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Wie wird man sozial kompetent und charismatisch?

L>ichtABmH orizoxnt


@ Borlag

Das wäre, in der Theorie, ja noch eine der 'besseren' Ursachen, denn man könnte dieses Problem, in der Theorie, lösen.

Glaubst Du es gibt auch andere Ursachen?

Ist dein Kopf denn voll von Gedanken in diesen Stresssituationen und dadurch wirst du quasi blockiert?

Schwer zu sagen, es geht ja so schnell... Es ist wie wenn zwei Zahnräder ineinander parallel laufen und eins davon plötzlich stoppt. Dann quietscht und knirscht es, und beide Zahnräder stehen... Und die Zeit läuft ohne mich weiter.

B)or9laxg


Glaubst Du es gibt auch andere Ursachen?

Ich denke, dass in meinem Fall mein Gehirn einfach nicht leistungsfähig genug ist. Es funktioniert nicht so gut wie das von anderen Menschen. Es verarbeitet weniger Informationen und diese auch langsamer.

Schwer zu sagen, es geht ja so schnell... Es ist wie wenn zwei Zahnräder ineinander parallel laufen und eins davon plötzlich stoppt. Dann quietscht und knirscht es, und beide Zahnräder stehen... Und die Zeit läuft ohne mich weiter.

Aber du könntest, würdest du dir die Zeit nehmen, noch richtig über das, was du sagen möchtest nachdenken? Oder ist es eine volle Blockade?

L,ichXtAumHo8riOzont


@ Borlag

Ich denke, dass in meinem Fall mein Gehirn einfach nicht leistungsfähig genug ist. Es funktioniert nicht so gut wie das von anderen Menschen. Es verarbeitet weniger Informationen und diese auch langsamer.

Das tut meins auch. Ich bin einfach langsamer. Ich kann mir nicht so viel merken wie andere. Ich kann mich schlecht (und nur kurz) konzentrieren. Brauche mehr Pausen als andere. Ich glaube aber nicht, dass das grundsätzlich an fehlender Intelligenz liegt. Ich glaube eher, dass eine von Angst geprägte Kindheit bestimmte Areale im Gehirn verkleistert hat. Und zwar irreparabel. Aber ich habe damit zu leben gelernt… Ich habe eine Arbeit, bei der sich die Abläufe ständig wiederholen und ich nur noch meine einprogrammierten Standardabläufe abrufen muss. (Der Weg dahin war allerdings buckelig und anstrengend wie nichts Gutes… Denn es gab ja mal den ersten Tag, die ersten Wochen, die ersten Anrufe, die ich noch nicht zu beantworten wusste… grauenvoll.)

Aber du könntest, würdest du dir die Zeit nehmen, noch richtig über das, was du sagen möchtest nachdenken? Oder ist es eine volle Blockade?

Nein, nur zeitweise, mit mehr Zeit würde das hinhauen. Deshalb kann ich super schreiben, aber ganz schlecht sprechen. Ich kann schlecht mit unvorhersehbarem umgehen und mit allem, was eine spontane Reaktion erfordert.

Ich habe mein Gehirn daher, so gut es geht, für wiederkehrende Standardsituationen regelrecht programmiert - um auf Dein Beispiel mit der Uhr zurückzukommen: Die Programmierung heißt, wenn jemand nach der Uhrzeit fragt, guck einfach auf Deine Armbanduhr und lies ab. Ich habe mir auch für andere Situationen, in denen ich früher wortlos und ratlos dastand, Programmierungen überlegt. Beispielsweise, wenn mich auf der Straße irgendein Umfrage-Fuzzi anspricht oder jemand nach Kleingeld fragt (ich aber keins geben will). Dazu habe ich mir die Situationen, wenn ich sie mal wieder verbaselt hatte, gemerkt und zu Hause praktisch die "richtige", gewollte Reaktion eingeübt.

