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Nie wieder abhängig - Motivation, Energie aus dem inneren Selbst

Kdl|e io


Najona21

Also es ging dabei wirklich um alles. Es gab wirklich nichts, worüber wir nicht geredet haben. Über triviales so wie über tiefgründiges. Zugegeben, es war mehr wie eine richtige Beziehung ohne sexuellen Anziehungskraft zueinander.

Ist das nicht großartig? Bist Du ihr denn dankbar, dass sie die Jahre für Dich dagewesen ist? Alles, wo die Erwachsenen versagt haben, denn das wäre ja die Aufgabe Deiner Eltern, Großeltern oder näheren Umfeldes gewesen, dieses Vertrauen aufzubauen, dass Du mit diesen Dingen zu ihnen gehen hättest können, hast Du großteils sie ansprechen können. Nun wurdet ihr älter, sie geht ihren Weg und hat sich entschieden, ihn ohne Dich zu gehen und was ist mit Dir? Du stehst also jetzt da, Erwachsen geltend, mit den Mankos der Erziehung und suchst mal die Schuld. Die ist auch zu finden, nur, was machst Du daraus? Scheiß gelaufen, ja, gar keine Frage. Wäre es halbwegs gut gelaufen, hättest Du ein halbwegs gesundes Selbstbewusstsein, ein gesundes Selbstvertrauen, würdest Dich freuen, dass Du eine intelligente junge Frau bist und Dich ins Leben stürzen. Bei Dir ist es anders. Gewisse Dinge sind auf der Strecke geblieben und jetzt liegt die Verantwortung auch schon bei Dir. Du hast ja auch schon Schritte eingeleitet und stehst da und sagst, ich will nie wieder so ein Abhängigkeitsverhältnis. Du bist in einer Therapie, die Hauptbezugstperson ist weg und jetzt ist keine da. Wer also soll in Zukunft für Dein Befinden verantwortlich sein?

Also es war eher so, dass wir uns gegenseitig gelenkt haben. Per se ist sie zwar eine dominantere Person, aber es war nie so, dass einer geführt und der andere gefolgt hat. Sie war mir zwar immer wichtiger als ich ihr, und sie brauchte so ca. zweimal pro Jahr eine 1-2 wöchige Pause von mir, aber ansonsten waren wir gleichberechtigt.

Wirklich gleichberechtigt? Meinst Du, dass es in einem Abhängigkeitsverhältnis nur eine Abhängige gibt?

Ich würde schon sagen, dass ich ein sehr tiefgründiger und emotionaler Mensch bin. Zwar bin ich auch rational und lasse mich nur selten wirklich von meinen Emotionen lenken, aber manchen Menschen ist meine Tiefgründigkeit bzw. Emotionalität zu viel des Guten. Als ich letztens meiner Schwester mal erklärt habe, dass ich mit ihr über meine Probleme nicht sprechen kann, da diese zu tief seien, belächelte sie mich nur und meinte ''Haha, dann erzähl doch mal von deinen ach so tiefen Problemen.''.

Weil Du tiefgründig bist, wie hier:

Ich habe mal mit einer Cousine von mir, der ich zur Zeit eigentlich nahe stehe, über etwas Tiefgründiges geredet. Zum Beispiel darüber, was das Malen bei mir bewirkte früher und wieso ich es nicht mehr tun kann. Da kam nur ein ''Mh ja, ich versteh dich schon.'' Irgendwie können viele Menschen mit dem, worüber ich mit ihnen reden möchte, nichts anfangen oder haben eine meiner Meinung nach komische Sichtweise bezüglich vieler Dinge.

Meinst Du es in dem Sinne, dass Du tiefgründig bist und andere nicht? Ist das gut oder besser? Oder warum formulierst Du das so? Tiefgründig worin? Emotional - in welchem Sinne? Ist das gut oder schlecht aus Deiner Sicht?

Bei ihr war das nie so. Wir waren so gleich, dass wir perfekt miteinander harmonierten und doch so verschieden, dass wir uns in vielem ergänzt haben.

Was meinst Du, war der Grund, dass es bei ihr nicht so war? Wie war ihre Reaktion, wenn Du ihr erzählt hast, was das Malen bei Dir früher bewirkte und Du es jetzt nicht mehr kannst?

Ja, daran habe ich auch mehrfach gedacht; nur habe ich mich nie wirklich dazu überwunden, den Gedanken endgültig zuzulassen, da ich nicht wahrhaben wollte, dass sie mich fallen lassen hat, sobald sie keinen Nutzen mehr aus der Freundschaft schöpft.

Wenn Du Dein Verhalten anschaust, kannst Du da Parallelen entdecken?

Es war so, dass sie mich sehr bewunderte und auch manchmal auf einen Podest stellte, regelrecht von mir bei anderen Menschen schwärmte, wie begabt, loyal, intelligent und einzigartig ich doch sei. Vor allem meine Intelligenz hat sie immer in den höchsten Tönen gelobt.

Findest Du denn auch, dass Du begabt, loyal, intelligent und einzigartig bist? Worauf ist das bezogen. Ich meine, Intelligenz z. B.? Ein Mensch ist ja nicht in allen Bereichen gleich intelligent. Und sind es andere nicht?

Sie besitzt eigentlich eine hohe emotionale Intelligenz, aber dass das wirklich per se ein ernstzunehmendes Problem war/ ist und ich nicht einfach nur faul wurde und es selber ändern wollte nur nicht konnte, wollte und konnte sie einfach nicht verstehen.

Und daher die Erwartungshaltung, dass sie Dich auffängt, wenn es Dir schlecht geht? Wie oft hat sie es in all den Jahren getan?

Wahrscheinlich bin ich ihren Ansprüchen einfach nicht mehr gerecht geworden, und sie hat mich abgehakt. Sie ist generell eher ein rationaler Kopfmensch.

Meinst Du das wirklich?

Ja, daran arbeite ich bereits. Vor 6 Wochen habe ich wieder mit dem Singen angefangen.

Das klingt gut. :-) Wie schaut es mit dem Malen aus?

Was mich auch sehr belastet sind meine Hassgefühle bezüglich meiner Cousine und der ehemaligen besten Freundin. Ich möchte, dass sie mir gleichgültig werden, doch wie schaffe ich dies?

Naja, Du hast da ein großes Abhängigkeitsverhältnis zu Deiner Freundin aufgebaut und die Hassgefühle resultieren meiner Ansicht nach auch daraus. Deine Gedanken sind nach wie vor sehr auf sie fixiert. Die Hassgefühle Deiner Cousine gegenüber - was tut sie denn, dass Du sie hasst?

N&ajoxna21


@ LichtAmHorizont

In dieser Situation an der Bahnhaltestelle hast Du von Deiner ehemaligen Freundin das selbstlose Verhalten einer Mutter erwartet, aber sie wollte das nicht leisten.

Ja, ich habe sie tatsächlich auch manchmal als eine Art Ersatz-Mutter betrachtet; sie hatte auch so etwas an sich, was auch anderen aufgefallen ist, und eigentlich hat sie andere immer gerne getröstet etc.

@ Kleio

Hast Du das hinterfragt und für Dich reflektiert inwieweit das wirklich zutrifft und nicht das Resultat der Erkenntnisse einer 11jährigen aus ihren Erfahrungen sind, die sie mit weniger Mitteln begegnen konnte als Du es jetzt könntest?

Ehrlich gesagt glaube ich, dass ich mich in der Hinsicht nicht weiterentwickelt habe, weil ich das ja auch nicht musste. Irgendwie kam ich damit ja durch. Ich hatte (fast) immer meine beste Freundin an meiner Seite. Also es ist nicht so, dass ich mit anderen gar nicht klarkomme; allerdings ist es halt so, dass die Verhältnisse meist sehr oberflächlich werden. Manchmal verliebt sich auch ein Typ in mich, und das sind dann die einzigen, bei denen sich eventuell eine etwas tiefere Verbindung ergeben könnte; meistens will ich das dann aber nicht. Als ich vor ein paar Jahren auf ein Gymnasium wechselte, um meine Abi zu machen und später wieder wechseln musste, weil ich fast nie zum Unterricht erschien und rausgeschmissen wurde, kannte ich dort erstmal niemanden. Dann kam ich in den ersten Tagen in Biologie zu spät zum Unterricht und wurde von sehr freundlichen Mitschülern zu ihrem Gruppentisch gebeten. Sie fragten oft nach meiner Meinung und wollten mich in ihre Unterhaltung mit einbeziehen, aber ich fand diese Menschen einfach so uninteressant (nicht mal böse gemeint), und mir fiel einfach nichts ein, was ich zu der Konversation hätte beitragen können. Das ist immer so, wenn mich Menschen einfach nicht interessieren, dann ist mein Kopf auf einmal leer. Irgendwie brauche ich immer einen inspirierenden, für mich besonderen Menschen, der mich intellektuell stimuliert. Dadurch wirke ich dann immer arrogant und werde durch sowas als Mobbingopfer deklariert. Das führte dann auch dazu, dass ich schnell nicht mehr zur Schule gehen konnte, da mir einige

