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Warum bin ich so dumm?

mznemmosyxne2x4 hat die Diskussion gestartet


Ich weiß nicht, seit wann ich mir darüber den Kopf zerbreche, seit meiner Pubertät wahrscheinlich. Ich leide sehr unter meinem mangelnden Intellekt. Ich würde nicht (wie im Titel) behaupten, dass ich dumm bin, aber ich bin nicht intelligent - emotional intelligent, ja, aber nicht kognitiv-logisch.

Ich lese unglaublich viel und gerne, aber ich kann mir Zahlen und grundlegende Fakten nicht merken. Wenn man mich nun fragen würde, von wann bis wann der Zweite Weltkrieg stattfand, ich könnte nicht die korrekten Daten benennen. Ich schäme mich so, so sehr. Neulich fragte mich mein Partner, mit dem ich noch nicht so lange zusammen bin, welcher Mann da auf der Streichholzpackung abgebildet ist - ich wusste es nicht, es war Stalin. Ich bin 24, solche grundlegenden Fakten sollte man wissen. Wann die Berliner Mauer fiel? '89. An welchem Tag und in welchem Monat? Weiß ich nicht. Ich vergesse sehr viel, was ich lese. Ich kann zum Beispiel auch ganz schlecht Inhaltsangaben wiedergeben, sowohl mündlich als auch schriftlich. Mir fehlt Struktur, wenn ich Dinge wiedergebe. Das ist meist ohne Anfang und Ende, querbeet und wirr.

Ich kann mich nie an Diskussionen beteiligen, weil ich das Gefühl habe, dass alles, was ich sage und denke, dumm ist. Und ich glaube, dass ich tatsächlich nicht gut diskutieren und argumentieren kann. Ich bin nicht intelligent genug.

Wenn ich Dinge nachschlage - bspw was historische Ereignisse betrifft - dann lese ich mir das durch, versuche, zu verstehen, aber vergesse es wenige Tage oder sogar Stunden später. Wie kann das sein? Wieso kann ich mir gewisse Dinge einfach nicht einprägen?

Als Kind wurde mir damals Intelligenz zugesprochen, weil ich schon in ganz jungen Jahren gut sprechen und lesen konnte und mich für Dinge interessiert habe, die in meinem Alter unüblich waren. Ich war kreativ, neugierig und wissbegierig. Und nun entwickel ich mich immer mehr zurück, habe ich das Gefühl. Ich schäme mich für mein Wesen. Und ich schäme mich, dass Leute immer gleich merken, dass ich nicht so viel im Kopf habe, weil ich immer sehr still bin, wenn ich auf eine Gruppe Fremder treffe oder wenn sich Leute über Politik unterhalten und ich nur stumm dasitze und hilflos durch die Gegend gucke. Klar, vielleicht habe ich da auch einfach nicht so einen hohen Selbstwert, aber könnte ich mit Wissen prahlen, würde ich es tun.

Antworten
I"nk2og


Du bist nicht dumm. Jemand, der sich so selbstreflektierend analysieren kann, kann nicht dumm sein.

Du kannst dir gewisse Daten nicht merken - so what?

Das ist vollkommen normal. Es gibt nur sehr wenige Menschen, die sich einen Text durchlesen und dazu x Daten über Jahre merken können.

Und dass du bei Diskussionen still bist zeugt von Mangelndem Selbstbewußtsein, wie soll man auch selbstbewusst sein wenn man denkt, man ist dumm.

Fbe.


Wenn dich etwas total nicht interessiert, wirst du es dir nicht merken können.

Was hast du denn bisher an Bildungsabschlüssen hinter dich gebracht?

Gibt es irgendwas, was dich interessiert, wo du dich vielleicht auch weiterbilden könntest?

Nicht jeder muss alles wisen. Wenn du von Geschichte so wenig Ahnung hast wie ich vom Fußball, dann ist das eben so und es macht dich nicht doof. Schön wäre aber, wenn es auch Themen gibt, bei denen du dich auskennst.

I=n%kog


Das ist übrigens auch eine Frage des Interesses. Du willst dich an politischen Themen beteiligen? Interessierst du dich denn dafür? Schaust du täglich nachrichten?

Von nichts kommt nichts.

nGemxue


ich kann bei den meisten themen immer irgendwie mitreden....interessiere mich für vieles, aber politik ??? ? bleibt absolut nix bei mir hängen, egal wie sehr ich mich anstrenge.....habe viel phantasie, bin kreativ, aber logik? gleich null......genauso das einparken ]:D werde ich in diesem leben auch nicht mehr lernen ":/

mdnemo*syne2x4


Klar vergisst man Dinge eher, die einen weniger interessieren und leider muss ich zugeben, dass ich mich noch nie so wirklich brennend für Geschichte und Politik interessiert habe. Ich lese hin und wieder Zeitung (eigentlich zu selten), aber nur, um auf dem aktuellen Stand zu sein und ich mich einigermaßen in Gesprächen beteiligen kann.

Es ist vielmehr so, dass ich mich im Bereich Popkultur (Musik, Film, Literatur) ganz massiv auskenne, aber das ist nerdig, nicht intelligent. Ich differenziere aber auch bei Intelligenz und würde vielmehr behaupten, dass ich emotional/sozial intelligent bin, ich bin empathisch und bin gerne für meine Mitmenschen da. Ich bin selbstreflektiert und kenne mich sehr gut. Aber das allein wiederum stellt für mich keine Intelligenz dar. Intelligent ist für mich jemand, der logische Zusammenhänge und Verknüpfungen ziehen kann, der kritisch hinterfragt, der gebildet ist und dem ich stundenlang zuhören kann, ohne dabei zu denken, was der für einen Stuss erzählt. Und das Wissen über historische bzw gesellschaftliche Zäsuren setzt nicht gleich Intelligenz voraus, völlig klar! Aber mir mangelt es einfach an Allgemeinbildung und ich vergesse leider zu viel.

LGichtdAmHo*riMzont


Ich kann mir auch nur Sachen (und das auch nur teilweise) einigermaßen merken, die ich bewusst erlebt habe… Den Mauerfall beispielsweise. Dann weiß ich noch so ein paar wenige Must-Know-Eckpfeiler, und das war's. Politik ist auch eher nicht so meins… Ich komm trotzdem im Leben klar. Und habe mittlerweile so viele kennengelernt, denen es auch nicht anders geht… Man ist da echt nicht alleine "doof". ;-D Und man wird auch nicht wertvoller oder beliebter, nur weil man mit Faktenwissen prahlen kann.


Warum fragt Dich Dein Partner, wer auf der Streichholzpackung ist? Test?

IKnkog


Dir mangelt es an Allgemeinbildung, weil du dich für die Sachen nicht interessierst. Dass das nicht wirklich etwas mit Intelligenz zu tun hat, hast du ja jetzt zum glück erkannt ;-)

Wenn dich das ärgert, dann kann ich dir nur empfehlen, täglich nachrichten zu lesen. Du wirst dich am Anfang ein bisschen dazu zwingen müssen, wirst aber auf lange Sicht ganz von selbst ein Interesse dafür entwickeln. Und irgendwann erwischst du dich dabei, dass du täglich mehrmals nachrichten schaust, um nichts zu verpassen. ;-)

mCnemmosynxe24


Vielleicht setze ich mich da aber auch zu sehr unter Druck, ich halte nicht viel von mir und ich fühle mich einfach ungebildet und dumm. Viele Leute haben mir immer wieder durch die Blume mitgeteilt, dass ich nicht so viel drauf hätte, das sitzt unterschwellig doch noch sehr tief.

@ LichtAmHorizont - ja,

als Test. Er ist das absolute Geschichtsass.

E"hemal}iger {Nu"tzer (#/573y012x)


Intelligent ist für mich jemand, der logische Zusammenhänge und Verknüpfungen ziehen kann, der kritisch hinterfragt, der gebildet ist und dem ich stundenlang zuhören kann, ohne dabei zu denken, was der für einen Stuss erzählt. Und das Wissen über historische bzw gesellschaftliche Zäsuren setzt nicht gleich Intelligenz voraus, völlig klar! Aber mir mangelt es einfach an Allgemeinbildung und ich vergesse leider zu viel.

mnemosyne24

Ich weiß genau, was du meinst , kenne das auch von mir. Es ist ein Gefühl , als würde einem ein geistiges Teil fehlen, um ganz zu sein .

D=ante


Du darfst nicht auf dem rumreiten, was du nicht kannst sondern musst dich auf das konzentrieren, DAS zu kannst.

Also Kreativität, zum Beispiel. Reines Bücherwissen ist dank Smartphone und Google ohnehin heute wertlos. Jeder kann alles jederzeit nachgoogeln.

Und solche Sachen wie Inhaltsangeben kann man trainieren. Das ist Übung.

Bedenken solltest du auch, dass die, die da immer so laut und voller überheblicher Überzeugung schreien, es in den allermeisten Fällen auch nicht besser wissen als du...eher weniger.

E%lafRgemicxh0815


Ich kann mir auch keine Zahlen merken. Im Alltag merkt man das z.B. daran das ich praktisch alle Geburtstage vergesse. Außer meinem eigenen... Ganz ehrlich? Manchmal muss ich tatsächlich bewusst nachdenken über die Frage wie alt ich überhaupt bin. Erschreckend. Wenn ich mir kurzfristig eine Information merken muss, muss ich die permanent im Geiste wiederholen, sonst ist sie weg. Und wenn du mich jetzt fragst von wann bis wann der 1. Weltkrieg ging müsste ich auch raten. Trotzdem kenne ich die Geschichte, auch Details. Grundsätzlich bin ich "universal-interessiert" und habe ein breites Allgemeinwissen, dass aber selten in die Tiefe geht. Trotzdem würde ich mir eine normale Intelligenz unterstellen, da Auffassungsgabe normal vorhanden ist. Und obwohl ich über dieses breite Wissen verfüge beherrsche ich Smalltalk überhaupt nicht. Mit mir könntest du dich gar nicht stundenlang unterhalten. Das heißt aber nicht das ich doof bin.

Die Frau eines sehr guten Freundes ist tatsächlich hochintelligent. Auch anhand Tests belegt. Trotzdem würde sie dich wie ein Auto ansehen wenn du sie z.B. fragen würdest wer der aktuelle Bundespräsident ist. Sie kennt jedes Tier auf der Welt beim Vornamen aber bei anderen Themen weiß sie Null. Wissen ist kein Indiz für Intelligenz. Und Interessen und Begabungen auch nicht.

Sagen wir es anders: Wer wirklich dumm ist, dem fällt das nicht auf (was manchmal ein Segen sein kann). Wer sich so kritisch betrachten kann wie du ist intelligent, weil er sich selbst erkennt.

NFurarmihyaoxn


Herrje, dann wäre ich aber auch dumm. Ich kann mir spontan mehrere Telefonnummern merken, aber Daten von historischen Ereignissen? Kannst du knicken. Viel Sinn ergibt das nicht, da ein Datum nicht sonderlich viele Ziffern hat, aber es ist einfach so. Geschichte hat mich auch nie interessiert. Es gibt einfach Menschen, die können sich schnell viele Dinge merken. Ich muss mir bestimmte Dinge wirklich schwer erarbeiten, aber wenn ich die dann mal intus habe, dann vergesse ich sie nie mehr.

Sein Gedächtnis kann man übrigens wunderbar trainieren, wenn man es möchte.

wzeihnJachtsste.rnchexn3


Wieso kann ich mir gewisse Dinge einfach nicht einprägen?

Weil ich dazu gerade eine Vorlesung besuche:

a) weil die Verbindungen im Gehirn dazu nicht stark genug ausgeprägt sind und du den entsprechenden Pfad zur gewünschten Information deshalb nicht mehr abrufen kannst - die Information selbst ist aber noch da.

b) weil dein Gehirn die Information sozusagen mit anderen (wichtigeren oder einfach häufiger genutzten) Informationen "überschreibt" und der entsprechende Pfad einfach nicht mehr vorhanden ist.

Hat mit Dummheit also nix zu tun, dafür kannst du nichts. Ansonsten vielleicht schlicht zB mangelnde Aufmerksamkeit, fehlende Motivation für das entsprechende Thema, Depressionen, Stress... ich glaube, auch Schilddrüsenunterfunktionen können das Gedächtnis beeinflussen. Da gibts soo viele Parameter!

Und ich schäme mich, dass Leute immer gleich merken, dass ich nicht so viel im Kopf habe, weil ich immer sehr still bin, wenn ich auf eine Gruppe Fremder treffe

Warum sollten Fremde denken, du wärst dumm, nur weil du nicht viel sagst? Ich sortiere das grundsätzlich als "schüchtern" ein. ;-)

Ich würde spontan sagen, das ist ein Selbstwertproblem. Weil du allgemein nicht viel von dir hältst, findest du, dass du nichts auf dem Kasten hast und traust dir nichts zu. Außenstehende nehmen das aber scheinbar anders wahr, wenn du ja in der Vergangenheit positive Rückmeldung bekommen hast.

Übrigens wurde mir erst letztens gesagt: Man solle sich nicht wundern, wenn man das Gefühl habe, zB seit Studienbeginn keinerlei Fortschritte gemacht zu haben. Man macht sehr wohl Fortschritte, entwickelt aber auch einfach höhere Ansprüche an sich und wird für Fehler oder Defizite (über)sensibel. So in etwa könnte ich mir das bei dir auch vorstellen.

wweihn4achtsIsternchexn3


Uuund wie ich sehe, bin ich mit meinem Post gefühlte 300 Jahre zu spät. ;-D

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