Leider begegnet man ja auch oft genug Situationen, die man noch nicht kennt, da endet es dann wieder in "äääääh….." oder einer dusseligen Antwort. %-|

B6or_lag


Das tut meins auch. Ich bin einfach langsamer. Ich kann mir nicht so viel merken wie andere. Ich kann mich schlecht (und nur kurz) konzentrieren. Brauche mehr Pausen als andere. Ich glaube aber nicht, dass das grundsätzlich an fehlender Intelligenz liegt. Ich glaube eher, dass eine von Angst geprägte Kindheit bestimmte Areale im Gehirn verkleistert hat. Und zwar irreparabel.

Die tatsächliche Ursache können wir wohl nicht ergründen. Ich weiß zwar, dass negative Erfahrungen Gehirnstrukturen dauerhaft negativ verändern können, aber ob Probleme in der Kindheit die körperlichen Fähigkeiten (und nicht nur das Verhalten) für den Rest des Lebens so maßgeblich beeinflussen?

Nein, nur zeitweise, mit mehr Zeit würde das hinhauen. Deshalb kann ich super schreiben, aber ganz schlecht sprechen. Ich kann schlecht mit unvorhersehbarem umgehen und mit allem, was eine spontane Reaktion erfordert.

Ich habe mein Gehirn daher, so gut es geht, für wiederkehrende Standardsituationen regelrecht programmiert - um auf Dein Beispiel mit der Uhr zurückzukommen: Die Programmierung heißt, wenn jemand nach der Uhrzeit fragt, guck einfach auf Deine Armbanduhr und lies ab. Ich habe mir auch für andere Situationen, in denen ich früher wortlos und ratlos dastand, Programmierungen überlegt. Beispielsweise, wenn mich auf der Straße irgendein Umfrage-Fuzzi anspricht oder jemand nach Kleingeld fragt (ich aber keins geben will). Dazu habe ich mir die Situationen, wenn ich sie mal wieder verbaselt hatte, gemerkt und zu Hause praktisch die "richtige", gewollte Reaktion eingeübt.

Leider begegnet man ja auch oft genug Situationen, die man noch nicht kennt, da endet es dann wieder in "äääääh….." oder einer dusseligen Antwort. %-|

Wie du es da geschafft hast dich nicht zu isolieren und sogar einer Arbeit nachgehst kann ich nicht begreifen :-o

zxep


Ist dir schon aufgefallen, dass nicht alle Menschen um dich herum sozial kompetent und charismatisch sind? Trotzdem kommen die meisten zurecht. Vielleicht wäre "halbwegs klarkommen" ein realistischeres Ziel. Nach weit entfernten Sternen zu greifen ist evtl auch eine unbewusste Vermeidungsstrategie um sich letztlich gar nicht bewegen zu müssen?

LQi,clhtAmHori;zxont


@ Borlag

Soweit ich weiß, können ständige negative (Kindheits)erfahrungen das Gehirn durchaus physisch verändern… Mit viel Training könnte man stellenweise sicherlich etwas korrigieren, aber an den "Normalzustand" wird man wohl nie herankommen.

[[http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/stress/symptome/bitte-entspannen-stress-laesst-das-gehirn-schrumpfen_id_4250445.html Ein interessanter Artikel dazu.]]

Ich glaube, alles, was da drin steht, trifft auf mich zu…

Wie du es da geschafft hast dich nicht zu isolieren und sogar einer Arbeit nachgehst kann ich nicht begreifen :-o

Weil ich muss. Weil ich keine Wahl habe. Weil die Angst, ein nichtarbeitender Vollversager zu sein größer ist als die Angst zu arbeiten. Ein angstgesteuertes Leben also… Selbst vieles von dem, was ich aktiv tue, entspringt letztlich nur der Angst vor den Folgen des Nichttuns...

Bhorlxag


Ist dir schon aufgefallen, dass nicht alle Menschen um dich herum sozial kompetent und charismatisch sind?

Trotzdem kommen die meisten zurecht.

Die Wenigen, die ich kenne, die nicht sozial kompetent sind kommen ebenfalls nicht zurecht.

