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Stressabbau - Stress unterschwellig und durch Aufschieben

V3igan_t]olettxe hat die Diskussion gestartet


Hey!

Was macht man gegen Stress, der immer im Hintergrund schwelt - alles, was man so verdrängt, was einem immer wieder Alpträume verursacht, was einen morgens mit Panik aufwachen lässt, was man dann aber eben wegdrängt.

Der Stress, der nicht dadurch verursacht ist, dass man zu Terminen hetzen muss, sondern durch Ängste, Unfähigkeit, schlechte Selbstorganisation.

Ich schreibe grade meine Bachelorarbeit, habe keine Ahnung, wie ichs angehen soll, es tritt mit keiner in den Hintern außer mir selbst, ich habe keinen geregelten Tagesablauf, keinen Freundeskreis.

Knirsche nachts mit den Zähnen, habe jede Nacht Alpträume (Familiensituation, Studium), Zukunftsängste ohne Ende, und fühle mich generell wie ein Wrack. Von außen betrachtet lebe ich im reinsten Paradies, da ich mich ja nur um die BA kümmern muss, aber ich kann mich nicht mal mehr an eine Zeit erinnern, in der ich mich ohne Schuldgefühle und Ängste entspannen konnte.

Im Grunde geht auch das schon mein ganzes Leben so - seitdem ich ca. 13 bin, bin ich dauerhaft im Rückstand mit allem. Ich hab nie gelernt, zu lernen, mir fiel bis ich aufs Gymnasium kam alles in den Schoß, und danach habe ich fast nie mehr was gemacht. Nie Hausaufgaben, so gut wie nie gelernt, nicht mitgearbeitet, Totalverweigerung, Klasse wiederholt, dann geflogen. Realschule war dann wieder so einfach, dass ich wieder nix machen musste. Fachoberschule auch. Und im Studium ging es munter so weiter. Ich habe seit ich 13 bin ununterbrochen einen Berg von unerledigten Aufgaben im Hinterkopf, den ich nicht bewältigen kann. Die Fächer, die ich auch auf der Fachoberschule nicht konnte, habe ich ja nicht gelernt - in denen habe ich dann halt versagt. In Mathe knapp 4. Für einen guten Abschluss hat es trotzdem gereicht. Im Studium dasselbe. Alles, was ich lernen musste, habe ich halt ignoriert, oder mir einen Tag vor der Prüfung reingekloppt, dann reichte es grad so für eine 4.

So habe ich auch jede Abgabe gemacht. Da ich mich schriftlich gut genug ausdrücken kann, waren meine Noten gar nicht so übel. Aber wie ich mir immer alles versaut hab. Alle Semesterferien waren so sch***, weil ich immer die Abgaben im Hinterkopf hatte, und trotzdem hab ich sie immer nur auf den letzten Drücker erledigt. Wenn die Frist um Mitternacht ablief, hab ich sie um 6 Uhr morgens eingereicht. Und eine Note schlechter in Kauf genommen dafür.

Es nervt mich selbst so an, weil ja auf alle anderen Bereiche des Lebens abfärbt. Ich komm mit nichts zu Rande, was nicht dringend nötig ist, und selbst damit nicht (BA).

Wir haben im Studium so tolle, interessante Projekte gehabt. Viele Leute haben so gute, inspirierende Arbeiten abgegeben. Ich hab nie irgendwas Gutes abgegeben oder mich auch nur mit den Themen auseinandergesetzt. Nicht, weil sie mich nicht interessieren würden. Wenn mich Dinge interessieren, meide ich sie am wahrscheinlichsten. Ich glaube, was mich da so abschreckt, ist die ungeheure Vielfalt und Menge an Wissen. Ich will da nicht einsteigen, in diese Fachsimpelei, ich fühle mich davon irgendwie bedroht. Ich würde lieber ein einem geschützten Rahmen für mich Dinge ausprobieren und herausfinden und gegen jegliche Einflüsse von außen abschirmen. Ich will gar nicht wissen, dass das alles schon in zehntausend Büchern und Artikeln steht. Deswegen zeige ich meine Arbeiten auch nie jemandem. Was völlig falsch ist.

