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Ich verbessere mich bei nichts

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Schau Dich mal bei Hüther nach dem Zusammenhang Begeisterung und Lernfähigkeit um.

[[https://www.youtube.com/watch?v=Gw_YDDsjCPs Hier ein kurzes Beispiel]]

Es gibt auch längere Erläuterungen. Die Grundaussage ist: Neuronale Netzwerke bauen sich schneller und effektiver auf wenn Du Dich für etwas begeisterst. Du klingt hier für mich als ob Du etwas abarbeitest.

_/PajrvaYtix_


Grenzen steckt man sich aber selbst!

Nicht nur. Jeder hat auch eine natürliche Leistungsgrenze.

Ich weiß ja, dass ein M-Niveau zB durchaus machbar, bzw.erlernbar ist. Mein Frust wächst aber daraus, dass mir 1000 mal einer erklärt, wie ich das machen soll und ich kann es einfach nicht umsetzen!

Das kann verschiedene Gründe haben:

- Du setzt dich zu sehr unter Druck und stehst dir dadurch selbst im Weg

- Du brauchst einfach mehr Geduld und Zeit als andere Reiter

- Du hast deine Leistungsgrenze erreicht und kannst dir noch so viel Mühe geben das M-Niveau zu erreichen, wirst es aber wahrscheinlich nicht schaffen

Nehmen wir mal ein anderes "Alltags-Problem: Die Arbeit! Voll durchgestartet, mittlerweile von allen überholt. Ich komme mir einfach dumm vor, weil alle anderen mehr wissen als ich! Eigne ich mir Wissen an, was mir, warum auch immer, derzeit absolut schwer fällt, weiß ich trotzdem weniger als alle anderen.

Dein Leben scheint ein einziger Wettbewerb zu sein. Warum? Kannst du dein Leben überhaupt noch genießen?

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Natürlich genieße ich vieles!

Reiten und Laufen macht mir Spaß- deswegen habe ich es ja als Hobby.

Aber nur weil ich etwas zum Spaß mache, muss ich mich doch nicht mit einem niedrigen Niveau begnügen, oder?

Stell dir mal vor, jemand der nicht kochen kann. Was ist schlimm daran, sich zu wünschen, mal ein 3-Gang-Menü zu kreieren? Wenn man gerne isst, hat man ja durchaus auch Ambitionen, das mal selbst zu machen! Und wenn man das nun aber versucht und es klappt nicht- auch in den weiteren Versuchen nicht. Dann kocht man sich eben einfach wieder sein gewohntes Essen und es ist okay. Oder eben nicht! Und man will es einfach können, weil man das Ergebnis genießen will. Auch das ist ja dann kein Wettbewerb.

Um nochmal auf das Reiten zurückzukommen: Ich starte nicht auf Turnieren. Wenn ich meine Leistung als Wettkampf sehen würde, müsste ich das tun, oder? ;-)

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Aber nur weil ich etwas zum Spaß mache, muss ich mich doch nicht mit einem niedrigen Niveau begnügen, oder?

Nein. Aber die Frage ist ja, warum du besser werden willst. Möchtest du das für dich tun oder möchtest du nur besser werden, um besser zu sein als die anderen? Nach deinen Aussagen scheint eher letzteres der Fall zu sein. Wenn du etwas anfängst fühlst du dich gut, weil du dann häufig besser bist als die anderen, mit denen du dich vergleichst. Dann überholen dich die anderen und du fühlst dich schlecht und minderwertig und versuchst dann die anderen zu überholen, was dir jedoch nicht gelingt. Wenn das kein Wettbewerbsdenken ist, dann weiß ich auch nicht ;-) Und nein, dafür muss du nicht zwingend an Wettkämpfen teilnehmen.

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Ich erkenne mich dabei in mancher Hinsicht wieder. Aber bei mir ist es eher so, dass ich damit leben könnte, nicht so gut zu sein wie andere, dafür treibt mich mein Partner immer wieder an. Mich nervt das manchmal ganz gewaltig. er will immer in allem gut sein und ist wahnsinnig ehrgeizig. Ich mache manche Dinge auch einfach nur so zum Spaß mit und mir isses egal ob ich dabei gut oder schlecht bin. Blödes Beispiel, wir waren kegeln mit Bekannten, ich mache mir nichts aus Kegeln und habe mir jetzt auch nicht sooo sonderliche Mühe gegeben, einfach weil es mir nicht wichtig ist und ich da nur mitgemacht habe, weil wir das mit bekannten gemacht haben. Aber er musste alles kommentieren, mach so, mach dies, mach das. und dann versteht er es nicht, dass mich das annervt wenn er so rumnörgelt. Mir reicht es aber so wie es ist.

Ich weiß auch nicht woher dieses Leistungsdenken bei vielen kommt. Irgendwie habe ich das Gefühl, es reicht kaum noch jemandem, wenn man etwas einfach so tut, weils vielleicht Spaß macht; nein man muss richtig gut dabei sein. Bei soprtlicher Betätigung kann es nicht einfach die Jogginghausstrecke von 8 km in mittelmäßigen Tempo sein, nein man muss auf einen Marathon hintrainieren und da möglichst im Mittelfeld landen. Radfahren geht auch nicht einfach so, nein es muss downhill oder Rennbetrieb sein, möglichst schnell und technisch so sauber wie möglich. Alles muss perfekt sein, man treibt sich immer zu Höchstleistungen an, drunter macht man es nicht und drunter ist es auch fast schon peinlich, überhaupt zu erzählen, dass man was macht und nicht spitzenmäßig dabei ist.

Im Job ist es oft nicht anders. Alle wollen Überflieger-Mitarbeiter sein- ein guter, ordentlicher Mitarbeiter (ohne Fehl und Tadel) reicht kaum noch jemandem - es sind aber nun mal nicht alle zu höherem berufen.

Woher kommt denn bloß dieser übertriebene Perfektionismus? Man kann doch nicht überall perfekt sein. Perfektes Aussehen, perfekte Wohnung, perfekter Job, perfekte sportliche Leistungen, perfekt erzogene Kinder, perfekter Partner. Mittelmäßigkeit genügt nicht mehr. Kein Wunder, dass so viele Menschen unzufrieden sind.

NYotMicGhaelCaxine


Aber nur weil ich etwas zum Spaß mache, muss ich mich doch nicht mit einem niedrigen Niveau begnügen, oder?

Wenn etwas Spass macht ist jedes "höhere" Niveau klasse, aber es ist eigentlich nicht sooo wichtig wann, wie und ob ich es erreiche. Da baut sich eigentlich weder Leidens noch Leistungsdruck auf, oder? Ich mach ja auf jeden Fall weiter, solange es mir Spass macht?! Leidensdruck baut sich erst auf wenn ich mich mit anderen Leistungen vergleiche und meine ich müsste ja schon viel besser sein als ich es bin.

Wenn ich nicht kochen kann, aber gerne ein 3 Gänge Menü kreieren möchte tu ich das. Wenn ich scheitere und mir das Kochen selbst Spass gemacht hat tu ich das wieder egal was dabei rauskommt. Wenn ich scheitere und es mir keinen Spass mehr macht und ich trotzdem weiter probiere kann ich das mit dem Wunsch tun, das mir das vielleicht irgendwann Spass macht, wenn ich es besser kann. Dann kann ich mir fragen: was steckt hinter dem Wunsch? Möchte ich gut kochen, weil ich es liebe gut zu essen und mir die vorstellung gefällt jederzeit in der Lage zu sein mir selbst Genüsse zuzubereiten? Oder möchte ich kochen, weil ich z.B. jemanden beeindrucken will? Oder .... Wünsche haben Wurzeln. Intrinsisch motivierte Wünsche führen überproportional häufiger zu Höchstleistungen als extrinsische. Extrinsische Motivationen führen überproportional zu Durchschnittsleistungen. Das hat etwas damit zu tun was Hüther in dem kurzen Video erklärt.

Ich starte nicht auf Turnieren. Wenn ich meine Leistung als Wettkampf sehen würde, müsste ich das tun, oder? ;-)

Nicht zwangsläufig. Du könntest Dich quasi auch innerlich in einem Wettkampf mit Dir selbst befinden, zum Beispiel weil Deine bisherige Erfahrung Dir sagt, dass Dir diese Haltung Deine bisherigen Erfolgen (L Klasse, Rennen, beruflich und so weiter) beschert hat: Ohne Zwang werde ich nicht besser. Dazu könnte eben auch passen, dass Du Deine Leistung wo das geht eben gerade nicht offiziell mit anderen vergleichen willst, weil das die Gefahr birgt eben **nicht* an der Spitze zu stehen, trotz aller Bemühungen.

Beruflich passiert Dir dieser äußerliche Vergleich ja zwangsläufig und Du machst die Erfahrung, dass andere für andere Menschen erkennbar an Dir vorbeiziehen?! Da wirst du automatisch von anderen und mit anderen verglichen. Der äußere Wettbewerb ist unumgänglich.