Mitschüler mit Hass begegneten, nur weil ich mich zurückgezogen habe und für mich sein wollte. Ein ehemaliger Arbeitskollege konnte mich am anfang auch nicht ausstehen und meinte, dass ich durch mein zurückhaltendes Auftreten sehr arrogant wirke und ich mich nicht wundern soll, dass ich dann auf Ablehnung stoße. Später, als wir uns gut verstanden, fragte ich ihn nochmal, was mich denn genau so arrogant erscheinen lässt, es kann ja nicht nur an zurückhaltendem Verhalten liegen. Er meinte, dass ich einfach zu gut aussehe, weshalb man sich als Mann dann schnell gekränkt fühlt und die Frauen (meiner ehemaligen Arbeitsstelle) das auch so interpretieren würden, dass das von meiner Seite aus herablassend wirkt. Das ist ein Problem, was mich auch momentan von der Gesellschaft fernhält. Ich habe es einfach satt, immer wieder dieselben Situationen zu erleben und ihnen machtlos zu erliegen. Ich weiß einfach NICHT, wie ich mein Verhalten ändern kann, wenn es durch Gleichgültigkeit gelenkt wird. Es geht einfach nicht. Mir fällt partout kein Gesprächsthema ein, wenn mich ein Mensch nicht interessiert. Wie kann ich mich denn für andere Menschen interessieren? Wie soll das gehen?

Warum sind diese Gedanken da? Ich meine, wer denkt denn diese Gedanken?

Ich denke mal, dass ich mich so sehr auf einen Menschen fokussiere, wenn einer begegnet, zu dem eine Verbindung besteht, weil dies so selten ist; dann will ich ihn einfach nur an mich binden...

Was sind denn die Vorschläge in der Therapie, wie Du etwas änderst?

Konkrete Vorschläge gab es eigentlich noch nicht. Nur, dass ich mich mit meinen Problemen konfrontieren soll, vielleicht mal wieder in die Schule gehen soll und bla bla. Keine wirkliche Hilfe. Ich frage mich auch manchmal, wozu Psychologen genau da sind. Um anderen dabei zu helfen, Erkenntnisse zu erlangen und es ihnen ermöglichen, sich selbst zu reflektieren, oder dürfen sie einem Ratschläge geben und das Verhalten derjenigen Person dadurch beeinflussen? Ratschläge bekam ich eher selten welche, und wenn, dann keine wirklich produktiven...

Abhängigkeit: Du findest Dein Glück, wenn Deine Bedürfnisse durch andere erfüllt werden. Was ist also eine nicht-Abhängigkeit? Du findest Dein Glück in Dir, oder?

Ja, so langsam gehe ich ja alles an... Ich hoffe wirklich, dass ich es schaffe, vorerst ganz allein meinen Weg zu beschreiten und glücklich zu werden; nur ist es schon traurig, mit niemandem über seinen Alltag, seine Probleme und sonstiges reden zu können. Also mit einer festen Bezugsperson, auf die man sich verlassen kann...

Akzeptierst Du Dich denn, wie Du bist?

Nein... Im Moment bin ich nicht der Mensch, der ich sein möchte. Ich möchte unabhängig, beruflich erfolgreich, gebildeter, disziplinierter, dünner, sozial kompetent und selbstzufrieden werden. Davon bin ich aber noch ein weites Stück entfernt.

Nicht das Loslassen tut weh, sondern das Festhalten.// Ich verstehe, dass Du versuchst irgend einen Faden zu finden, der Dich noch immer mit ihr verbindet. Was würde denn passieren, wenn Du diesen Gedanken loslassen würdest? Also annehmen, dass das jetzt so ist. Was wäre da präsent? Was ist deine Angst, diesen Gedanken loszulassen?

Naja, wobei ich eigentlich nicht mehr wirklich mit ihr befreundet sein möchte. Ich habe sie zu oft idealisiert und auf einen Podest gestellt, auf den sie nie gehörte. Sie ist nicht besser als ich und im Nachhinein, vor allem durch das, was ich geschrieben habe und welche Situationen mir noch eingefallen sind, die ich verdrängt habe, wurde mir bewusst, wie schlecht sie eigentlich manchmal war und wie dumm ich war, vieles hinzunehmen, obwohl ich das gar nicht hätte bieten lassen sollen. Ich denke, ich halte an ihr fest, weil sie einfach beim letzten Treffen, als sie die Freundschaft beendete, so kalt war. Ich habe sowieso mit einem Ende gerechnet und hätte besser damit abschließen können, wenn sie gelitten hätte. Ich habe mir gewünscht, dass ich in der Lage gewesen wäre, ihr weh zu tun durch meine Apathie bezüglich unserer Freundschaft in den letzten Wochen als ich mich so zurückgezogen habe. Stattdessen hat es bei ihr einfach nur Desinteresse ausgelöst, und wahrscheinlich wollte sie keinen unnötigen, lästigen Klotz am Bein mehr mit sich schleppen. Beim letzten Treffen hat sie auch ständig auf die Uhr geguckt, da sie noch verabredet war, und das ganze hat keine 15 Minuten gedauert. Meine Erklärung hat sie nicht wirklich interessiert, und als ich ihr erzählte, dass meine Therapeutin Borderline mit Depressionen diagnostiziert hat, verdrehte sie nur genervt die Augen und meinte nur, sie weiß ja, dass Borderliner alles etwas intensiver empfinden würden und dass das jetzt nichts besonderes sei. Ich wollte ihr so viel erklären (auch, wenn sie das eigentlich gar nicht verdient hat), aber sie wollte einfach nur so schnell wie möglich einen Schlussstrich ziehen. Ich wünschte wirklich, sie wäre tot und ich müsste ihr nie wieder begegnen oder gar von ihr hören. Ich wünschte, sie und meine Cousine wären tot. Ich werde aber immer wieder (auch, wenn es in großen Abständen geschieht) mit deren bloßer Existenz konfrontiert, und ich habe darauf einfach keine Lust mehr. Ich würde so gerne weg hier... Ich wünschte, ich hätte den Mut, mich umzubringen. Ich hasse die meisten Menschen, da viele sich einfach wie das allerletzte Verhalten. Andauernd irgendwelche Lügen, Missgunst, Lästereien, Mobbing, Gewalt, Missbrauch, Neid, Intrigen, Selbstüberschätzung, Beschränktheit... Ich will nicht in einer solchen Welt leben und ständig mit dem ganzen Negativen, was die Welt zu ''bieten'' hat, konfrontiert werden. Ich wünschte, ich wäre nie geboren. Das Leben erlebe ich als Last, die ich nicht noch mehr Jahre tragen möchte. Zu viele Menschen sind von ihrer dunklen Seite einfach zu sehr eingenommen.

NZajoCna2x1


Bist Du ihr denn dankbar, dass sie die Jahre für Dich dagewesen ist? Alles, wo die Erwachsenen versagt haben, denn das wäre ja die Aufgabe Deiner Eltern, Großeltern oder näheren Umfeldes gewesen, dieses Vertrauen aufzubauen, dass Du mit diesen Dingen zu ihnen gehen hättest können, hast Du großteils sie ansprechen können.

Ja, dankbar bin ich ihr schon. Meine negativen Gefühle (von denen ich am liebsten gar keine mehr hätte für sie) sind aber derzeit einfach zu stark als voller Dankbarkeit loszulassen. Ich denke, es würde mir besser gehen, hätte ich die Initiative ergriffen und die Freundschaft beendet. So bin ich die Verlassene, und das ist das, was mich einfach am meisten stört. Ich wurde dadurch irgendwie in eine Opferrolle gedrängt. ICH war diejenige, die es sichtlich überrascht hat. ICH war die Last; diejenige, die zurückgelassen wurde. ICH war diejenige, die von als Bemitleidenswerte dastand. Meiner Cousine habe ich in einem guten Moment (habe leider aufgrund meiner Einsamkeit aus dem Affekt agiert und war so dumm, ihr zu viel über mich zu erzählen - wohl in dem Wissen, dass sie nichts für sich behält und immer darauf aus ist, anderen zu schaden :-( :°( ) erzählt, dass wir nicht mehr befreundet sind. Direkt wurde Mitleid vorgeheuchelt (ich weiß, dass es nur geheuchelt war und sie es direkt jemandem gesteckt hat, den es nichts anging, der sich aber zu sehr für mich interessiert) und ich als Opfer dargestellt. Das habe ich zwar direkt widerlegt, weil ich das in dem Moment auch so empfunden habe bzw. nichts für sie empfand, aber trotzdem... Bei meiner Schwester war es genauso... Sie hat mich gefragt, ob ich denn nicht meine, dass ich noch eine Chance bei ihr als Freundin hätte, und auch eine andere Cousine meinte als ich ihr beiläufig davon erzählte, dass es ihr leidtun würde und ob es mir wirklich so egal ist - in bemitleidenswertem Ton. Das stört mich extrem. Sie war mir wirklich eine Zeit lang egal, und ich wurde als ein verlassenes Opferchen deklariert. Auch, dass meine ehemalige Freundin nach dem Treffen nochmal bei Whatsapp schrieb, dass es ihr leid tue, sie mir dankbar für all die Jahre ist, in denen ich ihre beste Freundin war und sie mir bei allem, was ich erreichen möchte, viel Glück wünscht. Ich kenne sie, und ich weiß, dass sie das nur getan hat, weil sich das so gehört. Sie ist generell ein Mensch, der meistens viel Wert auf Höflichkeit legt. Diese kalte Höflichkeit hat mich auch so wütend gemacht, und es fühlte sich so an, als würde sie nochmal nachtreten. Mir nochmal zeigen, dass sie mich als einen x-beliebigen Menschen betrachtet. So knapp, kalt und unpersönlich. Es ist nicht mal ihre Abwesenheit - mir wurde durch das ganze Schreiben klar, dass ich sie nicht wirklich vermisse, sondern es mich einfach stört, dass ich in eine machtlose Situation gedrängt wurde. Ich hatte sogar vor, die Freundschaft zu beenden, konnte mich aber irgendwie doch nicht dazu überwinden...

Gewisse Dinge sind auf der Strecke geblieben und jetzt liegt die Verantwortung auch schon bei Dir. Du hast ja auch schon Schritte eingeleitet und stehst da und sagst, ich will nie wieder so ein Abhängigkeitsverhältnis. Du bist in einer Therapie, die Hauptbezugstperson ist weg und jetzt ist keine da. Wer also soll in Zukunft für Dein Befinden verantwortlich sein?

Es ist so, dass ich in manchen Hinsichten nicht erwachsen geworden und noch ein Kind geblieben bin. Ich hatte nie jemand erwachsenen, der sich um mich kümmerte bzw. mich erzog. Ich war immer selbstständig, und irgendwie habe ich die Nase voll davon. Ich fühle mich auch hauptsächlich zu Männern hingezogen, die vom Alter her mein Vater/ Opa sein könnten und selber als rationale Autoritätspersonen angesehen werde. Welche, die einfühlsam, fürsorglich sind. Ich habe irgendwie das Bedürfnis danach, eine Tochter-Vater Beziehung zu einem älteren Mann zu führen, die auch Sexuelles beinhaltet. Nein, ich stehe nicht auf meinen Vater, aber ich möchte einfach von solch einer älteren, sehr reifen und erwachsenen Person beschützt, vereinnahmt, geliebt und begehrt werden. Einmal habe ich mich dabei erwischt, wie ich mich (zuerst unbewusst) bei einem solchen Mann wie ein Kind verhielt, woraufhin er sich dann wie ein erziehender Vater verhielt... Gesund ist das nicht, allerdings habe ich keine Ahnung, wie ich wirklich erwachsen werden soll in manchen Hinsichten. Ich bin zudem auch ein eher devoter Mensch. Zwar nicht immer, aber im Gesamten würde ich mich schon so bezeichnen.

Wirklich gleichberechtigt? Meinst Du, dass es in einem Abhängigkeitsverhältnis nur eine Abhängige gibt?

Sie hat mir auch manchmal gesagt, sie wäre total abhängig von mir. Am Anfang hat sie sogar mehr in die Freundschaft reininvestiert als ich; als ich mich dann aber schnell eingeengt gefühlt habe, hat sie das unmittelbar geändert und ist etwas auf Distanz gegangen. Hat sich nicht richtig distanziert, aber sie hat gemerkt, dass ich mich zu schnell eingeengt fühle und solch eine intensive Nähe nicht ertrage, es mir dann zu viel wird.

Was meinst Du, war der Grund, dass es bei ihr nicht so war? Wie war ihre Reaktion, wenn Du ihr erzählt hast, was das Malen bei Dir früher bewirkte und Du es jetzt nicht mehr kannst?

Naja, diese andere Cousine hat sehr versteift darauf reagiert. Bei ihr lag es daran, dass sie generell nicht mit Emotionalität umzugehen weiß. Sie reflektiert sich generell nur selten, vermeidet es so gut es geht, nachzudenken und hasst tiefgründige Gespräche. Das hat sie alles schonmal selber so geäußert. Sie möchte nicht über wichtigere bzw. tiefere Dinge des Lebens nachdenken, da es sie zu emotional werden lässt und ihre Stimmung runterzieht. Bezüglich Musik wird kontinuierlich z.B. auch nur ''Party-Musik'' gehört etc.... Da wir uns aber so gut verstanden hatten, habe ich mal versucht, ein Gespräch so wie ich es vermisste zu forcieren.

Wenn Du Dein Verhalten anschaust, kannst Du da Parallelen entdecken?

Nein; jedoch habe ich schonmal darüber nachgedacht, wie ich mich bei ihr verhalten hätte, wäre aus ihr ein Mensch geworden, mit dem man nichts mehr anfangen kann. Das hat kurzzeitig Verständnis hervorgebracht, aber nichts an meiner damaligen Trauer und Enttäuschung geändert... Ich war mir auch nicht so sicher, ob ich dies lange Zeit mitgemacht hätte. Dann sind mir aber auch viele schlechte Taten ihrerseits eingefallen, die auch den Lauf meiner Depression beeinflusst haben, von denen sie wusste, wie sehr sie mich trafen. Auf einmal war das Verständnis weg. Ich weiß, dass ich sie manchmal zu sehr vereinnahmt habe, aber wie sie damit umgegangen ist, war einfach der falsche Weg.

Findest Du denn auch, dass Du begabt, loyal, intelligent und einzigartig bist? Worauf ist das bezogen. Ich meine, Intelligenz z. B.? Ein Mensch ist ja nicht in allen Bereichen gleich intelligent. Und sind es andere nicht?

Ich weiß, dass ich musikalisch und künstlerisch begabt bin. Loyal bin ich, wenn mir jemand wichtig ist. Entweder ich bin zu 100% loyal oder dieser Mensch interessiert mich nicht. Intelligent? Keine Ahnung. Einzigartig? Weiß ich nicht, vielleicht gibt es ja noch einen anderen Menschen, der genauso ist wie ich.

Und daher die Erwartungshaltung, dass sie Dich auffängt, wenn es Dir schlecht geht? Wie oft hat sie es in all den Jahren getan?

Nein, ich hatte nicht die Erwartungshaltung, aufgefangen zu werden. Ich wollte nur verstanden werden und dass sie mit diesen kontraproduktiven Ratschlägen, von denen sie nicht müde wurde, sie zu wiederholen, aufhörte. Sie hat mich oft aufgefangen, aber auch einige Male fallengelassen, als sie jemand neuen interessanten kennenlernte, und ich war dann für 2, 3 Wochen nur noch Luft - im wahrsten Sinne des Wortes. Das Schlimmste war, als einmal eine andere Cousine (wir wohnen alle in derselben Stadt) auf meine Schule wechselte. Ich habe meine Freundin damals vor ihr gewarnt, da ich bis heute davon überzeugt bin, das irgendein Teufel sie besessen haben muss... Dieses Kind ist wirklich einfach nur schlimm. Ihre Mutter wurde damals angeschossen, und der Vater bestellte dann ein Kindermädchen, mit dem er auch nach wenigen Wochen was am laufen hatte. Die querschnittsgelähmte Mutter hat das sehr verletzt. Meine Cousine, die auf die Schule wechselte, hat sich darüber kaputtgelacht, dass ihre Mutter da so lag und ist mit dem Kindermädchen direkt shoppen gegangen etc. Sie hat mittlerweile schon fast alle Familienmitglieder nach Besuchen beklaut und kennt nichts anderes als lügen und lästern. Und das meine ich verdammt ernst! Wenn sie redet, dann nur in Form von lästern. Sie hat schon früh mit dem kiffen und trinken angefangen, sich durch die Gegend gevögelt. Eine ihrer ehemaligen Freundinnen war verlobt und hat sie mit in ihre Clique einbezogen. Sie war noch mit ihrem ehemaligen Verlobten gut befreundet und bat meine Cousine, mit ihm nichts anzufangen (da sie wirklich sehr gut aussah) und musste früher nach Hause. Tja, sie gingen feiern zusammen, und es wurde direkt der Ex-Verlobte der Freundin gevögelt. Einige Wochen später hat die Cousine, mit der ich zur Grundschule gegangen bin, die besagte Cousine ihren damaligen ''Freundeskreis'' vorgestellt, in welchem sich auch ihr fester Freund befand. Als sie sich mal mit denen alleine traf, wurde direkt mit dem Freund rumgemacht. Andauernd sowas und Schlimmeres, was hier aber nicht reingehört... Auf jeden Fall erzählte ich meiner Freundin davon und bat sie auch darum, sie zu ignorieren aus Loyalität, da sie auch mir Schlimmes damals angetan hat. Sie sagte, dass das gar nicht nötig sei und ich dies als selbstverständlich betrachten soll. Tja, ein paar Tage später waren sie auf einmal dicken Freundinnen, unternahmen alles zusammen, und meine ehemalige beste Freundin meldete sich überhaupt nicht mehr und ignorierte mich in der Schule fast nur noch, lästerte hörbar mit ihr über mich und andere. Ich fand das unglaublich. (gleich schreibe ich weiter)

NGajonja21


Immerhin waren wir zwei Jahre sehr enge, beste Freundinnen, und meine Angst war total begründet, dass sich meine manipulative Verwandte meine beste Freundin krallt bzw. sie sich so schnell von mir distanziert. Das ging wochenlang so, und ich ging kaum noch zur Schule, aß kaum und weinte nur noch. Als meine Cousine dann eine miese Nummer auch bei ihr abzog, kam sie direkt wieder bei mir an. Ich dumme Kuh habe sie direkt wieder als meine Freundin bezeichnet, weil ich nicht anders konnte bzw. wollte. Mit einem müden ''sorry'' wurde die Sache dann geregelt. Als sie ein Jahr wieder mit einem hinterhältigen Miststück befreundet war und sich wieder wochenlang von mir distanzierte, sprach ich sie darauf an. Ich meinte nur, dass sich dasselbe wie vom letzten Jahr wiederholen würde und es mir sehr verletzen würde. Sie meinte, das dass ''Kinderkacke'' sei und ignorierte mich ab da erstmal einige Tage. Dann kam sie wieder bei mir an, weil das Mädchen Mist baute... So ging das mindestens sechsmal... :-/

Meinst Du das wirklich?

Ehrlich gesagt, ja. Sie hat auch schon für andere, ehemalige Freunde gleichgültigkeit empfunden, sobald sie sich irgendwie negativ entwickelten; auch, wenn es überhaupt nicht auf sie bezogen war. Dann hat sie sie sofort abgewertet. Sie neigt auch generell zu extremem idealisieren/ abwerten. Sieht anfangs in jedem einen besonderen Engel, schwärmt andauernd, und sobald sich etwas Negatives, Unerwartetes äußert, wird sich distanziert und gelästert, manchmal ist sie auch einfach nur enttäuscht und bricht den Kontakt ab. Ich hätte nur nie gedacht, dass das auch für mich gilt.

Das klingt gut. :-) Wie schaut es mit dem Malen aus?

Da muss ich zugeben, bin ich momentan noch zu faul für... :=o Ich bin froh, wenigstens eine Routine bezüglich des Gesangstrainings entwickelt zu haben...

Die Hassgefühle Deiner Cousine gegenüber - was tut sie denn, dass Du sie hasst?

Oh man, die Liste ist lang...

Es ist einfach so, dass sie sehr ''EIGEN'' ist. Ich mag sie nicht, weil sie per se ein schlechter Mensch ist. Die einzige ''Freundin'', die sie hat, ist ihre Mutter - aus guten Gründen.

Sie ist der unreflektierteste, neidischte, missgönnerischste, dümmste, perfideste und unsympathischste Mensch, der mir je begegnet ist. Sie knüpft schnell Kontakte und verliert sie aus guten Gründen nach Tagen, mit Glück auch erst nach wenigen Wochen.

Als ich noch manchmal mit meiner Freundin unterwegs war, die einen sehr großen Freundeskreis hatte, trafen wir manchmal auf Menschen, die meine Cousine kannten, aber nicht wussten, wer ich war. Meinte Cousine ist generell er Auffassung, wer die meisten ''Freunde'' hat, ist die ''Coolste'' - mit 22!!!!! Sie hat sich seit ihrer Pubertät absolut kein Stück weiterentwickelt. Das sagen viele, die uns damals beide kannten und mit denen ich bis vor 2 Jahren noch manchmal Kontakt hatte. Wie gesagt, viele Menschen kannten unser Verwandtschaftsverhältnis nicht, und da sich meine Cousine mit den Jahren einen gewissen Ruf gemacht hat bei ihren vielen ''Freunden'', wurde desöfteren über sie geredet. Sie erzählte jedem, den sie getroffen hat, wie teuer ihre Klamotten waren, verhielt sich einfach asozial, lästerte, kann dünne Mädchen bis auf den Tod nicht ausstehen (sie ist stark übergewichtig, will jedoch nicht abnehmen, da man sie gefälligst so nehmen soll, wie sie ist %-| ), dann werden dünne Mädchen mit Worten wie ''hässliche F****'' abgewertet. Sie beleidigt auf der Straße manchmal einfach so Menschen, behält nichts für sich, fängt überall Stress an und erzählt dann jedem, was für ein Opfer sie doch ist und dass sie doch gar nichts gemacht hat - ja, ja... war noch nie anders. Es sind einfach IMMER andere Schuld, egal, worum es geht, und es nervt einfach. Viele beschrieben ihre Art schon als hässlich, auch Familienmitglieder.

Damals in der 9. Klasse interessierte ich mich sehr für einen Jungen. Wir verbrachten zusammen die Pause etc., meine ehemalige Freundin wollte uns zusammenbringen und hat sich wirklich Mühe gegeben. Auch andere Mädchen, mit denen ich mich verstand, halfen mir. Was macht meine Cousine? Ich weiß, das wird sich jetzt unrealitisch anhören; ich würde es vermutlich als Außenstehende selber kaum glaube. Also er stand angelehnt an einer Tischtennisplatte, und ich und meine beste Freundin vor ihm. Er hielt dabei meine Hand, und wir lachten und unterhielten uns zu dritt. Meine Cousine sah das, kam direkt auf uns zu , riss mir seine Hand weg und umarmte ihn ganz fest. Er sagte ihr, dass sie weggehen soll und gerade nervt, aber sie machte die Augen zu, lächelte und drückte ihn noch fester. Zwar haben wir uns zu dritt über sie in ihrer Anwesenheit kaputtgelacht, aber ich fand das unmöglich. Dann drehte sie sich um, stellte sich vor ihm, zog seine Arme um ihren Bauch und zwang ihn, sie so von hinten zu umarmen und schaute mir direkt mit einem bösen, perfiden Blick in die Augen. Er versuchte sogar, sie wegzuschubsen, aber sie wollte mir unbedingt zeigen, dass sie ihn auch haben kann... Ich schäme mich einfach nur für manche Familienmitglieder... Andauernd solche Geschichten mit ihr. Es gibt noch sehr viel Schlimmeres, was wirklich ernstzunehmen ist, aber das würde hier zu lang werden.... Sie hat mir persönlich sehr viel angetan und lässt keine Gelegenheit aus, mir eins auszuwischen. Auch bin ich wütend auf mich selbst, da ich ihr vor einigen Montaten vieles über mich erzählte, weil ich niemanden hatte. Aus dem Affekt, aber das waren einfach zu wichtige Informationen über mich, die wer weiß wer alles kennt... Naja, selbst Schuld..

Danke, dass du dir so viel Mühe mit deinen Beiträgen gibst! @:)

KAleixo


Najona21

Mir scheint, dass Du noch nicht ganz entschieden hast, ob Du weiterhin so abhängig von anderen bleiben willst oder doch ein halbwegs gesundes Selbstbewusstsein aufbaust.

Nie wieder abhängig - Motivation, Energie aus dem inneren Selbst

Wie stellst Du Dir denn vor, von anderen nicht abhängig zu sein? Wie wärst Du da? Wie würdest Du denken, fühlen, Dich verhalten?

BUaldxurhh


Holla, die Diskussion hat ganz schön an Fahrt gewonnen. Aber ehrlich gesagt, blicke ich an einigen Stellen nicht mehr richtig durch, weil mir einfach zu viele Akteure vorkommen, die glaube ich nicht wirklich wichtig sind.

Dann, liebe Najoma21, schreibst Du sehr widersprüchlich über die Geschichte. Einerseits heißt es in Deinem Text:

Ich denke, ich halte an ihr fest, weil sie einfach beim letzten Treffen, als sie die Freundschaft beendete, so kalt war. Ich habe sowieso mit einem Ende gerechnet und hätte besser damit abschließen können, wenn sie gelitten hätte.

Wenig später schreibst Du:

Ich wurde dadurch irgendwie in eine Opferrolle gedrängt. ICH war diejenige, die es sichtlich überrascht hat. ICH war die Last; diejenige, die zurückgelassen wurde. ICH war diejenige, die von als Bemitleidenswerte dastand.

Du hast mit einem Ende gerechnet und trotzdem hat es Dich überrascht.

Ich könnte weitere Beispiele aufzählen. Zum Beispiel schreibst Du mehrfach über ihre Empathie, aber auch wie Rücksichtslos sie sich Dir gegenüber verhalten hat. Da könnte man glatt glauben, sie wäre auch Borderlinerin.

Wer drängt Dich denn in diese Opferrolle? Was ist so schlimm daran, bemitleidet zu werden? Und vor allem: Warum hast Du das alles mit Dir machen lassen? Das hier:

Auf jeden Fall erzählte ich meiner Freundin davon und bat sie auch darum, sie zu ignorieren aus Loyalität, da sie auch mir Schlimmes damals angetan hat. Sie sagte, dass das gar nicht nötig sei und ich dies als selbstverständlich betrachten soll. Tja, ein paar Tage später waren sie auf einmal dicken Freundinnen, unternahmen alles zusammen, und meine ehemalige beste Freundin meldete sich überhaupt nicht mehr und ignorierte mich in der Schule fast nur noch, lästerte hörbar mit ihr über mich und andere. Ich fand das unglaublich.

sagt doch eigentlich alles. Selbst wenn man annimmt, dass sie bzw. ihr in der Pubertät wart und Jugendliche sich manchmal fies verhalten, war das sehr gemein und passt einfach nicht so recht zu der einfühlsamen Freundin.

Menschen behandeln Dich nicht gut und Du verzeihst ihnen und schließt bereitwillig wieder Freundschaft, während Du andere - wie z. B. das Mädchen aus dem Biologie Unterricht - vor den Kopf stößt, obwohl sie nett zu Dir war. Vermutlich werden sie das:

aber ich fand diese Menschen einfach so uninteressant (nicht mal böse gemeint), und mir fiel einfach nichts ein, was ich zu der Konversation hätte beitragen können. Das ist immer so, wenn mich Menschen einfach nicht interessieren, dann ist mein Kopf auf einmal leer. Irgendwie brauche ich immer einen inspirierenden, für mich besonderen Menschen, der mich intellektuell stimuliert.

gespürt haben. Wie wäre es denn, wenn Du einfach mal anerkennst, dass Du neu in der Klasse warst, vielleicht ein wenig aufgeregt und deshalb nichts gesagt hast? Muss es denn immer gleich inspirierend und intellektuell stimulierend sein? Dein Anspruch in Ehren, aber das ist eine unglaublich hohe Erwartungshaltung.

Auch Deine Haltung gegenüber Männern hat bei mir Irritation ausgelöst.

Ich fühle mich auch hauptsächlich zu Männern hingezogen, die vom Alter her mein Vater/ Opa sein könnten und selber als rationale Autoritätspersonen angesehen werde. Welche, die einfühlsam, fürsorglich sind. Ich habe irgendwie das Bedürfnis danach, eine Tochter-Vater Beziehung zu einem älteren Mann zu führen, die auch Sexuelles beinhaltet. Nein, ich stehe nicht auf meinen Vater, aber ich möchte einfach von solch einer älteren, sehr reifen und erwachsenen Person beschützt, vereinnahmt, geliebt und begehrt werden.

Als rationale Autoritätsperson im Vateralter sag ich Dir jetzt mal, dass da die nächste Abhängigkeit lauert. Einerseits wäre es nicht mal schlecht, wenn Du an so jemanden gerätst, denn er würde Dir zeigen, wo - salopp gesagt, der Frosch die Locken hat. Andererseits wäre es ein Risiko. Wenn Du ihm als Mensch zu anstrengend würdest, oder er keine Lust mehr hätte, Dich zu führen und zu lenken, könnte er Dich einfach "in die Wüste schicken". Was wäre denn, wenn eure Erwartungen vom Leben auseinandergingen. Er sitzt zu Hause, hört Opern und pflegt seine arthritischen Gelenke, während Du das Leben noch vor Dir hast. Wäre das wirklich eine Option?

Ich komme mehr und mehr zu der Schlussfolgerung, dass ich es mit einem sehr ängstlichen Menschen zu tun habe, der seine Angst hinter Unnahbarkeit versteckt.

B:alduwrxhh


Das Beispiel mit den Opern war übrigens schlecht gewählt; vermutlich würdest Du einfach nur die Arien mitsingen.

Was ich übrigens bewundere. Würde ich Arien singen, müsste man das Haus, in dem ich lebe evakuieren und ich könnte höchstens hoffen, dass ein mitfühlender Nachbar den nationalen Katastrophenschutz informieren würde......... ]:D

N|atjonax21


@ Baldurhh

Ja, ich glaube, dass ich so widersprüchlich schreibe, weil ich mich derweil noch in einem Gedankenstrudel befinde und keine ganz so klaren Gedanken fassen kann. Außerdem habe ich öfters Stimmungsschwankungen, und da passen sich meine Gedanken meinen Gefühlserlebnissen an... Ich habe vieles noch nicht verarbeitet... Früher konnte ich vieles gut und schnell verarbeiten, da ich jemanden zum Reden für gute Gespräche da hatte; jetzt nicht mehr... Jetzt muss ich alles alleine machen (okay, 1 Stunde pro Woche habe ich bei meiner Therapeutin - haben beschlossen, die Therapie doch noch weiterlaufen zu lassen. Ich wollte sie beenden, da ich dachte, sie würde die Therapie ihrerseits beenden, weil ich es in letzter Zeit fast nie vor die Tür geschafft hatte). Ich finde es schwer, mit allem alleine umgehen zu müssen, wenn ich nicht gerade eine Stunde zum Reden habe. Ich habe zwar Menschen um mich herum, die darauf brennen, was in mir vorgeht, aber die Gespräche mit ihnen bringen mir einfach nichts. Da geht es denen nur um das Sammeln von Informationen, um ihre Neugierde zu befriedigen, und verstehen tun sie mich sowieso nie, da wir uns einfach nicht auf Augenhöhe unterhalten können... Ich verarbeite meine Gefühle zwar durch das Singen und durch Sport etwas, aber so wirklich klare Gedanken kann ich dadurch nicht fassen. Mir fehlt jemand, der mir auch mal andere Sichtweisen aufzeigt, der mir produktives Feedback gibt, der mich intellektuell stimuliert und inspiriert. Ich habe das Gefühl, mich alleine nicht weiterzuentwickeln, obwohl ich das gerne würde...

Ich könnte weitere Beispiele aufzählen. Zum Beispiel schreibst Du mehrfach über ihre Empathie, aber auch wie Rücksichtslos sie sich Dir gegenüber verhalten hat. Da könnte man glatt glauben, sie wäre auch Borderlinerin.

Wer drängt Dich denn in diese Opferrolle? Was ist so schlimm daran, bemitleidet zu werden? Und vor allem: Warum hast Du das alles mit Dir machen lassen? Das hier:

Hm, ob sie auch Borderlinerin ist, kann ich ehrlich gesagt nicht einschätzen... Aber manchmal, einfach so aus dem nichts, obwohl sich nichts verändert hatte, ging sie total auf Abstand. Sie hatte vielleicht die Nase voll davon, die meiste Zeit nur mit einem Menschen zu verbringen. Sie gehört zu den sehr extrovertierten Menschen, die sich gerne in Gruppen befinden. Es war auch so, dass richtige Unternehmungen (außer shoppen, Kaffe trinken) zu zweit immer komisch waren. Gingen wir gemeinsam ins Kino, war es unangenehm; fuhren wir 4 Tage gemeinsam in den Urlaub, war es zwar meist lustig, aber auch irgendwie komisch. Als wir alleine feiern waren (auch, wenn sich jeder dann mit einem Typen letzendlich zurückgezogen hatte), wurde es irgendwie merkwürdig, was sich deutlich in der Atmosphäre zeigte. Unsere Freundschaft verlief am besten, wenn wir einfach nur irgendwo dasaßen und redeten. Mit ihren anderen Freunden konnte sie Sachen unternehmen, alleine feiern gehen, ins Kino, schwimmen etc. Wir sagten irgendwann, dass das ganze etwas inzestuös angehaucht wurde, weil unsere Freundschaft zu tief ging. Naja, das verlief dann oft so, dass ich mich einsam fühlte und mein Leben sich langweilig anfühlte, weil sie so viel Spaß haben konnte und ich nicht, da ich ja niemanden hatte, der mit mir was unternehmen wollte. Also doch, hatte ich schon, aber ich wollte nicht - da hatte ich leider nur meine Cousinen zur Auswahl gehabt. Ich würde auch so gerne mal Unternehmungen machen, aber auf Dauer immer alleine zu sein, dabei hätte ich auch keinen Spaß... Alleine in die Oper, ins Theater, in Museen, in den Urlaub... MAL, okay. Aber immer?

Menschen behandeln Dich nicht gut und Du verzeihst ihnen

Ja, das hatte ich auch mal in meiner Therapie analysiert... Es ging darum, dass ich niemanden hatte, in der Zeit fast starb vor Einsamkeit. Seitdem ich wusste, wie mein Leben, wie ich sein kann, wenn sie in meinem Leben ist, wollte ich nicht mehr ohne sie und habe es mir dann einfach gefallen lassen. Es ging also um Abhängigkeit....

schließt bereitwillig wieder Freundschaft, während Du andere - wie z. B. das Mädchen aus dem Biologie Unterricht - vor den Kopf stößt, obwohl sie nett zu Dir war. Vermutlich werden sie das gespürt haben

Ja, es ist wirklich so, dass ich meine Gefühle einfach nicht verbergen kann, und selbst, wenn ich das vehement versuche, funktioniert das einfach nicht. Ich handle zwar selten aus dem Affekt heraus, aber wenn ich mich bei anderen Menschen so oder so fühle, kann ich das nicht ändern, und auch wenn ich das immer wieder versuche, so scheint es doch ein Ding der Unmöglichkeit zu sein, mich anders zu verhalten, als meine Gefühle es in diesem Moment vorgeben...

Dein Anspruch in Ehren, aber das ist eine unglaublich hohe Erwartungshaltung.

