» »

Nie wieder abhängig - Motivation, Energie aus dem inneren Selbst

Ngajon-a21 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

und zwar würde ich mich über Ratschläge bezüglich folgendem Problem freuen:

es ist so, dass ich eine ziemlich miese Kindheit hatte. Schon seit der Grundschulzeit möchte ich einfach nur sterben, würde mich jedoch nie umbringen. Suizidgedanken hatte ich bisher oft - suizidgefährdet werde ich allerdings nie wirklich sein.

Es haben diverse Umstände dazu geführt, dass ich mich zu einem gefühlskalten Menschen entwickelte bis ich 11 Jahre alt war. Gefühlskalt im Sinne von absolutem Desinteresse an anderen Menschen.

Dann lernte ich mit 12 Jahren meine ehemalige beste Freundin kennen. Sie war der erste und einzige Mensch auf der ganzen Welt, der mich wirklich aufrichtig interessierte und den ich je von ganzem Herzen geliebt habe (platonisch). Sie hat mich intellektuell und geistlich stimuliert, war sehr sehr intelligent, hat mir dabei geholfen, mich selber kennenzulernen. Sie war immer ehrlich und aufrichtig, hat jedem nur das Beste gewünscht, war weise und besaß schon im Alter von 12 Jahren eine unglaubliche Reife. Es war wie eine Seelenverwandtschaft, die uns verband. Sie war das, was mich am glücklichsten machte. Ansonsten war alles kalt und grau.

Seit 1 1/2 Jahren sind wir nicht mehr befreundet. Als wir im Alter von 16 Jahren auf eine andere Schule gemeinsam wechselten, fing sie an, mit anderen Menschen mehr Zeit zu verbringen, und ich rückte in den Hintergrund. Ich war extrem eifersüchtig und hatte schon immer starke Verlustängste was sie anbelangte. Das hat unsere Freundschaft in den Jahren schon sehr belastet. Meine Welt brach nach und nach immer mehr zusammen, und schließlich schlich sich ab dem Alter von 17 Jahren eine Depression ein, die jetzt schon 4 Jahre andauert. Ich verlor meine gesamte Lebenslust, hing die meiste Zeit nur im Bett herum, brach mein Abitur ab und schaffte einfach nichts mehr. Da sie sich nicht mehr von mir runterziehen wollte und mir auch mitteilte, dass sie sich nicht mehr für mich als Mensch wirklich interessiert und dass eine Freundschaft so nicht sein soll (bezogen auf ihr Desinteresse an mir), beendete sie diese. Das war vor 11 Monaten.

Mein Problem ist folgendes: Ich bin Borderlinerin und brauche nur diesen EINEN besonderen Menschen für mich. Eine Seelenverwandtschaft, die von Beginn an da ist. Es ist aber so, dass ich nie wieder von jemandem komplett abhängig sein möchte. Meine Therapie hilft mir nur wenig, da anscheinend ein besonderer Mensch, der meine Welt gänzlich erschüttert, die einzige Motivation ist, um mit allem aktiv und ehrgeizig weiterzumachen.

Das möchte ich aber nicht mehr. Kann mir irgendjemand helfen? Ich habe zwar Ziele vor Augen, aber das ganze scheint mir irgendwie so unwichtig bzw. fühlt sich halt so an, was mir einfach die Kraft raubt, damit ich überhaupt irgendetwas von dem, was ich mir vorgenommen habe, schaffen kann. Ich möchte jedoch Lebenslust und Motivation, Kraft aus mir selbst heraus kannalisieren und nicht mehr aus einem Menschen, um den sich mein Leben dann dreht.

Ich danke euch schonmal für eure Hilfe

Antworten
EkhemaliNger ^Nutz2er (#5780x69)


Ich möchte jedoch Lebenslust und Motivation, Kraft aus mir selbst heraus kannalisieren und nicht mehr aus einem Menschen, um den sich mein Leben dann dreht.

Genau hier würde ich ansetzen. Beschäftige dich doch mal mit dir selbst. Was sind deine Ziele und Träume? Was möchtest du erreichen? Was macht dein Leben lebenswert?

Und natürlich solltest du auch an deiner Selbstliebe und an deinem Selbstwert arbeiten.

Deine zwischenmenschlichen Beziehungen scheinen krankhafter Natur zu sein und haben auch nichts mit Seelenverwandtschaft zu tun. Ich hoffe, du kannst nachvollziehen, warum deine Freundin die Freundschaft beendet hat.

Diese Themen solltest du in der Therapie ansprechen. Hast du eine Idee, warum dir die Therapie bisher nicht geholfen hat?

NTaj,ona2x1


Also über deine ersten Fragen habe ich auch schon in meiner Therapie geredet... Die Sache ist ja, dass ich wirklich genau weiß, was ich möchte, wozu ich in der Lage bin, was ich erreichen könnte und was mir sonst wichtig ist. Es ist aber merkwürdigerweise alles nichts, was in mir Lebensfreude, Tatendrang und Motivation hervorruft.

Ja, nur weiß ich ehrlich gesagt nicht, wie...

Dass das so ist, weiß ich mittlerweile auch. Allerdings hilft mir diese Erkenntnis nicht dabei, mich entgegen meiner Natur zu verhalten. Damit meine ich, dass ich mich trotzdem nie für jemand anderen interessieren konnte als für sie. Ich wünschte ja, es wäre anders und würde auch gerne so viel verändern; nur weiß ich einfach nicht, WIE das gehen soll. Ich fühle, was ich fühle. Wenn ich nichts fühle, fühle ich nichts. Wenn ich mich für etwas interessiere, dann tue ich das. Kann ich das nicht, dann kann ich daran ja nichts ändern. Wenn ich zu jemandem eine Verbindung habe, die sich wie eine Seelenverwandschaft anfühlt, so kann ich das ja auch nicht ignorieren und mich von diesem Menschen abwenden... Das ist meiner Meinung nach nicht therapierbar, wie sollte es das auch sein?

