» »

Es geht in die Klinik. Würde gern davor noch explodieren

sGchneclke+198x5


PS: Ich habe mich so lange psychotherapieren und medikamentös einstellen lassen, bis ich bereit war, die Erwachsenenrolle zu übernehmen und mit meinen Eltern wie mit fragilen Kindern zu reden: Langsam, Schritt für Schritt, einfühlsam und mit vielen Ich-Botschaften.

Seitdem ist das Verhältnis gut, aber ich kann mich auch distanzieren und mein eigenes Leben leben. Ohne Schuldgefühle oder Bitterkeit, mit dem richtigen Maß an Abgrenzung.

Das wünsche ich dir auch.

LaaRucxola


Ich kenn sowas auch (wie auch viele andere hier), auch inkl solcher Briefe/Mails. Dazu nur zwei Aspekte

a) Du wirst ihn nicht erreichen. Er wird alles so verdrehen dass er das Opfer und Du die böse bist. Du hast hier, wie generell bei jedem Kontakt mit ihm überhaupt, ausser einer erneuten blutigen Nase nix zu gewinnen.

b) Die Tatsache, dass Du dieses Bedürfnis hast, spricht für eine ziemlich hohe emotionale Bindung, und genau die gilt es eigentlich, aufzulösen. Wenn Du wirklich drüber stehen würdest, hättest Du solche Bedürfnisse nicht.

Ich glaube, evtl in Gegensatz zu anderen hier, dass es nicht möglich ist, in so einer Konstellation jemals wirklich sowas wie "gesund" zu werden und soweit in sich zu ruhen, dass ein Kontakt wieder ohne Verletzungen möglich wäre, was ein "mach es erst wenn Du wieder mit Dir selber im reinen bist" unmöglich macht, weil der Zeitpunkt nie eintreffen wird.

Allerdings kann für einen selber so ein Brief einen Schlussstrich markieren.

Unterm strich denke ich, dass es nix bringt und auch nicht schadet, es ist eigentlich egal.

s7chne>cke%1x985


@ Rucola

Ich denke, du hast mich da falsch verstanden. Ich wollte nicht ausdrücken, dass es zwangsläufig zu einem Happy End kommt, sondern, dass die TE erstmal ihre eigenen Kräfte sammeln muss. Kurz gesagt: Es geht um Erwartungshaltung. Derjenige, der erwartet, kann nur enttäuscht und verletzt werden. Derjenige, der vom Gegenüber nichts erwartet bzw. erwarten kann, kann nur positiv überrascht werden. Aber keinen emotionalen Tiefschlag in der Magengrube abbekommen, weil er eben nichts erwartet. So ähnlich, wie du es auch anmerkst.

Umgelegt auf ein praktisches Beispiel: Wenn ich mir vom Partner Blumen zum Valentinstag erwarte, dann wird die Erfüllung des Wunsches maximal ein Lächeln hervorrufen, dagegen kann die Nicht-Erfüllung der Erwartungshaltung bei mir zu einer tiefen emotionalen Krise führen. Wenn ich mir nichts vom Gegenüber erwarte, dann freue ich mich wie wahnsinnig über unverhoffte Blumen :-D

Kurz gesagt: Es gibt genauso viele Lösungsmöglichkeiten, wie es Menschen gibt. Blutige Nasen gibt es nur dort, wo mich der Gegner physisch oder psychisch erreichen kann. Steht man jedoch auf einem soliden, mehrere Meter hohen Fundament, dann kann der Gegner in der Tiefe so viel rumfuchteln, wie er will. Dann blutet bei mir nix.

Wie der Weg dann konkret ausschaut - auch das ist individuell. Das kann vom Happy End bis zum Kontaktabbruch alles sein. Nur: Es geht in der ganzen Chose nicht um den konkreten Ausgang, sondern darum, dass sich die TE wohl mit ihrem Weg fühlt.

LlaRucKola


Hm, das war gar nicht so sehr auf Dich bezogen, ein klein bisschen natürlich allerdings schon.

Bei Dir ist der Tenor oft ein bisschen "wenn man den richtigen therapeutischen Weg findet und stabil genug wird, kann es auch wieder ein gutes Miteinander geben", wie es bei Dir ja der Fall ist. Ich denke aber, da bist Du ein seltener Glücksfall und sowas ist keineswegs für jeden, nicht einmal für viele, möglich. Man sollte da lieber keine falschen Hoffnungen wecken (denn die verzweifelte Sehnsucht nach irgendwie-doch-alles-wieder-nett-und-gut ist ja bei vielen Betroffenen hartnäckig).

