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Totale Antriebslosigkeit

VYer;sutixa hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Ich erhoffe mir einige ANregungen für mein schon lang anhaltendes Problem zu finden. In den folgenden Zeilen werde ich versuchen mich so kurz und prägnant wie möglich auszudrücken.

Seit sehr langer Zeit (min. 8 Jahre) leide ich (28, m) unter starker Antriebslosigkeit (subjektive einschätzung) gepaart mit einer Reihe von ausergewöhnlichen, meist mir unangenehmen Nebeneffekten, welche aber nur eine von vielen sehr großen Palette an Bemerkenswerten Eigenschaften ist.

Meine berufliche Laufbahn lässt sich leicht mit "Vom Tellerwäscher zum Millionär" paraphrasieren.

Dazu muss gesagt werden dass ich weder Millionär bin, noch eine gerade Laufbahn hingelegt habe.

Ich halte mich für kompetent genug, um mich und meine Verhaltensmuster objektiv zu beschreiben und zu beurteilen:

Andauernde Müdigkeit, Lustlosigkeit, Abwertung direkter und indirekter Mitmenschen, Überheblichkeit, Gemütszuständen schwanken zwischen Größenwahn und Selbstmitleid bzw. Minderwertigkeitsgefühlen, Zynismus, Sarkasmus sowie Bissigkeit, gewählte Ausdrucksformen, großer Wort- und Wissensschatz, körperliche Inaktivität, sehr leichtes Übergewicht, Hinterlistigkeit bzw. Gerissenheit, Emotionalität, extrem Manipulativ, Bequemlich, Tagträumer, extreme sexuelle Hyperaktivität, mentale Abwesenheit, Hohes Maß an Mitgefühl (Zu bestimmten Personen/Tieren), politischer Extremismus. Mein Umgang mit Problemen ist: "Abwarten, aussitzen". großer Sinn für Gerechtigkeit, ruhig, gelangweilt, humorvoll, leicht zu begeistern, vergesslich, Energie nur für kurze Zeit, unausgeglichen, analytisch, berechnend, fordernd, kleiner Freundeskreis, Schauspieler, freundlich, offen, einfach. Obwohl ich in der Liste ein wenig von Symptomen zu Eigenschaften gerutscht bin, ergibt sich ein besseres Bild. Mir fällt mit Sicherheit noch viel mehr ein.

Schon morgens bin ich fertig wie andere Leute nach 3 Tagen Party - unabhängig davon, wie viel oder wenig ich geschlafen habe. Vor 10 oder 11 komme ich nie ins Büro. Im Büro schreibe ich des öfteren Dinge, wie diesen Post hier, statt produktiv zu sein. Jede Aufgabe langweilt mich nach kürzester Zeit. Ich habe Konzentrationsschwierigkeiten. Meine Mutter meint ich habe vielleicht Burn-Out...

Bestimmt nicht, dafür habe ich in meinem Leben zu wenig getan. Von was? Eher Bore-Out...

Selbst meine Hobbys langweilen mich schon. Mich langweilt einfach fast alles.

Ein Beispiel:

Das Finanzamt hat mir eine vierstellige summe von meinem Konto abgezogen, weil ich seit Jahren meine Steuererklärung hätte abgeben sollen. Schlimm genug. Jetzt habe ich aber die Möglichkeit die Steuererklärung nachträglich abzugeben, um das Geld wiederzubekommen. Ist bis heute nicht passiert - keine Lust, keine Zeit (subjektiv), kein Interesse, Stress vermeiden.

Ich sehe diese Dinge, und erkenne die Problematik, aber selbst das hilft mir nicht. Ich tue dinge nur mit einem gehörigen Tritt in den Arsch der, so wie es scheint, von anderen kommen muss.

