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Depressionen eines Freundes

n7airu0m hat die Diskussion gestartet


Vorweg: Es geht vielmehr um einen Freund, der wohl arge Probleme hat...

Vor etwa einem Jahr lernte ich einen Kumpel kennen, indem wir uns über gemeinsame Freunde bei einem Ausflug super verstanden hatten. Ich ahnte da noch nicht, was mir bevorstehen würde. Wir haben viel geschrieben und alles hat sofort gepasst, wir waren uns super sympathisch und trafen uns auch ein paar Male.

Von einem Moment zum anderen hat er sich völlig anders verhalten, wobei ich mir erstmal nichts dachte. Er brach den Kontakt mir nichts dir nichts ab und meldete sich dann nach ein paar Wochen wieder, mit einer Entschuldigung, das er nichts dafür könne da er unter Depressionen leidet, die ihn immer wieder mal einholen. Welche Unterform oder besondere Art und Weise, Ausprägung etc. da vorliegt kann ich als Laie nicht sagen. Fest steht, es kam nicht nur einmal vor.

Ich habe mich dadurch dass ich es wusste anders verhalten und mich angepasst, damit er auch seinen Freiraum haben konnte, und ebenso auch ich. Nur kam es dann, obwohl er sich mir anvertraut hatte und immer wieder erzählte, wie dunkel die Welt für ihn ist auf einmal schon wieder zum Kontaktabbruch, nachdem er sich schon mehrere Wochen wieder zurückgezogen hatte und es mit Krankheiten zu begründen versuchte (Grippe etc.).

Die Art mit der er sich dann doch immer wieder zwischendurch meldete, oder in Phasen, in denen er sich mir anvertraute waren immer sehr "herzlich". Ich muss sagen, so hatte mir ein Freund oder Kumpel nie zuvor geschrieben und ich auch nicht. Sonst waren es immer kurze Mitteilungen, die ich an andere Freunde verschickte aber wir nahmen uns generell sehr viel Zeit, um uns richtig auszudrücken und dem anderen die Wertschätzung die man füreinander hatte auch mitteilen zu können.

Er brauchte mich, und er brauchte einen besten Freund an seiner Seite und wünschte sich nichts mehr, als dass ich es für ihn wäre. Das hat er mir unzählige Male, als er sich Zeit genommen hatte um mit mir zu Schreiben oder auch zu telefonieren gesagt. Das habe ich auch versucht. Ich habe alles gemacht, was auch ich von einem besten Freund erhofft hätte und trotzdem wurde ich immer wieder mit Füßen getreten. Die Ausrutscher, sein schlechtes Verhalten mir gegenüber oder wochenlange Kontaktabbrüche rechtfertigte er immer mit seinen Persönlichkeiten und Depressionen. Ich muss auch sagen, er war zwischendurch wirklich völlig anders und wollte auch nichts von seiner anderen Persönlichkeit (das herzliche, was er mir immer wieder zeigte) wissen.

Nun kam es an einem Abend vor ein paar Monaten so weit, dass er mich überall blockierte. Mit der kurzen Nachricht, dass er mir nicht gut tun würde, dass er mir kein Freund sein könne und es daher beenden möchte. Er würde nicht mit mir darüber reden wollen und mir nichts dir nichts hatte er mich auch schon überall gesperrt. Vorher hatte er immer noch die Möglichkeit gelassen, dass man sich bei ihm, oder er auch bei mir hätte melden können. Aber mit der Blockierung über alle möglichen Wege und auch dadurch, dass er das in den letzten Monaten so durchzieht, frage ich mich, was momentan bei ihm los ist und mache mir auch Sorgen um seine Psyche und um ihn und seinen Gesundheitsstand.

Fraglich ist, welche Persönlichkeit es nun wieder ist und warum er vorher immer so herzlich zu mir gewesen ist, in anderen Momenten oder "Phasen" aber wieder so kühl und depressiv. Ich kenne mich mit diesen Krankheiten nicht aus, bin überfordert und finde es nur schade, da ich mich nicht ausnutzen lassen wollte, sondern dachte, ich könnte ihm helfen in dem ich ein guter Freund für ihn bin. Leider habe ich seit diesen Dingen selbstzweifel, ob ich ein guter Freund gewesen bin, oder ob nicht.

In unserem Bekanntenkreis weiß nur ich bescheid, dass er Probleme hat. Dem Rest spielt er eine heile Welt vor und findet oft Ausreden, weshalb er sich tage- und wochen zurückzieht. In Letzter Zeit hat er jedoch sehr wohl mit anderen "Bekannten" etwas unternommen, grundsätzlich weiß ich zwar nicht was und mit welcher Häufigkeit, aber ein kompletter Rückzug findet nicht unbedingt statt, sodass ich auch das Gefühl habe, dass er versucht alltägliche Dinge zu bewältigen und seine Maske vor diesen Menschen, mit denen er lebt und arbeitet, nicht zu verlieren. Hat es mich da jetzt als "Helfer" einfach mal wieder erwischt, oder gibt es da generell noch Hoffnung, dass mal wieder etwas kommt?

Ich hoffe ihr habt vielleicht ein paar aufmunternden Worte, Tipps usw. Ich habe die Hoffnung gehabt, einen treuen Freund in ihm gefunden zu haben. Und ich war auch eigentlich immer wieder dadurch bestärkt worden, dass er sich immer wieder Zeit genommen hat, sein Herz auszuschütten, und mal die Maske fallen lassen zu können.

Ich bin gespannt auf eure Antworten. :/

Antworten
N9otM#ichaelCxaine


Ist er in Behandlung?

n?ar4uxm


Er befindet sich nicht in Behandlung. Er meinte mal vor paar Monaten, als wir noch Kontakt hatten, ihm wäre nicht zu helfen.

Z6wac(k44


Da kann ich nur sagen, dann ist es wohl ziemlich aussichtslos. Die wenigsten Depressivkranken schaffen es aus eigener Kraft, aus ihrem schwarzen Loch herauszukrabbeln. Depressionen verlaufen sehr häufig phasenweise; da der Kranke aber nicht weiß, wann ihn die nächste Phase erwischt, kann er auch schlecht für die Zukunft planen. Dadurch entsteht nach außen hin oft das Bild der Unzuverlässigkeit. Dein Freund kann sich von einem Psychiater und/oder Psychotherapeuten helfen lassen, wobei die letzteren häufig lange Wartezeiten haben. Psychiater behandeln medikamentös und bringen die Patienten dadurch oft erst in einen psychotherapierbaren Zustand. Wenn man meint, es sei einem nicht zu helfen, wird sich an diesem beklagenswerten Zustand auch nichts ändern. Leider.

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