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der perfekte moment

q^uack^salbxerei


Bei mir auch viele kleine Momente. Einer davon: Ich gehe in einer Phase, in der es mir monatelang gesundheitlich schlecht ging mit Rückschlägen und zusätzlichen Erkrankungen, Zukunftsängsten, Sorgen, täglichen Anstrengungen, den Ängsten und körperlichen Einschränkungen die Stirn zu bieten, in die dritte oder vierte Stunde von Entspannungsübungen. Lege mich auf eine Matte am Boden, die (zum Glück sehr bodenständige und äußerst sympathische) Kursleiterin sagt: "Schauen Sie, dass Sie bequem liegen" und kurz später ganz einfach: "Es gibt nichts zu tun." Diese fünf Wörter haben mich umgehauen, ich hab erst irre losgeheult und endlich, endlich mal komplett losgelassen und war einfach nur da, ohne Gedanken an irgendwas. Die Erinnerung daran packt mich heute noch, wie ich gerade feststelle.

Issfab0elxl


Superschöne "perfekte" Momente die Ihr da beschreibt - viele davon kenne ich (natürlich nicht identisch ;-)) bei mir auch.

Vor allem was danae so im Kern beschreibt. :)z

Dieses Gefühl, die Nähe zu sich selbst richtig zu spüren, total bei sich selbst zu sein. Und das ist nicht vergleichbar mit perfekten Momenten im zwischenmenschlichen Bereich. Es ist anders.

Deswegen sage ich ja auch, dass es den einen, in diesem Moment unübertroffenen, perfekten Moment, eigentlich nur temporär gibt.

Aber man erinnert sich an die Vielen davor.

Den letzten perfekten Moment an den ich mich erinnere (und der auch sicher für den Rest meines Lebens sehr weit oben stehen wird), ist einer den ich mit meiner Mutter noch erleben durfte.

Sie war schwer krank und es ergab sich (und dafür werde ich immer dankbar sein), dass ich kurz vor ihrem Tod noch eine Woche mit ihr alleine verbringen durfte. Einen Tag bevor ich wegmußte (sie starb dann 10 Tage später), hatten wir einen vor allem für sie anstrengenden Tag und entspannten Abends gemeinsam bei einem Film. Es war ein alberner Sat1-Film und sie lag irgendwann völlig entspannt in ihrem Sessel, wir unterhielten uns nebenbei, wir lachten, irgendwann döste sie ein wenig weg. Ich habe sie angesehen und mir dieses Bild eingeprägt. Unser ganzes gemeinsames Leben zog an mir vorbei, was für ein Glück ich hatte mit ihr als Mutter, wie dankbar ich ihr bin - all' das war da. Innerhalb weniger Minuten, ohne den drohenden Abschiedsschmerz, die Trauer, ohne Sentimentalität. Sondern einfach nur...ja, Dankbarkeit, unendliche Liebe, dass ich mich auch von ihr immer geliebt fühlte.

Wir hatten die ganze Woche über eigentlich durchgehend perfekte Momente - aber dieser war für mich einfach ganz besonders und wird es immer bleiben.

dfanaex87


Bei der Geburt meiner ersten Tochter hab ich extrem viel Blut verloren und war am Ende so hinüber das ich bewusstlos war. Es war ziemlich knapp, sagte man mir später. Aber ich erinnere mich wie sie auf mir lag, interessanterweise ganz glatt, gar nicht geknautscht. Und bevor ich ins Dunkel rutschte dachte ich:"Ich sterbe, aber sie lebt, alles gut." Das war auch perfekt.

Und dann hat der Arzt sie gewogen und gemessen und was alle Ohrfeigen nicht geschafft haben, hat dann ihr Geschrei besorgt. Ich war wieder wach, was ein Organ. ]:D ]:D

D4ieq Sehexrin


vorletzte woche: an unserem großen tisch saßen alle unsere kinder mit ihren partnerinnen, zwei der großeltern, das enkelkind... insgesamt 15 leute seite an seite und haben das essen genossen, über den tisch generationenübergreifende diskussionen geführt über flüchtlinge, pokemon, selbstgemachtes wassereis, patientenverfügungen, tinderdates, kindergartenfeste, gelacht, gekabbelt, aneinander vorbeigeredet, sich verstanden... und ich saß da und hätte einfach nur schreien können vor lauter liebe und glück :)z

S#. wJalltisii


@ danae87

Nur ist für mich Euphorie nicht auch zwingend mit einem perfekten Moment verbunden. Eigentlich eher im Gegenteil. Wirklich perfekt ist es für mich, wenn ich mich nehmen kann wie ich gerade bin. Ohne Gedanken an gestern und morgen, einfach was gerade ist

Vielleicht ist Euphorie als Wort auch nicht richtig, weiß nicht genau, ich mein natürlich absolut nicht die Art von Euphorie bei der man lautstark singen und wild tanzen will oder sonst irgendwie ausgeflippt, aufgedreht ist. Aber ich find es ist zumindest irgendwie ähnlich. Eine sehr sehr ruhige Art der Euphorie, einfach Glücksgefühl aus überquellender Zufriedenheit heraus halt. Ich könnte da schon auch auf die Idee kommen Musik zu hören und zu singen und das ist dann fast ne Garantie dafür in die klassische Form der Euphorie überzugehen ... nach der es wie du sagst zwangläufig ein runter gibt, das gibt es bei der ruhigen Euphorie perfekter Momente vielleicht nicht so, dafür haben die bei mir fast immer Melancholieanteile (mag ich aber meistens) und manchmal latente Angst im Hintergrund davor wenn die Momente oder gar Phasen auch wieder aufhören (das mag ich natürlich nicht so^^ versuch da aber dran zu rütteln (also daran dem Ende solcher Gefühle ängstlich entgegenzusehen).

und das ist in euphorischen Momenten fast nie so, da dreht sich immer alles ums Morgen.

interessant, meinst du vorfreudebedingte Euphorie? Kenn ich zwar aber so zahlenmäßig im Vergleich zu Euphorien die rein Momentbasiert sind sind die nur ein winziger Anteil :-D Überhaupt ist der Faden sehr interessant, cool dass er weitergeht! Wenn ich mich recht erinner schrieb z.B. Kleio sie können in unguten Zeiten auch perfekte Momente haben, für mich ist das scheinbar absolut unmöglich. Muss net alles toll sein, aber zumindest überwiegend.

Letztens mal wieder einen ganzen Abend perfektmomentig gefühlt, aber das war ein ganz normaler Tag. Hab beim betteln nicht mal Kohle bekommen^^ aber das war mir völlig wurscht, war einfach alles ok und mit Zufriedenheit überzogen.

d#anaex87


interessant, meinst du vorfreudebedingte Euphorie? Kenn ich zwar aber so zahlenmäßig im Vergleich zu Euphorien die rein Momentbasiert sind sind die nur ein winziger Anteil :-D

Ich mein so im Sinne von: Alles ist gut und super und ich mach jetzt noch x und y UND z schaff ich auch noch. Also nicht so sehr Vorfreude sondern halt aus der Kraft des Moments heraus planend und dabei leider häufig übersehend das Morgen vermutlich viel weniger Kraft da ist, wenn es überhaupt so lange anhält. :=o :=o

Perfekt ist es dann wenn das was ich bin und tue gerade total genug ist. Mehr will ich nicht, alles stimmmt. Dann ist es perfekt und das dieser Moment nicht andauert ist Teil der Perfektion, denn das wäre dann ja die totale Stagnation.

SR. wPallisxii


ah, sowas^^ ich fürcht mich immer etwas wenn jemand so abgeht ;-D (u.a. weil: ich kenn das auch selber aber verweiger mich dem erfolgreich seit Ewigkeiten, gewissermaßen angstmotiviert was wohl nicht die beste Motivation ist aber die Erfahrung ist einfach deutlich: gut tut mir sowas nicht und maßhalten ist bisher auch nicht so meins^^)

wkeiNhna-chtsst~erncxhen3


Ihr könnt mich gerne für bekloppt halten, aber es war gestern absolut perfekt, als ich mich nach einem langen Mittag in der Hängematte mit Sonne auf der Haut, Musik in den Ohren und Buch vor der Nase ziemlich verschwitzt mit Sonnenbrand im Ausschnitt rückwärts im verdunkelten Schlafzimmer auf mein Bett neben den leise summenden Laptop fallen ließ, für fünf Minuten die Augen schloss und einfach nur existiert habe.

Ohne Sorgen, ohne Druck, ohne Angst, völlig entspannt, frei, beflügelt und übersprudelnd vor Endorphinen, das Gurren der Tauben oder Rauschen eines Flugzeugs über mir im Ohr, das Herz gefühlt immernoch im Rhythmus des letzten Liedes meines MP3-Players schlagend, ohne Zukunft, ohne Vergangenheit. Nur Ich. Im hier und jetzt. Glücklich. Kopf leer. Wuah x:)

d;i<e Torxte


ich finde das klingt wirklich schön :)

Coytex


Ich habe jeden Tag diese Momente, an guten Tagen viele. Vielleicht mal einen Tag ohne. Diese Momente sind so, dass ich wunschlos bin, und etwas Neues, Schönes erlebe.

w~eihna|chtsste/rnch5exn3


So einen richtig perfekten Moment hatte ich erst gestern Abend wieder.

Ich war nachts mit dem Hund unterwegs, das mache ich gerade sehr sehr gerne, weil es da kühl genug für uns ist und eine herrliche Ruhe herrscht. Überhaupt ist dies der erste Sommer, in dem mir meine Mutter nicht mit "Geh nicht allein im Dunkeln raus" in den Ohren liegt und ich genieße das wahnsinnig.

Wir marschieren also allein im Dunkeln durch die Felder, kein Mensch weit und breit zu sehen oder zu hören, über uns der strahlend helle Vollmond am wolkenlosen Sternenhimmel. Um meinen Kopf schwirren ab und an Fledermäuse, auf der Suche nach leckeren Insekten, während die Grillen im hohen Gras zirpen und ich einen wunderbaren Ausblick auf die beleuchtete Stadt habe. Ich lasse die Seele baumeln und sauge die Eindrücke auf, während ich immer mal konkrolliere, wo sich der Hund gerade so herum treibt. Suche den Weg mit den Augen nach Glühwürmchen ab, leider erfolglos. Ich stecke die Kopfhörer in die Ohren und mache mir ruhige Musik an, die mich an jemanden erinnert, der mir sehr wichtig ist. Und wie ich da so gedankenverloren die dunklen Feldwege entlang schlendere, die Musik gerade auf ihrem absoluten Höhepunkt, drehe ich mich auf der Suche nach dem Hund um, mein Blick streift den Himmel über mir und just in diesem Moment leuchtet eine Sternschnuppe direkt vor meinen Augen auf. Ich muss breit grinsen und das Glück überflutet mich, dass man meinen könnte, mir springt jeden Augenblick das Herz aus der Brust. Ein für mich perfekter Moment. Und ja, ich hab mir natürlich auch was gewünscht. ;-) Wenn der nicht wahr wird, dann weiß ich auch nicht!

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