Andere Lebensbereiche bereiten mir auch Probleme:

Ich bin ein Studium-abbrecher. Bin aber dennoch derjenige meines damaligen Semesters, der den besten Job und die Beste Bezahlung hat, die schönste Freundin hat und anscheinend das leichteste und das schönste Leben führt. Hierfür werde ich von meinen Ex-Kommilitonen kritisiert.

Ein weiteres Beispiel:

In meiner Uni-Zeit hatte ich sehr gute Noten in einigen Fächern, in anderen habe ich nur die 5 bekommen (komplettes Desinteresse). Da ich zum Direktor der Uni sowie zu einigen Professoren ein sehr gutes Verhältnis hatte, wurde ich eingeladen um vor dem neuen, ersten Semester "BWL" eine Rede zu halten (Natürlich im Sinne der Uni). Kurzum habe ich eine Rede darüber gehalten wie gut es doch war das Studium abzubrechen und was "Anständiges" zu machen. Daraufhin wurde ich gewaltsam entfernt.

Zusammenfassung:

Stellen Sie sich ein im Baum hängendes, depressives Faultier vor, welches vorbeigehende Menschen emotional und manipulativ verstrickt um seine Interessen zu wahren, ihnen dann das Geld und die Freundin wegnimmt, nur um den Passanten dann zum Abschluss noch leere Bierflaschen und zynische Bemerkungen hinterher zu schmeißen. Manchmal bemerkt das Faultier, dass es nur noch an einem Arm an einem sehr dünnen Ast hängt. Es hat Angst runter zu fallen.

Obwohl sich das alles sehr reißerisch anhört: So will ich garnicht sein. Was kann ich tun? Mein bester Freund ist Psychologe (Neuro), einfach scheint es nicht zu sein.

Auf Kommentare und Anregungen freue ich mich ;-)

Antworten
NVoxtMicihaelCxaine


Mein bester Freund ist Psychologe (Neuro)

Was tippt er denn?

Hast Du mal unterschiedliche Selbsttests gemacht um irgendeine Idee zu entwickeln?

Ich würd mit [[http://www.onmeda.de/selbsttests/narzissmus_test.html so einem]] anfangen. Muss ja nicht exakt dieser sein. Googlen hilft :).

P+lüsch9biest


Prokrastination scheint eines deiner Probleme zu sein.

P9lüscHhbiestt


Burn Out bekommt man nicht zwingend durch Stress im Sinne von dauernd viel zu tun.

Kann auch durch Überforderung kommen, weil man den Aufgaben nicht gewachsen ist.

CTohmrxan


Prokrastination scheint eines deiner Probleme zu sein.

Du nimmst mir die Worte aus dem Mund. Prokrastination wird oft mit Burn-Out verwechselt, da man ziemlicher Passivität verfällt. Der Unterschied ist aber, dass man bei der Prokrastination äußeren Ablenkungseinflüssen total offen gegenübersteht und diese eher willkommen sind anstatt Stress auszuüben. Z.B. ist das Handy keine Belastung, sondern man liest gerne jede neue Nachricht, die einem paar Sekunden davon abhält, über lästige Pflichten nachzudenken. Und wenn man sich nur noch diesem Unterhaltungsfeuerwerk aussetzt, ist es auch klar, dass die Konzentrationsfähigkeit sinkt, weil der Geist trainiert wird, sich immer wieder für wenige Sekunden irgendwelchen Oberflächlichkeiten zu widmen.

Ich befürchte, dass das im aktuellen Always-On-Zeitalter noch stark zunehmen wird. Internet-Sucht war dagegen ein kleines Problem. Die neue Informations- und Kommunikationskultur auf stets verfügbaren Geräten wird vermutlich zu einem richtig schweren Problem werden. Ich musste schon einem Kollegen die Handynutzung während der Bürozeiten untersagen, weil er alle 30 Sekunden da draufgeschaut hat und gar nicht anfangen konnte, sich mal auch nur eine Stunde konzentriert mit etwas zu beschäftigen.

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