Hmm... Also es ist nicht so, dass ich nicht viel in der Therapie gelernt habe und keine Fortschritte gemacht habe, das habe ich sehr wohl. Allerdings helfen mir manche Erkenntnisse einfach nicht dabei, mich in der Praxis anders zu verhalten. Dann müsste ich mich ja entgegen meiner Gefühle, entgegen meiner Natur verhalten. Aber wie soll das möglich sein? Wenn ich z.B. Selbstmordgedanken habe, dann sind sie da und lähmen mich. Wenn ich nunmal mit Desinteresse gegenüber meinen Mitmenschen empfinde, dann kann ich da doch nichts dran ändern. Wenn ich und eine andere Person eine sofortige Verbindung zueinander verspüren, sei sie noch so krankhaft, dann kann ich das doch nicht ignorieren. Wenn ich keine Lebensfreude habe - auch, wenn ich noch so viele Dinge mache, die mich mal glücklich gemacht haben -, dann verspüre ich sie halt nicht. Nichts gibt mir irgendetwas. Nichts macht mich wirklich glücklich und nichts motiviert mich. Ich bin so langsam am Ende und weiß mir nicht anders zu helfen als auf meinen Tod zu warten. Ich fühl mich einfach nur müde, antriebslos, leer und weiß nicht, wie mir eine Therapie dabei helfen soll, meine mir bekannten Probleme zu lösen. Ich wüsste, wofür ich das tun könnte, jedoch bewirkt dieser Gedanke nichts. Ein Mensch tat das damals, und ein weiterer für mich besonderer Mensch würde es auch wieder tun können. Nur ist das der falsche Weg und dass mein Glück von jemand anderem abhängt, möchte ich nie wieder. Nur wie soll ich dann sonst mein Glück finden? Kann es sein, dass das einfach zu meiner Borderline-Krankheit zugehört und sich auch gar nicht ändern lässt?

B aldu>rhh


Ich möchte jedoch Lebenslust und Motivation, Kraft aus mir selbst heraus kannalisieren und nicht mehr aus einem Menschen, um den sich mein Leben dann dreht.

Erstmal ein lobenswerter Ansatz. Allerdings ein langwieriger und vermutlich schwieriger Lernprozess.

Die Fixierung auf eine Person birgt immer Risiken. Und wenn es "nur" das Risiko der Überforderung ist

Wenn ich nunmal mit Desinteresse gegenüber meinen Mitmenschen empfinde, dann kann ich da doch nichts dran ändern. Wenn ich und eine andere Person eine sofortige Verbindung zueinander verspüren, sei sie noch so krankhaft, dann kann ich das doch nicht ignorieren.

Doch, kannst Du schon. Dazu ist allerdings wie gesagt Training, Therapie und ggf. medikamentöse Behandlung erforderlich. Du bist als Mensch auf keine Verhaltensweise festgelegt. Sicherlich wird aus einem introvertierten Menschen kein Partyhirsch werden, aber innerhalb eines Rahmens ist Dein Verhalten steuerbar und auch veränderbar. Das menschliche Gehirn ist durchaus flexibel.

Fangen wir mal ganz vorn an. Was hat diese "Seelenverwandtschaft" denn ausgemacht? Was habt ihr unternommen? Ich kann mir schwer vorstellen, dass es tatsächlich nichts gibt, wofür Du Dich interessierst. Das gilt es herauszufinden. Eventuell wäre ein Medikament, dass stimmungsaufhellend wirkt ein Anfang. Auch dafür ist Geduld nötig; Du musst ggf. herumprobieren, bis Du das Richtige gefunden hast. Es braucht seine Zeit, bis Du "eingestellt" bist und wenn Nebenwirkungen zu stark sind, musst Du evtl. das Medikament wechseln.

A:uroxra


Wenn ich zu jemandem eine Verbindung habe, die sich wie eine Seelenverwandschaft anfühlt, so kann ich das ja auch nicht ignorieren und mich von diesem Menschen abwenden... Das ist meiner Meinung nach nicht therapierbar, wie sollte es das auch sein?

Das Problem dabei ist nur, dass es sich für deine ehemalige Freundin nicht wie Seelenverwandschaft angefühlt hat. Zumindest gegen Ende nicht mehr. Sie hatte neue Kontakte und sich einfach nicht mehr für dich interessiert und dich sozusagen links liegen gelassen. Sowas tut eine wirklich beste Freundin doch nicht. Ich weiß nicht ob du wirklich an sowas wie Seelenverwandschaft glaubst, aber manchmal scheint es so zu sein, dass ein Mensch in unser Leben tritt und uns irgendwie hilft, damit wir uns weiter entwickeln. Das fühlt sich dann wie Bestimmung und Seelenverwandtschaft an. Aber irgendwann ist der "Auftrag" sozusagen abgeschlossen und die Verbindung wird gekappt. Vielleicht kannst du es so sehen, dass jetzt einfach der Zeitpunkt gekommen ist, um allein weiter zu machen, so gerne du deine Freundin auch zurück hattest. Bei mir war es damals ein Mann und selbst 4 Jahre später habe ich dieses schwere Gefühl des Verlustes, aber ich sage mir, dass es momentan besser ist, wenn jeder seiner eigenen Wege geht. Echte Seelenverwandte treffen sich bestimmt irgendwann auch wieder :-)

Nlajoona2x1


Die Fixierung auf eine Person birgt immer Risiken. Und wenn es "nur" das Risiko der Überforderung ist

Ja... Zumal das Verlassen-werden immer vorprogrammiert ist, da niemand so etwas lange durchhält... Jedoch bin ich extrem besitzergreifend und das beeinflusst wiederum meine Gefühle und die daraus resultierende Stimmung. Ich hab schon oft versucht, mir das nicht anmerken zu lassen, da ich wusste, dass ich sie nur von mir wegstoße, aber es ging einfach nicht. Ich bin wirklich nicht dazu in der Lage, so zu tun als ob... Mir wurde auch schon oft von verschiedenen Menschen gesagt, dass man mir meine Gefühle eindeutig ansieht, und das, obwohl ich eigentlich immer der Meinung war, Mimik und Gestik unter Kontrolle zu haben. Naja, mal gucken, wie sich das therapeutisch entwickelt.. Wobei ich meine derzeitige Therapie abgebrochen habe und auf der Suche nach einem neuen Therapeuten bin.