Meine Hauptbelastung ist das Wissen, dass ich so viel mehr könnte, wenn ich nur EINMAL dafür arbeiten würde.

Ich habe das Gefühl, dass ich genau da ansetzen müsste, um meinen Stress und das Gefühl, ein Versager zu sein, loszuwerden.

Und dann zuckt es innerlich in mir mit den Schultern, denkt: "Ach, reicht doch, wenn du's KÖNNTEST, hm?", dann ess ich 'nen Keks und fläze mich ins Bett (ich weiß, dass das ein weitverbreiteter Gedanke unter Aufschiebern ist, um sich selbst einzureden, dass man ja könnte, wenn man wollte, und sich nicht eingestehen zu müssen, dass man eigentlich gar nichts kann). Der Stress und die Spannung, die dadurch entstehen, reichen schon so weit, dass ich bereits manchmal über Selbstmord nachdenke, weil mir meine Zukunft komplett hoffnungslos erscheint. Ich hätte mein Leben so gern im Griff, wäre gern in etwas gut, wäre gern befreit von den ewigen Schuldgefühlen.

Aber wie?

Antworten
C^oxmran


Hallo Vigantolette,

immerhin hast du dich aufgerafft, hier einen längeren Beitrag zu schreiben. Anstatt dich mit einem Keks im Bett zu fläzen.

Vielleicht findest du hier passende Tipps - bitte schau dir diese Seiten einfach in Ruhe durch und überlege, was du davon für dich nutzen kannst. Prokrastination ist ein sehr belastendes Verhaltensmuster - das merkst du ja selbst. Auch wenn du das Studium vielleicht nicht mehr in eine Top-Leistung schieben kannst, ist eine Abkehr von diesem Verhalten für dein Leben sehr wertvoll und du solltest es unbedingt angehen. Zur Not mit professionellem Coaching.

[[http://karrierebibel.de/prokrastination/]]

[[http://reset-your-mind.de/prokrastination-3-tipps-gegen-die-aufschieberitis/]]

[[http://www.foerderland.de/organisation/prokrastination/prokrastination-hilfe-gegen-die-aufschieberitis/]]

[[http://www.prokrastination.net/]] (hier gibt es auch ein Forum mit Betroffenen)

Viele Grüße, und einen guten Neustart! @:)

V]igantoslettxe


Danke, Comran!

Ich habe schon fast alles, was es so an Literatur und Tipps gibt zu dem Thema, gelesen. Aber es bringt mich nicht so recht weiter.

Ansonsten sehe ich das wie du - ich wollte jetzt endlich lernen, diesem Verhalten den Rücken zu kehren. Aber ich schaffs nicht.

Was mich jetzt interessieren würde, wäre eben: Wird sich der unterschwellige Stress überhaupt verringern, wenn ich die Sache angehe? Kann man überhaupt auf ein Level kommen, dass man nicht 1000 Sachen im Hinterkopf hat, die noch zu erledigen sind und die einen permanent abstressen?

Kämpfe ich hier gegen Windmühlen oder ist das ein lohnenswerter Kampf?

So aus meiner Perspektive, klar wäre es hilfreich, wenn die Dinge, vor denen ich so furchtbare Angst habe (mit der BA anfangen), ihren Schrecken verlören. Aber werden sie das?

Ich führe schon seit ich 13 bin ein Buch mit To-Dos, die ich aktiv vermeide, und an denen sich auch nie irgendwas geändert hat (für die Schule lernen, besser aussehen, abnehmen, aufräumen, und ein Haufen unwichtiger Kleinkram). Phasenweise bin ich Teile davon angegangen, habe abgenommen, zugenommen, Sport getrieben wie eine Verrückte, gar keinen Sport getrieben, wieder wie eine Verrückte, wieder abgenommen, zugenommen - momentan bin ich in einer ganz guten Position, aber denkst du, ich wäre glücklich oder zufrieden? Meinen Körper sehe ich nach wie vor als Baustelle, als unfertig, nicht gut genug.

Wird sich das je ändern? Wie kommt man dem bei?