Und je nach schwere der Verletzungen kann auch kein Sockel stabil genug sein.. Trauma ist Trauma. Fühlt sich allerdings sehr altklug an, das in diesem Zusammenhang zu schreiben.

Ansonsten stimmt das natürlich alles, klar.

U&rlUauyberRin15


Hm, das spricht nicht für Dich als [emotional stabilen, anderen wohlgesonnenen] Menschen, wenn ich das mal so schreiben darf.

Dass Du den Kontakt abbrechen willst, verstehe ich, sehr gut sogar. Aber hast Du es wirklich nötig, Dich auf sein Niveau herabzulassen? ":/

Oh Gott, ja sicher.

Aktuell bin ich zwar nur schwer kritikfähig |-o aber, es muss sein. Ich kann nur weiter kommen, wenn ich die Dinge, die ich nicht sehen will auch zu lasse.

Zwar kann ich Fehler gut eingestehen, unabhängig ob mir jemand etwas sagt und versuche es auch besser zu machen. Aber ich kann nicht leugnen, dass ich momentan so verletzlich und zerbrochen bin, dass jedes schwarfe Wort schon zuviel ist. Meine Familie muss wegen mir ziemlich auf Zehenspitzen laufen, das ist für mich kein Zustand der weiter gehen darf.

Es kann nicht sein, dass eine ganze Gruppe wegen eines Menschen leiden muss.

Die Arbeit liegt ganz klar bei mir. Deswegen bin ich froh, dass du soetwas ausgesprochen hast und ja, ich geb dir vollkommen recht. Da spricht nicht der Mensch aus mir, den ich gern (wieder) sein will. Da spricht was ganz anderes und leider etwas sehr mächtiges.

Seit meiner letzten Op habe ich das Gefühl gespalten zu sein (nicht in Form von Multiplen Persönlichkeiten), so als wäre ein Teil von mir nicht mehr hier der nicht mehr eins mit mir. Ich sehe in den Spiegel und sehe das Monster, das aus mir geworden ist. Sehe die letzten Jahren voller (körperlicher) Schmerzen und wo sie mich hingebracht haben. Sehe, dass ich versagt habe. Sehe, dass meine Familie nicht unbeschadet aus dieser Zeit heraus gekommen ist. Sehe meine Tochter, die mir in diesem Alter so ähnlich ist, dass ich innerlich soviel Panik habe, dass auch sie mal so wird, so instabil, Angst und Panikpatient. Dass sie Phobien entwicklt und es mal so schwer hat ein normales Leben zu leben. Und dass auch ich schuld daran habe. Dass mich einfach das Schicksal zum Täter (unbewusst und ungewollt) werden lies, einfach weil ich so bin wie ich bin und eigentlich weil es aus der Situation heraus möglich war.

Ich dachte immer, ich mache es richtig. Ich dachte immer, wenn ich mich anderes verhalte als meine Eltern damals, dann wird das schon werden. Und jetzt sehe ich, dass meine Tochter übersensibel ist und sich soviele Gedanken macht, dass ich Angst habe, es ist der erste Schritt in eine ungesunde psychische Lebensweise.

Deswegen werde ich in der Klinik auch ansprechen, dass sie sich so ein Kopf um alles macht. Damit sie nicht den gleichen Weg geht. Vielleicht kann man sowas nicht verhindern, dass Kinder von schwer kranken Eltern so werden, aber vielleicht kann man verhindern, dass sich etwas negatives festsetzt. Mit mir redete damals keiner darüber, ich musste die gleichen Ängste runterschlucken und verdrängen. Zu mir setze sich keiner ans Bett und redete. Und wenn, dann gab es davor erstmal Geschrei und Beleidigungen, bis man psychisch ganz unten war, dann gab es aufbauende und tröstende Worte. Bis dass, was eigentlich weh tat, keine Rolle mehr gespielt hat. Sondern nur noch der Streit und der Ungehorsam und Dummheit im Vordergrund stand.

_________________________

Den Rest habe ich natürlich auch gelesen und es war mir wirklich sehr hilfreich und ich bin ganz gerührt von soviel Zuspruch, danke dafür. Mir tut es echt sehr gut darüber zu reden. Denn leider kann ich das zu Hause zur Zeit nicht (was ich verstehen kann).