Was hat diese "Seelenverwandtschaft" denn ausgemacht? Was habt ihr unternommen? Ich kann mir schwer vorstellen, dass es tatsächlich nichts gibt, wofür Du Dich interessierst. Das gilt es herauszufinden.

Also in meiner letzten Therapiestunde habe ich herausgefunden, dass ich mich generell von rationalen Autoritätspersonen angezogen fühle. Sie war so jemand, und eine sehr innige Vertrautheit war unmittelbar zu Beginn gegeben. Wir haben uns eigentlich primär an stillen Plätzen getroffen oder ich bin zu ihr nach Hause, damit wir reden konnten. Unsere Gespräche waren wirklich immer wieder auf's Neue eine Bereicherung. Wir waren einfach in fast jeder Hinsicht auf einer Wellenlänge und harmonierten fast perfekt miteinander. Bei ihr konnte ich einfach ich selbst sein, und wir interessierten und einfach extrem füreinander. Mit ihr konnte ich über die tiefgründigsten Themen sprechen; sie besaß wirklich eine sehr hohe emotionale Intelligenz. Es hat sich direkt so angefühlt, dass wir zueinander gehören...

Naja, mich interessieren schon Dinge, aber irgendwie fühle ich mich derzeit meistens zu gelähmt und antriebslos, um diesen Interessen nachzugehen.

Eventuell wäre ein Medikament, dass stimmungsaufhellend wirkt ein Anfang.

Ich nehme seit 5 Wochen Citalopram, aber es zeigt sich noch keine großartige Wirkung.

B^al(durhxh


Wir haben uns eigentlich primär an stillen Plätzen getroffen oder ich bin zu ihr nach Hause, damit wir reden konnten.

Waren diese tiefgründigen Themen denn eher allgemeiner Natur (Sinn des Lebens etc.>) oder ging es dabei speziell um die Verarbeitung Deiner schlimmen Kindheit?

Ist die Ursache Deines Desinteresses möglicherweise in einer Angst vor anderen Menschen begründet; liegt vielleicht eine soziale Phobie vor?

Ich persönlich z. B. finde die meisten "Männerthemen" - wie Fußball, schnelle Autos usw. entsetzlich langweilig. Darüber könnte ich mich nicht lange unterhalten. Große Menschenansammlungen sind mir ein Graus. Ich bin zwar gesellig, dann aber lieber in kleiner Runde. Du beschreibst Dich als besitzergreifend. Könnte die Ursache dafür vielleicht in einer Angst davor, das "wenige was Du hast" auch noch zu verlieren" liegen?

Wenn das Citalopram nach fünf Wochen immer noch nicht wirkt, wäre ein Wechsel evtl. sinnvoll. Wer hat es Dir verschrieben? Hausärzte können das; kennen sich aber mit Wechselwirkungen nicht so gut aus wie ein Psychiater.

So "zu tun als ob" ist auch zwecklos. Gerade Menschen mit hoher emotionaler Intelligenz spüren das und durchschauen es relativ schnell.

Mir ist allerdings nach wie vor nicht klar, wer eigentlich "die treibende Kraft" in eurer Beziehung war. Hast Du Dich von ihr als "rationaler Autoritätsperson" führen und lenken lassen, oder warst Du aufgrund Deines "besitzergreifenden Wesens" diejenige, die bestimmt hat, wo es langgeht?

Und zuletzt möchte ich noch wissen:

Bei ihr konnte ich einfach ich selbst sein,

Wer bist Du selbst und warum konntest bzw. kannst Du es bei anderen Menschen nicht?

N]ajonau2x1


@ Aurora

Sie hatte neue Kontakte und sich einfach nicht mehr für dich interessiert und dich sozusagen links liegen gelassen. Sowas tut eine wirklich beste Freundin doch nicht.

Ich habe mir mal durchgelesen, wie es vielen anderen während ihrer Depression erging... Anscheinend ist es wohl eher die Regel, dass man verlassen wird, wenn man auf Dauer die Gefühlswelt eines anderen Menschen zu sehr negativ beeinflusst. Ich bin noch immer dabei zu überlegen, wie ich das sehen soll.. ob ich eher zu anstrengend war und sie heruntergezogen habe oder ob sie so oder so das Gefühl gehabt hätte, mich wegen ihrer neuen, tollen Freunde nicht mehr zu brauchen. Wahrscheinlich war es eine Kombination aus beidem. Ich würde so gerne mit diesem Gedanken abschließen, aber manchmal erwische ich mich bei dem Gedanken, ihr die Schuld zu geben, und andererseits ist es auch manchmal so, dass ich mir Vorwürfe mache. Ich hoffe, ich habe jetzt nicht zu verwirrt geschrieben....

Ich weiß nicht ob du wirklich an sowas wie Seelenverwandschaft glaubst, aber manchmal scheint es so zu sein, dass ein Mensch in unser Leben tritt und uns irgendwie hilft, damit wir uns weiter entwickeln. Das fühlt sich dann wie Bestimmung und Seelenverwandtschaft an. Aber irgendwann ist der "Auftrag" sozusagen abgeschlossen und die Verbindung wird gekappt. Vielleicht kannst du es so sehen, dass jetzt einfach der Zeitpunkt gekommen ist, um allein weiter zu machen, so gerne du deine Freundin auch zurück hattest.

Ja, das habe ich mir auch schon so überlegt. Also dass wir zu einem wichtigen Zeitpunkt in das Leben des anderen eingetreten sind, um uns gegenseitig so positiv wie möglich zu beeinflussen, und jetzt war einfach die Zeit gekommen, Lebe wohl zu sagen. Nur hätte ich gerne eine solche tiefe Freundschaft, die ein Leben lang währt... Wir waren uns so sicher, für immer befreundet zu bleiben, und dann sowas...

Echte Seelenverwandte treffen sich bestimmt irgendwann auch wieder

Ich muss zugeben, dass ich das immer noch glaube und insgeheim hoffe, dass wir uns, sobald wir beide unser Leben in den Griff bekommen und pure Selbstzufriedenheit erlangt haben, uns wiedertreffen und uns wieder an dem anderen erfreuen können.

NSaj.onax21


Waren diese tiefgründigen Themen denn eher allgemeiner Natur (Sinn des Lebens etc.>) oder ging es dabei speziell um die Verarbeitung Deiner schlimmen Kindheit?

Also es ging dabei wirklich um alles. Es gab wirklich nichts, worüber wir nicht geredet haben. Über triviales so wie über tiefgründiges. Zugegeben, es war mehr wie eine richtige Beziehung ohne sexuellen Anziehungskraft zueinander.

Ist die Ursache Deines Desinteresses möglicherweise in einer Angst vor anderen Menschen begründet; liegt vielleicht eine soziale Phobie vor?

Naja, also mein Desinteresse an anderen Menschen war nicht immer vorhanden. Früher in der Kindheit kam ich sehr gut mit meinen Mitmenschen klar. Es ist glaube ich ein Resultat aus diversen Erfahrungen... Meine Mutter hat zum Beispiel früher nie Interesse an mir gezeigt; ein Verhältnis hatte ich nie wirklich zu ihr. Sie per se interessiert mich bis heute auch nicht. Zudem war es früher so, dass ich ab dem 2. Halbjahr der ersten Klasse während der Grundschulzeit auf eine andere Grundschule wechselte, was dann die Basis für 3 1/2 Jahre in der Hölle gelegt hatte. Es ist so, dass ich dann wegen eines Umzugs auf die Grundschule meiner Cousine, die auch direkt über uns dann wohnte, wechseln musste. Ich war früher eher ein ruhiges Kind, dass es von Zuhause aus wegen meines soziopathischenm kollerischen Vaters gewohnt war, keine Widerworte zu geben. Ich habe meinen Mund früher einfach nie aufbekommen. Meine Cousine ist selber sehr gestört, zudem sehr sehr unreflektiert. Es ist so gewesen, dass sie schon immer von ihrer geisterkranken, sehr kollerischen Mutter ab dem Kleinkindalter fast täglich verprügelt, angeschrien und gedemütigt wurde. Aus meiner Familie hat niemand etwas dagegen unternommen, nicht mal ihr Vater. Der ist dann immer abgehauen. Sie hat schon früher die massiv unsympathische Art ihrer Mutter übernommen und hatte nie Freunde in der Grundschule. Bei mir war es so, dass ich sehr lieb und freundlich war und die Kinder direkt sehr nett auf mich zugegangen sind. Meine Cousine hat mir dann direkt ''verboten'', mit ihnen zu sprechen etc., weil mit ihr auch niemand sprach; das seien alles ''blöde Kinder''. Ich habe mich dann damals nicht getraut, den anderen entgegenzukommen, da ich immer misstrauisch von meiner sehr übergriffigen, dominanten Cousine beäugt wurde, vor der ich damals wirklich Angst hatte. Sie provozierte andere andauernd, beleidigte was das Zeug hielt und versuchte durch ihre Machtlosigkeit zu Hause, in der Grundschule davon etwas zu erlangen. Die anderen lachten sie dann nur aus oder beleidigten sie zurück. Dadurch wurde sie noch aggressiver und fing an, sich erst harmlos und später immer heftiger mit anderen Jungs zu prügeln. Da ich unter ihren Fittichen stand, fingen manchmal 3-6 Jungs uns auf dem Nach-Hause-Weg ab und mobbten uns. Sie prügelte sich mit ihnen und schrie mich an, ihr zu helfen, was ich dann aber nicht konnte. Wir rannten dann irgendwann immer weg, und ich wurde schikaniert, weil ich nicht mitgemacht habe. Wann immer mal mich ein Mitschüler/ eine Mitschülerin grüßte, schrie sie sie direkt an, dass sie nichts mit ihnen (an der Stelle Beleidigungen) zu tun haben wollte, worauf die anderen dann immer antworteten, dass das ''Hallo'' an mich und nicht an sie ging - was sie dann immer wütend auf mich machte. So ging das 3 1/2 Jahre. Ich glaube, in dieser Zeit verlor ich meine damalige Sozialkompetenz, die ich bis zu dem Tag als ich noch die erste Grundschule besuchte, verloren habe. Irgendwann wurde ich so sehr in ihre Streitereien reingezogen, dass man auch mich ab und zu trat oder mir in den Rücken boxte... In der Grundschule hatte ich auch regelmäßig Selbstmordgedanken. Die Lehrer glaubten uns nie, da auch sie meine Cousine nicht ausstehen konnten. Selbst in der Realschule mochte kein Lehrer meine Cousine, da sie sich einfach kontinuierlich asozial und provokant verhält, weshalb ihr niemand die Opferrolle glaubt. Zudem haben die anderen Jungs damals auch nie ihre wahren Gesichter in Gegenwart der Lehrer gezeigt, und somit kam es nie zu Konsequenzen. Meine Eltern haben das immer als belanglos abgetan, ''das wird sich schon einrenken'' etc. Das einzige, was mein Vater dazu beigetragen hat, war, dass er sich den Jungen, der mir manchmal in den Rücken boxte, 'packte' und ihn kurz gewürgt hatte. Dabei hat er ihm dann gedroht. War natürlich total kontraproduktiv. Auf eine andere Schule wechseln sollte ich nicht, da meine Eltern mich nicht so weit fahren wollten und diese sich in der Nähe befand. In der Realschule ging es dann erstmal so weiter die ersten Jahre, aber das ist eine andere Geschichte..