VJigaXn#tole-tte


Das größte Streben meiner Mutter war das nach dem "Fertig sein". Das nahm sie furchtbar ernst und das war ihr sehr wichtig. Ihr häufigster Spruch "Ich möchte auch mal fertig sein!" Damit begründete sie alles mögliche, z.B. wieso man sich abends kein Brot mehr schmieren durfte, die Küche war ja schon sauber und sie wollte fertig sein und sich guten Gewissens hinsetzen und entspannen. Es war auch eine Riesenmotivation für sie, und alles, was anderen Spaß macht, war für sie ein Berg Arbeit auf dem Weg zum "fertig sein", durch den sie sich durchkämpfen muss, natürlich mit höchsten Anforderungen an sich selbst. So mussten zu Weihnachten 10 verschiedene Sorten Plätzchen so perfekt wie möglich gebacken werden, das ganze Haus auf Vordermann gebracht, dekoriert usw., aber der einzig wichtige Moment war der, am Ende des Tages im dekorierten Haus die Beine hochzulegen, Plätzchen zu essen und einen Film zu schauen. Das war nicht die Kirsche obendrauf, alles wurde nur für diesen einen Moment getan, in diesem Moment war sie zufrieden.

Ich empfand das immer als extrem unflexibel und lästig, und sie dadurch ein Stück weit als lebensuntauglich, weil auch um eine Aufgabe zu beginnen, die perfekten Bedingungen herrschen mussten, ansonsten wollte sie nicht mal anfangen. So hat sie sich ihr Leben lang selbst beschnitten und selbst gestresst. Ich habe mich immer gefragt, ob sie sich das selbst glaubt.

Und heute bin ich irgendwie genauso. Ich wäre auch gerne endlich mal fertig. Mit allem. Ich hätte gerne mal alles in der Reihe und offiziell die Erlaubnis, die Beine hochzulegen und die Lorbeeren meiner Arbeit zu genießen. Dieser Moment kam bisher noch nie. Auch, wenn ich Arbeiten zwischendurch (gut) erledigt habe, war nie Zeit, es zu genießen, weil ja noch hunderttausend andere Aufgaben aufgeschoben waren und warteten. Wen interessiert eine 2 in Geschichte, wenn ich weiß, dass ich vermutlich in Mathe und Latein durchfalle? Was bringt es mir, endlich das eine Fach erfolgreich abgeschlossen zu haben, wenn ich 2 vergeigt habe?

Ich möchte echt nichts mehr als endlich fertig sein und alles erledigt zu haben.

CTomrxan


Ich glaube, deine Mutter und du sind unterschiedliche Extreme und ihr taugt beide nicht als Vorbild. Es gibt auch viel dazwischen.

(für die Schule lernen, besser aussehen, abnehmen, aufräumen, und ein Haufen unwichtiger Kleinkram

Waren das langfristige abstrakte Ziele? Warum probierst du nicht mal etwas dazwischen, was überschaubarer ist? Und nicht so schön unverbindlich, sondern suche dir Zeiten dafür.

Z.B. "Den Herd saubermachen (Sa 14:00-14:30)", "Literaturbeschaffung zum Thema XYZ (Do 15:00-16:00)", "Betten abziehen und Waschen (16. Mai, 10:00-13:00)".

Wenn du etwas vornimmst, was nicht wirklich greifbar ist, dann findest du keinen Anfang. Und wenn du dir nie sagst, WANN du es tun wirst, dann wirst du immer eine Ausrede haben, warum du es nicht tust. Ist ja noch Zeit. Ewig ... sozuagen.

Kämpfe ich hier gegen Windmühlen oder ist das ein lohnenswerter Kampf?

Selbstverständlich ist es ein lohnenswerter Kampf. Ich finde das Erfolgserlebnis ziemlich antreibend, wenn ich Dinge als erledigt abhaken kann. Ich habe einen Vollzeitjob, ein ausuferndes Hobby und noch ein Nebengewerbe - dazu eine Ehefrau und ein Eigenheim. Ohne Planung und klaren Willen geht so was nicht. Gestern musste ich noch nach der Arbeit einen Behördengang erledigen und habe angesichts der Wetterprognose entschieden, dass ich definitiv noch den Rasen mähe (ich hasse Rasenmähen!), weil ich das unter keinen Umständen noch eine Woche aufschieben kann. Es geht am einfachsten, wen man sich nicht dagegen wehrt und nötige Dinge schnellstmöglich angeht - dann ist auch nicht so eine lange Schreckensphase davor.