Ich weiß, aber es passiert automatisch, dass dann direkt starkes Desinteresse aufkommt und mein Gehirn wie bei einem Blackout, einfach leergefegt wird und ich auf einmal nichts zum Antworten bzw. Darauf-eingehen zur Verfügung habe. Es ist wirklich so, dass ich dann leer im Kopf bin. :-| Ich grüble dann nach einer Antwort - selbst, wenn es um die trivialsten Themen geht. Es ist manchmal schon ermüdent, was für eine Wirkung (Desinteresse, Langeweile) andere Menschen auf mich haben. Ich wünschte, ich könnte es ändern, damit mir der Umgang mit der Gesellschaft leichter fällt und ich endlich mal an Sozialkompetenz gewinne, aber WIE, das ist die große Frage... Meine Psychologin kann mir da auch nicht bei helfen... Sie hat keine Ahnung, wie ich das ändern könnte...

Wäre das wirklich eine Option?

Ich glaube nicht... Gerade die Männer, zu denen ich mich hingezogen fühle, gehören einfach nicht dem Typ an, der auf so jemand anstrengendem, aufmerksamkeitsbedürftigen dauerhaft Lust hätten...

Ich komme mehr und mehr zu der Schlussfolgerung, dass ich es mit einem sehr ängstlichen Menschen zu tun habe, der seine Angst hinter Unnahbarkeit versteckt.

Ja, das stimmt schon... Ich merke auch, dass ich mich im Wesen verändert habe. Bin manchmal verhasst, hege düstere Rachegedanken, schlimme Suizidgedanken, um Rache auszuüben. Ich kam mit einem wirklich sehr guten Kern auf die Welt und muss gestehen, dass ich nicht aufhören kann, in Gedanken meiner Familie und einigen anderen Leuten, bei denen mir schlechtes widerfahren ist, den Tod zu wünschen, damit sie endlich aus der Welt sind... Ich würde natürlich nie jemandem wirklich etwas antun, aber die Gedanken und diese ganze Wut belastet mich sehr, und ich weiß nicht, wie ich mich davon freimachen könnte. Klar, ich könnte mein Umfeld wechseln, aber dafür müsste ich erstmal mein Abitur schaffen und Geld verdienen. Dafür allerdings muss ich erstmal den Kopf freibekommen, da ich einen nahezu perfekten Abi-Schnitt brauche, um meinen Traum erfüllen zu können. Ein Teufelskreis... Und ja, ängstlich bin ich sehr. Ich habe sogar den Gedanken an eine Beziehung und Kinder aufgegeben, da ich sowieso davon ausgehe, entweder verlassen, und wenn nicht, dann betrogen zu werden. Davor habe ich sehr große Angst. Auch weiß ich nicht, ob ich mich jemals wieder so intensiv auf einen Menschen einlassen kann. Ich bin mittlerweile auch ziemlich verbittert und weiß nicht so recht, wieder zu dem Menschen werden kann, der ich war - nur in verbesserter Form, um in meinen Zukünftigen Jahren das Optimum meines Mensch-Seins zu erreichen.

Das Beispiel mit den Opern war übrigens schlecht gewählt; vermutlich würdest Du einfach nur die Arien mitsingen.

Was ich übrigens bewundere. Würde ich Arien singen, müsste man das Haus, in dem ich lebe evakuieren und ich könnte höchstens hoffen, dass ein mitfühlender Nachbar den nationalen Katastrophenschutz informieren würde.........

Ja, das war es; das würde ich tatsächlich liebend gerne machen ;-D :=o

Vielleicht schlummert ja doch in dir ein bisher nicht bemerktes Talent o:)

Bwal=durxhh


Ok, hinter Deinen Überlegungen steckt durchaus Logik. Um von A nach C zu kommen, muss man über B gehen, schon richtig. Allerdings klingt Deine Strecke recht lang und die Energie, die Du brauchst, um die Strecke zu bewältigen fehlt Dir. Zumindest im Augenblick.

Du schreibst, Du wärst vor Einsamkeit fast gestorben, weil Du niemanden zum Reden hattest und die die da waren, wolltest Du aus verständlichen Gründen nicht.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Reden zwar hilfreich ist, weil es dazu beiträgt, dass man sich über Dinge klar wird, aber der Schmerz (oder Zorn, Verwirrung, bzw. irgendein anderes Gefühl) bleibt zunächst bestehen. Das gipfelte in der Erkenntnis, dass Gefühle langsamer verarbeitet werden. Nimm zum Beispiel den Tod eines Menschen. Du kannst zwar rational längst begriffen haben, dass er bzw. sie tot ist, aber die Trauer darüber wird Dich lange begleiten.

Wobei hätte das Reden also genau geholfen? Ich hatte das (zweifelhafte) Vergnügen, Menschen kennen zu lernen, die in ihrer Trauer über etwas erstarrt waren, egal ob es der Tod eines Partners, die Trennung von einem Partner, oder eine traumatische Kindheit war und habe mich manchmal auch von Menschen losgesagt, weil sie sich einfach nicht weiter entwickelt haben. Wenn das Gesagte nicht bei den Menschen ankommt, ist das zwar tragisch, aber ich kann die Person ja nicht zwingen, sich anders zu verhalten. Und irgendwann kann auch der empatischste und treueste Freund nicht mehr hören, dass die damalige Partnerin den Freund betrogen hat, bevor sie ihn verließ und er jetzt deshalb nie wieder einer Frau vertrauen kann. Soll heißen, dass Menschen sich immer in eine Richtung entwickeln können, aber das bedeutet ja nicht zwangsläufig, dass uns die Richtung auch gefällt. Du bist als Borderlinerin immer in der Gefahr die Welt in extremen Ausprägungen zu sehen. Menschen sind entweder gut oder böse, schwarz oder weiß, aber dazwischen gibt es jede Menge anderer Farben und auch die haben Schattierungen.

So, ich bekomme gleich Besuch, aber wenn Du willst, überhäufe ich Dich später mit weiteren Erkenntnissen über die Welt und mein Verhältnis zu ihr.....

Bis dahin.

NLajgonPa21


Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Reden zwar hilfreich ist, weil es dazu beiträgt, dass man sich über Dinge klar wird, aber der Schmerz (oder Zorn, Verwirrung, bzw. irgendein anderes Gefühl) bleibt zunächst bestehen. Das gipfelte in der Erkenntnis, dass Gefühle langsamer verarbeitet werden. Nimm zum Beispiel den Tod eines Menschen. Du kannst zwar rational längst begriffen haben, dass er bzw. sie tot ist, aber die Trauer darüber wird Dich lange begleiten.

Ja, aber mir fehlte/ fehlt es z.B., über meinen Alltag, mir meine Gedanken von der Seele zu reden... Ratschläge zu bekommen, andere Sichtweisen aufgezeigt zu bekommen (von denen sie immer genügend parat hatte), auf Fehler aufmerksam gemacht zu werden.. Außerdem gehöre ich generell zu den Menschen, die sich viel besser und eloquenter schriftlich äußern können als beim Reden. Durch sie konnte ich das Reden deutlich verbessern, da ich ja fast nur mit ihr wirklich redete - stundenlang. Ich merke, wie ich mittlerweile Worte vergesse, mich beim Sprechen nicht wirklich auszudrücken weiß. Durch das Sprechen mit ihr habe ich auch gelernt, sehr schnell zu denken, und durch ihre Inspiration war ich damals sehr sehr gut im Analysieren von Dingen, was mir heute manchmal schwer fällt. Insgesamt bin ich durch meine Depression unkreativer, dümmer, beschränkter, einfallsloser geworden, was mich sehr belastet. Ich hätte gerne mehr Input. Vor einigen Monaten habe ich mir eine lange Buchliste, bestehend aus Klassikern, bestellt. Davon habe ich es bisher geschafft, erst zwei Bücher zu lesen, welche ich heute nicht mehr so gut wiedergeben kann. Möchte ich mal mit etwas neuem anfangen, vergesse ich meist, was auf der vorigen Seite stand. Das ist echt zum Verzweifeln... Ich hoffe, dass ich durch meine Tabletten wieder richtig Denken können werde und meine schnelle Auffassungsgabe zurück erlange... :-/

Wenn das Gesagte nicht bei den Menschen ankommt, ist das zwar tragisch, aber ich kann die Person ja nicht zwingen, sich anders zu verhalten. Und irgendwann kann auch der empatischste und treueste Freund nicht mehr hören, dass die damalige Partnerin den Freund betrogen hat, bevor sie ihn verließ und er jetzt deshalb nie wieder einer Frau vertrauen kann.

Das ist schon verständlich, dass Menschen sich irgendwann von solchen Menschen distanzieren oder es auch vielleicht zu einem Kontaktabbruch kommt, aber irgendwie ist es wirklich traurig... Wahrscheinlich müssen manche aber erstmal viel verlieren, bis sie bereit sind, wirkich aufstehen zu wollen - so wie bei mir... Im ersten Moment ist es wie ein Schlag ins Gesicht, aber letzendlich womöglich sogar sehr konstruktiv.

Soll heißen, dass Menschen sich immer in eine Richtung entwickeln können, aber das bedeutet ja nicht zwangsläufig, dass uns die Richtung auch gefällt.

Stimmt, aber immer wieder auf's Neue Verluste zu erleiden und wieder aufzustehen ist einfach nur traurig. Immer damit rechnen zu müssen, dass sich alles doch anders entwickelt, wie es erwünscht war und sich nichts und niemandem sicher sein zu können...Naja, das Leben ist hart.......

Du bist als Borderlinerin immer in der Gefahr die Welt in extremen Ausprägungen zu sehen. Menschen sind entweder gut oder böse, schwarz oder weiß, aber dazwischen gibt es jede Menge anderer Farben und auch die haben Schattierungen.

Naja, also so stark ausgeprägt ich das bei mir nicht. Ich sehe die Welt selten in schwarz/ weiß und gebe mir immer Mühe, alles aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

So, ich bekomme gleich Besuch, aber wenn Du willst, überhäufe ich Dich später mit weiteren Erkenntnissen über die Welt und mein Verhältnis zu ihr.....

Gerne, immer her damit!

L7icht0AmHoSrizxont


@ Najona21

Ich finde das was Du schreibst übrigens überhaupt nicht widersprüchlich.

Zu spüren, dass das Ende einer freundschaftlichen Beziehung nah ist und zu leiden, wenn der andere (und nicht man selbst) sie beendet, schließen sich nicht aus. Obwohl Du unfähig warst, die Entscheidung zu treffen die Freundschaft selbst zu beenden, fühlst Du Dich um eben jene Entscheidungsmöglichkeit betrogen, wenn der andere die Entscheidung trifft. Finde ich schlüssig.

Als jemand, der selbst nicht ganz frei vom Hang zur Abhängigkeit ist (obwohl es andere in meiner Familie schlimmer getroffen hat), empfinde ich es als Schicksal. Als etwas, womit man leben muss. Etwas, das man nicht abstellen kann. Allenfalls lindern. Den Verstand schärfen. Sich selbst warnen, wenn man in eine Abhängigkeit zu geraten droht. (Viel weiter bin ich selbst auch noch nicht.)

N^ajOo8naa21


@ LichtAmHorizont

Ja, ich glaube, es ging nicht primär darum, dass sie nicht mehr in meinem Leben ist, sondern darum, dass aus mir ein passives Opfer, eine Verlassene gemacht wurde. Ich muss dazu sagen, dass ich mich monatelang davor kaum bei ihr gemeldet habe, weil mir mehr und mehr auffiel, wie unglücklich ich mit der Zeit (neben all den glücklichen Momenten) geworden bin und dass die Freundschaft einfach keine Zukunft haben kann. Auch wenn es sich jetzt für manch Außenstehenden völlig lächerlich anhören wird, aber mir hat es wirklich fast jedes Mal auf's Neue einen Stich ins Herz versetzt, wenn sie ihre Zeit mit jemand anderem verbracht hatte. Und je länger die Abstände wurden, in denen ich mich zurückzog, umso öfter traf sie sich dann mit anderen und entfernte sich emotional auch von mir - aus den Augen, aus dem Sinn. Dementsprechend musste ich mir dann auch ihre Erzählungen der Erlebnisse anhören und jedes Mal ein weinen unterdrücken. Ich wurde immer wütender und merkte, dass wir in diesem Punkt einfach zu inkompatibel waren und das so nicht weitergehen kann, dass immer derselbe Grund unsere Freundschaft belastet - mal mehr, mal weniger. In der letzten Zeit dann einfach zu sehr. Dann zog ich mich noch mehr von ihr zurück und ging auch nicht zu ihrem Geburtstag. Zum einen, um die Distanz zu bewahren und sie zu verletzen, zum anderen, um mich zu verletzen (lege hin und wieder masochistisches Verhalten an den Tag; wieso, weiß ich nicht). Abgesehen davon wollte ich mir auch nicht vor Augen halten lassen, wie toll sie sich jetzt doch mit anderen Menschen versteht und als fünftes Rad am Wagen da rumsitzen (war schon einmal so, was zwar meiner Eifersucht verschuldet war, aber es hat jeder meine Traurigkeit bemerkt und wie ich damit teilweise etwas die Stimmung runterzog). Da war sie sehr enttäuscht nach meiner Absage. Habe mich dann nicht gemeldet. 10 Tage später hatte ich Geburtstag, und eigentlich wollte sie mit mir zusammen feiern. Ich habe sie auf ihrer Arbeit besucht, und sie hat mir ihr Geschenk gegeben. Ich habe abgesagt und sie angelogen von wegen ich würde mit meiner Schwester feiern, die mich später besucht und da sie nur so kurz da wäre, müsste ich das heute so machen. Da war sie auch enttäuscht. Erstmal hat sich keiner von uns gemeldet und dann ich oder sie, weiß nicht mehr genau, wer... Nach 1, 2 Wochen haben wir uns dann getroffen, was anfangs nicht so toll verlief, sich aber später wieder wie früher anfühlte. Am Ende sagte sie, sie würde sich am nächsten Tag melden, was sie aber 1 1/2 Wochen nicht tat - Instagram und Facebook passte aber zeitlich noch. Das hat mich alles sehr irritiert und meine ohnehin vorhandene Wut gesteigert. Dann musste ich später zufällig an ihrer Arbeitsstelle vorbeilaufen in der Stadt, und sie sah mich und winkte mir lächelnd. Abweisend und kühlt zog ich kurz die Mundwinkel hoch und ging weiter. Am nächsten Tag meldete sie sich, und ich antwortete ihr nicht mehr für 2 Wochen. In der Zeit hat sie ihre Nummer wechseln müssen, und ich musste ihre Nummer bei einer ehemaligen gemeinsamen Freundin anfragen. Ich entschuldigte mich für mein Verhalten (schon wieder war ich eigentlich nicht Schuld, mein anfängliches Verhalten bzw. meine Wut resultierte aus vielen Vertrauensbrüchen ihrerseits - okay, dass ich mir das habe bieten lassen, war meine eigene Schuld und völlig unnötig) und wir trafen uns nach meiner Bitte, noch einmal miteinander zu reden. Tja, und so kam dann das letzte Treffen zustande... Ich kann mit dieser Wut auf sie einfach nicht abschließen... Ich hasse mich dafür, dass ich mich so abhängig von ihr machte und sie, weil sie mich oft wie einen Fußabtreter benutzte und mich als selbstverständlich betrachtete und sich selbst so gut wie nie im Unrecht sah. Ich hasse ihre rationale, kühle Denkweise und die Tatsache, dass sie so gut ihre Emotionen abschalten kann, wenn sie es darauf anlegt. Ich hasse es, dass sie mich durch jemand anderen ausgetauscht hat, weil dieser jemand gerade besser in ihr Leben passte und ich überflüssig, für sie nicht mehr von Nutzen war. Ich hasse es, dass sie genervt davon war, mich wie ein rohes Ei zu behandeln, obwohl ich weiß, wie nervig es auf Dauer sein kann. Ich hasse es, dass sie sich nicht so verhalten hat, wie es für mich am besten gewesen wäre - ich weiß, ein hochgradiger, selbstsüchtiger Wunsch... Ich hasse es, dass ich ich bin und immer und überall auffallen muss - positiv oder negativ. Und ich hasse vieles, was meine Krankheit mit sich bringt. Ich hasse die Tatsache, dass ich jetzt mehr oder weniger wieder an den Punkt angelangt bin, an dem ich mich mit 11 Jahren befand - alleine. Ich hasse es, dass mir manchmal gesagt wird, dass ich jetzt nicht mehr meine Eltern als Schuldige betrachten soll, da ich mich in einem erwachsenen Alter befinde und jetzt lernen muss, auf eigene Füße zu stehen. Ich hasse es, dass ich das ohnehin schon immer musste und ich aus dem Alter raus bin, in dem ich so etwas von Erwachsenen problemlos einfordern könnte. Ein großer Teil fühlt sich immer wie ein verlassenes, verletztes, zerbrochenes Kind, das einfach nur aufgefangen, in die Arme genommen, getröstet, beschützt und endlos geliebt werden will. Nicht von meinen derzeitigen Mitmenschen, sondern von einem tollen Mann. Dass man einen tollen, älteren Mann findet, der sich das passende Gegenstück sein möchte, ist natürlich kaum möglich. Ich hasse es, dass ich schon den Überblick über meine Baustellen verloren habe und gar nicht weiß, wo ich anfangen soll, aufzuräumen - vor allem wie, wenn ich alles alleine anpacken muss. Tut mir leid für den zu langen Text, die Emotionen sind gerade übergekocht...

B1alfdurxhh


Mein Gott, bist Du romantisch..... ;-D

Genau das meine ich mit den Polaritäten von schwarz und weiß. In Deinem letzten Absatz lese ich, dass Du es hasst so und so zu sein, dies oder das nicht mehr zu können. Alles ist schwarz. Und dann soll der rettende alternde kultivierte Prinz auf seinem gebrechlichen Pferd kommen und zu Dir sagen: "Spring auf, meine ewigblühende Rose, wir reiten gemeinsam dem Sonnenuntergang entgegen". Dann wird plötzlich alles weiß. Entschuldige meinen Sarkasmus, aber so einfach ist es doch nicht.