Nur werde ich heute im Laufe des Tages erst antworten können, denn jetzt muss ich los.

@:)

Auben{dstexrn33


Deine Wut kann ich gut verstehen, mir geht es auch oft so. Aber ich würde dir auch nicht empfehlen, in deinem jetzigen verletzlichen Zustand, deinem Vater einen Brief zu schreiben. Ich befürchte, dass egal welche Antwort es kommen würde, für dich wäre es zu viel.

Ich denke, jeder erwachsene Mensch hat die Wahl, ob er Täter sein will oder nicht. Leider erlebt man viel zu oft, dass die Kinder genau wie ihre Eltern werden.

Ich bin auch Mutter und mache mir oft sorgen darüber, dass meinem Sohn, wegen meinen psychischen Störungen, Schaden davon tragen wird. Ich habe immer versucht, dass Gegenteil wie meine Mutter zu sein. Ich liebe meinen Sohn und gebe mir mein Bestes eine gute Mutter zu sein. Dennoch sehe ich auch, dass meinen Sohn ubervorsichtig ist und viele Sachen sich nicht traut. Ich will nicht, dass er eine Angststörung entwickelt, aber ich weiß nicht, wie man es vermeiden kann.

Ich wünsche dir alles Gute in der Klinik :-)

U?rlaubeorin15


PS: Ich habe mich so lange psychotherapieren und medikamentös einstellen lassen, bis ich bereit war, die Erwachsenenrolle zu übernehmen und mit meinen Eltern wie mit fragilen Kindern zu reden: Langsam, Schritt für Schritt, einfühlsam und mit vielen Ich-Botschaften.

Ja... da hattest du sicher einen weiten Weg hinter dir.

Es kommt wahrscheinlich auch darauf an, wie die eigenen Eltern ticken.

Mit meinem Vater kann ich so nicht reden. Aber vielleicht kann ich irgendwann verzeihen und es sind normale Gespräche möglich.

Allerdings sehe ich auch die Realität und die zeigt eben auch, dass ein normaler Umgang nicht möglich ist.

Es ist nicht so, dass er nicht weiß, dass er eigentlich gestört ist. Ich musste mir oft als Jugendliche Fragen anhören und Diskussionen führen um ihm zu zeigen, dass er so schlimm wie er sich gibt ja eigentlich nicht ist.

Leider war das nach dem Mund reden, das was er hören wollte. Beim nächsten Mal gab es totzdem wieder Ärger, egal wie oft Besserungen versprochen wurden.

Ich kann mich an Situationen erinnern, in denen ich mir oft selbst weh tat. Aber vor lauter Panik, dass ich ja eine Irre bin zu ihm ging und ihm um Hilfe bat, dass er mich wohin bringt, der schaut ob das normal ist.

Ich wurde dafür noch angeschrien, als dumm betittelt, dass man wegen meinen Sorgen (die er in Wirklichkeit ja nicht kannte) sowas nicht macht. So bescheuert kann kein Mensch sein und ich würde das ja nur machen um Aumerksamkeit zu bekommen, das ist ja die neue Mode heutzutage und er bringt mich nicht zum Therapeuten, so einen Scheiß brauch ich für meine Dummheiten nicht. Wenn ich dann ganz am Ende war und nur noch heulen konnte, lullte er mich ein. Wie toll ich doch als Tochter wäre, bla bla. Und meine Sorgen gingen wieder unter. Und er war der tolle Vater.

Beim nächsten Mal sagte ich gar nichts mehr. Bis ich von meinem ersten Freund mit 14 zum Sex gezwungen wurde. Er erfuhr davon erst Jahre später. Ich war damals ganz alleine damit.

Damals vergrub ich mich in der Schule und wurde ziemlich gut. Da ich in seinen Augen ja eh dumm und zurück geblieben war, machte sich das ganz gut. Ich dachte, vielleicht sieht er ja endlich was in mir. Als ich es geschafft habe eine Gymnasialempfehlung zu bekommen, war ihm das auch nicht gut genug. Da kam rein gar nichts und davor war das ja immer seine Vorstellung von toller Tochter, eine die studiert und was aus sich macht.

Ich ging dann ab und lebte mein Leben wie ich es wollte. Heiratete und bekam meine Kinder. Ich bin zufrieden damit (eigentlich) aber er machte mit seinen Verletzungen immer weiter.

