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Warum machen Drogen Sofort gute LAune, aber AD brauchen Wochen?!

TJestr+alxe hat die Diskussion gestartet


Hallo, es gibt Drogen, welche praktisch innerhalb weniger Minuten gute Laune machen, die Motivation und das Selbstbewusstsein steigern sich schnell. jeder kennt diese Drogen.

AD hingegen wirken entweder gar nicht, oder sie wirken erst nach mehreren Wochen, meistesn ist die Wirkung sehr gering.

Warum schafft es die Pharmaindustrie nicht, die Wirkung der Drogen in eine Medikament unzuwandeln?

Antworten
EOhemaligqer Nwutzer *(#4671x93)


welche praktisch innerhalb weniger Minuten gute Laune machen, die Motivation und das Selbstbewusstsein steigern sich schnell

Ja. Kurzfristig. Und dann? Was machen wir langfristig, wenn die Botenstoffdepots im Gehirn zB für Nordadrenalin und Dopamin im Gehirn leer sind? Dann geht mal so richtig gar nix.

AD hingegen wirken entweder gar nicht, oder sie wirken erst nach mehreren Wochen, meistesn ist die Wirkung sehr gering.

ADs gibt es, genauso wie AD-Substanzklassen, wie Sand am Meer - die zum Teil recht unterschiedliche Wirkmechansimen haben.

Medikamentöses Therapieansprechen bei Depressio liegt bei 30% über der Kontrollgruppe mit Placebobehandlung. Therapieresistenz liegt irgendwo zwischen 30 und 50% (vgl. Karow, 2016)

Die Hemmung d. Reuptake-Mechanismus ist tatsächlich eine akute - aber die antidepressive Wirkung braucht eben ihre Zeit (2-3 Wochen aufwärts).

Die grundsätzliche Dauer d. Erhaltungstherapie liegt bei 6-9 Monaten und die Rezidivprophylaxe dauert bei manchen Patienten ein Leben lang...

Meiner Meinung nach haben viele Patienten einfach ein falsches Vorstellungsbild von medikamentöser Therapie bei psychiatrischen Erkrankungen. Da geht es eben nicht darum 'mal eben ein paar Pillen' zu nehmen und dann ist wieder alles gut. Das sind komplexe Krankheitsbilder, die man über verschiedenste Ebene angehen muss (Psychotherapie, Medikamente etc.) und an denen man langfristig drann bleiben muss.

Viele geben sich ja nach einiger Zeit der Illusion hin, dass das AD ohnehin nicht wirkt und sie das nicht brauchen, denn es geht ihnnen ja gut - bis sie dann, plötzlich, mal eben so, absetzen.

Was ich bedenklich finde, sind Allgemeinmediziner, die ihren Patienten ADs verschreiben und nicht weiter überweisen. Damit übersteigen sie zT massiv ihre fachliche Kompetenz und gerade Menschen die ein solches Problem haben, sollten mal bei einem Neurologen/Psychiater vorstellig werden, weil der fachlich einfach auf einem komplett anderen und aktuelleren Stand ist.

Warum schafft es die Pharmaindustrie nicht, die Wirkung der Drogen in eine Medikament unzuwandeln?

Was genau unterscheidet nun ein Medikament von einer Droge? Die von dir angesprochenen Drogen sind zum Teil durchaus auch auf Rezept erhältlich - aber nicht für diese Krankheitsbilder und mit enger Indikationsstellung.

C9omrEan


Warum schafft es die Pharmaindustrie nicht, die Wirkung der Drogen in eine Medikament unzuwandeln?

Weil die schädlichen Nebenwirkungen der Drogen nun mal ein Teil der "guten Laune" sind. Nimm den Kontrollverlust bei Alkohol. Die gute Laune geht einher mit Albernheit, zunehmender Unsicherheit und der Unfähigkeit, im Straßenverkehr und beim Ausüben verantwortungsvoller Aufgaben die Kontrolle über die Entscheidungen zu behalten. Dabei finden es die Betroffenen total witzig, wenn sie 3 Anläufe brauchen, einen Mantel auf den Haken zu hängen.

So sieht in meinen Augen nicht das Konzept eines Medikaments aus.

T"estbrale


Zb. die Motivation wird durch Drogen gesteigert. die Stimmung wird deutlich aufgehellt.

das schaffen AD nicht in dem Umfang!

Es gint auch Studien mit Ketamin, dort wurde gezeigt, das Ketamin innerhlab weniger Minuten DEUTLICHE stimmungsaufhellend wirkt. Weil es andere Rezeptoren beeinflusst, als die Klasseischen AD!

TLest!rale


@ Cormoran und genau daran soll die Pharmaindustrie arbeiten! Das diese negativen Dinge eben nicht passieren!! aber trotzdem die Wirkung schneller erintritt

LTiverxpool


Und woher weißt du, dass die Pharmaindustrie nicht schon daran arbeitet. Medikamentenentwicklung ist ein hochkomplexes Verfahren wie eben der Körper auch ein hochkomplexes System ist,, da kann man nicht heute mit einer Idee kommen und zack, nächste Woche ist das Medikament auf dem Markt.

Drogen wirken einfach anders als Antidepressiva und man kann auch nicht einfach hingehen und die positiven Drogenwirkungen isolieren. In der Regel weden sowohl die positiven als auch die negativen Wirkungen durch die selben Rezeptoren ausgelöst. Wie soll man so einem Rezeptor klar machen, dass er bitte nur die guten Wirkungen ausspucken soll und die schlechten bitte zurückhält? Das klappt rein physiologisch einfach nicht.

Es gint auch Studien mit Ketamin, dort wurde gezeigt, das Ketamin innerhlab weniger Minuten DEUTLICHE stimmungsaufhellend wirkt. Weil es andere Rezeptoren beeinflusst, als die Klasseischen AD!

hast du mal Ketamin genommen? Mag sein, dass es innehalb kürzester Zeit die Stimmung aufhellt. Aber das wird dir in diesem Moment gerade mal egal sein, weil du sicher zur sehr mit deinen Halluzinationen beschäftigt sein wirst.

Ich hab schon eine Menge Leute auf Ketamin gesehen. Die haben alle irgendeinen Trip geschoben, manche sicher auch einen ziemlich spaßigen Trip aber als adäquates Mittel gegen Depressionen ist das sicher nicht zu gebrauchen.

L\ieseIlo9ttex40


Nur mal zum Verständnis: Es gibt doch Medis die sofort wirken? Darf man die dann nur notfallmässig benützen und nicht für Langzeitherapie?

Ich hab z.B. Oxazepam gegen meine Zahnarztphobie - das wirkt innerhalb 10 Minuten bei mir....

Oder hab ich einfach Glück dass es bei mir so "reinhaut"?

C%ytexx


Es gibt ein AD, das in Studien sehr gut abschneidet und schnell wirkt: Tianeptine, Handelsname Stablon.

Wobei mein Eindruck derselbe ist wie der von Kramuri: Sogenannte psychiatrische Erkrankungen lassen sich nicht einfach mit Pillen wegmachen. Die Hypothese, dass es sich um eine Dysbalance von Neurotransmittern im Gehirn handelt, die sich mit Medikamenten korrigieren lässt, war ein Marketingtrick ohne seriöse wissenschaftliche Grundlage.

C~omrayn


@ Cormoran und genau daran soll die Pharmaindustrie arbeiten! Das diese negativen Dinge eben nicht passieren!! aber trotzdem die Wirkung schneller erintritt

Testrale, jetzt ist seit 10000 Jahren das Bier bekannt. Und in diesen 10000 Jahren hat es noch keiner geschafft, die Gute-Laune-Wirkung darin zu isolieren. Wir haben am nächsten morgen immer noch einen Kater von zu viel guter Laune und wir fallen immer noch über die eigenen Füße, wenn die gute Laune am Anschlag ist.

Erwarte daher bei Medikamenten auch keine Wunder, oft ist es einfach Yin und Yang.

P.eeKl'exe


Es gibt auch sofort wirkende psychopharmaca. Die Gruppe der Benzodiazepine und Anxiolytica. Die meisten davon wirken sofort.

Kurz gesagt, binden diese Stoffgruppen die GABA Transmitter. GABA ist sozusagen die Bremse im Gehirn die wirksam wird um vorheriges "Gas geben" durch Dopanim z.B. wieder einzufangen.

THC hat eine ähnliche Wirkung: es bindet sich aan bestimmte Rezeptoren die dann nicht mehr von den "Gas Gebern" angesprochen werden können.

Antidepresiva sind normalerweise "Wiederaufnahmehemmer", das heisst das der normale Prozess des Ausschüttens von den Neurotransmittern noch normal abläuft. Erst beim Aufräumen von den ausgeschütteten Transmittern kommen diese Medikamente ins Spiel. Wenn zwischen zwei Nervenzellen Neurotransmitter geschickt werden, dann gibt es den Hauptweg der Wiederaufnahme und dazu noch extra Mechanismen die helfen um im Falle einer stärkeren Flut von Neuronen doch alles wieder aufzunehmen. Wenn die Wiederaufnahme blokkiert wird, setzen die Ersatzmechanismen ein und nehmen also trotzdem wieder auf. Zwar weniger als normalerweise, aber immerhin funktioniert der ursprüngliche Kreislauf von Ausschüttung und Wiederaufnahme noch. Es dauert eine Weile bis sich die Nervenzellen strukturell anpassen an die neue Wiederaufnahmesituation und den Ersatzweg nicht als Hauptweg offen lassen. Dieser Umbauprozess dauert ungefähr 2 bis 4 Wochen. Wiederaufnahmehemmer sind darum langsamer als GABA-wirksame Medikamente.

Nxan<ni7#7


@ Liselotte

Ich hab zum Beispiel schon Oxazepam genommen und das hatte Null Wirkung.

Und nein, nur falls jemand sonst danach fragt, das war das erste Mal das ich ein Benzodiazepin genommen hab und Drogen sind auch nicht in meinem Repertoire. ;-)

Daran sieht man eben, es wirkt nicht alles bei jedem gleich. Dafür sind unsere Körper einfach zu komplex.

EEhemaligzer Nu`tze9r (#46719x3)


Zb. die Motivation wird durch Drogen gesteigert. die Stimmung wird deutlich aufgehellt.

Bitte welche Drogen steigern nochmal deutlich die Motivaton und Stimmung? Ja, klar. Methamphetamin zB?

Das funktioniert kurzfristigst und ist keine Dauerlösung. Erste Erfahrungen hat man man damit ja bereits schon vor/während des zweiten Weltkriegs gemacht.

Der Trade-Off zwischen positiven kurzfristigen Effekten und den langfristigen Folgen, passt einfach hinten und vorne nicht.

Besonders weil du Kram verwenden willst, der kurzfristigste Effekte hat - bei einem Krankheitsbild, mit dem manche Menschen ihr Leben lang verbringen.

Die Hypothese, dass es sich um eine Dysbalance von Neurotransmittern im Gehirn handelt, die sich mit Medikamenten korrigieren lässt, war ein Marketingtrick ohne seriöse wissenschaftliche Grundlage.

Bitte, wie? Dann hast du meinen Beitrag wohl falsch verstanden. Nur Medikamente allein finde ich persönlich nicht den richtigen Zugang. Die Wirksamkeit von Medikamenten zum Einsatz bei psychiatrischen Erkrankungen habe ich aber nie in Frage gestellt.

Kannst du im Gegensatz dazu eine Quelle für deine Behauptung nennen?

Lyiesezlott[e40


@ Nanni

Dann hab ich wohl wirklich Glück! :-D

Ich brauch pro Zahnarzttermin drei Tabletten....Eine zum Anrufen (sonst mach ich es nicht!), eine zum Schlafen am Abend vorher und Eine vorm Hingehen...

Mein Hausarzt hat mir nicht mal die verschrieben - musste erst zum Psychiater. Find ich aber gut....

Pjlüs)ch_biexst


Stablon gibt es nur in Österreich, oder? ":/

E:hemJaliger Nuutzerr (#4671x93)


Plüschbiest: Handelsname für Deutschland ist Tianeurax

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