Klar sind wir uns darin einig, dass in einem Menschenleben mehr scheisse passieren kann, als fairerweise da rein gehört. Ich möchte genau wie Du nicht in einer verlogenen Welt leben; es tut mir im Herzen weh, dass Kinder geschlagen, Frauen vergewaltigt werden, oder Menschen hungern müssen, damit ich satt werde. Ich kann aber schwer 24 Stunden damit leben und mein Schuldgefühl pflegen. Wenn ich vor Mitleid zerfließe und 365 Tage durchweine helfe ich niemandem. Es ist auch in Ordnung wütend zu sein. Ich habe mir auch schon vorgestellt, jemandem Schaden zuzufügen, weil er mich verletzt hat.

Wenn Du aber all diese Wünsche auf den "Einen" projizierst, musst Du Nonne werden. Das hält keine menschliche Beziehung aus. Du auch nicht, weil jedes Mal, wenn diese von Erwartungen und Hoffnungen überladene Beziehung zusammenbricht, wirst Du einsamer und verbitterter.

Dieses existentielle Gefühl von Verlassenheit verstehe ich durchaus und ich kenne es auch, aber es schadet mir, weil es mein Fundament ins Wanken bringt.

Ihr habt euch gegenseitig verletzt und es geschah aus Trotz. Nicht nur, aber auch.

Du kannst viel aus Deinem Leben machen und es liegt auch an Dir, ob die dramatischen, komischen oder lyrischen Elemente überwiegen. Aber Du musst mit dem Leben anfangen und dazu gehört nicht nur erwachsen zu werden im Sinne einer Pflichterfüllung. Erwachsen werden heißt auch einen Plan B zu haben. Erwachsen werden heißt auch anzuerkennen, dass man nicht mehr weiß, was auf Seite 22 von Goethes Faust steht und dann eben nochmal nachzulesen. Nicht nur nach Höherem ist zu streben, nein auch mit Mängeln muss man leben.

Du musst das zwar alleine anpacken, aber Du bekommst Trost und Zuspruch.

Bevor ich jetzt weiteren Blödsinn schreibe, geh ich mal schlafen. Aber in Deinem Fundament sollte auch ein wenig gesunder Trotz stecken und der sollte lauten: Ich lass mir mein Leben nicht Erinnerung an vergangenes Leid kaputt machen!

Nrajonda2x1


aber so einfach ist es doch nicht.

Ja, das weiß ich eigentlich auch... Auch, was Abhängigkeit so impliziert und dass es letzendlich sowieso nicht gut ausgehen kann, und ich will ja auch nicht mehr abhängig sein! Ich würde wirklich gerne lernen, unabhängig zu leben, aber durch den Verlust (welcher vorher absehbar war, woraus die Depression dann größtenteils resultierte) bin ich so dermaßen antriebslos und leblos geworden. Ich möchte das nicht, aber ich BRAUCHE jemanden, der mir so viel bedeutet, dass ich wieder für ihn, durch ihn leben kann. Mein Leben fing erst wieder an als meine beste Freundin eingetreten ist. Als der Verlust drohte, schlich sich so langsam die Depression ein, und als mir klar wurde, dass es keine Zukunft für uns beide mehr geben kann, hörte das letzte Fünkchen an Lebenslust auf zu existieren. Versteh' mich nicht falsch, ich will das alles nicht. Ich hasse es, jemand anderen so sehr zu brauchen und generell verabscheue ich Abhängigkeit. Wie soll ich lernen, anders zu funktionieren? Ich weiß, das wird mir niemand beantworten und dabei auch nicht helfen können, das muss ich irgendwie selbst versuchenl.. Ich habe mir also mal aufgeschrieben, was ich in meinem Leben erreichen möchte und erreichen KANN. Ich hatte und habe wirklich alles vor Augen, aber nichts davon motiviert mich im geringsten! Es ist zum Verzweifeln. Ich will nicht für einen Menschen leben wollen. Ich will nicht das Gefühl haben, aufhören zu existieren, weil ich gerade von dem wichtigsten Menschen verlassen werde. Noch einmal kann ich das einfach nicht und will es auch nicht. Sie hat alles wieder mitgenommen, was sie mir gegeben hat, und jetzt bleibt dieses Gefühl, nichts zu haben, weil sie für mich leider alles war, was mir Lebenskraft spendete. Es ist schrecklich, einen Menschen zu seiner wichtigsten, obersten Priorität zu machen und ohne ihn das Gefühl haben, nichts zu sein. Ich hasse das und hätte gerne einen anderen Lebensinhalt, den ich zurzeit leider nicht habe und weiß auch nicht, wieso es mir einfach nichts gibt, auf eine vielversprechende Zukunft hinzuarbeiten. Ich weiß, was ich möchte, wozu ich in der Lage bin, wie ich es bekommen kann und es motiviert mich null.

Ich weiß nicht mal mehr, wieso ich hier überhaupt noch schreibe, es scheint alles ausweglos zu sein. Ich bringe alle Prämissen mit, um mich selbst glücklich zu machen, bis auf eine - den Willen dazu..

B6alduPr3hh


Jetzt hatte ich bereits einen längeren Text als Ergänzung zu meinem letzten gestrigen Beitrag geschrieben und dann gesehen, dass Du soeben darauf geantwortet hast. Das nehme ich jetzt mal zum Anlass, auch etwas persönlicher zu werden:

Ich schreibe nur noch selten in diesem Forum. Beiträge wie: "Wie fühlt ihr euch gerade"? haben ihre Berechtigung und mögen für viele Menschen sinnvoll und nützlich sein; mir bringen sie nichts und mich interessieren sie auch nicht. Andere Beiträge wiederum sind aus großer Not heraus entstanden, aber ich kann dazu wenig beitragen, oder bilde mir nach recht kurzer Zeit das Urteil, dass es mir zu banal ist, darauf zu antworten.

Dein Beitrag war nach längerer Zeit der erste, bei dem ich dachte: "Wow, das berührt mich und es könnte die Mühe wert sein". Das Motiv war also erstmal ein ganz egoistisches. Deine Erwiderungen auf meine Beiträge waren klug durchdacht und ich empfinde Sympathie für Menschen, die kluge und durchdachte Beiträge schreiben und auf Dinge eingehen. Man merkt Dir an, dass Du Anteil nimmst und Dich mit Dingen auseinandersetzt.

Du befindest Dich in einer Spirale. Du bist in einer Umgebung aufgewachsen, die Dir nicht das bieten konnte und wollte, was Du eigentlich brauchtest. Intellektuelle Anregung, aber vor allem Rückhalt und emotionale Zuwendung. Dieser gute Kern von dem Du schreibst ist immer noch da; das spürt man, wenn man sich mit Deiner Geschichte auseinandersetzt und gäbe ich allen meinen Gefühlen nach, würde ich Dich jetzt an mich drücken, Dir über den Rücken streichen und Dir sagen, das Du Dich ruhig ausweinen kannst und bestimmt bald alles wieder gut wird.

In Real kann ich das leider nicht tun und wenn ich es könnte, wüsste ich nicht, ob das wirklich gut wäre (Abhängigkeit usw.) und ob Du das überhaupt wolltest.

Ich verstehe Deinen Konflikt glaube ich sehr gut und korrigiere mich ruhig, wenn ich es falsch sehe, aber das faktische Wissen, darüber wie man etwas erreicht, ersetzt natürlich keineswegs die emotionale Zufriedenheit. Warum soll ich um etwas kämpfen, wenn sich sowieso niemand dafür interessiert, bzw. sich daran freut, dass ich es geschafft habe? Was bringt es mir, wenn niemand da ist, der mich nach bestandenem Abitur an sich drückt, mir einen Kuss gibt und sagt, dass er soooo unglaublich stolz auf mich ist?

Selbstliebe?!? Wie soll die funktionieren? Das ist ja, als würde man versuchen, aus einem leeren Brunnen Wasser zu schöpfen.

Ich glaube, Deine Freundin war letztlich nur eine Art Stellvertreter für Deine eigentlichen Bedürfnisse nach Akzeptanz und Liebe. Und dadurch dass Du durch sie das erste Mal erfahren hast, woran es Dir eigentlich mangelt, hast Du das erste Mal gespürt, wie emotional ausgehungert Du eigentlich wirklich bist.

Ich bin zwar ein alter Spötter, aber ich finde es schön, mit Dir zu schreiben. Auch mir verschafft das Anregung und ich freue mich aufrichtig, wenn Du mich weiter an Deiner Entwicklung teilhaben lässt. Es liegt nicht am Willen zum Glück, den hast Du durchaus. Du schreibst mehr als einmal, dass Du nicht weißt, wie es geht.

Ich auch nicht, dazu kenne ich Dich einfach zu wenig, aber ich würde Dich gern dabei unterstützen, es herauszufinden.

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