So aus meiner Perspektive, klar wäre es hilfreich, wenn die Dinge, vor denen ich so furchtbare Angst habe (mit der BA anfangen), ihren Schrecken verlören.

Du hast dich ohne richtigen Lernaufwand bis dahin durchgewurschtelt, also kannst du auch nicht blöde sein. Warum also die Angst? Die Angst kommt doch vor dieser unerbittlichen Verbindlichkeit, diese Arbeit zu machen. Ein ungespülter Topf fliegt dir nicht um die Ohren - das Studium schon. Würdest du es angehen, z.B. jetzt die nächsten Schritte verbindlich mit Zeiten einplanen, dann würdest du nach getaner Arbeit auch mal wieder feststellen, dass du Fortschritte gemacht hast. Ohne anzufangen wird es ja nicht besser, und deine Angst spürst du vermutlich eher aus Scham und vor der eigenen Antriebslosigkeit - und nicht vor dem Lernstoff als solchen.

Eine typische Falle der Prokrastination lauert z.B. darin, dass man mehrere Dinge erledigen müsste und deswegen gar nichts tut. Ein mentales Deadlock, weil du Tätigkeit B deswegen liegenlässt, weil du ja Tätigkeit A machen müsstest, und umgekehrt genauso. Verstehst du was ich meine?

Dieses Deadlock musst du durchbrechen. Mach eine Liste ganz konkreter kleiner Dinge, priorisiere sie, reserviere Zeiten dafür. Und vor allem lass TV, Handy, PC und ähnlich teuflische Berieselungssüchte einfach mal komplett aus, wenn du in einer fest vorgenommenen Tätigkeit steckst. Sonst sehnst du dich doch danach, dass dir jemand irgendeine nichtige WhatsApp schickt, nur damit du einen Grund hast, deine eigentliche Arbeit zu unterbrechen.

VHiganYtolet3te


Ich glaube, deine Mutter und du sind unterschiedliche Extreme und ihr taugt beide nicht als Vorbild.

Hihi :-D Ich mag klare Ansagen.

Ja, du hast Recht. Es war immer alles sehr abstrakt, was ich mir vornahm. In "Getting Things Done", dort wird auch genau das gesagt, und das hatte ich sogar erfolgreich ausprobiert: Lächerlich kleine, aber machbare Schritte aufschreiben, Betonung auf "machbar", die Aktion muss sich direkt herauslesen lassen. Also nicht "Bachelorarbeit", sondern, wie du sagst, "Literaturbeschaffung zum Thema XYZ", oder eventuell sogar noch konkreter als ersten Schritt: "In die Bücherei gehen".

Klingt banal, half aber damals..keine Ahnung, wieso ich das wieder vergessen hab. Das Problem ist, dass ich bei vielen Dingen nicht weiß, was geht, und schon gar nicht, was in der vorgenommenen Zeit geht. Meine Bachelorarbeit ist übrigens eine praktische Arbeit, für die ich eine Art Programmiersprache lernen muss (eigentlich sollte ich sie bereits beherrschen, da es aber visuelles Scripting ist, das sogar der "Klassendepp" hinbekam, der damals in einem Projekt dafür zuständig war, habe ich das immer mit einem Schulterzucken abgetan).

Die ganze BA fällt und steht damit, ob ich diese blöde Programmiersprache lernen kann oder nicht, und ob ich das, was ich mir vorstelle, damit umsetzen kann. Rein theoretisch geht damit alles, das weiß ich, weil ich Projekte kenne, die in der Engine umgesetzt wurden.

Im Januar hatte ich mich an ein paar Tutorials gesetzt, war damit auch erfolgreich, habe aber nur die Tutorials nachgebaut. Es war nicht leicht, weil die Informationen, die ich brauchte, über mehrere Tutorials verstreut waren und die Anleitungen etwas kryptisch...und um ehrlich zu sein hab ich nichts von dem gerafft, was ich da gemacht habe :/ Es funktionierte zwar, und ich könnte sagen, dass das ja reicht, aber ich wollte das doch verstehen, und ich weiß jetzt schon, dass ich vorhandene Tutorials nicht 1 zu 1 auf mein Projekt anwenden können werde und mir ein Grundverständnis aneignen muss.

Das bedeutet, dass alles, was ich im Vorfeld getan habe, nicht grad zielgerichtet war - ich weiß ja gar nicht, ob ich es im Projekt verwenden kann, weil ich nicht weiß, ob ich kapieren kann, wie ich es einbaue/umsetze.

Das Schlauste, was ich tun könnte, wäre, heute noch das erste Tutorial zu machen und mit dieser Engine anzufangen. Um die Aufgabe drück ich mich schon wieder seit einer Woche. Ich hab die Engine aktualisiert, die Tutorials alle runtergeladen, ich könnte jetzt loslegen und mich diesem Monster stellen.

Aber dann werd ich ja vielleicht rausfinden, dass ich NICHTS kapiere und absolut NICHTS von all dem kann, es genauso gut auf Chinesisch sein könnte, und mein Projekt niemals verwirklichen kann, und schon gar nicht in der mir noch verbleibenden Zeit.

Ich kann mir auch nicht sagen, dass ich bis zum Ende der Woche eine Rohversion stehen habe, weil ich ja gar nicht weiß, wie lange es dauert, bis ich das Zeug gelernt und begriffen habe, die entsprechenden Vorlagen rausgesucht, nachgebaut...und das sind nur Grundlagen. Damit spielen - damit müsste ich mich dann entsprechend auskennen, um den Code umstellen zu können.

Dann finde ich vielleicht heraus, dass meine BA zum Scheitern verurteilt ist. Das Thema wechseln kann ich jetzt auch nicht mehr.

Von nichts weiß ich, wie lange es dauern wird, weil jetzt ja das erste Mal ist, das ich überhaupt was tue. Eigentlich hätten wir die Zeit schon während unserer Projekte einschätzen sollen. Hust hust!

Dieses visuelle Scripting ist also jetzt der große, böse, feuerspeiende Drache, den ich erschlagen muss.

Und ich hab so ne Angst, dass dahinter keine hübsche Prinzessin wartet (bzw. ein hübscher Prinz, die Prinzessin kann er gerne behalten), sondern ein GRAUENVOLLES MONSTER. Zu spät, zu dumm, zu unfähig.

Ich weiß ja auch, dass ich es lieber heute rausfinden sollte als morgen, damit ich intervenieren kann - mit dem Betreuer reden (den ich seit Monaten nicht mehr aufgesucht habe, weil ich mich so schäme), jemanden finden, der diese Engine beherrscht und mir helfen kann, in Foren fragen, damit ich IRGENDWAS auf die Beine stellen kann.

Du hast dich ohne richtigen Lernaufwand bis dahin durchgewurschtelt, also kannst du auch nicht blöde sein.

Ja, das sagen alle, die davon wissen. "Du bist keinesfalls zu dumm". Ich weiß auch nicht, wieso ich mich in diesem Zustand so suhle. Irgendwie ist es ja auch angenehm, auf eine seltsame Art und Weise, die ich nicht erklären kann. Irgendwie stimmt es mich sehr zufrieden, fast glücklich, wenn ich dran denke, wie ich morgen (aber nicht heute) alle meine Probleme total angehen werde und es dann auch schaffe, weil ich ja weiß, dass ich es grundsätzlich kann.

Und falls ich es nicht schaffe, bestätige ich das Bild von mir, das ich ohnehin habe. Versager.

Eine typische Falle der Prokrastination lauert z.B. darin, dass man mehrere Dinge erledigen müsste und deswegen gar nichts tut. Ein mentales Deadlock, weil du Tätigkeit B deswegen liegenlässt, weil du ja Tätigkeit A machen müsstest, und umgekehrt genauso. Verstehst du was ich meine?

Dieses Deadlock musst du durchbrechen. Mach eine Liste ganz konkreter kleiner Dinge, priorisiere sie, reserviere Zeiten dafür. Und vor allem lass TV, Handy, PC und ähnlich teuflische Berieselungssüchte einfach mal komplett aus, wenn du in einer fest vorgenommenen Tätigkeit steckst. Sonst sehnst du dich doch danach, dass dir jemand irgendeine nichtige WhatsApp schickt, nur damit du einen Grund hast, deine eigentliche Arbeit zu unterbrechen.

Ja, kenne ich nur zu gut. Ich weiß ja auch, was jetzt am Wichtigsten wäre - dieses Scripting zu lernen, weil davon alles abhängt.

Hab mir jetzt mal einen Termin bei der psychologischen Beratung der Uni gemacht. Vielleicht können die mich auf dem Weg etwas begleiten, das hat mir damals schon mal geholfen.

Was das Berieseln angeht, damit hab ich nicht so ein großes Problem - hab ja keine Freunde.

Danke für deine Hilfe! Ich würde jetzt schreiben, dass ich mich nachher ans erste Tutorial setze, aber sogar das ist mir schon zu viel Commitment, dafür kann ich nicht garantieren. Stattdessen bin ich lieber noch ein bisschen weiter Drama Queen und masturbiere im angenehm destruktiven Lähmungszustand.

Nein, Quatsch - ich mach nachher das erste Tutorial. Wenn ich vom Einkaufen zurück bin. Also, so um 20:00 Uhr. Dass auch nur eine Person sich die Mühe macht, mir ein paar Worte zur Unterstützung zukommen zu lassen, freut mich sehr, also danke dir!

V`ig#antol/etxte


Ich finds großartig, dass es keine Editierfunktion gibt. 8-)

PWlüsc=hbie\st


Prokrastination kann man mit Verhaltenstherapie in den Griff bekommen.

R%is)tridi=n_vomx_Südpexn


Ich hab die Engine aktualisiert, die Tutorials alle runtergeladen, ich könnte jetzt loslegen und mich diesem Monster stellen.

Das sind doch schon mal gute Voraussetzungen. :)^

ich mach nachher das erste Tutorial. Wenn ich vom Einkaufen zurück bin. Also, so um 20:00 Uhr.

Deal! Und danach schreibst Du uns, wie es Dir damit ergangen ist.

Um was für eine Programmiersprache geht es denn?

Ckom@ran


Es war nicht leicht, weil die Informationen, die ich brauchte, über mehrere Tutorials verstreut waren und die Anleitungen etwas kryptisch...

In solchen Fällen schreibe ich parallel meine eigene Anleitung, die ständig wächst und wo ich alles dokumentiere, was ich gerade glaube, verstanden zu haben - das mache ich sogar recht akribisch, zur Not auch mit Grafiken und Gliederung von Kapiteln. Das wird immer wieder umgeworfen, ergänzt, aber es hilft beim Fokussieren und Gliedern. Das sind auch Aspekte, die dir helfen können. Fokussieren lernen. Keine Angst vor dem weißen Blatt Papier. Ein Hello-World geht immer. Den Rahmen verstehen, in Referenzen nachschlagen. Und immer mehr probieren.

Bei jedem Programm oder Tutorial, welches funktioniert, frage dich, warum es funktioniert, und ob man es besser lösen kann. So spielst du Evolution mit deinem Wissen, indem du Kleinigkeiten an einer funktionierenden Basis veränderst und ergänzt. Ich bin übrigens hauptberuflich Softwareentwickler - ich kenne das Gefühl, bei Null anzufangen und vor 800 Seiten Dokumentation zu sitzen, die dir irgendwas sagen wollen. Man kann die ja nicht durchlesen, aber kleine Fragen führen zu schnellen Antworten.

Nein, Quatsch - ich mach nachher das erste Tutorial. Wenn ich vom Einkaufen zurück bin. Also, so um 20:00 Uhr.

Das ist doch mal eine Ansage. Und dann prüfst du, wie belastbar du bist, und wenn das gut läuft planst du für morgen schon etwas länger Zeit dafür ein.

Es ist jetzt 20:03 Uhr - wenn du meinen Beitrag gelesen hast, bevor das Tutorial fertig ist, bist du wieder schwach geworden und hast dich der Ablenkung hingegeben. ;-D

C{omraxn


Magst du schreiben, wie die ersten Versuche gelaufen sind? Oder hast du der virtuellen Welt vorerst eine Absage erteilt, um dich auf dein reales Leben zu konzentrieren? Das wäre ja auch vorbildlich - in diesem Fall warte ich gerne :-D

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