Irgendwann betraf es nicht nur mich, sondern auch mein Mann. Als ich ziemlich krank wurde und von meinen Eltern auf Hilfe angewiesen war ( Kinder klein, Mann ebenfalls krank und in einer Umschulung) und ich ebenfalls sehr krank, lies mich mein Vater komplett im Stich. Er lies Versprechungen einfach platzen, obwohl ich ins Krankenhaus musste und er mir versprochen hatte zu fahren (mein Mann konnte nicht, er fing ein paar Tage voher seine neue Arbeit an und bekam keinen Urlaub) sagte er mir einen Tag vorher ab, mit der Begründung, ich wäre ja jetzt alt genug meinen Scheiß alleine zu regeln.

Ich war schwer krank und es war nicht möglich 100km alleine in das Krankenhaus zu kommen. Taxi konnte ich nicht bezahlen, Bus oder Zug war wegen meines Zustandes unmöglich. Ihm war das egal. Er nutze die Zeit mit seiner neuen Freundin zu telefonieren.

Das gleiche ein paar Tage vorher beim Arzt, zu dem er mich notfallmäßig bringen musste, da ich einen heftigen Schmerzschub hatte und kaum stehen konnte, die Kinder musste ich noch mitnehmen und im Wartezimmer sah man ihm deutlich an, wie genervt er war und er am liebsten wieder schreien wollte. Die Kinder waren zwar brav, aber nach drei Stunden eben auch quängelig und müde. Als ich endlich dran war, fragte ich ihn ob er netterweise nochmal kurz gucken kann, bis meine Infusion durch war (kleine Kinder müssen solche Sachen eben nicht sehen müssen) da meinte er auch wieder, dass ich die Mutter bin und diese auch gefälligst sein soll, dass er jetzt genug Zeit für meinen Scheiß geopfert hat und die Kinder eben mein Problem wären.

Ich kann das verstehen, als Mutter und erwachsene Frau muss man sich selbst um sich kümmern und seine Dinge selbst regeln. Aber in Ausnahmesituationen, in der man einfach auf Hilfe angewiesen ist, sollte man schon seine Eltern um Hilfe fragen dürfen. Vor allem wenn man eh Mehrgeneration lebt und jeder jedem hilft.

Für den Rest meiner Familie gibt es da keine Diskussionen, da ist jeder für jeden da. Nur für meinen Vater war das immer ein Zwang, vor allem wenn er was geben musste. Nehmen ging sehr gut.

Seine eigenen Enkel hasst er wie die Pest (und das obwohl sie ihn abgöttisch lieben und sich damit schwer tun, dass er so zu ihnen ist) die müssen sich seine Liebe auch verdienen, immerhin soll so ein Kind nicht denken, nur weil es auf der Welt ist und man es ihm unter zwingt, dass er es deswegen auch automatisch gern haben muss.

Was soll ich da noch machen, als den Kontakt abbrechen? Zusehen, wie in die gleiche manipulative Spirale auch meine Kinder abrutschen? Sollen sie auch immer denken, dass ihre eigenen Verwandten sie nicht lieb haben, weil sie einfach nichts wert sind? Sie wurden zum Teil groß mit ihm, sie erinnern sich noch zu gut an ihn und es tut ihnen weh, dass er so ist. Dass er ihnen das Gefühl gibt ihm wichtig zu sein, Briefe und Fotos und Post von ihnen zu wollen und sie setzen sich hin und geben sich die größte Mühe und schicken Pakete und es kommt nichts zurück? Außer nach einem halben Jahr, dass er keine Zeit hat?

Aber, wenn dann endlich Konsequenzen folgen und ihm deutlich sagt, wo die Grenzen sind, dann auf einmal ein Spießrutenlauf in der Familie veranstaltet wird. Dass er, armer Mensch seinen eigenen Enkelkinder verboten bekommt? Und ich mir anhören muss, was für ein Mensch ich nur wäre?

Wenn man das sein Leben lang hört, dass man eh nur ein dreckige Egoist ist und die Menschen nicht zu schätzen weiß, die ja immer da sind. Was soll ich da noch denken? Jetzt ist er weg und ich hab das Gefühl flüchten zu müssen. Ich versteh nicht, dass mich meine eigene Mutter noch lieb hat, dass mein Mann auch keine andere will (obwohl ich ihm schon oft weh tat in den letzen Jahren, weil ich dachte und denke nie gut genug zu sein). Wenn ich doch so bin, wie ich es jahrelang gehört habe. Jetzt höre ich das nicht mehr, da er ja weg ist, aber was sagt mir, dass er nicht recht hat?

