zu machen. Aber jetzt, wo ich so nah am Abgrund stehe und mich so extrem selbst verletze, hab ich gesehen, dass ich ohne Hilfe einfach nicht raus komme. Ich habe die minimale Hoffnung, dass meine Selbstmordgedanken und Absichten schwinden und ich einen normalen Alltag bewältigen kann.

Ich habe auch mit meinem Mann gesprochen. Kann mir so nicht geholfen werden, begebe ich mich nochmal in eine Klinik. Er fällt auf der Arbeit aus, wird aber über die Krankenkasse bezahlt. So war es auch die zwei Male, als unsere Tochter im Krankenhaus lag. Sie hat leider einen kleinen Herzfehler.

Und du hast recht. Ich sehe nur schwarz und weiß. Es gibt nur 2 extreme für mich und in einem befinde ich mich dauerhaft. Ich weiß zwar, dass es dazwischen auch noch was gibt, aber ich hab vergessen wie es ist. Und es scheint mir so fern, wieder normal sein zu können.

A*pfelAweinO82


Du bist noch sehr jung und auch wenn es jetzt nicht so scheint und du dich in einer schwierigen Phase befindest, heißt das nicht, dass das dein Leben lang so sein wird. Erkrankungen verändern sich, die können besser werden, schlechter werden, gleich bleiben. Dennoch lohnt es sich dafür zu kämpfen, dass etwas besser werden kann. Du durchläufst ein tiefes Tal und dafür gibt es Therapeuten und Ärzte die dich an die Hand nehmen und mit dir diesen Weg gehen. Das Leben ist nicht fair, für den einen mehr für den anderen weniger. Das was andere verbockt haben kannst du zu lasten deiner Gesundheit ausbaden. Aufgeben sollte aber keine Option sein dafür hat das Leben auch viele schöne Seiten zu bieten.

d$o;bbysxlave


Ich will nur nochmal kurz dalassen das ich es sehr gut nachvollziehen kann wie es dir geht.

ich habe selber borderline und 3 kleine kinder, bin 38j.

zwar bin ich noch halbwegs in der lage meine tgl aufgaben zu erledigen aber mich überrollen auch mehrmals täglich wellen der depression, und ich habe mehrmals täglich todessehnsucht. fantasien, alpträume.

ich suche im netz nach bls und selbstmord. scheine eine berechtigung zu suchen.

und das obwohl mir nicht mal was schlimmes passiert ist wie dir (gewalt, sexueller misbrauch), jedenfalls nichts was ich wüsste. ich hab also keine berechtigung auf borderline

ich leide unter panikattacken. habe extreme ängste und bin teilweise auch wie gelähmt. nicht in der lage zu sprechen.

ich mache eine private therapie, hab eine total liebe therapeutin gefunden.

ich geh da mehrmals pro woche hin. kostet ein heidengeld natürlich (mein ganzes gehalt geht da bei drauf aber das ist egal. wenn ich leben muss dann brauch ich das ) und ich empfinde trotzdem alsob es nicht reicht alles. im endeffekt warte ich am ende der stunde bis die nächste anfängt und alle 2 wochen steh ich wieder vor der entscheidung ob ich weiter mache, hab so massive widerstände dann an therapie, sie läuft gegen eine wand, unddurchdringbar. und ich werfe ihr sachen an den kopf die nicht stimmen. bin gemein, ich kann sie dann nicht glauben, sage sie lügt. und geh dann aus der therapie richtig schlecht. ist für uns beide nicht einfach. bis jetzt hab ich immer noch den dreh bekommen, bin wieder zu ihr und sie steht zu mir. sagt das ist teil der störung. sie nimmt das nicht persönlich, oder versuchts.

auch im moment gehts einfach so schlecht. und ich denke ich bin nicht therapierbar und nicht heilbar und alles hat einfach gar kein sinn.

fazit, ich bleibe am leben heute abend wegen meinem mann und den kindern.

es ist ein reines aushalten. besserung nicht in sicht.

sehne mich nach der nächsten therapiestunde und weiss das ich zu 90% eh nichts sinnvolles rausbekommen werde.

und im besten falle lebe ich bis dahin in einen zustand knapp unter neutral, im schlimmsten zustand weit unten, glück fern zu suchen.

was will ich damit sagen? du bist nicht alleine...

auch wenn ich dir keine hilfe geben kann wie du da raus kommst. aber du bist nicht alleine

D_eanbaAm)bro2sxe


:°( :°( :°( :°( :°( :°( :°( :°( :°(

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