Könnte die Ursache dafür vielleicht in einer Angst davor, das "wenige was Du hast" auch noch zu verlieren" liegen?

Ja. Es ist ja so, dass ich meine beste Freundin automatisch zu dem Mittelpunkt meines Lebens gemacht habe, sodass ich ständig in Angst und Sorge war, sie zu verlieren.

Wenn das Citalopram nach fünf Wochen immer noch nicht wirkt, wäre ein Wechsel evtl. sinnvoll. Wer hat es Dir verschrieben? Hausärzte können das; kennen sich aber mit Wechselwirkungen nicht so gut aus wie ein Psychiater.

Ich habe gelesen, dass es bei manchen bis zu 8 Wochen dauerte, bis sich die gewünschte Wirkung zeigte. Erstmal werde ich es denke ich mal noch 2-3 Wochen nehmen, und dann gegebenfalls ausschleichen.

Mir ist allerdings nach wie vor nicht klar, wer eigentlich "die treibende Kraft" in eurer Beziehung war. Hast Du Dich von ihr als "rationaler Autoritätsperson" führen und lenken lassen, oder warst Du aufgrund Deines "besitzergreifenden Wesens" diejenige, die bestimmt hat, wo es langgeht?

Also es war eher so, dass wir uns gegenseitig gelenkt haben. Per se ist sie zwar eine dominantere Person, aber es war nie so, dass einer geführt und der andere gefolgt hat. Sie war mir zwar immer wichtiger als ich ihr, und sie brauchte so ca. zweimal pro Jahr eine 1-2 wöchige Pause von mir, aber ansonsten waren wir gleichberechtigt.

Wer bist Du selbst und warum konntest bzw. kannst Du es bei anderen Menschen nicht?

Ich würde schon sagen, dass ich ein sehr tiefgründiger und emotionaler Mensch bin. Zwar bin ich auch rational und lasse mich nur selten wirklich von meinen Emotionen lenken, aber manchen Menschen ist meine Tiefgründigkeit bzw. Emotionalität zu viel des Guten. Als ich letztens meiner Schwester mal erklärt habe, dass ich mit ihr über meine Probleme nicht sprechen kann, da diese zu tief seien, belächelte sie mich nur und meinte ''Haha, dann erzähl doch mal von deinen ach so tiefen Problemen.''.

Zu ihr hatte ich auch einen einen perfekten Draht. Ich konnte wirklich mit ihr einfach über alles Mögliches reden, was mir immer so durch den Kopf ging, und sie hat mich zu 100% verstanden und mir dabei geholfen, Dinge aus anderen Perspektiven zu betrachten und sich aufrichtig für mich interessiert. Außerdem musste ich mir nie Gedanken darum machen, sie würde etwas weiterplappern. Unsere Freundschaft war sehr exklusiv, und ich habe unmittelbar von Beginn an gewusst, dass ich ihr zu 100% Vertrauen kann. Sie hat mich zwar manchmal sehr enttäuscht, aber da ging es um andere Sachen. Ich habe mal mit einer Cousine von mir, der ich zur Zeit eigentlich nahe stehe, über etwas Tiefgründiges geredet. Zum Beispiel darüber, was das Malen bei mir bewirkte früher und wieso ich es nicht mehr tun kann. Da kam nur ein ''Mh ja, ich versteh dich schon.'' Irgendwie können viele Menschen mit dem, worüber ich mit ihnen reden möchte, nichts anfangen oder haben eine meiner Meinung nach komische Sichtweise bezüglich vieler Dinge. Bei ihr war das nie so. Wir waren so gleich, dass wir perfekt miteinander harmonierten und doch so verschieden, dass wir uns in vielem ergänzt haben.

N!ajo_na21


@ Baldurhh

^

B0aljduarhih


Gut, fassen wir mal zusammen:

Ein junges Mädchen mit einem cholerischen Vater und einer Mutter, die sich nicht für sie interessiert. In der Kindheit eher schüchtern, aber aufgeschlossen gegenüber anderen Menschen. Sie lebt mit Verwandten, darunter einer gestörten und gewalttätigen Cousine, in einem Haus. Die prügelt sich regelmässig mit anderen und zwingt ihre Cousine dabei mitzumachen. Das kann und will das sensible Mädchen nicht tun und wird dafür auch noch von der Cousine gedemütigt und gehänselt. Der Schulweg ist eine Tortur. Jungen lauern beiden auf und prügeln auf die Mädchen ein. Der Vater des sensiblen Mädchens hat nichts besseres zu tun, als dem Rädelsführer der Jungen zu drohen und bestätigt damit das Urteil, dass man sich sowieso schon über die Familie gemacht hat: Eine Horde prügelnder Asozialer!

Das schüchterne und sensible Mädchen gerät zwischen die Fronten; auf der einen Seite die Mitschüler, die mit Gewalt auf Gewalttätigkeit reagieren, die von der Cousine ausgeht und auf der anderen Seite die besagte Cousine, die droht, hänselt und (vielleicht) auch ihre Cousine verprügelt, wenn sie nicht mitzieht.

Jetzt meine erste Einschätzung:

Es wurde Dir nie gestattet, verlässliche Beziehungen einzugehen. Alle versuche wurden unterbunden und eifersüchtig von der Cousine beobachtet. Die Eltern haben die Bedürfnisse des Kindes bagatellisiert und nicht ernstgenommen: Stell Dich nicht so an und Ach das wird schon bzw. wird schon nicht so schlimm sein wurde gesagt.

Exclusivität zieht sich durch Deinen ganzen Text. Wenn Du Deiner anderen Cousine erklärst, dass Du mit ihr nicht über Deine Probleme reden könntest, weil diese zu tiefgründig seien, machst Du sogar Deine Probleme exklusiv. Gegenüber Deiner Cousine wirkt das arrogant und sie reagiert mit Hohn auf die Aussage.

Wenn man mal annimmt, das Du vermutlich der einzige Mensch in dieser Familie bist, der sich mit Hilfe seiner Intelligenz aus diesem Schlamassel befreien kann, ist das ein Mittel das Du nutzen kannst.

Bist Du aus diesem Umfeld raus, oder wohnst Du noch mit Deiner Verwandtschaft im Haus?

Du hast Gefühle bisher nur mit dieser einen Freundin als schön erlebt; alles andere an Gefühlen war Trauer und Schmerz. Also wundert mich Exklusivität überhaupt nicht.

Nun hat sich diese eine Freundin vor anderthalb Jahren auch noch von Dir losgesagt. Die Gründe dafür hast Du selbst zum Teil erkannt. Du bist vereinnahmend und besitzergreifend. Es ist Deine Aufgabe, genau dagegen etwas zu tun.

Ich möchte aber auch die Motive Deiner Freundin in Frage stellen.

Du schreibst, sie war eine rationale Autoritätsperson. Was wäre denn wenn sie am Ende eurer Freundschaft genau das angewandt hätte, nämlich erkannt hat: Das bringt mir nix mehr, also beende ich es. Rational verständlich, aber emotional komplett herzlos.

Ich bleibe dabei, dass es erstmal darum geht, Dich mit Hilfe eines geeigneten Medikamentes in die Lage zu versetzen, wieder am Leben teilzunehmen und danach musst Du Dich ebenfalls ganz rational Deinem Scherbenhaufen-Leben zuwenden und es ordnen. Ratschläge wie: Lerne Dich selbst zu lieben sind zwar richtig, aber wirkungslos, wenn man nicht weiß wie es geht. Um sich zu lieben braucht man Erfolgserlebnisse. Erst aus diesen Erfolgserlebnissen wird man stärker, schöpft Kraft und Mut.

Deshalb rate ich nochmal: Wende Dich Deinen Interessen zu; das ist etwas was Du kannst und gern tust, sofern Dich die Mutlosigkeit nicht überwältigt. Auch Antriebslosigkeit und Apathie ist ein Gefühl und wenn man ihm zu sehr nachgibt, schafft man kaum etwas. So wie ich das sehe, hast Du Dich bisher zu sehr auf andere Menschen verlassen und warst eigentlich zu abhängig, um Deinem eigenen Potential zu trauen. Es liegt ein langer Weg vor Dir, aber ein chinesisches Sprichwort sagt, dass auch ein langer Weg mit einem Schritt beginnt. Teil den Weg in Etappen ein und belohne Dich für jede Etappe. Daraus erwächst innere Zufriedenheit.

N>aCjon<ax21


@ Baldurhh

Danke für die Zeit und Mühe, die du in deinen Text gesteckt hast. Sehr gut und treffend zusammengefasst.

Bist Du aus diesem Umfeld raus, oder wohnst Du noch mit Deiner Verwandtschaft im Haus?

Ich wohne leider immer noch im selben Haus. Ich würde liebend gern den Kontakt zu allen abbrechen und niemanden von ihnen je wieder sehen, allerdings ist dies aus finanziellen Gründen noch nicht möglich. Erstmal muss ich die Motivation bekommen, um mein Abitur erfolgreich nachzuholen um anschließend zu studieren; dann würde ich erst ausziehen können mit Bafög und einem Nebenjob. Dauert also noch so 3 Jahre... Meine Wohnsituation ist schon belastend, aber sobald ich wieder an Kraft und Antrieb gewonnen habe, werde ich mich sowieso von morgens bis abends in der Bücherei aufhalten, ab und zu arbeiten und nur zu Hause sein, um zu schlafen.

Du hast Gefühle bisher nur mit dieser einen Freundin als schön erlebt; alles andere an Gefühlen war Trauer und Schmerz. Also wundert mich Exklusivität überhaupt nicht.

Ja, und das hat auch dazu geführt, dass ich sie auf einen Podest gehoben und sie zur Priorität in meinem Leben erklärt habe. Das soll mir nicht nochmal passieren. In meinen Therapiegesprächen wurde schon recht schnell klar, dass ich dadurch zu viel mit mir machen lassen habe und sie mich sehr oft als selbstverständlich betrachtet hat.

Du schreibst, sie war eine rationale Autoritätsperson. Was wäre denn wenn sie am Ende eurer Freundschaft genau das angewandt hätte, nämlich erkannt hat: Das bringt mir nix mehr, also beende ich es. Rational verständlich, aber emotional komplett herzlos.

Ja, daran habe ich auch mehrfach gedacht; nur habe ich mich nie wirklich dazu überwunden, den Gedanken endgültig zuzulassen, da ich nicht wahrhaben wollte, dass sie mich fallen lassen hat, sobald sie keinen Nutzen mehr aus der Freundschaft schöpft. Es war so, dass sie mich sehr bewunderte und auch manchmal auf einen Podest stellte, regelrecht von mir bei anderen Menschen schwärmte, wie begabt, loyal, intelligent und einzigartig ich doch sei. Vor allem meine Intelligenz hat sie immer in den höchsten Tönen gelobt. Als ich durch meine Depression in der Anfangsphase primär nur noch Leere empfand, welche sich auch deutlich in meinen damaligen nicht vorhandenen Gedanken zeigte und somit keine intelligenten Gespräche mehr möglich waren, sah sie deutlich auf mich herab. Wenn ich mal zu etwas nichts beitragen konnte, da ich einfach nicht mehr imstande war, aufgrund dieser Leere richtig zu denken, verdrehte sie manchmal die Augen und zeigte sich sichtlich genervt. In der Zeit hat sie auch eine innige Freundschaft zu einem anderen Mädchen aufgebaut und schwärmte mir dann im Anschluss des Augenverdrehens ausgiebig davon vor, welche Zukunftspläne die beiden hätten, dass nur Männer mit hohem Bildungsabschluss für sie infrage kommen. Sie wusste, wie sehr es mich allein verletzte, dass sie eine innige Freundschaft aufgebaut hat, die unserer glich - mit Zukunftsplänen und allem drum und dran. Auch ein abfälliger Ton machte sich zwischendurch deutlich bemerkbar; wenn auch nicht absichtlich. Naja, ich weiß, dass sie ein Jahr später ihr Abitur zum dritten Mal nicht geschafft hat; das war meiner Meinung nach ihr Karma....

Einmal war ich todtraurig in meiner depressiven Phase und habe tagelang nur geweint. Ich sollte sie dann später von ihrer Arbeitsstelle abholen, und da war noch eine Freundin von ihr auf einmal dabei. An der Bahnhaltestelle trafen wir noch einen Freund der beiden an, und die drei lachte über dieses und jenes während ich mit verheultem Gesicht daneben stand. Ich habe wenigstens gehofft, sie würde anbieten, dass wir uns vielleicht irgendwo hinsetzen in der Nähe und die eine Freundin ihre Bahn alleine nach Hause nimmt (es ging wirklich nur darum, zusammen auf die Bahn zu warten und anschließend 5 Minuten zusammen zu fahren; sie haben sich nur zufällig getroffen bei ihrer Arbeit), aber so war es nicht. Als wir beide dann ausstiegen und ich nicht mit ihr redete, fragte sie genervt, was denn jetzt los sei. Als ich dann noch mehr anfing zu weinen, bekam ich nur ''sollte ich die beiden denn jetzt ignorieren und nicht mit denen reden? Ich habe sie doch nur zufällig getroffen''. Aber mich konnte sie vor den beiden ignorieren, als ich leicht heulend daneben stand und mich nicht zu verhalten wusste. Ihr ging es wirklich sehr gegen den Strich, dass ich depressiv wurde. Ich war die meiste Zeit körperlich und geistig wie gelähmt, kam kaum aus dem Bett. Irgendwann bekam ich andauernd zu hören, dass ich wenigstens etwas machen muss, wenn schon nicht mein Abitur. Die Zeit vergeht, ich sei ja schon 19 und die meisten hätten ihr Abitur schon geschafft in diesem Alter. Alle anderen entwickeln sich weiter, und ich bleibe geistig stehen; ich sollte mich nicht so auf mein Talent und meine gegebene Intelligenz ausruhen, da mich andere überholen würden. Ich habe versucht, ihr zu erklären, dass ich verdammt noch mal depressiv bin und es ernstzunehmen ist; dass ich dafür nichts kann, ich mich auf nichts ausruhen würde und ich andauernd Suizidgedanken habe, gegen die ich nunmal nichts machen kann. Sie besitzt eigentlich eine hohe emotionale Intelligenz, aber dass das wirklich per se ein ernstzunehmendes Problem war/ ist und ich nicht einfach nur faul wurde und es selber ändern wollte nur nicht konnte, wollte und konnte sie einfach nicht verstehen. Das hat mich sehr verletzt. Wahrscheinlich bin ich ihren Ansprüchen einfach nicht mehr gerecht geworden, und sie hat mich abgehakt. Sie ist generell eher ein rationaler Kopfmensch.

Erst aus diesen Erfolgserlebnissen wird man stärker, schöpft Kraft und Mut.

Ja, daran arbeite ich bereits. Vor 6 Wochen habe ich wieder mit dem Singen angefangen. Nach 4 Jahren Gesangspause habe ich meine Stimme verloren und nach ein bisschen Training kann ich auch schon wieder Arien singen; das macht ich schon sehr glücklich, und schafft auch ein Ventil für meine Emotionen, die ich sonst nicht rauslassen könnte außer bei der einen Therapiestunde pro Woche. Erfolgserlebnisse erreiche ich kontinuierlich dadurch, da ich mich schnell steigere. :-)

N:ajozna'21


Was mich auch sehr belastet sind meine Hassgefühle bezüglich meiner Cousine und der ehemaligen besten Freundin. Ich möchte, dass sie mir gleichgültig werden, doch wie schaffe ich dies? Manchmal entwickle ich sehr düstere, schlimme Rachegedanken, denen ich zwar nie nachgehen würde, aber sie tragen halt dazu bei, dass ich mich immer tiefer in den Hass reinsteigere. So sehr, dass mir im Anschluss der Kopf dröhnt. Ich möchte nicht voller Hass sein und zwei Menschen, die mir sehr wehgetan und mich enttäuscht haben, die Macht über meine Gefühlswelt geben.

LfichutAmHEori~zont


In dieser Situation an der Bahnhaltestelle hast Du von Deiner ehemaligen Freundin das selbstlose Verhalten einer Mutter erwartet, aber sie wollte das nicht leisten. Jemand, der durch sein Verhalten viel, viel Aufmerksamkeit fordert (und da ist es egal, ob absichtlich und berechnend oder weil es ihm eben wirklich nicht gut geht), fängt ab einem bestimmten Punkt an zu nerven. Denn das Verhalten (verheult sein, weinen) fordert eine ganz bestimmte Reaktion vom anderen, soll ihn beeinflussen, sagt ihm "mach, dass es mir besser geht, kümmere dich um mich".

Ich vermute, dass Deine ehemalige Freundin einen bestimmten Grund hat, Deine Freundin gewesen zu sein, der darauf schließen lässt, dass sie durchaus auch nicht so stabil ist. Solche Menschen können dann mit dem emotionalen Fordern anderer schlecht umgehen.

Ich kenne das von mir selbst. Ich bin schon in beiden Rollen gewesen. Wenn es jemandem vorübergehend schlecht geht, helfe ich gerne - aber wenn sich die Rollenverteilung zu festigen droht (ich soll den anderen ständig nur noch aufbauen), wächst der Widerstand in mir. Denn dadurch werde ich in eine Rolle (mütterlicher Aufpasser) gedrängt, die ich nicht einnehmen will.

Kjleixo


Najona21

Ich wünschte ja, es wäre anders und würde auch gerne so viel verändern; nur weiß ich einfach nicht, WIE das gehen soll. Ich fühle, was ich fühle. Wenn ich nichts fühle, fühle ich nichts. Wenn ich mich für etwas interessiere, dann tue ich das. Kann ich das nicht, dann kann ich daran ja nichts ändern. Wenn ich zu jemandem eine Verbindung habe, die sich wie eine Seelenverwandschaft anfühlt, so kann ich das ja auch nicht ignorieren und mich von diesem Menschen abwenden... Das ist meiner Meinung nach nicht therapierbar, wie sollte es das auch sein?

Hast Du das hinterfragt und für Dich reflektiert inwieweit das wirklich zutrifft und nicht das Resultat der Erkenntnisse einer 11jährigen aus ihren Erfahrungen sind, die sie mit weniger Mitteln begegnen konnte als Du es jetzt könntest?

Aber wie soll das möglich sein? Wenn ich z.B. Selbstmordgedanken habe, dann sind sie da und lähmen mich. Wenn ich nunmal mit Desinteresse gegenüber meinen Mitmenschen empfinde, dann kann ich da doch nichts dran ändern. Wenn ich und eine andere Person eine sofortige Verbindung zueinander verspüren, sei sie noch so krankhaft, dann kann ich das doch nicht ignorieren. Wenn ich keine Lebensfreude habe - auch, wenn ich noch so viele Dinge mache, die mich mal glücklich gemacht haben -, dann verspüre ich sie halt nicht. Nichts gibt mir irgendetwas. Nichts macht mich wirklich glücklich und nichts motiviert mich.

Warum sind diese Gedanken da? Ich meine, wer denkt denn diese Gedanken?

Ich fühl mich einfach nur müde, antriebslos, leer und weiß nicht, wie mir eine Therapie dabei helfen soll, meine mir bekannten Probleme zu lösen.

Was sind denn die Vorschläge in der Therapie, wie Du etwas änderst?

Nur ist das der falsche Weg und dass mein Glück von jemand anderem abhängt, möchte ich nie wieder. Nur wie soll ich dann sonst mein Glück finden?

Abhängigkeit: Du findest Dein Glück, wenn Deine Bedürfnisse durch andere erfüllt werden. Was ist also eine nicht-Abhängigkeit? Du findest Dein Glück in Dir, oder?

Kann es sein, dass das einfach zu meiner Borderline-Krankheit zugehört und sich auch gar nicht ändern lässt?

Sicher, dann kannst Du Dich zurücklehnen, weil Du Deinem Vorurteil Deiner selbsterfüllenden Prophezeiung erliegst. Oder aber …. Was?

Ja... Zumal das Verlassen-werden immer vorprogrammiert ist, da niemand so etwas lange durchhält... Jedoch bin ich extrem besitzergreifend und das beeinflusst wiederum meine Gefühle und die daraus resultierende Stimmung.

Lies Dir doch das noch einmal durch und versuche es in ich-Sätzen durchzugehen, also den Teil, den der von Dir und Deiner Denkweise abhängig ist.

Bei ihr konnte ich einfach ich selbst sein, und wir interessierten und einfach extrem füreinander.

Wie hat sich das gezeigt? Ich meine, wie hast Du gedacht, gefühlt, Dich verhalten, wenn Du Du sein konntest?

Naja, mich interessieren schon Dinge, aber irgendwie fühle ich mich derzeit meistens zu gelähmt und antriebslos, um diesen Interessen nachzugehen.

Ich würde so gerne mit diesem Gedanken abschließen, aber manchmal erwische ich mich bei dem Gedanken, ihr die Schuld zu geben, und andererseits ist es auch manchmal so, dass ich mir Vorwürfe mache. Ich hoffe, ich habe jetzt nicht zu verwirrt geschrieben....

Ihr die Schuld wofür zu geben?

Dir die Schuld wofür geben?

Schuld ist etwas anderes als Verantwortung? Selbstverantwortlichkeit wäre auch etwas, das sich nicht mit einem Abhängigkeitsverhältnis verträgt.

Ja, das habe ich mir auch schon so überlegt. Also dass wir zu einem wichtigen Zeitpunkt in das Leben des anderen eingetreten sind, um uns gegenseitig so positiv wie möglich zu beeinflussen, und jetzt war einfach die Zeit gekommen, Lebe wohl zu sagen. Nur hätte ich gerne eine solche tiefe Freundschaft, die ein Leben lang währt... Wir waren uns so sicher, für immer befreundet zu bleiben, und dann sowas...

Scheiße mit der Akzeptanz, oder? Akzeptierst Du Dich denn, wie Du bist?

Ich muss zugeben, dass ich das immer noch glaube und insgeheim hoffe, dass wir uns, sobald wir beide unser Leben in den Griff bekommen und pure Selbstzufriedenheit erlangt haben, uns wiedertreffen und uns wieder an dem anderen erfreuen können.

Nicht das Loslassen tut weh, sondern das Festhalten. Ich verstehe, dass Du versuchst irgend einen Faden zu finden, der Dich noch immer mit ihr verbindet. Was würde denn passieren, wenn Du diesen Gedanken loslassen würdest? Also annehmen, dass das jetzt so ist. Was wäre da präsent? Was ist deine Angst, diesen Gedanken loszulassen?

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH