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Warum machen Drogen Sofort gute LAune, aber AD brauchen Wochen?!

E.hemali{ger Nutzer F(#528611x)


Und die die unter Depressionen leiden kommen doch nicht aus der Depression raus, wenn sie sofort high sind.

Kann dir jeder Hardcore Kiffer der aufhören will nur bestätigen.

Bei den meisten funktioniert aufhören nämlich erst (und oft nicht mal dann), wenn sich in ihrem Leben etwas gravierend zum Positiven ändert und sich die Lebensumstände stabilisieren...

T!estOralxe


es geht mir nicht um eine ununterbrochenen Rauschzustand. Bei Depressionen versinkt man in sinnlosen Grübelschleifen, in Selbstvorwürfe und selbsthass. Man ist total blockiert! Auch neid und Wut ist mit dabei,

Und diese Teufelskreis schnell und effektiv zu durchbrachen, schaffen die Drogen sehr schnell. Darum geht es mir!!!!

E@hem{alig?er Nut)zer (#467Z193)


Und diese Teufelskreis schnell und effektiv zu durchbrachen, schaffen die Drogen sehr schnell. Darum geht es mir!!!!

Tun sie nicht. Sorry, aber da sitzt du einer Illusion auf. Kurzfristigst, vielleicht. Aber das ist für viele Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen, die langfristig/lebenslang bestehen, eben keine Option.

Was man auch nicht vergessen darf, ist dass manche dieser Substanzen durchaus auch dafür bekannt sind bzw. daran geforscht wird, inwiefern da ein Zusammenhang mit der Auslösung von psychotischen Epsioden bestehen könnte.

Substanzen (sowohl Medikamente als auch Drogen) die antriebssteigernd wirken, können mit einem erhöhten Suizidrisiko einhergehen - weil der Konsument nun endlich die vermeintliche Stärke aufbringen kann, seinen Plan in die Tat umzusetzen.

Und Ketamin, sorry, je nach Präparat, war früher für seine Bad Trips, auch im Bereich therapeutischer Dosen, bekannt und gefürchtet. Und Bad Trips fassen Dinge zusammen, die manche psychisch gesunde Menschen als ihre schlimmsten Alpträume beschrieben haben - und selbst das ist für viele, die nicht in dieser Situation waren, kaum nachvollziehbar.

Thragis<cherCl/ownfixsch


hast du mal Ketamin genommen? Mag sein, dass es innehalb kürzester Zeit die Stimmung aufhellt. Aber das wird dir in diesem Moment gerade mal egal sein, weil du sicher zur sehr mit deinen Halluzinationen beschäftigt sein wirst.

Ich hab schon eine Menge Leute auf Ketamin gesehen. Die haben alle irgendeinen Trip geschoben, manche sicher auch einen ziemlich spaßigen Trip aber als adäquates Mittel gegen Depressionen ist das sicher nicht zu gebrauchen.

Liverpool

Es ist ja auch eigentlich ein Narkosemittel. Finde ich eh strange, das zum AD umzufunktionieren wollen.

E+hemalig}erQ Nut@zer (#j574413x)


Und diese Teufelskreis schnell und effektiv zu durchbrachen, schaffen die Drogen sehr schnell. Darum geht es mir!!!!

Drogen schaffen es kurz dir einen anderen Blickwinkel zu verschaffen und können so eventuell auch therapeutisch genutzt werden. Mittlerweile wird ja wieder besonders mit Psychedelika und MDMA geforscht, die Cannabisforschung boomt schon seit Jahren. Trotzdem bieten sie wenn nur Alternativen zu gängigen Medikamenten und keine Wunderlösung.

Und Ketamin, sorry, je nach Präparat, war früher für seine Bad Trips, auch im Bereich therapeutischer Dosen, bekannt und gefürchtet. Und Bad Trips fassen Dinge zusammen, die manche psychisch gesunde Menschen als ihre schlimmsten Alpträume beschrieben haben - und selbst das ist für viele, die nicht in dieser Situation waren, kaum nachvollziehbar.

Deswegen kann man Ketamin in schweren Fällen auch mit einem Benzo verabreichen, das glättet den Trip. Aber bei max. 50 mg Ketamin treten bei den wenigsten Personen schon richtige Trips auf, ansonsten findet es immer noch im klinischen Bereich statt und ist halbwegs kontrollierbar.

Es ist ja auch eigentlich ein Narkosemittel. Finde ich eh strange, das zum AD umzufunktionieren wollen.

Eigentlich ist es ein Dissoziativum und kann dadurch für mehrere Dinge verwendet werden. Gott gibt uns nicht irgendwelche Substanzen und sagt sie sollen so und so genutzt werden. Offlabeluse ist aber in der Medizin gängige Praxis, besonders in der Psychiatrie.

Was spricht dagegen alternative Methoden zu suchen? Bisher klingen die wenn auch sehr kleinen Studien für mache Betroffene doch wie eine eventuelle Alternative.

DCé.l)iée


In Amerika kann man sich mit Ketamin unter strengen Auflagen behandeln lassen. Hab da mal vor einer Weile einen Artikel zu gelesen.

Es wurde (und wird noch, glaube ich) übrigens viel in dem Bereich geforscht, gerade die Wirkung von Drogen bei psychischen Krankheiten.

Unter anderem wird MDMA erforscht: [[http://www.drogen-info-berlin.de/htm/mdma-posttrauma.html PTBS und MDMDA]]

Ich habe schon verdammt viele Drogen genommen, unter anderem auch Ketamin und MDMA.

Den Frust, wieso AD nicht so gut wirken, den kann ich verstehen und finde mich da ganz oft auch wieder und sehne mich danach zurück, als ich "glücklich" und "drauf" war.

Aber dieser Zustand ist eben wirklich nur temporär und auch das kann ich aus eigener Erfahrung sagen.

Mir war im Hinterkopf immer klar, dass dieses GlücklichGefühl nur eine Illusion ist, weil mein ganzer Hirnstoffwechsel durcheinander gewirbelt wurde. Für den Moment war es mir egal, weil ich so glücklich war, überhaupt einmal Glück empfinden zu können, aber letztendlich ist es nicht egal.

Durch den Konsum von Drogen werden die Stoffe im Hirn so extrem ausgeschüttet auf einen Schlag, dass man - logisch - glücklich ist, aber irgendwann sind die Speicher leer und dann kommt das Tief, das verdammt gefährlich sein kann.

Dsé.lixée


*streicht in der Linküberschrift ein D |-o ;-D

L\iveBrpoxol


Deswegen kann man Ketamin in schweren Fällen auch mit einem Benzo verabreichen, das glättet den Trip. Aber bei max. 50 mg Ketamin treten bei den wenigsten Personen schon richtige Trips auf, ansonsten findet es immer noch im klinischen Bereich statt und ist halbwegs kontrollierbar.

Ich habe beruflich oft mit Menschen zutun, die Ketamin bekommen. Und zwar immer, wirklich immer mit Midalzolam als Zusatz. Isolierte Ketamingaben gibt es nicht. Wir arbeiten hier mit einer Dosis von 0,25 mg/kg zur Analgosedierung,, was bedeutet, dass hier nur in Ausnahmefällen Patienten 50 mg Ketamin erhalten. Trips sehe ich trotzdem zu genüge. Auch bei geringen Dosierungen. Einige singen dann nur lautstark und wirken betrunken oder sehen schöne bunte Farben aber ich habe auch schon imaginäre weiße Mäuse und Vogelspinnen gefangen weil die Leute auf das Ketamin nicht klarkamen.

Ansonsten ist das Problem halt, dass extreme Stimmungsaufhellung von tiefen Tiefs gefolgt wird. Man will wieder ein Stimmungshoch, nimmt wieder Drogen und ist man gefangen in dem Teufelskreis namens Sucht. Die Gewöhneffekt tritt ein, die Dosis wird höher und schon hat man das Problem. Ich kann nachvollziehen, dass man einen Weg sucht um aus seinem negativen Gedankenkreisen rauszukommen aber extreme Stimmungsaufheller sind da einfach nicht der richtige Weg.

Efhemalicger NTutzerO (#57x4413)


Benzos wirken auch extrem stimmungsaufhellend, viele Antidepressiva haben riesige Absetzschwierigkeiten. Weder Ketamin noch gängige Medikamente sollen eine Depression "heilen" sondern den Heilungsverlauf stützen.

Aber finde das ganz interessant. Arbeitest du irgendwo wo es als Therapiealternative erforscht wird oder beziehst du dich auf die Notfallambulanz? Bin jetzt bei Trips von K-Holes ausgegangen, dachte dass man in mittleren Dosen in der Regel sich einfach nur fürchterlich besoffen und seltsam fühlt.

L7i4verpxool


Arbeite in der Notfallmedizin. Hier wird Ketamin als Schmerzmittel oder zu Narkosen eingesetzt.

0,25 mg/kg ist die Dosisempfehlung zur Analgesie, 0,5 - 1 mg/kg die empfohlene Dosis zur Einleitung der Narkose. Nimmt man einen 70 kg schweren Beispielpatienten, könnte man mit ~ 20 mg schon adäquate Schmerztherapie machen und mit 35 - 70 mg eine Narkose einleiten. Dabei geht es natürlich um intravenöse Gaben. Schnupft man das Zeug o.ä. brauchts vermutlich mehr für eine entsprechende Wirkung.

Es reagiert halt auch nicht jeder gleich auf Ketamin. Manchen gehts damit auch hevorragend, die vergessen dann schonmal schnell ihre schmerzhafte Verletzung. Manche fühlen sich tatsächlich fürchterlich besoffen und jeder der schonmal besoffen war, weiß auch dass das sich sowohl gut als auch ganz mies anfühlen kann. Aber manche sehen dann halt auch die wunderlichsten Sachen und manches, was man da so sieht, kann eben auch ganz schön beängstigend sein. Vor allem, wenn man sich sowiso gerade in einer unangenehmen Situation befindet in der sich eigentlich jeder befindet, der vom Notarzt Ketamin bekommt und/oder psychisch nicht ganz stabil ist. Sind aber halt nur meine persönlichen Erfahrungen, die jetzt nicht durch irgendwelche kontrollierte Forschung belegt werden.

EmhemalYiger N u\tzer |(#5x74413)


Achso ja die Studien geben auch teilweise die Dosis mit nasalem Konsum an. Intravenös braucht es wahrscheinlich weniger. Kann mir vorstellen, dass ein ungewollter Ketatrip in der Notfallambulanz wirklich extrem unangenehm sein kann.

Cbyt!exx


Die Wirksamkeit von Medikamenten zum Einsatz bei psychiatrischen Erkrankungen habe ich aber nie in Frage gestellt. Kannst du im Gegensatz dazu eine Quelle für deine Behauptung nennen?

Irgendetwas bewirken die Medikamente schon.

Es ist umgekehrt: Die Behauptung, dass sich Depressionen als Dysbalance von Neurotransmittern, welche sich pharmakologisch korrigieren lässt. wurde nie belegt. Wie auch? Niemand kann die lokale Konzentration von Neurotransmittern oder deren Signalaktivität im Gehirn messen.

Hier ein Link für Dich:

[[http://www.newyorker.com/tech/elements/the-psychiatric-drug-crisis]]

Cfytexx


Der Anspruch, immer ein glückliches und unbeschwertes Leben zu führen scheint mir verkehrt. Glücklich und gut drauf existiert nur im Kontrast mit traurig, antriebslos etc. Das Schlimme an den sogenannt schlechten Gefühlen ist doch vor allem, dass man sie schlimm findet und sie unbedingt weghaben will. Nach diesen Verdrängungsversuchen kommen sie dann früher und mächtiger zurück, als einem lieb ist. Was ist denn so schlimm an diesen Gefühlen? Die Werbung und Gesellschaft redet uns ein, sie um jeden Preis zu vermeiden, weil man sonst vom sogenannten Erfolg (sozial und wirtschaftlich) ausgeschlossen wird.

Psychodelische Drogen können helfen, eine andere Perspektive zu erhalten, dieser Ansatz scheint mir therapeutisch sinnvoller.

Der Ansatz der SSRI, die Stimmung dauerhaft aufzuhellen funktioniert oft nur um den Preis einer Verflachung, und dem Verlust der Libido. Das ist es für mich nicht der Wert.

.

T9est`rale


es ist einfach so unerträglich, wenn man in diesem Sumpf aus Selbsthass-mitleid-Misanthropie-Apathie versinkt! Warum gibte es kein Mittel, das einem da wieder rausholen kann und zwar SCHNELL!!!!

CYleo Edmwards" v. DHa-vonpxoort


Doch, in schweren, akuten Fällen kriegst du sicherlich was von der Klinik, das dich sofort raus bringt. Erst einmal.

Muss ja sein, die Suizidversucher, Leute mit schwerster Depression, können ja nicht noch Wochen warten wenn die stationär innen sind mit dem Schild "Help me"

Hoffentlich findest du jetzt meinen Rat in deiner Misanthropie nicht allzu doofe. :-/

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