Was mache ich, wenn ich genauso bin wie er auch? Wenn ich ein so ekelhafter Mensch bin oder zu einem werde, wie er? Ich würde so nicht leben wollen.

Ich sehe nur die letzen Jahre - krank, nicht arbeitsfähig, oft psychisch am Ende (aber nie gesehen der verstanden) welche Zumutung muss ich für meine Familie sein?

Was mache ich mit meiner Tochter, die mit ihren 8 Jahren schon so sensibel ist? Was mache ich mit ihr, die einfach für alter zuviel denkt? Die zu gut versteht, wie die Welt ja wirklich tickt und die längst begriffen hat, dass die Sonne nicht scheint, weil das Leben so schön ist. Die sich über Tot und Ängste Gedanken macht, die kein Selbstbewusstsein hat, weil sie sich selbst schon so unter Druck setzt und manches nicht auf Anhieb so gut kann wie andere. Die so gar nicht zu ihren Mitschülern passt, weil sie sich nie traut ihre Meinung zu sagen. Die immer nur lieb und nett sein will, damit andere nicht vor den Kopf gestoßen werden. Die gern auch gemocht werden will und nicht verstehen kann, dass Kinder sie ärgern. Und dass man das alles nicht immer auf die Goldwaage legen muss.

Bei ihr sind Erklärungen nie ausreichend.

Ich denke, das beste wird sein, wenn ich in der Klinik das ganze offen anspreche. Auch dort gibt es Anhörigengruppen, vielleicht ist das eine Möglichkeit.

Tatsache ist, es muss sich ändern. Das Leben soll wieder schön werden.

E0hemalige@r2 Nutzevr (#45x8871)


Ich würde an Deiner Stelle definitiv den Kontakt abbrechen. Ziel der Aktion sollte aber sein, dass es Dir damit besser geht. Und nicht, es Deinem Vater "heimzuzahlen". Ich würde so einen Brief auch nicht im Affekt schreiben und vermutlich einige Nächte über den fertigen Brief schlafen. Und Du musst Dir über mögliche Konsequenzen im Klaren sein, wie wird er reagieren? Du kennst ihn am Besten.

Rechtfertigen musst Du Dich vor keinem für diesen Schritt.

U+r}laub1eCrxin15


Das schlimme an dieser Sache (für mich) ist ja, dass er mir ohne ihn besser geht.

Viel besser sogar.

Es ist nur so, dass ich mit dieser Entscheidung und den Gefühlen nicht klar komme. Ich hab das Gefühl etwas Böses zu tun.

Ich fühl mich schlecht, dass ich etwas tue, was mir gut tut, ich stelle mich über meinen Vater - was nie so war, ich hab mich immer untergeordnet (und müssen). Jetzt sehe ich meine Bedürfnisse wichtiger als ihn und das macht mir ein schlechtes Gewissen.

Der Kontakt ist bereits abgebrochen und das offiziell, er weiß, dass ich nichts mehr vn ihm wissen will, aber jetzt bekriegt er mich, wie er es eben am besten kann. Über die Familie, über die Rechtslage.

Ich musste rechtliche Schritte wegen ihm einleiten, gegen ihn. Weil er mir schadet in dieser Hinsicht. Er dreht es aber so hin, als wäre ich rachsüchtig und würde ihn zerstören wollen.

Dabei lässt er seine rechtlichen Verpflichtungen schleifen, dass mir ein Schaden entsteht und ich reagieren muss und er wütend gegen meinen Rechtsanwalt wie ein Sturm, beleidigt ihn, schreibt mir böse Briefe, droht mir noch mehr Schaden an.

Pararell habe ich mit einem schweren Op-Trauma zu kämpfen, hab in den letzten 2 Jahren sehr viel durch und bin da auch einfach "geschädigt". Es ist zuviel, aber die Belastungen hören nicht auf.

Dazu weiß ich nicht, ob meine andere Tochter taub wird. Da stehen noch einige Untersuchungen aus und momentan weiß man nicht, woher die Hörminderung kommt, nach Polypen sieht es nicht wirklich aus. Ich kann einfach nicht mehr. Ich kann einfach kein Arzt mehr sehen, keine gesundheitlichen Probleme, jetzt sind meine Kinder auch schon betroffen. Ich frag mich, wie das alles gut werden soll.

Ich will dran glauben, aber mir fehlt einfach die Kraft.

Seit 2015 geht unser Leben einfach nur bergab, gesundheitlich, und nervlich, wegen meinem Vater, der mir rechtlich so die Hölle heiß macht.

L!aXRucoxla


Der zentrale Dreh- und Angelpunkt ist doch genau das, was Du da grad schreibt.

Abgrenzen und für die eigenen, normalen Bedürfnisse einstehen ist böse und falsch und wird mit schlechtem Gewissen bestraft.

Die narzisstische Gehirnwäsche führt doch zu genau dieser Prägung - Du warst immer für sein Wohlergehen verantwortlich, warst nie gut genug, usw usf. Diese Fehlprägung ist tief in einem drin.

Und genau das muss man therapeutisch bearbeiten. Abgrenzen und sich befreien heisst, sich in diesem Punkt gegen den eigenen Strich zu bürsten und gegen das Aufzubegehren, was einem von klein auf ins Gehirn gesetzt wurde (und da nun tief verankert ist).

Fällt Dir gar nicht auf, wie verzerrt das ist? Er darf alles, quält Dich nach Strich und Faden, und Du hast ein schlechtes Gewissen, wenn Du nix anderes willst als dies Dir lediglich nicht mehr gefallen lasen.

Sx. w-allqisixi


Gerade bei diesem typischen Hintergrund (Unterordnung und schlechtes Gewissen es nicht mehr zu tun) wäre es doch absolut ein Propunkt für einen emotionalen Brief: Das eigene emotionale Bedürfnis mal an erste Stelle zu setzen, nicht hinter den Vater, nicht hinter "es bringt ja nicht wirklich was" und nicht hinter sonstige Vernunft.

EKhemalKiger tNutzer (#45n88x71)


Abgrenzen und für die eigenen, normalen Bedürfnisse einstehen ist böse und falsch und wird mit schlechtem Gewissen bestraft.

Die narzisstische Gehirnwäsche führt doch zu genau dieser Prägung - Du warst immer für sein Wohlergehen verantwortlich, warst nie gut genug, usw usf. Diese Fehlprägung ist tief in einem drin.

Und genau das muss man therapeutisch bearbeiten. Abgrenzen und sich befreien heisst, sich in diesem Punkt gegen den eigenen Strich zu bürsten und gegen das Aufzubegehren, was einem von klein auf ins Gehirn gesetzt wurde (und da nun tief verankert ist).

Fällt Dir gar nicht auf, wie verzerrt das ist? Er darf alles, quält Dich nach Strich und Faden, und Du hast ein schlechtes Gewissen, wenn Du nix anderes willst als dies Dir lediglich nicht mehr gefallen lasen.

Bin mir selten so einig mit LaRucola :)^

E$hem+alige)r Nutrzerp (#`45x8871)


Tatsache ist, es muss sich ändern. Das Leben soll wieder schön werden.

Was müsste sich ändern, damit das Leben wieder schön wird? Was kannst Du ändern, was liegt nicht in Deiner Hand? :)*

U/rlaXube~rinx15


Guten Morgen und vielen Dank nochmal an euch @:)

Bis jetzt hab ich noch keinen Brief aufgesetzt, leider bin ich noch genauso wütend wie vor zwei Tagen. Es war lange die Angst vor der Erkenntnis, das ich mich mit dem Thema (bzw. Themen) nie so richtig auseinander gesetzt habe.

Dürfte jetzt auch kein Wunder sein, an diesem Punkt zu stehen.

Es hat vor wenigen Monaten ja mit Psychsomatik angefangen, irgendwann ist es dann auch mal gut. Aber ich werd von Woche zu Woche vergesslicher. Ich kann mir so zu sagen selbst beim Verdummen zugucken |-o

Die narzisstische Gehirnwäsche führt doch zu genau dieser Prägung - Du warst immer für sein Wohlergehen verantwortlich, warst nie gut genug, usw usf. Diese Fehlprägung ist tief in einem drin.

Und genau das muss man therapeutisch bearbeiten. Abgrenzen und sich befreien heisst, sich in diesem Punkt gegen den eigenen Strich zu bürsten und gegen das Aufzubegehren, was einem von klein auf ins Gehirn gesetzt wurde (und da nun tief verankert ist).

Fällt Dir gar nicht auf, wie verzerrt das ist? Er darf alles, quält Dich nach Strich und Faden, und Du hast ein schlechtes Gewissen, wenn Du nix anderes willst als dies Dir lediglich nicht mehr gefallen lasen.

Ich hab das gestern geselen und mir war direkt schlecht. Ich wurde übernervös und alles verkrampft sich. Mit tut jetzt noch der Unterleib weh, ganz typisch, wenn ich Stress habe.

Wahrscheinlich liegt es da begraben. Es ist ja nicht so, dass ich das nicht vermute oder "weiß" dass es so ist. Es tut nur so unendlich weh, dass ich eben nicht normal aufgewachsen bin. Ich dachte immer, mein Leben, mein Ich muss so aussehen. Dass ich eben ein undankbares Balg bin, das nicht zu schätzen weiß was es hat und bekam/bekommt. Dass ich einfach nur charakterlich ein Arschloch bin, weil ich sooft an die Decke gehe, wenn mir jemand seine Ansichten, Lebensweisen und Überfürsorge aufzwingen will (bekomme dann leider gleich direkt das Gefühl fremdbestimmt zu leben der manipuliert zu werden) und das endet mit Aggressionen, da ich ja eigentlich niemanden was tun will, dann eben gegen mich selbst. Vor allem in meinem Kopf. Endet nicht selten, dass ich in ein Loch falle und nicht mehr weiß wie mein Leben weiter gehen soll. So eben nicht, aber wie sonst?

Ich frag mich echt, wie ich die letzten 8 Jahre meine Kinder so gut erziehen konnte, wenn ich jetzt das GEfühl habe gar nichts mehr zu können.

Wieso ging es mir früher nicht so, als ich wirklich krank und körperlich am Ende war? Ich konnte trotzdem soviel lachen und das Leben leichter nehmen.

Jetzt, da ich gesund bin, hab ich das Gefühl nicht mehr zu wissen was ich damit anfangen soll. Mental bin ich ausgebrannt, sodass arbeiten kaum möglich ist. Körperlich funktioniert alles, aber es ist als würde es unnötig sein.

Nicht verdient eben.

Ja, ganz klar sehe ich mich, wie ich geworden bin. Dass ich meinen eigenen Vater verklage, dass ich Briefe bekomme in denen er mich als Rotzbalg bezeichnet, verwöhnt, niederträchtig und habgierig. Dass er mich in den finanziellen Ruin treiben will, weil er mich emotional mit einem Gut erpresst, welches ich aufgezwungen bekam. Und jetzt leider besitze. Obwohl ich nicht wollte, weil ich wusste, das es so endet.

Ich soll aber meine Fresse halten und froh sein, dass ich in meinem Alter ohne Schulden an sowas gekommen bin. Und ich sehe da leider überhaupt kein Vorteil daran. Ja, vielleicht, dass meine Kinder mal etwas erben. Aber was bringt uns das als Familie wenn ich an dem Besitz kaputt gehe? Dass ich den Besitz noch nicht mal los werden kann, weil ich dumme Entscheidungen getroffen habe und nun darin festsitze mit allem was ich habe und er leider auch, weil er es eben nicht völlig hergab und nun noch Nutzen daran hat? Auch Pflichten, zu denen er sich gerichtlich verpflichtet hat und nun nicht nachkommen will. So ein schönes Spiel von Erpressung und jeder sitzt mit drin und darf mitspielen.

Ich könnte kotzen, wirklich kotzen, wenn ich mir das Objekt anschaue, es zerfrisst mich. Und ich kann hier nicht weg. Ohne anderen Familienmitgliedern, die ich liebe das Herz zu brechen und leisten kann ich es mir auch nicht. Und er wusste das von Anfang an - und ich auch, nur meine Position wurde wie immer nicht gehört. Und nun sitze ich hier und darf mir die selbe Leier anhören wie vor 15 Jahren. Und er spielt sein Spiel weiter.

Und ich habe an allem Schuld. Weil ich das Kind bin, das versorgt wird und alles bekommt. Und ich sitze hier und heule, weil ich mich so schäme, denn im Grunde ist es ja wahr. Also frag ich mich, wie ich nur so denken kann. Wieso kann ich mich nicht freuen, dass ich so gute Eltern habe, die mir sowas vor ihrem Tod ermöglichen?

Was müsste sich ändern, damit das Leben wieder schön wird? Was kannst Du ändern, was liegt nicht in Deiner Hand? :)*

Ich habe einen sehr ausgeprägten Fluchtgedanken, etwas in mir schreit, dass ich die Füße in die Hand nehmen soll und verschwinden muss, dass ich hier, wie ich zur Zeit lebe nicht mehr glücklich werde.

Dagegen spricht aber alles. Also ändern könnte ich das, wenn mir andere Familienmitglieder egal wären. Würde ich gehen und mein ganzes Geld in was anderes reinstecken (muss zur Zeit nur Miete sein) fehlt es an den anderen Dingen, in denen ich verstrickt bin, dann würde ich das finanziell nicht mehr packen und weg wäre alles, da aber andere davon einen rechtlichen Nutzen haben, würden die damit ebenfalls unter gehen, vor allem die Seite, die es wirklich nicht verdient hat.

Also bleibt es hier wie es ist und ich gehe in die Klinik um meine eigene Einstellung zu ändern. Ich kann die Situation nicht ändern, also muss ich mich ändern. Nicht nur mir zu Liebe. Ich geh sonst daran kaputt. Ich hasse diesen Besitz.

Ich denke, würde ich damit ins Reine kommen (solange mein Vater die Finger da mit drin hat, sowieso nicht) wäre das Leben auch wieder schön.

Zumindest schöner, denn ich hätte mehr Energie mich um die akuten Sorgen zu kümmern ohne, dass ich emotional absterbe.

Es ist keine Energie mehr da für neue "Probleme", alles was jetzt dazu kommt empfinde ich als Belastung und bin überfordert. Aber da ich funktioniere und es eben auch andere betrifft und nicht nur mich, geht eben meine Psyche flöten. Ich empfinde immer weniger Freude und habe Spaß, komme nicht oder kaum aus dem Bett.

Ich habe Ängste entwickelt seit meiner letzten OP, ich kann mir keine Untersuchungen machen lassen, ich kann keine mir fremden Medikamente einnehmen ohne Panik. Alpträume und Schlaflosigkeit. Mein Magen ist völlig hinüber.

Aber das Leben geht weiter, nur ich will verflucht nochmal ein Pausenknopf, damit ich mal durchatmen kann.

Ich sitze hier, müsste längst auf der Arbeit sein, so bin ich nicht.

Ich bin überpünktlich, zuverlässig... Das bin zur Zeit nicht ich.

Mein Kind sitzt mit seinem Papa beim Arzt und heute kommt raus, wie es weiter geht. Hört es schlecht, weil es nochmal in den Op muss, oder liegt (wie in der Familie) tatsächlich ein echter Hör(Gehör)schaden vor.

Ich versuch dagegen anzukämpfen zu denken, dass wir verflucht sind. Sind denn auch andere Familien ständig mit der Gesundheit zu tun haben?

Haben denn auch andere ständig das Krankenhaus um sich? Nicht nur um sich selbst, sondern auch der Mann, die Kinder...

Ich muss jetzt aufhören, vielleicht ist heute auch einfach kein guter Tag. Vielleicht sehe ich vor lauter Glück das Paradies ja nicht mehr.

Vielleicht ist es ja wirklich so, dass ich eigentlich ein Kotzbrocken bin.

L<o/ui~siayna


Möchte mich den anderen anschließen: Schreib diesen Brief nicht. Zum einen wirst Du damit nicht das erreichen, was ihn verletzt, zum anderen wärst Du gar nicht im Stande, eine eventuelle Retourkutsche wegzustecken. Vergiß nie: Er ist nicht nur älter als Du, Du wurdest auch von ihm geprägt und nicht umgedreht. Sicherlich ist auch er nicht nur Täter sondern auch Opfer (man wird nicht aus freier Entscheidung zum Narzissten), aber Du kannst nichts dafür und mußt Dich um Dich selbst kümmern, auch Deiner Familie zuliebe.

Ein Erbe kann man übrigens ausschlagen. Und wenn Dir etwas gehört, dass Dir nicht guttut oder Dich überfordert, verkauf es. Selbstmitleid hilft Dir nicht weiter, und erpressen lassen würde ich mich auch nicht von ihm.

Ich würde den Kontakt abbrechen. Damit könntest Du viel mehr erreichen. Ist er ein Narzisst, entziehst Du ihm damit Aufmerksamkeit, nach der er süchtelt. Darum auch kein Brief, Dein Zorn, Deine Wut, Deine Tränen zwischen den Zeilene.... die ernähren ihn, weil er sich dadurch wichtig und mächtig fühlt. Spiel sein Spiel nicht mehr mit!

Brich den Kontakt ab ohne weiteren Kommentar und konzentrier Dich auf Deinen Klinikaufenthalt.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH