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Wie wird man sozial kompetent und charismatisch?

Bborolag


Ach, na ja, so beschissen finde ich mein Leben nicht. An manchen Stellen natürlich schwieriger und anstrengender als für andere. Aber ich sehe mich nicht am unteren Ende der Skala.

Über dein Leben wollte ich auch gar nicht urteilen. Die Aussage bezog sich eher darauf, dass ich mir, für mich, kein erstrebenswertes Leben vorstellen kann, sofern all meine Defizite bleiben. Und das habe ich dann auf eine nicht näher definierte Masse projiziert, die in der exakt selben Situation stecken und das somit ähnlich sehen würden. Und da gehörst du ja womöglich gar nicht zu, selbst wenn es hier scheint als wären unsere Situationen ähnlich.

Und finde, für das, was ich mit mir herumschleppe, habe ich schon mehr hinbekommen als ich je gedacht hätte. Die meisten Kollegen um mich herum, die denselben Job machen wie ich, haben diese Defizite nicht, und trotzdem auch "nur" das erreicht, was ich erreicht habe.

Das ist absolut richtig und habe ich auch nicht bezweifeln wollen!

Die gute Nachricht ist, dass das damals Entscheidungen von Dir waren. Und Entscheidungen kann man revidieren. Du kannst Deine Muster erkennen, auflösen und Dir neue Entscheidungen zurechtlegen. Mit der richtigen Therapie.

Dann wird das Muster verschwinden, die Angst wird nicht mehr Deine Blockade sein und Du kannst neue Wege gehen - die Dir eventuell wieder Angst machen können, weil sie neu sind. Aber das gehört nunmal dazu und dann weisst Du ja auch, wie Du damit umgehen kannst.

Im verlinkten Artikel und der dazugehörenden Studie wird das aber anders dargestellt. Und zwar, dass es nicht nur um Verhaltensmuster geht.

Guten Morgen,

ich halte mich für einen selbstbewussten, glücklichen, fröhlichen und charismatischen Menschen. Ich habe Selbstvertrauen und finde mich insgesamt ziemlich gut.

Es gibt Menschen die mich mögen und ich stelle auch immer wieder fest, dass ich beim anderen Geschlecht ankomme.

Nun denkst du wahrscheinlich - "Na herzlichen Glückwunsch, schön für dich"

Ja! ;-D

Aber ich kenne das was du beschreibst alles. Ich habe die "Sozialkompetenz" auch eher mühsam erlernt und lerne das immer noch. Wie vermutlich viele andere Menschen auch. Mir war das von zuhause auch nicht gegeben und ich bin aus unterschiedlichen Gründen immer wieder gescheitert bzw. kam komisch rüber, habe genervt... Und mir passiert das noch immer. Ich rede furchtbar viel. Und wenn ich unsicher bin und nicht weiß was ich sagen soll, rede ich noch mehr. Und es passiert mir immer noch, dass ich denke "Gottogott was war das denn". |-o ;-D

Aber die Situationen ähneln sich ja immer wieder. Und meine Schubladen mit "gelungenen Reaktionen" sind immer voller. Ich habe also ein großes Repertoire an "Vokabeln" für alle möglichen Situationen und weiß auch, dass meine verwendete Vokabel gerade passend ist. Ich fühle mich somit sicher in der Situation und das merkt das Gegenüber auch. Da ich nicht nach einer passenden Vokabel suchen muss, habe ich Kapazität frei um ein Lächeln oder einen kleinen Spruch einzubauen. Wenn eine Situation dann doch anders oder neu ist und ich merke ich komme ins Schwimmen oder ich stelle nachher fest "Huihuihui das war jetzt nicht so super" dann verbuche ich das als "Vokabellernen". Das ist eben eine Erfahrung aus der man etwas mitnimmt.

Das ist eine motivierende Einstellung. Allerdings klingt es nicht danach als seist du "langsam". Da würde ich lieber ohne Punkt und Komma reden können, als das mir komplett die Worte fehlen ;-D Aber naja . . . das Gras auf der anderen Seite und so . . .

Vorgefertigte Antworten und Reaktionen habe ich zum Teil auch, aber die wirken stark verkrampft (sind sie ja auch) und unecht.

Wo ist Borlag eigentlich hin?

Mir ging es die vergangenen Tage nicht so gut, daher meine Abwesenheit.

P#ocSketqMouIse


Das ist eine motivierende Einstellung. Allerdings klingt es nicht danach als seist du "langsam". Da würde ich lieber ohne Punkt und Komma reden können, als das mir komplett die Worte fehlen ;-D Aber naja . . . das Gras auf der anderen Seite und so . . .

Vorgefertigte Antworten und Reaktionen habe ich zum Teil auch, aber die wirken stark verkrampft (sind sie ja auch) und unecht.

Nein, langsam bin ich nicht. ;-D Ich wäre manchmal gerne etwas schweigsamer. |-o

Verkrampft und unecht? Dann versuche es doch mal mit echten Antworten. Kannst du Situationen nennen?

Mich hat neulich ein Typ angesprochen. Ich stand im Einkaufscenter rum und war etwas schlecht gelaunt, weil mein Handy kaputt war und meine Freundin nicht kam und ich nicht wusste ob ich nun noch länger warten sollte oder nicht. Außerdem war ich gerade ganz frisch getrennt und hatte einen mega miesen Tag.

Dann kam ein wahnsinnig unsicherer "komischer" Typ auf mich zu und fing an mir Komplimente zu machen. Dabei stupste er mich die ganze Zeit an. Ich fand das furchtbar unangenehm und aufdringlich und er war dabei auch so schrecklich ungeschickt dass mit die Stupserei schon weh tat und zu dicht war er auch und Urgähs.

Entsprechend abweisend habe ich reagiert. Er entschuldigte sich für die Störung und sagte dann, dass er eine Therapie mache in der er lerne fremde Frauen anzusprechen und sich selbst zu überwinden. Dabei hörte er auf gegen meinen Oberarm zu schlagen, seine Gesichtszüge entspannten sich und er wurde total sympathisch. Wenn ich nicht gerade so unfassbar schlecht gelaunt gewesen wäre, wäre ich mit ihm einen Kaffee trinken gegangen.

Er hat vermutlich gedacht "Oh Gott ich habe total versagt, sie hält mich jetzt für total bescheuert." Mir tut das voll Leid, denn der "Schuldige" war in dem Moment ich. Da hätte Prinz Harry persönlich vorbei kommen können, ich war so schlecht gelaunt.

Was ich damit sagen will? Offenheit gewinnt. Jeder kennt das, dass er in bestimmten Situationen völlig unsicher wird. Niemand ist von Geburt an immer souverän. Schwächen zuzugeben ist sympathisch. Zu sich selbst stehen ist beeindruckend.

Was spricht dagegen zu sagen "Ähhhhhhhhhhh... Sorry... Ich bin immer etwas überfordert wenn man mich so spontan anspricht... Also... Uhrzeit... Moment... 15 Uhr..."

Burigixe


Vielleicht ist es eine Frage der Sicht auf sich selbst. Wie wohlwollend man auf sich schaut?

Ich gucke gerne, wie Menschen sich verhalten. Wie agieren sie, wie reagieren sie. Wie agiere ich. Welche Reaktion löst das aus? Wie fühle ich mich mit der Reaktion? Welche Menschen zieht das an? Wie wäre ich gerne? Wie werde ich so.

Das ist doch spannend. Gerade das "wie wäre ich gerne" finde ich sehr spannend.

PocketMouse

Sicher doch. Aber dann leidest du ja nicht darunter wie borlag.

smofi9a34-3-9 jahrxe alt


arbeite eine Zeitlang als Verkäufer notfalls falls du deinen vollzeitjob nicht aufgeben möchtest arbeite abends auf Minijob Basis als Verkäufer da lernst du mit menschen umzugehen ob du willst oder nicht

s&opfia3A4-39 jVahrex alt


mein beitrag ist auf die fadensfrage bezogen

P{oWckVetMoxuse


Sicher doch. Aber dann leidest du ja nicht darunter wie borlag.

Nein, ich leide nicht. Aber das Leiden kann man halt nur beenden, wenn man beginnt auf sich selbst wohlwollender und toleranter zu blicken.

B#orlxag


Verkrampft und unecht? Dann versuche es doch mal mit echten Antworten. Kannst du Situationen nennen?

Tja, wenn das mal so einfach wäre :=o Wenn dein Kopf in Gesprächssituationen vollkommen leer ist und du nur mit vorgefertigten Antworten um dich wirfst ist das eben unecht. Ein Lächeln oder charmanten Spruch einbauen funktioniert nicht, wenn man sich unwohl fühlt.

Mich hat neulich ein Typ angesprochen. Ich stand im Einkaufscenter rum und war etwas schlecht gelaunt, weil mein Handy kaputt war und meine Freundin nicht kam und ich nicht wusste ob ich nun noch länger warten sollte oder nicht. Außerdem war ich gerade ganz frisch getrennt und hatte einen mega miesen Tag.

Dann kam ein wahnsinnig unsicherer "komischer" Typ auf mich zu und fing an mir Komplimente zu machen. Dabei stupste er mich die ganze Zeit an. Ich fand das furchtbar unangenehm und aufdringlich und er war dabei auch so schrecklich ungeschickt dass mit die Stupserei schon weh tat und zu dicht war er auch und Urgähs.

Entsprechend abweisend habe ich reagiert. Er entschuldigte sich für die Störung und sagte dann, dass er eine Therapie mache in der er lerne fremde Frauen anzusprechen und sich selbst zu überwinden. Dabei hörte er auf gegen meinen Oberarm zu schlagen, seine Gesichtszüge entspannten sich und er wurde total sympathisch. Wenn ich nicht gerade so unfassbar schlecht gelaunt gewesen wäre, wäre ich mit ihm einen Kaffee trinken gegangen.

Er hat vermutlich gedacht "Oh Gott ich habe total versagt, sie hält mich jetzt für total bescheuert." Mir tut das voll Leid, denn der "Schuldige" war in dem Moment ich. Da hätte Prinz Harry persönlich vorbei kommen können, ich war so schlecht gelaunt.

Der "Schuldige" war er, weil man nicht einfach so Leute in der Öffentlichkeit anstupst.

Eine Frage allgemein: Sind solche "Aufgaben" üblich bei Therapien? X Leute auf der Straße ansprechen? Das fände ich furchtbar :-X

Was ich damit sagen will? Offenheit gewinnt. Jeder kennt das, dass er in bestimmten Situationen völlig unsicher wird. Niemand ist von Geburt an immer souverän. Schwächen zuzugeben ist sympathisch. Zu sich selbst stehen ist beeindruckend.

Was spricht dagegen zu sagen "Ähhhhhhhhhhh... Sorry... Ich bin immer etwas überfordert wenn man mich so spontan anspricht... Also... Uhrzeit... Moment... 15 Uhr..."

Weil es nicht meine Stärke ist Schwächen zuzugeben ( *:) ). Dann würde ich mich ununterbrochen entschuldigen, da würde ich diese Schwäche doch lieber korrigieren.

arbeite eine Zeitlang als Verkäufer notfalls falls du deinen vollzeitjob nicht aufgeben möchtest arbeite abends auf Minijob Basis als Verkäufer da lernst du mit menschen umzugehen ob du willst oder nicht

:-X Auch das wäre der totale Albtraum. Einen Job habe ich allerdings sowieso nicht und ich bin sowieso für nichts geeignet. Nur frage ich mich, ob mich überhaupt jemand für so eine Stelle nehmen würde ":/

LTichRtAmHOor(izxont


@ Borlag

Weil es nicht meine Stärke ist Schwächen zuzugeben ( *:) ). Dann würde ich mich ununterbrochen entschuldigen, da würde ich diese Schwäche doch lieber korrigieren.

;-D ;-D ;-D Ich glaube Du übertreibst… :-D

sHofia34y-39[ jahrfe alt


ich spreche aus Erfahrung

nach 2 Wochen im verkauf in einem weinladen in Berlin hatte ich DIE soziale Kompetenz pur alle kunden und kollegen liebten mich und ich liebte sie.

vor den 2 Wochen hatte ich null soziale Kompetenz, dachte wie du das wäre der alptraum verkauf da ich null soziale Kompetenz hab, bin sowieso für nichts geeignet und blöde ( dachte ich wäre dumm und zusätzlich zu nichts fähig), und überhaupt dachte ich ein Arbeitnehmer würde mit mir nur verlust machen usw.

nach 2 Wochen traf in allen punkten das Gegenteil ein

beim verkauf wirst du ins kalte wasser geschmissen

du MUSST einfach mit menschen umgehen, wenn du es kannst super, wenn du es nicht kannst, lernst du es spielerisch, denn du kannst ja die kunden nicht stehen lassen und weglaufen oder dich unter die Theke verstecken. du MUSST

verkauf ist das beste für dein Problem und auch noch kostenlos, im Gegenteil für dieses Training, mit menschen umzugehen wirst du auch noch bezahlt

versuche es :)z :)_

SJaldo


Eine Frage allgemein: Sind solche "Aufgaben" üblich bei Therapien? X Leute auf der Straße ansprechen? Das fände ich furchtbar :-X

Auf keinen Fall. Eine gute Therapie läuft nicht so ab, dass man bohrt, wo deine Schwächen sind und dann musst du versuchen, sie zu bekämpfen. Eher das Gegenteil: nimm deine Schwächen an, weil sie ein Teil von dir sind. Wenn du das schaffst, bist du auf dem richtigen Weg.

Was denkst du, woher ich das mit den Mustern habe? Das ist eine Erkenntnis, kein angelesenes Wissen. Natürlich kann man schauspielern. Hut ab vor den Leuten, die es geschafft haben, ihr Leben so in den Griff zu bekommen. Aber nachhaltiger ist natürlich, an die Wurzeln zu gehen. Auch wenn das langwieriger ist, schwieriger, nicht unmittelbar einsichtig, teurer und im ersten Moment Angst macht (weil man sich mit sich selbst beschäftigen muss).

sFofia3;4-39 ja=hrpe alt


soziale Kompetenz würde ich da üben wo man mit menschen zu tun hat das ist das beste wie heißt dieser englische spruch? learning bei doing

von nichts kommt nichts man muß es lernen, üben usw. am besten gleich an der front

da wo menschen sind :)z

S3aEldo


Und wenn man sich durch so ein Experiment nur darin bestätigt sieht, dass alle Menschen Ar***cher sind?

s?of-ia34~-39 ja%hre axlt


die kunden waren lieb und die die es nicht waren wurden es wie gesagt alles ergibt sich dann von alleine die kunden helfen einem sozusagen aus einem schüchternen menschen und nicht so wortgewandten oder wie auch immer menschen, das Gegenteil zu werden, oder zumindest seine soziale Kompetenz zu verbessern, nur Übungssache.

PvockgetMouxse


Tja, wenn das mal so einfach wäre :=o Wenn dein Kopf in Gesprächssituationen vollkommen leer ist und du nur mit vorgefertigten Antworten um dich wirfst ist das eben unecht. Ein Lächeln oder charmanten Spruch einbauen funktioniert nicht, wenn man sich unwohl fühlt.

Magst du mal Situationen aus deinem Alltag nennen?

Wenn ich mich unwohl fühle, dann bin ich auch nicht souverän oder charmant oder auch nur annähernd cool. Das ist wohl niemand. Muss man ja auch nicht. Niemand reißt einem den Kopf ab für Unsicherheit und auch nicht für daraus resultierende Kommunikationsmissgeschicke.

Passiert mir auch. Jedem.

Der "Schuldige" war er, weil man nicht einfach so Leute in der Öffentlichkeit anstupst.

Das Schöne an sowas ist ja, dass es keinen Schuldigen gibt. Kein "Wenn man sich nicht so verhalten hat, ist man ein unfähiger Idiot.". Tatsächlich ist Anstupsen ungeeignet zur Kontaktaufnahme. Scheint mit deiner Sozialkompetenz ja gar nicht so schlecht zu stehen.

Nun wäre ich aber mit ihm einen Kaffee trinken gegangen, wenn ich bessere Laune gehabt hätte. Das lag in dem Fall also an mir, dass wir keinen Kaffee trinken waren. Wenn er mich nicht angesprochen hätte, dann wäre seine Chance auf einen Kaffee 0% gewesen. So war sie 50%.

Eine Frage allgemein: Sind solche "Aufgaben" üblich bei Therapien? X Leute auf der Straße ansprechen? Das fände ich furchtbar :-X

Denke nicht. Ich vermute eher, dass das eine "Wie reiße ich Frauen auf" Schulung war. ;-D

Weil es nicht meine Stärke ist Schwächen zuzugeben ( *:) ).

Ach sag bloß. Dafür machst du dich hier aber ganz schön schwach. ;-)

Es ist ca. niemandes Stärke Schwäche zuzugeben. Das ist ja der Witz daran. Jedem fällt es schwer die eigene Schwäche offen zuzugeben. Daher kommt es eben als Stärke rüber, wenn man es doch tut.

Dann würde ich mich ununterbrochen entschuldigen, da würde ich diese Schwäche doch lieber korrigieren.

Ha blabla du armes Ding. Das ist doch Blödsinn. Wofür willst du dich entschuldigen? Für zu wenig Charme? Ja ne ist klar.

Schwächen korrigiert man nicht so schnell. Und jede Schwäche bedingt eine Stärke. Deine größte Schwäche ist mit deiner größten Stärke sehr eng verwandt. Man kann lernen mit ihr anders umzugehen. Man kann lernen sie weniger offensichtlich zu machen. Aber sie ist ein Teil von dir. Ist doch gut.

:-X Auch das wäre der totale Albtraum. Einen Job habe ich allerdings sowieso nicht und ich bin sowieso für nichts geeignet. Nur frage ich mich, ob mich überhaupt jemand für so eine Stelle nehmen würde ":/

In Selbstmitleid suhlen und die eigene Unfähigkeit betonen ist auf jeden Fall super uncharmant und hilft definitiv nicht dabei Charisma zu bekommen. ]:D ]:D

Ich weiß, dass ich hart klinge. Du denkst wahrscheinlich auch "die hat keine Ahnung wie man sich fühlt, wenn man eben nicht so glücklich und fröhlich mit sich selbst ist." aber das stimmt nicht.

Meine Eltern waren beide depressiv. Inkl. Psychatrie und dem vollen Programm. Die Ehe war super destruktiv. Die Scheidung dann irgendwie logisch. Ich wuchs bei meiner Mutter auf. Sie hatte auch keine Sozialkompetenz und kam mit sich selbst kein bisschen klar.

Ich habe also keine Sozialkompetenz von ihr lernen können. Sie konnte mir (obwohl sie gerne wollte) auch nicht vermitteln, dass ich ok und normal bin. Sie hat es wirklich versucht aber das Gespür für "normales" Verhalten hatte sie schon so lange verloren, dass sie mir da keinerlei Halt, Orientierung, Begrenzung oder Bestätigung geben konnte.

Das führte dann natürlich auch nicht dazu, dass ich voller Selbstbewusstsein und Sicherheit mich elegant durch soziale Gefüge manövrierte. Im Gegenteil. Ich stellte mich furchtbar ungeschickt an. Wurde abgelehnt. Die Unsicherheit wuchs. Ich wurde gemobbt und meine Selbstzweifel wurden immer größer. Gerade in der Pubertät wars schwer. Man ist mit vielen unguten Situationen und Gefühlen konfrontiert. Erleidet Ablehnung und Konkurrenz. Stellt sich selbst in Frage. Üblicher Weise hat man zuhause so viel Halt, dass man man sich trotzdem sicher fühlt. Ich nicht. Üblicher Weise fungieren die Eltern als Vorbild und man erlernt von ihnen Verhaltensweisen und Denkmuster für schwierige Situationen. Alle Denkweisen und Verhaltensmuster die ich kannte waren aber krank.

Mir ist das also nicht fremd. Im Gegenteil. Ich habe alle meine "Vokabeln" mühevoll im Erwachsenenalter lernen müssen. Und mich haben auch immer mal wieder anerzogene destruktive Denkmuster eingeholt.

Aber es ist mein Leben und es sind meine Gedanken. Mein Kopf, meine Weltsicht, meine Einstellung. Da ist nichts festgelegt. Ich kann mit meinen Gedanken machen was ich will. Ich kann sie z.B. einfach ändern. Wenn mir meine Einstellung nicht gefällt, kann ich sie einfach ändern. Manchmal nicht einfach sondern schwierig. Aber es ist immer MEINE Entscheidung.

Es ist natürlich irgendwie unpraktisch, dass meine Eltern mir keinen vollausgestatteten Werkzeugkoffer mitgegeben haben. Aber es steht mir jederzeit frei mir ein Werkzeug zu besorgen. Ich kann anderen Menschen dabei zusehen, wie sie das Werkzeug benutzten und es dann nachahmen. Ich kann andere fragen, ob sie mir das Vormachen können oder ob sie es mir aktiv beibringen. Ich kann sie bitten mich zu korrigieren.

Dieses bewusste und analytische Vorgehen und die regelmäßige Reflektion des eigenen Verhaltens und Denkens ist gleichzeitig eine große Stärke von mir.

Damit wären wir wieder bei dem Schwäche / Stärke Ding.

Meine Schwäche - dass ich nicht intuitiv und mit Leichtigkeit mit Situationen umgehen kann - ist gleichzeitig meine große Stärke - ich kann jede Art von Situation bewusst analysieren und einordnen und mich dazu reflektieren.

Mich wirft auch nicht so leicht aus der Bahn. Aktuell befinde ich mich ja mitten im Scheidungschaos. Mein Umfeld ist ziemlich erstaunt, dass ich so rational und fröhlich und konstruktiv und in die Zukunft gerichtet bin.

Das ist eben meine Stärke. Ich kann meine Gefühle sortieren und meine Denkmuster in "tut mir gut" und "tut mir nicht gut" einteilen und lenken. Ich habe gelernt gut zu mir selbst zu sein. Ich weiß, was mir gut tut. Ich weiß um mich selbst. Ich bin also in mir so sortiert, dass ich traurig sein kann und verletzt sein kann und enttäuscht und all diese Sachen und trotzdem habe ich alle Werkzeuge mit Bedienungsanleitung griffbereit und einsatzfähig um mich den aktuellen Themen zu stellen.

Zpim


bin mir grad nicht sicher, ob das da herpasst, hat jemand in einem anderen Netz mal verlinkt, ist mir zu schnell gesprochen und zu sehr englisch, The power of vulnerability

[[https://www.youtube.com/watch?v=iCvmsMzlF7o]]

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