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Noch mal in die Fahrschule - hat das Sinn?

Alias 723005 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe gerade leichte Panikattacken. Und zwar hab ich vor knapp sechs Jahren den Autoführerschein im dritten Anlauf endlich bestanden. Der Weg dahin war extrem schwer, was zum einen an meiner sehr schlechten Fahrschule lag, zudem litt ich schon immer unter Prüfungsangst. Das Schlimmste war jedoch, dass mein damaliger Fahrlehrer ein mieses Schwein war , meine Unsicherheit in allen Bereichen (Auto, Prüfungen, Beziehungen) hemmungslos ausnutze und es schließlich zum sexuellen Missbrauch kam

Ich will gar nicht ausführlich beschrieben, was alles genau passierte, es war schrecklich und die Tatsache, dass ich mehrfach durchgefallen bin, lag nicht nur daran, dass ich Fehler gemacht habe...

Bis heute ist Fahrschule etwas extrem Schreckliches für mich. Da ich damals noch zu jung war, mich furchtbar schämte und meinen Eltern nichts sagen wollte, riss ich mich zusammen, erfand eine Ausrede und wechselte die Fahrschule. Die war dann deutlich besser, dennoch hatte ich vor jeder Stunde Panikattacken und auch im Auto Angstzustände. Wie durch ein Wunder (ich weiß bis heute nicht wie) bestand ich dann die Prüfung. Ich schwor mir, nie wieder eine Fahrschule zu betreten, sah auch keine Notwendigkeit. Hab das Thema mehr oder weniger erfolgreich verdrängt.

So, nun fahre ich schon ein paar Jahre unfallfrei, wenn auch Auto fahren für mich immer noch psychischen Stress bedeutet, weil ich es mit dem Erlebnis verbinde. So ganz die begnadete Autofahrerin bin ich auch nicht, aber, wie gesagt, immerhin unfallfrei. Rückwärts fahren und Einparken gelingen mir bis heute nur auf gut Glück, was aber wohl auch an meinen schlechten Augen und meinem fehlendem räumlichen Sehvermögen liegt.

Soweit war alles in Ordnung. Bis ich mir ein Pferd kaufte und das nun öfters in der Gegend rumgefahren werden muss. Darf ich mit meinem Führerschein nicht. Da mein Umfeld mir (wissen nichts von meinen Erfahrungen in der Fahrschule) immer wieder erfolgreich einredet, dass ich den Anhängerführeschein eh nie schaffen würde, und ich immer einen netten Fahrer für mein Pferd hatte, bestand nie Notwendigkeit, nochmals eine Fahrschule oder gar ein Fahrschulauth zu betreten.

Jetzt ist es aber so, dass mein Fahrer mein Pferd nicht mehr fahren kann. Mir bleibt wohl nichts anderes übrig, als selbst den Schein zu machen. Nur, hat das überhaupt Sinn? Ich zittere ja schon beim Gedanken daran und wenn ich an die Prüfung denke, wird mir schlecht. Aber eigentlich hab ich keine andere Wahl. Dazu halt das Gefühl, dass ich es eh nie schaffen werde und wieder zig mal durch die Prüfung falle werde.

Sorry für den langen Text, ich weiß auch nicht so genau, was ich damit eigentlich bezwecke. Dennoch, denkt ihr, dass es unter den gegebenen Umständen überhaupt sinnvoll ist, einen Versuch zu wagen? Ich will auf der einen Seite unbedingt, auf der anderen Seite will ich nur schreiend weglaufen, wenn ich dran denke.

Antworten
E+lafnRemic#h08x15


OK, was damals in der ersten Fahrschule vorgefallen ist war scheiße.. Aber sieh es doch mal so: Du hast den Führerschein letztlich bestanden, also kannst du gar nicht so schlecht gewesen sein. Nun kommt die Notwendigkeit dazu Anhänger zu fahren.

Hier hast du doch eine klare Motivation vor Augen. Dein Pferd bewegen zu können ohne auf andere angewiesen zu sein.

Auto ist ja Klasse B. Nun soll dieser auf die Klasse BE erweitert werden. Besitzt man bereits die Klasse B entfällt die theoretische Prüfung und es ist nur eine weitere praktische Prüfung abzulegen. Fahrstunden müssen mindestens genommen werden: 3 Stunden Überland, 1 Stunde Autobahn, 1 Stunde Nacht. Also nicht so wahnsinnig viel. Es sei denn das sich an dieser Regelung nochmal was geändert hat. Kosten dürfte das ganze 500-600€. Und nicht jede Fahrschule ist so wie deine erste.

mVinmimila


@ TE

Für mich stecken hier 3 verschiedene Sachen drin:

a) die Prüfungsangst = haben viele Menschen, aber wichtig ist, diese Angst nicht Überhand nehmen zu lassen. Hast du auch nicht getan bei deinem Führerschein.

b) du hast nach wie vor Stress beim Autofahren = soweit kommst du ja zurecht. Wie wird das, wenn du zusätzlich die Verantwortung für dein Pferd übernehmen musst?

Soweit so gut. Was mir aber wirklich Sorgen bereitet ist das hier:

c) rückwärts fahren klappt nur "auf gut Glück"??? Und du darfst Auto fahren mit so schlechten Augen?

Wenn das Einparken und Rückwärtsfahren jetzt schon ein Glücksspiel sind, wie soll es dann werden, wenn du zusätzlich mit einem Pferdeanhänger rangieren musst?

Ich würde erst mal überprüfen lassen, ob es wirklich an den Augen liegt und falls ja, dann deine realistischen Fähigkeiten im Verkehr neu sortieren. Falls nicht, dann erst mal diese Grundfähigkeiten üben, üben, üben.

Das gleiche gilt für das Fahren mit Anhänger. Bitte jemanden, dich zunächst üben zu lassen. Dabei kannst du deine Möglichkeiten und deinen Stress-Level prüfen.

Und wenn das alles passt, dann erst würde ich mich der Situation mit der Fahrschule stellen. Und da gilt dann, "Augen zu" und durch. ;-)

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