Vielleicht wäre "halbwegs klarkommen" ein realistischeres Ziel. Nach weit entfernten Sternen zu greifen ist evtl auch eine unbewusste Vermeidungsstrategie um sich letztlich gar nicht bewegen zu müssen?

Ich weiß es nicht. Ich kann mir derzeit eben kein erreichbares Leben vorstellen, das ich anstreben will.

Der dumme, einsame, gelangweilte Loser ohne Geld werde/bin ich auch ohne an mir zu arbeiten/ohne eine Therapie zu machen.

Daher die Suche nach etwas Erstrebenswertem.

Soweit ich weiß, können ständige negative (Kindheits)erfahrungen das Gehirn durchaus physisch verändern… Mit viel Training könnte man stellenweise sicherlich etwas korrigieren, aber an den "Normalzustand" wird man wohl nie herankommen.

[[http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/stress/symptome/bitte-entspannen-stress-laesst-das-gehirn-schrumpfen_id_4250445.html Ein interessanter Artikel dazu.]]

Ich glaube, alles, was da drin steht, trifft auf mich zu…

Ich hatte zumindest gehofft, dass durch die Behandlung von psychischen Problemen auch deren schlimmste Symptome verschwinden. Mit andauernder kognitiver Einschränkung und Verhaltensdefiziten im sozialen Bereich lässt sich nun wirklich nichts erreichen. In der Hinsicht ist eine solche Form der Depression ja ein Garant für ein beschissenes Leben. Aber naja, man soll ja die Klappe halten und die Glücklichen nicht stören...ansonsten ist man, unabhängig vom Inhalt der eigenen Aussage, ja nur ein "Jammerlappen".

Weil ich muss. Weil ich keine Wahl habe. Weil die Angst, ein nichtarbeitender Vollversager zu sein größer ist als die Angst zu arbeiten. Ein angstgesteuertes Leben also… Selbst vieles von dem, was ich aktiv tue, entspringt letztlich nur der Angst vor den Folgen des Nichttuns...

Das tut mir Leid für dich :-| Auch hier sind wir uns, denke ich, wieder ähnlich: Die Wahl zwischen "Mist" und "größerem Mist".

LaichtAUmHor"izonxt


@ Borlag

Mit andauernder kognitiver Einschränkung und Verhaltensdefiziten im sozialen Bereich lässt sich nun wirklich nichts erreichen. In der Hinsicht ist eine solche Form der Depression ja ein Garant für ein beschissenes Leben.

Ach, na ja, so beschissen finde ich mein Leben nicht. An manchen Stellen natürlich schwieriger und anstrengender als für andere. Aber ich sehe mich nicht am unteren Ende der Skala. Und finde, für das, was ich mit mir herumschleppe, habe ich schon mehr hinbekommen als ich je gedacht hätte. Die meisten Kollegen um mich herum, die denselben Job machen wie ich, haben diese Defizite nicht, und trotzdem auch "nur" das erreicht, was ich erreicht habe.

SSa1ldo


Ich glaube eher, dass eine von Angst geprägte Kindheit bestimmte Areale im Gehirn verkleistert hat.

Die Angst hat dir bestimmte Muster eingeprägt, denen Du heute noch folgst, weil deine Kindheit das Fundament deines Handelns ist. Muster, die dir damals als Kind geholfen haben, zu überleben, brauchst Du heute nicht alle mehr. Das weiss aber dein Unterbewusstsein nicht. Das weiß dein Körper nicht. Der ist noch immer so von dir programmiert.

Und zwar irreparabel.

Die gute Nachricht ist, dass das damals Entscheidungen von Dir waren. Und Entscheidungen kann man revidieren. Du kannst Deine Muster erkennen, auflösen und Dir neue Entscheidungen zurechtlegen. Mit der richtigen Therapie.

Dann wird das Muster verschwinden, die Angst wird nicht mehr Deine Blockade sein und Du kannst neue Wege gehen - die Dir eventuell wieder Angst machen können, weil sie neu sind. Aber das gehört nunmal dazu und dann weisst Du ja auch, wie Du damit umgehen kannst.

B)ri>gie


Niemals einreden oder einreden lassen, dass psychische Probleme durch Organveränderung wie "Hirnschrumpfung" nun irreparabel sind!

Das hat man früher auch von bspw. durch Alkohol unwiderbringlich erstörten Hirnzellen behauptet: die Hirnleistungen wären für immer weg. Inzwischen weiß man aber, dass das Gehirn selbst bis zu einem gewissen Grad neue Zellen bilden und sich somit selbst wieder herstellen kann.

PEocketMxouse


Guten Morgen,

ich halte mich für einen selbstbewussten, glücklichen, fröhlichen und charismatischen Menschen. Ich habe Selbstvertrauen und finde mich insgesamt ziemlich gut.

Es gibt Menschen die mich mögen und ich stelle auch immer wieder fest, dass ich beim anderen Geschlecht ankomme.

Nun denkst du wahrscheinlich - "Na herzlichen Glückwunsch, schön für dich"

Aber ich kenne das was du beschreibst alles. Ich habe die "Sozialkompetenz" auch eher mühsam erlernt und lerne das immer noch. Wie vermutlich viele andere Menschen auch. Mir war das von zuhause auch nicht gegeben und ich bin aus unterschiedlichen Gründen immer wieder gescheitert bzw. kam komisch rüber, habe genervt... Und mir passiert das noch immer. Ich rede furchtbar viel. Und wenn ich unsicher bin und nicht weiß was ich sagen soll, rede ich noch mehr. Und es passiert mir immer noch, dass ich denke "Gottogott was war das denn". |-o ;-D

Aber die Situationen ähneln sich ja immer wieder. Und meine Schubladen mit "gelungenen Reaktionen" sind immer voller. Ich habe also ein großes Repertoire an "Vokabeln" für alle möglichen Situationen und weiß auch, dass meine verwendete Vokabel gerade passend ist. Ich fühle mich somit sicher in der Situation und das merkt das Gegenüber auch. Da ich nicht nach einer passenden Vokabel suchen muss, habe ich Kapazität frei um ein Lächeln oder einen kleinen Spruch einzubauen. Wenn eine Situation dann doch anders oder neu ist und ich merke ich komme ins Schwimmen oder ich stelle nachher fest "Huihuihui das war jetzt nicht so super" dann verbuche ich das als "Vokabellernen". Das ist eben eine Erfahrung aus der man etwas mitnimmt.

B=rigxie


Da ich nicht nach einer passenden Vokabel suchen muss, habe ich Kapazität frei um ein Lächeln oder einen kleinen Spruch einzubauen..

Genau. Und das lenkt gleichzeitig auch etwas ab von der permanenten Selbstbeobachtung.

dann verbuche ich das als "Vokabellernen". Das ist eben eine Erfahrung aus der man etwas mitnimmt

Richtig! Es einfach als normal anzusehen, entspannt.

P*ocket/Mousxe


Wo ist Borlag eigentlich hin?

Selbstbeobachtung... Naja. Es ist ja nicht verkehrt sich selbst zu reflektieren. Man kann sich ja fragen, was man hätte besser / anders machen können.

Bwr#igxie


Ich meine natürlich nur die Selbstbeobachtung, die einen befangen macht und daran hindert, die Dinge und Menschen um sich herum wahrzunehmen.

Pvoc>ketMmou]se


Vielleicht ist es eine Frage der Sicht auf sich selbst. Wie wohlwollend man auf sich schaut?

Ich gucke gerne, wie Menschen sich verhalten. Wie agieren sie, wie reagieren sie. Wie agiere ich. Welche Reaktion löst das aus? Wie fühle ich mich mit der Reaktion? Welche Menschen zieht das an? Wie wäre ich gerne? Wie werde ich so.

Das ist doch spannend. Gerade das "wie wäre ich gerne" finde ich sehr spannend.

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