Im privaten einen Gang zurückzuschalten und nur den inneren Wettbewerb zuzulassen kann Dir etwas über Deine Art Situationen kontrollieren zu wollen sagen. Eben auch Meinungen anderer.

Frag Dich z.B. mal ehrlich : Wenn Du jetzt S Klasse souverän turniersicher beherrschen würdest mit Garantie auf erste Plätze: Würdest Du Dich dann nicht sofort anmelden?

Dass Du "überall" hinter Deinen eigenen Erwartungen zurückstehst deutet auf ein selbstschädigendes Muster von Selbstüberforderung hin. Bist Du besonders stolz darauf wenn Du Dich zu etwas überwindest und Dich übermässig anstrengst um etwas zu erreichen? Hast Du als Kind einen Lehrsatz a la " Nur unter großen Anstrengungen sind Menschen zu Höchstleistungen fähig?" verinnerlicht?

Geht es vielleicht darum, dass Du in irgendetwas in Deinem Leben eine der Besten sein willst? Dominieren willst? Eine Garantie auf Anerkennung haben willst? Von anderen?

Versteh mich nicht falsch - das ist ja nichts schlimmes. Nur wenn Du eine "Getriebene" anstelle einer "Begeisterten" sein solltst wäre das neurologisch eben nicht sehr fähigkeitsunterstützend und eine Erklärung für Deine momentane Situation und wie Du Dich darin fühlst.

Klar - ob das passt kannst nur Du entscheiden. Es geht ja hier darum Dir Ideen zu geben woran es liegen könnte, an die Du noch nicht selbst gedacht hast und Du hast das sicher nicht umsonst unter den Themenkomplex Psychologie gestellt.

Insgesamt könnte es helfen wenn Du Dich etwas über Gehirnbenutzung schlau machst. Dazu verlinkt Kleio immer wieder ganz interessante Videos hier wo es um den Unterschied zwischen Gehirnbesitzer und Gehirnbenutzer geht :).

Zxim


solange die Sachen Spass machen, muss man sich ja nicht jedesmal verbessern.

Nachträglich habe ich bemerkt, dass ich mich in einigen Sportarten verbessert habe, aber bei den Tätigkeiten selbst ists mir nicht so vorgekommen. Beispielsweise beim Dartspielen, hab da mal im Urlaub mitgemacht, anfangs hab ich kaum die Scheibe getroffen, meine Mitspieler auch ähnlich, und nach ein, zwei Wochen wollte dann kaum wer mit uns mitspielen, weil wir meistens gewonnen haben. Rein subjektiv hab ich aber nicht besser gespielt.

Oder Bodybuilding, war zwar mal im Fitnesscenter, hab aber bemerkt, dass ich keine grossartige Muskulatur aufbaue. Nur hat mir später wer gesagt, dass ich eine bessere Körperhaltung habe, und ausserdem hab ich damals keine Probleme damit gehabt, schwere Sachen zu tragen, seis jetzt eine 20 kg-Packung Katzenstreu oder eine Waschmaschine.

Beim Laufen hab ich auch festgestellt, dass ich zwar kein grosser Läufer bin, hab mich auch nicht wesentlich verbessert, aber gelegentlich, wenn ich Lust hatte, bin ich schon weiter als sonst gelaufen, die doppelte Strecke oder so ähnlich.

Bei Sportarten, wo man leicht messen kann, Zeit beim Laufen, Gewicht und Wiederholungen beim Fitnesscenter, kann man sich das Ganze ja notieren und dann vielleicht eine Verbesserung feststellen, im Laufe der Jahre.

Wenn man viele Sportarten betreibt, könnte man ja auch Zehnkampf oder ähnliches betreiben. Hab ich mir auch schon überlegt.

Eine Bekannte hat mich auf die Idee gebracht, hab beim Taekwondo mal mit ihr geplaudert, sie macht auch alles mögliche, aber auch nicht immer allzulang, Tischtennis, Laufen, Skifahren, Zehnkampf, Taekwondo und so weiter.

Z]im


Ich reite seit ca.25 Jahren und komme mir manchmal vor, als säße ich das erste Mal auf meinem Pferd.

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Ich hoffe, ihr versteht, was ich sagen möchte und habt vielleicht den ein oder anderen Denkansatz für mich ":/

gibt ja diesen Begriff "Anfängergeist" im Zen, das ist ja durchaus ein Zustand, der anscheinend für viele erstrebenswert ist und nicht leicht zu erreichen..............

Zen-Geist-Anfänger-Geist-Zen-Meditation-Shunryu-Suzuki

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